[2er RPG] In his Thrall [Codren feat. Pumi]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Da präsentierte Vincent dem Mann die Symptome für einen Vampir, der Silber angefasst hatte, im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Silbertablett und alles, woran Thomas denken konnte, war sein ärztlicher Rat. Das konnte doch nicht nur Unwissenheit sein. Innerlich musste Vincent breit grinsen: Er hatte den guten Doktor gehörig um seinen Finger gewickelt.
      "Ich bitte dich, wir müssen deswegen doch nicht verschwinden und uns ein gutes Essen entgehen lassen. Dann sind meine Hände eben ein bisschen rot jucken ein wenig. Das sind übrigens meine einzigen Symptome und sie treten auf, sobald ich Silber anfasse. Je länger ich es berühre, desto schlimmer wird es und desto länger halten die Symptome an. Ich schlage vor, wir genießen das Essen, unterhalten uns noch ein bisschen, und dann gehen wir zu dir, damit du dich um meine Hände kümmern kannst."
      Vincent zog seine Hand zwar zurück, stellte dabei aber sicher, dass er sanft über die von Thomas strich. Süßer, naiver Thomas. Zum Anbeißen.
      Vincent widmete sich wieder seinem Essen, unbekümmert über den seltsamen Anblick, den er bieten musste. Seine generelle Anonymität kam ihm gerade sehr gelegen. Und das Essen war wirklich köstlich.
      Als der Kellner zum Abräumen kam, bat er den jungen Mann darum, dem Koch seine Grüße und sein Kompliment zu übermitteln. Der Kellner strahlte von einem Ohr zum anderen, als wäre er der Koch.
      "Bleiben wir noch auf einen Nachtisch oder willst du mich gleich entführen, Herr Doktor?" fragte er, als der Kellner sich von dannen machte, um seinen Auftrag auszuführen.
      Vincents Aufmerksamkeit lag darauf, sein Einstecktuch wieder ordentlich zu falten und dorthin zurück zu packen, wo es hingehörte.


    • Thomas lehnte sich wieder zurück, ließ noch einmal den Blick über Vincents Hände schweifen, über das Silberbesteck in seiner Serviette. In diesem Moment war es ihm sogar regelrecht unangenehm, über seine Arbeit nachzudenken, als würde sie ihn überall hin verfolgen. Vincent war kein Vampir, er hatte einfach nur eine äußerst seltene Krankheit. Thomas würde sich nicht weiter mit diesem skurrilen Gedanken befassen. Seine Hand prickelte noch immer von der zarten, aber überaus deutlich spürbaren Berührung.
      Als sie ihr Essen beendet hatten, hatte Thomas endlich seine lästerlichen Gedanken in den Hintergrund gedrängt und musterte Vincent wieder mit seiner beflügelten Neugier. Der Mann war durch und durch ein Gentleman, es war gar nicht vorzustellen, dass er vorhin noch eine solche schroffe Wortwahl genutzt hatte. Er war sogar so perfekt, dass seine unschuldige Wortwahl ein Feuer in Thomas entfachte, das er sofort wieder auslöschte.
      "Ich werde dich gleich entführen, ich setze dich doch nicht länger diesem Besteck aus. Außerdem habe ich auch [b]Zuhause einen Nachtisch, wenn du unbedingt darauf bestehen solltest.[/b]"
      Er bemerkte seine eigene Formulierung zu spät, als sie schon seinen Mund verlassen hatte, und räusperte sich schnell.
      "Ich meine tatsächliche Süßspeisen, nicht... Grins nicht so! Du weißt doch genau, wie ich das meine."
      Er winkte den Kellner erneut heran, bezahlte großzügig, wies dann Vincent an, vorzugehen. Zum Schluss hätte er sich noch seinem verschlagenen Blick ausgesetzt und so konnte wenigstens er derjenige sein, der Vincents Rückseite für einen kurzen Moment musterte.

      Das Anwesen der van Helsing Familie - von der nur noch einer übrig war - war ein alleinstehendes, zweistöckiges Haus mit einem prächtigen, von Hecken eingesäumten Garten und einer kunstvollen, wenn auch kleinen Einfahrt. Das Haus selbst war mit riesigen Fenstern ausgestattet, besaß im ersten Stock einen ausladenden Balkon, der einmal ringsrum ging, und hatte auf der Südseite eine kleine Terrasse, die von einem Baldachin abgeschirmt wurde. Zu dieser späten Jahreszeit waren die Pflanzen schon größtenteils eingeschrumpft, aber die Hecken waren noch immer blickdicht und die gewaltige Eiche, die links der Auffahrt stand, hielt sich auch noch recht tapfer. Allerdings würde das spätestens dann vorbei sein, wenn der erste Schnee fiel.
      Die Kutsche ließ sie vor der Tür aussteigen, wo Thomas die wenigen Stufen nach oben stieg und nach seinem Schlüssel fischte. Als er aufsperrte, warf er Vincent einen Blick zu.
      "Am besten benutzt du keine Türklinken - oder fass lieber gar nichts an, wir wollen nichts riskieren."
      Er schwang die Tür auf, trat beiseite und machte eine einladende Geste.
      "Bitte, nach dir, nur hereinspaziert."
