[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]

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    • Cain überrumpelte Sylea im ersten Moment, als er ihr nachstellte und aus dem gehauchten Kuss einen Richtigen machte. Demonstrierte, wonach er gierte und seine Aura erst dadurch wieder etwas mehr ins Loot brachte. Beide keuchten sich atemlos an als sie sich voneinander trennten und noch immer diese Grundspannung zwischen ihnen verblieb.
      "Und ich bin bei Weitem nicht so gut wie Anifuris", bemerkte Sylea knapp und gruselte sich sofort bei der Vorstellung, was die alte Seele eigentlich vermochte zu tun.
      Wenn selbst sie solch eine Reaktion in einem Menschen auslösen konnte, was für Macht besaß Anifuris dann über andere? Wie weit würde er sie ausnutzen wenn er im Besitz seiner vollen Kräfte war? Dass es ausreichte, damit sich Menschen selbst das Leben nahmen hatte sie im Nachhinein gesehen. Zu wissen, dass er in dieser Form auch schon mit dem Seeker interagiert hatte, ließ einen Funken Zinnober durch ihre Aura springen, den Cain nicht sah.
      "Das war ein richtig angestellter Aurenzug. Wie er im Lehrbuch steht. Das geht auch in die andere Richtung, aber ich glaub, das überstehen wir nicht." Syleas Stimme war verhältnismäßig gefasst, aber das Zittern in ihren Muskeln sprach Bände. "Ich wusste nicht, dass es so eine Wirkung auf dich hat... es ging so... einfach."
      War dies ebenfalls ein Zeichen dafür, dass Anifuris und sie immer mehr zu einem wurden? Wenn ja, dann musste sie ab jetzt höllisch aufpassen, wie sie ihre neugewonnen Fähigkeiten einsetzte. Macht ohne deren Wirkungsgrad zu kennen, war gefährlich.
      Eigentlich wäre Sylea nun von Cain abgerückt, doch ihr Körper gehorchte ihr nicht. Das Silber fühlte sich noch immer so stark zum Gold gezogen, dass es keine weitere Distanz zwischen ihnen duldete. Vielleicht fühlte es sich so an, wenn man jemanden an sich band.
      "Vielleicht... sollten wir doch nicht üben...", murmelte sie leise, unschlüssig, ob sie ihren eigenen Worten Glauben schenken sollte oder nicht.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Cain schluckte schwer und lehnte sich vor, um seine Stirn behutsam gegen Syleas zu lehnen.
      Für einen Moment teilten sie die Wärme und den die Atemluft und der Seeker brachte seine Gliedmaßen soweit wieder unter Kontrolle, dass er die junge Frau mit einem sanften Zug an seine Brust ziehen konnte. Sylea sollten nicht glauben, dass ihr kleines Experiment ihn abgeschreckt hatte. Seufzend bettete er das Kinn auf ihrem Scheitel und warf einen Blick auf den mittlerweile rötlich gefärbten Horizont, von dem nur schmalen Streifen zwischen den Vorhängen zu erkennen waren. Ihre Verwunderung über seine Überreaktion war im Gegenzug für ihr überraschend.
      "Hat Anifuris diese Technik schone einmal bei mir angewendet?", fragte er nachdenklich. Er erinnerte sich an ein Reißen und Zerren, dass ihm körperliche Schmerzen bereitet hatte, kurz bevor er Sylea das Knie unter Provokation zertrümmert hatte. Hatte die alte Seele es geschafft ihn durch diese Technik angreifbar für seine Suggestionen zu machen?
      "Haben wir nicht vor wenigen Minuten festgestellt, dass meine Aura für eine gesteigerte Sinneswahrnehmung verantwortlich ist?", überlegte er und hauchte dabei einen Kuss auf ihr Haar. "Warum sollte das sich nur auf die standartmäßigen Sinne beschränken? Oder es liegt ganz allein an dir und deiner Aura. Dein Silber zieht mein Gold an wie ein starker Magnet. Ich kann es immer noch fühlen."
      Von der wachsenden Erschöpfung seines Geistes ließ sein Körper sich jedoch wenig beeindruckend. Cain blickte zwischen ihren Körper hinab und seufzte zum zweiten Mal in wenigen Minuten.
      "Entschuldige...", lachte er leise an ihren braunen Haarschopf. "Wahrscheinlich hast du Recht, aber mein Körper scheint mit dem neuen Stundenplan noch nicht ganz mitzukommen."
      Satt aufzustehen und etwas Distanz zwischen sich und Sylea zu bringen, blieb Cain wie angewurzelt auf der Couch sitzen und streichelte mit den Fingerspitzen zart über die sanften Erhebungen ihrer Wibel im Nacken.
      "Gib ihr einen Augenblick unter der kalten Dusche und ich bin wieder ganz der Alte."
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • "Nicht er. Wir haben sie angewendet."
      Sylea murmelte diese Bestätigung dumpf an Cains Brust als sie sich zurückerinnerte. Sie hatte mit Anifuris das erste Mal zusammengearbeitet um den Seeker soweit zu manipulieren, dass ihr etwas brach und somit einen Grund schaffte, aus der Zelle zu gelangen. Damals wusste Sylea nicht, dass es eine abgewandelte Form des Aurenzuges gewesen war, womit die alte Seele Cain zu dieser Tat gezwungen hatte. Wobei - es war nicht nur das gewesen. Anifuris hatte etwas anderes mit untergemischt.
      Er hatte damals schon ausgenutzt, dass Cain ein Verstärker erster Klasse war.
      "Er hat mein Blut für das Siegel genutzt. Deine Aura als Katalysator benutzt und sein Wissen eingesetzt, um dich soweit zu kriegen, mir Schaden zuzufügen. Das Siegel, das er benutzt hatte war dafür da, um dein Mitgefühl zu versiegeln. Ohne das war nur noch der Zorn übrig gewesen, der dich so anders hatte handeln lassen wie üblich."
      Erst durch ihr Gespräch mit Anifuris verstand sie diese Aktion. Sie hatte nicht gewusst, für was das Siegel gewesen war. Wie es funktioniert hatte und wie genau die Seele es geschafft hatte, aus dem friedfertigen Seeker einen ungezügelten Wutmenschen zu machen. Im Endeffekt hatte Anifuris Cain von seinem Mitgefühl befreit, um den darunter versteckten Zorn anzufächern und ihn somit in Brand zu stecken. Betonen, was längst schon da gewesen war.
      "Mhm... ich komm auch gerade nicht wirklich von dir weg. Selbst, wenn ich wollte."
      Warum seufzte der junge Mann so häufig? War er doch mit seiner Lage unzufrieden oder missinterpretierte Sylea wieder eine ganze Menge? Seine streichelnden Finger an ihrem Nacken bedeuteten ihr immerhin etwas anderes.
      "Kalte Dusche? Na dann... zeig mir mal, wie du aufstehst, um kalt duschen zu gehen", spottete Sylea, die insgeheim gar nicht wollte, dass er sie wirklich verließ.

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    • Obwohl der Verdacht tatsächlich nahe lag und Cain bereits mit dem Gedanken gespielt hatte, das Sylea bei der schrecklichen Manipulation mit im Spiel hatte, versetzte ihm die ausgesprochene Wahrheit dennoch einen Stich.
      Dabei war ihm sehr wohl bewusst, dass es ein notwendiges Übel gewesen war. Der Seeker wäre ohne das Versiegeln seines Mitgefühl niemals dazu in der Lage gewesen, ihr die folgenschwere Verletzung zuzufügen. Anifuris hatte befeuert, was in den finstersten Ecken seines Bewusstseins schlummerte. Die unkontrollierbare Wut, die unter unzähligen Schichten aus Kontrolle wie ein Schwelbrand lauerte.
      Ein Monster, das jedem Menschen gegeben war und nicht selten für Zerstörung und Chaos sorgte. Ein Untier geschaffen aus der Ungerechtigkeit und schweren Schicksalsschlägen.
