Nothing's what it seems ✶ [Alea & Juvi]

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    • Timea Rutherforth

      Währenddessen saß Timea im Krankenzimmer auf ihrem Bett, die Hände ineinander verschränkt, der Blick auf den weichen Stoff, der ihren Körper umhüllte gerichtet und erleichtert, dass ihr Vater nach einer ganzen Weile mal den Raum verlassen hatte. Vor allem, nachdem er ihr Einiges zu erzählen gehabt hatte, was sie nun erstmal verarbeiten musste. Sie verstand sowieso nicht, wie er derart entspannt über die ganzen irrealen Vorkommnisse reden konnte, als wäre es das normalste der Welt. Es war unter keinen Umständen normal von Monstern umgeben zu sein, geschweige denn sich von heute auf morgen selbst in eins zu verwandeln und Experimenten und Misshandlungen ausgesetzt worden zu sein! Als Sahnehäubchen dann noch die Verkündigung eines VERLOBTEN?! Das war doch wohl alles ein großer Scherz! Ein Alptraum, nichts weiter. Insbesondere wenn sie die Person bedachte, mit der sie verlobt zu sein war. Dieser kaltherzige Blondschopf, der in die Köpfe andere eindringen und ihnen Schmerzen bereiten konnte. Er war gruselig, unhöflich, herzlos, arrogant und alles andere noch, was sie an Personen sowieso nicht ausstehen konnte!
      Die Dunkelhaarige rieb sich die Schläfen und zuckte jäh zusammen als ihre Haut die plüschigen Ohren an ihrem Kopf streiften. Diese plüschigen Auswüchse, die aus dem Haarwuchs herauslugten und auf jegliche Art von Berührungen sehr empfindlich reagierten, waren definitiv gewöhnungsbedürftig. Sie liebte Katzen und diese zu streicheln oder zu schmusen über alles, aber deshalb selbst eine sein wollen? Nicht wirklich.. obwohl es schon immer mal ein Gedanke gewesen war, den sie in der Vergangenheit gewünscht hatte, wahrwerden zu lassen. War doch immerhin ein cooler Gedanke. Doch genau das war das Problem! Ein Gedanke materialisierte sich nicht einfach und daher konnte man diesen nachhängen. Wenn es dann aber doch – irrationalerweise – geschah, war das alles andere als cool! Kopfschüttelnd versuchte sie den Schleier des Nebels abzuschütteln, der sich allmählich um ihren Verstand zu legen schien, doch es war zu schwer nach allem, was in so kurzer Zeit erlebt hatte.
      Schließlich wanderten ihre nun katzenartigen grellen Augen zu der Hundedämonin, die sich seit einiger Zeit in ihrem Zimmer aufgehalten hatte und ihr schon viel Mut zugesprochen hatte, obwohl sie sich gar nicht kannten. Sie wusste es nicht genau, aber sie war unmöglich jünger als Timea, auch wenn das Mädchen zu aussah. Ihre Art und Weise zu reden und auch ihr Verhalten, ihre Blicke, erschienen oft so.. reif. Beinahe weise. „Danke..“, sagte die junge Katzendämonin schließlich, wenn auch mit noch recht schwacher Stimme, die offenkundig für ihre Zerstreuung und Überforderung der Situation geschuldet war. „Ich bin ehrlich gesagt.. froh gerade nicht alleine zu sein. Mit meinen Gedanken..“
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      Alexander van Necrach

