[2er RPG] Dusk & Dawn [Asuna & Nico]

    • Schweigsam nippte Ruairi an seinem Glas während er die Gesprächspartner ein wenig beobachtete.
      Sein ganzes Gesicht wirkte leicht gelöst, als Dooley zu berichten begann und er konnte nicht umhin, ihn anzuschmunzeln.
      "Ich weiß nicht, wie oft ich mich entschuldigen soll, dass ich die Antimagische mit hinzugezogen habe", murmelte er und versteckte sich halb hinter seinem Glas.
      "Also ich finde, das es recht gut ist...Es stärkt die Basis einer guten Polizeiarbeit", bemerkte Piper und nippte an einem Glas undefinierbaren Getränks.
      Kauley machte derweil einen Furzlaut mit seiner Hand, der zumindest eine breite Masse zum Lachen brachte. Selbst Ruairi begann zu lachen, während sich EMber erhob um sich ein Getränk zu angeln. Die Hand an seiner Schulter hinterließ einen brennenden Abdruck, trotz eines T-Shirts. Und beinahe, ja nur beinahe, wäre er ein wenig rot geworden, wenn er nicht gerade mit der Nase kichernd im Bier hing.
      "Darauf ein Amen!"; sagte Kauley und prostete Ember zu, während Ruairi mit einer kurzen Geste um Ruhe bat.
      "Okay...", begann er und stellte sein Glas ab. "Neue Regel. Ab jetzt muss Jeder, der vom Dienst anfängt zu sprechen, eine Runde Kurze ausgeben. Das Getränk bestimmen die anderen. Klar soweit?"
      Nachdem einträchtiges Nicken herrschte, grinste er breiter und sah Ember herausfordernd an.
      "Und noch was. Ich bin heute hier, um SIe alle besser kennen zu lernen. Also wie wär's wenn wir etwas spielen? Jeder erzählt ein persönliches Detail von sich. Eine Geschichte, eine Anekdote, einen kurzen Satz oder sonst was. Etwas, das die anderen nicht wussten. Und wer nichts weiß, der muss einen kurzen trinken!"
      Er winkte nach dem Kellner, der auf rätselhafte Weise bereits bescheid wusste.
      "Also...Ich fang an"; proklamierte Ruairi und erhob sich theatralisch, ehe er ihr die Hände in die Hüften stemmte. "Mit dreizehn Jahren habe ich in einer Schulband gesungen. Und wir waren so mies, dass wir nicht mal die Hafenkneipen füllen konnten. Wer ist der Nächste?"

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    • Nicht mehr vom Dienst reden? Inmitten eines Haufens, die tagtäglich ähnliches sahen wie sie selbst? Allein das klang schon nach einer Herausforderung und ließ Ember einen innigen Schluck ihres Ciders genießen.
      "Ich fürchte, so viel Geld hat Dooley nicht", murrte Peacock, der sich umgehend einen entsetzten Blick des eben genannten Herren einfing, der sehr deplatziert im bärtigen Gesicht aussah.
      "Wer sagt denn, dass ich nur noch vom Dienst rede?"
      "Noch gar keiner", schaltete sich Ember dazwischen kurz bevor Ruairi seine Ansprache hielt.
      Sie fing seinen herausfordernden Blick ein und reagierte mit einem gespielt getroffenen Augenrollen. Wie erwartet würde er sich nicht von dieser Gruppe loseisen können, um Zweisamkeit mit ihr zu suchen. Wie sollte er das hier auch unter gefühlt einhundert Menschen?
      Nach seinem Geständnis schüttelte Ember nur unmerklich amüsiert den Kopf, während Peacock ganz trocken darauf reagierte: "Ganz ehrlich, wer hat denn mit dreizehn schon eine Stimme, die nicht mehr nach Justin Biber klingt. Wir klingen alle scheiße in dem Alter."
      "Was habt ihr denn gesungen? Evergreens?", erkundigte sich Dooley daraufhin sehr wissbegierig. "Moment, will ich das überhaupt wissen?"
      "Müssen Sie nicht Luft holen zwischen den Fragen?" warf Peacock wieder dazwischen und Ember musste überraschend in ihr Glas hüsteln bei seiner trockenen Art auf den deutlich jüngeren Mann zu reagieren. "Muss ich auch was sagen?.... Ich hab' doch mal Gras angebaut."
      "Bitte?", kam es direkt seitens Ember geschossen, die die wahre Brisanz dahinter kannte.
      Peacock war, gerade wenn es Drogen (außer Alkohol) anging, der größte Moralapostel von ihnen allen. Dies wissend grinste Ember hämisch während sie Ruairi an den Oberarm klopfte und sich ein wenig zu ihm herüber beugte.
      "Peacock ist bekannt dafür, einen siebten Sinn für Drogen zu haben. Der riecht Gras aus zwei Stockwerken und verprügelt eigenhändig die Jugend, wenn er das mitbekommt, dass die kiffen."
      "Und sie haben jeden Schlag verdient", kommentierte er das lediglich und beschäftigte sich mit seinem Bierglas inniger als je zuvor.
      Ember seufzte leise und stellte das Glas vor sich auf den Tisch. "Ich hab ja einen Handel mit einem Sharokh geschlossen und ihn grandios überlebt. Aber es weiß keiner, dass der mir ein auraauflösendes Artefakt überlassen hat und nun hab ich Kugeln, die das gleiche machen."
      "Das ist ne Story vom Dienst! Das schreit nach Kurzen!", brüllte Dooley dazwischen und winkte bereits die Bedienung ran.
      "Was? Technisch gesehen stimmt das gar n-"
      "Scheißegal, wir haben gesagt, nichts von der Arbeit!" Das frohlockende Grinsen auf seinem Gesicht sprach Bände.
      "Oh, ernsthaft?....", murrte Ember lediglich, "meinetwegen...."