      Die Hand in ihrem Nacken hielt in den Streicheleinheiten kurz still. Cain fühlte es, das Brennen, das nicht mit dem lodernden Verlangen zu tun hatte, sondern zerstörerisch alles fraß und aufzehrte, das seinem Wunsch im Weg stand. Er war bereit gewesen einen Deal mit Anifuris auf Kosten von Sylea einzugehen, um die kleinste Information über seine Schwester zu bekommen. Der Gedanke an Cordelia schmerzte, aber er war nicht länger dazu bereit, Sylea Leben dafür aufs Spiel zusetzen. Es musste einen anderen Weg geben außer sich auf die zweifelhaften Aussagen von Anifuris zu verlassen. Die alte Seele gab sich zumeist kryptisch, aber zuweilen auch hilfreich. Das konnte selbst der Seeker nicht abstreiten. Es gefiel ihm nach wie vor nicht, sich auf dessen Aussagen mit fragwürdigen Wahrheitsgehalt zu verlassen.
      "Eine Erfahrung, die ich nicht wiederholen möchte," murmelte er an ihren Scheitel.
      Seine Hände wanderten ihren Rücken herab über den Schwung ihrer Hüfte, bis er ihre Oberschenkel umfassen konnte.
      Cain schob die düsteren Gedankengänge bei Seite und vergrub sie erneut entschlossen. Schicht für Schicht.
      "Du willst sehen, wie ich aufstehe?", grinste Cain verborgen vor den Augen der Rubra und der Griff um ihre Schenkel verfestigte sich.
      Kein Wort der Warnung von seiner Seite erklang, als er Sylea mit einem Ruck gänzlich auf seinen Schoß zog und ihre schlanken Beine um seine Hüften führte. Ein tiefer Atemzug folgte und Cain rutschte samt der jungen Frau in seinem Schoß, an den Rand der Couch.
      "Wenn wir nicht voneinander loskommen, wirst du wohl mit unter die kalte Dusche müssen", flüsterte er an ihr Ohr, wobei er es sich nicht nehmen ließ, spielerisch und sachte ihr Ohrläppchen zu beißen. Die Herausforderung nahm nur zu gern an.
      Mit einem kräftigen Ruck, der ihn nach der vorangegangen Belastung erst einen wackeligen Stand bescherte, erhob er sich.
      Sylea fest in seinem Griff ging er zielstrebig Richtung Badezimmer und stieß die Tür mit dem Fuß auf. Mit dem lebendigen Bündel im Arm trat er in die geräumige Dusche und benutzt lediglich den Ellbogen um den Hebel für das kalte Wasser umzulegen. Er hatte nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet, dass sie noch vollbekleidet waren. Kleidung trocknete auch wieder.
      Augenblicklich ergoss sich die Kälte über ihre Köpfe und verpasste ihm zuerst einen Schock, der den Atem in seinem Lungen gefrieren ließ. Das Kälteschock hatte aber noch eine andere Wirkung, der Nebel in seinem Kopf lichtete sich sekündlich ein wenig mehr, änderte jedoch nichts an dem betörenden Gefühl der jungen Frau an seinem Körper.
      Cain schnappte nach Luft, hatte aber noch genug Atem übrig, um rau an ihrem Ohr zu lachen.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • "Du willst doch nicht wirklich-" war alles, was Sylea noch sagen konnte, da war Cain mit ihr im Schlepptau bereits aufgestanden.
      Ein überraschtes Qietschen entkam ihr weil sie immer wieder vergaß, wie kräftig Männer sein konnten. Wenn sie es denn wollten. Als er dann schwungvoll noch die Tür zum Bad mit den Fuß aufstieg, kam das Vessel aus dem Lachen nicht mehr heraus.
      "Das war ein Scherz, Cain. Ein Scherz! Du hasst kalte Duschen!", lachte sie ihm ungehemmt ins Ohr, da öffneten sich bereits die eisigen Schleusen über ihren Köpfen.
      Sylea konnte nicht anders als den Kopf in den Nacken zu werfen und dem kalten Nass die Stirn zu bieten. Sie selbst bekam einen Augenblick lang keine Luft während sich das Wasser durch sämtliche Kleidungsstücke fraß und ihren ganzen Körper erschaudern ließ. Als sie ihren Kopf wieder an Cains Schulter sacken ließ hörte sie neben dem Rauschen nur sein wunderbares raues Lachen an ihrem Ohr. Unweigerlich klammerte sich die junge Frau nur noch enger an den Seeker und streckte rein intuitiv ihre Aura wieder nach ihm aus.
      Kaum hatte Silber Gold berührt, zerstob es in einem feinen Nebel, verband sich mit einem gleichwertigen Nebel aus Gold und hüllte sie beide in eine schillernde Wolke. Augenblicklich erfüllte sie das Gefühl, ihre Haut stünde in Flammen und nur das Eiswasser schaffte Abhilfe. Im Zuge dessen verstärkte sich ihr Griff sogar noch ein weiteres Mal als sich neben dem Rauschen des Wassers und ihrem Pulsschlag ein weiterer Herzschlag in ihrem Ohr dazugesellte. Ihr Finger rutschten fahrig über seinen Rücken ehe sie ihre Finger in sein Fleisch schlug.
      Zu dem schillernden Nebel gesellten sich kräftigere Silberstreifen. Wie Bänder legten sie sich um Cains Körper bevor sie in seinem Gold versanken und Sylea begann, Anteile ihrer Aura zu dem jungen Mann zu schieben. Sie wollte, dass er fühlte, was sie fühlte. Das Vertrauen, die Begierde, die Hingabe für ihn. Prompt ereilte sie der Eindruck, die Wassertropfen würden direkt auf ihrem heißen Körper verdampfen. So sehr brannte sie für Cain.

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    • Ein schimmernder Nebel aus feinsten Goldpartikeln strömte in alle Himmelsrichtungen.
      Ruhe fand die suchende Aura erst, als sich das vertraute Silber näherte und die Auren sich spielend und sehnsüchtig zu einer Einheit formten. Cain überkam eine tiefe Zufriedenheit und das Gefühl sich selbst in völligem Einklang zu befinden. Kein anderer Mensch hatte ihm je dieses vollkommene Gleichgewicht ermöglicht. Das Lachen in seinen Ohren erklang wie die schönste Musik und erfüllte den Seeker mit einer sonderbaren Wärme. Die Hände auf seinem Rücken jagten einen heißen Impuls durch seine Muskeln, der selbst das Eiswasser über seinem Kopf ausblendete.
      Die Sicht verschwommen durch unzählige Wassertropfen in seinen Wimpern fand er blind den Weg an ihren Hals, um seine Lippen gegen die feuchte Haut zu pressen. Halbgeöffnet fuhr sein Mund den Schwung ihres Halses hinab, bis das T-Shirt ihm den Zugang zum Rest der zarten Haut versperrte. Sanft neckten seine Zähne das Fleisch an ihrer Halsbeuge.
      Silber zwängte sich in einem gleichmäßigen aber intensiven Fluss in die Hülle seiner Aura und transportieren Empfindungen und Gefühle, die nicht seine Eigenen waren. Sylea schickte ihm eine Kostprobe verschiedenster Eindrücke. Begierde und Verlangen legten sich wie süßer, zäher Honig auf seine Zunge und verwandelten das rauschende Blut in seinen Adern in glühende Lava. Das eiskalte Wasser war unlängst zu einem dumpfen Prickeln auf seiner Haut verkommen. Und doch war es das Vertrauen, dass den Seeker beinahe in die Knie zwang.
      Cain löste den verkrampften Griff seiner Hände um ihre Oberschenkel und setzte Sylea behutsam auf den rutschigen Fliesen ab. Der Blick in ihren Augen sprach Bände und ungewollt bahnte sich ein knurrender Laut den Weg durch seine Kehle. Keine Sekunde wandte er den Blick ab und tastete nach dem Temperaturregler. Er nach zwei Fehlversuchen und einem frustrierten Schnauben bekam Cain die Armatur zu fassen und erhöhte die Gradzahl.
