[2er RPG] Dusk & Dawn [Asuna & Nico]

    • August musste lachen, als Shawn sich nach einem missglückten Manöver wieder unter die Leute mischte und sich eindeutig eher den jungen Damen zugewandt sah. Er war schon ein recht lustiger Geselle, auch wenn August ebenso amüsiert beobachtete, wie Dolores sich auf einmal ganz angeregt mit der Wirtin unterhielt, während sie nicht einmal mehr einen Seitenblick zu ihnen warf. Mittlerweile spielte leise Musik aus dem Hintergrund und er seufzte, während er das Glas ansetzen...
      Ja, wohl kaum.
      Er ließ ihr das Glas und schüttelte grinsend den Kopf um ein weiteres zu bestellen.
      "Nein, manches Mal vertrage ich es nicht", bekannte er. "Aber diesmal war mir einfach danach zu trinken. Es geschieht nicht oft, aber durchaus in schwachen Momenten, wie ich zugebe. Freilich ist dir das noch nie passiert!"
      Er prostete er schmunzelnd zu und trank einen gewaltigen Schluck bis das Brennen ihm den Hals versengte. Anschließend sah er sie wieder an. Oh es war gut, heute Abend. Heute war es gut.
      Als sie ihm seine Haarsträhne aus dem Gesicht strich sah er sie einen Moment lang an. DIeser eine Moment, der beinahe wie ein Film vor ihnen ablief. Geifenmusik setzte ein, zwei Gesichter, die sich näher kamen....Im entscheidenden Moment, die Lippen zum Kuss gespitzt...
      So ein Bullshit!
      Zugegeben, die Hand an seinem Kopf war wohltuend und die Strähne war wirklich störrisch. NAch dem kurzen Streichen, räusperte er sich und beugte sich noch etwas näher heran, sodass er direkt neben ihrem Ohr weilte. Ein biestiges Lächeln lag auf seinen Lippen und seine Augen glitzerten.
      "Das, meine Liebe, überlasse ich deiner findigen Fantasie", flüsterte und zog sich zurück, um sein Glas zu leeren. "Alsdann, Mylady. Wollt Ihr mich wohl bei einem Mahl begleiten? Ich erblicke in der Ferne einen Tisch!"
      Er wanderte schon beinahe schwankend um den Thresen herum und streckte seinen Arm aus.
      "Emma! Zweimal das Stew bitte. Bei mir mit extra Fleisch, wenn es Schwein ist!", rief er nach hinten und grinste. "Emma macht ein fantastisches Stew. Wirklich fantastisch.."