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    • Während das einträchtige Gemurmel als Reaktion auf sein Geständnis durch die Kollegen ging, setzte sich Ruairi wieder hin und nippte an seinem Bier. Langsam, ganz langsam schien die Stimmung ein wenig gelöster zu werden. Er beobachtete Piper, die sich etwas lockerer hinsetzte und die Beine übereinander schlug, während sie sich interessiert herüber beugte und über Dooleys Fragen lachte.
      "Nein, wir haben schlechte Coverversionen von Classic Rocksongs gesungen. Und ich möchte betonen: Meine Version von Thunderstruck war grandios."
      Erneut brandete kurzes Gelächter durch die Runde, während Peacock als nächster sein Geständnis ablegte. Selbst Piper und Kauley sahen ihn erstaunt an, während Ruairi ihn gerade zu fasziniert anblickte. Mit offenstehendem Mund und breitem Grinsen schüttelte er den Kopf und schlug sich auf das Knie.
      "Da brat mir einer einen Storch...", murmelte er und prostete Peacock zu.
      "Die Siebziger haben angerufen. Wollen ihren Ausspruch wieder", murmelte Kauley und Piper trat ihn unter dem Tisch.
      Als Ember mit ihrer Story dran war, erschien Ruairi ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Dass gerade sie als erste das Tabu der Dienstgespräche brach, war schon ein wenig traurig.
      Just in dem Moment glitt der Kellner zum Tisch der Kollegen und stellte zwei Runden Kurze auf den Tisch. Die Flüssigkeit darin war klar und roch wie Waschbenzin, aber zumindest erfüllte sie den Zweck. Entweder machte man damit Motoren sauber oder man tötete Hirnzellen ab.
      "Alsdann, Ms Sallow", grinste Ruairi und reichte ihr ein Glas. "Regeln sind Regeln."
      Währenddessen klatschte Kauley in die Hände und räusperte sich.
      "Ich hatte letztes Jahr was mit einer Stripperin. Bis sie mir ihren Ehemann vorstellte."
      Ruairi grinste und prostete auch ihm zu. "Darauf trinke ich."
      Piper indes knetete verlegen ihre Handknöchel und seufzte, ehe sie einen Schluck ihres Getränks nahm.
      "Ich war vor zwei Jahren unsterblich in Hawthorne verknallt!", rief sie regelrecht und in atemberaubenden Tempo in den Raum, sodass Kauley das Trinken vergaß und seinen Drink über den Tisch schüttete.
      "Das...", muremlte Ruairi. "Das kam unerwartet. Hat er es erwidert?"
      "Natürlich nicht. SIe sind unmöglich!"
      "Unmöglich nett, sagen Sie es nur", grinste MacAllister. "Also...Was nun? Welche Sache sollten wir für die zweite Runde tun?"
      "Es wechselt?", fragte Piper panisch.
      "Sonst wäre es langweilig und ihr wüsstet alle meine Geheimnisse", lachte Kauley.

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    • Ember hatte es ja angekündigt, aber trotzdem bekam sie bis auf Peacock etwas seltsame Blicke zugeworfen, kaum hatte die Bedienung die Kurzen auf dem Tisch abgestellt und Ember sich ein Glas genommen. Sie hatte es dermaßen schnell weggekippt und wieder zurückgestellt, dass man sich kurz fragte, ob das schon alles gewesen war. Nun nippte sie wieder seelenruhig an ihrem Cider.
      Als sich Piper plötzlich einschaltete und ihr Geständnis regelrecht in den Raum brüllte, starrten sämtliche Beteiligten am Tische sie an. Ember hob ihre Augenbrauen und stellte sich vor, wie die schüchterne Piper dem kratzigen Hawthorne gegenüber trat und ihm ein Geständnis entgegenbrachte.
      "Natürlich hat er das nicht erwidert. Er vergötter seine Frau und Kinder", mischte Ember dazwischen und erinnerte sich rege an die Bilder am Kühlschrank, die sie in seiner Küche gesehen hatte.
      Auf den Hinweis, dass die Themenbereiche wohl wechseln mochten, fing Dooley schon wieder an breit zu grinsen. Immer wenn dieser Kerl das Gesicht verzog, erwartete sie nur Unheil. Zumindest empfand das Ember so.
      "Also, wie wäre es denn mit ein bisschen Family Time, wenn wir schon mal dabei waren?", fragte er und erntete einen strafenden Blick von Peacock. "Wen habt ihr aus eurer Verwandschaft am liebsten? Bei mir ist es mein Gramps Terry. Der alte Mann hat nur scheiße mit mir fabriziert und meine Granny immer aufs Dach getrieben. Aber immer fein die Schuld übernommen, obwohl ich meistens Mist gebaut hab."
      Irgendwie konnte sich Ember dieses Bild sehr gut vorstellen.
      "Mein jüngerer Bruder Shawn. Langweiliger Makler und wunderbarer persönlicher Taxifahrer, wie ich feststellen durfte. Würde sich für mich sogar einem Arkana in den Weg werfen. Man muss doch so treue Seelen einfach lieben", sagte Ember ohne zu zögern und schwenkte ihr Glas in ihrer Hand.
      "Ach, das war der junge Mann, der Sie eine Zeit lang ständig begleitet hat?" Peacock kannte Shawn natürlich nur vom Sehen und nicht weiter.
      "Mhm. Aber er ist nun wieder in Birmingham nach der ganzen Sache. Ist auch besser so."
      "Kann ich mir vorstellen. Ich würde auch zusehen, dass meine Familie möglichst weit weg von all dem Scheiß ist. Übrigens, bei mir sind es meine beiden Kinder. Kann mich nicht für eines entscheiden, die haben beide Vor- und Nachteile."
      Amüsiert warf sie Peacock einen schiefen Seitenblick zu. Sie hatte vergessen, dass der Mann schon zweifacher Vater war und selten ein Wort darüber verlor.

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    • Ruairis Lächeln in die Runde wurde beinahe einträchtig verschwörerisch, als Dooley die Family Time ankündigte. Solche Gespräche erschienen mitunter marginal, aber so manche Information, die man mit sich einhertrug, war doch von unschätzbarem Wert. Über Dooleys Geschichte lachte Ruairi, während er bei Ember nur fasziniert in ihre Richtung starrte, ehe er den Kopf seitlich drehte und Peacock mit aufgerissenen Augen ansah.
      "Sie haben Kinder?", platzte er heraus und schlug sich vor die Stirn. "Also das hätte ich jetzt weniger geglaubt..."
      "Ihm glaubt man eher einen Autodiebstahl", bemerkte Kauley und fing sich davor einen Tritt von Piper. "Gut, Sorry. War nicht so gemeint. Also meine Story ist auch eher unspektakulär. Meine Eltern wurden von Foremar getötet damals im Einsatz und daher ist mein Onkel Gus. Hat mich aufgezogen und ist wie Ms Sallow sagt, strunzlangweilig. Beamter. Aber ein guter Mann..."
      Piper nickte verstehend, als kannte die sie diesen Onkel. Mehr als einmal hatte sich Ruairi gefragt, was da lief. Aber wirklich schlau war er noch nicht draus geworden.
      "Mein Dad"; sagte Piper und prostete sich selbst zu. "Er hat eine ganze Zeit lang für eine ROckband als Roadie gearbeitet aber ich hab ihn lieb. Auch wenn er kaum da war."
      "Welche Band?", fragte Ruairi interessiert und beugte sich vor.
      "Ich glaube sie hieß Black Friday oder so. War recht bekannt damals."
      "Recht bekannt ist untertrieben", sagten Ruairi und Kauley unisono. "Black Friday waren in den 90er Jahren eine der erfolgreichsten Rockbands weltweit!"
      Piper zuckte die Ahcseln. "Nicht meine Musik, Jungs. Aber der Boss ist noch dran!"
      Ruairis Lachen ging leicht unter als er in die Runde sah und schließlich bei Ember hängen blieb. Ach, wie gern hätte er ihr gegenüber gesessen. So musste er sich immer halb verrenken um ihr in die Augen zu sehen.
      "Meine Schwester Siobhan und mein Bruder Logan. Siobhan arbeitet in einer Schule als Lehrerin und mein Bruder ist Travestiekünstler."
      "Er ist was???!", spuckte Kauley beinahe seinen Drink aus.
      "Travestie, Kauley", bemerkte Ruairi und lächelte. Wenn auch eine Spur kälter als sonst.
      "Ist das das wo Männer sich Frauenkleider anziehen?"
      "Treffend, wenngleich etwas oberflächlich. Aber ja."

