[2er RPG] The Lesser Evil [Winterhauch & NicolasDarkwood]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Viola

      Die Richtung, die der friedliche Morgen einschlug, gefiel der Heilerin überhaupt nicht. Für einen Augenblick ärgerte sich Viola darüber, nicht achtsamer gewesen zu sein. Vielleicht hätte sie über eine Möglichkeit nachdenken sollen, die Male auf ihrer Haut vor dem Elfen zu verbergen. Nur dafür hätte sie diese als Erste bemerken müssen. Bevor sie Viola die Chance hatte die Hand nach ihm auszustrecken, hatte sich Andvari bereits vom Bett erhoben. Der Bruch in der zärtlichen Zweisamkeit fühlte sich eisig und viel zu hart an.
      "Du hast nicht...", seufzend schüttelte sie den Kopf und schlang die Arme fröstelnd um ihren Oberkörper, als das Fenster einen Spalt breit geöffnet wurde. Allerdings war sich Viola ziemlich sicher, dass die plötzliche Kälte auf ihrer Haut weniger von dem kühlen Luftzug kam.
      Aus dem Augenwinkel beobachtete die ihren Gefährten, wie er durch den Raum ging und bereits seine Sachen zusammen suchte. Das Herz schlug einen wehmütigen Takt in ihrer Brust, ehe sie ihre Beine aus der Decke entwirrte und ebenfals über die Bettkante schwang.
      Ihr Blick wanderte durch den Raum, der sich als einziges Chaos herausstellte. Kleidungsstücke lagen wild verteilt auf dem Boden, überall um das Bett herum verstreut. Völlig fehl am Platz wirkte der Badezuber, der nun wie ein Mahnmal mitten im Raum stand, das Wasser bereits vor Stunden erkaltet.
      Aber am Ende hatte Andvari recht. Der Morgen ließ sich nicht weiter aufhalten, ebenso wenig wie das Kommende. Schweigend erhob sich Viola und tapste auf nackten Füßen durch den Raum, um als erstes nach der lockeren Hemdbluse zu suchen. Rasch zog sie das etwas zu groß geratene Stück Stoff über ihren Kopf, wodurch augenblicklich die Spuren an ihren Hüften verhüllt wurden. Die Ärmel schob sie bis zu den Ellbogen hinauf. Sie umfasste das eigene Handgelenk, unter dessen dünner Haut der Schutzzauber ruhte. Als sie mit dem Finger darüber strich, schimmerten die goldenen Runen kurz durch die Haut.
      Die Heilerin hüllte sich in Schweigen und entdeckte ihre achtlos fort geworfene Hose am Fußende des Bettes. Sie bückte sich danach und klopfte den Staub von dem weichen Leder.
      "Ob er sich erholen konnte?", murmelte sie eher beiläufig, um die Stille nicht zu weit auszudehnen. Das er ihnen bereits einen Bad spendiert hatte, zeigte bereits, dass es ihm schon besser gehen musste.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      Die Stille im Raum tat ihm weh, aber er wusste nichts zu sagen, während er die schwere Bundhose über die Beine zog. WIe hätt eer sich keine Vorwürfe machen können, wissend, dass der KRaftunterschied zwischen den beiden Völkern gigantisch war, wenn man keinen Schutz hatte.
      Es war leichtsinnig und gleich egoistisch von ihm gewesen, auch wenn sie ihn darum gebeten hatte. Andvari seufzte und blickte kurz aus dem Fenster, ehe er es außer Acht ließ und neben ihr sein Wams aufnahm und es überstreifte. Es lag noch immer der Geruch des alten Schweißes darin, aber immerhin nicht mehr so deutlich. Irgendwann mussten sie sich neue Kleidung zusehen,w enn sie nicht schon durch ihren Geruch auffallen wollten.
      "Ich denke schon", murmelte er beiläufig und nahm seine Stiefel auf.
      Sie wirkten schwer und deplatziert und etwas in ihm schrie nach Viola. So gefiel es ihm nicht. So nicht!
      "Hör zu...", begann er und sah sie an. Das weiße Haaar fiel ihm wirr in GEsicht und er pustete es hastig aus der Sicht. "Habe ich dich irgendwie getroffen? Ich meine, ich mag diese Stille nicht und vielleicht ist es auch normal hin und wieder zu schweigen, aber irgendiwe habe ich das Gefühl, das ganze läuft in eine völlig falsche Richtung, oder nicht?"
      Ein schweres Seufzen mchte den Abschluss und er begrub seinen Kopf in seinen Händen.

