A Dash of Luck [Asuna feat. Pumi]

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    • Baxter werkelte sofort wieder rum, kaum hatten die beiden die Küche betreten.
      "Was du Kontrollverlust nennst ist ein geradezu perverser Eingriff in die privateste aller Sphären, aber na gut, rede es es dir nur schön. Du darfst mich übrigens gern in der Einzahl ansprechen, ich bin immer noch ich. Nur, weil ich mir einen Teil meiner Selbst mit anderen teile, heißt das nicht, dass ich ein Kollektiv bin. Aktuell sprichst du jedenfalls nur mit mir. Die anderen von eben haben sich verzogen."
      Baxter begann damit, einige Zutaten aus einer großen Ledertasche, die der Warlock mitgebracht hatte, zusammenzumischen.
      "Wenn dich der Efeu stört, da in der Dose ist was, das kannst du dir unter die Nase schmieren, dann riechst du meine Aura nicht mehr. Die kann ziemlich penetrant sein, ich weiß. Als hätte man es mit fünf Personen zu tun."
      Baxter zuckte entschuldigend mit den Schultern.
      "Also pass auf: Wir haben ein bisschen gebrainstormt und die ein oder andere Theorie entwickelt. Ich kümmre mich jetzt erstmal darum, dass du nicht mehr unkontrolliert blau anläufst. Unter der Dusche oder im Schwimmbad wird dir das nicht viel bringen, aber ein Spaziergang im Nieselregen und generelle Öffentlichkeit ist drin. Die Gute Nachricht: deine Temperatur, den Schwindel und die Übelkeit kannst du mit den üblichen Hausmitteln und Medikamenten bekämpfen. Was das Sehen von Auren angeht... tja, das ist die schlechte Nachricht: Solange dein Freund da drin nicht mit dir redet, wirst du auch nichts sehen. Du hast dich noch nicht selbst verwandelt, was heißt, dass all deine lustigen Fähigkeiten eigentlich gar nicht deine sind, sondern die von deinem Drachen. Du weißt ja: erste Verwandlung ist die Zusammenführung beider Hälften und so weiter."
      Baxter's Kopf schoss in die Höhe, als hätte der Warlock ein Geräusch gehört, doch es gab nichts zu hören. Zumindest nichts, was jemand außer Baxter hören konnte. Eine Minute lang stand Baxter einfach nur rum, wie eingefroren. Danach machte der Warlock weiter, als sei nichts gewesen.
      "Die einfachste Lösung wäre natürlich, wenn du es irgendwie schafft, deine Verwandlung auszulösen. Was dein furchtbarer, furchtbarer Vater direkt noch eine Ecke schwerer gemacht hat. Ich bin überrascht, dass Danny ihm keine geklatscht hat. Hätte der Mann auf jeden Fall verdient und die Art von Geklatsche ist normalerweise genau Danny's Ding. Einmal reinspucken, bitte."
      Baxter hielt Ro die kleine Schale hin, an der der Warlock bislang gearbeitet hatte. Darin befand sich nicht viel mehr als ein blassgraues Pulver. Sobald Ro der Aufforderung nachgekommen war, arbeitete Baxter ungebremst weiter. Es war offensichtlich, dass der Warlock wusste, was auch immer getan werden musste. Einige Minuten später reichte Baxter Ro ein Gläschen mit kleinen, blassblauen Tabletten.
      "Jeden Tag, an dem du nicht blau sein willst oder kannst, nimmt du eine von denen. Die halten ungefähr zwölf Stunden, also sei vorsichtig mit dem Timing, Cinderella. Um wirklich rauszufinden, was dein 'Vater' mit dir angestellt hat, müssten wir dich berühren. Wird nicht hübsch für uns und wahrscheinlich auch nicht hübsch für dich, insbesondere in deinem aktuellen Zustand. Wir brauchen...", Baxter starrte Ro einen Augenblick lang an, "mindestens sieben Sekunden, ideal wären zehn."


    • "Sorry. Dane hat mir vorhin nur kurz was zu dir erklärt und daher war ich mir nicht sicher, wie ich dich jetzt ansprechen sollte."
      Ro kratzte sich beiläufig am Kinn. Es musste angenehm sein, wenn man nicht permanent seinen Geist mit anderen teilen musste sondern auch mal Zeiten für sich hatte. Wobei der Drakin diesen Preis gerne zahlen würde wenn sich ihm dadurch satte 4 weitere Perspektiven und Erfahrungsstände eröffneten. Folglich reagierte er auch nicht auf den Hinweis bezüglich seiner Aura. Sie war zwar extrem stark ausgeprägt aber bei Weitem nicht unangenehm. Hätte der junge Mann nicht solche eine Affinität für die Natur wäre er vielleicht auf das Angebot zurückgekommen.
      Ein ungehaltenes Schnalzen erklang, das von Ro's Zunge stammte. Er hatte bereits befürchtet, dass viele seiner Fähigkeiten quasi nur auf geliehener Basis funktionierten. Deswegen hatte sich seine Sicht kurzzeitig auch so verbessert nachdem er sich seinem anderen Teil angenähert hatte. Die Überlegung, dass er am Ende des Tages ohne seine andere Hälfte nichts anderes als ein gewöhnlicher Mensch sein konnte, traf ihn mit unerwarteter Härte.
      "Klar ist eine Verwandlung das einfachste. Ich hab aber noch nie gehört, dass man es erzwingen kann. Ich weiß ja, was fehlt. Ich weiß nur nicht, wie ich dran kommen soll. Alle, die ich in meiner Familie danach gefragt haben, waren damit schon geboren worden. Reinspucken?...Okay..."
      Es hatte etwas erstaunlich befriedigendes, Baxter beim Mischen zuzusehen. Sämtliche seiner Bewegungen waren im Fluss, kein Zögern oder Stocken unterbrach seinen Workflow. Ro ertappte sich dabei, wie er seinen Ellbogen auf der Marmorplatte aufstützte und sein Kinn in seiner Hand drapierte, um aufmerksam zuzusehen. Er hatte so ziemlich null Ahnung, was genau der Warlock da tat, aber es spielte jetzt gerade auch keine Rolle.
      "Was verlangst du eigentlich für deine Arbeit? Dane kennt zu viele Leute aber ich bezweifle, dass du uns einfach aus Freundlichkeit hilfst."
      Bewusst benutzte Ro das Wort uns. Zwar war er der Patient, aber Dane war der Auftraggeber. Und wenn er anfangen sollte, seine Probleme auch als die Dane's zu betrachten, dann war das hier schon mal ein Anfang. Vielleicht hatten der Warlock und der Dämon auch einen Handel am Start von dem Ro einfach nichts wusste.
      Mit langen Fingern holte der Drakin das kleine Glasfläschchen mit den Tabletten zu sich und hielt es gegen's Licht. Er drehte das Gefäß ein wenig, damit das Licht den Inhalt beleuchtete. Spannend, wie schnell der Mann sowas herstellen konnte. Als Ro seine Aufmerksamkeit wieder auf Baxter richtete, starrte er seine grünen Augen einen Augenblick lang stillschweigend an. Er wägte ein paar Gedanken ab ehe er die kleine Flasche etwas weiter von sich wegschob. Er kannte das Spiel mittlerweile und ganz ehrlich? Ein Warlock konnte vielleicht eher verstehen, worin der Fehler lag.
      "Ich würd' mal darauf tippen, dass es für mich schlimmer wird als für dich, euch, egal wieviele. Ich hätte vor einigen Minuten definitiv noch nein gesagt weil ich dachte, ich frittiere euch. Nüchtern betrachtet", der Drakin kniff die Augen zusammen als würde er Baxter sonst nicht richtig sehen können, "weiß ich nur dank Dane, dass du eigentlich vor Magie nur so summen müsstest. Und ich effektiv gerade nicht mal den kleinsten Ton höre. Ich fühle nichts, als wär ich taub. Also geh ich davon aus, dass ich so ganz bestimmt niemanden grillen kann."
      Ro atmete einmal tief durch. Er hatte noch lebhaft vor Augen wie es war, als Dane ihn einst untersucht hatte. Das war schon ein Trip gewesen und Ro war sich sicher, dass Baxter eine gänzlich andere Nummer abziehen konnte. Und würde, wenn er ihn ließ. Jedoch war die Verlockung viel zu groß. Lehnte der junge Mann das Angebot ab stünde es in den Sternen, wann er diesen Umstand wieder loswurde. Wenn er seine andere Hälfte nicht fand, vielleicht nie.
      "Schlimmer als mit Dane kann's ja nicht werden", murmelte er leise, obwohl er es besser wusste und legte seinen Arm lang ausgestreckt auf den kalten Stein. "Viel Spaß. Dane hat jedenfalls Schiss bekommen zwischenzeitlich."