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    • "Was soll denn heißen, man glaubt mir keine Familie? Ich tue mal so als hätte ich nicht gehört, dass Sie denken, ich sei nicht liebenswürdig."
      Die Hälfte davon war in den Untiefen von Peacocks Glas verschwunden, als er nicht wirklich beleidigt murrte. Allerdings driftete sein Blick ganz kurz zu Ember ab als Kauley erwähnte, dass seine Eltern durch August gestorben waren.
      Seine Aufmerksamkeit hätte er sich durchaus schenken können, denn ihr war nichts anzumerken während sie lauschte und hin und wieder an ihrem Cider nippte.
      "Recht bekannt ist wirklich untertrieben. Mein Vater hat Black Friday immer als Schandmusik verteufelt", grinste Ember während sie sich noch sehr gut die Art und Weise ins Gedächtnis rufen konnte, wie ihr Vater auf solche Musik reagiert hatte. Wie viele aus der Peripherie war auch seine Ansicht über gewisse Musikrichtungen eher... fragwürdig.
      Das Lachen von Ruairi klang so herrlich befreit, dass sie einen verstohlenen Blick in seine Richtung riskierte und prompt Blickkontakt herstellte. Sofort verharrte sie in ihrer Trinkbewegung, während sie Ruairi anblinzelte, der dann endlich auch seinen Teil der Geschichte beitrug.
      "Travestie? Also richtig mit Tanz und Showeinlagen?", harkte Dooley hörbar interessierter nach und mit einem Mal hatte Ember einen erhärteten Verdacht. "Hier in London oder wo? Jünger als Sie?"
      Zumindest waren die Fragen sehr eindeutig.
      "Sind Ihre Geschwister beide jünger oder wie das angesiedelt? Wo lehrt Ihre Schwester? Je nachdem sieht man sich ja nicht so oft. Shawn und ich sehen uns eigentlich auch nur sehr selten", sagte Ember.
      Währenddessen begab sich Peacock anscheinend auf eine eigene Agenda. Er lehnte sich ein Stück zu Piper herüber und raunte ihr irgendetwas zu, das nicht bis Embers Seite herüberreichte. Allerdings schien es etwas zu sein, das noch auf die Sache mit Hawthorne hindeutete. Jedenfalls richtete sich Piper ein wenig gerader auf und schien auf seine Worte zu reagieren.
      "Nächstes Thema?"

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      Peacock hat Piper nur nüchtern darauf hingewiesen, dass sie ihre hübschen Äuglein an Abenden wie heute am besten auf Ruairi werfen sollte, den sie ja ständig anhimmelt.

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    • as Gelächter auf Peacocks Kommentar war eindeutig und positiv, als selbst Ruairi ein wenig schmunzeln musste auf die bübische Reaktion.
      "Ich bin sicher, Sie haben eine wunderbare Frau und wunderbare Kinder. Ich komme demnächst mal vorbei, um mich davon zu überzeugen"; grinste Ruairi leichtsinnig und setzte das Glas an. Nur um gleich darauf unter einem Blick von Kauley zu erstarren.
      "Äh...Boss?"
      "IM BÜRO! Ich meinte, im Büro! Vielleicht hat er ja Bilder oder so was. Herrgott, doch nicht auf die verrückte Weise!"
      Mit einem Schwall kippte er sich selbst sein eigenes Getränk auszugsweise über die Hose, dass er schnellstmöglich aufspringen musste, um weitere Schäden zu verhindern. "Gottverdammt"; murmelte er und begann damit, sich eindeutig über den Schritt zu wischen, was Kauley nur noch mehr zum Lachen brachte. Selbst Piper kicherte verhalten, versuchte aber ihre Contenance zu wahren.
      "Hören Sie auf zu lachen, Herrgott!", grinste Ruairi schließlich selbst und ließ sich mit einem Schulterzucken nieder, um die hereinströmenden Fragen zu beantworten.
      "Gute Güte, wenn Logan wüsste, dass Sie alle so ein Interesse an ihm haben, würde er glatt eine kostenlose Show geben", bemerkte er. "Ja, so richtig echt mit Showeinlagen und Gesang. Er singt betäubend gut, muss ich sagen. Er besitzt hier in London ein kleines Theater. Im Norden, nahe Tottenham. Und er ist zwei Jahre jünger als ich. Meine Schwester nochmals zwei Jahre jünger und sie unterrichtet an einer Schule in Glasgow. Also wir sehen uns leider nicht so häufig", bemerkte er schließlich und grinste in die Runde.
      "Wie auch immer", verkündete Ruairi fröhlich und erhob sich schlagartig. "Mein Getränk ist leer. Ich hole mir schnell ein neues und Sie können bereits das nächste Thema auswählen!"
      Ohne einen weiteren Satz wandte er sich ab und ließ auch seine Hand kurz auf Embers Schulter liegen, einfach um das Gefühl ihrer Wärme nochmals zu erleben.
      "Davon ab: Schandmusik, wirklich?", sagte Ruairi nachdem er sich näher an Embers Ohr gebeugt hatte. Mit einem kurzen Zucken seiner Schultern begab er sich durch den Raum in Richtung der Theke.
      Sehr zur Abneigung von Piper, die sich unter Peacocks Kommentaren versteifte.
      "Sie sind unmöglich", zischte sie und wurde knallrot, während sie ihren Drink beinahe exte.
      "Nächstes Thema! Welche Peinlichkeiten könnten wir noch aus uns heraus prügeln?", bemerkte Kauley. "Was haltet ihr von Exbeziehungen? Eine Story aus dem Liebesleben?"