      Das Haus war kleiner als das Anwesen auf Harker Heights, dafür hatte es andere Vorzüge. Die Räume waren allesamt mit mindestens einer Fensterfront ausgestattet, riesige Fenster, die sich vom Boden bis zur Decke erstreckten und damit zu jeder Tageszeit eine Menge Licht hereinließen. Es gab Elektrizität, mindestens eine Lampe in jedem Zimmer, und sogar ein Telefon stand auf einem kleinen Tisch im Eingangsflur. Der Gang führte geradewegs auf die Treppe zu, hatte allerdings zu beiden Seiten hohe Durchgangsbögen, die bereits in andere Räume führten.
      Als sie eintraten, kam ihnen sofort eine von Thomas' drei Bediensteten entgegen: Elizabeth, eine kleine Frau Mitte 60, die ihr ganzes Leben schon im Dienst der van Helsing verbracht hatte. Nachdem sie auch schon da gewesen war, als Thomas zur Welt gekommen war, gehörte sie quasi zur Familie.
      "Ach, du bist es Thomas, ich dachte mir schon, dass ich doch was gehört habe."
      "Um Himmels Willen, Beth, geh doch ins Bett!"
      "Aber doch nicht, wenn Besuch da ist!"
      Sie stellte sich mit einem mütterlichen Lächeln vor Vincent auf und streckte die Arme nach seiner Jacke aus.
      "Darf ich Ihnen behilflich sein, junger Mann?"
      Thomas schürzte die Lippen.
      "Als dein Arzt befehle ich dir, ins Bett zugehen."
      "Ja ja, mach du nur. Möchten die Herren etwas trinken?"
      "Wir haben alles, was wir brauchen, geh schon. Hier entlang, Vincent."
      Er legte Vincent die Hand sachte auf die Schulter, als hätte er Angst ihn zu verbrennen, wenn er zu viel Druck ausübte, und führte ihn in den linken Raum, der sich als hohes Wohnzimmer entpuppte. In der Mitte stand eine lange, den riesigen Fenstern zugewandte Couch, eine Reihe ordentlich eingeräumter Bücherregale säumte die Wände und auf der gegenüberliegenden Seite stand sogar ein kleiner, wenn auch alter Flügel.
      Thomas dirigierte Vincent zu dem Sofa.
      "Möchtest du denn etwas zu trinken? Ansonsten werde ich die Salbe holen gehen. Zeig mir nochmal deine Hände."
    • Vincent hörte definitiv nicht auf zu grinsen. Thomas war manchmal so versteift darauf, die Sitte zu bewahren, dass er gar nicht mitbekam, wie weit er für ein geschultes Gehört daneben lag.
      "Oh, bitte. Entführ mich nur, ich werde auch nicht die Polizei rufen," scherzte er.
      Er folgte Thomas' Aufforderung und verließ gemeinsam mit dem Mann das Restaurant, dessen Namen er sich sofort merkte. Silberbesteck hin oder her, das Essen war vorzüglich gewesen.

      Der Weg zum Anwesen der Van Helsings war nicht neu für Vincent. Genauso wenig wie der Anblick des Hauses. Doch wie schon das letzte Mal, als er hier gewesen war, kam er nicht umhin, die Architektur zu bewundern. Das Haus schrie förmlich hinaus in die Welt, dass hier Vampirjäger lebten, mit all seinen Fenstern.
      Er lächelte und folgte dem Herrn des Hauses hinein.
      Die alte Beth war wirklich herzallerliebst. Vincent schlüpfte aus seinem Mantel und reichte ihn der alten Dame, ganz wie sie es von ihm verlangte.
      "Vincent Caley," stellte er sich vor, nachdem Thomas das nicht übernahm.
      Sicher, man musste sich dem Personal eigentlich nicht vorstellen, aber es war schwer, Jahrzehnte alte Angewohnheiten einfach abzulegen.
      Viel weiter kam Vincent allerdings nicht, bevor Thomas ihn tatsächlich einfach entführte. In ein hübsches Wohnzimmer, wie er bemerken musste. Der Flügel erregte dabei den Großteil seiner Aufmerksamkeit. Er hätte nicht gedacht, dass das alte Ding noch existierte.
      "Spielst du?" fragte Vincent, der den Wink mit dem Zaunpfahl und dem Sofa vollkommen ignorierte.
      Er reichte Thomas zwar seine Hand, schlenderte aber hinüber zu dem Piano. Er tippte eine Taste mit dem Finger an und lauschte. Das Ding könnte mal wieder gestimmt werden, stellte Vincent fest.
      Dann aber schob er sein Interesse an dem Instrument beiseite und wandte sich wieder Thomas zu.
      "Und, Herr Doktor? Wie lautet Ihre Diagnose?"


    • Thomas ließ seinen Blick selbst über das Klavier streifen, aber nur äußerst flüchtig.
      "Oh nein, dafür habe ich keine Zeit. Mein Großvater hat gespielt und mein Vater auch, als er jung war, aber mir hat er es nicht beigebracht. Zeitverschwendung, wenn du mich fragst."
      Er lauschte unterschwellig nach den davonschlurfenden Schritten von Beth, wusste aber gar nicht, wieso eigentlich. Sollte sie doch wach sein, sie taten schließlich nichts unsittliches.
      Er hob Vincents Hand an und musterte sie. Die Rötung war noch immer nicht verklungen.
      "Ich werde keine voreilige Diagnose stellen, dafür weiß ich zu wenig darüber. Lass uns nur sehen, ob die Salbe hilft."