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • "So schnell bekommt Danny vor nichts Angst. Ich würde eher auf gesunden Respekt tippen. Mit einer Prise Anerkennung."
      Baxter zog sich vorsichtig einen der Handschuhe aus und legte ihn in Reichweite auf die Kücheninsel.
      "Das hier wird schlimmer werden", informierter der Warlock Ro.
      Dann legte Baxter bloß die Spitze des Zeigefingers auf Ro's Pulsader gleich am Handgelenk. Was bei Dane ein suchender Prozess war, war bei Baxter eine sofort aufgenommene Ganzkörperaufnahme. In den ersten drei Sekunden hatte sich Baxer und der Rest der Fünf vollständig in Ro's Körper ausgebreitet, ohne dass er, sein Drache oder die Energien seines Vaters überhaupt Zeit hatten, zu reagieren. Die nächsten vier Sekunden verbrachten die Fünf damit, sich alles anzusehen. Die letzten drei Sekunden verbrachten sie damit, in die einzelnen Energien vorzudringen. Baxter nahm sich Ro vor, die anderen teilten den Drachen und Ro's Vater.
      Nach exakt zehn Sekunden hob Baxter den Finger von Ro's Haut und beeilte sich, den Handschuh wieder überzustreifen.
      "Du wurdest nicht ohne geboren, es wurde dir weggenommen. Wir wissen nicht, wer es hat", presste Baxter durch zusammengebissene Zähne hervor.
      Der Warlock benahm sich fast, als stünde die mittlerweile wieder behandschuhte Hand in Flammen. Dennoch fischte Baxter in den Tinkturen und Pulvern in dem großen Lederkoffer nach etwas. Zeitgleich schob der Warlock mit dem Fuß einen Mülleimer neben Ro, sollte der der Meinung sein, sich seine heiße Schokolade noch einmal durch den Kopf gehen lassen zu müssen.
      "Dein Drache ist noch da, das ist die gute Nachricht. Aber dein Vater hat ihn mehr oder weniger in einen Dämmerzustand versetzt. Wir müssen ihn also nur aufwecken. Hier."
      Baxter schob Ro eine kleine Phiole mit einer Art Öl darin rüber.
      "Auf die Stelle tropfen, die wir eben berührt haben."
      Baxter selbst schluckte den Inhalt einer anderen Phiole. Es schien nicht besonders gut zu schmecken.
      "Noch eine gute Nachricht: Wenn wir deinen Drachen aufwecken, ist der wahrscheinlich angepisst genug, um mit dir zumindest einen temporären Deal einzugehen, was euch einander auch so näher bringen dürfte. Bis dahin empfehlen wir, dass du in vertrauter Umgebung mit vertrauten Personen bleibst. Wird die Pillen ein, wenn du irgendwo anders hingehst und vermeide große Mengen Wasser. Am Rest werden wir arbeiten. Sag uns Bescheid, wenn sich neue Symptome auftun oder du dein Problem allein gelöst hast."
      Baxter reichte Ro auch noch eine Visitenkarte, bevor sich der Warlock daran machte, all die Zutaten und Gerätschaften auf der Kücheninsel wieder einzupacken.
      "Du kannst zu Danny zurückgehen. Der brennt wahrscheinlich schon Löcher in seine Designercouch. Oder hast du noch Fragen?"