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    • Peacock, die gute Seele, war der Einzige, der praktisch umgehend eine Hand in seiner Hosentasche verschwinden ließ, um ein klassisches Stofftaschentuch ans Tageslicht zu fördern. Er reichte er quer über den Tisch zu Ruairi hinüber und sorgte dafür, dass Ember ihn erstaunt ansah. Wer hatte denn heutzutage noch Stofftaschentücher dabei?
      "Bei Tottenham? Sie müssen mir bei Gelegenheit mal die genaue Adresse geben, ich würd's mir zu gern mal ansehen", sprudelte Dooley gnadenlos weiter und Peacock verdrehte die Augen.
      Ember hatte sich ein wenig nach hinten gelehnt, als Ruairi aufgestanden war um sich etwas neues zu trinken zu holen und seine Hand auf ihre Schulter legte. Sofort fiel ihr auf, dass er sie spiegelte und wahrscheinlich sogar absichtlich nachahmte, was sie vorhin unbewusst getan hatte.
      "Davon ab: Schandmusik, wirklich?"
      Ember lächelte amüsiert, als sie ihm leise zuflötete: "Seine Worte, nicht meine."
      Flüchtig warf sie einen Blick nach hinten und folgte dem Rücken des schlacksigen Mannes, wie er sich auf den Weg zur Theke begab. Sie war bisher die einzige, die er so direkt berührt hatte, und das gab ihr doch ein wenig zu denken.
      Allerdings wurde ihre Aufmerksamkeit jäh auf ein anderes Thema gelenkt, das ihr wirklich nicht gefiel. Wieder war es Dooley, der in die Bresche sprang und ihr immerhin ein kleines Zeitfenster verschaffte, in dem sie nachdenken konnte, was sie sagen sollte.
      "Ich war vor ein paar Jahren im Urlaub in Thailand. Hab da ne hübsche Frau in Phuket kennengelernt als wir zum Sightseeing in der Stadt waren. Mehr muss ich wahrscheinlich gar nicht sagen", erzählte Dooley und kratzte sich durch seinen Bart am Kinn. "War nur zur Hälfte eine Frau, aber naja. Die sehen halt wirklich aus wie Frauen, wenn du nicht drunterguckst."
      Peacock begann sich angewidert zu schütteln, was Ember ihm nicht wirklich übel nehmen konnte. Stattdessen gluckste sie kurz amüsiert während der Älteste in der Runde nur den Kopf schüttelte.
      "Keine Peinlichkeiten meinerseits. Meine Historie ist makellos. Rose war meine erste große Liebe und ist es bis heute. Absolut unspektakulär", ließ Peacock die Bombe emotionslos platzen und sorgte dafür, dass alle ihn kurz wortlos anstarrten. Selbst Ruairi, nachdem er wiedergekommen war.
      "Krass. Das gibt's noch? Ich dachte, das wären fast unmöglich", staunte Dooley und strich dabei an der Lippe seines Glases entlang.
      "Kommt immer ganz drauf an, ob man richtig schaut oder nicht. Ich bin der Überzeugung, dass es für jede Person auf der Welt genau diesen einen Menschen gibt. Ich habe meinen einfach nur sehr früh gefunden." Er zuckte mit der Schulter und stand dann selbst auf, als sich sein Glas dem Ende geneigt hatte, und pilgerte zur Bar.
      Ember streckte die Füße soweit es ging von sich nachdem sie entschieden hatte, die wohl harmloseste Geschichte zu erzählen, die sie in diesem Bereich auf Lager hatte.
      "Peacock kennt ihn, bei Ihnen weiß ich's nicht. Es müssen Sozialarbeiter kommen, wenn wir Fälle mit Kindern behandeln und da hab ich damals Alex kennengelernt. Herzensguter Mann, aber leider ein wenig zu sensibel für unseren Job. Hat sich ständig den Kopf darüber zerbrochen, was mir zustoßen könnte und irgendwann war es für uns beide nicht mehr tragbar. Haben uns im Guten getrennt, ich glaub, er ist sogar immer noch an der gleichen Stelle angestellt", berichtete Ember, deren Blick dann sofort zu Piper schoss, die noch immer rot glühte. "Mich würde aber brennend interessieren, warum Sie auf einmal so rot sind. Was hat Ihnen Peacock vorhin ins Ohr geflüstert, hm?"

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    • Ruairi brauchte nicht allzu lange um mit dem Kellner einen Extraschuss Cider zu verhandeln, der ihm hoffentlich die Hemmschwellen langsam abbaute.
      Seufzend nahm er das Getränk und schlängelte sich erneut durch die Menge, ehe er mitten in der Diskussion erneut an den Tisch trat.
      "Also...", begann er grinsend und setzte isch erneut.
      Das erste und einzige Mal, dass er seinen durchaus an Extremsituationen gewohnten Körper dazu nutzte, unauffällig ein winziges bisschen näher an Ember zu rutschen. Und seien es auch nur zwei Zentimeter, aber mehr war nun einmal mehr. Lächelnd sah er in die Runde, wobei ihm nur Piper ins Auge fiel.
      "Dooley hat Probleme mit Männern in Frauenkleidern, Peacock ist ein verdammter Romantiker und Sallow vögelt mit einem Sozialarbeiter", fasste Kauley das bisher gesagte auf seine unnachahmliche Art und Weise weiter.
      "Und Sie sind so taktvoll wie die Schrotflinte meines Großvaters Jerry", bemerkte Ruairi kopfschüttelnd und sah zu Dooley und zog die Augenbrauen hoch.
      "Eine Shemale? Wirklich?"
      "SIe habens doch gehört!"; rief Kauley beleidigt und rieb sich das Knie, nachdem Piper ihn wieder getreten hatte.
      "Natürlich. Sie waren alle nicht zu überhören", grinste Ruairi und sah anschließend zu Ember. "Und bei Ihnen war es der Sozialarbeiter, soso...Sind Sie noch befreundet?"
      Zu offensichtlich, du Idiot!
      Piper indes kam ins Stottern und hielt sich die Hände vor die Augen. Ihr Kopf schien beinahe zu explodieren und ahtte die Farbe einer überreifen Tomate angenommen.
      "Ga-ga-ga-gar nichts!"; wisperte sie und räusperte sich überschwänglich. "Alsoichhabennichtwirklichwaszuerzählendaichbishernochnichtwirklichsexhatte..."
      Nachdem sie in einer Windeseile ihren Satz gesagt hatte, erhob sie sich derart stürmisch, dass Ruairi sein Glas regelrecht vom Tisch riss, da dieser bedrohlich zu wackeln begann. "Ich muss aufs Klo!", sagte sie in einem breiten Cockney Akzent und verließ den Tisch unter dem Gelächter aller Beteiligten.
      "Na das war auch mal was", murmelte Kauley und räusperte sich. "Also. Peinliche Geschichte numero Uno: Ich habe mal mit drei Frauen geschlafen..."
      "Was ist daran peinlich?", fragte Ruairi und trank zu schnell.
      "Sie waren alle drei über 60."
      Und das bereute er jetzt. Mit einem Lachkrampf spuckte Ruairi sein Getränk über den Tisch, sodass selbst Kauley angeekelt aufsprang, während Ruairi glockenhell zu lachen begann und sich den Bauch mit der freien Hand hielt.
      "Was denn? Und was haben SIe verbrochen?", schimpfte Kauley und sah ihn böse an.
      "ICh bin langweilig wie Peacock", kicherte Ruairi atemlos. "Ich habe meine Jugendliebe damals geheiratet und wir waren bis vor einigen Jahren zusammen. Als wir uns trennten wurde ich Leiter der GEschäftsstelle Glasgow und kam hierher. Ende der Geschichte."