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    • Für einen winzingen Moment gewährte sich Ember die Blöße, die Augen zu schließen und den Gedanken zu folgen, die Augusts Stimme an ihrem Ohr in ihr wachrüttelte. Es war nur ein erschreckend kurzer Augenblick ehe sie die Lider wieder aufschlug und sich in der harten Realität wiederfand. Fantasie hatte sie sicherlich mehr als genug und mehr als es wahrscheinlich gut war.
      Den Tisch machte Ember erst aus nachdem der Rogue sie darauf hingewiesen hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie nämlich nur Augen für ihn gehabt. Seitdem sich zumindest Shawn aus dem Staub und Dolores anderwertig abgelenkt hatte. Im Gegensatz zu ihm kippte sie ihr Glas nicht einfach hinunter, sondern beschloss es mit an den Tisch zu nehmen. Sie ließ jedoch keine weitere Gelegenheit verstreichen und hakte sich direkt in den noch immer ausgestreckten Arm des Arkanas ein. Natürlich weil sie ihn zum Tisch geleiten wollte. Der gute Herr schwankte ja bereits. War er beim letzten Mal nicht auch unfassbar angetrunken? Vielleicht sollte sie dieses Mal so unfair sein und nicht so heftig mittrinken. Damit sie später behaupten konnte, es war nicht im Suff passiert.
      Ember stockte. Dass was nicht im Suff passiert ist?
      Ein bisschen zu energisch führte sie August zu dem Tisch, wo tatsächlich noch zwei Plätze an einem ansonsten gut gefüllten Tisch frei waren. Sie setzte sich zu ihm, zog jedoch den eigenen Stuhl näher zu ihm heran. Die Detective hatte wenig Lust, dass die anderen Gäste am Tisch unglaublich viel von ihren Worten mitbekamen. Außerdem hatte sie dann eine passende Ausrede.
      "Da du in dieser Hinsicht mehr Erfahrung hast als ich glaube ich dir mal", sagte Ember und löste den obersten Knopf an ihrer Bluse, wodurch das förmliche Auftreten direkt etwas lockerer wurde.
      Dass sie beide praktisch Schulter an Schulter dasaßen wie ein eingeschworenes Paar störte hier scheinbar niemanden. Vielleicht fiel es auch einfach nicht aufgrund des Etablissement auf, wenn sich eine Frau an einen Mann machte. Was die Anwesenden hier von ihr dachten, scherte die Ermittlerin kein bisschen. Generell gab sie wenig darauf, was Zivilisten von ihr dachten. Gerade jetzt wenn sie das Gefühl bekam, in Endzeitstimmung zu sein.
      Ember unterdrückte mit Mühe ein Grinsen als sie sich zu August hinüber lehnte und dabei fast ihr Kinn auf seiner Schulter ablegte.
      "Beim letzten Mal warst du auch wahnsinnig betrunken. Wird das deine Masche oder wie muss ich mir das vorstellen?"
      Sie kam nicht drum herum eine gewisse laszive Betonung in die Worte zu legen, die sie fast schon zuckersüß in sein Ohr wisperte. Als ihm wieder etwas mehr Freiheit zugestand, nahm sie noch einen Schluck von ihrem mitgebrachten Glas und warf ihm einen Blick aus dem Augenwinkel zu.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August Foremar war kein Mann der leichten, schnellen Gelüste.
      Nun, vielleicht war das auch gelogen. Als Chronist verbleibt mir nur die Aufschrift der Dinge, die geschehen, nicht aber die Bewertung. Und dennoch war es dem geneigten Beobachter nicht entgangen, dass sich ein Lächeln auf Augusts Gesicht stahl, als sich Ember bei ihm unterhakte und ihn kurzerhand zu einem Tisch zog. Ja, ich nutze das Verb "Ziehen" in diesem Falle, da es augenscheinlich der Wahrheit entsprach, während Foremar noch einer Dirne zuwinkte, dir ihn anrief.
      Als sie sich an den Tisch platziert hatten rückte Sallow so nahe auf, dass August beinahe das Gefühl hatte, ihre Körperwärme fühlen zu können. Nun, es war nicht unangenehm. Oder mochte es am Alkohol liegen? Doch der oberste Knopf ihrer Bluse fesselte sein Augenmerk, sodass er nicht mehr wirklich bemerkte, wie die Teller vor sie beide gestellt wurden. Er nahm kein weiteres Glas hinzu, wollte er bei Verstand und Kräften bleiben.
      Er nickte Emma zu und wandte sich zu Ember, die sich so nah an ihn heran legte, dass es ihn nur eine halbe Kopfdrehung kostete, ehe er sich grinsend ebenfalls herüber beugte.
      "Sind wir also bereits jetzt beim Dirty Talk angelangt, Ms Sallow? Glaub mir...Wenn es eine Masche wäre, würdest du nicht zwei Sekunden widerstehen können", raunte er an ihrem Ohr und zwinkerte ihr zu. "Aber nein...Mir war heute Abend einfach nach etwas zu trinken. Auch wenn ich zugebe, dass sie Aussicht verführerisch ist."
      Beinahe gierig nahm er einen großen Löffel des Eintopfs und mampfte genüsslich vor sich hin ehe er sie wieder ansah.
      "Mehr als verführerisch", murmelte er vor sich hin und stupste sie leicht mit dem Ellenbogen an, ehe er sich in einem breiten Grinsen verlor. Sein Haar lag störrisch über seinem Gesicht und die Brille störte. Aber was wollte man machen.
      Er blickte in die Menge und entdeckte Shawn inmitten von jungen Damen, die ihn behelligten. August begann zu kichern.
      "Dein Bruder hat eine magische Anziehung auf Frauen"; bemerkte er.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • "Keine zwei Sekunden widerstehen? Ich hätte nicht gedacht, dass du so schlecht von mir denkst", erwiderte Ember gespielt pikiert und nahm sich einer der Schalen an, die besagte Emma ihnen an den Tisch brachte.
      Der erste Löffel ging dermaßen satt ihre Kehle hinunter, dass sie erst da merkte, dass auch ihr etwas zu essen mehr als nur gut tat. Richtig, sie war ja seit dem Frühstück quasi nur mit August unterwegs gewesen und seitdem liefen sie beide an der Hungerleine. Sie drehte nach einem weiteren Löffel ihren Oberkörper zum Mann an ihrer Seite hin, wohl bewusst, dass nun etwas Schlüsselbein zwischen dem fliederfarbenen Stoff hervor blitzte.
      "Ich trinke gern mit dir. Endlich mal jemand, den ich nicht unter den Tisch trinken kann."
      Anschließend widmete sie sich wieder vollkommen dem Stew bei dem August ganz bestimmt nicht untertrieben hatte. Den kleinen Seitenstoß hielt sie spielend aus, doch es waren seine Worte, die es ihr unmöglich machten, das Grinsen von den Lippen zu bekommen. Es war eine Ewigkeit her, in der sie einfach mal alles von sich abfallen lassen konnte. Es egal war, dass sie einen Ruf zu verlieren hatte und ständig mit dem Kopf bei der Arbeit war. Vielleicht war diese ominöse Endzeitstimmung nicht in jeder Hinsicht ein schlechtes Zeichen.
      "Jaaah, er hatte schon immer so eine gewisse Art, die irgendwie gut ankommt", bestätigte Ember Augusts Anmerkung und kratzte dabei die letzten Reste aus ihrer Schüssel. "Ich mein, er sieht ja auch nicht schlecht aus. Wenn er nicht sagt, dass er sowas langweiliges wie Makler ist, dann fliegen noch mehr auf ihn. Der ist einfach viel zu nett für diese Welt."
      Es dauerte einen Blick bis Ember einen Blick auf ihren Bruder erhaschen konnte. Dieser stand, wie richtig von August bemerkt, in einer ganzen Schar von Damen aller Optiken. Ein bisschen wie beim Bachelor, dachte Ember amüsiert und sah dabei zu, wie ihr Bruder sich häufiger mit einer bestimmten Schwarzhaarigen unterhielt als mit anderen. Nicht, dass der juge Mann ein Schema hatte, aber eine seidige tiefschwarze Mähne hatte er selten abgelehnt.
      "Ich hab ihm dazu geraten, sich mal ein bisschen die Zeit zu vertreiben. Er zeigt es nicht, aber es macht ihm genauso sehr zu schaffen wie mir. Das Ungewisse am Samstagabend.... Sag mal, wo hast du eigentlich dein Zimmer? Shawn und meines liegen direkt nebeneinander aber ich hab keinen Plan, wo deines ist. Oh, sag mir nicht, du schläfst in diesem verstaubten Keller da unten."
      Ember fröstelte bei der Vorstellung leicht. Niemand sollte in diesem Spinnen- und Staubhort schlafen müssen. Tat der gute Mann wohl auch nicht, aber allein die Vorstellung war schon fies. Indes hatte Ember einen Ellbogen auf der Tischplatte aufgestellt und ihr Gesicht auf ihre Hand gestützt. In aller Ruhe wanderte ihr Blick durch die Menschen jeglicher Art und mit einem Mal verstand sie, warum dieses Haus so gut besucht war und selbst ihr die Anspannung nahm.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August hatte den Mund voller Eintopf während er Shawn beobachtete und fühlte sich ein wenig jünger als zuvor. Vielleicht mochte es an dem jugendlichen Elan liegen, den dieser junge Mann versprühte, aber man konnte ihm seine Lebensfreude durchweg anmerken.
      "Wieso sollte ich schlecht von dir denken?", fragte er. "Vielleicht bin ich auch einfach nur so gut wie ich mich gebe."
      Und ja, das Zwinkern war zweideutig gemeint, während er seine Schale ausleerte und sie genüsslich seufzend vor sich abstellte. Er winkte Emma heran und orderte gleichsam noch zwei Gläser des ominösen Getränks, das er ohnehin nicht mehr zuordnen konnte.
      "Warst also eine große Trinkerin, ja?", fragte er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Es fiel ihm schwer, Ember Sallow betrunken zu imaginieren. Also wirklich betrunken.
      Er lauschte ihren Worten zu Shawn und grinste.
      "Wir brauchen mehr solche Menschen", sagte er mehr zu sich als zu ihr und sah zu Shawn herüber. Die Schwarzhaarige war auch August aufgefallen und er fragte sich, ob Shawn vielleicht heute in einem anderen Zimmer schlafen würde. Zumindest bis Dolores es heraus bekam, was hier ablief.
      "Ich denke, es ist gut, wenn er sich die Zeit vertreibt. Wir alle können das brauchen", murmelte August und sah zu Ember. "Schon bald wird Eva mit Neuigkeiten kommen...Morgen, denke ich. Und dann wird es spannend, ob sich eine derartige Verteidigung lohnt. Doch ich bin ehrlich: Ich habe keine Ahnung, was wir tun sollen...Es gibt vieles was man versuchen kann und wenig, was Erfolg bringt."
      Außer das Eine.
      Das Eine, was sie eigentlich vermeiden wollten. Sich dem Monstrum zu stellen und zu versuchen, es in seine Dimension zu schicken...
      Bei der Frage nach einem Zimmer zog er die Augenbrauen hinauf und kicherte.
      "Ember Sallow...Also eine derartig plumpe Anmache hätte ich mir nicht ausgemalt. Mein Zimmer? Normalerweise schlafe ich recht wenig sodass ich mir irgendeine Bank vornehme. Aber sonst machen mir die Mädchen ein Zimmer frei und ich nächtige dort. Warum? Wolltest du mich in deines einladen?"
      Er sah feixend in ihre Richtung und stupste sie erneut an.

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    • "Ich war in meiner Ausbildung dermaßen gut im Training, dass ich schon berüchtigt war", lachte Ember und gab der Bedienung das leere Glas direkt mit. "Meine Kollegen damals hatten immer eine große Klappe und am Ende war ich die Einzige, die nicht vornüber am Tisch hing."
      Da war die Welt noch in Ordnung gewesen. Kurz bevor es zum Eklat kam und sie in die schlimmste Zeit im Dienst kam, die sie sich hatte vorstellen können. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man sie noch kollegial behandelt, als ihresgleichen in einer richtig bescheidenen Ausbildung. Das Ende blieb nicht lange aus.
      "Du meinst also, sie kriegt sich nicht mit dem Richter an die Köppe und er nimmt dankend deinen Heiltrank da an? Ich weiß ja nicht. Schön, dass sie aber erst morgen zurückkommt." Dann fährt die mir nicht in die Bresche. "Wenn man doch viel versuchen kann ist es besser als gar keine Erfolgsaussichten. Ihr müsst mir morgen mal genau erzählen, was ein Sharokh so schönes kann. Denke mal, das Ding ist schneller als ich."
      Shawn hatte sich unterdessen tatsächlich die Schwarzhaarige gekrallt und war mit ihr zur Theke zurückgekehrt, um scheinbar neue Getränke zu bestellen. Sie hatte sich bei ihm untergehakt, ganz der Profi, der sie nun mal war. Sollte ihr Bruder sich den Luxus einmal gönnen - er tat es sonst nie.
      Ember runzelte ein wenig die Stirn als August sie plump noch einmal anstupste. Was ungefähr so plump war wie ihre eigene Marotte, ihm ständig irgendwelche Haare aus dem Gesicht wischen zu wollen. Eigentlich hatte sie damit gerechnet, dass er ihr sein Separet, sein hochheiliges Sonderzimmer, nannte und war offensichtlich etwas bestürzt über seine wahrheitsgemäße Antwort.
      "Also ich hab das eher als Nachfrage als Anmache angedacht, wenn du mich fragst. Aber nun gut."
      Der ausschweifende Blick der Detective richtete sich mit all seiner Intensität nur auf August, der Witz war aus ihrer Stimme verschwunden. "Ja, vielleicht wollte ich das. Oder ist dir das auch zu plump?"

