seabound. (Earinor & Akira)

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    • Einen Tag am Strand zu verbringen war noch nie eine miese Idee gewesen und abgesehen davon fand Nayantai es angenehm, den rauschenden Wellen zu lauschen, die mit sonstiger Ruhe einhergingen - müde war er allemal, aber in Wahrheit wusste er auch, dass er sich womöglich ein bisschen zu sehr in etwas hineingesteigert hatte, das ihm bei weitem nicht gut tat. Für den Moment war das aber allerdings nicht auf der Liste seiner Prioritäten und er gab sich doch lieber dem Meer hin, das ihn wissen ließ, dass er anderswo wichtiger und durchaus besser zu gebrauchen war, als an einem Ort, der nur in seinem Kopf existierte. "Ja!", stieß er aus, als Rain ihn fragte - er nickte, und für den Moment, dass er das lästige Salzwasser nicht als Nahrungsquelle ansehen konnte, fragte er sich, ob er vielleicht noch eine Runde tauchen sollte, in der klaren Hoffnung, dass er sich dabei von all seinen menschlichen Problemen lossagen konnte und einfach seine Umwelt genießen durfte. Vorstellen konnte er sich eher schlecht als recht, dass er von seinen eigenen Ideen noch geplagt werden würde, aber es war ihm auch einigermaßen einleuchtend, dass er nichts Falsches tat, wenn er sich einfach auf seine Intuition verließ. Aber was sagte ihm eben jene ausgerechnet jetzt?

      "Gelb? Blond?", erkundigte er sich, als wäre Rain in der Lage, seine vage Übersetzung als richtig zu erachten. Nein, blond machte als Farbe nun wirklich keinen Sinn - eher gelb als das, aber so wirklich sicher konnte sich nun einmal keiner von ihnen sein; einfacher wäre es, wenn jemand eine Sirene oder einen Menschen zutage fördern könnte, der beider Sprachen hold war. Aber sprachen Sirenen überhaupt die gleiche Sprache wie Aquarianer? Nayantai war sich nicht so ganz sicher. "Mh, gelb ... gelb! Und ... blau?" Angesichts Rains Aussehen machte das schon eine Menge mehr Sinn, und auch, wenn er nun eine Muschel an seiner Brust wusste, nahm er sie ab und legte sie auf Rains, bevor er auch schon wieder aufstand. Sand könnte er auch später in seine Unterwäsche bekommen, denn fürs Erste warf er sich lieber in die Wellen um, in der Nähe des Ufers, nach einer bestimmten Muschel zu suchen - ein Meister im Luftanhalten war er schon immer gewesen, also machte ihm auch das nichts aus, nur die Tatsache, dass seine Haare sich wohl über ihm ansammelten und nicht mit ihm untergingen, störte ihn vermutlich ein kleines bisschen. Mit gewissem Eifer durchsuchte er den Sand, bis er fündig wurde, ehe er wieder nach oben kam und zu Rain krabbelte - die Muschel war zwar eher blau als gelb, aber sie ging leicht ins Weise über und war voller Sand. "Da!" Damit drückte er sie dem Blondchen auch schon in die Hand - er selbst sah dabei aus wie ein Seemonster, das wohl soeben aufgetaucht war.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Nayantai schien noch aufgeregter als zuvor und Rain wusste nicht wirklich wie er damit umgehen sollte, zumal er selbst ziemlich müde war, wie Shuren schon festgestellt hatte. Er hatte sich in Shurens Zimmer nicht unwohl gefühlt, aber die Gedanken über seine Heimat hatten sich einfach die ganze Nacht überschlagen. jetzt da er aber schon mehrere Stunden wach war, siegte die Müdigkeit vielleicht endlich über ihn, zumal er sich hier im Wasser auch sehr wohl fühlte. Trotzdem öffnete Rain seine müden Augen wieder und sah Nayantai an. Dieser versuchte Rains Worte zu entschlüsseln, aber er konnte ihm auch nicht sagen, ob er richtig verstanden hatte. Nayantai war ein seltsamer Mann den Rain absolut nicht einschätzen konnte. Er schien hitzköpfig und stur, zudem hatte er eher keine Manieren, wollte sich aber auch ständig bei Rain entschuldigen und Zeit mit ihm verbringen. Shuren wollte das auch, aber er und Rain hatten es gestern geschafft über die Sirenen und den Angriff zu sprechen, sowie darüber, dass Rain ein Prinz war. Shuren schien ihn verstehen und kennen lernen zu wollen, bei Nayantai konnte Rain nicht sagen, was denn eigentlich sein Ziel war.

      Rain bekam die Muschel zurück und Nayantai hatte seine Meinung scheinbar geändert und wollte nicht mehr im seichten Wasser herum liegen. Rain sah kurz dabei zu, wie er ins Wasser ging und zu tauchen anfing. Rain drehte sich inzwischen auf die Seite, so dass die verletzte Seite an der Luft blieb. Er krümmte sich ein bisschen und bettete seinen Kopf auf seinen Armen. So konnte er das Meer besser sehen. Die Augen fielen ihm trotzdem zu. Hier am Strand war es schwer Bewegungen im Wasser wahrzunehmen, dennoch merkte der Aquarianer, dass jemand auf ihn zu kam, als der Sand sich bewegte und vibrierte. Rain öffnete seine Augen wieder. Es kam ihm vor als wäre nur eine Sekunde vergangen, aber er war sich nicht so sicher. Er richtete sich ein wenig auf und sah den nassen Menschen an, der ihm plötzlich eine weitere Muschel gab. Diese hier war blau und weiß, etwas dunkler als Rains Schwanzflosse, aber ähnlich. "Danke.", lächelte er, auch wenn er nicht wusste, warum der Mensch ihm Geschenke bringen wollte. Er nahm es trotzdem an und hielt nun zwei Muscheln fest, statt nur einer.
    • Anscheinend freute man sich doch über das Geschenk, das er gefunden hatte - Nayantai wollte nicht wissen, wieso oder weswegen er sich Rain aufzwang, aber es fühlte sich einfach richtig an, mit ihm Zeit zu verbringen, einfach und allein damit er den Fremden besser kennenlernen konnte und sich sicher war, dass er ihn irgendwann zurück ins Meer werfen wollte, wenn ihn keiner kaufen würde. Wieso dachte er eigentlich daran? Rain war ein Freigeist, genau wie er und die Personen, die sich um ihn herumscharten, und es war seiner nun einmal nicht würdig, wie ein Haustier behandelt zu werden und von einer Person zur Nächsten gereicht zu werden, einfach und allein nur deswegen, weil er sich dazu entschied, dass das nun einmal die richtige Vorangehensweise für seine idiotischen Ideen war. "Magst du sie? Muschel gut?", wollte er wissen und ließ sich auf den Bauch fallen, damit auch sein Bauch etwas vom kühlen Nass abbekam - und damit er vermutlich keinen Sand in seine Haare bekam, der lästiger als alles andere wäre, wenn es darum ging, ihn loszuwerden. Hier draußen war es schön und er konnte es Rain nicht verübeln, dass er ein kleines bisschen schlafen wollte, zumindest schien es so - Nayantai bettete seinen Kopf auf seine Arme, die er unter sich ausbreitete und grinste.