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      The more you drag me to hell
    • Viola

      Viola schlüpfte ein wenig ungelenk in die Hosenbeine aus weichem, dunkelbraunen Leder. Es wäre sogar komisch mit anzusehen gewesen, wie sie auf einem Bein hüpfend ihren Körper ausbalancierte, wenn die Stimmung in dem schlichten Zimmer nicht so angespannt wäre. Sie wischte sich das herbstrote Haar aus der Stirn und zog das Leder höher ihre Beine hinauf, das Material schmeichelte ihr wie eine zweite Haut.
      Mit den Fingern kämte sie die störrische Mähne ein wenig aus, um wenigstens die gröbsten Knoten daraus zu entfernen. Es würde eine Tortur werden, wenn sie das nächste Mal eine anständige Haarbürste in die Hand bekam.
      Viola nickte, um ihm zu zeigen, dass sie seine Anwort bezüglich Sylvar gehört hatte. Suchend griff sie unter das Bett und fand den ersten Stiefel. Nummer Zwei stand noch etwas Ordnung wahrend am Fuße des Bettes. Die junge Frau nahm auf dem kleinen Holzschemel Platz und zog das schwere Schuhwerk über ihre Füße. Das leichte knarzende Geräusch der Schnüre, die das abgetragene Leder zusammenhielten, waren für einen Moment fast das einzige Geräusch im Raum. Allerdings hob sie den Blick, als sie Schritte in ihre Richtung vernahm und Andvaris nackte Füße in ihrem Blickfeld auftauchten. Viola drückte den Rücken durch und setzte sich gerade hin, während sie den Kopf in den Nacken legte und zu ihm aufsah.
      "Ich bin nicht verärgert.", sprach sie ernst. "Es ist nur...Ich habe vorher nie darüber nachgedacht, wie groß der Kräfteunterschied zwischen uns wirklich ist. Wenn du mich küsst, vergesse ich gerne, dass wir zwei verschiedenen Völkern entsprungen sind. Das Letzte, das ich von dir möchte, ist mich wie eine zerbrechliche Puppe zu behandeln. Ich bin nicht schwach."
      Viola kam auf die Beine und überbrückte den einen Schritt in seine Richtung. Behutsam ergriff sie seine Hände und zog sie von seinem Gesicht.
      "Aber ich befürchte, das das hier..." sie zog den Saum ihrer Bluse nach oben um die bläulichen Verfärbungen erneut ans Tageslicht zu lassen. "...dich genau dazu veranlassen wird. Es ist nichts.", wiederholte sie mit ernster Miene. "Und es tut nich einmal weh. Wir müssen uns schon keine Gedanken darum machen, dass ich auf dieser Reise ein Kind empfange. Also bitte lass stattdessen diesen Zwischenfall nicht in Zukunft zwischen uns stehen." Viola holte tief Luft, nachdem die Worte ihre Lippen verlassen hatten.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      Andvari ließ sich nur zu gern die Hände aus dem Gesicht nehmen. Vor allem wenn ihres hinter dem Schleier seiner Hände wartete. Ein schwaches Grinsen war nicht zu vemeiden, als er sie ansah und die Lippen zusammenpresste, als würde er etwas wertvolles zwischen den Lippen halten wollen.
      Während sie sprach sah er sie an und nickte stumm. Sie hatte Recht. Allzu leicht hatten sie vergessen, dass sie aus verschiedenen Häusern von verschiedenen Völkern stammten. Es war so natürlich empfunden worden, diese sanfte Überbrückung ihrer Scheu bis hin zur ungezügelten Leidenschaft von gestern Abend. Man konnte vergessen, dass er vor einigen Wochen noch Ihresgleichen durch die Ebene von Vâr geschmissen hatte als wären es leichte Sandsäcke.
      "Nein, ich behaupt auch nicht, dass du schwach bist", flüsterte er. "Es ist einfach nur...Ich wollte vergessen, dass es ist wie du sagst. Ich woltle einfach vergessen, dass diese ganze Barriere eines Volkes zwischen uns steht und dich lieben als sei ich ein Mensch oder du eine Elfe. Mich hat es erschrocken, als ich die Male gesehen habe..."
      Er fuhr mit den Fingern zärtlich darüber nd schloss kurz die Augen.
      Als sie die letzten Sätze sagte, hielt er plötzlich mit allem inne was er tat. Sicherlich, der GEdanke war ihm schon das ein ums andere Mal selbst gekommen. Zumal er sich inhärent darüber Gedanken machte, wie ein Kind zwischen einem Mesnchen udn einem Elfen wohl aussähe. Und da er sich nicht in der Verhütung einer Schwangerschaft auskannte, hatte er angenommen, sie häte eine Kräutermixtur genommen oder dergleichen...
      Doch ihre Sätze verrieten etwas, ohne dass sie es aussprach. Andvari blickte sie mit leuchtenden Augen an und die Worte verließen nur schwer seinen Mund.
      "Was...", begann er und räusperte sich. "Was meinst du damit? Dass wir uns keine Gedanken machen müssen..."