      Da ließ er ihn los, bedeutete ihm zu warten, verschwand im Nebenzimmer und kam einige Zeit später mit einer mittelgroßen Tube wieder, die schon angebrochen war. Er drückte die weiße Creme auf seine Finger heraus, nahm sich Vincents Hand wieder und massierte sie auf seiner Handfläche ein, besonders auf den Fingerspitzen. Das gleiche wiederholte er mit der anderen Hand, vehement darauf bedacht keinen Augenkontakt zu machen, der seine Gedanken verraten hätte, die bei dieser eigenartigen Behandlung wirre Bahnen einschlugen. Als er geendet hatte, musste er schließlich aufschauen.
      "Spürst du schon was?"
    • Vincent lächelte bei dem Gedanken an Thomas' Großvater. Er erinnerte sich noch sehr genau an dessen spiel.
      "Zeitverschwendung?!"
      Er sah dem Doktor entrüstet hinterher und beschloss, an dieser Einstellung etwas zu ändern. Bevor Thomas zurück war, griff er unter das Instrument, wohlwissend, dass der alte Van Helsing sein Piano immer selbst gestimmt hatte. Und tatsächlich: Sein Werkzeug war noch immer an Ort und Stelle. Vincent holte die kleine Tasche aus ihrem Versteck, öffnete die Abdeckung und machte sich ans Werk, das Instrument zu stimmen. Er kam nicht besonders weit, da Thomas flink wie ein Wiesel war.
      Er beobachtete die zarten, gezielten Bewegungen des Mannes, als sich dieser um das Monster kümmerte, das er eigentlich jagen sollte.
      "Ich spüre ein leichtes Kribbeln," antwortete er auf Thomas' Frage hin. "Aber das kommt nicht von der Salbe, dessen bin ich mir sicher."
      Ein vielsagendes Lächeln schlich sich auf seine Lippen.
      "Zu schade nur, dass ich jetzt nichts mehr anfassen kann, bis deine Wundersalbe eingezogen ist. Da muss dein Flügel wohl noch ein bisschen warten."
      Er seufzte theatralisch und ließ sich auf die Bank sinken, die vor dem Piano stand.
      "Ein schönes Instrument. Zeitlos. Und du nennst es Zeitverschwendung. Arbeit ist nicht alles, Thomas. Mit deinen schlanken Fingern würdest du einen hervorragenden Pianisten abgeben."
      Er ließ seine Finger gute zehn Zentimeter über den Tasten schweben, als er eine kleine, imaginäre Melodie spielte.
      "Musik ist etwas Wundervolles, wenn du mich fragst."


    • Thomas hatte keine Ahnung, woher in Gottes Namen Vincent diese Werkzeugtasche aufgetrieben hatte, aber es war ihm in diesem Moment eigentlich auch herzlich egal; sie wird wohl irgendwo herumgelegen sein. Was ihm nicht egal war, war Vincents Blick.
      Er beobachtete, wie der andere sich vor den Flügel setzte und seine Finger in der Luft bewegte, als würde er spielen. Auch Thomas umrundete das Instrument und stellte sich hinter Vincent, sah ihm für einen Augenblick dabei zu.
      "Musik ist etwas wundervolles, aber mühselig zu produzieren. Mit der wenigen Freizeit, die ich habe, weiß ich doch...", er zögerte kurz, "etwas sinnvolleres anzufangen."
      Er legte seine Hand wie beiläufig auf Vincents Schulter ab, so dicht an seinem Hals, dass sein Daumen bereits auf seiner Haut lag. Es war nicht unsittlich, was er in seinen eigenen vier Wänden veranstaltete. Er wollte Vincent ja mit seiner seltsamen Krankheit sich auch nur besser fühlen lassen - das war es ganz sicher. Daran war nichts unsittliches.
      "Vielleicht kann ich dir den Rest des Hauses zeigen, bis... nunja. Ich glaube, mein Schlafzimmer könnte dir gefallen."
      Er drückte seine Schulter ein wenig, sein Daumen strich an seinem Hals entlang.
    • "Mühselig? Du findest wirklich die schmeichelhaftesten Worte für eine solch hohe Kunst. Aber gut. Dann lass dein Piano nur hier herumstehen für mysteriöse Junggesellen, die für eine kurze Behandlung herkommen."
      Thomas' Großvater wäre sicher enttäuscht, dass sein Engel ein solch wundervolles Instrument verkommen ließ. Selbst wenn man nicht spielte, sollte man doch zumindest regelmäßig jemanden kommen lassen, um ein Piano stimmen zu lassen - oder es eben selbst tun. Vincent beschloss, das Piano noch fertig zu stimmen, bevor er ging. Und er würde darauf spielen, wie er es vor so langer Zeit zuletzt getan hatte.
      Vincent schloss die Augen ob der Berührung durch den Van Helsing Erben. Solche Selbstinitiative hatte er gar nicht erwartet.
      "Ich hätte auch Interesse an deinem Studierzimmer, falls du eines hast," raunte er.
      Dann, in einer einzigen, flüssigen Bewegung, rutschte er von der Bank und stand auf.
      "Nur zu. Führe mich herum."
      Ob Thomas in das Hauptschlafzimmer gezogen war, nachdem dieses Haus in seinen Besitzt übergegangen war? Oder lebte er in dem Schlafzimmer, das man ihm als Kind zugewiesen hatte? Viele Fragen gingen durch Vincents Kopf, alle verknüpft mit Erinnerungen an den alten Van Helsing, an seinen ersten Besuch in diesem Haus. Geschichte wiederholte sich tatsächlich recht gern.