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    • "Ich habe absolut kein Problem damit, wenn Mann seinen Horizont erweitern will!?", flippte Dooley regelrecht aus und sein Bier schwappte gefährlich in seinem Glas. Allgemein hatte der gute Mann noch sehr wenig davon getrunken, was eindrucksvoll seinen Gesprächsanteil symbolisierte.
      "VögeltE, wenn ich das mal betonen darf", schob Ember etwas missmutig dazwischen und bemerkte nicht wirklich, wie sich Ruairi ein Stück näher an sie heran setzte. Allerdings schenkte sie ihm ihre volle Aufmerksamkeit, als er sich ein wenig zu interessiert für Alex gab. "Er läuft mir noch hin und wieder im PD über den Weg, ja. Manchmal redet man ein bisschen, trinkt einen Kaffee... es ist eher eine lose Bekanntschaft geworden würde ich sagen."
      Ember brach den Blickkontakt zu Ruairi ab, als ein nervöses Räuspern überdeutlich erklang und Piper einen Wortschwall losließ, den sie erst einmal verarbeiten musste. Alle lachten, als die junge Frau regelrecht die Flucht ergriff bis auf Ember, die ihr doch ein wenig mitfühlend nachsah. Das war eine Information gewesen, die sie säuberlich unter Verschluss hätte halten können. Niemand hatte sie genötigt, sowas zuzugeben und da es ihr offensichtlich mehr als peinlich war bekam Ember fast schon einen Anflug von Reue, dass sie Ruairi auf Piper überhaupt aufmerksam gemacht hatte.
      Bei Kauleys Story konnte Dooley nicht mehr an sich halten und durchlebte einen heftigen Lachflash, ähnlich wie Ruairi, dessen Mundinhalt schneller das Licht wiedersah als es gut war. Reflexartig zog Ember ihre Beine wieder an und rückte ein wenig von ihrem Kollegen ab. Jedoch musste auch sie bei der Vorstellung lachen und hatte alle Mühe die Nachfrage bei sich zu halten, wie denn so ein Unfall zustande gekommen war.
      "Was denn? Und was haben Sie verbrochen?", schimpfte Kauley und sah Ruairi böse an.
      Schon beim ersten Satz zweifelte Ember an der Wahrheit. Sie war sich sicher, dass er mit absoluter Sicherheit irgendwelchen Dreck am Stecken hatte und weitaus interessanter war als es Peacock je sein könnte, der mittlerweile mit einem neuen Guinnes an den Tisch zurückgetreten war.
      "Klingt ja sehr kurz angebunden", murmelte Ember und fügte lauter hinzu: "Wieso haben Sie sich getrennt? Auseinander gelebt oder gab's einen Zwischenfall? Wenn man fragen darf?"

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Ruairi lauschte (vielleicht einen Deut zu sehr), als sie von Alex sprach und wunderte sich, weshalb der beinahe gleichgültige Ton ihrer Stimme vorherrschte. Aber immerhin gab ihm das Gesagte doch mehr zu denken. Man ging im Guten auseinander und verblieb dann doch nicht mehr als Schatten? Er fand es komisch, hatte aber auch keine nennenswert gute Trennung auf dem Zettel wenn er ehrlich war.
      Nachdem Dooley sich endlich beruhigt hatte und seinen Weg wieder an den Tisch gefunden hatte, blickte Ruairi kurz Piper nach und zog die Augenbrauen kraus. Sie hatten es übertrieben, soviel stand fest.
      Aber sie hätte es nicht preisgeben müssen...Trotz dieser Tatsache beschloss er, sich bei der jungen Frau beizeiten zu entschuldigen.
      Immerhin sorgte Kauleys Geschichte für den notwendigen Lacher, den sie alle teilten.
      Die Stimmung im Saal hellte sich merklich aufgehellt.
      "Und warum drei 60jährige? ", fragte Ruairi und wischte sich eine Lachträne fort. Sein Getränk war schon wieder leer.
      "Naja..:Es war eine lange Nacht und irgendwann sind wir zu so einer Dame nach Hause mit vier Kerlen. Ich war leider zu dicht, als dass ich noch bemerken konnte, was Sache war und schwupps...
      "Und schwupps...", kommentierte Ruairi und nickte grinsend, während er sein Getränk leerte.
      Die Frage, welche Ember stellte, brachte ihn doch ein wenig aus dem Konzept wenn er ehrlich war. Mit einem Mal erschien ihr Gesicht wieder vor seinem inneren Auge. Das Lächeln, das Türen einriss und die Augen, die Seelen aufspießten. Den schwachen Schimmer eines Grinsens behaltend, sah er Ember an und murmelte:
      "Sie starb. Vor einigen Jahren. Unspektakulär an Krebs, fürchte ich."
      Nickend schlug er sich auf die Oberschenkel und erhob sich.
      "Alsdann. Mein Getränk ist leer. Ich hole mir ein Neues und ihr sucht euch ein neues Thema aus, ok?", fragte er in die Runde und verließ den Tisch in Richtung Tresen.

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    • Wenn Ember über die Jahre eines gelernt hatte, dann dass niemand wirklich den Ausdruck in seinen Augen vollständig verschleiern konnte. So bereute sie fast augenblicklich die Nachfrage, als sie in Ruairis Augen sah und einen uralten Schmerz darin auszumachen glaubte. Einer, der den Schimmer eines Lächelns überschattete.
      Als er sich schließlich erhob um sein Getränk nachzufüllen, konnte sie nicht anders als ihm nachzusehen. Sie war vorhin bei Piper schon fast aufgesprungen und hatte sich gerade noch so zusammengerissen, aber jetzt war ihr schlechtes Gewissen so groß, dass es kein Halten mehr gab.
      In einem beherzten Zug leerte sie ihr eigenes Glas. "Ich geh auch mal nachfüllen."
      Mit dem Glas in der Hand folgte sie Ruairi, der unschwer unter den Anwesenden auszumachen war. Entweder überragte er die meisten oder war einfach viel zu schlank im Vergleich. Als löse sie sich aus seinem Schatten stahl sie sich am Tresen an seine Seite und setzte ihr Glas betont laut auf dem Counter ab.
      "Sorry. Ich wusste nicht, dass die gestorben ist. Mein Beileid", sagte sie leise als sich ein anderer Kollege, der nicht aus ihrer Abteilung stammte, sie an ihr vorbei an die Theke quetschte und sie somit an Ruairi drängte. "Ich bin nun auch nicht so klein, mann..."
      Sie warf dem Mann einen giftigen Blick zu, der sie erst daraufhin bemerkte, zusammenzuckte und plötzlich das Weite suchte. Etwas perplex sah Ember ihm hinterher. So böse hatte sie ihn doch gar nicht angeschaut?
      "Vielleicht sollte man sagen, wenn da Themen fallen, die nicht ganz sauber sind. Piper sah auch alles andere als glücklich aus. Ich schätze, Peacock hat auch gemerkt, dass sie was für Sie übrig hat", fügte Ember hinzu nachdem man ihr ein neues Glas hingestellt hatte und warf einen Blick zu Ruairi hoch.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Der Wirt grüßte Ruairi freundlich und fragte ihn nach seinem Getränkewunsch. Und aus irgendeinem Grund verstieß er gegen die Regel, nur bei einer Sorte Alkohol zu bleiben. Er bestellte sich etwas, das die Briten als "Herrenfrühstück" verkauften. Ein Bier und einen Whiskey. Die Sorte kannte er nicht und war ihm auch egal. Entgegen des Genießertums leerte er das Glas Whiskey mit beinahe einem Zug und kniff die Augen zusammen, ehe er zusammenfuhr weil irgendein Trottel sein Glas auf den Tresen hämmerte.
      Nur das dieser Trottel eine wunderschöne Frau war.
      Ihre Worte erreichten ihren nur marginal, aber ausreichend genug, dass er die Schultern zuckte und ihr zuprostete.
      "Kein Problem", sagte er grinsend. "Sie konnten es nicht wissen und es ist bereits lange her. Und danke. Für Ihr Beileid."
      Er wollte gerade noch etwas sagen, da sie gegen Ruairi gedrängt wurde. Und es ihm peinlich war, dass er sich ertappte wie er die zufällige Berührung genoß.
      Ruairi drehte sich leicht ein, sodass sie zwar gezwungenermaßen näher an seine Brust musste, aber gleichsam auch mehr Platz für sich hatte. Nur die Flucht des Mannes war merkwürdig. Weshalb floh er regelrecht vor Sallow?
      "Na Sie sind ja beliebt"; murmelte Ruairi und sah sie grinsend an.
      Nach einer kurzen Weile brachte er etwas Abstand zwischen sich. Nicht allzu viel, aber genügend, damit sie nicht bemerkte, wie nervös er wurde. Nachdenklich kratzte er sich am Kopf und hielt ihr sein neues Glas zum Anstoßen hin.
      "Ja, vielleicht ist das eine gute Idee", stimmte er zui. "Es hat sich etwas verselbstständigt. Aber ich fand es doch recht informativ. Wann hätten Sie mir sonst von Exfreunden berichtet?",
      Das Lächeln das ihm über die Mundwinkel fuhr, war mehr als ehrlich gemeint.
      "Ja, sie Sagten es mir bereits. Aber ich denke, Piper wird sich erholen. Sie weiß, dass Ihre Verliebtheit keine Zukunft hat. Andernfalls hätte sie es bereits kundgetan."

