[2er RPG] In his Thrall [Codren feat. Pumi]

    • Vincent schnurrte, als er Thomas warme Hände auf seiner Hauf spürte.
      "Ich erinnere mich," antwortete er. "Da habe ich es zum ersten Mal gehört. Es war ein bisschen anders, überraschter irgendwie, aber sehr ähnlich. Du bist damals übrigens auch rot geworden."
      Er lächelte Thomas an, der genauso rot wurde wie in seiner Erinnerung. Also küsste er ihn auf die Stirn.
      "Du darfst mich so viel küssen und berühren, wie du willst. Solange ich das auch darf. Solange ich auch in Zukunft den Geschichten, die dein Herzschlag erzählt, lauschen darf. Das will ich nämlich nicht mehr missen. Ich will dich nicht mehr missen. Ich brauche dich. Ich weiß gar nicht, was ich ohne dich machen soll."
      Vincent schmiegte sich eng an Thomas, achtete brav darauf, sein Gesicht nicht in die Nähe von Thomas' Hals zu bringen, egal wie sehr es wollte. Nicht, um sich zu nähren, sondern einfach nur um Thomas' Wärme zu genießen, während er sein Herz schlagen hörte.
      "Mon cœur*," flüsterte er.










      *mein Herz


    • Wie auf Kommando spürte Thomas die verräterische Hitze in sich hochkriechen und wurde nur noch roter, als er versuchte, sie fernzuhalten. Schließlich erwiderte er aber doch das liebevolle Lächeln, das Vincent ihm präsentierte.
      "Wieso habe ich den Bart, wenn er sowieso nichts verbirgt? Bei dir zumindest nicht."
      Zumindest hielt es ihn nicht davon ab, Vincent so fest an ihn zu drücken, als wolle er ihn nie wieder gehen lassen. Dabei zerknitterte er dessen Hemd unnötig, aber das störte ihn auch nicht. Es war immerhin keiner hier, der sie hätte sehen können.
      "Du wirst mich nie wieder missen können, weil ich nicht vorhabe, jemals wieder ohne dich zu sein. Und solange ich hier bin, wird mein Herz auch nur für dich schlagen. Es gehört ganz dir, mein Liebster."
      Und Vincent kuschelte sich an ihn, schmiegte sich genau an die Stelle, die auch jetzt nur von Liebe für ihn schlug. Thomas machte sich keine Gedanken darum, dass nicht doch jemand hereinkommen könnte und er sorgte sich auch nicht darum, dass Vincent vielleicht ein Stück zu weit nach oben rutschen würde, dass die gemütliche Position von ihnen beiden sich schnell wandeln könnte. Er kümmerte sich um nichts darum, er dachte nur daran, wie sehr er diesen Moment genoss und wie unglaublich viel Liebe er für diesen Mann verspürte.
      Später konnte er ihn, auch trotz der voranschreitenden Uhrzeit, dazu überreden, für sie beide am Klavier zu spielen und nachdem er den Wunsch geäußert hatte, einen Walzer zu hören - er konnte keinen Komponisten nennen, aber das musste er auch gar nicht, Vincent wählte für sie beide aus - ließ er Vincent zu Ende spielen, stand von dem Sofa hinter dem Flügel auf, trat zu Vincent heran und streckte ihm die offene Hand hin.
      "Dürfte ich Sie wohl zu einem Tanz auffordern, Lord Harker?"
      Und nachdem Vincent sein anfängliches Staunen über diese Aufforderung, die Thomas sogar rüberbrachte, ohne rot zu werden - was eine Menge mehr Willenskraft benötigt hatte, als er hätte zugeben wollen - überwunden hatte, reichte er ihm die Hand und ließ sich hochziehen. Nachdem Vincent wesentlich mehr Tanzerfahrung hatte als Thomas, war er es, der den weiblichen Part übernahm und Thomas die Führung überließ. Also drehten sie sich zu der imaginären Melodie des vorher gespielten Walzers, langsam und verträumt, bis ihre Körper wie von selbst zueinander fanden, bis sie die Tanzhaltung aufgaben und sich stattdessen in ihren Armen hielten, bis sie sich in ihren Küssen verloren und in der Leidenschaft, die dadurch entflammte. Sie hätten nicht unberührter von ihrer Umgebung sein können - sie hatten sich gegenseitig und das war alles, was wichtig war.
    • Mit Thomas zu tanzen glich einem Traum. Vincent hatte das Gefühl, in einen seiner Märchenbände gesaugt worden zu sein. Thomas war sein Prinz, der Musikraum ihr Ballsaal. Hier und da erlaubte sich Vincent einen etwas gewagteren Schritt, der Thomas aus dem Konzept brachte. Vincent lachte und schlang seinen Arm wieder um den Mann, half ihm zurück in den Rhythmus. Bis er es nicht mehr tat. Er brach den langsamen Schritt des Walzers, brachte Thomas zum Stolpern. Aber er fing ihn auf und presste ihn gegen die nächste Wand, ihre Lippen nur um Haaresbreite voneinander entfernt. Sie waren beide bereits leicht außer Atem von ihrem langanhaltenden Tanz. Vincent lächelte, ließ seinen Blick über Thomas überraschte Miene gleiten, dann küsste er ihn. Aus einem Kuss wurde eine Berührung. Schlussendlich landeten sie auf dem Boden, nackt, ineinander verschlungen, in einem Nest aus ihren eigenen Klamotten. Vincent lächelte noch immer, als er Thomas eine Strähne aus dem verschwitzten Gesicht strich.
      "Danke für diesen schönen Abend," hauchte er, bevor er Thomas küsste.

      Vier Tage später waren alle losen Enden fest vertäut. Vincent hatte einen Punkt daraus gemacht, der Polizei noch ein bisschen auf die Nerven zu gehen und sie zu Tode zu erschrecken, bevor er sie in einem Nebensatz darüber informierte, dass er auf sein Familienanwesen zurückkehrte, und seinen guten Freund mitnahm, damit er in Ruhe und vor allem in Sicherheit trauern konnte! Die Polizisten waren drauf und dran gewesen, ihm die Schuhe sauber zu lecken.
      Vincent ließ außerdem veranlassen, dass sich jemand um Thomas' Haus kümmerte, während er nicht da war. Den Rest der zeit verbrachte Vincent damit, seinen Haushalt zusammenzupacken und noch ein paar letzte Geschäfte in der Stadt zu erledigen. Für ein paar dieser Geschäfte war er sogar tagsüber unterwegs, was er ausnutze, um Zeit mit Thomas zu verbringen.
      Gegen Mittag des vierten Tages beobachtete Vincent, wie die letzten Kutschen beladen wurden. Sie hatten jeden Tag welche kommen lassen, um die niemals enden wollende Anzahl an Kisten, Koffern und Truhen nach Harker Heights zu schicken. Ein Großteil der Bediensteten war auch schon auf dem Weg - darunter Esther und die kleine Truppe, die sich um Thomas' Haus gekümmert hatten.
      Vincent trat vom Fenster zurück und wandte sich dem kleinen Stapel an Büchern zu, der noch auf dem Schreibtisch stand. Es waren keine seiner alten Wälzer, ganz im Gegenteil. Diese Bände waren brandneu, am Vortag erst gekauft. Die würde er in den nächsten Tagen verschlingen, während er Thomas beim Schlafen zusah und noch keine Lust hatte, wieder aufzustehen und seinem Alltag nachzugehen. Wie immer fragte er sich, ob er genug zu lesen hatte, nur um sich dann selbst daran erinnern zu müssen, dass er eine riesige Bibliothek zu Hause hatte, in der er noch einige ungelesene Werke hatte - manche sogar noch aus dem letzten Jahrhundert.
      Er band die Bücher zusammen für den leichteren Transport. Er wollte gerade seinen Koffer greifen, da kam ihm Nora zuvor. Sie warf ihm einen warnenden Blick zu, er hob lächelnd die Hand und ließ sie machen. Und das war das. Der Haushalt war eingepackt und verschifft.
      Vincent stieg zu Thomas in die geräumige Kutsche und dann waren sie auch schon auf dem Weg zurück nach Harker Height. Es dauerte keine Stunde, da faltete sich Vincent schon auf der Bank zusammen, legte seinen Kopf auf Thomas' Schoß und schlief noch ein bisschen. In der Nacht hatte es Thomas leichter, weil sie Rast in einem kleinen Örtchen machten und sich in einem Gasthaus einquartierten. Man kannte Vincent und seinen Anhang hier bereits, da sie hier oft Rast machten auf ihrem Weg nach und aus Cambridge.

      Gegen Mittag am nächsten Tag kamen sie dann endlich bei Harker Heights an. Vincent hatte sich am Morgen gesträubt, weswegen sie später losgefahren waren, als geplant. Und auch jetzt war er mehr als groggy, weil er wachgeblieben war.
      "Ab ins Bett mit dir," scheuchte Nora, kaum waren standen sie in der Eingangshalle des gigantischen Hauses.
      Aus Höflichkeit fragte Vincent, ob das auch wirklich in Ordnung sei, woraufhin Nora ihn geradezu auslachte.
      "In deinem Zustand bist du mehr im Weg als alles andere. Sie auch Doktor. Vor dem Abendessen will ich keinen von euch beiden sehen."
      Vincent trat an Nora heran, küsste sie kurz auf die Stirn, dann schnappte er sich Thomas' Hand und zog ihn in die Tiefen seines Anwesen zu seinem Schlafzimmer - das schon komplett hergerichtet war.
      "Ich weiß nicht, wie es dir geht," meinte Vincent, bevor er herzhaft gähnte. "Aber meine steifen Muskeln und ich werden sehr dankbar für dieses wundervolle Bett hier sein."
      Vincent ließ sich in die Laken und Kissen fallen, die so wundervoll weich waren, dass er beinahe auf der Stelle einschlief, obwohl er noch vollständig bekleidet war - nicht einmal die Schuhe hatte er ausgezogen. Aber nur beinahe, denn etwas fehlte noch. Er rollte sich auf den Rücken und betrachtete Thomas durch schwere Lider. Er streckte die Hand nach dem Mann aus, eine stumme Bitte nach seiner Nähe, seiner Wärme.