    • Thomas erlaubte sich ein kleines Lächeln, ein freundschaftliches, so wie er sich noch einzureden versuchte, auch wenn jegliche Hoffnung für freundschaftliche Taten bereits flöten ging. Er wollte Vincent ja nur das Haus zeigen, nichts weiter verwerfliches. Die Gedanken in seinem Hinterkopf wollten Vincent auch noch andere Sachen zeigen.
      Er zeigte Vincent flüchtig die Räume im Erdgeschoss, die moderne Küche, das einladende Esszimmer, die kleinen Kammern dazwischen. Das Haus war groß genug für eine ganze Familie samt Bedienstete, aber nachdem Thomas allein lebte, wirkte der Großteil der Räumlichkeiten seltsam verlassen und leer, als würden sie darauf warten, mit Leben erst noch gefüllt zu werden. Thomas brachte sie schnell hinter sich, ungeduldig fast, nachdem er den Großteil seines Lebens sowieso nur in den einzigen beiden Räumen verbrachte, die ihm nicht völlig verkommen und traurig vorkamen, wie die Geister eines vergangenen Lebens. Den Rest überließ er nachlässig der Pflege seiner Bediensteten.
      Er führte Vincent die Treppe hinauf, in den mit Teppichen ausgelegten Gang, an dessen Wänden Portraits der weitreichenden Familie van Helsing hingen. Thomas war selbst auf zwei von ihnen, einmal als Junge und einmal als junger Erwachsener, vor dem Hintergrund seines hoch aufragenden Vaters, einem stattlichen Mann mit einem scharfen Blick, der von dem Künstler so gut eingefangen worden war, dass man das Gefühl hatte, seine Augen würden sich durch die Leinwand hindurch in die Realität bohren. Thomas selbst hatte damals auch schon den ersten Blick draufgehabt, den er auch heute noch besaß, aber im Gegensatz zu seinem Vater waren seine Züge weicher, seine Lippen voller, seine Stirn höher. Er war eine gute Mischung aus den Genen seiner beiden Eltern, wenngleich seine Mutter schon nicht mehr auf dem Bild zu sehen war.
      "Mein Vater ist vor zehn Jahren gestorben", erklärte er, als er merkte, dass Vincent an dem Bild hängen blieb. "Durch einen Vampir. Das scheint eine weit verbreitete Todesursache in meiner Familie zu sein."
      Er musterte den älteren van Helsing etwas wehmütig.
      "Ich denke, du hättest ihn mögen können, wenngleich er vielleicht nicht sehr... tolerant gewesen wäre."
    • Vincent folgte Thomas schweigend, ließ seinen Blick aber kaum wandern. Er kannte diese Räume und in den Jahrzehnten, die seit seinem letzten Besucht vergangen waren, hatte sich absolut nichts geändert, abgesehen vom Personal und den Blumen in den Vasen.
      Doch dann erreichten sie einen Gang voller Portraits. Der hatte es auch damals schon gegeben, allerdings gab es nun selbstverständlich ein paar weitere Bilder. Vincent blieb vor dem stehen, das einen Mann zeigte, den er als Thomas' Vater identifizierte. Er sah ganz anders aus, als Vincent erwartet hätte. Überhaupt nicht wie der alte Van Helsing gleich daneben. Vincent war ein bisschen froh, dass er eher nach seinem Großvater kam. Der Mann in dem Portrait wirkte streng und irgendwie kalt.
      "Mein eigener Vater war ein Idiot. Aufgeschlossen, ja - ein Franzose eben - aber viel im Kopf hatte er meiner Meinung nach nicht."
      Was war vor zehn Jahren geschehen? Vincent war mit der Beschaffung und dem Einzug nach Harker Height beschäftigt gewesen und hatte sich nicht mit den Geschehnissen der Welt befasst - oder gar mit denen der Jäger. Er wusste nur, dass es um Harker Heights herum für eine ganze Weile keine Jäger gab, nur den dörfischen Aberglauben, den kaum jemand ernst nahm. das war schon immer ein Vorteil dieses Anwesens gewesen.
      "Ich muss mich bei diesem Mann bedanken," meinte Vincent dann und deutete auf das Portrait von Thomas' Vater. "Sein Vermächtnis bereitet mir viel Vergnügen. Ich habe schon lange nicht mehr so geistreiche - entschuldige bitte den kleinen Witz - Unterhaltungen geführt. Wobei... vielleicht sollte ich unsere Treffen eher geistlos nennen, bedenkt man, dass ich mich endlich mal mit einer lebenden Person beschäftige. Nun denn: auf zum Rest der Führung?"


    • Thomas betrachtete seinen Vater für einen weiteren Moment, sah dann zu Vincent, betrachtete dessen Seitenprofil. Er mochte die geschwungene Linie von seinem Kinn zu seinem Hals hinunter, vorbei an seinem Kehlkopf, der kurz zuckte, hinab bis unter das Hemd. Beinahe hätte er sich dazu verführen lassen, den Blick noch weiter hinab gleiten zu lassen.
      "Oh, ha-ha. Ich hätte wohl erwähnen müssen, dass schlechte Wortwitze in diesem Haus nicht gestattet sind."
      Er wies Vincent den Gang entlang hinab, übersprang zwei Zimmer und führte ihn stattdessen gleich in das Elternschlafzimmer, einen vergleichsweise kleinen Raum, der allerdings ein angenehm großes Bett beinhaltete, selbstverständlich eine Fensterfront und einen kleinen Kamin, der für zusätzliche Wärme sorgte. Allerdings war er nicht entzündet.
      "Mein Schlafzimmer - nicht so groß wie deins, wie ich anmerken darf. Es gibt wohl nur wenige Sachen in diesem Haus, die größer als deine wären."