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August begann zu kichern und setzte sein Glas ab, ehe er ihr zuprostete.
      "Wirklich? Und was geschah danach?", fragte er schließlich die Frage, die sich beinahe aufdrängte. Sicherlich erinnerte sich auch August an die Blicke der Anderen im PD der Met. Es war fahrlässig, diese nicht zu bemerken und den Unmut darin. IRgendetwas war geschehen und er vermutete, dass es nicht um die gute Pflichterfüllung ging oder fragwürdige Methoden. Da war mehr.
      Anschließend nippte er einen großen Schluck von seinem Glas und rückte wieder näher an Ember heran. Das folgende musste nicht jeder hören. DIes bedingte, dass sie beinahe SChulter an Schulter saßen und mehr Fläche ihrer Körper beisammen waren als getrennt.
      "ICh denke nicht, nein", gab er zu und sah Shawn weiterhin zu. "Der Richter ist ein Hitzkopf, aber durchaus der Vernunft zugänglich wenn man es geschickt anstellt. Und vielleicht auch nicht zu verachtende Brüste hat."
      Das letzte bedachte er mit einem Kichern.
      "Eva hat ein Talent dafür, andere Arkana entsprechend zu beeinflussen. Sie ist nicht dumm und diplomatisch gewandt. Sie wird es schaffen."
      Immer weiter einreden, August. DAmit auch niemand was merkt. Dass du nervös bist und dich langsam an eine Tatsache erinnerst, die keiner wissen sollte. Nicht mal du.
      Anschließend schnaubte er. "Frag mich lieber, was das Ding nicht kann. Die Liste ist kürzer."
      Im Folgenden setzte August sein Glas ab und sah zu Ember.
      Ja, das Morgen würde verheißungsvoll. So viel stand mal fest. Und auch wenn diese Anmachen mehr als plump waren, verfehlten sie die Wirkung nicht. NUn, auch August war nur ein Mann und Ember eine schöne Frau. Was sollte die Biologie dort auch anderes machen?
      Schweigsam sah er zum Glasrand zurück und anschließend direkt in ihre Augen, ehe er ein breites Lächeln aufsetzte.
      "Ehrlich gesagt ja", gab er zu und beugte sich weiter vor, um an ihr Ohr zu gelangen. "Aber ich bemerke gerade, dass ich auf plumpe Anmachen abfahre."
      Eine kurze Weile verharrte er in der Haltung und legte ihr seine Hand in den Nacken, um sie vom Weglaufen zu hindern. Ehe er sich wortlos zurückzog und ihr grinsend erneut zuprostete.
      "Aber wir müssen aufpassen. Sollten wir mehrfach in der Kiste landen, wirst du nicht mehr sagen können, dass wir keine Affäre haben."

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    • Es gab drei Phasen, die Ember betrafen, wenn es darum ging die Frage zu beantworten, warum die Kollegen im Präsidium sie mit solch eindeutigen Blicken bedachten. Bevor sie sich kannten hätte die Frau es schulterzuckend ignoriert. Bei der sich langsam entwickelnden Partnerschaft zwischen ihnen war sie gewillt, es ihm zu erzählen. Doch im Angesicht der Situation wäre dies der absolute Stimmungskiller, weshalb sie beschloss, es nicht zu sagen.
      "Erzähl ich dir mal in einer ruhen Stunde. Das killt nur die Stimmung, glaub's mir."
      Dann rückte August so nah zu ihr auf, dass sie sich nicht mehr sicher war, ob die entstehende Wärme primär von ihr oder ihm kam. Auf alle Fälle rückte sie nicht von ihm ab, eher drückte sie sich noch ein wenig enger an ihn.
      Irgendwie stellte Ember auch gar nicht infrage, dass Eva zumindest eine Wirkung auf den anderen Arkana haben dürfte. In wie weit dies zu ihrem Vorteil ausfallen würde, stand auf einem anderen Blatt geschrieben. Dass August dies am Ende aber noch einmal betonte, sorgte jedoch nicht für den erhofften Sicherheitskick. Gleiches galt für den Fakt, dass ein Angelus eher weniger Schwächen als Stärken zu haben schien. Natürlich. Nüchtern betrachtet standen ihre Chancen wohl wirklich schlecht. Sollte Ember nicht vielleicht die wenige Zeit mit ihrem Bruder teilen anstatt um die Aufmerksamkeit desjenigen zu buhlen, den sie töten sollte, es aber längst nicht mehr konnte?
      Allerdings konnte sie ein Lächeln nicht zurückhalten, als August auf ihre letzten Worte reagierte und sich zu ihr hinüber beugte. Sie liebte dieses Hin und Her, da war leider nichts dran zu rütteln. Mindestens so sehr, wie wenn er ihr Dinge ins Ohr flüsterte. Unweigerlich schmiegte sie sich in die Hand, die er ihr in den Nacken legte, wenn auch nur für ein paar wenige Augenblicke. Dann war sie schon wieder verschwunden und ließ sie wieder allein zurück.
      "Wer hat denn gesagt, dass es dazu gekommen wäre?", fragte sie salopp, hob das Glas und trank einen Schluck, als sei sie die Unschuld in Person. "Du hast noch nicht die Erkenntnisse meines Bruders erfahren. Oder den genauen Inhalt dieser ominösen SMS. Das sind alles Themen, die wir unbedingt noch besprechen müssen."
      In Embers Augen war ein Punkt jedoch längst überschritten. Das eine Mal, dass sie einander Nähe gesucht hatten, war ein dienstliches Vergehen und somit eine Affäre, die es nicht hätte geben dürfen. In diesem Punkt hätte man sie bereits längst entlassen können und es war nur August geschuldet, dass dies noch nicht eingetreten war. Sie liebte ihre Job, ohne Zweifel. Aber vielleicht war diese Behörde, diese Stadt oder dieses Land nicht die richtige Wahl. Noch nie gewesen.
      "Aber ich hab ja schon verstanden. Du möchtest lieber hier ein bisschen in der guten Stimmung dein Pimms trinken. Kein Problem. Ich leiste dir gerne Gesellschaft", ergänzte Ember ehe sie ihren Kopf etwas in Augusts Richtung neigte und leiser hinzufügte: "Bei mir zuhause passen keine zwei Menschen in die Dusche. Die Duschen hier sind allerdings größer... wollte ich schon immer mal ausprobieren."