    • Trotz gegensätzlicher Eindrücke war Vincent noch immer, was er auch der Öffentlichkeit präsentierte: Ein wohlhabender Lord. Und als solcher verbrachte er seine Zeit nicht nur mit einer beeindruckenden Büchersammlung, sondern auch damit, der Öffentlichkeit genau das zu präsentieren. Und außerdem reiste er auch wie ein Lord.
      Da lag Thomas gar nicht mal so daneben mit seinem Scherz über die Parade, die er bei seiner Reise veranstaltete. Es war letztlich eine ganze Karawane, die die Einfahrt des Harker Anwesens verließ und auf die Straße einbog. Neugierige Blicke versuchten zu erkennen, wer auch immer in dem verdunkelten Inneren der Kutsche sitzen mochte, aber für Gerüchte gab es keine Anhaltspunkte. Dafür musste wohl deutlich zu erkennen sein, dass es um jemand wohlhabenden ging, was Thomas in einem anderen Umfeld vielleicht beunruhigt hätte. Aber niemand würde es wohl überleben, wenn er es mit einem Vampir aufzunehmen versuchte.
      Die Fahrt war langsam, dafür übernachteten sie aber auch unterwegs in einem Gasthaus. Thomas hatte die Scham ergriffen in dem Moment, in dem er erfahren hatte, dass Vincent ein Doppelzimmer belegte - natürlich - und das war wohl verdächtiger als die Zimmerbuchung alleine. Er machte halbherzige, leise Vorschläge, sich vielleicht Einzelzimmer zu nehmen, aber wollte er wirklich freiwillig eine Nacht ohne Vincent verbringen? Ganz sicher nicht. Also ließ er ihn vorgehen, kam später nach, schlich sich in sein Zimmer und genoss die Nacht mit Vincent zumindest in einer neuen Umgebung.
      Dafür fiel ihm auch die Aufgabe zu, den Mann am Morgen aufzuwecken, was eine Wissenschaft für sich war. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, wenn er Vincent beim Sonnenaufgang schon daran gehindert hätte überhaupt einzuschlafen, aber jetzt, wo er schon einmal schlief, schien er auch fest dazu entschlossen, diesen Zustand weiterzuführen. Thomas überredete ihn letztlich, eigenständig zur Kutsche zu wandeln, nachdem er betonte, dass es seinem Arm sicher nicht gut tun würde, ihn bis dorthin zu tragen. Vincent hätte sich nicht um mögliche Zuschauer gekümmert, die ihn halb bewusstlos gesehen hätten, aber es war wohl keine Frage, ob er zulassen würde, dass Thomas sich selbst schädigte. Thomas lächelte darüber ein bisschen. Er drückte ihm einen sehr innigen Kuss auf die Stirn, als er ihn zur Kutsche geleitet hatte, und betonte, wie toll sich Vincent geschlagen hätte, als der aber schon längst wieder eingeschlafen war, neben Thomas auf der Bank zusammengerollt. Er strich ihm über den Kopf, der in seinem Schoß lag, und hielt ihn fest, während die Kutsche wieder anrollte.
      Dann waren sie auch schon wieder zurück auf Harker Heights. Das letzte Mal war Thomas nachts gekommen, oder zumindest, als die Sonne schon untergegangen war. Das letzte Mal war er auch für einen ganz anderen Zweck hergekommen.
      Er versuchte, diese Erinnerung zu verdrängen, während er sich jetzt darum kümmerte, dass Vincent auf seinem Weg zur Haustür möglichst kein Licht abbekam. Sie schafften es heil nach innen, nur um dann von Nora regelrecht ins Bett beordert zu werden.
      "Ich bin kein Vampir", murrte Thomas sie an, nachdem er niemandem die Bürde auflasten wollte, sein Waffenarsenal hereinzuschaffen. Der Blick, den Nora ihm dann aber schenkte, ließ ihn glauben, dass ihre harte Schale nicht nur steinhart war, sondern auch noch mit Zacken und Dornen gespitzt war. Er fühlte sich dazu verpflichtet, eine Entschuldigung hinterher zu murmeln, bevor Vincent ihn auch schon an der Hand nahm, ganz offensichtlich nicht gewillt, den Tag alleine zu bringen. Das war wohl ein überzeugendes Argument, er konnte sich auch später noch um seine Waffen kümmern. Also ließ er sich mitziehen, froh darum, dass er Noras Funken sprühenden Blick entkommen konnte.
      Vincent ließ sich ins Bett fallen und war schon fast wieder eingeschlafen, da rollte er sich doch noch zur Seite und streckte die Hand nach Thomas aus. Der war gerade dabei gewesen, Vincent zumindest von seinen Schuhen zu befreien, da richtete er sich doch auf und seufzte.
      "Du bist auch unersättlich, oder?"
      Er kam trotzdem, ließ sich von Vincent ins Bett ziehen und breitete die Arme aus, bevor Vincent sich in sie hereinlegte. Fast augenblicklich entspannte der Mann sich, stieß ein Seufzen aus und war keine drei Sekunden später schon tief und fest eingeschlafen.
      Thomas zog ihn ein bisschen näher an sich heran, angelte nach der Decke und zog sie ihm über die Schultern, bevor er Vincents Schläfe küsste und sich an ihn schmiegte. Auch er entspannte sich; seine Schultern entkrampften sich und eine tiefe Ruhe legte sich über ihn, die nicht nur von Vincents Anwesenheit, sondern von dem ganzen bekannten Schlafzimmer kam. Er verband es ausschließlich mit glücklichen Erinnerungen. Da war es auch nicht schwer, die Augen zu schließen und doch noch einzuschlafen.
      Er wachte am späten Nachmittag wieder auf, quälte sich aus Vincents warmer Umarmung und machte sich endlich daran, ihn von den Klamotten zu befreien. Er zog Vincent aus, vollständig dieses Mal, nachdem sein Arm schon fast wieder verheilt war, und machte sich dann daran, ihn ordentlich in die Decke einzuwickeln, die Kissen für ihn herzurichten und es für ihn gemütlich zu machen. Vincent drehte sich im Schlaf, gab noch ein Seufzen von sich, so als läge er jetzt endlich bequem, und da kletterte Thomas doch wieder zu ihm hinein, küsste seine Stirn, murmelte ihm zu, wie sehr er ihn liebte, und ging dann endlich erst. Vincent blieb zurück, friedlich schlafend und unverschämt niedlich.
      Nora war noch immer mit Auspacken beschäftigt, so war das wohl, wenn ein ganzer Lord von einem Wohnsitz zum nächsten wechselte. Thomas suchte sie ganz gezielt auf, denn er musste die unangenehmen Erinnerungen von Silvester, die ihn beim Anblick der Räumlichkeiten überkamen, verdrängen und durch das Hier und Jetzt ersetzen. Und das war in diesem Fall, dass er dieses Haus jäger-gerecht ausstatten musste.
      "Würden Sie mir wohl helfen, meine Waffen hier überall zu verstauen, Nora? Ich achte schon darauf, dass Vincent nicht ausversehen daran kommt, aber ich muss sie erreichen können. Und Sie und der Hausstab vielleicht auch, im Notfall. Können Sie mit Silberwaffen umgehen?"
    • "Sagt der richtige," schmunzelte Vincent und kuschelte sich an Thomas - seinen Thomas.
      Er schlang einen Arm um den Mann, ein Bein, klammerte sich praktisch schon an ihn, und legte seinen Kopf auf Thomas' Brust ab, wie er es so gern tat, wann immer sich ihm die Möglichkeit dazu bot, Und in den letzten zwei Tagen hatte er nicht wirklich Gelegenheit dafür gehabt. Allein schon ausgestreckt im Bett liegen zu können war Balsam für seine verspannten Muskeln.
      Vincent seufzte wohlig auf, sein Verstand schon beinahe ausgeschaltet. Einen Augenblick später schlief er schon tief und fest.