      "Müde?", fragte er lediglich und schloss seine eigenen Augen. Wollte er wirklich schlafen? Das wusste er nicht, immerhin war das hier eine Chance, die er selten ergreifen konnte und das Meer rief nach ihm, aber er konnte Rain auch nicht danach fragen und war sich peinlichst sicher, dass er sich nicht davon erholen würde, wenn er den ganzen Tag nur dumm herumlag und seine Möglichkeiten nicht auskostete, so, wie er es eigentlich tun sollte. Aber wer hielt ihn auch auf? Mehr als Shuren, oder Tei, würde es wohl nicht sein und Rain war derjenige, der sich gerade noch eine bequeme Position suchte, damit er ungeachtet dessen, dass er eigentlich ins Wasser gesunken war, schlafen konnte. Wie kam er eigentlich wieder nach oben? Nayantai würde ihn wohl tragen müssen, aber jetzt war das eigentlich eine ganz dumme Idee. "Wasserschlacht?", nuschelte er fragend, in der Hoffnung, nicht sofort einzuschlafen und etwas Spaß aus der Situation herauszuholen; den Verband konnten sie notfalls auch wechseln, aber sicher war es besser, wenn die Wunde größtenteils trocken blieb. Ungefragt spritzte er Rains Gesicht mit etwas Wasser an, im Glauben, es würde darin resultieren, dass sie beide sich kindlich mit etwas Wasser bekriegten. "Oder schlafen?"
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    • Nayantai legte sich ebenfalls hin. Er konnte Rain ruhig alleine lassen, er würde schon nicht davon schwimmen, oder hatte er etwa Angst davor er würde es tun? Wenn er gewollt hätte, dann hätte er sich Nachts von der Reiling werfen können und sie hätten ihn nicht mehr gefunden. Er war vermutlich mindestens so schnell wie ihr Schiff, konnte aber auch einfach so tief wie möglich tauchen, dann würden sie ihn wohl auch nicht finden. Rain hörte allerdings auf Shuren, der es nur gut mit ihm meinte und der ihm gesagt hatte, dass die Wunde wohl besser trocken blieb. Ob das für Aquarianer auch galt wusste er zwar nicht, aber er wollte vorerst auf ihn hören, zumal er sowieso nicht wusste, wo er denn hin sollte. "Muschel gut. Ja.", antwortete er mit einem Lächeln, auch wenn ihm wohl das Werkzeug fehlte, um daraus irgendein Schmuckstück zu basteln. Vielleicht hob er es auch einfach auf, er war sich aber nicht sicher, ob er überhaupt so etwas wie ein eigenes Zimmer hatte, wo er Dinge wie diese ablegen konnte. Shurens Raum wollte er nicht mit seinem eigenen Krimskrams voll stellen.

      "Ja. Rain müde. Viel müde.", antwortete er gebrochen. Rain machte es sich wieder bequem und schloss die Augen, nachdem Nayantai dasselbe tat. Kurz darauf wurde er jedoch wieder aus seiner Ruhe gerissen, als ein wenig Wasser in seinem Gesicht landete. Es störte ihn eigentlich nicht, aber überraschend war es doch gekommen. Er murrte und drehte sein Gesicht nach unten, so dass seine Stirn auf seinem Arm lag. Für ihn war es ja egal, ob seine Nase und sein Mund an der Luft waren, er brauchte sie gerade nicht um zu atmen. Es war als grabe er einfach nur sein Gesicht in ein Kissen. Trotzdem wollte er das nicht auf sich sitzen lassen, also nutzte er seine Schwanzflosse wie eine riesige Schaufel, um eine ganze Menge Wasser auf Nayantai zu spritzen. Er wurde dabei selbst nass, aber das war ihm egal. Er hob auch seinen Kopf nicht wieder an und fragte sich ob Nayantai jetzt Ruhe gab. Es war entspannend und angenehm hier draußen und Rain fühlte sich tatsächlich, als könnte er etwas Ruhe finden.
    • Rain konnte das einfach alles sein lassen und sie würden nie mehr davon reden, so Nayantais Devise, aber was danach wirklich passierte war etwas gänzlich anderes. Anders als angenommen wurde er zwar nicht mit einer ganzen Ladung Wasser bespritzt, sondern fast ertränkt, doch anstatt sich lauthals darüber zu beschweren, lachte er lauthals auf, als würde ihm die Idee gefallen. In mancher Hinsicht war er doch wie ein neugieriges Kind, dass es nicht lassen konnte, sich an Rains Misere zu beteiligen und am liebsten den ganzen Tag mit ihm über Gott und die Welt reden würde, insofern diese Option im Raum stünde. Woran glaubten Aquarianer? Ein großes, böses Meereswesen, dass sie allesamt beschattete und irgendwann aus ihrem Seetang-Wahn reißen würde, wenn es Zeit war, sich anderswo ihr Reich aufzubauen? Allgemein wusste Nayantai nicht, was er davon halten sollte, was wohl eher dazu führte, dass er die Nixe, die er vielleicht falsch als solche erkannte, Guppy getauft hatte und sich selbst damit rühmte, wie schön es nicht war, seinem Leben nachzugehen. Wie oft war er auch hier draußen? "Wasser lustig! Rain ... mag das? Sand?", wollte er wissen und griff nach einer Faustvoll aufgeweichtem, wasserigem Sand bevor er ihn, gemein wie er war, auch schon beäugelte.

      Müde war er also, aber Nayantai wollte spielen - eigentlich war es gemein, zu glauben, dass er sich das Recht nehmen durfte, mit Rain zu spielen und alles andere aus den Augen zu lassen. Realitätsfremd war er zwar schon immer gewesen, er wusste aber auch, dass es ihm eigentlich mehr schlecht als recht half, wenn er sich darum abmühte, jemandem den Verstand zu rauben. Fürs Erste gähnte er zufrieden, dann schmierte er dem Aquarianer den Sand auf die Schulter, als hätte er sich revanchieren wollen, aber eigentlich war das keine miese Idee - Rain war, im Gegensatz zu ihm, nicht nur blond und blauäugig, sondern auch naiv und so weiß wie unbemaltes, glasiertes Porzellan. "Rain Sonnenbrand? Haut ... tut weh?", verständigte er sich ebenfalls gebrochen, aber für den Moment müsste es wohl reichen, zumindest bis Shuren ihn ausquetschen konnte wie einen dieser ledrigen Wasserbeutel, die Nayantai abartig hässlich fand. Wer tat das nicht? Abgesehen davon war das aber auch nicht weiter wichtig, denn eigentlich war er verdammt müde und nicht erpicht darauf, einen erneuten Streit anzuzetteln.
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    • Nayantai bekam eine Fontäne von Wasser ab, aber er schien Wasser ja prinzipiell zu mögen, also war das wohl in Ordnung. Der Mensch lachte lauthals und Rain hoffte, dass er den Krieg so gewonnen hatte, auch wenn sein Gesicht immer noch im Wasser lag und er wohl aus menschlicher Sicht ziemlich tot und ertrunken aussah. Als Nayantai aber seinen Mund wieder aufmachte, drehte Rain sein Gesicht zu ihm. Was wollte er jetzt? "Rain... mag Wasser.", erklärte er vorsichtig. War das die Frage? War es nicht offensichtlich, dass ein Aquarianer das Wasser mochte? Die Frage verwirrte ihn und dann sah er sich die Faust voll Sand an. "Sand?", fragte er, unsicher was Nayantai ihm damit sagen sollte. Er wusste nicht wieso, aber mit ihm zu reden war sehr viel anstrengender als mit Shuren. Vielleicht lag es daran, dass Shuren zwar einfache Worte und Sätze formte, aber ihr Gespräch trotzdem Substanz hatte, während Nayantai ihm Fragen stellte, als wäre Rain ein Kind, oder ein Tier, das das Konzept von Sprache, Farben und alltäglichen Dingen nicht kannte. Vielleicht war auch Nayantai das Kind hier. "Sand ist überall.", erklärte Rain. Oder war der Mensch etwa begeistert vom hölzernen Boden seines Schiffes?