    • Ro hatte ja geahnt, dass Baxter's Vorgehensweise nicht mal ansatzweise mit der von Dane zu vergleichen war. Fest hatte er sich vorgenommen, die entspannte Haltung anzustreben, die Dane ihm damals anriet. Genau das war der Grund, warum er in den ersten drei Sekunden gar nicht reagierte.
      Danach schien die Zeit stehenzubleiben.
      Von jetzt auf gleich fühlte sich Ro als stünde er kurz davor zu explodieren. Er wurde mit zu vielen Präsenzen vollgepumpt, zu viel Magie, die sich in seinem mickrigen Körper anreichterte und die Grenze des Haltbaren auslooteten. Ihm wurde grell weiß vor den Augen als sein Kopf auf die Brust sackte und er wirklich nur noch gequälte Stöhnlaute von sich gab. Schlagartig wurde ihm übel und er hatte den Eindruck, in Flammen zu stehen. Dann plötzlich verschwanden die Präsenzen so schnell wieder, wie sie aufgetaucht waren und Ro schwankte auf dem Barhocker.
      Er brauchte einen weiteren Moment bis sich seine Sicht wieder halbwegs normalisierte und er glücklicherweise schnell genug den Eimer sah bevor er eine Sauerei veranstaltete. Er fiel regelrecht auf die Knie und schloss den Eimer in eine innige Umarmung während widerliche Geräusche die Küche erfüllten und er sich von der Schokolade verabschieden musste. Erst anschließend sickerten die Worte Baxter's so richtig in seinen Verstand und sorgten dafür, dass er ehrlich geschockt zu dem Warlock aufsah, kaum hatte er sich den Mund abgewischt.
      "Was?! Wie soll man mir das denn wegnehmen? Das geht nicht!" Ro's Stimme war lauter als geplant aber allein die Vorstellung, dass man ihm eine Grundfeste seiner Seele einfach so wegnehmen konnte war schlimmer als alles, was er bisher erlebt hatte.
      Ächzend kam der Drakin wieder auf die Füße und schob den Eimer ein Stück von sich weg. Er musste sich am kalten Stein der Insel festkrallen weil er sonst das Gefühl hatte, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Er fragte nicht einmal nach, was das mit dem Öl sollte sondern folgte der Aufforderung mit zittrigen Fingern.
      "Der Alte sollte nicht in der Lage sein, ein Teil von mir einen Dämmerzustand zu versetzen. Das war so beiläufig, was er gemacht hat..." Vielleicht hatte Ro seinen Vater auch all die Jahre massiv unterschätzt? "Ich reiß ihm jeden Zahn einzeln aus wenn ich ihn das nächste Mal seh..."
      Ros heißer Zorn mischte sich mit einer bleiernen Angst. Sollte Aimeric wirklich dazu in der Lage gewesen sein, dann hätte es durchaus sein können, dass er auch für das Problem seines Sohnes verantwortlich war. Wenn dem so war, was hatte der alte Drakin dadurch gewonnen seinen eigenen Spross zu verstümmeln? Er hörte das Blut in den Ohren rauschen weil er seine Panik nicht unter Kontrolle bekam. Mit so einer Komplikation hatte er nicht gerechnet.
      "Oh, ich hab viel zu viele Fragen", sagte Ro leise als er sich weniger zitternd auf dem Barhocker setzte und einen Moment für das Gleichgewicht brauchte, "woher wisst ihr, was mir fehlt und dass es angeblich gestohlen wurde? Niemand dürfte wissen, dass wir das haben und erst recht nicht wissen, wenn es fehlt." Das war nämlich viel zu nah an der Wahrheit dran. "Wie wecken wir den Teil? Wie genau hat Aimeric diesen Dämmerzustand hervorgerufen? Warum durfte Dane nicht zusehen? Was zur Hölle stimmt nicht mit dir?..."
      Ro's aufmerksamer Blick hatte sehr wohl gesehen, dass Baxter seine Hand anders nutzte, zu schnell wieder nach dem Handschuh gegriffen und sich Gott weiß was eingeworfen hatte. Der Drakin war felsenfest davon ausgegangen, absolut keinen Einfluss auf den Warlock gehabt zu haben. Zumindest hatte sich Ro ziemlich unfähig gerade gefühlt.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Baxter lächelte verstehend.
      "Drakin. Immer so gierig."
      Der Warlock klappte die Tasche zu und faltete die eingepackten Hände auf der Marmorplatte.
      "Du hast doch gesehen wie eng wir mit dem Fluss verbunden sind. Ohne die geringste Berührung können wir sehen, was dich Anstrengung kostet. Direkter Kontakt mit der Umgebung - und wenn es nur die Luft ist - ist uns unangenehm über einen langen Zeitraum. Wir ale verhüllen einen Großteil unseres Körpers, um unsere eigene Existenz zu ertragen. Warlocks sind nicht dafür gemacht, drei Jahrhunderte zu überleben. Genau wegen dieser Sensibilität können wir so genau bestimmen, was dir fehlt und dass es gestohlen wurde. Du trägt eine Narbe in dir, Mireaux. Das bedeutet, dass etwas mutwillig entfernt wurde. Wir gehen nicht davon aus, dass du in den ersten drei Jahren deines Lebens einer Entfernung zugestimmt hast. Daher unsere Wortwahl: gestohlen. Warum wir Danny nicht hier her eingeladen haben ist einfacher zu verstehen: das hier ist ein Gespräch zwischen dir als Patient und uns als deinem behandelnden Arzt. Nichts von dem, was wir über dich wissen, werden wir an Dane weiterreichen, sofern du uns nicht explizit dazu aufforderst. Es steht dir natürlich frei, alles was du von uns erfahren hast, mit ihm zu teilen. Was deinen Drachen angeht: Wir wissen nicht, wie dein 'Vater' das angestellt hat oder wie wir es lösen können. Noch nicht. Wir haben allerdings ein paar Ideen, denen wir weiter auf den Grund gehen werden, bis wir und sicher sind, mit was wir es zu tun haben. Sind deine Fragen damit beantwortet?"


    • Der Warlock hatte sogar einen Zeitraum, den er Ro nennen konnte. Das engte den Kreis der Verdächtigen massiv ein. Trotzdem.... hatte sich der Drakin vor ein paar Tagen noch mit dem Gedanken gespielt, auf die Findung seiner anderen Hälfte zu verzichten, so war dieser Umstand etwas völlig Neues. Wie konnte er selbst es nicht gesehen haben?
      "Ähm, wäre schön, wenn du nicht meinen vollen Namen benutzt... ich mag ihn nicht", gestand er Baxter und beugte sich nach dem Mülleimer, um den Beutel wenigstens zu verschließen. "Ich reiß mich zusammen mit meinen Fragen. Danke für die Antworten. Ich geb dir ein Update, wenn eines auftauchen sollte..."
      Damit nickte er dem Warlock zu und ging zurück ins Wohnzimmer, noch immer leicht wackelig auf den Füßen. Tatsächlich fand er Dane dort auf dem Sofa sitzend vor und winkte ihm nur müde zu, als er zu ihm herüber schlurfte und sich regelrecht in seine Arme warf. Ro brauchte jetzt Dane's Nähe, seine Wärme und seinen Geruch. Alles, was ihn auch nur irgendwie aus seinen Gedanken zu reißen vermochte. Bevor der Drakin auch nur ein Wort formulieren konnte, nahm er sich fast eine volle Minute des Schweigens ehe er sich sicher war, nicht völlig auseinander zu brechen.
      "Meine andere Hälfte ist in einem Dämmerzustand. Keine Ahnung warum, keine Ahnung wie wir das lösen. Aber das ist nicht das Hauptproblem."
      Er wusste, dass er, nachdem Dane seine Herkunft offengelegt hatte, keinerlei Geheimnisse mehr vor dem Mann haben müsste. Es war die gleiche Geschichte, die den ganzen Tag zu bestimmen schien. Seine Probleme waren nicht mehr nur die seinen. Ro's Gesicht lag einfach nur an Dane's Brust und konzentrierte sich auf den Herzschlag, den er dort hörte.
      "Ich konnte mich nicht wandeln, weil Erfahrungen ein Katalysator sind. Aber das größte Problem ist mein Wahrer Name. Ich weiß ihn nicht. Wir werden alle mit ihm geboren, die andere Hälfte teilt ihn uns mit. Ich hatte ihn, aber er ist.... irgendwie weg. Baxter sagt gestohlen."
      Es brach ihm förmlich das Herz es genauso offen zu sagen. Es mit seinen Worten zu hören und zeitgleich in sich zu fühlen, nur um die Narbe zu sehen, die schon da war solange er denken konnte. Deshalb hatte er sie nicht als Fremdkörper angesehen, er war buchstäblich mit ihr aufgewachsen. "Wie kann man jemanden seinen Wahren Namen rauben? Was soll das..."

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    • Baxter nickte und machte sich dann daran, die Kücheninsel ordentlich zu reinigen. Dann würde sich der Warlock seinen Weintrauben widmen.