      Die Aura hinter seinen Augen pulsierte und erweckte den Eindruck, als wirbelten tausende von winzigen goldenen Funken in seiner Iris, die langsam von der ausgedehnten Pupille verschluckt wurde. Cain fasste sich in den Nacken und zog das durchnässte T-Shirt mit einem Ruck über seinen Kopf. Mit einem schwerfälligen Platschen kam es achtlos am Boden auf. Die Jeans ging bedrohlich tief auf seinen Hüften, vollgesogen mit Wasser.
      "Ich will etwas versuchen...", murmelte er und schickte goldfarbene Ausläufer in Richtung Sylea. Die feinen Verästelungen, längst nicht so kräftig wie die Aura der Rubra, ertasteten das Silber und suchten und suchten nun ihrerseits nach Lücken und Nischen. Mit sich brachten sie ein leidenschaftliches Feuer und eine stetige, lodernde Wärme. Letzteres ein Sinnbild für die Zuneigung des Seekers. Es war das erste Mal das Cain bewusst Emotionen durch seine Aura an sie übertrug. Er konnte es nicht sehen, aber spürte jede Reibung ihrer Energie. Es stellte sich ein Geben und Nehmen ein. Ein Austausch ohne das eine einzige gesprochene Silbe notwendig war.
      "Sylea...", flüsterte er, das letzte Wort, das er hervor brachte, bevor er wie eine Welle mit ihr kollidierte und seine Lippen begierig zu einem Kuss auf ihre drückte.
      “We all change, when you think about it.
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    • Für einen gefährlich langen Moment befürchtete Sylea, Cain wieder mental und emotional zu hart attackiert zu haben. Seine Finger an ihren Oberschenkeln zitterten so stark wie nie zuvor, kein Wort drang über seine Lippen. Dann ging ein Ruck durch den jungen Mann, der dafür sorgte, dass Sylea unter ihren Sockenfüßen die rutschigen Fliesen spürte. Nicht eine Sekunde lang konnte sie ihren Blick von dem Mann lösen, der mehrere Versuche brauchte, um das Wasser in eine angenehmere Temperatur zu verwandeln.
      Sylea liebte Cains Augen, wenn sie das Feuer reflektierten, das den jungen Mann zu verzehren drohte. Über Stunden hätte sie diesen Anblick genießen können, sich darin verlieren können. Als er sich zu allem Überfluss noch das Shirt über den Kopf riss, wäre die junge Rubra ihm fast schon entgegen gesprungen. Seine Worte hielten sie jedoch zunächst davon ab.
      Es war eine Sache, wenn sie diejenige war, die die Auren manipulierte. Eine gänzlich andere jedoch, wenn ein Anderer es tat. Sylea sah die goldenen feinen Verästelungen, die sich nach ihr streckten und wäre es nicht Cain gewesen, wäre sie nun panisch vor demjenigen geflüchtet. Doch für ihn hielt sie stand und fröstelte, als sich sein Gold forsch an ihrem Silber verging. Als es die ersten feinen Lücken in ihrem Silberstreif fand und sich gezielt darin breitmachte, riss Sylea ungewollt die Augen auf und taumelte rückwärts bis sie die Wand in ihrem Rücken spürte. Das Rauschen des Wasser verschluckte ihr leises Aufstöhnen, als sie Cains Emotionen deutlich ausmachen konnte.
      Der Seeker folgte dem Vessel umgehend. Er schaffte es gerade noch, ihren Namen auszusprechen, da hatte er die Distanz schon überbrückt und sie in einen wilden Kuss verwickelt. Begierde nur von sich selbst zu spüren konnte schon anstrengend sein. Doch in ihrer geteilten Wahrnehmung spürten die Beiden ihre Gefühle doppelt so stark. Immer weiter schaukelten sie sich gegeneinander auf bis man nicht mehr sagen konnte, wessen Empfindung die stärkere war.
      Diese Überreizung sorgte dafür, dass die junge Rubra auch nicht mehr an sich halten konnte. Grob schob sie Cain von sich und deutete auf seine Hose. "Zieh sie aus."
      Dann riss sie sich selbst den dünnen Pullover und den BH vom Leib. Die Leggins stellte sich als deutlich schwieriger heraus und zwang sie dazu, sich auf den Boden zu setzen, um unfallfrei ihre Beine aus dem eng anliegenden Stoff zu schälen. Als sie kurz darauf auch noch den Slip achtlos wegwarf, sah sie zu Cain auf, der ihrer Forderung inzwischen nachgekommen war.
      Hatte sie jemals erwähnt, wie schön dieser Mann im nassen Zustand war?
      Sylea ging auf die Knie, ihre Hände bewegten sich wie von allein an Cains Hüftknochen, um ohne zu zögern gen Mitte zu wandern und sein bestes Stück zu liebkosen. Dann näherte sie sich ihm weiter bis sie mit ihren Lippen eine heiße Spur über seine zarte Haut ziehen konnte. War das Wasser heiß? War er es? Sie wusste es nicht. Nur, dass seine Wahrnehmung für einen Augenblick zu explodieren schien und sie fast zurückwarf, drängte sich in ihren Verstand.

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    • Die Wirkung stellte sich als heftiger heraus, als Cain erwartete.
      Die feinen Verästelungen seiner Aura gruben sich eventuell etwas zu forsch in das Silber. Allerdings fehlte dem Seeker auch die notwendige Übung und die fehlende Aurasicht spielte sicherlich auch eine Rolle. Folglich blind steuerte er den Fluss seiner Aura lediglich mit seinem außerordentlichen Gespür für die kleinsten Schwingungen und Regungen. Die anwachsende Erregung, die durch seinen Körper strömte, war auch nicht förderlich für seine Präzision.
      Mit jeder begierigen Berührung des Kusses schaukelten sich die Empfindungen und Gefühle beider Parteien gegenseitig in schwindelerregende Höhen. Silber und Gold stachelten sich unaufhörlich an, zogen und zerrten an der Wahrnehmung des jeweils anderen.
      Kurz presste Cain die junge Frau mit seinem gesamten Körper gegen die gefliesten Innenwände, umschloss ihr Gesicht mit beiden Händen, als wollte sie nie wieder hergeben und ewig unter dem strömenden Wasser verweilen. Nasse Strähnen klebten in Stirn und Nacken, während die letzten Tropfen eisigen Wasser aus seinen Haarspitzen tropfte und prickelte Spuren über seine erhitzte Haut zogen.
      Ein grober Stoß riss Cain aus dem tranceähnlichen Zustand ihrer vereinten Auren. Die Worte drangen durch das Rauschen des Wassers dumpf aber mit deutlicher Wirkung an seine Ohren. Sofort schnellten seine Hände zu seiner Jeans, öffneten Knopf und Reißverschluss nur um umständlich den schweren Stoff von seinen Hüften und Beinen zu schieben. Die Jeans klebte förmlich an seiner Haut. Die Kunst bestand daran, nicht auf den rutschigen Fließen auf dem Hintern zu landen.
      Durch seine Aura schoss ein Funken Belustigung, als er Sylea dabei beoabchtete, wie sie ebenso unelegent wie er, die Legging über ihre Schenkel rollte und sichtlich damit zu kämpfen hatte. Der Goldschimmer pulsierte bis in den letzten noch so winzigen Ausläufer seiner Aura. Im Umkehrschluss war die aus Spaß gewählte eiskalte Dusche nicht seine beste Idee gewesen. Mit dem Fuß schob er die unbeliebte Jeans aus der ebenerdigen Dusche. Eine Stolperfalle brauchte er erst recht nicht.
      Die Ausziehmannöver der Rubra schrien nicht gerade nach Grazie, aber wirkten auf den Seeker umso verführerischer. Es war echt, keine Show die jemand abzog, um ihm zu gefallen. Gierig begrüßte die lodernde Glut in seinen Augen jeden Zentimeter Haut, der zum Vorschein kam und unter verlockend vom Wasser glänzte.