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    • Viola

      Verständnisvoll nickte Viola, da sie den Wunsch all zu gut nachvollziehen konnte.
      Das Schicksal legte ihnen viele Stolpersteine in den Weg, die sie bereitwillig in die tiefen ihres Verstandes schob und dort verstauben ließ. das Grinsen auf seinen Lippen war noch ein blasses Abbild der Lebenslust, die sie bereits in seinen Augen gesehen hatte. Der jungenhafte Schalk stand ihm besser zu Gesicht, aber auch seine ernsten bisweilen störrischen Züge liebte sie ohne Zweifel.
      Frustration über die verzwickte Lage die sich aufgrund ihrer physischen Differenzen auftat, förderte Silben und Worte zu Tage, die sie nicht beabsichtigt hatte jemals in nächster Zeit in seiner Gegenwart auzusprechen. In schwachen Augenblicken hatte sie gehofft es Andvari nie sagen zu müssen. Für so lange Zeit war der Heilerin regelrecht eingetrichtert worden, dass ihre Unfähigkeit ein Kind zu gebären, ein noch größerer Makel war als die prägenden Narben in ihrem Gesicht. Darüber konnte größmütig hinweg gesehen werden. Wer würde eine Ehefrau an seiner Seite wollen, die keinen Erben in sich tragen konnte?
      Die Befürchtung eine Enttäuschung zu sein, fraß sich tief in ihr Herz. Sicherlich wäre es verpönt gewesen von Seiten ihrer beiden Völker ein Halblut in die Welt zusetzen. Und dennoch...War es nicht der Wunsch eines Jeden sein Vermächtnis an seine Kinder weiterzugeben? Auch wenn der Elf seine Blutlinie wohl für die tragischen Folgen verfluchte.
      Viola trat einen Schritt zurück und die sanfte Berühung verschwand, hinterließ eine beißende Kälte auf ihrer Haut. Ihre Hand ballte sich um den weichen Stoff, als sie die Male erneut vor seinen Augen verbarg. Ein schweres Seufzen erklang, als sie sich mit betrübter Miene durch Gesicht fuhr. Die harte Wahrheit war manchmal unausweichlich.
      "Was ich damit meine ist,...", begann sie und richtete ihre Blick auf das beschlagene Fenster im Rücken des Elfen. "...dass ich keine Kinder bekommen kann."
      Keine tiefe Trauer war angesichts des Gesagten in ihrem Gesicht zu sehen. Es war eine gewisse Abgeklärtheit über eine eigentlich schmerzvolle Tatsache, und dainter ein Funken Angst vor der möglichen Ablehnung.
      "Ich habe vor langer Zeit meinen Frieden damit gemacht. Nie Mutter zu werden oder eine Famiie zu haben.", sie vermied es den Elf dabei anzusehen, während sie sprach. Die Abweisung in seinem Blick, wenn er begriff dass sie unvollständig und beschädigt war, konnte sie nicht ertragen.
      "Bei meiner Ankunft in der Kaiserstadt war ich völlig entkräftet gewesen und fieberte. Das Fieber fesselte mich für Wochen ans Bett und die Schmerzen...Es war unerträglich. Die Verletzungen und den Schaden, den Vaeril...", geistesabwesend legte sie ihre Hand tief auf ihren Unterleib. Viola nahm einen weiteren, tiefen Atemzug. "Ich war zu jung, Andvari. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich ihn um Gnade angebettelt habe oder gehofft habe, er würde mir endlich die Kehle durchschneiden. Der Punkt ist...Ich hatte schwere innere Verletzungen, die das Fieber verursacht haben und ich war dem Tode nie so nahe wie damals. Ein Heiler erklärte mir, dass das anhaltende Fieber und die dadurch resultiernde Vergiftung meines Körper, meine Fähigkeit einem Mann Kinder zuschenken nachhaltig zerstört hat."
      Viola schloss die Augen.
      "Ich kann dir mein Leben schenken, Andvari. Wie viele Jahre es auch noch sein mögen. Aber ich werde dir niemals Nachkommen schenken:"
      “We all change, when you think about it.
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    • Andvari