      Dane zog den jungen Drakin sofort auf seinen Schoß, an seine Brust und schloss seine Arme eng um ihn. Er sagte nichts, gab Ro so viel Zeit er auch brauchte, um sich von was auch immer eben passiert war zu erholen. So lange würde Dane ihn einfach nur festhalten.
      Es war gut zu wissen, wo das Problem lag. Er hatte nie daran gezweifelt, dass Baxter dieses Problem finden würde. Er zweifelte auch nicht daran, dass Baxter die richtige Lösung finden würde. Der Warlock brauchte nur ein wenig Zeit, das war alles. Die Zweite Botschaft, die Ro überbrachte, war allerdings sehr viel brutaler und sehr viel schwieriger zu lösen. Dane schlang seine Arme noch ein wenig fester um Ro.
      "Wir kriegen das hin, okay? Du hattes kein Mitspracherecht bis jetzt, aber das ändert sich hier und heute. Wir finden deinen Namen. Wir finden denjenigen, der ihn dir genommen hat. Wir schaffen das. Morgen."
      Dane stand auf, Ro in seinen Armen wie schon mehrere Male zuvor. Er wusste, dass Baxter sich aus dem Staub machen würde, sobald keine Weintrauben mehr da waren. Also brachte Dane Ro einfach nach oben. Mace hatte die Sachen des jungen Mannes im Gästezimmer abgeladen, aber da würde Dane ihn jetzt nicht lassen. Er nahm ihn stattdessen mit in sein eigenes Schlafzimmer.
      "Willst du duschen?", fragte Dane sanft, wohlwissend, wie man sich nach einer solchen Invasion fühlen konnte.
      Er war froh, dass er selbst noch nie Baxters Dienste auf diese Weise gebraucht hatte.


    • Ro fühlte sich wie im Delirium.
      Er wirkte apathisch als Dane ihn hoch in sein Schlafzimmer trug. Immer wieder sah sich der Drakin in seinem Inneren um und endete jedes Mal vor der Narbe, die sich in seiner Wohlfühloase quer über den Horizont erstreckte. Längst hätte er ahnen müssen, dass dieser Makel nicht normal war und ihn viel eher dessen Ursprung hinterfragen müssen. Stattdessen hatte er den einfacheren Weg gewählt und seiner anderen Hälfte den Dreck zugeschoben. Reumütig sah er zu der Blase hinüber, die nun nur noch aussah, als sei sie mit Nebel gefüllt. Ein Zeichen für die Unerreichbarkeit. Er hatte seinen anderen Teil zu Unrecht verteufelt.
      "Noch nicht. Bring mir zum Bett", antwortete Ro, der sogleich sanft von Dane auf der Matratze abgelegt wurde.
      Er robbte ein wenig hoch bis er sich am Kopfteil aufrichten konnte. Er fühlte sich so schlecht wie schon lange nicht mehr. Womöglich lag das immer noch an der Hypersensibilität aber er hatte den Eindruck, dem Misch aus Wut, Frust und Niedergeschlagenheit nicht ewig standhalten zu können. Wenn er bei dem bisschen jetzt schon einknickte, welche Anstrengungen musste dann Baxter seit einer gefühlten Ewigkeit aushalten?
      "Weißt du, ich hab mich damit abgefunden, nie zu meiner anderen Hälfte zu finden. Das wäre okay gewesen weil du mich liebst wie ich bin. Ohne den ganzen Schnickschnack. Aber irgendwann hätte ich dir meinen Wahren Namen vielleicht geben wollen, mein ultimativer Beweis an dich. Jetzt ist diese Wahl einfach... hinfällig."
      Ro betrachtete seine Hände, die bis zu den Fingerspitzen dunkelbläuchlich angelaufen waren. Die Handinnenflächen sowie Innenseiten seiner Arme waren deutlich heller, fast hellblau. Wenn man genau hinsah, dann waren seine Fingernägel sogar leicht gewachsen und hatten ihre Form verändert. Diese Hände zeigte er nun dem Dämon.
      "Baxter sagt, dass all meine Fähigkeiten von meinem anderen Teil stammten. Ohne ihn bin ich anscheinend nichts anderes als ein Mensch. Aber wenn der Drache wirklich dämmert, wieso sehe ich dann so aus? Mein Körper sollte nicht auf meine Emotionen reagieren oder auf was auch immer. Wenn ich ihn nicht hören kann, wieso übt er trotzdem so einen Einfluss aus? Ich versteh' noch weniger als vorher..."
      Frustriert schlug Ro seine Hände auf seine Oberschenkel und starrte die Decke an. Ihm war nach heulen zumute, würde dies aber ganz bestimmt nicht vor Dane tun. Er wollte sich aus seinem Tief reißen, damit der Mann an seiner Seite ihn nicht länger bemitleiden musste. Statt überschwänglichler Liebe brachte er dem Dämon nichts anderes als Kummer.
      Angestrengt presste Ro die Augen zusammen als fasse er sich ein Herz. Er konnte seine Lage zu dieser Stunde sowieso nicht ändern und morgen hätte er einen kühleren Kopf, um die Lage neu zu bewerten. Als sich seine funkelnden Augen anschließend auf Dane richteten und er seine Hände nach ihm ausstreckte, sah der junge Mann immerhin nicht mehr ganz so am Boden zerstört aus.
      "Okay. Duschen wir. Baxter hat unten ein Glasfläschchen stehen gelassen mit Tabletten drin. Gegen das Verfärben. Halt Mace davon ab zu denken, es seien irgendwelche Bonbons oder so."

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Dane setzte zuerst Ro auf dem Bett ab, dann setzte er sich neben ihn auf den Bettrand. Vor zwei Tagen hatten sie das gleiche Spiel schon einmal gespielt, nur dass er derjenige gewesen war, der Unterstützung gebraucht hatte. Unterstützung, die er auch ohne Ro bekommen hätte. Aber im Gegensatz zu ihm war Ro allein. Nein, nicht mehr. Dane würde sich um ihn kümmern und ihm helfen und ihm geben, was auch immer er brauchte, wann er es brauchte.
      "Vielleicht wollte dein Vater dich einfach nur nerven? Dich genau an diesen Punkt der Frustration bringen? Oder vielleicht wollte dein Drache dir so einfach ein Zeichen geben, dass er noch da ist? Ich schätze mal, der hat gerade auch nicht besonders viel Kontrolle über das, was mit ihm passiert. So ungern ich das Kerlchen auch habe, er ist ein Teil von dir. Und er wird gegen seinen Willen festgehalten. Also sage ich nicht Nein, wenn wir ihn raushauen müssen, damit du wieder in Ordnung kommst. Und dann holen wir uns deinen Namen zurück. Ich habe deinem Vater schon mit den neun Kreisen der Hölle und den sieben Thronen des Himmels gedroht. Vor ein paar Stunden dachte ich noch, das sei zu weit vorweg gegriffen..."
      Dane schob seine Arme wieder unter Ro und nahm ihn mit in sein Badezimmer, wo er ihm aus den Klamotten half. Während das Wasser schon lief, aber noch auf Temperatur kam, schlüpfte er selbst aus Krawatte, Hemd und Hosen, bevor er zusammen mit Ro unter die Dusche stieg.
      "Ich bleibe morgen zu Hause. Ich kann auch von hier aus die paar Mails schreiben, die geschrieben werden müssen, den Rest kann meine Assistentin verschieben", erklärte er, als er mit sanften Bewegungen Ro's Rücken einseifte. "Und dann wühle ich mich mal ein bisschen durch Leute und Ressourcen, die uns weiterbringen können."