      Alexander grinste in sich hinein, während er einen kräftigen Schluck seines Drinks zu sich nahm. Der Anblick wie Azrael gejagt und verfolgt oder Panik auslösen würde, war schon etwas, das den jungen Vampir reizte zu sehen. Nicht etwa, weil er sienen besten Freund leiden sehen wollte, sondern weil er es als ein amüsantes Unterhaltungsprogramm sah Menschen auf so groteske Weise brüllen und ängstlich davon rennen zu sehen oder diese vermeintlichen Dämonenjäger, die glaubte, sie könnten einen echten Dämon das Wasser reichen. Am Ende des Tages würden sie alle eh kein Licht gegen Azrael sehen und wenn dieser zu gnädig wäre und sie davonkommen lassen würde, wüsste er aber, dass Alexander sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen würde sich mit eben jenen auf seine ganz eigene Art zu unterhalten. Natürlich würde er dabei wieder Azraels kritischen Blick auf sich spüren, aber hey! Man lebte nur einmal und diese Ungeziefer verdienten es nicht leben zu bleiben, wenn sie glaubten einem Dämon die Stirn bieten zu wollen – oder das Pech hatten dem Blondschopf über den Weg zu laufen, wenn er gerade mächtig Kohldampf schob. „Ganz ehrlich, Alter: Ne Schüssel kandierte Spinnen, ein Becher Black Widow und ein gemütlicher Sessel und ich könnte einem solchen Unterhaltungsprogramm im Leben nicht abgeneigt gegenüberstehen. Wenn du es sogar schaffst jeden Einzelnen von diesen Insekten persönlich den gar auszumachen, geb ich dir sogar einen aus~“, meinte der süffisant schmunzelnde Vampir, sein Glas leicht schwenkend.
      Dann stellte er das Glas wieder ab, sein grinsen verebbte leicht. „Du hast schon recht. Niemand weiß so recht, ob sie es wirklich ist. Niemand weiß ob es weiblich oder männlich sein könnte. Niemand. Nicht einmal ihr Vater. Er wollte damals nur verhindern, dass irgendwer auf genau diese Ideen kommt. Blöderweise hat er meine Familie um Hilfe gebeten es zu vertuschen und Baba.. hatte damals eine Vision als sie sie als Baby sah. Und diese Vision zweifelt keiner unserer Familie an. Es war nicht mal so, dass sie wirklich sagte, dass sie es sei.. Aber sie sprach, wie immer, so verdammt kryptisch, dass es einfach angenommen wurde. Seitdem lässt keiner von ihnen sich beirren etwas Anderes zu glauben. Baba.. irrt sich immerhin nie. Und das stimmt schon, nur vielleicht haben sie die Prophezeiung einfach falsch interpretiert. Ich hoffe es zumindest.“, sprach er seufzend und exte den Rest seines Drinks. „Sie testen huh.. gar nicht mal eine so miese Idee. Aber ich wette das Fellkneul macht da nicht mit. Außerdem will ich mindestens 3 Meter Distanz zwischen diesem stinkenden Etwas und mir wissen. Ist ja widerlich, wie die stinkt. So ein richtiges Fell besetztes Insekt.“, knurrte er verstimmt und sah grummelnd zur Seite. „Und wer soll uns überhaupt helfen, ohne die Klappe aufzumachen?! Ich wüsste von keinem, der einen solchen Test durchziehen und dabei noch stillschweigen kann, wenn—“ Alexander verstummte jäh und seine Augen begannen sich zu weiten. „Oh nein.. du meinst doch hoffentlich nicht sie! No, no, no, no, nooooo! No – never! Vergiss es. Keine 10 Oni bekommen mich dahin! Du hast eindeutig schon zu viel von dem Zeug gesoffen, Azra.“
      "Don't let me go. You hear me? It doesn't matter how much I step away. Just don't ever let go of me. Hold me tight. Just like right now.."
    • Azrael
      Azrael kannte seinen Freund gut, als dieser so grinste und konnte sich ausmalen, was er sich gerade vorstellte. Aber im Gegensatz zu Alec, hegte Azrael keinen Groll gegen die Menschen, schließlich ist er ja selbst zur Hälfte einer. Er mochte nur diese nicht, die andere quälten und da war es egal, ob es sich dabei um Dämonen, Tiere oder eben Menschen handelte.
      "Du weißt ganz genau, dass ich das niemals so einfach tun würde. Außerdem ist es uns verboten, die Menschen zum Spaß zu töten! Sie müssen eine Gefahr darstellen oder man musste aus Notwehr handeln." erinnerte der Gehörnte seinen Freund, dem das eigentlich auch klar sein musste. Aber der Vampir ist nicht der Anzeige in der Dämonenwelt, der so abfällig über Menschen dachte und wer konnte es ihnen verübeln, haben in den dunklen Zeitaltern die Dämonen sehr unter den Menschen gelitten.
      "Für dass du und deine Familie sonst so rational seit, scheint ihr in diesem Fall ganz schön abergläubisch zu sein." musste Azrael schmunzeln, wie der Blonde von dem Großmütterchen Baba erzählte. Sie ist wirklich etliche hunderte von Jahren alt und wenn auch Vampire Demenz bekommen konnten, schien sie wohl diese schon etwas zu haben. Azrael selber hielt nichts von Prophezeiung und auch nicht die von Baba nahm er sehr ernst. "Da wird ein Mal etwas richtig vorausgesagt und ab da an glaubt man alles." schüttelte er innerlich den Kopf darüber.
      "Nenn sie doch nicht so. Sie hat einen Namen. Timea." tadelte Azrael seinen Freund, als er die Halbdämonin als Insekt bezeichnete. Noch sah er es ihm nach, da er bestimmt noch immer schlechte Laune hatte, wegen der Zwangsheirat, doch auf Dauer würde ihn diese Bezeichnung selber etwas treffen, schließlich ist und bleibt er ja auch nur ein Mischling.
      Die Idee mit dem Test fand bei Alec Anklang, wobei er das nur so daher gesagt hatte. Und dann sträubte sich der Blonde wieder. "Sie?" hakte der Gehörnte nach, stand er wohl gerade auf dem Schlauch und kam nicht hinterher, wen Alec gerade genau meinte.

      In der Zwischenzeit war Naosu wieder im Krankenzimmer bei Timea. Ihr Vater weg und sie saß ganz alleine auf der Liege und hatte sich eine Decke um ihre Schultern gelegt. Die Heilerin ließ der jungen Halbdämonin alle Zeit, die sie brauchte und drängte sich ihr nicht auf. Hundedämonin ging einfach ihrer Arbeiter weiter nach, räumte hier und da ein bisschen auf und warf den nun leeren Pizzakarton weg.
      "Du musst dich nicht bedanken. Das ist doch selbstverständlich. Schließlich bin ich eine Heilerin und das Wohlergehen meiner Patienten liegt mir besonders am Herzen." winkte Nao ab. "Ach so. Bei den Menschen nennt man das "Arzt", nicht wahr? Nur kann ich viel mehr, als diese." grinste die Dämonin recht stolz.
      "Willst du vielleicht deine Gedanken mit mir teilen? Oder hast du fragen? Ich werde sie dir gerne beantworten." bot Naosu Timea an, dass sie ihr Herz gerne bei ihr ausschütten durfte, wenn sie es denn wollte.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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