      Nayantai war es der ungefragt seine Hand nach Rain ausstreckte und der Aquarianer hatte nicht wenig Lust ins Wasser zu hüpfen und sich einen ruhigeren Ort zu suchen, ohne den Grobian in seiner Nähe. Er verstand den Holzkopf nicht und auch nicht warum er ihm plötzlich Sand auf die Haut schmierte. Rain seufzte, drehte seinen Kopf wieder in Richtung des Bodens und schloss die Augen. Vielleicht würde der Kerl ja das Interesse an Rain verlieren, wenn er ihn einfach ignorierte. Er war müde und Nayantai hatte ihn verstanden. Er war wie ein Haustier, das einem immer hinterher schwamm, auch wenn man einmal etwas Ruhe wollte. Jetzt war Rain fast schon ein wenig traurig, dass Shuren ihn einfach mit diesem Kerl alleine gelassen hatte, aber auch er hatte ein Recht auf Privatsphäre und dazu eine Weile alleine zu sein. Er hatte sich gestern genug mit Rain beschäftigt und musste das nicht die ganze Zeit tun.
    • Dass Rain seinen plötzlichen Einfall nicht zu begrüßen wusste, fand er beschämend, aber eventuell war das auch aufgrund seiner eigenen Dummheit und seiner inquisitiven Natur so, dass er sich einfach blamierte und wortwörtlich zum Affen machte, bevor er irgendetwas anderes fabrizieren konnte. Dass Rain Wasser mochte, sollte ihm klar sein, aber gerade jetzt suchte Nayantai wohl gemeinerweise nur nach Auffälligkeiten oder Gemeinsamkeiten, die er allesamt in eine Schublade stecken konnte, damit er wusste, über welche Thematiken sich der Knirps besonders gerne unterhielt. "Sand?" Was war damit? Nayantai schüttelte den Kopf und hockte sich hin, damit er den Sand, den er gerade noch auf Rain geschmiert hatte, wieder von ihm abwaschen konnte - leid tat es ihm ja, und nervig schien er für Guppylein auch zu sein, aber das war nun einmal kein Platz an dem er ruhegeben wollte. Lieber unterhielt Nayantai sich und wurde das Meer los, das ihm beinahe theatralisch im Nacken hockte; dabei konnte es weder sprechen, noch musste er ihm lauschen. Alles, was dementsprechend übrig blieb, war ein Kopfschütteln und Rains Schulter, die er gesäubert hatte. Ob er die Anderen davon überzeugen könnte, Rain in ein bisschen Sand einzugraben? Nein, das war wirklich kindisch.

      Nachdem seine Arbeit getan war, setzte er sich wieder hin und lauschte dem Ganzen eine Weile. "Schlaf gut.", bemerkte er lediglich, wollte Rain dabei aber nicht ungestüm durch sein Haar fahren oder ihn wiederum schütteln - nein, er sah ziemlich friedfertig aus, wenn er so dort lag und seine Schuppen im seichten Wasser schimmerten. Von oben herab strahlte die Sonne und die wenigen Wolken waren kaum der Rede wert, und doch ein Indikator dafür, wie das Wetter in den nächsten Stunden und eventuell Tagen werden würde. Ungeachtet dessen stand er irgendwann auf, in der Hoffnung, Rain war bereits eingeschlafen, und begann, seine Runden durch das Wasser zu schwimmen und zu tauchen; er hob allerhand Muscheln auf, die er zurück ans Ufer brachte und sammelte sie dort; die Meisten davon waren bereits tot und ausgehöhlt und die Wenigen, die noch lebten, sammelte er im seichteren Wasser, wo sie sich augenblicklich im Sand verbuddeln wollten. Nayantai wollte sie nicht töten, sondern Rain als Abendessen vorsetzen - jener schien seelenruhig zu schlafen, bis zu dem Zeitpunkt, als die Sonne an den Horizont gesunken war und Nayantai der Meinung war, genug geschwommen und getaucht zu sein. "Rain? Schläfst du noch?"
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    • Nayantai räumte sein Malheur auf und Rain ließ ihn. Glücklicherweise hatte er dann ein wenig Ruhe und es dauerte auch nicht lange, da die Erschöpfung ihn einholte und er einschlief. Er träumte nichts, dafür war er zu müde. Die Strapazen der vergangenen Tage und die schlaflose Nacht zollten ihren Tribut. Auch die Wunde brauchte Kraft um zu heilen und all die Aufregung über die Veränderungen seines Körpers taten ihm auch nicht gut. Hier im Wasser fühlte er sich wohl, wenn er seine Flosse zurück hatte und durch seine Kiemen atmen konnte, statt durch Mund und Nase. Es fühlte sich vertraut an, auch wenn er nicht völlig im Wasser eingetaucht war. Sein Körper brauchte Erholung, speziell seine Flosse tat weh, wohl weil er so lange ohne Pause geschwommen war und auch, weil seine neuen Beine sich erst an das Laufen gewöhnen mussten. Er bewegte sich im Schlaf kaum, nur die Wellen wogen seine Haare und die dünnen Teile seiner Flosse hin und her. Er hätte vermutlich noch einmal einen ganzen Tag verschlafen können, aber so kam es nicht, denn er wurde irgendwann geweckt.