    • Ro starrte Dane steif an, als dieser ihm von seinen Plänen für den Folgetag berichtete. Der Drakin selbst schillerte bereits in allen möglichen Blautönen, kaum hatte das Wasser seine Haut berührt. Auch die gläsernen Schuppen traten nun deutlicher auf Ro's Haut hervor, überzogen seinen Rücken vollständig und reichten über seine Arme und Oberschenkel. Seine Brust hingegen war nur anfänglich geschuppt und blieb zum Zentrum hin fast weiß.
      "Du kannst nicht einfach deine Arbeit dafür hängen lassen. Ich hab doch mitgekriegt, dass du Wichtigeres zu tun hast als mir Gesellschaft zu leisten. Es ist okay, ich bin raus von Zuhause. Kann jetzt nur noch besser werden."
      Ro wand Dane das Duschgel aus den Fingern, um sich selbst etwas auf die Hand zu geben und sich dann einfach in Dane's Arme zu begeben. In dieser Haltung wusch er ihm nun ebenfalls über den Rücken.
      "Ich dachte, deine Drohung da wäre nur eine Floskel?", hakte Ro nach im Anschein, als fände er zu seiner üblichen Neugier zurück, "Ich hab' keinen Schimmer, mit was du ihm da gedroht hast. Aber ich würde darauf wetten, dass der Alte nicht eine Miene verzogen hat. Kann ernämlich gar nicht, glaub' ich."
      Mit einem weiten Schritt trennte sich Drakin von Dämon, damit die Hände des jungen Mannes über die Schultern auf die Brust seines Gegenübers wandern konnten. Sanft glitt er über jedes Fleckchen Haut, von der Halsbeuge an über die Schlüsselbeine abwärts. Dann plötzlich fing Ro breit an zu Lächeln, so als wäre nie etwas gewesen. Sein Gedanke, der ihm plötzlich gekommen war, war deutlich in seinem Gesicht zu lesen.
      "Aber weißt du, was das Beste an der ganzen Geschichte ist? Ich hab mich erfolgreich bei dir einquartiert, wenn auch nur temporär. Heißt also, ich muss nicht einfach irgendwann gehen..."
      Dieser Gedanke reichte aus, um die Schwere aus den letzten Ecken seines Körpers zu fegen. Vermutlich würde nur Zeit dafür sorgen, dass er den Schock wirklich verdauen konnte, aber die Wärme nun unter seinen Fingern, der Anblick, den Dane ihm bot, war genug um den Drakin dazu zu bewegen nach vorne zu gehen.
      "Schon klar, schon klar.... ich guck mich weiter nach Wohnungen um. Will mich ja nicht ungefragt länger als nötig bei dir einquartieren."
      Das Grinsen ließ sich leider nicht so einfach von seinen Lippen waschen.

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    • "Du wärst überrascht darüber, was ich so alles kann. Ein paar Termine verschieben zu lassen ist da nur die Spitze des Eisberges."
      Dane legte seine Arme sanft um den jungen Drakin und ließ ihn machen. Dabei behielt er für sich, dass seine Drohung - sollte er sich entscheiden, sie wahrzumachen - durchaus weitreichende Folgen haben konnte. Nur eine davon war der Tod von Ro's Vater oder zumindest der Person, die er aktuell war.
      "Ich weiß nicht, ob dein Vater reagiert hat. Ich war zu sehr damit beschäftigt, seinen verrutschten Kragen zu richten und ihm dein Smartphone aus der Hosentasche zu klauen. Das nächste Mal, wenn ich ihm so nahe komme, werde ich weit weniger nett sein."
      Dane würde lügen, behaupte er, dass er es nicht genoss wie sehr Ro seinen Körper zu bewundern schien. Er fand großen Gefallen an dem Blick im Gesicht des jungen Drakin, wann immer dieser die vielen Linien auf Danes Körper nachfuhr. Ganz davon abgesehen, dass es sich auch noch gut anfühlte, wenn Ro das tat.
      "Das ist allerdings ein ziemlicher Vorteil", raunte Dane, kaum hörbar über das Rauschen des Wassers in der Dusche. "Hast du schon eine Idee, wie du deine Zeit hier verbringen willst?"
      Er ergriff Ro's Hüften und zog ihn wieder an sich, schlang seine Arme um die schlanke Taille des jungen Mannes und lächelte verschlagen.


    • Willentlich ließ sich Ro an Dane's Leib ziehen. Er selbst ließ seine Hände über den Rücken des Anderen aufwärts gleiten bis sie auf seinen Schulterblättern zum Halten kamen und ihm die Möglichkeit gaben, den Dämon noch etwas festern an sich zu pressen. Als müsse sich der Drakin daran erinnern, dass er nicht mehr allein war. Dass er jemanden hatte, der die Zeit auf dieser Erde mit ihm teilen würde, ließ er dies denn zu.
      "Primär würde ich gerne erstmal versuchen, dich nicht ständig abzulenken", murmelte er ins Ohr des Dämonen bevor er sich aus dessen Umarmung löste und unter den Wasserstrahl trat. "Und dann muss ich mich irgendwie daran setzen, meinen Freund in mir wieder aufzuwecken."
      Ro empfand sich selbst noch als zu getroffen, als dass er nun mit Dane intim werden würde. Er würde es nicht vollends genießen können, ein Teil in ihm fühlte sich noch immer so schrecklich leer an und nur ein wenig Zeit würde diesen Teil wieder ins Loot bringen. Während er sich vom Schaum befreite lächelte er Dane offenherzig an.
      "Gib mir ein bisschen Zeit. Morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus."

      Der nächste Morgen, 6:02

      Ro und Dane hatten sich im Bett zu einer Einheit verbunden, die sich erst zu trennen begann, als der junge Mann zur Besinnung kam. Vorsichtig befreite er sich aus Dane's Fängen, um sich aufzusetzen und sich durch das Gesicht zu fahren. Er hatte furchtbar geträumt. Grausam, um genau zu sein. Diese Träumen zeichneten sich auch auf seinem Gesicht ab, das scheinbar mehr Falten über Nacht bekommen hatte, als möglich war. Die wildestens Dinge hatten sich vor seinen Augen abgespielt, die er gar nicht alle wirklich deuten konnte.
      Nur das stetige Rauschen war noch immer da.
      Ro warf einen Seitenblick zu Dane hinüber. Dann streckte er eine Hand aus und begann, sanft mit seinen Fingern dem Mann durch die Haare zu fahren. Er wusste nicht genau, wieso, aber er setzte ein unglaubliches Vertrauen in diesen Mann zu seiner Seite, obwohl er ihn erst so kurz kannte. In dieser winzigen Zeitspanne, die für den Dämon vermutlich nicht mehr als ein Wimpernschlag sein mochte, hatte er mehr für den jungen Drakin getan als die meisten anderen Personen in seinem Leben. Sie würden einen Weg finden. Dessen war sich Ro sicher.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • "Wenn ich nicht wollen würde, dass du mich ablenkst, könntest du das auch gar nicht."
      Dane war sich über den Wahrheitsgehalt seiner eigenen Worte nicht sicher. Wenn Ro es darauf anlegte, könnte er ihn mit ziemlicher Sicherheit ablenken. Und Dane wusste nicht, wie lange er dem widerstehen würde.
      Er trat zu Ro unter den Wasserstrahl und legte seine Arme locker um dessen Hals.
      "Wir", sagte er schlicht, dann lehnte er sich vor und küsste Ro sanft, bevor er sich dem eigentlichen Sinn einer Dusche zuwandte.