      Nora wollte es sich nicht eingestehen, aber ihr ging es nicht gut. Den Umzug zu organisieren war zwar nicht viel stressiger gewesen, als sonst, aber es Vincent abgelenkt. Sie würde ihn heute Nacht um Hilfe bitten müssen. Sie mochte es nicht. So wie Vincent es hasste, dass sie ihn an seine Essgewohnheiten erinnerte, so hasste sie es, ihren Herzfehler ansprechen zu müssen.
      Sie gönnte sich gerade eine Pause beim Auspacken von Vincents Büchern - er ließ niemand an die alten Schinken heran außer Nora, der er beigebracht hatte, sich um solche Bücher zu kümmern - als Van Helsing an sie heran trat. Sie wusste, sie könnte es ihm sagen. Könnte sich von ihm durchchecken lassen. Aber was sollte der Doktor schon tun außer ihr Bettruhe zu verordnen? Warum sollte er anders sein als all die anderen Ärzte? Also riss sie sich zusammen und wandte sich dem Mann zu.
      "Ihnen ist bewusst, dass Vincent kein Kleinkind ist, das sich einfach alles in den Mund stopft, was interessant aussieht, oder?"
      Skeptisch hob sie eine Augenbraue.
      "Wir haben ornamentale Schwerter über Kaminen, die Sie austauschen können. Rüstungen mit Hellebarden in ein paar Fluren. Sowas eben."
      Trotzdem klappte sie alte Holztruhe zu und bedeutete dem Arzt, ihr zu folgen. Sie führte ihn durch den Teil des Hauses, der auch wirklich benutzt wurde und zeigte ihm überall stellen, die leicht zu erreichen aber auch gut versteckt waren. Und dann nahm sie ihn sogar mit in das Wohnhaus, in dem die Bediensteten unterkamen. Sie ließ ihn nicht in die Zimmer, aber zeigte ihm die kleinen Gemeinschaftsräume wie die Küche, das Wohnzimmer und die kleine Bibliothek, die Vincent für sie eingerichtet hatte. Auch hier ergaben sich einige gute Verstecke. Im Wohnzimmer begegneten sie Simon, der sich auf einem der Sofas lang gemacht hatte, und auf dessen Brust der kleine Stuart friedlich vor sich hin schnarchte. Simon selbst döste ein wenig, sah aber kurz auf, als er die anderen beiden bemerkte, und bedeutete ihnen, leise zu sein, um den Kleinen nicht zu wecken. Er versuchte nicht einmal, sich eine Armbrust zu ergaunern.

      Vincent wachte auf in einem weichen Kokon aus Wärme und wusste sofort, dass er allein im Bett lag. Thomas packte ihn nur so ordentlich ein, wenn er selbst ihn nicht festhalten konnte. Vincent lächelte und gönnte sich noch ein paar Minuten extra, bevor er sich all den Kissen und seinen Decken befreite. Er streckte sich auf dem Weg zum Badezimmer, wo er sich ausgiebig Zeit nahm, die Reise von Cambridge von seiner Haut zu schrubben. Er schlüpfte in ein paar ordentliche, aber immer noch recht legere Hosen und ein lockeres Hemd, bei dem er vielleicht einen oder zwei Knöpfe zu viel offen ließ. Er sah aus wie ein etwas exzentrischer Lord eben aussah, wenn er sich nicht für die High Society zurecht machen musste.
      Er lauschte auf all die Bewegung in seinem Haus, hörte den Herzschlag all seiner Mitarbeiter darin, und lächelte. Das Haus war lebendig, so wie es sich gehörte.
      Vincent erreichte den Fuß der Treppe und wollte sich gerade auf die Suche nach Thomas machen, da hörte er, wie er mit Nora durch eine Seitentür in der Küche hereinkam. Mit einem breiten Lächeln eilte Vincent zu den beiden.
      "Wo habt ihr beiden euch denn rumgedrückt?" fragte er.
      Nora verfiel sofort in ihre alten Gewohnheiten und bereitete Vincent's Frühstück vor.
      "Der Doktor wollte Waffen in unserem Haus verstecken. In deinem auch," antwortete sie, bevor Thomas Gelegenheit dazu hatte.
      "Ist das so?" fragte Vincent.
      Er trat an Thomas heran und legte ihm die Arme locker um die Hüften, ignorierte jeden eventuellen Protest gegen diese Umarmung.
      "Wenn du dringend mit deinen Messern spielen willst, sollte ich dir vielleicht den Keller zeigen," lächelte Vincent.
      Er beobachtete, wie Thomas einmal mehr die Schamesröte ins Gesicht stieg und küsste ihn flüchtig auf die Nasenspitze, bevor er sich von ihm löste und sein Glas mit Blut von Nora entgegen nahm. Das erste von mindestens zwei, eher drei, die er heute Nacht trinken würde.


    • Thomas folgte Nora ganz bereitwillig, auch wenn er sich bei ihr immer so fühlte, als müsste er sich zwangsweise für alles entschuldigen. Diese eine Sache war etwas, wovon er sich nicht abbringen lassen würde, egal wie sehr Nora dagegen sein könnte. Sie erwarteten einen fast tausendjährigen Vampir im Haus, der auch noch sterben sollte - es war ganz ausgeschlossen, dass Thomas sich nicht hier ausbreiten würde.
      Zum Glück erhob sie aber auch keine Einwände, sondern nahm ihn geschäftig mit sich. Dabei zeigte sie ihm sowohl die etwas offensichtlicheren Plätze auf, als auch abgelegenere, geschützte Stellen, die man auf den ersten Blick gar nicht für Verstecke gehalten hätte. Sie waren perfekt. Thomas machte sich einen inneren Plan dafür, wie er dieses Haus ausstatten würde.
      Nach ihrem Rundgang, bei dem sie auch Simon begegneten, der sich aber zumindest mit seiner Waffenforderung an Thomas diesmal zurückhielt, war es schon spät genug, dass Vincent die Treppe herunterkam. Er kam mit einem Strahlen im Gesicht auf sie zu, leger gekleidet, das Hemd sogar ein Stück offen, und Thomas konnte bei diesem Anblick den Aussetzer in seinem Herz sogar spüren, was nur bedeuten konnte, dass Vincent ihn auch unweigerlich hörte. Die Erkenntnis davon ließ ihm schneller noch das Blut ins Gesicht schießen, als der verführerische Fleck von nackter Haut an Vincents Brust es geschafft hätte. Er war schon längst in Hitzewallungen ausgebrochen, als der andere dann auch noch an ihn heran trat und ihn in seiner Umarmung einschloss. Thomas' Blick wanderte nach unten auf das locker sitzende Hemd. Wieso hatte er nur jemals freiwillig erfahren wollen, was Vincent von seinem Herz heraushörte?
      "Hm. Das ist so."
      Zumindest seine Hände verrieten ihn nicht, als er nach Vincents Hemd griff, ihm die Knöpfe schloss, seinen Kragen richtete, die paar Falten glatt strich und dann genug Würde angesammelt hatte, um wieder Augenkontakt herzustellen.
      "Dieses Haus ist vampir-sicher und ich werde es außerdem noch jäger-sicher machen. Du glaubst doch nicht, dass ich einen Vampirmeister hier frei herumlaufen lasse, ohne ihn Schach halten zu können?"
      Er tippte ihm anklagend gegen die Brust.
      "Mach dich also nur lustig, so viel du willst, aber ich werde meine Waffen dort verstauen, wo sie auch nützlich sein können. Und das ist nicht der Keller. Nicht nur."
      Er war vermutlich niemals so erleichtert darüber, dass Vincent trinken musste, denn damit erlöste er ihn aus dem teuflischen Käfig, in dem er ihn gehalten hatte. Frei davon, konnte Thomas sich jetzt zumindest wegdrehen und seinen Körper abkühlen lassen. Nicht, dass das viel gebracht hätte.
      "Den Keller musst du mir trotzdem zeigen. Wissen deine Angestellten außerdem, wie sie sich gegen einen Vampir verteidigen können? Ich möchte hier keine Kollateralschäden erleben. Und außerdem wäre es nützlich, wenn jeder einzelne erste Hilfe beherrscht. Und außerdem möchte ich Simon noch die eine oder andere Sache beibringen - er hat doch sicherlich nicht zu viel zu tun, um nebenher zu trainieren, oder?"
    • Vincent kippte das Blut in seiner gewohnten Geschwindigkeit herunter und stellte das Glas weg.
      "Das hast du also den ganzen Tag über in der Kutsche gemacht. Meine Frisur ruiniert und einen ganzen Schlachtplan entworfen," kommentierte er und lehnte sich gegen die Arbeitsfläche.
      Aber eigentlich machte sich Vincent gar nicht darüber lustig. Es war gut, dass Thomas die Sache so ernst nahm. Es beruhigte ihn ein wenig.
      "Simon musst du dir mit Nora hier teilen. Er ist derjenige, der sich für uns im Dorf rumtreibt, um alles zu besorgen, was wir hier oben so brauchen. Aber ich denke nicht, dass das gegen irgendeine Art von Training von dir sprechen sollte. Was die Verteidigung meiner Angestellten angeht..."
      Er schielte hinüber zu Nora, die den Wink verstand und für ihn übernahm, da sie in diesem Fall die Expertin war.
      "Das Haus ist gegen Vampire gesichert," erklärte sie. "Nicht im Sinne von Messern, die überall versteckt sind, sondern wirklich geschützt. Es ist Vampiren nicht möglich, das Haus zu betreten."
      Vincent bestätigte das mit einem Nicken.
      "Ich habe das Haus nicht mehr von innen gesehen, seit ich die Bibliothek vor zehn Jahren eingerichtet habe," meinte er.
      "Ein paar von uns sind ziemlich gut mit der Behandlung von Wunden - notgedrungen," übernahm Nora wieder. "Aus dem gleichen Grund sind einige von uns auch in der Lage, sich mit Gewalt zu verteidigen. Allerdings sind auch einige von uns genau deswegen nicht in der Lage, sich zu verteidigen. Aber um die Belegschaft müssen Sie sich keine Sorgen machen, Doktor. Das sind meine Schäfchen, wenn es hart auf hart kommt."
      Vincent bewunderte es, wie standfest Nora manchmal sein konnte. Er hatte keinen Zweifel daran, dass sie wie eine Löwin kämpfen würde, um die anderen Angestellten in diesem Haushalt zu beschützen. Dafür hatte sie zu viel dazu beigetragen, all diese Menschen aus ihren furchtbaren Umständen herauszuholen. Nora war in dieser Hinsicht genauso hingebungsvoll wie Vincent es war.
      Während er so dastand, bemerkte Vincent etwas, was ihm nicht gefiel.
      "Du siehst blass aus," meinte er zu Nora, die Augenbrauen zusammengezogen.
      Sie wich seinem Blick aus. Das war Antwort genug. Vincent lauschte. Wie hatte er das nur vergessen können?!
      "Thomas? Kannst du mir bitte den Gefallen tun und aus meinem Schreibtisch, oben im Studierzimmer, den Schlüsselring aus der linken oberen Schublade holen gehen? Dann ich dir gleich den Keller zeigen," meinte er ernst, seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf Nora gerichtet.
      Sobald er hörte, wie Thomas die Treppen hinauf ging, schloss Vincent die Tür zur Küche und ergriff Noras Hand.
      "Warum hast du denn nichts gesagt?"
      "Ich wollte es dir heute sagen. Du bist mir zuvor gekommen. Über die Reise ist es schlimmer geworden, davor ging es mir gut,"
      Das war keine Lüge, das konnte Vincent hören. Nora war schon immer so viel besser gewesen, um Hilfe zu bitten, wenn sie sie brauchte, auch wenn es nur selten danach aussah - und sie nur selten Hilfe brauchte.
      Vincent streckte die Hand aus und Nora suchte ihm schnell ein scharfes Messer heraus, mit dem er sich in den Unterarm schnitt, bevor er hinter Nora trat und ihr seinen Arm an die Lippen hielt. Sie zögerte nicht, tat was getan werden musste. Vincent hielt sie in einer sanften Umarmung und lauschte, wartete darauf, dass ihr Herzschlag sich normalisierte und das Rauschen verschwand. Erst dann ließ er Nora wissen, dass sie aufhören konnte, sein Blut zu trinken.
      "Danke," murmelte sie, als sie Vincent ein sauberes Tuch reichte, das er sich gleich gegen den Schnitt drückte.
      Sie schenkte sich ein Glas Wasser ein, um den Geschmack loszuwerden - etwas, was Vincent nur zu gut nachvollziehen konnte.
      "Tut mir leid, dass ich es nicht früher bemerkt habe."
      "Ist schon in Ordnung, Vincent. Du weißt, dass ich dir Bescheid sage, wenn zu schlimm wird. Und du hattest andere Sachen, um die du dich sorgen musstest. Die hast du immer noch."
      "Aber ich habe auch einige Zeit einfach nur mit Thomas verbracht, vollkommen sorgenfrei. Das ist keine Entschuldigung."
      Nora drückte ihm die Faust gegen die Brust.
      "Hör auf, dich schuldig zu fühlen," forderte sie. "Dafür gibt es keinen Grund. Du und der Doktor... das ist gut. Und das hast du dir verdient. Also nimm mich nicht als Ausrede dafür, dich wieder in Selbstmitleid zu suhlen, verstanden?"
      Sie schnickte ihm gegen das Ohr, dann wandte sie sich ab.
      "Ich habe ein Abendessen vorzubereiten," beendete sie ihr Gespräch und ließ Vincent mit einem kleinen Lächeln zurück.
      Was würde er nur ohne Nora tun?