      Rain wurde von Nayantai begrüßt als er die Augen öffnete und nach oben blinzelte. Er fühlte sich noch kaputter als zuvor, aber sah, dass die Sonne bereits dabei war unterzugehen. Es sah hier draußen so wunderschön aus, ganz anders als der Tag Nacht Wechsel in seiner Heimat, der kaum sichtbar war. Rain setzte sich langsam auf und streckte sich ein wenig. Er zuckte kurz wegen der Wunde an seiner Seite, aber es war gar nicht so schlimm und trocken war sie auch noch, obwohl die Flut Einzug hielt und Rain sich tiefer im Wasser wiederfand als zuvor. Nayantai wollte vermutlich, dass Rain zurück aufs Schiff kam und vielleicht gab es Abendessen, dabei brauchten sie alle sich gar nicht so viel Mühe geben. Rain war dankbar, aber was hatte er ihnen im Gegenzug schon anzubieten? Rain streckte sich noch einmal, dann griff er nach Nayantais Hand und zog ihn nach unten neben sich. Schnell legte er ihm seinen Zeigefinger auf den Mund, um ihm zu sagen, dass er die Klappe halten sollte. Rain wollte sich nur eine Weile lang all die schimmernden Farben am Horizont ansehen. Er deutete in Richtung der untergehenden Sonne. "Schön."
    • Zuerst rechnete er damit, dass Rain gar nicht aufwachte und dann fragte er sich schon, ob er ihn zurück aufs Schiff tragen sollte, und in irgendein Bett steckte, aber nichts davon passierte. Stattdessen wachte der schlafende Fisch auf und sah aus, als hätte Nayantai ihn soeben erschlagen - vielleicht hätten sie ihn einfach hier draußen schlummern lassen sollen und sich selbst zur Ruhe begeben dürfen, aber dann hätte er sich schlecht gefühlt. Intelligent war Rain immerhin, was also würde er denken, wenn man ihn einfach so alleine hier im Sand liegen ließ? Bevor sich Nayantai all das zusammenreimen konnte, wurde er in die Knie gezwungen und saß auch schon auf seinem Hintern, den er eher unsanft in den matschigen, nassen Sand fallen hatte lassen, auf den der Meeresschaum durchaus überschwappte, als die gediegenen Wellen ihm näherkamen. Beinahe so, als hätte er es kommen sehen, wurde ihm befohlen, die Klappe zu halten - weswegen wusste er noch nicht, aber das tänzelnde Farbenspiel der erlischenden Sonne am Horizont gab ihm eine gewisse Idee; es wirkte so, als würde das Meer sie schlucken und nie wieder hergeben wollen, auch, wenn sie morgen an einem ganz anderen Ort wieder aufgehen sollte.

      Fürs erste schwieg der Kapitän so, als hätte er noch nie in seinem Leben etwas schöneres gesehen - dabei starrte er jedoch auf Rain, dessen beinahe kindlich glitzernden Augen ihn in den Bann zogen. Mehr wollte er gerade nicht, als er seine Augen von ihm abwandte und seinen Blick wieder auf das tiefe Orange richtete, das sein Herz beinahe höher schlagen ließ; ob Rain diese Farbe mochte? Er wusste es nicht, wollte aber auch nicht weiter nachfragen, weil er glaubte, dass man ihm gerade mitteilte, dass entweder das Szenario schön war, oder, dass Rain die Farbe mochte, die man ihm vorgesetzt hatte. Kaum war die Sonne jedoch verschwunden, glaubte er, dass es eine Erlaubnis war, wieder zu reden. "Du findest das schön?", fragte er lächelnd, als er sich zu Rain umdrehte, der sich im Wasser und hier draußen sichtlich heimisch fühlte. Nayantai wollte die kahle Welt dort unten sehen, aber fürs Erste reichte es wohl, sie von hier oben aus erklärt zu bekommen. Eine Weile brauchte es, bevor er es sich sicher war, was er sagen wollte. "Hier bleiben?", er deutete dabei auf den Fleck auf dem sie saßen. "Oder zurück?", und deutete dann auf das Schiff.
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    • Nayantai blieb tatsächlich still und Rain widmete sich dem Sonnenuntergang der in allerlei Farben am Himmel erschien. Die Sonne war rot, an den Rändern orange und noch weiter am Rand gelb. Die wenigen Wolken am Himmel, die die Sonne säumten wurden pink beschienen und der Himmel nahm ein immer dunkler werdendes blau an. Rain konnte die Sterne bereits erkennen, die immer deutlicher wurden. Sowas kannte er in seiner Heimat nicht. In seiner Heimat war es immer dunkel und düster, immerhin versteckten sich die Aquarianer ihr Leben lang. Die wenigen Male die ein Aquarianer auftauchte, weil er neugierig war, die zeigten ihnen selten einen Anblick wie diesen. Das Leben hier draußen hatte vielleicht doch etwas Gutes, aber Rain konnte sich nicht zu lange ausruhen. Fast schon schlecht fühlte er sich, weil er den ganzen Tag verschlafen hatte, während sein Volk litt und die Sirenen sonst was mit seinem Vater anstellten, um auch den Rest von ihnen zu finden, oder sie dazu zu bewegen sich ihnen wieder anzuschließen. Rain kannte nicht viele Grausamkeiten, oder Gewalt, aber er konnte sich vorstellen, dass seine Familie entweder hungerte oder Menschenfleisch essen musste.

      Nayantai blieb still bis die Sonne am Horizont verschwunden war und Rain freute sich darüber. Er würde es vermutlich niemals zugeben, aber er wollte nicht ganz alleine sein. Er schätzte Gesellschaft und gerade hier draußen, in einer Welt die er nicht kannte, taten ihm Freunde gut. Sie alle waren so nett, auch wenn Nayantai ein Idiot war. Hätten sie ihn hier ausgesetzt, dann hätte Rain vermutlich noch weniger Chancen jemals nach Hause zurück zu kehren. Rain lächelte Nayantai an, der es verdient hatte ein wenig Lob zu bekommen, weil er Rain für ein paar Minuten nicht auf die Nerven gegangen war. Er nickte. "Zuhause... das, nein.", erklärte er und deutete noch einmal auf den Horizont. "Zuhause dunkel." Um es zu verdeutlichen, hielt er seine Hände für einen Moment vor Nayantais Augen. Die nächste Antwort musste erst wohl überlegt werden, aber eigentlich wollte Rain nicht unhöflich sein. Natürlich wäre es ihm am Liebsten gewesen, wenn einfach alle hier draußen saßen, aber er war so lange im Wasser geblieben, er konnte wohl damit leben, sich wieder auf das Schiff zu begeben. Es kam aber darauf an, was die anderen gerade machten. Viele von ihnen konnte Rain noch gar nicht kennen lernen und er wollte Shuren nach seinem tag fragen. Das Wort für 'Andere' kannte er allerdings nicht. "Wo... hm... Shuren, Khasar, Tei, Muhan...?"
    • Krumm grinste er und konnte sich ein dämliches Gekicher nicht verkneifen. Rain war sonderbar, wenn auch nur deswegen, weil Nayantai ihn als solches erkannte und auch wusste, dass der Blonde wohl durchaus jemand zu sein schien, für den es irrelevant war, wie viel Zeit verging, so lange er bekam, was er wollte. Sich selbst zu verändern, nur um schließlich in eine Rolle zu passen, war schlussendlich etwas, mit dem man sich selten rühmen konnte und noch viel weniger interessieren musste. "Zuhause ... weit weg? Tief?", fragte er und deutete auf das weite Meer, das unendliche Tiefen aufwies. Wenn Rain wieder gesund war, dann wollte Nayantai sich mit ihm messen und herausfinden, wie einfach oder schwer es war, nach dort unten zu kommen und auch dort zu leben; womöglich hielt er es nicht für lange aus, aber wissbegierig war er vielleicht doch ein kleines bisschen, wenn er darüber nachdachte, wie einfach es wohl wäre, sich auf jemanden wie Rain zu fokussieren, vorausgesetzt eben jener war willig, ihn in seiner Gesellschaft zu wissen oder Zeit mit ihm zu verbringen. "Rain mag das?", wollte er wissen. Offensichtlich schon, aber es war wohl wichtig, eine aufrichtige Antwort von ihm zu bekommen, selbst wenn sie komplett gebrochen war.