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Geschlagen zuckte Ember nur mit den Schultern.
      "Wie ich hörte, sind Ihnen ein paar Gerüchte zu meiner Person zugetragen worden, aber offensichtlich noch nicht alle. Sonst wüssten Sie, warum die meisten einen Bogen um mich machen."
      Ruairi erkämpfte sich ein wenig mehr Platz und zeitgleich auch ihr, sodass sie beide nicht mehr dich aneinander gedrängt vor dem Tresen standen. Trotzdem runzelte sie die Stirn, als er sich nachdenklich kratzte, um ihr schließlich doch das Glas zum Anstoßen hinzuhalten. Mit einem Nicken erwiderte sie den Gruß und bemerkte das aufrichtige Lächeln, das seine Mundwinkel verzog.
      "Da haben Sie Ihren 'Becher', den Sie mit mir teilen wollten", sagte Ember und lehnte ihren freien Arm auf dem Tresen an, den Kopf ein wenig seitlich geneigt. "Selbstredend fanden Sie es recht informativ. Sie haben von gleich fünf Kollegen mehr oder weniger pikante Informationen auf dem Silbertablett serviert bekommen. Wer findet das nicht informativ?"
      Ohne den Blickkontakt zu brechen nahm sie einen Schluck ihres Ciders. Irgendwie hatte sie das Gefühl, das es nicht wirklich schlau gewesen war, ihm allein zu folgen und in ein Einzelgespräch zu verwickeln. Oder vielleicht war es ja sogar das Gegenteil und sie wusste es nur noch nicht.
      "Hm... wenn Sie mich nach ihnen gefragt hätten? Ist jetzt nicht so, als müsse ich mich für irgendeinen von ihnen schämen. Wobei ich mich eher frage, warum Sie gerade das so brennend interessiert?"
      Ein gewisser Schneid lag in ihren Augen als sie es fragte, das angedeutete Lächeln auf ihren Lippen war ein wenig herausfordernder als es hätte sein sollen. Wenn sie schon mal hier war, dann konnte sie den Mann auch in aller Ruhe ein wenig reizen und Grenzen auslooten.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Das Lächeln, das sich bereits seit einiger Zeit um seine Mundwinkel zog, vertiefte sich nochmals als die Gläser aneinander stießen und ein klingendes Geräusch fabrizierten.
      "Das ist wahr", nickte Ruairi. "Das ist der Becher, den ich mit Ihnen teilen wollte."
      Auf ihre Andeutungen hin konnte er das Grinsen nicht unterlassen. Selbst als er von seinem Getränk einen tüchtigen Schluck nahm, nicht wirklich. Ihr Blick war herausfordernd, gerade zu aufmüpfig, aber dennoch verlor seiner nicht einen Funken der Ruhe, die er brauchte.
      "Mich interessiert alles, was Sie betrifft, Ms Sallow", murmelte er und blickte schnell in sein Glas. "Mich interessieren grundsätzlich alle Kollegen, aber was soll ich sagen? Als ich Sie sah, hatte ich irgendwie den Drang, Sie kennen zu lernen. Also mehr als den üblichen Namensaustausch und die jeweiligen Tageszeitansagen."
      Er kicherte kurz.
      "Nein, ich dachte auch nicht, dass Sie sich für irgendeinen schämen würden. Warum auch? Ein Sozialarbeiter ist jetzt nicht gerade der schlimmste Stand der Welt. Da kann man sicherlich schlechtere Wahlen treffen, nicht wahr? Und ehe Sie es falsch verstehen:"
      Er beugte sich leicht zu Ember herüber, um mehr vertraut mit ihr zu sprechen.
      "Ja, mir wurden Gerüchte zugetragen. Und ganz ehrlich? Ich gebe einen feuchten Kericht darauf. Was kümmern mich Gerüchte, die von eifersüchtigen Kollegen in die Welt gesetzt wurden? Aber wenn SIe mich erhellen wollen, nur zu. Irgendwann werden Sie auch meine schmutzigen Gerüchte erfahren und da ist es doch gut, so etwas voneinander zu wissen, oder nicht?"
      Ruairi stellte nach diesem Satz sein Glas ab und sah Ember das erste Mal voll ins Gesicht, beide Augen auf ihre fixiert.
      "Aber sagen Sie mir...", begann er und atmete aus. "Wieso geben Sie sich so viel Mühe die Contenance zu halten, obgleich wir in lockerer Runde sind? Fürchten Sie einen Angriff von mir?"