      Für eine ganze Weile starrte Andvari nur an ihr vorbei. Während sie das Fenster fixierte, fixierten die bernsteinfarbenen Augen des Elfen die Wand hinter ihr und lernten die Struktur auswendig. Nicht, weil er das nicht hören wollte oder es nicht interessierte. Es war vielmehr die Wut, die sich langsam, aber unaufhaltsam einer Welle gleich in ihm ausbreitete. Er hätte Vaeril am liebsten aufgespürt und eigenhändig seinem Ende zugeführt. Alleine für den Schmerz, dem er dieser Frau angetan hatte. Erst an zweiter Stelle stand die Ehre seines Volkes.
      Nach einer kurzen Weile atmete er tief durch und richtete den Blick wieder zu ihr, ehe er in ein sanftes, aber verständiges Lächeln überging.
      "Ich...", begann er und räsuperte sich. "Ich habe keine Ahnung, welche Schmerzen du durchgemacht haben musst. Welch Leid dich ergriffen hat und welche Verluste du erlitten hast. Sie waren ohne Zweifel gewaltig und mehr als eine Seele ertragen kann...Und ich kann mit bloßen Worten nicht wieder gut machen, was Vaeril in Stunden seiner Taten zerstört hat."
      Er nahm ihre Hände ohne nach ihnen zu sehen und zwang ihre Aufmerksamkeit regelrecht in sein Gesicht.
      "Du brauchst dich niemals dafür zu entschuldigen, was man dir antat. Niemals dafür rechtfertigen. Dann kannst du mir eben keine Nachkommen schenken. Ich will nicht sagen, dass es mir unwichtig war, aber du bist wichtiger. Wir sind wichtiger! Hier und jetzt! Es macht keinen Sinn einem Hätte und einen Könnte hinterher zu trauern, auch wenn ich deinen Schmerz damit nicht geringschätzen möchte. Aber es ändert rein gar nichts an meinen GEfühlen für dich und dem Wunsch, mit dir ein Leben zu begehen."
      Andvari lächelte erneut und küsste ihre Handrücken.
      "Bitte mach dir keine Gedanken", sagte er. "Meine Blutlinie ist es nicht wert, vervielfältigt zu werden und vielleicht ist es auch gut, wenn das Licht mit mir ausstirbt. Ich gehe keinen Groll und keine Reue. Nicht eine Minute. Alles was zerstört wurde, kann vielleicht gerichtet werden, aber das ist deine Entscheidung. Irgendwann, wenn du bereit bist."