      Jegliches Wort wird blieb ihm im Hals stecken, als Sylea sich vor ihm auf die Knie erhob. Die Aussicht die Cain nun genoss, beflügelte die wildesten Fantasien. Der Seeker leckte die Wasserperlen von seinen Lippen und fixierte Sylea mit seinem Blick, wie ein lauernder Jäger.
      Die erste Berührung ihrer Hände auf seinen Hüften, ließen die Muskeln unter Haut erwartungsvoll zucken. Als die Fingerspitzen tiefer wanderten, ihrem eigentlichen Ziel entgegen, lehnte Cain sich leicht vor und stützte sich mit den Handflächen gegen die nassen Kacheln. Er spielte liebendgerne das Versuchskanninchen für ihre Neugierde. Kurz schloss er genißend die Augen nur um sie gleich wieder aufzureißen und den Kopf zwischen seine Arme sinken zu lassen. Ein Keuchen erklang, als zarte Lippen über die gesamte Länge harten Fleisches wanderten. Cain brachte sämtliche Muskeln in seinem Körper unter Spannung, um sich ihr nicht reflexartig entgegen zu schieben. Das hatte er nach nicht erwartet.
      Das Gold unter dem Silberstreif vibrierte so stark, dass seine Finger auf den Kacheln zuckten.
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    • Es war, als stünde die junge Frau unter Strom. Für jeden Zentimeter, an dem sie Cains Körper berührte, bekam sie sogleich Feedback in Form eines Impulses, der ihr durch Mark und Bein ging. Sie spürte das Gold in ihrem Silber in einem wahnwitzigen Tempo vibrieren sodass sie beinahe Sorge hatte, es würde gleich zerspringen. Es nahm nochmals an Intensität zu, als sich ihre Lippen der Spitze näherten und dort zum Abschluss kamen.
      Dann schlug Sylea ihre Augen nach oben auf, unzählige Wassertropfen funkelten wie kleine Diamanten auf ihrem Gesicht. Ihre Aura vibrierte nicht, sondern schlug nur Wellen, die Cains konstante Aura immer neu verwirbelten. Er hatte seine Hand nach ihr ausgestreckt, da hatte sich ihr Arm gerade erst in Bewegung gesetzt, damit er ihr aufhalf. Als wüsste der eine, was der andere wollte.
      Als Sylea ihre Knie durchstrecken konnte, reckte sie sich umgehend nach dem Seeker, fing seine Lippen ein und ließ ihre Aura in einer einzigen großen Welle über den jungen Mann hinweg schwappen. Zwischendurch ließ sie einen flüchtigen Blick durch die Dusche wandern, auf der Suche nach passenden Möglichkeiten. Der harte Fliesenboden schien nur im Notfall in ihren Augen herhalten zu können. Unterdessen hatte sie sich so eng an den Seeker gepresst, dass sie sein hartes Fleisch überdeutlich an ihrem Bauch spüren konnte. Vermutlich würde er es nicht mehr bis in Schlafzimmer schaffen. Mussten sie ja auch nicht unbedingt.
      Da löste das Vessel ihre Lippen von den seinen, um ein bisschen Luft in ihre Hirnzellen fließen zu lassen. Sanft löste sie sich von ihm, damit sie sich umdrehen und ihm ihren Rücken an den Körper drücken konnte. Mit ihren Händen griff sie nach seinen viel größeren, führte sie von ihrem Hals abwärts zu ihren Brüsten, wo sie sie fregab. Das Feuer in ihrer Mitte wuchs langsam ins Unermessliche. Immer wieder brachen Erinnerungen an ihr gemeinsames erstes Mal über sie herein und drohten ihr den Verstand zu rauben. Irgendwann hielt sie auch seinen Fingern an ihren Brüsten nicht mehr stand. Sie sackte ein wenig nach vorne und nun war sie es, die ihre Hände an der gefliesten Wand abstützen musste. Ihr Atem ging schwer, so als wäre sie einen Marathon gelaufen. Als sie einen Blick über ihre Schulter nach hinten warf, war von dem unsicheren Mädchen von damals nichts mehr zu sehen.

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    • Weder der Silberstreif mit seinen aufwühlenden Wellen noch Sylea und die zarten Berührungen ihrer Lippen gönnten dem tosenden Gefühlsturm seines Körper eine Sekunde Ruhe. Cain stand unter Spannung und fragte sich, ob Sylea wusste, welche gewaltigen Begierden allein der sündhafte Anblick zur ihr herab auslöste. Eigentlich hätte es weder Hände noch Lippen benötigt, um den Geduldsfaden des Seekers bis aufs Äußerste zu spannen. Aber da sie so eng mit ihren Auren verknüft waren, wusste sie das alles schon längst.
      Allein das Bild, das sich ihm unter strömmenden Wasser bot, war die pure Versuchung. Unzählige Wassertröpfchen schimmerten in ihren geschwungenen Wimpern und perlten über jeden Schwung und jede Kurve ihres Körpers. Sein Blick verfolgte gebannt ein Tröpfchen, dessen Weg sich über die verführerische Wölbung ihrer Brust verirrte. Das Bedürfnis die Wasserperle mit der Zunge aufzufangen, hätte ihn fast vor Sylea auf die Knie gezwungen.
      Einem Impuls folgend löste eine Hand von den nassen Kacheln und streckte ihr den Arm entgegen, da griff sie bereits nach seiner Hand und zog sich auf die Füße. Die Bewegungen passten wie perfekt aufeinander zugeschnittene Puzzleteile ineinander, als verschmolzen ihre Bewusstseine durch ihre Auren zu einer Einheit. Näher konnten sich zwei Menschen nicht sein. Der Kuss, den sie auf seinen Mund drückte, fegte seinen Kopf von allen Bedenken leer. Sofort schlang er seine Arme um sie und genoss das Gefühl ihrer feuchten Haut auf seiner.
      Cain verschwendete keine Zeit seine Lippen gegen ihre nasse Schulter zu drücken, als sie sich in seinem Armen umdrehte und von seinen Händen Besitz ergriff. Ein Lächeln umspielte seine Mimik, während er die zarte Haut unter seinen Fingerspitzen entlang fuhr und ihr neckend in die Brustwarze kniff. Nur eine Hand verweilte über der verführerischen Weichheit, während die zweite zielstrebig seine Heil zwischen ihren Schenkeln suchte. Cain erkundete und streichelte jeden Zentimeter den er mühelos erreichen konnte, während er den letzten Schritt an sie herantrat und sich von Schulter bis Hüfte in ihren Rücken schmiegte.
      Der Blick, den Sylea ihm zuwarf, brannte sie wie das heißeste Feuer direkt unter seine Haut. Für den Bruchteil einer Sekunde fixierten sich bernsteinfarbene Augen in dem selbstsicheren Ausdruck. Ein prüfender Puls seiner Energie erschütterte ihre Auren doch er fand das nachtblaue Netz intakt und ohne Auffälligkeiten.
      Das verschmitzte Grinsen kehrte auf seine Lippen zurück und er musste den Hals ein wenig verrenken, um einen atemlosen Kuss zu stehlen. Ohne Gnade nahmen auch seine Finger vergraben an ihrem Unterleib ihre Tätigkeit wieder auf bis die junge Frau unter seinen Händen zitterte und bebte. Unaufhörlich trieb er sie voran und ertrank mit höchstes Glückgefühlen in der Bergierde und Erregung, die ihre Aura tränkte und ihn einhüllte.
      "Komm für mich...", knurrte er schließlich an ihr Ohr.
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    • Auf ihrem Weg hinterließ Cains Hand Spuren aus Feuer auf Syleas Körper. Natürlich wusste sie, dass das Gefühl nicht gänzlich real war und doch reicherte sich die goldene Aura unter seinen Fingerspitzen an, um in kleinen Annsammlungen auf der Haut der jungen Frau zurückzubleiben und sich schließlich auflösten. Sie hatte gar nicht gemerkt, wie sich ihre Beine fest geschlossen hatten bis sich fremde Finger zwischen ihre Schenkel tasteten. Erst da löste sie ihren Stand ein wenig, trat etwas breiter, um ihm den Zugang zu erleichtern. Als er an seinem Bestimmungsort angekommen war, warf Sylea einen weiteren Blick so gut es ging zurück und erkannte den Pulsschlag, der ihrer beiden Auren zum Erzittern brachte.