      Herrgott, wann hatte er denn solche schlechten Anspielungen drauf? Das musste vom Wein stammen, den sie beim Essen getrunken hatten, oder vielleicht auch von der Tatsache, dass ihn Vincents Ankunft ein wenig aus der Spur gebracht hatte. Jetzt war der Mann nur wenige Schritte von dem Ort seiner Fantasien entfernt und das hatte einen wirren Effekt auf seine Gedanken.
      "Wärst du wohl so gut und würdest die Vorhänge schließen? Ich mag es nicht, wenn man hereinschauen kann, während ich hier drin bin."
      Er selbst schloss die Tür leise hinter sich, ging Vincent mit einigem Abstand nach. Er erreichte ihn, als er die Vorhänge gerade zugezogen hatte, legte ihm eine zaghafte Hand auf die Hüfte, ließ sie weiter nach vorne gleiten, bis sie auf seinem Bauch lag und Thomas vollständig herangetreten war. Er drückte den Mann vorsichtig, zögernd an seinen Körper.
      "Ich glaube", murmelte er und schob den Kopf an Vincents Schulter vorbei zu seinem Ohr, "ich würde gerne unsere... Zusammenkünfte wiederholen."
      Er hauchte einen zarten Kuss auf die Stelle hinter Vincents Ohr, wanderte ein Stück hinab und wiederholte dasselbe auf seinem Hals. Es tat so gut den Mann wieder zu spüren, ihn wieder küssen zu können, als hätte sein Körper sich die ganze vergangene Woche nur danach gesehnt, nach dieser einen Nähe, nach der Hitze, die Vincents Körper ausstrahlte. Es beflügelte ihn zutiefst, wischte all seine Gedanken fort, verschaffte ihm bereits jetzt eine tiefe Zufriedenheit.
    • "Man kann ja wohl kaum von einem Haus in einer Stadt erwarten, die dekadenten Ausmaße eines Gebäudes mitten im Nirgendwo anzunehmen. Das wäre geradezu unhöflich, findest du nicht?" scherzte Vincent, die Zweideutigkeit in Thomas' Aussage geflissentlich ignorierend.
      Stattdessen kam er der Bitte des Mannes nach und schlenderte hinüber zu den wundervollen, tödlichen Fenstern, die er nur zu gern mit den langen Vorhängen verdeckte. Schmunzelnd stellte er fest, dass sie noch immer dicker als nötig waren. Man hatte also nicht einmal diesen kleinen Teil des Hauses verändert.
      Sein Schmunzeln wurde zu einem ausgewachsenen Lächeln, als er die Hand um seine Hüfte herum spürte. Er lehnte sich leicht nach hinten, in die sanfte Umarmung des anderen hinein, schnurrte leise ob der zarten Lippen an seinem Hals.
      "Das klingt nach einer gar vorzüglichen Idee, Doktor Van Helsing," raunte er zurück.
      Er griff hinter sich, ließ seine Hand über Thomas' starken Oberschenkel streichen. Nach all der Zeit würde also auch das Anwesen der Van Helsings einen Blick in die Vergangenheit werfen können. Es schien fast so, als ob dieses Haus auch seine Echos hatte.
      "Sieh einer an," kommentierte Vincent leise. "Deine Salbe scheint eingezogen zu sein. Ich habe die Hände wieder frei."


    • Thomas spürte Vincents Hände nur allzu deutlich an seinem Oberschenkel, verstärkte den Griff um den Bauch des Mannes, presste ihn fester an sich. Es war kaum zu glauben, dass er in der kurzen Zeit, die sie sich kannten, bereits eine solche Anhänglichkeit entwickelt hatte. Er war Vincent voll und ganz, mit Haut und Haaren, verfallen.
      "Ich habe dich vermisst", gestand er, drehte ihn an der Hüfte herum, starrte für einen Moment in die glitzernden Augen. Alles in ihm verlangte nach diesem Mann, er hätte es gar nicht aufhalten können, wenn er es auch nur gewollt hätte.
      Er schob die Hand seitlich in dessen Haare, zog seinen Kopf zu sich, küsste ihn sehnsüchtig und lange. Vincent roch noch genauso, wie er es in Erinnerung hatte, er schmeckte noch genauso wie damals, es war überraschend überwältigend. Er drängte ihn ein Stück nach hinten, so wie es Vincent schon mehrfach getan hatte, und presste ihn schließlich mit seinem ganzen Körper gegen die Vorhänge und die Fenster dahinter, küsste ihn weiter, verschlang seine Lippen geradezu. Wer hätte gedacht, dass er jemals Spaß am Küssen empfinden würde?
      Als er sich nach einer Weile endlich dazu durchringen konnte, von ihm abzulassen, hatte er längst vergessen, wieso er seine Lippen überhaupt hatte freimachen wollen. Er leckte sich darüber, starrte für einen Moment in Vincents Augen. Seine Hand hatte sich in dessen Hüfte verkrallt.
      "Übernachte doch hier, ich lasse dir ganz offiziell das Gästezimmer herrichten."
    • Zimt und Antiseptikum. Eine Mischung, die nicht besser hätte riechen können, nicht für ihn.
      Vincent lehnte sich in diesen ersten Kuss, ergriff Thomas' Hüften, als dieser ihn zurück drängte. Sofort war er wieder in seinem Frühstückszimmer vor einer Woche, seinem Studierzimmer, seinem Schlafzimmer. Er wollte diesen Mann hier vor sich mehr als er jemals jemanden gewollt hatte.