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    • Viola

      Die Stille wog schwer auf ihren Schultern. Die Tatsache, dass Andvari beharrlich an ihr vorbei sah und die Wand hinter ihr fixierte, ließ das Herz in ihrer Brust beinahe zerspringen. Sollte Viola sich wirklich getäuscht haben? Die Heilerin schluckte den Stein ihrer Kehle herunter, sie wagte es kaum den Blick zu heben und ihren Gefährten anzusehen. Es war keine Lüge gewesen, sie hatte ihren Frieden mit der grausamen Wahrheit gemacht. Wie sie damit umgehen sollte, wenn der Elf sie nun zurückwies, bereitete ihr furchtbare Angst. Eine gefühlte Ewigkeit zog an ihr vorbei, in der die Vorstellung seiner Reaktion die schlimmsten Formen annahm.
      Als er endlich sprach, hätte Viola vor Erleichterung beinahe ein Schluchzen nicht unterdrücken können. So presste sie nur die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen. Aber erst die starken Hände, die ihre umfasste, weckten den Körper aus seiner Starre. Die junge Frau hob zaghaft den Blick an, als würde sie dem Moment noch nicht völlig trauen. Die Worte waren Balsam für sie, denn es fiel ihr noch immer schwer die Details jener von Feuer, Rauch und Schmerz erfüllten Nacht in Worte zu fassen. Vielleicht würde sie es bis zu ihrem Lebensende nie können.
      Die ersten Tränen bahnten sich ihren Weg, als der Elf von dem Wunsch sprach, ein gemeinsames Leben zu führen. Erst da sickerte die Bedeutung alles vorher Gesagten wirklich zu ihr durch. Er stieß sie nicht zurück, betrachtete sie nicht mit falschem Mitleid.
      Das Lächeln vertrieb die Kälte, die sie ergriffen hatte und sie brachte nicht mehr zustande als ein stockendes Nicken. Die Küsse brachten das Gefühl von Leben zurück.
      "Ich weiß nicht, was ich sagen soll...", brachte sie mit gebrochener Stimme hervor. "Du kannst dir nicht vorstellen, was mir deine Worte bedeuten." Es war ersichtlich, dass Viola werder mit diesen Worten noch mit der bedingenungslosen Akzeptanz gerechnet hatte. Ihre Händen schlossen sich gleichsam um seine. Und endlich überbrückte die Heilerin den Abstand zwischen ihnen, der ihr vorgekommen war, wie ein klaffender Abgrund. Sie lehnte die Stirn gegen seinen Brustkorb und ließ die heißen Tränen in den Stoff sickerten. "
      Aber es waren die Sätze die folgten, die sie aufhorchen ließen.
      "Das Licht...Nein, dein Licht ist wunderschön. Die Welt wäre ein furchtbar dunkler Ort ohne es. Aber ich verstehe, dass es dir viel Unglück gebracht hat." Nun war es Viola die den Elf mit deutlicher Frage im Blick ansah.
      "Was willst du damit sagen? Welche Entscheidung?"
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    • Andvari

      Es brauchte eine Weile bis er begriff, was seine Worte ausgelöst hatten. Für einen Moment dachte er tatsächlich, sie beleidigt zu haben, da ihre zusammengepressten Lippen ihm dieseS Gefühl gaben. Doch erst als sie wieder sprach und die ersten tränen floßen, wusste er, dass er nicht wirklicj falsch gelegen haben konnte.
      Schwach lächelnd drückte er ihren Kopf mit seiner Hand an seine Brust und streichelte ihren Rücken, währen sie weinte.
      "Du brauchst gar nichts zu sagen", flüsterte er. "Was dir angetan wurde, ist ein Verbrechen und nicht deine Schuld. Niemals deine Schuld. Im Gegenteil sollte man dich für deine Stärke preisen und nicht verurteilen. Alleine die KRaft, deine Traumata zu überwinden und mit mir intim zu werden, erforderte so viel mehr Mut als ich aufbringen könnte..."
      Er hielt sie eine Weile im Arm, ehe sie sich wieder ein Stück zu lösen schien, um ihn anzusehen. Das Licht...Ja, das Licht mochte wunderschön sein, doch brachte es auch das Feuer mit sich, was alles verschlang. Eine Kraft, die man nicht untersschätzen durfte, wenn man nicht wusst, was einen erwartet. Und doch erwies es sich in den letzten Jahren mehr als Fluch denn als Segen.
      "Es mag wunderschön sein", begann er und lächelte. "Aber ich habe sehr gelitten, es zu halten. Und ich habe einen teuren Preis bezahlt, das man mich verehrt und liebt. Ich will diesen Preis nicht ewig bezahlen. Und mit Kindern wäre es so...Sie würden dies Erbe tragen und genauso ausgenutzt werden, weil diese Welt sich nicht ändert..."
      Auf ihre letzte Frage schluckte er.
      "Ich...Ich will dir nicht zu nahe treten und wie gesagt, es ist deine Entscheidung...Aber meine Mutter kannte einen Zauber. Einen gewaltigen Heilzauber. Es hieß, dass sie sogar Organe damit hatte nachwachsen lassen können...Und ich weiß nicht, ob und wie ,aber Sylvaar als ihr Schüler wird ihn kennen. Und solltest du irgendwann so weit sein, könnten wir versuchen..."
      Er hielt inne und sah sie hilfesuchend an.
      "Es ist nur eine Idee, nicht mehr. Ich akzeptiere dich so wie du bist, nur möchte ich nicht, dass du wegen einem Monster auf irgendetwas verzichten musst."