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    • August schmunzelte, während sie vermeintlich versuchte, die Stimmung ein wenig abzukühlen.
      Schwacher Versuch, junge Dame, dachte er grinsend und leerte sein Glas erneut. Es stieg ihm nicht mehr so sehr in den Kopf wie die bisherigen aber so nach und nach fühlte er den ansteigenden Druck in seinem Kopf aufkommen, der ihn wohligerweise zudem vergessen ließ, was er eigentlich zu tun gedachte.
      "Ich weiß nicht, ob es dazu gekommen wäre", gab er zu und zuckte die Achseln. "Aber ich glaube auch nicht, dass wir allzu weit davon weg sind."
      Der letzte Satz enthielt einen eindeutigen Unterton. Wie das Hungern eines Tieres, dem man das begehrte Stück Fleisch vorhielt. Geradezu als gäbe es in der Sekunde nichts herrlicheres. Und auch wenn der Rogue nicht genau wusste (und es auch nicht wissen wollte), wie Ember über die Nacht dachte, wollte er nichts lieber als diese wiederholen. Und sei es nur einmal. Wer wusste, ob sie nochmals dazu kamen?
      "Das ist wahr", gab er zu und sah sie an. "Gibt es denn etwas, dass wir sofort besprechen müssen oder hätte dies auch bis morgen früh Zeit?"
      Das Feixen in seiner Stimme war unüberhörbar, als er sich zu ihr drehte und sie breit angrinste, das erste Mal voll und ganz ihrer Aufmerksamkeit schuldig.
      "Ms Sallow, ich muss aber bitten", entsetzte er sich gespielt und sah sie durchdringend an, ehe er wieder näher an ihr Ohr rückte. "Nicht nur die Duschen sind dafür geeignet, das kann ich dir versprechen", flüsterte er. "Und einen Pimms kann ich hier immer trinken. Und du auch, wenn du ehrlich bist. Aber eine weitere, fantastische Nacht mit mir mit der Aussicht, dass die Welt in zwei Tagen untergehen könnte, bekommst du nicht so schnell..."
      Anschließend zog er sich etwas von ihr zurück, blieb aber in grinsender Reichweite ihres Kopfes und prostete ihr zu.
      "Denk drüber nach", murmelte er und winkte Emma nochmal.
      Als diese an den Tisch kam, flüsterte er ihr kurz etwas zu, was sie zum Lachen brachte. Kurz darauf fanden zwei kleine Becher ihren Weg an ihren Tisch. Grinsend schob er Ember eines hinüber.
      "Emma nennt es "Schädelspalter". Keine Ahnung, was es ist aber es ist lecker. Schmeckt fast wie süße Melone."
      Gott, er hätte eine Schwäche für Süßes Zeug.

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    • Ein gespieltes Zucken ihrer Schulter begleitete Embers ausweichendes Lächeln auf den Kommentar hin, sie beide wären nicht mehr so weit von einer Wiederholung entfernt. Was sie selbst betraf war die Einstellung bisher klar, doch von August nun zu hören, und sei es noch so subtil, dass er dem ebenfalls nicht mehr völlig abgeneigt war, ließ den sonst so gleichmäßigen Pulsschlag ein wenig flattern.
      Diese Situation hier war anders. Leichter als in jener Nacht, wo sie ihn in Verzweiflung aus dem Keller geholt hatte und schließlich ihrer beiden Sicherungen durchgebrannt waren. Das hier war... erschreckend normal.
      Gerade wollte Ember eine Reaktion auf die 'Dringlichkeit' der Besprechung geben, da war der Rogue abermals an ihrem Ohr und flößte ihr bittersüße Worte ein. Die auch nicht ihre Wirkung verfehlten und fast dafür gesorgt hätten, dass die Detective jegliche Raison über Bord geworfen und jedem Anwesenden hier gezeigt hätte, wonach ihr gerade wirklich der Sinn stand. Es bedurfte mehrere kontrollierte Atemzüge und sämtliches Restmaß ihrer Selbstkontrolle, um sich nicht im Wunschdenken zu verlieren. Schließlich bekam sie doch wieder ein paar Worte zustande, um August nicht weiter in Schweigen anzustarren wie ein verzückter Teenager.
      "Ob's bis morgen warten kann, hängt auch von dir ab. Ich weiß ja nicht, wie lange du es ohne diese Informationen aushalten kannst."
      Dann überlegte sie kurz, wie sie am besten weiter vorgehen sollte. Glücklicherweise gab August ihr diese Gelegenheit, als Emma erneut heran winkte, etwas bestellte und kurz darauf einen von zwei Bechern zu ihr herüber schob. Sie kam nicht umhin wissend zu grinsen als sie an dem Inhalt ihres Becher roch und buchstäblich augenblicklich an Diabetis zu erkanken schien.
      "Dass du auf süß stehst habe ich schon vermutet. Deswegen war der Großteil der Scones auch süß und nicht herzhafter Natur."
      Ember nahm einen Schluck und verzog wie erwartet das Gesicht. Auch sie hatte nichts gegen hin und wieder einer kleinen Süßigkeit einzuwenden, aber dies Getränk sprengte den Rahmen beinahe. Verständlich, warum es seinen Namen erhalten hatte. Das Zeug ging runter wie Limonade.
      "Aber wieso soll ich nochmal drüber nachdenken?", harkte sie nach und hatte nicht einmal mehr Augen für Shawn, der sich bereits vor längerer Zeit mit der Schwarzhaarigen zurückgezogen hatte. "Wenn ich nicht bereits wüsste, was ich wollte, würde ich dir doch keine Anspielungen machen. Oder dir direkt sagen, dass ich dich mit aufs Zimmer nehmen würde. Also krieg die mal lieber deinen Kopf frei."
      Ohne Vorwarnung setzte Ember den Becher an die Lippen und leerte ihn. Ein kurzes Schütteln ging durch ihren Körper bevor sie plötzlich aufstand und sich zu August beugte. Ihre Hand fand sein Kinn, sanfte Fingerspitzen fuhren über seinen Kieferknochen fast bis zu seinem Ohr.
      "Falls du mich suchst; Zimmernummer 24. Ich geh dann mal Informationen sortieren. Vielen Dank für Speis und Trank", hauchte sie ihm kaum hörbar über die Lautstärke des Raumes zu und machte sich durch die Menge auf den Weg in ihr Zimmer.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Gott, er liebte diese Süße.
      Man mochte das auf Menschen oder Getränke beziehen aber so sehr es Ember schüttelte umso mehr leckte er sich über die Lippen und genoß die beinahe sirupartige Süße auf seiner Zunge. So lecker...
      Als er Embers letzte Worte vernahm kam er nicht umhin, zweideutig zu grinsen und ließ ihr den ehrenhaften Abgang, während er die Gläser beisammen fischte und sich kurzerhand auf den Weg zur Theke begab. Dolores war Gott sei DAnk verschwunden und Shawn schien sich noch immer bester Gesellschaft zu freuen. Welch Anblick. Jugend...Immer wieder schön.
      Kopfschüttelnd stellte er die Gläser an der Theke ab und blickte kurz durch den Raum. Die Freier waren zahlreicher geworden und die Musik hatte isch geändert. Man tanzte miteinander und trank hauptsächlich. So manch einer riskierte ein loses Mundwerk und wurde von den Sicherheitsmitarbeiter nach draußen befördert. Und noch mehr flüsterten und tuschelten mit den leicht bekleideten Damen. Und wieso auch immer, August fühlte sich zu Hause. Auch wenn man das nicht laut sagen sollte.
      "Na, hast du dein Flirten beendet?", fragte Emma gehässig, aber grinsend, während August abwinkte.
      "Du hast keine Ahnung. Lege gerade erst los. Tust du mir einen gewaltigen Gefallen, liebste Emma?"
      "Oh bitte...Das wäre der Wievielte?"
      "Der 297.. Also?", fragte er und klimperte mit den Augen.
      Emma begann zu lachen und nickte.
      "Sehr gut. Siehst du den jungen Mann dort?", fragte er und wies mit dem Kinn auf Shawn. "Würdest du der dunkelhaarigen Dame sagen, sie soll ihn noch eine Weile beschäftigen?"
      Durch Emmas Augen ging ein Funkeln und August schüttelte den Kopf.
      "Ah ah ah...", sagte er und wdelte mit dem Finger vor ihr. "Der ist nicht für dich. Sie."
      "Für wie lange?"
      "So etwa...12 Stunden?", fragte August grinsend und erhob sich.
      "Na gut. Aber wenn er frech wird..."
      "Lässt du ihn frech sein, Emma. Keine Menschen töten! Wir hatten die Thematik!", rief er ihr zu und machte sich flugs auf den Weg nach oben.
      In seinem Rücken klimperte Emma mit den Augenlidern. Jedoch schlossen sich diese von links und rechts.