      Für einen Moment schlichen sich Zweifel in Syleas Bewusstsein. Fast schon alarmiert achtete sie selbst auf ihr Silber, auf das fadenscheinige Netz, das sich gleichmäßig hindurch zog. Doch selbst auf den Puls hin blieb es stabil in seiner Dicke sowie Anordnung. Als sei Anifuris gar nicht mehr bewusst anwesend. Diese Erkenntnis ereilte auch den Seeker, der darauf hin seine gestoppten Bewegungen wieder fortsetzte.
      Cain bekam einen sehr akrobatisch anmutenden Kuss zustande, den Sylea nicht lange halten konnte. Kaum hatten seine Finger sich wieder ihrem Zentrum gewidmet, konnte sie nur noch den Kopf in den Nacken legen und sich ihm vollkommen ergeben. Ihre eigenen Finger krallten sich in seine Arme während er sie gnadenlos weiter stimulierte. Spätestens jetzt war von ihrer sorgsamen Kontrolle ihres Silberstreifes nicht mehr viel übrig. Er hielt keine klaren Grenzen mehr, verschwamm und brach immer wieder unregelmäßig und unvorhersehbar aus. Gewaltsam drängte sich ihr Brustkorb gegen seine Arme in dem verzweifelten Versuch, noch mehr Luft in ihre Lungen zu pumpen. Sie wusste, dass jedes Gefühl, jeder Eindruck, fast eins zu eins so auf den Mann in ihrem Rücken einging.
      Folglich waren Cains Worte an ihrem Ohr nur lediglich eine Voraussage dessen, was sich gar nicht vermeiden ließ. Es dauerte noch einen weiteren Moment, da folgte sie seiner Aufforderung und warf sich gegen seine Arme, als sie heftig kam. Sie wollte sich zusammenkauern, doch die Arme des jungen Mannes hielten sie davon ab. Er spürte genau den Moment, in dem sie ihren Höhepunkt erreichte und spornte sie noch darüber hinaus an. Das Rauschen des Wassers schluckte nur einen Teil ihrer Stimme, die sie genauso wenig wie ihre Aura unter Kontrolle hatte.
      "B...bitte, es reicht", wimmerte Sylea schlussendlich und stöhnte erleichtert auf, als er sie endlich freigab.
      Ihre Beine waren ein einziges Zitterfest, doch sie spürte hinter sich überdeutlich Cains Erregung, die ihre eigene fast noch zu Überspannen wagte. Dass er noch keine physischen Schmerzen erlitt, war für die junge Rubra beinahe schon unverständlich. Sie stützte wieder ihre Hände an der Wand ab, um sich vorzubeugen, die Beine weiter auseinander zu stellen und den Kopf hängen zu lassen. Stehen schaffte sie gerade noch.
      "Komm schon...", sagte sie leise und wusste, dass Cain trotzdem jedes Wort hören sowie fühlen konnte.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Der Höhepunkt, der nicht einmal sein Eigener war, explodierte förmlich in seinem Verstand.
      Es kostete ihn sämtliche Kontrolle, die er noch wackelig aufbringen konnte, um von Syleas Welle von Erlösung und Feuer nicht über die Klippe gestoßen zu werden. Die junge Frau in seinem Arm krümmte sich unter den Intensität und der schieren Überreizung und Cain spiegelte ihre Bewegung, als stünden seine eigenen Nervenenden für einen Augenblick in Flammen. Ein unterdrücktes, wenig jugendfreies Fluchen grollte tief in seinem Brustkorb, als er ein wenig zu fest in ihre Schulter biss, um sich zu erden.
      Unaufhörlich liebkoste Cain das pochende Zentrum ihres Unterleibes, zärtlicher und im Tempo wesentlich gemächlicher, doch lange hielt Sylea das quälende Spiel nicht aus. Ein Wimmern erfüllte seine Ohren und ohne Zögern kam der Seeker ihrer Bitte nach. Es bereitete ihm unglaubliches Vergnügen zu sehen, wie Sylea unter seinen Händen zuckte und jegliche Kontrolle über die Muskeln verlor.
      Auch wenn seine Nerven zum Zerreißen gespannt waren, nahm sich der Seeker einen Moment zum atmen und ließ den Blick der glühenden Augen mit sichtlicher Begierde über ihren Rücken bis über ihr Gesäß wandern, dass sie ihm so auffordern präsentierte.
      Einen kurzen Kuss hauchte er auf den deutlichen Bissabdruck auf ihrer Schulter und entfernte sich kurz.
      "Gleich...", flüsterte er und erkannte seine eigene Stimme nicht wieder. Mit nassen Füßen tapste er über die kalten Fließen und die Kühle außerhalb der Dusche kollidierte wie eine Wand mit seiner erhitzten Haut. Cain schauderte und wühlte fahrig in einer der Taschen herum, die Jace ihm in die Hand gedrückt hatte. Als er das Gesuchte endlich gefunden hatte, beeilte er sich zurück zu Sylea unter das warme Wasser zu treten, dem unglaublichen Zug ihrer Aura folgend.
      Ein dezentes Knistern, das vom rauschenden Wasser fast übertönt wurde, erklangt als Cain das Kondom geradezu aus seiner Packung riss und überstreifte. Beim ersten Mal hatten sie nicht darauf geachtet und auch Cain hatte jegliche Vernunft missachtet. Es hatte sie einfach mitgerissen.
      Ohne die Frau unnötig warten zu lassen, positionierte sich der Seeker in ihrem Rücken und schlang einen Arm um ihre wundervoll geschwungenen Hüften. Mit der freien Hand führte er sich selbst an ihr selbst und dem begehrten Ziel all seiner Sinne. Das Gold unter ihrem Silber zerstöbt in unzählige schimmernde und wirbelte Partikel, als Cain endlich ihrem Wunsch nachkam und sich quälend langsam in sie schob, bis er sich vollständig versenkt hatte. Keuchend sackte sein Kopf an ihre Schulter. Eine weitere Atempause bekam Sylea nicht, als Cain einen festen und schnellen Rhythmus anschlug. Durch die vermischten und verstärkten Emotionen ihrer beiden Auren, verlor er augenblicklich jede Zurückhaltung.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Gleich? Das Wort war nicht mehr in Syleas Wortschatz zu finden. Fast schon perplex sah sie dem jungen Mann hinterher, wie er sich eiskalt aus der Dusche trollte und eine Spur Wasser hinter sich am Boden zurückließ.
      Dieses Mal denkt er dran? Super....
      Anifuris Gedanken schnitten wie Eis durch ihren Verstand. Sie hatte die alte Seele regelrecht vergessen und sein messerscharfer Geist war so plötzlich aufgetaucht, dass sie kaum Zeit hatte zu reagieren. Alles, was sie wahrnahm, war eine unglaubliche Leere, kaum hatte sich der Seeker weit genug von ihr getrennt, sodass ihre Aura wieder nur für sie selbst Wellen schlug. So einsam, dass sie sich etwas aufrichtete und tatsächlich eine sorgenvolle Mimik bekam ehe sich die Rückkehr Cains durch seine annähernde Aura bemerkbar machte.
      Die Sorge in ihrem Blick wechselte zu einem fragenden Ausdruck als sie dabei zusah, wie er sich ein Kondom überstreifte. Wie sollte das Vessel dies auch kennen, mit gerade mal 9 Jahren hatte man sie noch gar nicht an das Sexualthema herangeführt gehabt.
      Als er anschließend einen Arm um ihre Hüfte schlang, fanden sich auch ihre Auren endlich wieder zusammen und setzten ihre Symbiose dort fort, wo sie aufgehört hatten. Fast augenblicklich war Sylea wieder auf dem gleichen Level wie vor der Unterbrechung, denn Cain hatte alle Regungen mitgenommen und sie nun auf sie gespiegelt.