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    • Viola

      Tröstlich verspührte sie die Berührung an ihrem Hinterkopf und ließ die salzigen Tränen ungehindert Strömen. Das verräterische Brennen in ihren Augen, kündigte von der Röte in ihnen. Sachte schmiegte sie ihre Wange gegen sein Herz, ehe sie die Augen schloss. Die Hände lagen federleicht auf seine Hüfte, ehe sie haltsuchend in den Wams griff. Der verlief wahrlich nicht wie gewünscht, aber vielleicht war es notwendiges Übel gewesen. Viola fühlte, wie eine bisher ungeahnte Last von ihren Schultern genommen würde.
      Die Quelle der Tränen versiegte und sie nahm einen zitternden Atemzug, tief und dringend benötigt. Mit wiedererlangter Fassung trat sie einen kleinen Schritt zurück, ohne ihre Hände von seinem Körper zu lösen. Obwohl er lächelte, erklang eine alte Traurigkeit in seiner Stimme. Er hatte den Preis für seine Gabe, sein Erbe, bereits zu oft gezahlt. Wer ihn liebte, setzte sich der Gefahr aus. Viola war sich dessen bewusst, mit jeder Erinnerung an das Gespräch über Feanore, über Lyra. Auch Lhoris war für ihn gestorben ohne mit der Wimper zuzucken.
      "Die Welt ändert sich nicht über Nacht.", flüsterte sie und erwiderte das Lächeln, während sie sich schließlich die restlichen Spuren des Weinens aus dem Gesicht wischte. "Aber ein Wandel wird kommen, da bin ich mir sicher. Auch wenn wir es nicht mehr erleben, aber wir werden den Grundstein dafür legen. Und vergiss deinen eigenen Mut nicht. Dein Herz erneut zu verschenken, nach allem was geschehen ist."
      Aufmerksam legte Viola den Kopf schief und traute ihren Ohren kaum. Konnte es wirklich möglich sein, ihr das Gestohlene zurück zu geben?
      Ein gefährlicher Funken Hoffnung auf eine Zukunft, die sie für sich längst verloren gelaubt hatte, blühte auf. Sie hatte sich mit ihrem Los längst abgefunden, aber diese neue Erkenntnis warf ein neues Licht auf ihre Zukunft. Nur der Zweifel blieb. Eine Welt wie diese war nicht geschaffen für ein Kind zwischen den Völkern. Zu Andvaris Erbe würden sich gänzliche andere Schwierigkeiten gesellen. Aber vielleicht, sie blickte mit neuem Lebensmut zu Andvari auf, war vielen möglich. Es war in den letzten Wochen und Tagen viele Dinge geschehen, die sie für unmöglich gehalten hatte.
      "Danke, dass du es mir gesagt hast.", murmelte sie. "Ich werde darüber nachdenken. Es ist viel, worüber ich nachdenken muss. Ich...Ich hatte mit dieser Zukunft bereits abgeschlossen. Ich weiß nicht...Bitte versteh mein Zögern nicht falsch. Ich werde mit Sylvar sprechen, wenn ich soweit bin." Und zuerst, musste sie ihre Aufgabe erfüllen. Mit einem verlegenen aber lieblich anmutenden Lachen strich sie sich durchs Haar und fürchtete reichlich verheult auszusehen.
      "Wie seh ich aus?", lachte sie und warf einen Blick zu Tür. Was Sylvar wohl dachte, wenn er sie so sah?
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    • Andvari