      Zimmer 24 - 19:07 Uhr

      August hielt sich nicht mit Formalitäten auf.
      Sie hatte ihn eingeladen und es brachte nichts, auf Förmlichkeiten zu beharren. Also legte er seine Hand an den noch warmen Zimmerknauf und drehte ihn sachte herum, ehe er den wohlig ausgestatteten Raum betrat.
      Es roch nach ihr. Es roch überall nach ihr und beinahe wäre er rückwärts wieder herausgestolpert, als er dennoch in das Zimmer schritt und Ember ansah, die noch mit dem Rücken zu ihm stand.
      "Du sortierst nicht wirklich Informationen, oder?", fragte er grinsend und löste die Fliege von seinem Hemd.

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    • Ember stand eine gefühlte Ewigkeit im Flur mit dem Hand am Türknauf vor ihr. Sie lauschte, nach unten, nach Schritten, die ihr vielleicht folgten. Aber es waren nur die Damen, die hin und wieder im Flur umherliefen und sie mit gehobenen Augenbrauen betrachteten, wie die Detective scheinbar die Tür mit ihren Blicken durchzubrennen gedachte. Schließlich seufzte sie, öffnete die Tür und trat ein.
      Sie war vielleicht 30 Sekunden im Raum und war zu dem kleinen Tisch geschritten, auf dem ihr Laptop thronte, um ihr Handy aus der Tasche zu holen, da wurde die Tür bereits geöffnet. Langsam drehte sie sich zu dem Mann um, der breit grinsend seine Fliege löste und noch vor geöffneter Tür stand.
      Embers Ausdruck war eine Mischung aus Unglaube und Überraschung, als sie wortlos an August vorbeiging, die Tür schloss und den Schlüssel im Schloss drehte. Keine bösen Überraschungen. Jedenfalls nicht jetzt.
      "Das hätte ich gemacht, wenn du in den nächsten zehn Minuten nicht aufgetaucht wärst", warf sie dabei über ihre Schulter zurück während sie zum einfachen Stuhl vor dem Tisch ging. Sie packte das Möbelstück an der Rückenlehne, drehte ihn zu August herum und setzte sich. Als hätte sie alle Zeit der Welt legte sie einen beschuhten Fuß auf ihren Oberschenkel und öffnete den Reißverschluss des Stiefels. Sorgsam befreite sie ihren Fuß, stellte den Stiefel ordentlich zur Seite und das dasgleiche mit dem anderen Fuß.
      Anschließend richtete Ember sich auf, überschlug die Beine und lehnte sich gegen die Rückenlehne. Ihre volle Aufmerksamkeit richtete sich mit einem Schlag auf August, der vielleicht ein wenig verloren inmitten des Raumes stand. Mit leicht seitlich geneigtem Kopf fixierte sie ihn, ihre Hände strichen über den fliederfarbenen Stoff bis ihre Finger den zweiten Knopf fanden und ihn quälend langsam zu öffnen schienen.
      "Du hast beim letzten Mal gezögert, als ich nach dem Kondom gefragt habe. Wieso?"
      Der zweite Knopf war offen, ihre Finger wanderten abwärts zum dritten. Zwischen dem farbenfrohen Stoff erschien ihre blasse Haut und enthüllte die erste Aussicht auf ihren Spitzen-BH, der immerhin reizvoller als das sportliche Modell beim vorherigen Mal war.
      "Ich warne dich schon einmal vor. Dieses Mal wird es keine Sache von ein paar Minuten werden." Ihre Stimme fiel in der Klangfarbe ab, wurde dunkler. Verruchter. Der dritte Knopf war offen, einer fehlte noch.
      "Du prahlst mit einer unvergesslichen Nacht? Dann bin ich mal gespannt, was du anbieten kannst."
      Ember öffnete den vierten Knopf schneller als die anderen, streifte sich aber gemächlich den Stoff über die Arme zurück und ließ die Bluse schließlich achtlos auf den Boden fallen. Dann stellte sie ihr Bein wieder korrekt hin, stand auf und kam zu August hinüber. Ihre Hände legten sich kalt seitlich an seinen Hals, um ihren Weg aufwärts zu suchen, seine Wangen einzufangen und ihn für den ersten Kuss des Abends zu sich hinunter zu ziehen.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Kapitel 4:
      Die Rose und der Dorn


      [Und wir tanzten im Schnee vergangenes Jahr, der Mond funkelte sanft in Deinem Haar

      Und es tut auch kaum mehr weh, wenn ich alles vor mir seh, als ob es letzte Nacht gewesen, sternenklar...

      Deine Haut und Stolz bleibt mir schon lang nicht mehr, ich gäbe alles für ein Zaubermittel her

      Eins das dich mich lieben macht, länger als nur eine Nacht
      , doch meine Arme und die Nächte bleiben leer...]