      Unweigerlich zuckte Sylea kurz zusammen, kaum spürte sie, wie er sie zu spreizen begann. Sie sah sein Gold vor ihren Augen in einer Wolke verdunsten während er sich langsam bis zum Anschlag in ihr versenkte. Durch seine Aura ging eine kräftige Welle, die von ihm zu ihr hinüber schwappte. Ein plötzliches Gewicht an ihrer Schulter bedeutete ihr, dass er seinen Kopf bei ihr angelehnt hatte. Dann schlug er urplötzlich einen kräftigen Rhythmus an, der Sylea die Luft aus den Lungen trieb.
      Das erste Mal war geprägt von Liebe, Fürsorge und Sanftheit. Das nun hatte nichts mehr von der Zurückhaltung, die der junge Mann im Bett gezeigt hatte. Syleas Augen waren geweitet während sie alle Kraft sammeln musste, damit ihr die Beine nicht einfach einknickten. Jeder seiner Stöße war von einem Laut ihrerseits begleitet. Ihre Hände an den Wänden stellten sich auf und versuchten, die harte Oberfläche zu zerbrechen. Weiß traten ihre Knöchel unter der vom Wasser geröteten Haut hervor, stetig in der Gefahr, den Halt zu verlieren.
      Sylea konnte nicht mehr denken. Sie wollte eigentlich auch nichts mehr fühlen, aber die Eindrücke prasselten auf sie hinab wie das Wasser aus dem Duschkopf. Die Geräusche ihrer Leiber, ihre Stimme, seine Stimme und das stetige Aufschaukeln ihrer Auren ließen ihr keinen Augenblick der Ruhe. Jegliches Zeitgefühl kam ihr abhanden als sie spürte, wie dieses Mal er die Klippe zu Gesicht bekam und Sylea an der Hand mit sich riss. Es war nur noch die Frage, ob er auch über den Rand springen würde. Mit ihr an der Hand.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Atemlose Küsse bedeckten gierig die Haut seitlich ihres Halse.
      Gierig kostete Cain von der unvergleichlichen Süße und Zartheit ihrer Haut über die Bissspuren hinweg, die er auf ihrer Schulter hinterlassen hatte. Ein Hauch von Besorgnis stahl sich in seinen vernebelten Verstand und wurde gleichzeitig Sekunden später durch die erregten Laute völlig ausgeblendet. Tief versenkte sich Cain bei jeder ruckartigen Bewegungen seiner Hüften in verzehrenden Hitze ihres Leibes und katapultierte sich mit Wellen der Lust beinahe schlagartig über den verhängnisvollen Rand der Klippe.
      Das Geräusch von feuchter Haut auf Haut erklang beinahe obszön in dem geräumigen Bad, vermischte sich aber auf betörende Weise mit den lieblichen Lauten, die die Rubra in seinem Arm nicht zurückhalten konnte.
      Unvergleichliche Eindrücke von Begierde und Verlangen schnellten wie ungezügelte Energien zwischen ihren Auren hin und her, raubten ihnen das Denken und die Kontrolle über ihre Körper. Ein animalisches Grollen stieß gegen ihre feuchte Haut, als Cain mit einem so kräftigen Stoß mit ihrem Unterleib kollidierte, dass er Sylea beinahe vollständig gegen die eisigen Fliesen presste. Die zittrigen Arme hatten der Wucht nicht standhalten können.
      Der Seeker zwang sich zu einer Atempause und verfluchte sich für die Folter des Wartens, die er sich auferlegte. Bis zur Gänze in Sylea vergraben, spürte er sich selbst zucken und seinen Körper schrie nach der ersehnten Erlösung. Ein eiskalter Luftzug überzog die Vorderseite seines Körper, als er sich ohne Vorwarnung zurückzog. Augenblicklich fasste er nach ihren Hüften und drehte die junge Rubra zu sich herum. Der Blick der Bernsteine brannte sich in ihre Haut. Die goldene Aura strömte buchstäblich aus seiner Iris, während er Sylea fixierte, als wollte er sie mit Leib und Seele verschlingen.
      Mit mehr Sanftheit, als er sich selbst zugetraut hätte, führte er ihre Arme um seinen Nacken.
      "Festhalten...", zwang er sich zu sprechen, nachdem er einen Kuss von ihren Lippen geraubt hatte. Mit einer einzigen, geschmeidigen Bewegung beugte der Seeker die Knie und umfasste ihre Oberschenkel knapp unter dem Gesäß. Ein kraftvoller Ruck reichte völlig aus, um den federleichten Körper in die Luft zu heben und Sylea den festen Boden unter den Füßen zu rauben. Er führte ihre Beine um seine Hüften und bedeutete ihr damit stumm, sich damit ebenfalls den nötigen Halt zu verschaffen. Die Hände ruhten stützten unter ihrer Kehrseite. Selbst im berauschten Zustand würde er sie nie auf den harten Boden fallen lassen. Die Kacheln in ihrem Rücken mussten ein einzige Kälteschock sein.
      Cain sah sie ohne zu Blinzeln an, als er sie ein weiteres Stück spielen leicht anhob und mit erstaunlicher Präzision den Weg zurück in ihren Leib fand. Es dauerte nur eine Sekunde sich von dem festen Stand auf den rutschigen Fliesen zu überzeugen, da nahm er das kräftige und hemmungslose Tempo erneut auf.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Es war das Grollen an ihrem Ohr, dass Sylea erschaudern ließ kurz bevor Cain sie derart bearbeitete, dass ihre Arme dem nicht mehr standhalten konnten. Ruckartig fand sie sich gegen die kalten Fliesen gepresst wieder, ein Aufkeuchen drängte sich nur zur Hälfte an ihre Ohren. Die Empfindung sorgte dafür, dass sie sich versteifte. Umgehend reagierte der Seeker auf diese Veränderung, stoppte und zog sich vollständig von der jungen Frau zurück.
      Sylea kam allerdings nicht dazu, diesen Wandel wirklich zu prozessieren. Da lagen Cains Hände bereits an ihrer Hüfte, drehten sie zu sich. Endlich trafen sich ihre Blicke wieder und das Vessel sah in den schimmernden Augen, was sie mit jeder ihrer Poren fühlen konnte. Ein Verlangen und eine Sehnsucht, die den Rahmen der körperlichen Anziehung zu sprengen vermochten. Lange durfte sie ihn jedoch nicht anhimmeln. Schon einen Augenblick später führte er ihre Hände zu seinem Nacken und löste Sylea spielend leicht vom Boden. Reflexartig verstärkte sie ihren Griff um seinen Nacken obwohl sie haargenau wusste, dass er sie niemals fallen lassen würde. Nun war es jedoch die Kälte im Rücken, die die junge Frau scharf die Luft einsaugen ließ. Wie geheißen schlang sie ihre Beine um die Hüfte des jungen Mannes und fühlte sich unglaublich beobachtet kaum stellte sie fest, dass er sie nicht eine Sekunde lang aus den Augen ließ.
      Im nächsten Moment hatten sich die jungen Menschen wieder vereint. Syleas Lider flatterten während Cain das gleiche Tempo wie vorhin wieder aufnahm und sich noch tiefer in sie trieb, als sie es für möglich gehalten hatte. Aus Angst abzurutschen spannte sie ihre Beine dermaßen stark an, dass sich die Spannung auf ihren restlichen Unterleib ausbreitete und dafür sorgte, dass sie jede seiner Bewegungen noch einen Tacken deutlicher spüren konnte.
      Diese Stellung trieb sie in den Wahnsinn.
      Es ging nicht anders, Sylea musste ihre Stirn an seine Schulter pressen um nicht völlig den Verstand zu verlieren. Wie brachte dieser Mann überhaupt die Stärke auf während dieser Gefühlsexplosion ihren Leib auch noch zu tragen? Sie verstand es nicht, brauchte es auch gar nicht, denn er trieb sie Welle für Welle immer höher.
      "Warte...w..warte", brachte Sylea zwischen mehreren Keuchern hervor, nicht gewillt, so schnell beizugeben.