    • Thomas sah von Nora zu Vincent und wieder zu Nora zurück. Sicherlich hätte ihn beruhigen müssen, dass das Bedienstetenhaus von Vampiren nicht zugänglich war, aber sie redeten hier schließlich auch nicht von irgendeinem Vampir, sondern von Vlad. Und der würde eine Bedrohung sein, sobald einer der Angestellten die Schwelle dieser magischen Versiegelung auch nur überschritt.
      "Okay."
      Er nickte.
      "Das ist gut. Das meine ich ernst, das ist wirklich gut; aber Sie werden sicher verstehen, wenn ich sage, dass das nicht ausreicht."
      Sein Blick sprang zu Vincent zurück.
      "Ich kann dir - ich kann euch nicht sagen, wie ihr die Sache handhaben sollt, aber ich kann euch meine dringendste Empfehlung aussprechen, als Jäger und vielleicht auch als Arzt: Ihr solltet euch niemals auf einen einzigen Plan verlassen, und sei er noch so gut. Ich glaube euch, dass Vlad es auch mit größer Gewalt nicht schaffen wird, in das Haus zu kommen oder es auch nur anzurühren, aber es geht auch um den Eventualfall - und es geht besonders um alle, die herauskommen müssen, weil sie sich schließlich auch um dieses Haus kümmern müssen. Legt er es drauf an, wird ihn kein Sonnenlicht davon abhalten, nach draußen zu spazieren und sich zu... bedienen. Ihr solltet euch nicht auf den Schutz des Hauses verlassen."
      Er sah zurück zu Nora.
      "Ich würde Ihnen während seines Aufenthalts vorschlagen, einen Plan zu schreiben, wer sich wann um welche Tätigkeit kümmert. Nur das Minimum, um Ordnung aufrecht zu erhalten; der Rest sollte im Haus bleiben. Ich spreche mich außerdem offen dagegen aus, Simon auch während Vlads Anwesenheit weiterhin ins Dorf zu schicken. Vielleicht lassen sich hier ein paar Vorräte ansammeln, damit man nicht zu häufig gehen muss? Er ist ein fähiger, zuverlässiger junger Mann und es würde mich beruhigen, wenn ich ihn hier wüsste."
      Wieder ein kurzer Blick zu Vincent.
      "Außerdem würde es nicht schaden, wenn jeder aus der Belegschaft eine solide Grundkenntnis in erster Hilfe beherrscht. Ich rede konkret von Wundkompression, Herzmassage, Beatmung, aber auch von Panikminderung. In diesem Anwesen sind sicherlich eine Menge Herzschläge zu hören und wenn auch nur drei davon unnötig in die Höhe schießen, kann das ungewünschte Informationen verbreiten. Im Katastrophenfall muss immer Ruhe bewahrt werden, das muss allgemein bekannt sein."
      Er deutete knapp auf Vincent.
      "Und du kannst dich über meinen Schlachtplan so lustig machen, wie du willst, aber ich sehe Vlad als einen Katastrophenfall. Ich werde nicht den Fehler machen, diesen Mann in irgendeiner Weise zu unterschätzen."
      Er richtete sich wieder an Nora.
      "Ich kann jedem ein kleines Fläschchen Silber zubereiten. Es wird nicht viel sein und nichts aufhalten können, aber das Glas ist mit einer Gummischicht bestrichen, es kann zerstört werden, ohne, dass die Scherben Haut verletzen. So kann man ihn vielleicht schnell auf Abstand bringen; es lässt sich auch werfen, eine kleine Silbergranate, wenn Sie so wollen. Nur zur Sicherheit Ihrer Angestellten. Trotzdem wäre es nicht schlecht, wenn alle erfahren, wo sämtliche Waffen versteckt sind. Ich vertraue darauf, dass sie nicht entwendet werden, aber sie sollten für die Allgemeinheit zur Benutzung bereitstehen."
      Schließlich holte er einmal Luft. Er wusste gar nicht, wann der Jäger so sehr in ihm herausgekommen war, aber jetzt ließ er sich auch nicht mehr einpacken. Thomas würde dieses ganze Anwesen zu einer Mausefalle für den Vampir machen, komme was wolle.
      "Gibt es noch Fragen? Andernfalls rate ich ebenfalls dafür, so schnell wie möglich alles für Vlads Ankunft vorzubereiten."
      Er wurde schließlich davon abgelenkt, dass Vincent Nora als etwas zu bleich betitelte, was Thomas jetzt auch selbst auffiel. Er hatte vorhin kaum darauf geachtet, so sehr war er abgelenkt gewesen von seinem Plan - ja, vielleicht war es wirklich ein Schlachtplan. Er würde sich nicht dafür rechtfertigen, er hatte allen Grund dazu, der Ankunft des Vampirs mit Sorge entgegen zu blicken.
      Er wollte schon seine ärztliche Expertise anbieten, da schickte ihn aber Vincent schon weg, und nachdem Nora sowieso nicht danach aussah, als würde sie seine Hilfe freiwillig in Anspruch nehmen, ging er nach einem Moment nach draußen. Er tat wie geheißen, suchte oben nach dem Schlüssel, der sich nicht allzu leicht finden ließ, und kam dann wieder herab. Als er Vincent mit einem Tuch auf den Arm gedrückt dort stehen sah, verstand er endlich selbst, kommentierte es aber nicht. Stattdessen hielt er ihm den Schlüssel hin.
      "Nach Ihnen, Lord."
    • Vincent nahm den Schlüssel entgegen und nahm Thomas mit zu der versteckten Tür zum Keller. Mit jedem Schritt weiter nach unten wurde es kälter.
      "Deine Sorge ist durchaus berechtig," meinte Vincent auf ihrem Weg nach unten. "Aber du musst dir wirklich keine Sorgen um meine Belegschaft machen. Das ist nicht das erste Mal, dass wir einem alten Vampire gegenübertreten. Du erinnerst dich doch bestimmt daran, wie ich dir sagte, dass dieses Haus Geister hat, als du das erste Mal hier warst, oder? Ich meinte es ernst. Und einer dieser Geister ist beinahe so alt wie Vlad selbst. Ich will Vlad schon seit Jahren herlocken, deswegen diese Feiern. Aber bisher konnte ich damit nur eine seiner drei Freundinnen anlocken. Verona ist gekommen, weil sie sehen wollte, was ich so mache. Und dann ist sie nie wieder gegangen."
      Vincent nahm Thomas mit durch den zugegeben verwirren arrangierten Keller, ohne Licht anzumachen. Stattdessen führte er Thomas an der Hand. Er brachte ihn zu dem Raum, in dem Thomas ihm das Leben gerettet hatte. Dort beeilte er sich, ein paar der Öllampen an den Wänden anzuzünden, damit Thomas etwas sehen konnte.
      "Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wie viel ich dir über diesen Raum schon erzählt habe. Mir... ging es nicht besonders gut an diesem Tag."
      Er ging hinüber zu dem rechteckigen Block aus Stein, an dem die Ketten hingen, die ihn davon abgehalten hatten, Thomas zu töten. Sein Blut klebte noch immer an dem Stein.
      "Dieser Raum dürfte dein neustes Lieblingsspielzeug werden," meinte er. "Bevor ich wieder nach Harker Heights kam, habe ich die Welt bereist. Offiziell habe ich seltene Bücher gesucht - und das habe ich auch. Aber ich habe auch nach seltenen Informationen gesucht."
      Er deutete auf ein überraschend kleines Bücherregal auf der anderen Seite des Raumes. Es war gefüllt mit Büchern in allen möglichen Formaten und sogar Schriftrollen.
      "Ich habe Jägergeschichte gesammelt. Und das Wissen hier zusammengetragen. Diese Ketten können nicht von einem Vampir gebrochen werden."
      Er hob eine der Ketten hoch und zeigte Thomas die Runen, die hineingeritzt worden waren.
      "Dieser Stein kann nicht zerstört werden."
      Er strich mit den Fingern über die Stelle, wo er seinen Kopf so hart gegen den Tisch geknallt hatte, dass der Stein zersplittert war. Doch davon gab es keine Spur mehr. Dort war nur der getrocknete Rest von Vincents Blut.
      "Hier drin herrscht absolute Ruhe. Außer dir kann ich gerade niemanden hören. Und die Küche, in der Nora gerade zugange ist, ist genau über uns."
      Vincent nahm eine der Öllampen von der Wand und verließ den Raum mit Thomas wieder, um ihm den Raum gleich nebendran zu zeigen. Dieser war kleiner und vollgestopft mit Regalen, war aber trotzdem ähnlich geräumig wie Thomas' Waffenkammer in Cambridge. Sie alle waren gefüllt mit Waffen aus der ganzen Welt, wenn auch nicht vollständig.
      "Die waren leichter aufzutreiben als die Notizen," kommentierte Vincent.
      Er gab Thomas den Schlüssel.
      "Ich glaube, du kannst damit mehr anfangen, als ich."


