"Du musst dich nicht daran gewöhnen, wenn du sie alle auslöschst, weißt du? Wäre auf jeden Fall einfacher."
Vincent hing noch an dem Punkt fest, an dem es erst Mitternacht war, und ignorierte Vlad, der sich gerade auf die Rückenlehne des Sofas stützte. Sicherlich malte er sich aus, auf wie viele Weisen er Menschen zerfetzen konnte, bevor es langweilig wurde.
"... Willst du mir erzählen, warum du dich selbst aufgeschnitten hast, Vincent?"
Vincent lachte leise in sich hinein. So hatte er das noch gar nicht betrachtet. Eigentlich hatte er es noch gar nicht betrachtet...
Er hob den Kopf und schob die Decke ein wenig beiseite, dann schielte er durch seinen Hemdkragen auf seine zerfetzte Flanke, die Thomas augenscheinlich in penibler Kleinstarbeit wieder zusammengeflickt hatte. Wann war das denn passiert?
"Ich weiß das gar nicht mehr so genau," antwortete er und ließ den Kopf wieder gegen die weiche Lehne sinken. "Ich glaube, ich habe versucht den Hunger aus mir herauszuschneiden. Vielleicht habe ich auch gedacht, dass da wieder Silber drin ist, keine Ahnung. Ich... Es war - ist - schwierig, klar zu denken, wenn man... du weißt schon."
"Ich glaube, da war auch ein bisschen Wut mit im Spiel. Wut auf deinen kleinen Menschen hier, Wut darauf, dass du ihn hast gehen lassen. Wut darauf, dass er dir weggenommen hat, was so köstlich schmeckte und dich stark gemacht hat. Wut darauf, dass er dich hier allein zurückgelassen hat, um seine Laune zu heben, während du hungern musstest. Soll ich weitermachen?"
Vincent knirschte mit den Zähnen und verbarg sein Gesicht in der Sofalehne. Neben Vlads Worten blitzten auch Bilder in seinem Kopf auf: der Brieföffner in seiner Hand, das Geschwür des Hungers an seiner Seite, Blut überall. Er hatte es nicht gefunden. Er hatte den Ursprung des Schmerzes nicht finden können. Stattdessen war da mehr gewesen. In seiner Flanke. In seinem Arm. Er war immer noch da. Der Schmerz und der Hunger pulsierten immer noch in ihm drin, wie ein Parasit. Sie beraubten ihn seiner Kraft, seiner Gedanken. Sie nahmen ihm alles weg. Einfach alles.
"Es gibt ein Heilmittel, Steaua mea," raunte Vlad, seine Stimme so süß wie Honig.
Er fuhr Vincent mit einer Hand sanft durch die Haare, und als er zu ihm aufsah, über die Wange.
"Du muss nicht so leiden, Steaua mea. Lass mich dir helfen. Du musst gar nichts tun, ich mache das schon."
"Ich will, dass es aufhört..." flüsterte Vincent.
"... Willst du mir erzählen, warum du dich selbst aufgeschnitten hast, Vincent?"
Vincent lachte leise in sich hinein. So hatte er das noch gar nicht betrachtet. Eigentlich hatte er es noch gar nicht betrachtet...
Er hob den Kopf und schob die Decke ein wenig beiseite, dann schielte er durch seinen Hemdkragen auf seine zerfetzte Flanke, die Thomas augenscheinlich in penibler Kleinstarbeit wieder zusammengeflickt hatte. Wann war das denn passiert?
"Ich weiß das gar nicht mehr so genau," antwortete er und ließ den Kopf wieder gegen die weiche Lehne sinken. "Ich glaube, ich habe versucht den Hunger aus mir herauszuschneiden. Vielleicht habe ich auch gedacht, dass da wieder Silber drin ist, keine Ahnung. Ich... Es war - ist - schwierig, klar zu denken, wenn man... du weißt schon."
"Ich glaube, da war auch ein bisschen Wut mit im Spiel. Wut auf deinen kleinen Menschen hier, Wut darauf, dass du ihn hast gehen lassen. Wut darauf, dass er dir weggenommen hat, was so köstlich schmeckte und dich stark gemacht hat. Wut darauf, dass er dich hier allein zurückgelassen hat, um seine Laune zu heben, während du hungern musstest. Soll ich weitermachen?"
Vincent knirschte mit den Zähnen und verbarg sein Gesicht in der Sofalehne. Neben Vlads Worten blitzten auch Bilder in seinem Kopf auf: der Brieföffner in seiner Hand, das Geschwür des Hungers an seiner Seite, Blut überall. Er hatte es nicht gefunden. Er hatte den Ursprung des Schmerzes nicht finden können. Stattdessen war da mehr gewesen. In seiner Flanke. In seinem Arm. Er war immer noch da. Der Schmerz und der Hunger pulsierten immer noch in ihm drin, wie ein Parasit. Sie beraubten ihn seiner Kraft, seiner Gedanken. Sie nahmen ihm alles weg. Einfach alles.
"Es gibt ein Heilmittel, Steaua mea," raunte Vlad, seine Stimme so süß wie Honig.
Er fuhr Vincent mit einer Hand sanft durch die Haare, und als er zu ihm aufsah, über die Wange.
"Du muss nicht so leiden, Steaua mea. Lass mich dir helfen. Du musst gar nichts tun, ich mache das schon."
"Ich will, dass es aufhört..." flüsterte Vincent.