      Schweigend nahm er das Klicken des Schlosses zur Kenntnis und grinste während er sich über die Lippen leckte.
      Beinahe sinnlich bereits sah er ihr beim Entkleiden ihrer Schuhe zu. Es kam einer Unmöglichkeit gleich, dass selbst diese kleine Geste bereits an seinem ohnehin gespannten Nervenkostüm riss und ihn beinahe dazu zwang, die Fliege achtlos zu Boden zu werfen. Es folgte stumm die graue Weste, die er über dem weißen Hemd trug und die so schnell geöffnet war, dass er zweimal hinsehen musste, was sich Ember bereits entledigt hatte.
      Und die Aussicht war mehr als betäubend. Auch wenn man das als Gentleman natürlich nicht derart herausstellen sollte. Vielmehr sollte man die Intelligenz und Wahrhaftigkeit der Dame bewundern und diese wertschätzen. Aber alles zu seiner Zeit, dachte der Rogue und blickte schamlos zum Spitzen-BH, der sich ihm entgegen reckte.
      Obgleich die begleitende Frage ihm einen kurzen Stich versetzte, verzog sich sein Gesicht nur minimal im Mundwinkelbereich und beinahe achtlos riss er die Knöpfe des Hemdes auseinander, um die darunter liegende flache Brust freizulegen.
      "Aufgrund meiner Versuche mit der Magie meiner Freunde kann ich keine Kinder zeugen. Daher habe ich gezögert", berichtete er leichthin und zuckte mit den Achseln, um ihr zumindest die letzten Schritte entgegen zu kommen.
      "Deshalb habe ich Emma gesagt, sie soll uns deinen Bruder für 12 Stunden vom Leib halten. Morgen können wir wieder die Welt retten", murmelte er und wusste, dass es nicht so sein würde.
      Für eine Millisekunde ruckte ein Zögern durch seinen Körper ehe er kalte Hände spürte und heiße Lippen auf seinen.
      Sie schmeckte nach Honig und Feuer.
      Und ihr schmaler Körper fühlte sich gut an. Warm und weich, als habe sie kaum Training hinter sich. Obgleich er wusste, dass dem nicht so war. Als ihre Lippen seine verbrannten legte er seine Hände beherzt um ihr Hinterteil, das noch immer in einer nervigen Hose steckte. Mit beinahe spielender Leichtigkeit hob er sie hinauf, während die Gier seine Kehle wie ein Parasit eroberte und er sich beinahe vorkam wie ein wildes Tier, das man vor dem Verhungern rettete.
      Mit einer Selbstverständlichkeit die er selbst nicht kannte, drückte August Ember auf seinen Armen an die Wand, die ihm am nächsten entgegen kam und stützte ihren Körper mit seinem Bein und Armen ab, während er den wilden Kuss erwiderte.
      "Ich prahle nicht"; keuchte er nach dem ersten von vielen Küssen. "Prahlen beinhaltet Dinge größer zu machen als sie sind. Dies hier ist schon großartig, also ist es ein Tatsachenbericht."
      Bei den sieben Heiligen.
      Er verfluchte diese vermaledeite Hose, an der er zu nesteln begann.
      "Zieh dich aus", kommandiert er und ließ kurz von ihr ab und sie hinab.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Für einen Moment fühlte sich Ember wie betäubt. In Anbetracht der Tatsache, dass August ihr vor nicht mal drei Stunden noch von seinem alten Traum erzählt hatte, war dieser klein anmutende Satz von immenser Tragweite. Er hätte seinen Traum vermutlich nie in der üblichen Konstellation wahr machen können, selbst wenn er irgendwo komplett unbekannt von Neuem anfangen würde.
      Aber es waren Augusts unfassbar süße Lippen, die das schwere, flaue Gefühl in ihrer Magengegend förmlich ausradierte. Der Hauch von Melone stieg ihr in die Nase und ließ sie unweigerlich leicht lächeln, als sich seine Hände auf ihr Gesäß legten. Ihre eigenen Hände hatten sein Gesicht freigegeben, um wieder abwärts über seine Schultern zu wandern, da hatte er ihr Boden unter den Füßen gestohlen. Instinktiv presste sie ihre Oberschenkel an seine Seiten oberhalb seiner Hüfte ehe er sie an die nächstbeste Wand drückte und sie sich aufgrund der plötzlichen Kälte im Rücken versteifte.
      Diesen Moment schien August zu nutzen und brach ihren wilden Kuss, der scheinbar kein Ende mehr nehmen wollte. Allerdings ließ sie nicht weit genug ab, als dass sie wirklich in sein Gesicht sehen konnte. Als er seine Worte sprach, mischte sich ihr heißer Atem und Ember konnte ein stoisches Hmpf nicht verkneifen.
      "Du verschwendest wirklich deine wertvolle Zeit mit einer sachlichen Definition?", fragte Ember mindestens genauso luftarm wie der Mann, der sie gerade wortwörtlich auf Händen trug.
      Zumindest bis er sie einen Augenblick später wieder auf die Füße stellte und scheinbar an der Jeans verzweifelte. Ja, Röhrenjeans waren ein Graus für jeden Mann. Ember schenkte dem Rogue einen kokett anmutenden Blick von unten, als sie zu ihm aufsah und kurz überlegte, inwiefern sie seinem Kommando nachkam. Sie schob ihn an seiner brennenden Brust mit der flachen Hand zurück, um ein wenig mehr Handlungsraum zu bekommen und schritt an ihm vorbei. Während sie zum Bett hinüber schritt, öffnete sie den Knopf und den Hosenstall, nahm Platz an der Bettkante und begann mit genau der gleichen Ruhe wie zuvor den Stoff gemächlich über ihre Hüften hinab zu schieben. Danach schälte sie erst ein Bein heraus, danach das zweite und warf die Hose hinüber zum Stuhl. Im Gegensatz zum letzten Mal entkleidete sie sich nicht vollständig, sondern streckte die Arme nach hinten gestützt und präsentierte somit unverholen ihren Körper. In diesem Licht sah man noch Schatten der blauen Flecken, die sich nach dem Unfall überall an ihrem Körper gebildet hatten. Die Heilkundigen hatten sie bis auf jene Schatten reduzieren können. Ihre Beine waren lang nach vorn, weg vom Bett, gestreckt und an den Knöcheln übereinander geschlagen.
      Ein Blick voller Begierde richtete sich auf August. "Du möchtest also nicht ein wenig selbst auspacken? Jaaah, ich weiß, du kennst das schon... Aber ich hab das hin und wieder ganz gerne."

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • "Ja, ich verbringe meine Freizeit damit, gerne Dinge zu definieren", flüsterte er ihr ins Ohr, ehe er dem sanften Druck ihrer Hand nachgab und sich zwei Schritte zurückzog.
      Selbst gehen konnte diese Frau so lasziv, dass er nicht wusste, auf welches Körperteil er zuerst schauen sollte, als sie an ihm vorbei zog und die Spur von Feuer von seiner Haut abbrannte. Beinahe hektisch löste er den Knopf seiner Hose und wie ein Patronengurt in einem schlechten Western fiel diese zu Boden und er stieg nur noch in Unterwäsche bekleidet aus den Beinen heraus.
      Gleichsam nahm er den Stuhl, den Ember vorhin genutzt hatte und stellte ihn schamlos vor das Bett, um sich darauf zu platzieren und ihr dabei zuzusehen, wie sie sich aus diesem nervigen Stück Stoff schälte. Sicherlich fielen ihm die Flecken auf und der wissenschaftliche Teil in ihm wollte diese untersuchen.
      Jedoch war es das ewige Spiel zwischen Herz und Kopf. Nur, dass das Blut an gänzlich anderer Stelle war. Es war sichtlich unübersehbar, dass Ember sich das Vorspiel zumindest für seine Seite beinahe schenken konnte, auch wenn er ungerne darauf verzichtete.
      Er erhob sich just bevor sie die Hose zum Stuhl warf und platzierte diese darauf, ehe er näher kam und sie ansah. Und beinahe hätte man etwas Tieferes in seinem Blick bemerken können, wenngleich es nur eine Sekunde lang in den hellen Augen aufblitzte, als er die Brille auszog und auf die kleine Kommode legte.
      Schweigsam lächelte er sie an, als er sich auf Knien auf das Bett niederließ und ihre Beine mit seiner Hüfte teilte. Seine Hand fuhr beinahe zufällig die Rundung ihrer Hüfte nach oben nach, ehe er den BH streifte, während er sich zu einem Kuss niederließ. Gleichsam fuhr dieselbe Hand unter ihren Rücken und trennte mit einer beinahe beiläufigen Bewegung der Finger den BH auf, als habe er nie etwas anderes getan. Beinahe elegant, wenn er nicht so eckig aufgrund diverser Aktivitäten in der Nacht vorher bewegen würde, schwang er sich zwischen ihren Beinen hervor um sich neben sie zu platzieren.
      Die andere Hand fuhr zart mit dem Finger über den Bund der Unterhose, die sie trug und wunderte sich immer wieder, wie weich Haut eigentlich sein konnte. Und sicherlich, die Begierde kam dabei nicht wirklich zu kurz, aber August nahm sich Zeit und genoss das Gefühl der Wärme unter seinen Fingern, ehe er mit den Fingern unter den Bund der Hose schlüpfte und beinahe gierig nach unten drückte.