      Dane wollte nichts mehr, als Ro in seinen Armen halten zu können, überließ diese Entscheidung aber dem Drakin. Dankenderweise schien der das Gleiche zu wollen und so sank Dane in einen tiefen, ruhigen Schlaf mit dem jungen Mann in seinen Armen.
      Bis er eine Hand spürte, die ihm durch die kurzen Haare fuhr.
      Dane rollte sich auf den Rücken und genoss die sanften Berührungen mit geschlossenen Augen. Er war nicht direkt ein Morgenmuffel, aber er brauchte ein paar Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen.
      Schließlich ergriff er die Hand und setzte einen Kuss auf die Innenfläche, bevor er Ro auf seine Brust zog, einen Arm um ihn legte dann, endlich, die Augen öffnete.
      "Guten Morgen", murmelte er verschlafen.
      Er strich Ro sanft mit trägen Bewegungen über den Rücken.
      "Du siehst aus, als hättest du schlecht geschlafen", bemerkte er. "Willst du darüber reden?"


    • Bereitwillig ließ sich der Drakin an die Brust des Dämons ziehen. Er kam nicht drum herum, die Lider zu schließen, dem Herzschlag zu lauschen und den für ihn so typischen Geruch einzuatmen. Der junge Mann hatte das Gefühl, als sei dies alles, was er von der großen weiten Welt benötigte, um seinen Seelenfrieden zu finden. Zumindest bis der Moment kam, in dem er für immer zu Stein erstarren würde.
      "Schlecht geschlafen ist noch untertrieben", nuschelte Ro durch Lippen hindurch, die sie nicht richtig öffnen wollten.
      Er musste sein Gesicht ein wenig verschieben, um seinem Sprachapparat etwas mehr Freiheit zu verschaffen. Dabei rückte er nur noch näher an Dane heran, der mit seiner Hand über Ro's Rücken fuhr. Es passte nicht mal mehr ein Blatt zwischen sie, so viel stand fest.
      "Ich weiß gar nicht, was ich da überhaupt geträumt hab. Alles nur vereinzelte Fetzen, wie eine unsaubere Diashow aneinander gereiht. Und so viele.... Farben."
      Er wusste nicht, wie er es anders beschreiben sollte. Wäre Ro jemals auf einem Trip gewesen, hätte er es damit vergleichen können. Vielleicht war es auch nur ein stummes Zeichen aus seinem Inneren, das bei genauerem Hinhören noch immer ein stetes Rauschen von sich gab. Ein Geräusch, dass er nicht mehr länger ertrug.
      Mühselig erkämpfte sich der Drakin seine Freiheit zurück damit er sich leicht aufrichten und über Dane beugen konnte. Seine blauen Augen fixierten das Gesicht des Mannes unter ihm, das noch entspannt verschlafen mit geschlossenen Augen sein Dasein fröhnte. Ro zögerte keinen weiteren Moment hinaus, was ihm schon längst auf dem Herzen lag. Er lehnte sich zu Dane hinab, küsste ihm kurz und sanft die Lippen ehe er nach einer kleinen Pause einen nachdrücklichen Kuss hinterher schob. Ja, er wollte diesen Mann. Genau diesen, der ihn so nahm, wie er war. In einer Zeit, so wahnwitzig kurz, dass es kein Zufall sein konnte.
      Als Ro ihre Lippen voneinander trennte und sich soweit erhob, dass er Dane's Gesicht wieder zur Gänze betrachten konnte, runzelte er die Stirn. Leicht, aber sichtbar.
      "Ist schon komisch. Zu Anfang war ich noch unglaublich vorsichtig bei allem, was ich zu dir sagte, dir zeigte. Wie hast du es in so einer kurzen Zeit geschafft, mir solch ein Vertrauen abzuluchsen? Ich weiß ja nicht, wie du dich fühlst, aber es fühlt sich für mich so an, als gehörten wir zusammen. Seien eine Einheit, ich weiß auch nicht."

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Dane brummte leise als Bestätigung, dass er Ros Erzählung gehört und irgendwo abgespeichert hatte. Aber wirklich drüber nachdenken konnte er noch nicht, dafür war er noch nicht wach genug.
      Die Küsse des jungen Drakin kamen mehr oder weniger überraschend, waren aber definitiv nicht ungern gesehen. Dane lächelte in den ersten hinein, den zweiten aber quittierte er damit, seine Hand in Ros Haare zu schieben und ihn noch ein wenig länger an Ort und Stelle zu halten. Doch dann machte Ro Anstalten, sich von ihm lösen zu wollen und Dane ließ ihn gewähren.
      Seine nächsten Worte weckten den Dämon gänzlich auf. Er musste an das Gespräch denken, das er mit Asa vor ein paar Tagen gehabt hatte. Er musste daran denken, wie er sich gefühlt hatte, als er es endlich begriffen hatte. Asa hatte Unrecht. Ro wusste nicht genug von der Welt, um es selbst zu verstehen. Er musste es ihm sagen.
      "Wir gehören auch zusammen," antwortete Dane nach einer kleinen Weile des Nachdenkens.
      Wie gern er sich jetzt in diesen unendlichen, blauen Augen verloren hätte. Wie gern er einfach den ganzen Tag entspannt hier gelegen hätte, Ro in seinen Armen und für ein paar Stunden keine Sorge in der Welt zu haben. Aber er konnte den jungen Drakin jetzt nicht einfach mit dieser Aussage hängen lassen. Er musste ihm auch eine Erklärung liefern.
      "Ich habe dir gesagt, dass sich Dämonen nicht so binden wie Shifter. Das ist keine Lüge. Aber wir binden uns trotzdem auf gewisse Art. Wir tun das nur einmal im Leben und es ist praktisch unmöglich, dass es passiert, weil es uns nicht wie Shifter danach verlangt, diese Verbindung zu finden. Es ist reiner Zufall, wenn wir diese Verbindung finden. Es liegt an den Seelen die unseren Kern ausmachen. Nenn es Seelenverwandtschaft."
      Er strich Ro eine verirrte Strähne aus dem Gesicht und lächelte sanft.
      "Ich wollte es dir nicht sagen, bis du es selbst bemerkst," fügte er leise hinzu.
      Plötzlich war er sich nicht sicher, ob der das Richtige getan hatte. Er zweifelte. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, es ihm jetzt schon zu sagen. Er wollte nicht, dass sich Ro zu irgendwas verpflichtet fühlte. Das wäre nicht fair. Das hier war nicht fair. Nichts davon.
      "Entschuldige. Ich wollte dich nicht bedrängen."