      Gerade noch griff er nach den Muscheln, die er gefunden hatte, um sie Rain zu präsentieren, aber daraus wurde nichts - offensichtlich wollte er nicht ganz alleine mit Nayantai sein und das war in Ordnung; er wusste allerdings nicht, wie er diese Frage beantworten sollte. "Die Anderen? Draußen." Nayantai deutete in eine andere Richtung, in die Nähe des Dickichts aus dem noch keiner von ihnen gekommen war. Ob sie sich nun Sorgen machen sollten oder nicht, war nicht ganz klar, aber auch er wusste, dass das eigentlich kaum nötig war. Wieso denn auch? Alle von ihnen war erwachsen genug, um zu wissen, was sie tun konnten und was nicht; es würde nicht lange dauern, bis sie ihre müden Köpfe zwischen den Gebüschen hervorstecken würden. "Warten?" Für den Moment war ein verwirrter Gesichtsausdruck wirklich alles, das er Rain bieten konnte - mehr brauchte es hoffentlich nicht, damit Nayantai ihn verstand, aber dann griff er auch schon nach zwei lebenden Muscheln, die er vorher zwischengeparkt hatte. "Hunger?" Womöglich schon, deswegen bot er dem Guppylein auch die Früchte seiner Arbeit an, auch, wenn es nicht sonderlich viel war, oder aber durchaus mehr sein konnte. Wie unendlich weit das Meer war, so waren es vermutlich auch Rains Nahrungsquellen.
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    • Rain nickte erneut und deutete dann nach unten. Seine Heimat lag weit unter dem Meeresspiegel, an einem Ort, wo sich Menschen bestimmt nicht hin verirrten. Ihre verlorenen Gegenstände vielleicht, aber nicht ein lebender Mensch. Sie würden vermutlich nicht genug Luft haben, um überhaupt so weit nach unten zu kommen, außerdem war es dort viel kälter als hier oben und zusätzlich würde die Druckveränderung sie vermutlich platzen lassen. Die Aquarianer hatten sich diesen Ort bewusst ausgesucht. Sie wollten keine Menschen in ihrer Nähe und auch keine neugierigen Sirenen die sie ausfindig machen konnten. Alles was sie wollten war Ruhe und Frieden, selbst wenn sie dafür auf gewissen Komfort verzichten mussten. Rain kannte es nicht anders, es war seine Heimat und er liebte es dort. Er fragte sich ob er je dorthin zurück kehren konnte und wenn ja, ob mehr als nur Schutt übrig sein würde. Egal welches Thema sie anschnitten, Rain wurde immer wieder an seine aussichtslose Situation erinnert. Dafür konnten aber weder Nayantai noch Shuren etwas. Rain versuchte es sich nicht zu sehr anmerken zu lassen, immerhin konnten die Menschen ohnehin nichts dagegen tun.

      Rain nickte erneut. Er mochte den Sonnenuntergang und die vielen Farben heir draußen. Er mochte auch wie sich die Sterne an der Wasseroberfläche spiegelten. Das Meiste davon kannte er nur aus Geschichten. Nayantai beantwortete auch wo die anderen waren und anscheinend waren sie noch irgendwo auf der Insel. In dem Fall gab es wohl keinen Grund nicht weiter hier zu sitzen, außer sein verändertes Aussehen war für irgendjemanden ein Problem. "Dann hier.", erklärte Rain und legte seinen Kopf schief. Wenn er nicht aus dem Wasser musste, dann wollte er das auch nicht. Der Mensch war es, der schon wieder ein Geschenk für Rain hatte und ihm zwei Muscheln präsentierte. Sollte das sein Abendessen sein? Rain sah ihn fragend an, zuvor war keiner von ihnen so begeistert gewesen, als er eine davon gegessen hatte. Außerdem schien Nayantai ebenfalls kein Messer bei sich zu tragen, aber das war eigentlich kein Problem. Noch einmal sah er fragend zu Nayantai auf, ehe er eine der Muscheln zu seinem Mund führte. Seine Zähne waren nicht nur spitz, sie waren auch widerstandsfähig und dünn genug um zwischen die Schalen der Muschel zu gelangen. Er drückte sie auf und nahm sie wieder aus dem Mund, um den Rest mit den Fingern zu machen. Die geöffnete Muschel präsentierte er Nayantai.
    • Interessiert ließ er seinen Blick wieder auf Rain schweifen, der offensichtlich mehr Ideen hatte, als menschenmöglich gesund sein würde. Nichts sprach dagegen, sich an neuen Projekten zu laben oder ein Interesse für Dinge zu entwickeln, die anfangs gar nicht als wichtig erschienen - aber dennoch wurde schon bald klar, dass er selbst von Verschwendung zollte, wenn er Rain jede einzelne Muschel gab, die er fand. Wieso auch immer wollte er doch, dass es etwas besonderes war, und ehrlich gesagt lobte er sich selbst dafür, dass er sich so brav verhielt - wirklich besser als ein kleines Kind war er in keinem Sinne, und noch dazu mahnte er sich nicht ein einziges Mal dafür, dass er sich wie ein dahergelaufenes, kopfloses Huhn benahm, dass nicht mehr wollte, als sich auf denjenigen zu fokussieren, der im augenscheinlich den Verstand raubte. Wieso? Rain sang kein einziges Mal, und doch war Nayantai etwas neugierig. "Rain, singen Aquarianer?" Um im zu zeigen, was er damit meinte, probierte Nayantai sich selbst mit ein paar 'lalalala' Lauten daran. Ob das genügte, um seinen Standpunkt zu erklären? Er wusste es nicht, aber hoffentlich war es genug, um die Stille zwischen ihnen beiden zu überbrücken, die unnötig oft Einzug zu halten schien, wenn er seinen Mund hielt.