    • "Ich weiß."
      Wie hätte Thomas vergessen können, dass Vincent schon längst über einen alten Vampir gesiegt hatte? Aber Verona war auch nicht Vlad - und wenn Thomas ganz ehrlich war, hätte er sich, wäre er damals auch schon anwesend gewesen, mindestens genauso viele Sorgen gemacht.
      "Aber hier sind auch eine Menge Zivilisten. Ich will niemanden zu Schaden kommen lassen, Vincent. Keinen einzigen."
      Vielleicht hatte er noch nicht ganz die Tragweite dessen begriffen, wie viel Wert Thomas daran legte, dass niemand dabei umkäme. Einen Vampir zu jagen, der in seiner Vergangenheit bereits Opfer gezogen hatte und in der Zukunft weitere Opfer hervorbringen würde, war eine Sache, aber dabei zu sein und dennoch nichts aufhalten zu können, war eine ganz andere. Thomas war determiniert darin, keine solche Situation heraufzubeschwören, unter keinen Umständen. Er war hier, er war Jäger und Arzt und unter völliger Handlungsfreiheit. Es sollte schlichtweg unmöglich gemacht werden, dass jemand unter seiner Obhut dahinscheiden würde.
      Schweigsam folgte er Vincent die Treppe hinab und dann in die Dunkelheit, die er nach Silvester auch schon kennengelernt hatte. Die Luft hier war bedrückend, vielleicht kam das aber auch daher, dass Thomas noch recht lebhafte Erinnerungen daran hatte, einen geschwächten Vincent durch diese Gänge zu bugsieren und zu seinem unvermeidlichen Schicksal zu bringen. Er konnte nicht behaupten, den damaligen Tag mit irgendetwas Schönem zu verbinden.
      Und jetzt fühlte er sich auch nicht unbedingt beschwingt darin, dieses unterirdische Labyrinth noch einmal zu betreten. Dabei schien es Vincent wohl ganz ähnlich zu gehen, denn als sie den Raum mit dem Stein in seiner Mitte betraten, lag in Vincents Stimme eine Anspannung, die sich nicht wegdenken ließ. Er war vermutlich genauso ungerne dort unten wie Thomas selbst. Irgendwie war das auf seine eigene Weise beruhigend.
      "Du hast mir genug erzählt. Für den damaligen Tag."
      Er sah den Stein und sah dann gleich wieder weg. Gedanklich versuchte er sich Vlad darauf vorzustellen, nicht wieder Vincent.
      Dafür wurde seine Aufmerksamkeit gleich darauf auf das kleine Bücherregal gelenkt, das ihn sofort in den Bann zog. Jägergeschichten? Um Gottes Willen, her damit!
      Er gravitierte schon ganz automatisch zu dem Bücherregal hin, während Vincent ihm auch den Rest des Raumes zeigte. Runen - vermutlich wurde so auch das Bedienstetenhaus geschützt. Thomas würde sich das einmal anschauen müssen; zu seiner Beschämung hatte er immer gedacht, Runen seien ein Mythos, so wie es auch ein Mythos war, dass Vampire vor Knoblauch zurückschrecken würden.
      Er nickte etwas abwesend und las flüchtig über die Bücherrücken im Regal. Er würde sich das alles durchlesen, das war ihm bewusst. Er würde diese Schriften studieren, jede einzelne. Sofern Vincent ihn natürlich ließ.
      Widerwillig folgte er ihm wieder aus dem Raum hinaus und dann in den nächsten hinein, wo ihn auch schon das nächste Wunder erwartete: Exotische Waffen. Die ganze Wand war damit voll, ähnlich wie bei Thomas Zuhause, und er spürte schon seine eigenen Augen glitzern, auch wenn nicht ganz so sehr wie bei den Büchern. Das war trotzdem ein Fund, der durchzusehen es wert war.
      Und Vincent überreichte ihm die Schlüssel dazu.
      Thomas fühlte sich gerade so, als hätte der Mann ihm einen Heiratsantrag gemacht. Er starrte auf den Schlüssel, dann auf Vincent.
      "... Gott, ich liebe dich gerade so sehr, das kann ich nicht in Worte fassen."
      Noch immer völlig verwundert trat er an die Wand und besah sich das Arsenal, das sich vor ihm ausbreitete. Die Waffen waren im tadellosen Zustand, schon jetzt konnte er zwei entdecken, die seine eigenen Exemplare ersetzen könnten. In Gottes Namen, wie gerne er sie alle, jetzt sofort, ausprobiert hätte.
      Gleich nach den Büchern. Gleich nachdem er sich alles durchgelesen hatte.
      Oder lieber, nachdem er das Haus ausgestattet hatte.
      Nein, nachdem er sich mit Simon getroffen hatte.
      Oder nachdem er fertig ausgepackt hatte?
      Am liebsten hätte er gleich alles auf einmal getan.
      Er drehte sich wieder zu Vincent um, kam zu ihm und legte die Hände an sein Gesicht.
      "Du bist ein Schatz. ... Nein, du bist ein Engel und das ist ein Schatz. Das ist wirklich unglaublich. Zeig mir die Bücher noch einmal, ich fürchte, ich werde eine ganze Weile lesen müssen."
    • Vincent lehnte sich gegenüber der Tür an die kalte Steinwand des Ganges und beobachtete Thomas, wie der sich umsah. Er wirkte wie ein kleines Kind, dem man gerade etwas wundervolles geschenkt hatte. Er machte sich eine geistige Notiz: wenn er mal nicht wusste, was er Thomas schenken sollte, kaufte er ihm einfach ein Schwert oder ein Messer.
      Er lächelte Thomas an und stahl sich einen Kuss.
      "Oh nein. Mein Freund will ein Buch lesen. Wie furchtbar," scherzte er, drehte sich aber wieder um und führte Thomas dieses Mal zu dem kleinen Bücherregal.
      "Die meisten habe ich schon übersetzt," meinte er, als er eines der Notizbücher herauszog.
      Es wirkte ähnlich chaotisch wie das, was Thomas' Großvater hinterlassen hatte. Notizen und Gedanken waren auf alle möglichen Papierfetzen gekritzelt worden und dann hatte man alles in ein kleines Büchlein gestopft, ohne irgendwelche Verbindungen herzustellen, die die Gedanken vielleicht erklärten.
      "Ein paar muss ich erst noch restaurieren, bevor ich sie einem Übersetzer geben kann. Sie sind einfach zu beschädigt, um weiter durch die Weltgeschichte zu reisen und begrapscht zu werden."
      Vincent holte noch ein paar Notizbücher aus dem Schrank und stapelte sie in Thomas' Armen. Insgesamt waren es vier. Für den Anfang zumindest.
      "Hier unten im Keller ist ein kleines Arbeitszimmer - da hast du mich gefunden, weißt du noch? Das kannst du benutzen, wenn du willst. Wenn dir tagsüber nach Sonnenlicht ist, kannst du auch gern mein Studierzimmer oben haben. Wir können dir wahrscheinlich auch dein eigenes einrichten, aber das würde ein paar Tage dauern... Aber du hast ja jetzt die Schlüssel für hier unten. Werde nur nicht zu einem Eremiten! Sonst langweile ich mich noch und dann komme ich auf dumme Ideen. Zum Beispiel keine Hosen zu tragen."