      Andvari schüttelte den Kopf leicht hin und her und hob eine Hand zum Zeichen, dass er alles verstanden hatte.
      Als sie sich aus seinen Armen löste grinste er sie wieder an. Es war genug Traurigkeit verbreitet. Sie hatten einen langen, schweren Tag vor sich, der genügend Gefahren für drei Leben barg.
      "Die Welt wird sich nicht über Nacht ändern, da stimme ich dir zu. UNd ich hoffe, du hast Recht, dass wir den Grundstein dafür legen können", sagte er und atmete zweimal tief durch.
      Violas Aufmerksamkeit und die Hoffnung darin gaben seinem HErz einen stolpernden Antrieb. Innerlich besiegte die Freude, ihr vermutlich helfen zu könenn den gesunden Argwohn, den er sonst an den Tag legte. Andvaris Haare fielen ihm ins Gesicht, als er sie ebenfalls mit schiefgelegtem Kopf ansah und lächelte. Es war möglich, er glaubte daran. Sicherlich würde es nicht einfach und von großen Opfern gespickt sein, aber er war bereit einiges, wenn nicht alles, zu geben.
      Er nickte ihr zu als sie geendet hatte und lächelte nachsichtig.
      "Es ist alles in Ordnung", murmelte er. "Denk in aller Ruhe darüber nach. Nimm dir alle Zeit, die du brauchst und wenn du reden möchtest, bin ich hier."
      Das verlegene Lächeln war von einer Süße umsäumt, die ihn beinahe vergessen ließ, wo sie eigentlich waren. Schweigend küsste er sie auf die Stirn und sah ebenfalls zur Tür, wo er bereits schwere Schritte und einen rhythmischen Stock hörte.
      "Wie immer wunderschön", flüstertre Andvari und erhob sich just in dem Moment, als Sylvar an die Tür klopfte.
      "Komm herein!"
      "Seid ihr angezogen?"
      "Ja! Komm endlich rein!"
      Einen kurzen Moment später betrat der Erzmagier das Zimmer. Sein Haar war an einigen stellen reichlich zerzaust und glich eher einem Vogelnest als einem Haarschopf. Sein Gesicht wirkte zerknittert und immer noch verschlafen und beinahe wäre er über seine eignen Füße gestolpert. Seine Robe trug er falsch herum und seine Hände wiesen Schrammen ungeahnter Herkunft aus.
      Andvari legte den Kopf schief und sah den Zauberer an.
      "HAst du mit einem tyreanischen Bären gerungen?", fragte er halb im Scherz.
      "Wenn du Henrietta einen Bären nennen willst, ja."
      "Du hast was??"
      "Jetzt nimm den Mund mal nicht so voll, Lichtrufer. Während ihr euch mehrfach vergnügt habt, war es nicht einfach, so mir nichts, dir nichts sstillzulegen, in Ordnung? Und manchmal nimtm man eben, was man kriegen kann."
      Andvari machte ein würgendes Geräusch und ließ den Zauberer ein.
      "Guten Morgen, meine Liebe", begrüßte Sylvar Viola und lächelte. "Sind wir bereit? Habt ihr euren Frieden mit euren Göttern gemacht?"