      "Hier ist gut.", bejahte er mit einem Nicken und war sich stets sicher, dass er nicht lange warten müsste, bis Muhan sich darüber aufregen würde, was für eine Niete Khasar doch war, wenn es um das Jagen ging, und wie enttäuscht Shuren von der bereits erkundeten Flora und Fauna war, die ihm über den Weg kam, während Tei vermutlich einfach nur mit ihm mitgekommen war, damit er nicht alleine sein würde. Normalerweise war es immer Nayantai, der in der Nähe ihres Schiffes blieb und sich gleichzeitig aufs offene Meer treiben ließ, einfach nur, weil er zu viel erkundet hatte - in jenem Fall lag seine Aufmerksamkeit jedoch ganz bei dem Blonden, der es beinahe schon wie ein Mysterium aussehen ließ, als er die Muschel öffnete. Als sie ihm jedoch angeboten wurde, schüttelte Nayantai den Kopf - das war nett, aber ... "Muschel ... nicht gut ... so. Für Menschen.", wollte er Rain klarmachen und deutete auf die Muschel, dann auf seinen Bauch und schüttelte den Kopf. Dass er sie aß, wäre zwar ein Zeichen von Nettigkeit gewesen, aber er würde nicht gerne darüber nachdenken, wie viele Tage danach er mit Kotzen beschäftigt wäre, wenn er Rain vertraute und ihm zuliebe die Muschel so aß. "Trotzdem danke!"
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    • Nayantai war ein wenig ruhiger gerade, vielleicht weil er sich den Tag über bewegt hatte und nun ebenfalls müde war. Rain wusste nicht was er den ganzen Tag über getrieben hatte. Vielleicht hatte er ihn alleine gelassen, vielelicht hatte er auch ein wenig auf ihn Acht gegeben. Ob es hier draußen etwas gab, das Rain verletzen konnte? Sirenen wohl kaum und andere Menschen auch eher nicht - viel mehr gab es dann ja nicht, oder? Vielleicht irgendwelche wilden Tiere, aber diese Insel sah nicht danach aus, als hielte sie viele wilde Tiere bereit. Vielleicht hätte Rain trotzdem umsichtiger sein müssen, als einfach am Strand einzuschlafen, ohne Schutz und zu erschöpft um von irgendetwas geweckt zu werden. Rain blickte zu Nayantai auf, der ihm erneut eine Frage stellte. Dann sang er ein paar Töne und Rain überlegte kurz. "Mhm. Ja. Du?", erklärte er. Wollte Nayantai etwa, dass Rain ihm etwas vorsang? Er war nicht sicher ob seine Stimme hier draußen so gut funktionierte - alles hörte sich so anders und fremd an. Unterwasser war er wohl nie ein schlechter Singer gewesen, aber hier oben?

      Nayantai stimmte zu hier auf die Anderen zu warten. Rain sah auch keinen Grund früher aus dem Wasser zu kommen als notwendig. Waren Menschen oft so lange unterwegs? Ihre Augen waren nicht so scharf wie die der Aquarianer, oder etwa doch? Musste Rain sich Sorgen machen? Nein, vermutlich nicht. Nayantai kannte seine Freunde besser, aber er war auch ein Holzkopf. Die Muschel wollte er allerdings nicht essen. Ihre Anatomie war doch verschieden und Rain dachte dabei wieder daran, dass er vielleicht nicht unbedingt alles kosten sollte, was die Menschen ihm vorsetzten. Vielleicht konnte er manches davon gar nicht vertragen. Mit Fisch und Muscheln konnte er allerdings nichts falsch machen. Rain nickte vorsichtig und sah Nayantai immer noch fragend an. "Muschel für... Rain? Essen?", fragte er sicherheitshalber noch einmal nach, aber es schien so. Also schlürfte er die Muschel aus der Schale und gab diese dann Nayantai zurück. Auch die zweite öffnete er, um sie zu verputzen. Anschließend lehnte Rain sich ein bisschen zurück und sah die Sterne an. Ob Nayantai wollte, dass Rain sang? Er räusperte sich ein wenig und machte ein paar Laute, um seine neue Stimme zu testen. Es war ihm ein bisschen peinlich und er sah Nayantai mit leicht geröteten Wangen an. Vielleicht war das doch keine gute Idee.
    • „Ich? Nein. Nayantai schlecht im singen.“ Das war er durchaus und noch schlimmer konnte er nicht mehr werden. So lange er denken konnte, hatte er sich eigentlich nicht damit befasst - und je schlimmer es wurde, desto eher fiel ihm auf, wie dämlich es doch wirklich war, sich auf seine eigenen Freiheiten zu verlassen. Rain hatte auch diverse Freiheiten, eigentlich genügend davon, und er würde ihm noch mehr geben, so lange er danach fragte - insofern er nicht versuchte, abzuhauen und ihm ein gewisser Gewinn entging, den er sonst eigentlich hätte haben können. “Nayantai … kann, ähm, schwimmen?”, entschied er spontan und lachte dabei. Für Rain wäre das sicher nicht beeindruckend, aber jeder Mensch, den Nayantai kannte, fand seine kleine Gabe absolut abartig und zeigte ihm teilweise auf, wie schlimm es wirklich war, wenn er sich benahm, als hätte er nicht nur ein Paar Kiemen, sondern auch die benötigten Flossen, die man brauchte, um gut im Wasser voranzukommen. Ehrlich waren die Wenigsten, und doch wusste er nicht so recht, was Rain ihm gestern noch sagen wollte. Erneut griff er an sein Armband und an den Zahn, der als Anhänger diente. “Kleine oder große Sirene?”, wollte er wissen.

      Sinn machte es zwar noch immer keinen, dass er sich benahm wie ein aufgescheuchtes Huhn das den Wert seines Lebens unlängst vergessen hate, aber einleuchtend war es allemal, dass Nayantai sich zumindest gerade in diesem Moment abmühen wollte und einiges von Rain zu lernen hatte, wenn er glaubte, die Welt hier draußen zu kennen. Dafür sollte er ihm wohl auch zuhören und nicht einfach so auf sich selbst hören - womöglich war das also gar kein Hai und er hatte umsonst mit jemandem gestritten, der Meereslebewesen noch ein bisschen besser kannte als er selbst es tat. “Ja, für dich! Schale auch!”, stimmte er nickend zu und freute sich darüber, auch, wenn er die Schale zurückbekam, so drückte er sie Rain nicht in die Hand sondern legte sie auf den Haufen, den er vorhin schon angefangen hatte, in Farben zu sortieren und im Trockenen zu lagern. Die, die Rain nicht wollte, würde er wohl hier lassen und ein paar Einsiedlerkrebsen schenken, die ein größeres Zuhause brauchten. Plötzlich erstarrte er dennoch und sah zu Rain, dessen Stimme ihn in den Bann zog - als der Blonde rot wurde, wurde es ihm plötzlich auch peinlich und er wandte den Blick ab. “Schön … bitte mehr?”, verlangte er verlegen. Nayantai brauchte sich kaum zu wundern, dass er mehr davon wollte, aber immerhin war es wunderschön.
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    • Nayantai konnte also nicht singen? "Menschen singen?", fragte Rain ganz allgemein. Vielleicht war es nichts das viele Menschen taten, aber zumindest schienen sie das Konzept zu kennen. Rain kannte eigentlich keinen Aquarianer der nicht singen konnte, auf der anderen Seite klang ihre Sprache selbst schon fast wie Gesang. Mit dem Singen war es aber in seiner Heimat nicht so einfach. Die Meisten überlieferten Lieder kamen von den Sirenen und diese waren verboten. Den genauen Grund kannte Rain nicht, aber vermutlich wollte sein Volk einfach keine Erinnerung an sie. Schlaflieder und dergleichen gab es trotzdem, auch wenn kaum ein Aquarianer damit berühmt werden konnte. Es war einfach eine Fähigkeit die wirklich jeder von ihnen gut beherrschte. "Andere Menschen schwimmen nein?", fragte Rain mit hochgezogener Augenbraue. Wer lebte denn freiwillig auf einem Schiff und konnte nicht schwimmen? Das wäre schon seltsam. Wenn Shuren es nicht konnte, vielleicht konnte rain es ihm beibringen? Es war immerhin nicht so schwer und Rain hätte es leicht ihn vor den Wellen zu retten, sofern die Wunde an seiner Seite endlich verheilt war. Jetzt wo er darüber nachdachte war es wirklich schade, dass keiner der anderen das Wasser genossen hatte.