      Er wollte Thomas nicht gehen lassen, als dieser den Kuss löste, lehnte sich sehnsüchtig nach vorn, um mehr zu kriegen, doch Thomas verwehrte sich.
      "Ich dachte, die gute Beth sollte ins Bett gehen?" raunte er, dann schloss er die wenige Distanz zwischen ihnen und küsste Thomas erneut, geradezu hemmungslos.
      Das Biest in seinem Inneren begehrte auf, wollte auch etwas hiervon haben. Allerdings war hm egal, ob er den Tod oder den Körper von Thomas bekam.
      Er packte Thomas' dichte Haare am Hinterkopf, zwang seinen Kopf nach hinten, und gab sich selbst freien Zugang zu dessen Hals. Sanft knabberte Vincent am Hals des Doktors.
      "Wenn ich ein Vampir wäre," hauchte er. "Dann würde ich hier zubeißen, richtig?"
      Er kämpfte ein Knurren nieder, denn er führte hier nicht nur Thomas in Versuchung, sondern auch sich selbst, das Monster, das in seinem Inneren nicht schlummerte, sondern rumorte.
      Mit seiner freien Hand ergriff er Thomas' Handgelenk. Er wandte sich von dessen Hals ab und stattdessen dem Arm zu.
      "Oder doch lieber hier?" fragte er und biss harmlos in Thomas' Handgelenk, ohne den Augenkontakt mit dem Mann zu unterbrechen.
      Oh, wie sehr er wirklich zubeißen wollte. Er hatte die Lippen dieses Mannes kosten können, seine Ekstase, seine schwitzige Haus. Aber das, was er wirklich wollte, war ihm noch immer verwehrt.


    • Eine Antwort blieb Thomas erspahrt, als sich Vincents Lippen wieder an seine pressten, ein unsägliches Verlangen auf ihnen, das sich auf ihn übertrug. Er wollte gar nicht mehr an etwas anderes denken als Vincent, hätte schon gar nichts anderes mehr durchgelassen. Für ihn gab es nur noch seine Berührungen und diesen Raum um sie herum.
      Er keuchte auf, als ihm der andere den Kopf in den Nacken zog, spürte ein Kribbeln, das ihm durch den Körper schoss, als er die Zähne an seinem Hals spürte. Es war nicht mehr als ein leichtes Knabbern, aber fast wünschte er sich, es wäre doch etwas fester.
      "Mhm."
      Vincents Lippen verließen wieder seine empfindliche Stelle, wandten sich stattdessen seinem Handgelenk zu, das er ihm widerstandslos hinhielt. Sein Blick hielt ihn völlig gefesselt.
      "Ich glaube der Hals ist besser", murmelte er, lächelte ein wenig. "Der Arm wäre so unpersönlich."
      Er nutzte die Hand, die so dicht an Vincents Kopf lag, legte sie ihm an den Hinterkopf, hielt ihn für einen Kuss fest. Seine Finger rauften ihm durch die Haare, versuchten Halt darin zu finden. Die andere Hand lag noch immer auf seiner Hüfte, fand ihren Weg schließlich zu seinem Rücken, umschlang ihn und presste ihn an sich. Schließlich trat er einen Schritt zurück, zog Vincent mit sich, ließ sich rücklings auf das Bett fallen und zog den anderen auf sich drauf.
      "Mir werden bestimmt noch ein paar andere Orte einfallen, die du als Vampir beißen könntest", schmunzelte er, zog seinen Kopf zu sich herab, präsentierte seinen Hals in seiner vollen Länge. Wenn er nur könnte, würde er sich bis ans Ende seiner Lebtage von Vincent verführen lassen.
    • So ein bereitwilliges Opferlamm, schoss es Vincent durch den Kopf, doch er verdrängte die Stimme, die ihm diese Worte zuflüsterte.
      Er ließ sich von Thomas mitziehen und als sie nur einen Augenblick später auf dem Bett lagen, ging er auf alle Viere, ragte über dem Erben der Van Helsings auf, bis dieser ihn willentlich ans einen Hals zog. Vincent konnte nicht widerstehen und biss ein bisschen fester zu. Nicht so, dass seine Zähne die Haut durchstießen, aber doch fest genug.
      Vincent musste sich aktiv dazu zwingen, von dem Hals des Mannes auch wieder abzulassen. Aber er tat es, richtete sich auf, sodass er rittlings auf Thomas' Schoß saß.
      In aller Seelenruhe schlüpfte er aus seinem Jackett, das er achtlos beiseite warf. Dann knöpfte er sein Hemd auf, Stück für Stück für Stück. Er ließ Thomas dabei nicht aus den Augen.
      Schließlich lehnte er sich wieder vor, aber nicht, um Thomas zu küssen. Seine Lippen schwebten nur wenige Zentimeter über denen des anderen Mannes. Er lächelte, als seine Finger ihren Weg zu den Knöpfen von Thomas' Hemd fanden. Sobald er auch dieses Kleidungsstück geöffnet hatte, ließ er seine Hände über Thomas' Bauch und Brust streichen, über seine Schultern und Arme. Diese hob er über Thomas' Kopf, hielt sie dort fest. Dann ließ er seine Hüften Kreisen, einmal, zweimal.
      "Was willst du, dass ich mit dir anstelle, Thomas?" fragte er, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern.