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    • Ob Ember es wollte oder nicht; August hatte bereits einen bleibenden Eindruck bei ihr hinterlassen. Ihn jetzt in Unterwäsche zu sehen schien wider seiner Natur zu sein und hätte sie beinahe ein Auflachen gekostet. Stattdessen biss sie sich auf die Lippen, ließ ihn die Brille beiseite legen und zu ihr aufschließen. Ihre Augen waren bereits ab dem Moment geschlossen wo sie seine Hand an ihrer Hüfte spüren konnte und atmete einmal tief ein bevor August sie küsste.
      Der Kuss von vorhin war stürmischer Natur gewesen. Wild und bedeutungsschwanger für das, was sie noch erwarten könnte. Dieser hier war anders, weicher, sanfter. Als würden Embers Lippen das Gefühl übertragen, welches seine Fingerspitzen auf ihrer Haut erzeugten. Dann befreite er ihren Oberkörper aus dem modernen Korsett der Frau und schon einen Augenblick später hatten sich die Arme der Frau ihren Weg zwischen den Trägern hindurch gesucht und sich vollends von dem dekorativen Stoff getrennt. Als August plötzlich zwischen ihren Beinen verschwand, schlug sie die Lider auf und hätte fast nach ihm gelangt. Jedoch schenkte sie sich diese Geste, kaum waren die Finger seiner anderen Hand wieder an ihrem Leib und machten sich daran, das verbliebene Kleidungsstück zu entfernen.
      Ein dezentes Lächeln umspielte Embers Lippen kurz bevor sich sich entschied, dem Mann zu helfen und das Becken etwas anzuheben. Wie vorhin befreite sie erst ein Bein, dann das andere. Danach nahm sie entschlossen seine Hände in ihre und schob sie von sich weg. In einer fließenden Bewegung stand die Ermittlerin auf und wandte sich dem Zauberer in ihrem geliehenen Bett zu.
      "Keine Sorge. Dieses Mal stoß ich dich nicht von der Kante", spottete sie und genoß den Anblick, wie sich bereits seine Augen an ihr zu vergehen suchten. Blicke konnten etwas wunderbares sein wenn man wusste, wie man sie einzusetzen hatte.
      Beherzt griff Ember an den Bund von Augusts Unterwäsche und zog den Stoff in der altbekannten Seelenruhe über seine Beine nach unten. Was nach außen hin entspannt erschien erwies sich als völliger Kontrast zu ihrem Innenleben. Die Vorfreude, dass sie beide dieses Mal die Zeit und den Raum hatten, sich völlig aufeinander einzulassen war bereits besser als die Erinnerung an ihr gemeinsames erstes Mal. Das zwar geprägt war von Lust und Wildheit, aber jeglicher emotionalen Tiefe fehlte. Doch das hier, so empfand es zumindest die Detective, hatte eine andere Tragweite, ungeachtet der Umstände, die hier in diesem Moment keine Rolle zu spielen hatte.
      Ember stolzierte beinahe feierlich zu ihren restlichen Klamotten hinüber, um Augusts Wäsche oben auf zu legen. Viel mehr Zeit zu schinden hielt sie schließlich doch nicht mehr aus und so kam sie deutlich schneller zu ihm zurück. Pirschte sich wie eine Raubkatze über seinen Körper hinauf bis sie seinen mit ihrem bedecken konnte. Vermutlich würde er ihren rasanten Pulsschlag selbst durch ihre Brust fühlen können, wie ihre Glieder bereits jetzt leicht erbebten als sie ihre Ellbogen neben seinem Kopf in der Matratze vergrub und kurz über Augusts Unterlippe leckte bevor sie sich einen heißen Kuss von ihm holte.
      Dann richtete sie sich auf, korrigierte ihren Sitz bis sie breitbeinig auf seinen Oberschenkeln saß. Ihre Haare waren ein heiloses Chaos, die Augen glitzerten wild, sprachen Bände ohne auch nur ein einziges Wort zu verlieren. Er durfte sie ansehen, sollte sie so sehen. Sollte sehen, was er mit ihr anstellte.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Es heißt, wenn Wut und Sehnsucht miteinander tanzen, entsteht die Liebe auf einem Scheideweg.
      Es war ein alter Spruch, der August in den Sinn kam, als er mit hungrigen Augen zu Ember sah, die sich grazil wie eine Tänzerin zu ihm bewegte. Alleine diese Bewegung war so hypnotisch, dass er nicht einmal die Zeit fand, auf ihre Anmerkung zu antworten, sondern sie mit einem schwachen Grinsen quittierte.
      Gott, war sie schon immer so heiß gewesen? Vermutlich ja, aber das letzte Mal hatte es sein Hirn nicht wirklich zugelassen, tiefere Erregung zu spüren. Doch dieses Mal fühlte er, dass sein Körper sich nach ihrem verzehrte, jeden Muskel anspannte und beinahe jede Extremität zu kribbeln begann.
      Gott, er wollte sie berühren, sie nehmen, sie besitzen, sie...
      Halt an dich, du Dummkopf!, mahnte er sich selbst und verlor beinahe doch die Kontrolle über sich, als sie sich an ihn heranpirschte und wie eine Decke über ihn legte.
      August konnte nichts anders, als hypnotisiert in ihre Augen zu sehen und das Dunkel darin zu suchen. Zwecklos, dachte er. Er fand nichts Dunkles in einer hellen Seele. Was würde wohl sie finden? Würde sie die Lüge finden, die ihn begleitete? Würde sie die Empfindungen sehen, die er von sich stieß, wieder und wieder?
      Als sich Embers Haut auf seine schon bemerkte er das heillose Brennen, dass ihn erfasste und ihn herum riss. Das Blut schoss in seine südlichen Kriegsregionen und ließen sämtliche Muskeln und Körper anspannen und anschwellen, als seien diese noch nicht für alle Schandtaten bereit. Weit gefehlt. August fühlte sich, als würde er gleich über sie herfallen.
      Ihr Kuss schmeckte heiß und beinahe hatte er das Gefühl, der Schwindel setzte ihm zu, als er über ihren Rücken fuhr und sie ansah, als sie sich aufrichtete.
      Seine Hand legte sich auf ihre Brust und ihr Brustbein und fuhr in einer langsamen Bewegung hinunter, die Wärme ihres Schritts suchend, während er gleichsam versuchte, seine eigene Hüfte in Position zu bringen. Es hatte keinen Sinn auf eine Erlaubnis zu hoffen oder zu warten.
      August wollte sie. Seit dem ersten Mal vielleicht schon. Und er wollte sie jetzt.
      Also fragte er nicht, als seine Hand die feuchte Süße erkundeten, die sich ihm an ihrem Unterkörper darbot während er mit seinen Augen schamlos das Wunderland absuchte, das er sich zu nehmen gedachte.
      Eine gefühlte Ewigkeit später, als er seine Finger nicht mehr vor Hitze spüren konnte, zog er sie aus ihr hinaus und richtete sich auf die Ellenbogen auf. Dies war der letzte Raumverzug, den er brauchte. Es war dieses Mal einfacher als gedacht. Beinahe willentlich rutschte er regelrecht in sie hinein und genoß das Gefühl der plötzlichen Wärme um seine Mitte.
      Gott, das würde eine lange Nacht. Eine verdammt lange Nacht.