      Rain wurde noch einmal Nayantais Armband präsentiert, auch wenn er keine guten Erinnerungen daran hatte. Es schien fast so als hätte Nayantai sich seinen Standpunkt noch einmal überlegt und Rain nickte. "Kleine Sirene.", erklärte er bestimmt. Das Zähnchen war ziemlich klein, auch wenn er immer noch größer war als ein menschlicher Zahn. Rain rutschte ein wenig nach oben, damit die Wellen nicht davon trugen was er in den Sand zeichnete. Er malte die Form des Zahns nach und danach malte er einen Haizahn, der viel breiter und mehr dreieckig war. "Sirene. Hai.", erklärte er. Es gab zwar tief unten im Meer durchaus Fische die ähnliche Zähne hatten wie Sirenen oder Aquarianer, aber Rain bezweifelte, dass Nayantai so einen gefunden hatte - wobei eine Sirene auch unwahrscheinlich war. Dann blickte er auf die Sammlung an Muschelschalen. Die Meisten waren bereits getrocknet und Rain legte den Kopf schief. "Farbe anders.", stellte er fest. Die schimmernden Farben verblassten an der Luft und es gab Rain ein komisches, unbehagliches Gefühl. "Mehr?", fragte er anschließend ein wenig überrascht. Klang seine Stimme überhaupt schön hier draußen? Er begann wieder zu summen, irgendeine Melodie die er sich gerade ausdachte und nach der er sich gerade fühlte.
    • Ob Menschen singen konnten? Shuren sicher, Tei vielleicht auch, aber Muhan und Khasar hörten sich eher so an, als ob ihre rauchige Stimmen kaum etwas zustande brachten. “Ja, schon. Shuren singt gut.”, erklärte er Rain zufrieden, als ob das Blondchen genau diese Info gebrauchen könnte. Ob er das hören wollte? Nayantai konnte es wohl kaum beurteilen, aber er wusste zumindest, dass Rain den Griesgram wertschätzte und ihn anderen vorziehen würde - das war aber schon immer so. Khasar zog Tei vor, Muhan ihn selbst, und Shuren suchte sich die Ruhigeren aus, die ihm nicht auf die Nerven gingen, weil es so wohl einfacher war, ein freundliches Gespräch aufrechtzuerhalten. “Andere Menschen schwimmen, ja. Wenige.” Auf einem Schiff brauchte man die Fähigkeit wohl, und Nayantai war es so oder so in die Wiege gelegt worden, aber Bauernkinder, die tief im Herz eines Landes wohnten, mussten die Fähigkeit oft nicht beherrschen; manche fürchteten sich auch vor den unheimlichen Gewässern, in denen sie alle tollten - Nayantai war wohl schon immer anders gewesen, aber das störte ihn eher weniger. Wieso auch? Wasser war sein Freund und nicht sein Feind, und bis er alles fand, was es zu finden gab, wollte er auch nicht heimkehren oder all die Turteltauben auf seinem Schiff wieder dort absetzen, wo sie hingehörten.

      “Aber … kleine Siren? Wo?” Genau jetzt war er einfach nur neugierig und meinte es nicht sonderlich ernst mit seinen Aussagen - er wollte Rain nicht wieder aufschaukeln und ihm vermitteln, dass er etwas falsches tat; ganz im Gegenteil. Woher kamen kleine Sirenen? Trieben die einfach an die Wasseroberfläche und wurden dann von irgendwelchen Interessenten aus dem Wasser gefischt? So genau konnte er das nicht sagen, aber Rain hatte womöglich eine Ahnung, was genau es damit auf sich hatte. Oder doch nicht? Laut seinen Erzählungen schienen sich die zwei Fischarten dann doch nicht so gut zu verstehen, wie sie es eigentlich sollten. “Hai und Sirene anders? Mhm.”, stimmte er zu, als ob er endlich verstanden hatte. Das hier war sein Glücksbringer gewesen, jahrelang, und nichts hatte sich daran geändert - doch jetzt tat es das, und Nayantai war sich gar nicht so sicher, ob er Rain alles glauben sollte, aber wieso sollte er ihn belügen? “Farbe schöner im Wasser?”, tastete er sich vorsichtig an die Thematik mit den Muscheln heran. Vielleicht war sie das, vielleicht auch nicht - was auch immer schließlich die Wahrheit war, war etwas, das er herausfinden musste. “Mag Rain Muschel hier?” Die gebrechlichen Sätze wurden augenscheinlich immer schlimmer, aber das war nun einmal nicht das Einzige, was Rain zu stören schien. Nayantai fühlte sich von ihm ein wenig in den Bann gezogen, als er wieder zu Summen begann - und es dauerte auch nicht lang, bis sein “Gesang” die Anderen anlockte, wie Motten, die zum Licht schwärmten und Rain immer näher kamen, damit sie dem süßen Tropf ganz nah waren. Muhan und Khasar hatten nichts gefunden, wie es schien, und Shuren streute gerade gehirnlos seine ganzen Kräuter auf dem Boden aus, damit er sich neben Rain setzen konnte. Irgendetwas war hier falsch …
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    • Shuren konnte also gut singen? Rain wollte es gerne hören und er lächelte. Vielleicht konnte er ihn ja später danach fragen. Dann wusste er vielleicht auch wie sich eine Stimme hier draußen an der Luft anhören sollte. Für Rain klang alles komisch, er war nicht sicher ob er guten und schlechten menschlichen Gesang überhaupt auseinander halten konnte, aber es war vermutlich auch Geschmacksache. "Wenige?", wiederholte Rain und schien zu überlegen. "Hm... alle Aquarianer schwimmen. Laufen, nein.", erklärte er Nayantai und ahmte mit seinen Fingern zwei Beine nach. Immerhin hatten sie nahe ihrer Heimat keine Inseln oder Felsen und niemand von ihnen tauchte unter normalen Umständen auf. Deswegen tat sich Rain mit dem Gehen an Land wohl auch so schwer. "Sirenen schwimmen und laufen.", nickte er außerdem. Zumindest glaubte er das. Sicher konnte er es nicht wissen, aber als sich die Aquarianer von den Sirenen abgespalten hatten lebten sie noch teils an Land und teils im Wasser. Die Stadt aus den Geschichten hangelte sich eine Klippe hinunter und lag zur Hälfte Unterwasser. Ob das stimmte, oder ob es immer noch so war wusste Rain nicht.