    • Ein Schmerz zuckte durch Thomas' Hals und er bäumte sich ein Stück gegen Vincent auf, ein unwillentliches Stöhnen auf den Lippen. Der Schmerz vermischte sich mit seiner Lust, war beinahe groß genug, um sie zu überragen - aber eben nur beinahe. Das süße Gefühl der unsichtbaren Grenze, vor der sie balancierten, ließ Thomas aufkeuchen und insgeheim nach mehr verlangen.
      Da war es aber auch schon wieder vorbei und Vincent ließ ab von ihm, richtete sich auf, fing an sich zu entkleiden. In dem qualvoll langsamen Tempo, das er dabei an den Tag legte, wurde Thomas unruhig; er griff nach Vincents Oberschenkeln, strich sie entlang nach oben, packte fest genug zu, um die Muskeln unter der Hose zu spüren. Sein Blick war gefangen auf den beschäftigen Fingern, die stumme Aufforderung darin, schneller zu sein, er wusste, dass sie es konnten und nur nicht wollten. Es machte ihn ganz wahnsinnig.
      Schließlich hatte Vincent sich endlich entblößt, beugte sich hinab zu ihm in seine einladende Umarmung, ließ es zu, dass Thomas besitzergreifend die Arme um ihn schlang. Allerdings kam er nicht weit genug herab für einen Kuss und widerstand Thomas' Drängen, ihn weiter zu sich herabzuziehen. Stattdessen fixierte er seinen Blick auf ihm und während seine Finger eines Eigenlebens bemächtigt sein Hemd aufknöpften, verlor Thomas sich in dem Glitzern der hellen Augen, die ihn beobachteten. Er wollte ihn küssen, wollte die zum Lächeln gekräuselten Lippen berühren, die viel zu nahe waren, um nicht eine anziehende Wirkung auf ihn zu haben. Er verzog flehend das Gesicht.
      "Vincent..."
      Der andere beschäftigte sich stattdessen damit, sein Hemd aufzuschlagen und über seine Brust zu streichen, seine Arme hinauf, sie ihm über dem Kopf festzuhalten. Jetzt konnte er ihn nichtmal mehr berühren; er wandt sich unter dem Griff, streckte sich Vincent entgegen. Der hatte angefangen sich an seinem Schritt zu reiben, was die Sache nicht gerade besser machte.
      "Lass mich los", bettelte er ungeduldig und rutschte unter Vincent herum, presste seine Hüfte gegen ihn. "Lass mich los und lass mich dich nehmen. Bitte."
      Er versuchte sich eigenmächtig aus seinem Griff zu befreien, wollte ihn an sich drücken, seine Hüfte ergreifen, ihn küssen, seinen Hals liebkosen, alles gleichzeitig tun. Er hatte zu lange darauf gewartet diesen Körper wieder an sich spüren zu können, hatte zu wenig die kurze Zeit ausgekostet, die sie miteinander verbracht hatten. Jetzt wollte er keine Sekunde mehr länger warten.
    • Vincents Lächeln wurde zu einem teuflischen Grinsen ob der Worte des guten Doktors.
      "Nehmen willst du mich also?"
      Er wechselte seinen Griff, sodass er Thomas' Arme mit nur einer Hand über dessen Kopf festhalten konnte. Kein Kunststück für jemanden mit seiner Stärke. Seine nun freie Hand legte er wieder auf die starke Brust des Mannes. Er konnte den kräftigen, schnellen Herzschlag unter der Haut, den Muskeln, den Knochen spüren. Es ließ ihm das Wasser im Munde zusammenfließen.
      Wieder ließ er seine Hüften kreisen.
      "Willst du mich hier?" raunte er. "Oder doch lieber hier?"
      Ohne große Ankündigung küsste er Thomas, schob seine Zunge vielsagend in dessen Mund. Seine Hand glitt über den Oberkörper des Mannes, quälend langsam, bis er dessen Hosenbund erreichte. Mit flinken Fingern öffnete er die Knöpfe, wie er es bereits mehrere Male zuvor getan hatte, und schob seine Hand noch tiefer, bis er Thomas' zu greifen bekam.
      "Oder doch lieber da?" hauchte er in den Kuss.
      Er ließ einen Finger um Thomas' Spitze kreisen, dann zog er seine Hand zurück und öffnete seine eigene Hose. Kurz darauf nahm er sie beide gemeinsam in die Hand, streichelte sie beide sanft.
      "Ich bin nicht so leicht zu haben, weißt du Thomas? Wenn du mich nehmen willst, dann musst du dir das schon verdienen."


    • Thomas hatte keine Chance, sich aus dem Griff des Mannes zu winden, egal wie sehr er sich bemühte. Seine Ungeduld nahm mit jeder Bewegung des Mannes zu, mit jeder noch so kleinen Berührung, mit der er über seine Brust strich. Er streckte sich ihm entgegen, ließ sich wieder auf das Bett zurückfallen. Schließlich kam Vincent doch zu ihm, begrub sein nächstes, aufkommendes Flehen mit einem Kuss, ließ ihn sich für einen Moment in dem Kuss verlieren. Für ein paar Sekunden nur gab er die Gegenwehr auf, seufzte in den Kuss hinein, spürte seine Zunge an der des anderen. Dann versteifte er sich sogleich wieder, als Vincent seinen Weg in seinen Schritt fand. Von jetzt auf gleich hatte er wieder das unbezwingbare Verlangen, den Mann an sich zu drücken und ihn unter sich zu begraben.
      Er fing wieder an sich zu winden.