    • "Das sagt genau der richtige. Du wirst mich angesteckt haben mit deinen ganzen Werken."
      Eigentlich wollte Thomas ernst bleiben, immerhin war das hier auch immer noch eine ernste Angelegenheit, aber er konnte sich einfach das feine Grinsen nicht verkneifen, das sich auf sein Gesicht schlich, während sie zurück zu dem Bücherregal gingen. Das hier waren originale Werke von Jägern aus anderen Ländern, die mit dem gleichen Problem zu kämpfen hatten wie er, die aber andere Methoden zur Hand hatten. Thomas wusste, dass sein Großvater eine effektive Jagd betrieben hatte, aber er wusste auch, dass die Methoden der van Helsings barbarisch waren - immerhin zogen sie mit mittelalterlichen Waffen auf die Jagd und brauchten in der Regel mehrere Anläufe, bis sie einen Vampir auch gefällt hatten. Es war blutig, es war laut, es war gefährlich und in allen Fällen war es schmerzhaft, für mindestens eine der beiden Parteien. Thomas war sich sicher, dass es auch andere Methoden geben musste und ihm quollen fast die Augen über bei der Vorstellung, dass sie sich hier, in seiner Reichweite befinden könnten.
      Entsprechend ließ er sich höchst bereitwillig die Bücher auf die Arme stapeln. Sie sahen dem Notizbuch seines Vaters verblüffend ähnlich: Lose Einbände, eingerissene, verfärbte Seiten, variierende Seitendichte, wo etwas hineingesteckt oder eine Seite herausgenommen worden war. Thomas fühlte sich hier fast Zuhause. Ach, was sollte das schon; er war hier Zuhause.
      "Gib mir auch die Originale. Manchmal ist es auch wichtig zu sehen, wie klein etwas geschrieben wurde. Oder wie groß."
      Vincent tat ihm natürlich den Gefallen und dann kam Thomas, bepackt mit einem Stapel Bücher, zu dem wundervollen Entschluss, dass er ja wohl kaum am Abend noch durchs Haus rennen und seine Waffen verstecken könnte. Und Simon konnte er so spät nicht auch noch mit einbeziehen, er sollte schlafen. Was blieb da also anderes übrig, als sich diesem wundervollen Gewicht in seinen Armen zu widmen?
      "Das kleine Arbeitszimmer wird mir reichen. Und wenn dir langweilig wird, sperre ich dich mit mir hier unten ein - immerhin habe ich den Schlüssel. Außerhalb des Schlafzimmers werden Hosen getragen, Vincent Caley Harker. Das gilt für dich wie auch für alle anderen."
      Er beugte sich zu ihm vor, eine brenzlige Angelegenheit mit dem Bücherstapel in den Armen, und küsste ihn auf eine fröhliche, heitere Art. Eigentlich sollte er nicht so glücklich sein. Er hatte aber auch Zugang zu erstaunlichem Wissen und die Euphorie darüber schien ihn gar nicht mehr loszulassen.
      Also ließ er sich gleich von Vincent zu dem Arbeitszimmer führen, das ihn eigentlich auch mit schlechten Erinnerungen heimgesucht hätte, wenn er sich nicht gleich in die Bücher hätte stürzen wollen. Der Kamin war aus, aber das war nicht schlimm, er würde einfach Kerzen nutzen. Er legte die Bücher auf dem Tisch ab und küsste Vincent erneut.
      "Wenn du mich jetzt entschuldigst, ich muss über Jäger lesen, die nicht auf den Namen van Helsing hören. Das ist eine absolute Premiere, weißt du das? Du kannst mir natürlich gerne Gesellschaft leisten, wenn du nicht woanders gebraucht wirst."
      Und damit war er es dieses Mal, der sich an den Tisch setzte, der die Unterlagen ausbreitete und sich dort einnistete. Innerhalb einer halben Stunde hatte er das berühmte und unübersichtliche van Helsing-Chaos geschaffen und binnen einer Stunde war er so sehr in dieselben Unterlagen vertieft, dass er gar nichts mehr von seiner Umgebung mitbekam.
    • Vincent stellte die Öllampe auf dem Schreibtisch ab, damit Thomas etwas sehen konnte, und überließ ihn seinen Studien. Er machte das Feuer im Kamin noch an - er konnte Thomas ja nicht einfach erfrieren lassen - dann überließ er ihn für eine Weile sich selbst. Thomas reagierte kaum, als Vincent ihm zum Abschied einen Kuss auf den Scheite drückte, was er nur belächeln konnte.
      Vincent kam später noch einmal wieder, um Thomas etwas vom Abendessen und eine Kanne Tee zu bringen. Einen Moment lang beobachtete er einfach nur, wie sich Thomas in den ganzen Papierkram verbiss und lernte, was Vincent so zusammengetragen hatte. Es war ein wundervolles Bild, Thomas in seinem natürlichen Zustand zu sehen. Vincent machte sich die geistige Notiz, diesem Mann regelmäßig Bücher über Themen zu besorgen, die ihn interessierten, nur um das hier öfter sehen zu können.
      Vincent beschäftigte sich damit, sich um seine Bücher zu kümmern. Die neueren sortierte er für seine Bibliothek, die älteren bereitete er auf ihre Restaurierung vor, eine handvoll landete auf seinem Nachttisch, damit er sie lesen konnte. Sobald das erledigt war, kehrte Vincent einmal mehr in den Keller zurück, wo er Thomas die Hände auf die Schultern legte und seine Schläfe küsste.
      "Genug gespielt, mein Großer," meinte er. "Es ist spät und du solltest wenigstens noch ein bisschen Schlaf bekommen, bevor die Sonne aufgeht."
      Er zog Thomas auf seinem Stuhl weit genug zurück, um sich auf dessen Schoß sinken zu lassen.
      "Morgen ist auch noch Zeit dafür. Und dunkle Ringe unter den Augen stehen dir wirklich nicht besonders gut."
      Er küsste Thomas sanft, um dessen Protest zu unterbinden.


    • Thomas verbrachte eine unchristliche Zeit so über die Bücher gebeugt, wie er sich hingesetzt hatte. Das letzte Mal, als er sich so sehr in Unterlagen verloren hatte, war während seines Studiums gewesen und das war immerhin fast zehn Jahre her. Er liebte es; sein Gehirn war wie ein Schwamm, das sämtliches neues Wissen sofort in sich aufsog und wer war er schon, um diesen Schwamm auszudrücken, bevor er ganz voll war? Wäre Vincent nicht alle paar Stunden zu ihm heruntergekommen, hätte er wohl gar nichts mehr mitbekommen.
      Bei seinem letzten Besuch, schob er sich aber zwischen Thomas und die Bücher und Thomas lehnte sich zurück, um seinen dumpf pochenden Rücken zu strecken. Wenn er blinzelte, konnte er die Seiten noch immer vor sich sehen. Er wollte eigentlich gleich weiterlesen.
      "Wie spät ist es?"
      Er rieb sich die brennenden Augen. Zu spät. Jetzt, wo er nicht mehr ganz so versunken war, konnte er auch die Konsequenzen davon spüren, die ganze Nacht lang über den Tisch gebeugt gesessen zu haben. Er stöhnte.
      Außerdem ließ sich Vincent auf seinem Schoß nieder. Die Bücher wären ja auch morgen noch da, oder? Träge küsste er ihn zurück.
      "Mhh. Vampir müsste man sein."
      Neckisch lächelte er.
      "Wusstest du übrigens, dass der Jäger, von dem deine Runen stammen, damit sogar auch Jagd betreibt? Genauso, wie man einen Vampir fernhalten kann, kann man ihn auch an einem Ort halten, wenn man nur die richtigen Runen in dem richtigen Muster aufzeichnet. Aber ich verstehe sie nicht. Er sagt kein Wort darüber, woher sie kommen oder weshalb sie existieren, nur wie er sie benutzt. Außerdem verwendet er Terminologie, mit der ich nichts anfangen kann. Auf der einen Seite spricht er von Siegeln, auf der nächsten von Glyphen. Wo ist der Unterschied? Eine Rune ist doch eine Rune, oder etwa nicht? Wieso macht er sich den Aufwand?"
      Thomas sah Vincent in die Augen, aber eigentlich sah er noch immer die Seiten vor sich mit den sehr wirren, unzusammenhängenden Zeichnungen.
      "Ich glaube, ich brauche ein Buch über Runen, um überhaupt erst zu verstehen, was er meint. Und dann verstehe ich immernoch nicht, wie er sich der Vampire entledigt. Er stellt Fallen auf und setzt sie dort mit seinen Glyphen - oder was auch immer - fest, aber dann? Er muss sich ihnen doch immernoch nähern, wie überlebt er das ohne Silberwaffen? Oh - außer vielleicht..."
      Er lehnte sich nach vorne, schlang einen Arm um Vincent um ihn festzuhalten, blätterte mit dem anderen und lugte an Vincent vorbei, um den Absatz zu lesen. Aber vielleicht war sein Gehirn doch schon voll; er blinzelte und gab es dann doch auf.
      "Nein, ich weiß es doch nicht. Er spricht in Rätseln. Sofern du kein Buch über Runen besitzt, werde ich mich einem anderen widmen. Morgen."
      Er küsste den Fleck entblößter Brust über Vincents Schlüsselbein und lächelte zu ihm auf.
      "Nachdem ich mich mit meinem eigenen Vampir auseinandergesetzt habe."
    • Vincent schnurrte, als er Thomas' warme Lippen auf seiner Brust spürte.
      "Himmel, bist du attraktiv, wenn du den Akademiker raushängen lässt," sagte er, packte Thomas am Kragen und küsste ihn erneut, diesmal ein wenig energischer, ungezügelter.
      Er hatte schon viele Seiten an Thomas kennengelernt - den schüchternen Mann, den Arzt, den Jäger, den talentierten Liebhaber - aber wann immer er selbstbewusst auftrat, schickte es einen wohligen Schauer Vincents Rückgrat hinunter. Und dieser Thomas, der sich mit seltsamen Teilen der Wissenschaft auseinandersetzte, der sein Hirn zum Qualmen brachte, gefiel Vincent mitunter am Besten.
      Vincent unterbrach ihren Kuss erst, als sie beide nach Luft ringen mussten. Er schob eine Hand in Thomas' verwuschelte Haare, lehnte seine Stirn gegen die von Thomas.
      "Ich besorge dir jedes Buch, das du haben willst," meinte er. "Die originalen Runen sind in einer der Schriftrollen drüben im Regal. Ich habe mir die gleiche Frage gestellt, als ich die Notizen gelesen habe, und nach ihnen gesucht. Es hat ein bisschen gedauert, aber ich habe sie gefunden. Die Schriftrollen sind allerdings alt und empfindlich. Ich zeige sie dir morgen."