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    • Eine einsame Augenbraue hob sich leicht, als Ruairis Blick urplötzlich in seinem Glas zu versinken schien und sie sich wunderte, warum er plötzlich ihren Nachnamen wieder benutzte. Ihr war unlängst aufgefallen, dass er ein gewisses Interesse an ihr hegte, aber er hatte vollkommen recht. So richtig darauf einlassen konnte sie sich nicht. Ob sie es wollte oder nicht, ständig schwebten ihr Gedanken im Hinterkopf, dass es einen Haken geben musste. Sie sich nicht so überstürzt auf ihn einlassen sollte, wie es bei August geschehen war.
      Gerade als ihre Gedanken in eine völlig verquerte Richtung abdriftete, überbrückte Ruairi die Distanz zwischen ihnen, damit die folgenden Worte nicht an jedermanns Ohr drangen. Er riss sie mit diesen Worten aus ihrer Gedankenwelt und sorgte dafür, dass sich etliche Worte bereits auf ihrer Zunge formten, als er unverwandt sein Glas absetzte und sie direkt ansah. Ohne Umwege, ohne das Herumgedruckse, das er gerne und auch noch vor ein paar Sekunden zur Schau getragen hatte. DIe Worte fielen wie ein Kartenhäuschen auf ihren Lippen in sich zusammen, sie blinzelte den Mann vor sich ein paar Mal an.
      So wirkte sie also auf Außenstehende? Wie jemand, der ständig die Schultern hochgezogen hatte und in absoluter Alarmbereitschaft war?
      Ember stieß einen lang angehaltenen Atemzug aus, ehe sie Ruairi nachahmte und ihr Glas ebenfalls neben sich abstellte. Anschließend fuhr sie sich durch das Gesicht um zu vertuschen, dass sie sich einen Augenblick lang nicht sicher war, was für ein Gesicht sie machen sollte.
      "Schön zu hören, wie ich auf andere wirke", murmelte sie so leise, dass es im Raum unterging bevor sie ihre Hand sinken ließ und den Blickkontakt wieder herstellte. "Eigentlich ist der Abend hier auch nicht dafür ausgelegt, Ihnen die Hintergründe zu den Gerüchten zu erklären. Wie sie schon sagte, lockere Stimmung. Da will ich sie nicht unbedingt in den Keller reißen. Außerdem sind hier viel zu viele Ohren, die was Falsches aufschnappen könnten."
      Sie machte eine kleine kreisende Bewegung mit ihrem Zeigefinger.
      "Es ist nicht so, dass ich einen Angriff von Ihnen fürchte, es ist halt...", wieder seufzte sie und musste kurz den Blick woanders hin richten auf der Suche nach Worten, "... besonders die letzte Woche setzt mir noch zu. Eigentlich auch die Zeit davor. Ich stand ständig unter Anspannung, war praktisch die ganze Zeit von mindestens einem Arkana umgeben und dann stand plötzlich alles auf dem Kopf."
      Pass auf, was du sagst...
      "Hawthorne als mein Mentor ist plötzlich zurückgetreten. Ein nun toter Kollege hatte mich im Kampf dem Sharokh ausliefern wollen und Ihre Vorgängerin wurde vor meinen Augen erstochen. Und plötzlich sind all diese Plätze wieder vergeben, Sie werden mir praktisch an die Hand gegeben und sind so.... nett."
      Ember wusste nicht, wie sie es sonst formulieren sollte. Folglich gab sie ein frustriertes Geräusch von sich ehe sie fortfuhr.
      "Nicht falschverstehen, bitte. Aber meine Blauäugigkeit hat dazu geführt, dass ich fast meinen Bruder verloren hätte. Während Foremar bei mir war musste ich auch ständig darauf achten, wer was sagte und ich musste alles auf die Goldwaage legen. Ich hatte das Gefühl, wenn ich einen Moment lang nicht aufpasste, dann wäre mein Kopf der nächste, der rollen würde. Ich kann mich nicht mit Magie wehren", schloss sie schließlich mit einem bitter anmutenden Lächeln, das Ruairi ermöglichte, wie durch ein kleines Guckloch auf den Schmerz zu sehen, den sie sorgsam unter Verschluss hielt. Und ihre trockene Kehle mit einem ausgiebigen Schluck Old Mout befeuchten musste.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Ruairi sah sie einen Moment lang und genoß es sogar auf schelmische Art und Weise, dass er sie ein wenig durcheinander bringen konnte. Selbst dieser Moment, in dem sie ihn nur blinzelnd anstarrte und sich durch das Gesicht wischte wie ein neurotischer Waschbär erschien ihm beinahe so natürlich, dass sein ohnehin schon langweilig anzumutendes Grinsen noch weiter auf dem Gesicht Einzug hielt.
      "Seien SIe nicht beleidigt"; grinste er. "Ich meine das nicht böse oder herabwertend. Aber vielleicht haben Sie Recht. Was nur heißt, dass wir einen anderen Anlass dafür finden müssen und diesen so privat wie möglich gestalten."
      Schlechte Anmache, du Vollidiot! Ganz schlecht!
      "A-also das sollte nicht heißen, dass wir...Sie wissen schon..Ich meinte nur einen Ort wo es ruhiger ist, wo man eher intimer...Äh, ich meine privater, ich meine..."
      Seufzend gab er auf und nahm einen weiteren Schluck und verbarg sein Gesicht halb in der Hand während Ember weitersprach.
      Auf ihren regelrechten Wortschwall reagierte Ruairi wie jeder gute Mann reagieren sollte: Mit Aufmerksamkeit und Stille. Dennoch kam er nicht umhin am Ende ihrer Ausführungen zu lächeln und eine Hand auf ihre schmale Schulter zu legen. Gott, seine Hand verschlang die Schulter regelrecht.
      Einen kurzen Moment genoß er das Gefühl von Wärme unter seinen Fingern und lächelte anschließend schwach.
      "Sie haben Anstrengendes hinter sich. Mehr belastendes als ein einziger Verstand vermutlich vertragen könnte. Und ich bin mir sicher, dass so mancher Kollege dort vorne an unserem Tisch unter dem Druck bereits zusammen gebrochen wäre. Ich kenne diesen Foremar nicht gut, aber wenn ich den Berichten glauben darf, hat er eine Veranlagung dazu, seine Umwelt zu manipulieren und zu illusionieren. Machen Sie sich also nicht so viele Vorwürfe..."
      Nach einer kurzen Zeit nahm er seine Hand von ihrer Schulter und legte den Kopf schief.
      "Wissen Sie..."; begann er nach kurzer Zeit erneut. "Ich denke, Sie müssen sich selbst verzeihen. Auch wenn das sehr abgedroschen und einfach dahergesagt ist, so ist es das eben nicht. Sie tragen Schuld mit sich herum, Ember. Und wenn Sie diese weiter tragen, werden Sie daran zerbrechen. Es war eine Zeit voller Entbehrungen und Anspannung für SIe. Sie haben ausgehalten, was kaum ein Mensch je könnte. Haben Dinge gesehen, die kaum ein Mensch erträgt. Es ist nur natürlich, dass man vorsichtig wird. Aber man sollte nie den Blick für das Schöne im Leben verlieren..."
      Ruairi sah sie nahc einer Zeit wieder an und grinste unbescholten.
      "Und eine gute Sache hatte das Treffen heute: Ich habe Sie endlich mal ohne Maske gesehen. Wenn auch nur für eine Sekunde. Und die Tatsache, dass Sie sich mit Magie nicht wehren können....Na und? Was mir berichtet wird, ist dass ich meinen Hintern in Sicherheit bringen sollte, sobald Sie eine Knarre aufnehmen. Also was sagt das über die tolle Magie aus?"