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    • Ein ungeniertes Lächeln umspielte Embers Lippen als sich eine raue Hand an ihr Brustbein legte, hinab über ihren Bauch wanderte und schließlich zwischen ihren Beinen verschwand. Die unglaubliche Nervosität, die sie zwangsläufig bei jedem ersten Mal mit einem Fremden durchlief, war nun mehr nicht existent. Was sie damals mit Selbstsicherheit makellos überspielt hatte, war einem Vertrauen, einer Offenheit gewichen wie sie sie schon lange nicht mehr erlebt hatte.
      Ihre Lider schlossen sich von ganz allein während sie sich nur auf das konzentrierte, was sie gerade spürte. Wie schon beim letzten Mal wusste August ganz genau, wo er sie zu berühren hatte, um auch den letzten Quadratzentimeter ihrer Haut mit einer Gänsehaut zu übersähen. Ewigkeiten hätten sie in diesem Gefühl zergehen können. Abermals machte der Rogue ihr einen Strich durch die Rechnung, indem er seine Finger wieder aus ihr zog und sie zwang, ihre Augen zu öffnen.
      Ember war sich nicht sicher, ob es an ihrem verklärten Blick lag, aber der Ausdruck, der nun in den Augen des Mannes unter ihr lag, wirkte anders. Anders wie zu jedem Zeitpunkt ihrer Bekanntschaft, selbst anders als zu jeder Sekunde während ihrer ersten gemeinsamen Nacht. Viel darüber sinnieren konnte die Frau jedoch nicht, da er sich mit seinen Ellbogen aufrichtete und sie beide in genau die richtige Haltung brachte, um wie durch Fügung sich mit ihr zu verbinden. Ihre Hände schossen haltsuchend zu seinen Schultern, ihre Finger gruben sich in sein Fleisch. Da hatte sie wieder die Bestätigung: Das bisschen Gummi veränderte sehr wohl das Gefühl.
      "Schade.... Hab' gedacht, ich krieg dich eher aus der Reserve", hauchte Ember gegen Augusts Lippen und erstickte eine sofortige Antwort in einem Kuss.
      Langsam, viel zu zäh und träge, hob sie ihre Hüfte an und ließ sich langsam wieder sinken. Dabei fuhren ihre Hände über seine Schultern die Oberarme hinab, sprangen über auf seine Seiten und verharrten dort auf den Namen, die sich über seinen Rippenbogen zogen. Als wäre es ein offenes Statement, dass sie diese Leute, diese Namen, jetzt gerade am liebsten aus der Existenz verbannen würde.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Eine Antwort, ein gesprochenes Wort. Vielleicht sogar ein Satz. Nichts von alledem machte Sinn in der Sekunde, wo die Frau auf seinen Lenden sich zu bewegen begann. Viel zu langsam, wie durch zähen Teer watend sanken ihre Körper zusammen und brachten erregende Schauer über seinen Körper. Mit jedem Mal wo sie sich ihm entgegen wölbte durchfuhr ihn eine Gänsehaut als er das Lächeln auf seinen Lippen nicht mehr verstecken mochte.
      Zwischen ihren Küssen, die haltsuchend in der Ewigkeit zwischen ihren Körpern verharrten, fuhren seine Hände zu ihrem Gesäß. Es war genug der Schonung, dachte er, während er sich zuvor ein Kissen unter den Kopf gelegt hatte. Es wurde Zeit für den Spaß dieser Nacht. Griffig wie bereits bei ihrem ersten Male zusammen fuhren seine Hände ihre wohlgeformte Kehrseite entlang und ertasteten die durchtrainierten Oberschenkel und den Hintern, der sich ihm wie ein Stück Fleisch darbot. Und welch Mann wäre er, wenn er dieser Versuchung nicht erläge?
      Schweigsam griff er beherzt keuchend zu und zog sie ruckartiger zu sich, ihre Schambeine aneinander stoßend. Wieder und wieder, schneller und schneller, als sei der Rhythmus nur ein Werkzeug versüßender Qualen, die er ihr bereiten wollte.
      "Kriegst du", flüsterte er vor ihrem Gesicht und erlag der Versuchung und dem Mahnmal, es ruhig angehen zu lassen.
      Mit jeder Sekunde ihres Liebesspiels wurde der Rhythmus, den seine Hände vorgaben, härter und wilder, als würden sie sich nicht mehr ekstatischen Freuden hingeben, sondern vielmehr versuchen, schnellstmöglich an das Ziel ihrer Begierde zu kommen.
      Und doch...
      Seiner Art entsprechend und nach einer gefühlten Ewigkeit des Rausches, die sich ihm bot, erhob er seine Hüfte ein letztes Mal und legte seine Hand zärtlich an die Seite ihres Oberschenkels, ehe er sie beinahe zärtlich herumdrehte, um ihr Liebesspiel auf den Kopf zu stellen. Nun war er es, der den Rhythmus von vornherein vorgab, als er ihre Knöchel umfasste, um ihren Beinen in der Luft Halt zu geben. Nunmehr waren es nicht mehr Stöße der Begierde oder gleichsamen Zärtlichkeit. Dies hier erinnerte wieder an die erste Nacht zusammen, obgleich die Blicke die sie sich zuwarfen, anders waren.

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    • Die tastenden Hände an ihrem Hintern kannte Ember nur allzu gut. Es musste nicht ein einziges Wort fallen oder eine Andeutung im Raum stehen damit sie wusste, dass ihr Tempo für den Mann unter ihr viel zu sanft war. Aber genau das war es gewesen, was sie bezwecken wollte. Den Rogue solange zu kitzeln bis er nachgab. Folglich rechnete die Ermittlerin bereits mit dem rasanten Rhythmus, den er nun anschlug. Allerdings kam sie nun nicht mehr dazu, ihn weiterhin zu küssen aus Angst, ihr ginge die Luft vollständig aus. Hier und da stemmte sie sich gegen seinen Griff, protestierte stumm und musste sich dennoch geschlagen geben. Fühlen, wie der kräftigere Mann kurzen Prozess machte und sie sich doch eingestehen musste, dass sie keinen ernsthaften Widerstand an den Tag legte.
      Was zu Beginn noch eine Vorfreude, ein warmes Gefühl in Embers Inneren gewesen war, enzündete sich zu einem Lauffeuer, dass ihren gesamten Körper in Brand zu stecken schien. Jede Bewegung schien einen Funken hinzuzufügen, eine weitere Flammenzunge, die sich durch die Zellen schlug. Trotzdem - sie war noch weit weg von ihrem Ziel und liebte es.
      Schließlich hielt August ein und gewährte Ember fast, ihren Sitz etwas zu optimieren. Die zärtliche Berührung an ihrem Oberschenkel, der konstant leicht zu zittern begonnen hatte, rückten sie wieder ein wenig in die Realität und bescherten ihr einen geklärteren Blick auf August. Ohne Vorwarnung drehte er sie herum, tauschte ihre Positionen und hatte nun eine Frau unter sich, die mit vor Erwartung glitzernden Augen zu ihm aufsah. Für einen kurzen Moment blitzte ihre erste gemeinsame Nacht vor ihrem geistigen Auge auf. Fast schon schockiert bemerkte sie den völlig anderen Ausdruck in den Augen des Rogues, die nichts mehr aus der damaligen Nacht vorwiesen. Embers Lippen teilten sich bereits, doch waren es nur Laute, die ihr über die Lippen kamen, kaum fing er an sich zu bewegen. Einmal kurz drückte sie den Rücken durch, spürte seinen Griff an ihren Knöcheln und die Unfähigkeit, ihm auch nur irgendwie entgegen zu kommen. Also knüllte sie die Bettdecke links und rechts von ihr in ihren Händen zu Fäusten, jedoch nur für ein paar Stöße lang. Dann entspannte sich ihr Rücken, ihre Hände wieder. Das silbergraue Haar lag ausgebreitet um ihren Kopf während ihr Blick den seinen suchte. Ihre Gedankenwelt war wie leergefegt als sie den hageren und durchaus geschundenen Mann nackt so vor sich stehen sah, sich einbildete, bereits einen Glanz Schweiß auf seiner Haut erkennen zu können. Obzwar sie nicht denken konnte, des Fühlens war sie durchaus mächtig. Und irgendetwas schwebte da in der Luft, was nicht nur mit dem Sex zusammenhing.
      Ember hatte ein wenig Mühe, sich gegen die Schwerkraft aufzuraffen und ihn an seinen Schultern zu packen.
      "Komm zu mir", bat sie ihn, woraufhin sie ihn zu sich ziehen konnte nachdem er ihre Knöchel freigegeben hatte.
      Erst als sie ihre Arme um seinen Körper schließen konnte, seine Brust schwer auf ihrer spürte bemerkte sie, dass sie doch eine innere Unruhe gehabt hatte. Die zu verpuffen schien, als sie seine Körperwärme spürte, die Weichheit seiner Lippen und ihren stoßweisen Atem weil keiner von ihnen mit der Bewegung aufgehört hatte. Nun jedoch konnte sie ihre Beine um seine Hüfte schlingen und immerhin ein wenig verhindern, dass er sich weiter von ihr entzog als unbedingt nötig. Allerdings federte das Bett unglaublich und nahm sowieso einiges von der Härte, wie sie sie damals auf dem Boden ihrer Wohnung gehabt hatten.

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