    • Überrascht keuchte Thomas auf bei dem plötzlichen Übergriff von Vincents Lippen. Es überraschte ihn auch gleichermaßen, wie begeistert der andere von seinen Studien war; Darcy und deren Abneigung dazu, richtige Lehrbücher in die Hand zu nehmen, saß wohl noch immer tief genug in seinen Knochen, um sich noch nicht an Vincents eigenen Wissensdurst gewöhnt zu haben.
      An die Küsse würde er sich sowieso nie gewöhnen, an die Leidenschaft, mit der Vincent ihn überfiel. Es war jedes Mal ein neues Feuer, das in ihm aufflammte, und Thomas ließ sich auch jedes Mal von neuem davon verbrennen. Er küsste ihn zurück, kurzatmig, und fand erst in die Realität zurück, als der andere sich wieder von ihm trennte.
      Es sollte nicht so sexy sein, was Vincent da zu ihm sagte, aber für Thomas war es das trotzdem. Er grub die Finger in Vincents Hintern, presste ihn an sich.
      "Jedes Buch?"
      Fast hätte er ein Geräusch gemacht, als Vincent ihm das bestätigte.
      Drängend zog er ihn in seinem Kragen wieder zu sich herab, presste wieder ihre Lippen aufeinander und brachte ein abgehacktes "Haben wir noch Zeit?" hervor, das Vincent genauso abgehackt beantwortete. Er musste gar nicht weiter erläutern, was er gemeint hatte; sie hatten noch Zeit. Eilig schob er ihn von sich, stand auf, ohne Vincent jemals loszulassen, und wollte ihn schon auf den Schreibtisch heben, bevor er es sich angesichts der Unterlagen doch anders überlegte und ihn stattdessen mit zum Sofa zog. Sie ließen sich darauf fallen und vertrieben auch die letzten schlechten Erinnerungen von einer Zeit nach Silvester mit neuen, blühenden, erhitzten Erinnerungen. Später schleppten sie sich noch rechtzeitig ins Schlafzimmer nach oben, wo Vincent sofort einschlief und Thomas sich noch dazu zwang, erst sich selbst und dann auch Vincent mit einem feuchten Tuch zu reinigen. Das sollte für die Nacht genügen. Dann kroch er zu ihm ins Bett, schlängelte sich in Vincents Umarmung hinein und schlief selbst sofort ein.

      Tagsüber, wenn er mittags erst aufwachte, beschäftigte er sich mit seinem Waffenarsenal, bot Nora seine Hilfe an oder unterrichtete Simon. Abends verfolgte er das kleine Ritual Vincent aufzuwecken und aß mit ihm zu Abend, bevor er sich in die Jägerschriften stürzte. Entweder tat er es an Vincents Seite, während der andere an seinen Büchern arbeitete, oder er tat es alleine im Keller, unterbrochen alle paar Stunden von einem hübschen Mann, der ihn küsste und sich nach dem Stand der Dinge erkundigte. Er hätte Vlad schon fast vergessen können, so sehr genoss er diesen alltäglichen Zeitplan. Er war auch effizient genug darin, sämtliche Bücher irgendwann zumindest einmal durchgesehen zu haben. Verstanden oder verinnerlicht hatte er noch lange nicht alles, aber das war für den Anfang auch gar nicht sein Ziel gewesen.
      "Keiner von ihnen geht einen direkten Konflikt mit einem Vampir ein", sinnierte er ein paar Tage später in der Hausbibliothek, in der auch Vincent die längste Zeit verbrachte. Der Mann ließ sich immer alles von Thomas über seine neuen Entdeckungen erzählen, auch wenn Thomas sich sicher war, ihn die meiste Zeit damit langweilen zu müssen. Immerhin hatte er einen nicht unbeträchtlichen Anteil der Schriften selbst übersetzt.
      "Sie sagen alle, dass körperliche Gewalt aussichtslos ist, weil das immerhin der biologische Unterschied zwischen einem Vampir und einem Menschen ausmacht. Aber das stimmt nicht; ich meine, natürlich haben sie recht, aber die vampirische Anatomie entspricht noch immer vollständig der menschlichen. Vampire sind vielleicht stärker, aber sie besitzen noch immer menschliche Gehirne, sie unterscheiden sich in ihrem Verhalten nicht und deswegen sind auch sie fehleranfällig. Wieso interessiert das niemanden? Keiner betrachtet Vampire als andere Menschen, sie scheinen sie eher als intelligente Tiere zu sehen. Das ist töricht. Was, wenn einer dieser Vampire lange genug überlebt, um Runen aufzuschnappen? Es sind nicht alle so scharfsinnig und friedlich wie Dominic. Oder du."
      Er beobachtete Vincent und strich sich dann durch die Haare.
      "Ich dachte, ich könnte mir etwas abkupfern, aber ich sehe mich einfach nicht darin, Vampire wie Tiere zu jagen. Hätte ich dir auch lieber erst die Zähne entfernen sollen, bevor ich versucht hätte, mit dir zu reden?"
    • Vincent gefiel sein neuer Alltag. Früher war er allein durch die schier endlosen Hallen seines Anwesens gewandelt, hier und da unterbrochen von einem kurzen Gespräch mit dieser oder jenem Angestellten. Ja, das Haus war in gewisser Weise immer voll gewesen, aber Vincent war trotzdem immer einsam geblieben. Mit Thomas hatte sich das geändert. Vincent erwischte sich immer öfter dabei, wie er seine eigene Arbeit unterbrach und einfach nur dabei zusah, wie Thomas die Stirn in Falten legte, am Ende eines Bleistiftes knabberte, oder sich, von einer neuen Idee beseelt, gehetzt Notizen machte. Der Mann war wirklich attraktiv, wenn er den Akademiker heraushängen ließ. Und das ließ er Thomas auch deutlich spüren.

      Vincent stand auf einer der Schiebeleitern und sortierte einmal mehr seine Regale. Auf dem linken Arm balancierte er gekonnt einen Stapel Bücher, mit der rechten Hand schob er welche auf dem Regalbrett hin und her, bis alles passte. Er hatte vielleicht nicht alle Werke in seiner gigantischen Sammlung gelesen, aber er sorgte stets dafür, dass alles dort war, wo es hingehörte. Wenn man so viele Bücher hatte, wie er, dann war das die einzige Möglichkeit, jemals eins wiederzufinden: ein gutes Ordnungssystem.
      "Du musst den zeitlichen Kontext bedenken, Thomas. Diese Aufzeichnungen sind allesamt älter als du, die meisten sogar älter als dein Vater," kommentierte Vincent von seinem erhöhten Punkt aus und schob einen dicken Wälzer an seinen neuen Platz. "Der kulturelle Unterschied spielt sicher auch eine Rolle. Würde man diesem Jäger aus Südafrika, von dem du so sehr geschwärmt hast, dass ich beinahe eifersüchtig wurde, die Notizen deiner Familie vorsetzen, hätte der sicher auch eine Meinung dazu."
      Vincent stellte den ganzen Stapel in eines der Regalfächer und rutschte dann geübt die Leiter hinunter, bevor er entspannt zu Thomas hinüber schlenderte.
      "Reicht dir die lebensbedrohliche Silbervergiftung nach einer Stichwunde denn nicht aus?," scherzte er und drückte dem Mann einen Kuss auf den Scheitel, bevor er sich einen weiteren Stapel Bücher vom Kaffeetisch nahm.
      Er wandte sich wieder der Leiter zu und kletterte sie hinauf, nur um gleich da weiter zu machen, wo er eben noch aufgehört hatte, wenn auch mit mehr Büchern, die er jonglieren musste.
      "Du musst ein bisschen zwischen den Zeilen lesen. Das habe ich gelernt, als ich mich mit all diesen Notizen beschäftigt habe. Ich bin mir sicher, dass es so einige Vampire gibt, die diese Runen schon gesehen haben. Oder all die anderen Jagdmethoden. Warum können wir uns also nicht dagegen verteidigen? Auf der einen Seite ist die Antwort klar: egal, woher diese Jäger kommen, sie alle jagen ausschließlich die jungen und dummen Vampire, die kein Jahrhundert unter dem Gürtel haben. Aber auf der anderen Seite: hast du dich mal gefragt, ob es nicht mehr gibt, als nur Menschen und Vampire?"
      Er wandte sich auf der Leiter um und lächelte Thomas verschwörerisch zu. Eigentlich hatte Vincent angenommen, dass es Thomas schon aufgefallen wäre, aber dem schien nicht so zu sein.
      "Ich bin es nicht, der diese Runen in die Ketten geritzt hat, weißt du? Ich bin auch nicht derjenige, der das Haus meiner Belegschaft abgesichert hat. Ich habe beides veranlasst, ja, aber ich habe es nicht selbst getan. Das kann ich nämlich nicht. Dazu fehlen mir - und auch jedem anderen Vampir - die natürlichen Fähigkeiten."
      Er wollte Thomas denken sehen, wollte sehen, wie er sich sein hübsches Köpfchen zerbrach über das, was er ihm da gerade mitteilte. Vincent musste sich zurückhalten, nicht vor Vorfreude breit zu grinsen.