    • Wir gehören auch zusammen.
      Allein die Worte schienen bereits etwas in Ro's Innerem zu berühren, das er nicht kannte. Wie ein Urgefühl, das tief vergraben nur darauf wartete, ans Licht befördert zu werden. Ohne jegliches Zutun schlug sein Herz einen Takt schneller, seine Augen weiteten sich marginal.
      Dane's Finger an dem Gesicht des Drakin schienen kleine Impulse durch seinen Körper zu jagen während er den Blickkontakt noch immer aufrecht hielt. Das war es gewesen, was den jungen Mann so irritiert hatte. Etwas, das sein logisches Denken zu übersteigen schien, sich aus seinen Fingern wand wie ein Aal und ihm jegliche eigene Entscheidungsgewalt nahm. Es war nicht der Punkt, dass der Dämon ihm helfen wollte, wo es sonst niemand tat. Oder die Tatsache, dass er sich von dessen Magie und Körper so angezogen fühlte. Es ging viel weiter darüber hinaus.
      "Das bedeutet, es fußt nicht zwangsläufig auf Gegenseitigkeit", stellte Ro fest und rückte tatsächlich ein wenig von Dane ab.
      Noch immer berührte er mit seinen Beinen den Körper des Anderen, aber er hatte sich entfernt und betrachtete den Dämon mit einer sehr undurchsichtigen Mimik. Vielleicht sah Dane aber auch nur seine eigenen Zweifel in dem Drakin.
      "Das bedeutet außerdem...", er machte eine Pause, musste eine Pause machen, damit seine Stimme nicht brach, "dass du alles für mich tun würdest. Es bereits tust. Und das vielleicht nur weil dein Kern dich zu mir führt? Du hast es dir vielleicht gar nicht willentlich ausgesucht. Du hast mich nicht willentlich ausgesucht."
      Da brach Ro's Fassade auf, die er so sorgsam in seinem Gesicht errichtet hatte. Es zeigte sich zuerst, als seine Mundwinkel zu zucken begannen, sein Blick dem Dane's nicht mehr standhalten konnte und zur Seite ausbrach. Sein Herz stolperte über die eigenen Schläge, die keinem wirklichen Rhythmus mehr zu folgen schienen. Dann tauchte der Schmerz auf seinem Gesicht auf, der in so unfassbar vielen Aspekten begründet war, dass eine Aufzählung ihn Stunden seines Lebens kosten würden.
      "Woher weißt du, dass du nicht einfach einer Art Zwang folgst? Vielleicht hast du mir nicht aus freien Stücken geholfen sondern nur weil dich etwas unbewusst dazu treibt. Wenn du das alles weißt... wenn du weißt, dass du dich an mich gebunden haben könntest, bist du dem nur gefolgt weil es... einfacher war? Wie lange weißt du das schon?"
      Eigentlich wäre er in dieser Situation von jeglicher körperlicher Nähe abgerückt. Doch er konnte sich nicht von Dane lösen, im Gegenteil sogar. Er legte ihm eine Hand auf den Oberschenkel, drückte seine Finger mit leichtem Druck in das Fleisch, um das Zittern zu übertünchen. Wenn eine Vermutung nicht stimmte, dann jene, dass es nicht auf Gegenseitig beruhen mochte. Das hier war der lebende Beweis, dass Ro mindestens genauso tief in der Schlinge hing wie Dane.
      "Weißt du eigentlich, was für eine Macht du in meine Hände legst, wenn deine Worte stimmen?", fügte er unglaubliche leise hinzu, wohl wissend, dass er den Gral bereits in Händen hielt und ihn mit Leichtigkeit einfach wegwerfen konnte. Und nichts davon würde ihn auf Lebzeiten schaden. Doch für den Dämon konnte es katrastrophal werden. Sollte Ro ihn ablehnen, würde das seine Grundfeste erschüttern.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • War es so für Asa gewesen? Hatte er sein Herz, seinen Kern, vor Greg und Zeph ausgeschüttet und sie hatten ihn voller Schmerz angesehen, weil sie dachten, er würde von etwas gezwungen werden?
      Ros Worte schmerzten auf eine Art und Weise, die Dane vollkommen unbekannt war. Einerseits lehnte Ro ihn ab. Andererseits tat er das aus Sorge um ihn. Dane schwirrte der Kopf.
      "Ich bin immer noch ich, Ro," sagte er, als er sich aufsetzte. "Ich bin genauso mein Kern, wie ich die dämonischen Feuer einer anderen Dimension bin. Ich werde nicht ferngesteuert von dem Ding, das meine Seele darstellt. Nicht mehr und nicht weniger, als du von deinem Drachen beherrscht wirst."
      Er griff nach der Hand des jungen Drakin, als könne er allein ihn vor dem Ertrinken in diesem Ozean retten.
      "Ro. Glaubst du wirklich, es ist die einfachere Wahl, mich mit deinem Vater anzulegen? Mich Hals über Kopf in ein Wesen des Wassers zu verlieben, wenn ich mich schon unwohl fühle, neben einem See zu sitzen? Glaubst du, es ist einfach, zu lieben? Das ist es nicht. Es sogar so verdammt schwer, dass ich mir das für Jahrzehnte verboten habe. Ich wollte mich nicht in dich verlieben. Ich wusste nicht, dass ich mich in dich verliebt habe, bis Asa was gesagt hat. Ihm ist es aufgefallen. Mace ist es aufgefallen. Ich? Ich wollte einfach nur diesem jungen, naiven, idiotischen Drakin helfen, der drauf und dran war, entführt zu werden. Und dann wollte ich ein bisschen mehr, weil ich einfach nicht Nein zu einem hübschen Gesicht sagen kann. Und dann hast du mir mehr gegeben. Und dann... ich weiß doch auch nicht."
      Er seufzte schwer, ließ Ro los, obwohl alles in ihm danach schrie, ihn an sich zu reißen, festzuhalten und nie wieder gehen zu lassen.
      "Natürlich weiß ich das. Ich habe gesehen, wie es Asa ging, als er glaubte, Greg und Zeph zu verlieren. Genau deswegen wollte ich es dir ja auch gar nicht sagen. Ich... es tut mir leid."
      Dane hatte sich in seinem gesamten Leben noch nie so elend gefühlt. Nicht damals, als er erfahren hatte, was er war und wie er entstanden war. Nicht, als seine letzte Liebe von ihm selbst vernichtet worden war.
      Er konnte Ro nicht einmal ansehen, geschweige denn Zuflucht in dessen unendlichen Augen suchen. Er zog seine Beine in einen Schneidersitz, spielte mit einem losen Faden an seinen Jogginghosen. Den sollte er loswerden, dachte ein entfernter Teil von ihm, der ihm gerade gehörig egal war.
      "Wenn du... wenn du anders empfindest, dann ist das okay. Ich will nicht, dass du dich aus fehlgeleitetem Pflichtgefühl für mich entscheidest. Ich... ich komm schon klar. Mach dir um mich keine Sorgen. Es gibt wichtigeres, um das du dich kümmern musst. Deinen Drachen. Deinen Vater."