      "Wo?", fragte Rain. dann zuckte er mit den Schultern. Er wusste nicht wo die Sirenen leben und er wusste nicht einmal wo er selbst gerade war. "Rain wo?", versuchte er das ganze zu verdeutlichen. Selbst wenn sie das Meer abfahren würden, mit diesem Schiff, Rain musste schon tauchen, damit er eventuell irgendetwas wiedererkennen konnte. "Hai gefährlich." Rain nickte heftig und biss einmal fest seine Zähne zusammen um es zu verdeutlichen. "Hai Essen Aquarianer." Nicht häufig, aber es kam vor. Das war auch der einzige Grund, warum Aquarianer Waffen besaßen. Manchmal kam ein Hai ihnen doch zu nahe und sie mussten ihn töten. Hai schmeckte aber auch ziemlich gut... Er blickte erneut zu den Muscheln. Die Frage verstand er nicht ganz, aber er nickte vorsichtig. Dann konzentrierte er sich auf sein Summen. Als die anderen über den Sand streiften bemerkte Rain sie gar nicht, aber er hörte das Wasser, als sie hinein stapften. Er hörte auf zu summen und drehte sich lächelnd zu der Gruppe um. Komisch, dass alle auf einmal hier aufgetaucht waren. Shuren war außerdem gerade dabei seine Hose nass zu machen, seine Schuhe und Socken waren es schon. "Shuren schwimmen?", fragte er ihn lächelnd.
    • “Wenige Aquarianer laufen?”, hinterfragte Nayantai, der das Schauspiel, das er gerade beobachtete, wohl befremdlich fand. Normalerweise passierte das nicht, aber Rain war auch keine Sirene die Leute mit seiner Stimme verzauberte, zumindest war Nayantai der festen Überzeugung dessen - wieso sollte er sie auch belügen? Shuren war derjenige, der sich am komischsten von ihnen allen verhielt und nicht nur seine Kleidung in Wasser tauchte, sondern sich auch an Rain schmiegte, bevor seine Blase zu platzen schien, als das Gesumme verstummte. “Huh? Was? Ah!”, schrie er kurz verwirrt auf, als er bemerkte, dass er sich mit kaltem Wasser besudelt hatte. Khasar und Muhan starrten sich verwirrt an, und Tei sah das Mahlheur am Boden, das aus verstreuten Kräutern bestand, die sie mühselig wieder aus dem Sand aufklaubte und in eine Tasche an ihrer Kleidung stopfte. “Was ist gerade …? Rain?”, fragte Shuren, der mittlerweile aufgestanden war und das Wasser, das aus seiner Kleidung triefte, beim herunterlaufen zusah. Nayantai war auch hier, aber gerade vorher stand er doch noch … wieso war er hier? Er war doch ohnehin auf dem Rückweg gewesen, aber nun war er fast klitschnass und Nayantai sah ihn an, als wäre er von allen guten Geistern verlassen.

      “Rain wo? Das … weiß ich nicht. Rain da, oder?”, fragte Nayantai trotzdem und deutete auf das Wasser, das Shuren offensichtlich ein gutes Stück zu kalt war. Was für ein Witz; wie konnte diesem dick eingepacktem Esel jetzt schon kalt sein? Im Winter würde er noch erfrieren. Er schlotterte jetzt schon, weil sein Hintern wohl etwas nass geworden war, und sah sie beide vorwurfsvoll an, bevor er zu Tei sah, die komplett alleine seine ganzen Kräuter aufsammelte. “S-Shuren kalt. Und müde. Morgen schwimmen?”, stotterte er und deutete auf den Horizont, bevor er eine Sonne mit seinen Händen malte. Obgleich Shurens Zuversicht, dass er das bisschen Kälte auch noch aushielt, fiel ihm wohl gleich auf, dass er es nicht tat - Muhan war derjenige, der als erster an seiner Hose zog, und Shuren schrie nochmals entsetzt auf, bevor er den Idioten anfunkelte. “Zieh dich aus, alter Mann. Dann geb ich dir meine Sachen.”, brummte er. “Und wieso würde ich das tun?” “Jetzt zier dich nicht so, du Depp! Geh ich halt mit Rain schwimmen!” Entnervt rollte Shuren mit den Augen, zog sich aber bis auf sein letztes Hemd aus - und schlüpfte dann, nachdem er sich ohnehin schon splitterfasernackt ausziehen musste, in Muhans Stoffhose und sein großes Hemd. Der Grobian selbst stand nun in Unterwäsche da und ließ sich neben Nayantai in die Wellen knallen. “Rain, Hunger?”, erkundigte sich Nayantai und griff nach noch einer der Muscheln, die er vorher herausgefischt hatte und die einigermaßen lebendig aussahen. Shuren war es jedoch, der seinen leicht nassen Mantel über Rains Schulter legte. “Rain gut?”
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    • Shuren kam näher, setzte sich und legte seinen Kopf auf Rains Schulter. Der Blonde hatte nichts dagegen, aber es sah Shuren nicht ähnlich, von den wenigen Stunden ausgehend, die sie gemeinsam verbracht hatten. Er hatte Rain zwar schon einmal umarmt, aber da hatte er gefragt und war nicht einfach so zu ihm gekommen. Nayantai schien das gar nicht weiter zu stören und er quasselte schon weiter, während Shuren es sich wohl plötzlich anders überlegte. Er schrie auf und Rain sah ihn besorgt an. Shuren war aber bereits aufgestanden und zum ersten Mal wünschte sich Rain nun doch Beine zu haben, dann hätte er zumindest ebenfalls aufstehen können. Rain griff besorgt nach der Hand seines neuen Freundes und suchte seinen verwirrten Blick. "Alles in Ordnung?", fragte er und besserte sich selbst aus, damit man ihn auch verstand. "Shuren gut?", wollte er wissen. Seine Hand war kalt und er zitterte leicht. Ob das Wasser zu kalt für ihn war? Rain war ganz andere Temperaturen gewohnt, aber er war ja auch kein Mensch. Das alles war ein wenig seltsam und er sah Shuren dabei zu wie er Rain etwas erklären wollte. Rain nickte langsam. Shuren musste nicht mit Rain schwimmen, er hatte nur gedacht er wollte gerne, nachdem er schon ins Wasser gestiegen war.

      Hinter Rain und Nayantai entwickelte sich ein Gespräch und als Shuren sich etwas zur Seite stellte, um seine Kleidung auszuziehen, widmete sich Rain vorerst wieder Nayantai. "Aquarianer laufen nicht.", erklärte er noch einmal. "Zuhause Wasser." Es mussten Jahrzehnte vergangen sein seit ein Aquarianer Beine bekam. Was nayantai ihm dann sagen wollte wusste Rain nicht. Der Aquarianer hatte keine Ahnung wo er war, oder wo seine Heimat vor und noch viel weniger wusste er, wo die Sirenen seinen Vater hingebracht hatten. Er hatte inzwischen einen ganzen Tag verschlafen, er fühlte sich schlecht deswegen. Er wurde aus seinen Gedanken gerissen als Muhan sich ebenfalls in die Wellen warf und ein wenig Wasser zu Rain hinüber schwappte. Er lächelte. Nayantai bot ihm noch eine Muschel an, aber Rain fand es ein wenig unhöflich alleine zu essen. "Andere hunger?", fragte er und beugte dann seinen Kopf nach hinten, als er ein wenig Stoff an seinen Schultern und an seinem Rücken fühlte, ebenso wie Shurens kühlen Hände. "Rain gut. Rain nicht müde. Rain schlafen... den ganzen Tag.", erzählte er ihm fast schon stolz. Dann sah er ihn aber doch noch einmal besorgt an und legte seine Hand vorsichtig auf Shurens. "Shuren gut?"
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