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    • Ember verschluckte sich fast als Ruairi verschlug, einen privateren Rückzugsort anzupeilen. Wieder versuchte er sich irgendwie zu retten, doch seine Wortwahl wurde nur noch schlimmer statt besser. Spätestens jetzt verfestigte sich der Eindruck, dass dieser Mann ernsthaft versuchte bei ihr zu landen. Und es in seinen Augen kollossal vergeigte.
      Dann platzierte er seine Hand wieder auf ihrer Schulter, die dieses Mal spürbar in der Pranke unterzugehen zu schien. Minimal sank ihre Schulter etwas herab, als sich die Spannung ein wenig löste und sie selbst bemerkte, dass sie wirklich nicht locker gelassen hatte. Nicht eine Sekunde.
      Mit viel zu großen Augen sah sie Ruairi an und zweifelte ein wenig an sich. Seitdem auch Noland verschwunden war, gab es keinen Gesprächspartner mehr. Niemand, der es aushalten konnte, wenn sie demjenigen alles ausbreiten würde, was sie wusste. Niemanden, der dieses Wissen unter Verschluss hielt und es nicht weitertragen würde. So wie Ruairi nach der Nummer von August gedrängt hatte, würde er sich vermutlich auch nicht in letzte Kategorie einreihen. Selbst wenn sie es sich so gewünscht hätte.
      Auf seine Worte hin senkte sich ihr Blick. Der gute Mann konnte nicht wissen, was sie gesehen, gehört und getan hatte. Sie müsste ihm nur ein einziges kleines Detail zuflüstern, das seine Sicht auf sie maßgeblich verändern würde. Und darüber hinaus sie vermutlich auch direkt melden würde.
      Ember bedachte Ruairi mit einem schwierig zu deutenden Blick. Sollte sie es ausprobieren?
      "Irgendwas muss ich ja auch gut können, wenn ich jetzt noch lebe", gab sie ein wenig leichter zu und wusste, dass wenigstens dieses Gerücht nicht an den Haaren herbeigezogen war. "Ich hab einem Alptraumwesen von Bones die Augen ausgeschossen, einen Arkana in den Rücken getroffen und dem Sharokh auch ein paar Kugeln verpasst. Würde sage, die Quote ist nicht schlecht, hm?"
      Damit griff sie wieder nach ihrem Glas und nahm einen Schluck. Er hatte ja recht. Sie wollte gerne alles jemanden erzählen, einfach ein offenes Ohr haben, um den sie keine Angst haben musste. Damit sie nicht um sich selbst Angst haben musste. Nur ob sie dafür der ersten Person nachgeben sollte, die sich scheinbar für sie interessierte, war noch fraglich.

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    • Ein wirklich fantastischer Abend, dachte Ruairi sarkastisch und zermarterte sich das Hirn während sie mit aller Leichtigkeit weiter berichtete.
      Intimer? Privater? Sag doch gleich, dass du sie nur flachlegen willst, du Hornochse.
      Auch wenn dem ganz und gar nicht so war. Und doch konnte er es nicht über sich bringen, seine Augen von ihr zu nehmen. Ja, wenn es jetzt noch Jemand nicht gemerkt hatte, wie es um seine Interessenslage stand, dann spätestens mit dem Moment, wo er sie regelrecht anstarrte.
      Und doch...Da war etwas hinter ihren Augen, das ihm zusetzte. Ruairi vermochte es nicht in Worte zu fassen, aber hinter den blinkenden Iren ihrer Augen verbarg sich etwas. Nur waren die Antennen, die er ausfahren konnte, dafür weiß Gott nicht sensibel genug. Er spürte, dass etwas nicht stimmte, aber beim besten Willen: Was mochte diese Frau mich sich herumtragen, dass sie derart misstrauisch und defensiv war?
      Sicherlich, es war eine schwere Zeit bis hierhin, aber da war mehr.
      Ruairi lächelte schließlich doch und schüttelte nachsichtig grinsend den Kopf.
      "Da ist es wieder. Das leicht übersteigerte Selbstbewusstsein, vor dem man mich gewarnt hat", murmelte er. "Aber ja, Ihre Quote ist recht gut. Habe die Kampfberichte gelesen aus den Schlachten und muss sagen, ich war wirklich beeindruckt. Ich glaube, ich hätte mir in die Hosen gemacht, zehahahahaha!"
      Noch beim Lachen schlug er sich auf den Mund und verdrehte die Augen. Seine merkwürdige Lache war der Grund für viele merkwürdige Kommentare in letzter Vergangenheit gewesen und gerade das wollte er hier vermeiden.
      "Davon abgesehen...", murmelte er schließlich und sah sie an. "Ich weiß, dass es vielleicht merkwürdig ist, aber wenn Sie mal Jemanden zum Reden brauchen, melden Sie sich, okay? Ich hab selbst einige schlimme Dinge durch und manchmal brauch man einfach Jemanden, der zuhört und keine Fragen stellt oder urteilt. Ich kann es Ihnen bieten, wenn Sie möchten. Nur ein Angebot."

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    • So sehr sie es auch versucht hatte, der Mann ließ einfach nicht die Augen von ihr.
      Vor zehn Jahren hätte sich Ember keinerlei Gedanken darüber gemacht und hätte ihn vermutlich selbst abgeschleppt, wohl wissend, dass er höchstwahrscheinlich eh die Reißleine zog sobald er ihr grandioses Wesen voll erfasste. Nun allerdings war das Misstrauen die dominierende Macht in ihrem Kopf. Etwas, das ihr bis jetzt nie so bewusst in den Sinn gekommen war und was sie ehrlich nicht befürwortete.
      "Was heißt hier übersteigert?", fragte sie etwas pikiert und nahm einen ordentlichen Schluck von ihrem Cider. "Ich weiß ganz genau, was ich halt gut kann."
      Eigentlich hatte sie noch viel mehr hinterher schießen wollen, doch Ruairis Lachen unterbrach jeglichen Gedankenfetzen, den sie gerade noch hatte. Wie einen Autounfall starrte Ember ihn wortlos an, ehe sie fluchs ihr Glas abstellen musste, da ihr ein hemmungsloses Lachen hervorbrach. Hastig wandte sie sich ein wenig ab, damit es nicht so aussah, als lachte sie ihn aus.
      "Sorry, sorry....", murmelte sie leise als sie sich zurückgedreht hatte, nachdem sie ihre Lippen wieder unter Kontrolle hatte.
      Auf seine nun folgenden, doch recht tiefgründigen Worte musste sie ihn doch ein wenig nachdenklich anblinzeln. Sie bewegte das Glas auf dem Tresen immer wieder ein wenig vor und zurück während sie Ruairi eingehend musterte.
      "Versuchen Sie jetzt gerade Ihre Einladung an einen privateren oder .... intimeren Rückzugsort ein wenig hübscher zu verpacken?", fragte sie ihn mit solcher einer ernsten Mimik, dass sie sich ihre eigenen Worte fast abgekauft hätte. Einen Herzschlag später tanzte wieder die Andeutung eines Lächelns auf ihren Lippen. "Damit ich das Angebot annehme, müsste ich absolut sicher sein, dass Sie nichts davon nach außen tragen. Weder zu Knight noch sonst irgendwie in Ihre Arbeit oder eigene Agenda einfließen lassen. Können Sie mir das versichern?"
      Ember brach den noch immer anhaltenden Blickkontakt und ließ ihre Augen zurück zu dem Tisch wandern, wo inzwischen Peacock wieder Platz genommen hatte und die Runde offensichtlich auch ohne Piper ihren Spaß hatte.
      Anschließend bedachte sie Ruairi aus dem Augenwinkel mit einem Blick, den Kopf ein wenig in seine Richtung geneigt.
      "Sie freuen Sich darüber, ein wenig Zeit mit mir mehr oder weniger allein zu verbringen. Vorhin in der Runde haben Sie auch auffällig oft zu mir herüber gesehen. Die seltsam gestellten Einladungen auch am Vortag. Wenn ich's nicht besser wüsste, würde ich meinen, Sie zögen einen abgeschotten Raum nur mit uns beiden dem Ganzen hier vor. Richtig oder falsch?"

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