    • Eine gefühlte Ewigkeit lang starrte Ro Dane wortlos an. Es liefen gerade dermaßen viele Gedankenfunken durch seinen Kopf, dass er befürchtete, er würde gleich einfach zusammenklappen. Jedes Wort, das über die Lippen des Mannes vor Ro kam, schien um Welten besser zu sein als alles, was der Drakin selbst dazu gesagt hatte. Im Gegensatz zu ihm selbst erklärte sich Dane haarklein, beschrieb alles mit den passenden Worten, die dem Drakin nie wirklich einfallen wollten. Dass Dane ihm nicht einmal mehr in die Augen sehen konnte, war eine rote Flagge für Ro.
      "Wichtigeres? Hast du gerade meinen beschissenen Vater als wichtiger beschrieben? Ernsthaft?"
      Ro konnte gar nicht so viel Abscheu in seine Stimme packen wie er es eigentlich gewollt hatte. Wie konnte sich der Mann erdreisten, diesem Ungetüm auch nur den Hauch einer Rolle zu zuschreiben? Ro's innere Welt war wichtig, ohne Zweifel. Aber diese schloss nun auch den Dämon mit ein, ob es ihm nun passte oder nicht.
      Ohne Umschweife folgte Ro Dane, der sich nach dem Anziehen seiner Beine von dem jungen Mann gelöst hatte. Er warf den Dämon regelrecht um, als Ro ihn aus seinem Schneidersitz stieß um sich der Länge nach auf dem älteren Mann auszubreiten. Er fing sich gerade noch mit den Händen seitlich Dane's Kopf ab wodurch Ro Dane's Aufmerksamkeit regelrecht erzwang. Seine tiefblauen Augen bohrten sich in die des Anderen.
      "Es ist kein Pflichgefühl und du kommst nicht klar. Alles an deiner Aura schreit gerade auf in dem Versuch dir mitzuteilen, dass es nicht okay ist. Ich nehme dir nur eine Sache wirklich übel." Er holte Luft und versuchte in seine weiche Mimik etwas Nachdruck zu bekommen. "Ich war die ganze Zeit verwirrt, warum ich mich so hingezogen zu einem Fremden fühlte. Wieso ich dir vertraute obwohl alle sagten, ich sollte es nicht. Wieso ich ständig die Nähe zu dir suche. Und dir wurde es gesagt, du wusstest, wieso du fühlst wie du fühlst. Du hättest mir das sofort sagen müssen und nicht nachdem ich dachte, du handelst nur unter Zwang."
      Ro verspürte den Drang, all die Zweifel aus Dane's Verstand zu spülen. Ihm zu bestätigen, dass er das Richtige tat und sich nicht von einem fehlgeleiteten Jungspund verwirren zu lassen.
      "Wir lieben uns. Nicht nur einer den anderen. Vielleicht sollte ich dir sowas öfter direkt ins Gesicht knallen", verdeutlichte Ro seinen Standpunkt und fühlte sich, als wäre er etliche hundert Meter ungebremst gefallen bevor er diese Worte ausgesprochen hatte.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Als Ro ihn so plötzlich ansprang, dachte Dane schon, sein Ende sei gekommen. Es half der Situation auch nicht, dass er sich den Kopf heftig am Kopfteil seines Bettes anstieß. Doch der Schmerz in seinem Schädel war vollkommen unwichtig, kaum dass Ro den Mund aufmachte.
      "Ich dachte nur, ich..." stammelte er, konnte seine verworrenen Gedanken aber nicht schnell genug in Worte fassen.
      Ro hingegen schien ganz genau zu wissen, was er sagen musste. Sieh mal einer an. Der Meister der Worte wurde von einem Seepferdchen geschlagen.
      "Du..."
      Und plötzlich fiel es ihm wie wortwörtliche Schuppen von den Augen. Natürlich hatte Ro es nicht verstanden! Er hatte es ja noch nie erlebt! Dane hätte seinen Kopf am liebsten gleich noch einmal gegen das Kopfteil gezimmert.
      Stattdessen schlang er seine Arme um Ro, erleichtert, befreit, beflügelt von der gegenseitigen Liebeserklärung. Für einen Augenblick, einen schier endlosen Moment, hielt er Ro einfach nur fest, denn das war es, was er gerade brauchte. Er hoffte nur, dass Mace nicht schon wieder einfach auftauchte und das hier ruinierte.
      "Jetzt tut es mir nicht mehr leid, dass ich es dir gesagt habe," nuschelte er an Ros Schulter. "Sondern dass ich die zwei einhalb Tage gewartet habe."
      Er grinste, mehr für sich als für Ro.
      Dann löste er sich von dem Drakin, betrachtete sein hübsches Gesicht, seine wundervollen Augen.
      "Heute hat der alte Mann mal wieder was Neues gelernt," gestand er. "Ich habe hiermit auch keine Erfahrung. Also ja: es ist durchaus möglich, dass ich alles für dich tun würde. Und ich weiß nicht, wo dieses alles anfängt oder aufhört."
      Er strich Ro eine Strähne aus dem Gesicht - scheinbar seine neue Lieblingsbeschäftigung.
      "Darf ich dich küssen?" fragte er leise.


    • Ro ließ Dane gewähren und eine Strähne aus seinem Gesicht schieben. Dennoch blickte er ihn etwas skeptisch an.
      "Seit wann fragst du vorher?", wunderte sich der junge Mann laut und schnitt eine Grimasse in dem kläglichen Versuch, ein Grinsen zu verstecken. "Ja, sicher?"
      Er wartete nicht darauf, dass Dane seiner Frage nachkam. Stattdessen übernahm er die sprichwörtlichen Zügel und verschwendete keine weitere wertvolle Sekunde. Ro's erster Kuss des Tages war sanft und liebevoll während er einfach nur das Gefühl voll auskostete, wie sich Dane's Lippen an seinen anfühlten. Er hatte die letzten Bedenken endgültig über Bord geworfen, wusste und fühlte, dass die Sache mit dem Seelenbund echt war. Nichts auf der Welt konnte dem Drakin dasselbe Gefühl vermitteln nachdem er endlich wusste, wie er es einzuordnen hatte.
      Ro's zweiter Kuss war von einer anderen Natur geprägt. Sie Sanftheit bekam einen Nachdruck und wurde schließlich von einer stummen Forderung verschluckt. Ohne den Kuss zu lösen manövrierte Ro sein Bein über Dane's Hüfte bis er auf ihm saß, noch immer in dem gleichen, brennenden Kuss verwickelt. Als Ro endlich ihre Lippen von einander lösen musste, um wenigstens etwas Luft in seine rebellierenden Lungen zu bekommen, richtete er sich ein wenig auf und warf dann einen sehr feindseligen Blick zur Tür.
      Als hätte er die Gedanken des Dämons geteilt, verkündete er hörbar miesgelaunt: "Wenn dein blonder Zuckerfreund gleich hier wieder ungefragt auftaucht, werd' ich ungemütlich."
      Dann wandte er sich wieder dem Mann unter ihm zu. Vergessen war die Suche nach seinem Namen, das Drama mit seinem Vater und die Tatsache, dass sein Körper wieder sämtliche Blautöne annahm. Hinfällig, dass er Dane's Aura nicht so gut lesen konnte, wie es üblicherweise der Fall war. Das hier war auf einer anderen Ebene neu und spannend, denn jetzt las er so wenig in dem Mann wie bisher nur einmal zuvor. Der Drakin lächelte süffisant, als er mit seinen Fingerspitzen über die Linien auf Dane's Brust fuhr und tatsächlich fast nichts von der üblichen Energiespur wahrnahm.
      "Es ist, als sei ich abgeschnitten", ließ er den Dämon an seiner Wahrnehmung teilhaben während er sein Becken immer wieder leicht bewegte, wohl wissend, wo er gerade saß. "Sonst kann ich blind jeder deiner Energielinien folgen. Aber jetzt fühle ich nicht mal das leiseste Kribbeln. Ich seh' nicht mal richtig, was du fühlst, außer es schreit dich an."

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