    • Thomas zog die Stirn vermutlich zum zweiten Mal in nur drei Minuten kraus, während er dem Balanceakt beiwohnte, den Vincent da vor ihm veranstaltete. Natürlich war er schon mehr als geübt darin und würde sich auch nicht verletzen, sollte er entgegen jeglicher Vermutung plötzlich abrutschen. War es dennoch ein angenehmer Anblick zu sehen, wie weit er seinen schlanken Körper über die Leiter hinweg nach außen neigte, um die Lücke im Regal mit einem viel zu schweren Buch zu füllen? Ganz sicher nicht.
      "Der Jäger aus Südafrika, den du meinst, ist aber auch der schlauste von allen. Seine Notizen sind noch am meisten nachvollziehbar - und trotzdem kann ich kaum was damit anfangen. Vielleicht sind dort aber auch die Vampire anders? Bestimmt nicht so elegant ausgestattet in jedem Fall."
      Vincent kam herunter, was jetzt doch eine nicht geringe Erleichterung war, schnappte sich aber gleich die nächsten Bücher. Thomas schnitt eine Grimasse.
      "Nein, eine Silbervergiftung reicht mir nicht. Ich würde dir gerne ein paar Zähne ziehen und außerdem einen Knochenbruch behandeln, wenn wir schon dabei sind. Musst du so viele Bücher auf einmal nehmen?"
      Er trat an die Leiter heran.
      "Gib sie mir, ich reiche sie dir nach oben. Das ist keine Bitte, Vincent, her damit. Ich kann das nicht mit ansehen."
      Der Mann gehorchte, aber vermutlich auch nur, weil er wusste, dass er gegen Thomas' Sturkopf keine Chance hatte. Zumindest etwas befriedigt nahm er die Bücher entgegen und begann damit, Vincent das oberste immer hochzureichen.
      "Ihr könnt euch dagegen verteidigen, ihr könntet die Runen einfach entfernen oder unwirksam machen. Das ist der größte Nachteil, weshalb ich sie nicht gutheiße; sie sind viel zu unzuverlässig. Und auch alle anderen dieser Methoden sind umgehbar, sogar meine eigene. Es ist ja aber eine Frage von Sicherheit, zumindest weiß ich immer genau, wo mein Ziel sich befindet. Und ich kann mir auch wirklich sicher sein, dass es tot ist, wenn es vorbei ist. Das ist wohl auch keine Selbstverständlichkeit."
      Er runzelte die Stirn, diesmal nachdenklich und hob weitere Bücher zu Vincent hoch.
      "Es gibt mehr als nur uns, es gibt Geister. Aber Geister machen keine Runen, Runen sind bekanntlich Hexenwerk, aber Hexen gibt es nicht. Es ist sogar fraglich, ob sie jemals existiert haben, weil schriftliche Überlieferungen nur von Möglichkeiten berichten und nicht von tatsächlichen Beweisen. Mündliche Überlieferungen sind sowieso nicht authentisch, damit müssen wir gar nicht erst anfangen. Und außerdem hat schon mutmaßlich seit dem Mittelalter keiner mehr eine Hexe gesehen, deswegen ist es genauso unwahrscheinlich, dass..."
      Thomas verstummte langsam, als ihm unter Vincents leuchtendem Blick bewusst wurde, dass er sich genauso anhörte wie all die sonstigen Leugner, die er von der Existenz von Vampiren zu überzeugen versuchte. Weil schließlich gab es keine zuverlässigen schriftlichen Überlieferungen von ihnen, niemand hätte sie jemals gesehen, sie seien schon im Mittelalter ausgestorben...
      Sein Gehirn schloss Verbindungen, die ihm gar nicht gefielen. Mit großen Augen starrte er zu Vincent hoch.
      "... Wer hat dir die Runen eingraviert?"
    • Vincent bekämpfte den Drang, Thomas zu unterbrechen, während dieser all die Gründe aufzählte, warum Hexen nicht existieren konnten. Er war so davon überzeugt, es war wirklich eine Komödie in drei Akten, die sich da vor Vincents Augen abspielte.
      Lächelnd nahm er Thomas ein weiteres Buch ab und schob es ins Regal zurück, während er darauf wartete, dass der Mann sich endlich so sehr um Kopf und Kragen geredet hatte, dass er den Punkt selbst fand. Was er dankenderweise auch gleich darauf tat.
      Vincent rutschte die Leiter wieder hinunter.
      "Ich bin versucht, dich das selbst herausfinden zu lassen, aber dann würde ich wahrscheinlich auf dem Boden liegen vor Lachen, also will ich mal nicht so gemein sein."
      Er nahm Thomas die Bücher ab und stellte sie auf dem Boden ab, damit er Thomas die Arme locker um die Hüften legen konnte. Er küsste die Falte zwischen Thomas' zusammengezogenen Augenbrauen.
      "Nora kümmert sich eben um alles."
      Vincent zuckte unschuldig mit den Schultern.
      "Unter anderem auch darum, dass Esther die Ausbildung erhält, die sie wirklich braucht. Erinnerst du dich daran, als ich Jimmy und sein nest provoziert habe? Und wie ich dir sagte, dass ich nicht in der Lage sein werde, mein Haus zu verlassen? Nora hat das Gebäude mit einem ihrer Zauber geschützt, damit Jimmy nicht hineinkam; sie hat es zu einem sicheren Ort für alle gemacht. So eine Barriere funktioniert leider in beide Richtungen, deswegen konnte zwar nichts rein, ich aber auch nicht raus."
      Als Thomas Luft holte um was auch immer zu sagen, drückte Vincent ihm die Hand auf den Mund.
      "Wage es ja nicht, Nora über die Effektivität ihrer Magie zu belehren. Das überlebst weder du, noch ich," mahnte er.
      Dann nahm er seine Hand weg und küsste Thomas, in der Hoffnung, dass er ihm die nächste Information auch noch verzeihen würde.
      "Ich war auch eine Hexe. Mehr oder weniger. Meine Mutter hat es mir vererbt und ein paar kleine Partytricks gezeigt. Sie ist gestorben, bevor ich wirklich etwas lernen konnte, also habe ich nie was daraus gemacht. Auch, um mich selbst im Haushalt meines Vaters zu beschützen. Nicht, dass das jetzt noch eine Rolle spielt. Vampire können keine Magie wirken."


    • Nora?!
      Viele Sachen fielen Thomas wie Schuppen von den Augen, während er gleichzeitig auch völlig überrascht von dieser Neuigkeit war; nicht nur, dass Hexen existierten, sondern dass auch Nora eine war. Wie hatte er das nicht sehen können? Wie konnte er Vampire quasi schon erschnüffeln, aber Nora erweckte noch nicht einmal den Verdacht in ihm?
      Musste man sich so fühlen, wenn man an eigenem Leib erfuhr, dass Vampire existierten?
      Entgeistert ließ er sich von Vincent locker in die Arme nehmen, was sich irgendwie so anfühlte wie eine halbe Entschuldigung. Als ob Vincent sich jemals dafür entschuldigen müsste, Thomas mit neuem Wissen zu füttern. Sobald er diese Nachricht halbwegs verarbeitet hatte, wusste er schon, würde er die Nacht schlaflos verbringen.
      "... Also auch Esther? Und du? Vincent", schockiert betrachtete er das Gesicht seines Freundes vor ihm, "denkst du nicht, dass du mir das mal hättest sagen müssen? Das ist eine wichtige Information! Und außerdem..."
      Seine Stimme wurde leiser, er zischte entgeistert.
      "Du kannst doch keine Hexe deinen Haushalt übernehmen lassen! Sie sollte... sie könnte sonst was mit ihren Fähigkeiten anfangen! Eine Hexe! Ich dachte...!"
      Er studierte Vincents heitere Miene.
      "Als nächstes willst du mir sicher erzählen, dass Werwölfe auch real sind, oder?"
      Kaum waren die Worte ausgesprochen, war es Thomas dieses Mal, der voller Panik den Finger auf Vincents Mund legte.
      "Nein, das war rein rhetorisch, ich will es gar nicht wissen! Sag einfach gar nichts dazu! Das sind genug schockierende Nachrichten für einen Abend, ich kann nur so viel vertragen. Ich glaube es kaum."
      Zumindest war er jetzt weit genug, um wenigstens die eigenen Arme um Vincents Schultern zu legen. Er blinzelte, weil ihm sekündlich weitere Rückschlüsse das Gehirn fluteten.
      "... Wieso können Vampire keine Magie wirken? Das ist mir auch neu. ... Und von welcher Magie reden wir hier, von Hexenmagie? Gibt es etwa auch andere?"
    • Benutzer online 3

      3 Besucher