      Doch sie war in seiner Gnade und selbst wenn er ihre Worte gehört hatte, so waren es ihre Auren, die sich immer weiter anstachelten. Weder sie noch er hielten eine weitere Unterbrechung für nötig und sinnhaft. Also ergab sich die junge Frau ihrer Lage und ließ zu, dass er sie weiteres Mal zum Explodieren brachte. Ihre Stimme wurde abgehackt als sie sich in unbändiger Kraft an ihn presste, rhythmisch zu den Zuckungen, die ihren gesamten Körper erschütterten.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Mit der Gewissheit nur einen Arm zu benötigen, um das zitternden Bündel namens Sylea halten zu können, löste eine Hand den festen Griff um ihr Gesäß und wanderte ihren Körper herauf. Im Kontrast zu dem fordernden und ungestüm anmutenden Rhythmus fuhren seine Finger beinahe zart in das feuchte Haar. Stockender Atem streichelte über die Haut an seiner Schulter, ehe er die Hand an ihre Wange legte und mit dem Daumen unter ihren Kiefer fuhr. Ein sanfter Druck reichte aus, um das Gesicht aus dem Versteck an seiner Schulter zu locken.
      Cain verspürte den übermächtigen Drang in die vor Lust verklärten Augen zu blicken, sobald sie mit voller Wucht über die metaphorische Klippe getragen wurde. Ein, zwei, vielleicht drei kräftige Vorstöße seiner Hüften brachten ihn schneller zu dem gewünschten Anblick, als er gedacht hatte. Der bereits angespannte Leib der Rubra versteifte sich binnen eines Sekundenbruchteils und stimulierte ihn auf berauschende Art und Weise. Die Zuckungen vor süßer Qual übertrugen sich wie eine langsam ansteigende Welle auf den Seeker.
      Die goldene Aura wirbelte völlig unkontrolliert um den Körper seines Trägers, ehe es sich mit der Gier eines Raubtieres von seiner zerstobenen Form löste und gezielt mit seinen Verästelungen und Ausläufern eine pulsiernde Hülle um den Silberstreif bildete. Die Auren streiften einander, wie es ihre physischen Körper taten und diese Sinnlichkeit gepaart mit Syleas zweiten Höhepunkt, den Cain mit jedem Nevernende zu spüren bekam, trieb es auch ihn an die Spitze.
      Kurz verlor er den Halt auf den fließen, was ihn förmlich unmöglich näher zu Sylea brachte, bis er seine Balance wieder gefunden hatte. Dabei hatte er ihr verzerrtes und gerötetes Gesicht nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen. Die Heftigkeit schien ihn selbst zu überraschen, denn er brachte nicht mehr zustande als ein abgehaktes Keuchen. Das war so beim ersten gemeinsamen Mal nicht passiert. Sie waren auf allen Ebenen zu einer Einheit verschmolzen, ein Zustand, der dem Seeker bis vor kurzem noch große Furcht bereitet hatte. Sich als Individuum in der Gefühlswelt eines anderen zu verlieren war ein angsteinflößender Gedanke gewesen. Zu vergessen wo man anfing und der andere aufhörte.
      Aber diese Verbindung mit Sylea war das Schönste, das er je gefühlt hatte.
      Worte zu formulieren, dazu war er nicht fähig. Lediglich stoßweise verließ ein atemloses Keuchen seine Lippen.
      Das Gesicht der jungen Frau noch fest zwischen seinen Fingern, hauchte er einen Kuss auf ihren Munwinkel.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Am liebsten hätte Sylea dem Druck am ihrem Kinn nicht nachgegeben. Ein ganz kleines bisschen schämte sie sich dafür, wenn Cain in ihr unverfälschtes Gesicht sah sobald er sie über die Klippe getrieben hatte. Folglich sah sie von ihm nur Bruchstücke, doch das spielte keine Rolle.
      Als der Seeker ihrem Beispiel folgte, veränderte sich seine Aura abermals. Selbst mit geschlossenen Augen konnte Sylea durch das Erspüren regelrecht sehen, wie sich die goldenen Verästelungen um ihren Silberstreif wanden, sich ausbreiteten und in absoluter Harmonie mit ihrer eigenen Aura sich bewegten. Als seien sie einst eine Einheit gewesen und über die Zeit getrennt worden, nur um jetzt wieder zusammen zu finden. Irgendwann verlor sie Grenze zwischen ihren Farben vollständig und resultierte in einen Zustand des völligen Einklangs, in dem das Vessel hätte schwören können, auch den kleinsten Gedanken des jungen Mannes mitanhören zu können.
      Noch immer hatte Cain ihr Gesicht zwischen seinen Fingern, hauchte ihr einen Kuss auf den Mundwinkel und schaute sie ebenso verklärt und fertig an wie sie selbst ihn. Atemlos keuchten sie beide sich an. Entgegen ihrer Vermutung bestand diese Verbindung noch immer und hatte sich nicht gelöst nachdem auch Cain gekommen war. Eine wohlige Wärme verblieb in Syleas Mitte als sie sich nach vorn streckte, um ihn sanft zu küssen.
      Es hält solange an, wie ihr in räumlicher Nähe seid und es nicht willentlich trennt.
      Ein kaum merkliches Nicken ging durch ihren Kopf als sie verstand. Dann klopfte sie Cain auf die Schulter, damit er sie endlich absetzte. Ihre Beine hingen eh nur noch lose um seine Hüften, ihr gemeinsamer Höhepunkt hatte ihr am Ende jegliche Spannung genommen. Als sie schließlich wieder den Boden unter ihren Füßen hatte, brauchte sie einen Moment ehe sie ihr Gleichgewicht wiedergefunden hatte. Ihr wacher Blick war umgehend auf den Seeker gerichtet, der so herrlich fertig aussah wie sie selbst. Wie vorhergesagt gab es zwischen ihren Auren keinen Übergang, keine klar definitierte Grenze. Unverwandt streckte sie ihre Hand aus, legte sie auf Cains Brust und übertrug spielend leicht ihre Aurensicht auf ihn. Was vorher noch eine gute Portion Konzentration gebraucht hatte, fiel ihr nun so leicht wie das Atmen selbst.
      "So sehen wir gerade aus", flüsterte die junge Frau über das Rauschen des Wassers hinweg und zeigte dem Seeker, was sie die ganze Zeit beobachten konnte.
      Ein wunderschöner Nebel aus Silber und Gold, der sie wie ein Umhang um sie beide legte und den Zwischenraum füllte. Die Farben waren im totalen Einklang, bewegten sich gleichmäßig und folgten einer nicht erkennbaren Flussrichtung. Anifuris Blau blieb allerdings nah an Syleas Körper - das hielt sie bewusst so und war auch die einzige Stelle, an die kein Gold reichte. So groß war die Gefahr, dass der Dritte im Bunde ihre Symbiose missbrauchen könnte.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Ein Klopfen an seiner Schulter reichte aus, um Cain wieder ins Hier und Jetzt zu holen.
      Vorsichtig stellte er die junge Frau wieder auf ihre Füße und umfasste dabei sanft aber mit der nötigen Stärke ihre Oberarme, damit er sie im Notfall vor einem schmerzhaften Sturz auf die harten Fließen bewahren könnte. Sylea schwankte unter seinen Händen unsicher von einer Seite auf die Andere. Als sich Cain ganz sicher sein konnte, dass sie nicht augenblicklich zu Boden sackte wenn er sie losließ, nahm er seine Hände wieder fort.
      Die Leichtigkeit seines Geistes in diesem Moment war atemberaubend. Die Wirkung des Blind Eye war in keinster Weise mit dem Höhenflug vergleichbar, den Sylea ihm bescherte. Lange sah Cain ihr in die Augen und suchte mit der alltbekannten Besorgnis nach Reue oder der Möglichkeit ihr durch die ruppige Art geschadet zu haben. Dabei fühlte er nichts außer der zarten Wärme, die sich allmälich von der Rubra in sein Bewusstsein übertrug und jeglicher Zelle seines Körper Leben einhauchte. Es fühlte sich anders an.