      "Ich werde es mir verdienen", versprach er, verzweifelt, den Blick des Mannes suchend. Die Hand an seinem Glied verstärkte seine Atmung, er keuchte auf.
      "Lass mich dich berühren, Vincent, ich bitte dich. Lass dieses Spielchen sein, ich werde tun, was auch immer du dir wünschst."
      Nachdem es sowieso seinen eigenen Wünschen entsprechen würde - solange er nur seine Hände frei bekam. Er streckte sich unter Vincent, presste seine Hüfte ein weiteres Mal an ihn, startete einen neuen Versuch, sich unter ihm herauszuwinden. Sein Gesichtsausdruck war geradezu flehentlich, sein Blick vor Verlangen feurig. Das diabolische Grinsen in Vincents Gesicht machte es nur noch schlimmer.
    • "Was, wenn ich mir wünsche zu spielen?" gab Vincent zurück, wohlwissend dass er den guten Doktor damit zur besten Art von Weißglut trieb.
      Er beugte sich hinunter, küsste Thomas' Kiefer, seinen Hals, seine Brust. Er nahm seine Hand von seinem Schritt, stemmte sie neben Thomas' Kopf in die Laken.
      "Aber ich bin kein Monster, dein Flehen wurde erhöht, guter Doktor. Für den Anfang gewähre ich dir deine Bitte," hauchte Vincent gegen die erhitzte Haut unter seinen Lippen.
      Er richtete sich auf wie zuvor, ließ dabei Thomas' Handgelenke los. Das Biest in seinem Inneren rebellierte lautstark: wie konnte er eine so leichte Beute einfach davonkommen lassen?! Doch Vincent ignorierte seine animalischen Instinkte. die hatten schon lange nichts mehr zu melden, egal wie betörend der Duft dieses Mannes war oder die Aussicht auf das, was hier heute Nacht geschehen würde.
      "Ich gehöre ganz dir, Thomas. Verdiene dir das Recht, mich zu nehmen, wie es dir passt. Und vielleicht, ganz vielleicht, schaffst du es ja sogar, mich dazu zu bringen, deinen Namen zu schreien."
      Mit einem weiteren Grinsen stand Vincent auf und wie bei ihrer Begegnung in seinem Studierzimmer breitete er die Arme aus, präsentierte sich völlig, ohne Hemd, mit offener Hose, nichts der Fantasie überlassend außer vielleicht die Dinge, die man mit ihm und seinem Körper so anstellen konnte. Dinge, die er selbst anstellen würde. Dinge, die er mit anderen anstellen könnte.


    • Thomas glaubte gleich vor Spannung zu zerreißen, als Vincent ihn endlich freigab. Er musste sich beherrschen, den anderen Mann nicht gleich zu packen und sich auf ihn zu rollen, als er sich aufrichtete, zu groß war die Gefahr, dass er er sich das "Recht" verweigern würde. Gott, wie ihn diese Forderung anspornte.
      Er starrte für einen Moment auf Vincent, der sich ihm vor dem Bett präsentierte, beinahe gänzlich nackt, entblößt genug, um Thomas' Fantasien mit Nahrung zu füttern. Er folgte der Spur seiner Muskeln von seiner Brust weg hin zu seinem Bauch hinunter und zu seiner Taille, ein unheimlich ansehlicher Teil seines Körpers, der ihn magisch anzog. Er vergeudete eine weitere Sekunde damit zu starren, dann sprang er ungeduldig auf, schlang die Arme um seine Taille, hob ihn ein Stück hoch und bugsierte ihn zur Wand, wo er ihn - wie schon zuvor - mit seinem Körper dagegenpresste. Er verkrallte seine Finger in seinem Oberschenkel, reckte sich zu ihm und presste seine Lippen auf die des anderen, ein hemmungsloser, vor Verlangen triefender Kuss, den er mit seiner anderen Hand unterstrich, mit der er über Vincents Wange fuhr. Seine Hand wanderte weiter zu seiner Schulter hinab, zu seiner Brust, griff zuletzt seine Hüfte, hielt sie fest, während er seine an ihn presste. Er keuchte auf, seine Lippen verharrten für einen Moment lose an den des anderen.
      "Darauf habe ich so lange gewartet..."
      Er küsste ihn erneut, konnte es nicht länger abwarten, schickte seine Lippen auf Wanderschaft, zog eine Spur von Vincents Lippen hinab zu seinem Hals, hielt sich dort lange genug auf, um Vincent ein Geräusch zu entlocken, zog weiter zu seiner Schulter. Seine Hand auf der Hüfte des Mannes ahmte die Bewegung nach, schob sich zwischen ihrer beider Körper nach unten, verharrte dann. Er hob den Kopf, küsste Vincent erneut auf die Lippen und ließ von ihm ab, um ihm endlich die Hose auszuziehen und sie kurz darauf beiseite zu werfen. Für einen Moment starrte er wieder nur, der nackte Mann vor ihm war so unglaublich schön, dass es ihm die Sprache verschlug.
      "Oh Vincent..."
      Er trat wieder an ihn heran, lehnte sich an ihn, küsste ihn. Seine Hand fand ihren Weg nun von ganz allein zu dessen Schritt, streichelte ihn, massierte ihn, spielte mit den Fingern. Sie wanderte auch noch weiter hinab, zwischen seinen Beinen hindurch, fand die Stelle, die seine eigene Erregung steigerte. Er massierte auch sie für einen Moment, sah zu Vincent auf.
      "Möchtest du lieber stehen? Oder liegen?"
    • Benutzer online 2

      2 Besucher