      Bevor Sylea ihre Hand nach ihm ausstrecken konnte, trat Cain einen quälenden Schritt zurück, um sich der lästigen aber nötigen Barriere des Kodoms zu entledigen. Ohne viel Umschweife verschwand es in einem kleinen Mülleimer neben der Dusche, aus der sich Cain nur ein wenig herausstrecken musste.
      Sein Blick suchte sofort wieder die mit grausilbernen Tupfen gesprenkelten Augen. Lächeln hob er den Arm und fuhr mit den Fingerspitzen die Knöchel ihrer Hand nach, die sich unglaublich gut auf seiner nackten Brust anfühlte als sollte sie nirgendwo anders sein.
      Erstaunt weiteten sich seine Augen während ein märchenhafter Nebel aus leuchtendem Gold und Silber in seinem Blickfeld erschien. Die Aurasicht, natürlich. Sein Gehirn brauchte einen Augenblick um zu erfassen was Sylea da gerade Tag. Das Gefühl von Watte in seinem Kopf war noch zu prägnant.
      "Das ist...", hauchte Cain und musste sich räuspern, als die Stimme brach. Die Farben der Auren spiegelte eine absolute Harmonie wieder, lediglich das nachtblaue Netz stach darauf hervor. "Das ist wundervoll, Sylea. Ich habe soetwas noch nie gesehen."
      Die Silben waren zu seinem andächtigen Flüstern geworden, das Herz unter ihrer Hand schlug so ungebändigt, dass Cain befürchtete es würde seinen Brustkorb sprengen.
      Langsam nahm ihre ihre Hände in seine und zog sie von der Wand fort aus der Dusche hinaus. Das Wasser stellte er im Vorbeigehen ab. Dabei bemerkte er aus dem Augenwinkel wie sich ihre Auren in Perfektion mit ihnen bewegten. Es fühlte sich an wie eine perfekte Balance. Sanft schob er die nassen Strähnen aus ihrem Gesicht.
      "Es fühlt sich fantastisch an. Als hätte ich etwas wiedergefunden, von dem ich vergessen habe dass ich es überhaupt verloren hatte."
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Ein leicht angedeutetes Lächeln fand seinen scheinbar ewig anhaltenden Platz auf ihren Lippen, wann immer Cain Sylea berührte. So auch nun, als er sie aus der Dusche zog und die kalte Luft ihrem Körper entgegenschlug. Eine Gänsehaut rollte ihr von Kopf bis Fuß über den Leib ehe der Seeker ihr die Haare aus dem Gesicht strich.
      "Fühlen kannst du es ohne mich. Sehen später vielleicht auch, wenn man dir einmal zeigt, worauf du achten musst. Aber das alles gehört zu dem Kern, der dich ausmacht. Darin haben deine Ausbilder dich beschnitten und in nichts anderem."
      Mit ihren Unterarmen wischte das Vessel die Arme des Mannes von sich, um auf ihn zu zutreten und ihre Brust an seine zu pressen. Sofort stellten sich ihre Herzschläge aufeinander ein als sie ihr Kinn an seiner Schulter stützte. Sie hatte ihre Lippen somit nah an seinem Ohr platziert, stellte sicher, dass dem jungen Mann nicht eines ihrer Worte in der absolut stillen Wohnung entging.
      "Ich liebe dich, Cain."
      Es war nur ein Flüstern, das sich über die erhitzen Lippen schlich. Anders konnte Sylea es nicht beschreiben, was sie für den Mann in ihren Armen empfand. Es sprengte jegliche Grenzen der Gefühlswelt, die sie bisher hatte kennenlernen dürfen und sie wusste, dass es ihr ernsthaft schaden würde, sollte ihm etwas geschehen. Die bloße Vorstellung, dass er ihr irgendwann überdrüssig werden würde oder doch realisierte, wie gefährlich der Umgang mit ihr war, kratzte empfindlich an der Hülle ihres Kernes, das man Herz nannte.
      Überdeutlich spürte Sylea, wie ihr Herzschlag rasant an Fahrt aufnahm und Cains Puls einfach mit sich riss. Noch immer waren sie in einem träumerischen Nebel aus ihren glitzernden Auren gehüllt, spülten die Empfindungen des Einen hinüber zum Anderen. Dann löste sich die junge Frau vom Seeker, um nach einem Handtuch zu suchen, um ihren mittlerweile kühlen Körper wenigstens abzutrocknen. Immer wieder warf sie dabei einen Blick zu Cain. Sie würde ihm alles zeigen, was in ihrer Macht stand. Damit er alle Aspekte finden konnte, die ihm abhanden gekommen waren.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Lächelnd ließ Cain sie gewähren.
      Ein warmer Körper schmiegte sich an seinen und vertrieb die aufkeimende Kühle, die außerhalb der schützenden Duschkabine umhüllte. Jede Sekunde genoss er in vollen Zügen und fühlte sich so vollkommen zufrieden, wie schon lange nicht mehr. Der Goldschimmer seiner Aura schlug sanfte Wellen und strahlte in der Gegenwart Syleas nichts als Ruhe und Geborgenheit aus. Cain vergrub die Nase in dem feuchten Haaren, schloss die Augen und legte beide Arme um ihre zierlichen Schultern.
      Das Gefühl den vertrauten Herzschlag an seiner Brust zu spüren, in völliger Harmonie, war sagenhaft. Die Gewissheit, dass dieser Zustand nicht dauerhaft aufrecht gehalten werden konnte, stimmte den Seeker beinahe ein wenig wehmütig. Der Gedankenzug in seinem Kopf kam ruckelig und unerwartet zum Halten, als vier geflüsterte Worte an sein Ohr drangen. Jede Silbe bedeutungsschwer und voller Zuneigung, dass das Herz in seiner Brust für den Bruchteil einer Sekunde in seinem Rhythmus gestört war. Das arme Dinge stolperte und strauchelte, ehe es ein Gleichgewicht wieder fand und sich dem rasanten Puls der Rubra anpasste. Cain wirkte wie versteinert und bevor er ein Wort hervorbringen konnte, war Sylea bereits aus seinen Armen verschwunden.
      Der Seeker schluckte schwer, ehe er endlich die Kontrolle über seinen Körper zurück erlangte und langsam auf Sylea zukam. Mit geschickten Fingern zupfte er das Handtuch aus ihrem Griff, um die Tätigkeit des Abtrocknens selbst zu übernehmen.
      Cain umgab nichts außer eine allumwassende, wohlige Wärme, die sich stetig um die beiden ausbreite und er schob das kürzere Haar aus ihrem Nacken, um seine Lippen auf die feuchte Haut zu drücken.
      "Ich liebe dich auch...", flüsterte er an ihren entblösten Hals und er spürte, wie sich unter der friedlichen Oberfläche seiner Aura etwas Neues regte. Ein hitziges und fauchendes Biest, dass sich jedem entgegen werfen würde, der versuchte der jungen Frau vor ihm ein Haar zu krümmen.
      Erst als Syleas Haut vollkommen trocken war, reichte er ihr das Handtuch zurück für ihre Haare. Er selbst tropfte noch immer auf den Boden und machte kurzen Prozess mit einem weiteren Handtuch. Die Haar schüttelte er wie zuvor nur locker aus und strich diese mit den Fingern fahrig zurück.
      Mit einem breiten Lächeln sah er Sylea an und band sich das Handtuch um die Hüfte.
      "Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich könnte einen Elefanten verdrücken.", lachte er und streckte ihr die Hand entgegen. "Wie klingt für dich Abendessen?"
      Cain führte sie aus dem Bad und stoppte ruckartig, als das Handy auf dem Konsolenschränkchen im Flur klingelte. Entschuldigend sah er Sylea an und ließ sie kurz los um den Display einzuschalten. Kurz überflog er die Nachricht.
      "Jace will heute Abend noch vorbeikommen. Er scheint etwas Wichtiges gefunden zu haben.", murmelte Cain und sah sie dann mit schief gelegtem Kopf an. "Und er will mit dir sprechen."
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”