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    • Viola

      Beruhigt durch seine Worte schloss Viola die Augen und genoss den zarten Kuss auf ihrer Stirn.
      Seufzend lehnte sich ihr Körper von ganz allein in die Berühung, um die letzten Sekunden der Zweisamkeit auszukosten, bis der Ernst ihrer Lage sie erneut einholte. Es war alles gesagt und sie fühlte sich ein wenig befreiter von der Last ihrer Vergangenheit. Die Stille, die folgte, war nicht länger von einer erzwungenen Distanz geprägt oder von der schwere der Schuld. Friedlich und wieder im Gleichgewicht mit ihren Gedanken, lauschte Viola dem regelmäßigen Rhythmus seines Atmung, ein warmer Hauch auf ihren von vergossenen Tränen brennenden Wangen.
      Mit einem zaghaften Grinsen schüttelte sie den Kopf. Scheinbar gab es nichts auf dieser Welt, dass sie in den Augen des Elfen entstellen konnte. Sie hatte sich noch immer nicht daran gewöhnt, mit welcher bedingungslosen Liebe der Mann vor ihr sie ansah. Ein Traum, der drohte, ihr all zu bald entrissen zu werden.
      Wie aufs Stichwort erklang das gleichmäßige Klopfen von Sylvars Stab auf dem Flur vor ihrer Tür. Die Realität ließ sich wohl nicht weiter aussperren und so trat die junge Frau einen weiteren Schritt zurück, um ihre verstreuten Habseligkeiten erneut in dem kleinen Reisebeutel zu verstauen. Als die Tür sich öffnete und Sylvar an diesem Morgen den Raum betrat, zog Viola fragend die Augenbrauen in die Höhe. Ihr Blick glitt ohne Scheu ein-, zweimal über seine Erscheinung. Sie hatte ihn noch nie derlei ungeordnet einen Raum betreten sehen. Fahrig und ein wenig verwirrt scheinend, ja, unordentlich, nein.
      "Ein tyreanischer Bär?", murmelte sie halb fragen, halb nachdenklich und verschluckte sich fast an den Silben, als der Magier Henriettas Namen ins Spiel brachte.
      Wäre es physikalisch möglich gewesen, wären ihre Augenbrauen in dem roten Haaransatz verschwunden. Obwohl die Worte des blonden Elfen deutlich machten, dass er sehr wohl und sehr gut gehört hatte, wie sie sich ihrer Leidenschaft hingegeben hatten und es ihr ein wenig die Schamesröte ins Gesicht trieb, blieb ihr Blick an seinen Händen hängen. Ihr Kopf zuckte zurück zu seinem Gesicht, als sie ihren Namen hörte.
      "Guten Morgen, Sylvar. Ich bin erleichtert zu sehen, dass Henrietta Euch an einem Stück gelassen hat", grüßte sie lächelnd und rieb sich über die Wangen, während sie versuchte ihre Verlegenheit zu überspielen.
      "Wollen wir hoffen, dass ich meinen Göttern heute noch nicht gegenüber treten muss. Gebt mir Eure Hände..."
      Auffordernd streckte Viola ein der Ihren aus und sah den Magier abwartend an.
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    • Elfen helfen

      Andvari schloss die schwere Eichentür hinter ihm und drehte isch zurück in den Raum. Der Erzmagier indes tat zwei zarte, zaghafte Schritte hinein, während er sich beinahe forshend umsah. Den abschätzenden Blick der jungen Heilerin nahm er sehr wohl zur Kenntnis, quittierte diesne jedoch mit einem Lächeln.
      "Ein tyreanischer Bär", nickte Andvari. "Eine besondere Bärenart aus den Bergen von Tyrea. Sie sind gut 3 Meter groß und ein paar Tonnen schwer. Ich habe Krieger gesehen, die zum Abschluss ihrer Ausbildung einen derartigen Bären erjagen mussten. Das Auskommen war selten ohne Narben zu sehen..."
      Sylvar nickte bestätigend ehe er sein Haar kurz mit einem Schwung seiner Hand richtete. Wie aus dem Nichts trat Feuchtigkeit aus seinen Händen hervor, die die Haare glättete und wieder in eine Spur brachte.
      "Ja...Nun, es war kein Bär. Und schaut mich nicht so an, Viola. Ich mag mit einem Bären gerungen haben, aber ihr beiden wart auch nicht gerade leise. Ich bin froh, dass ich ech nicht als Bruder und Schwester ausgegeben habe", keifte der Zauberer und glitt durch den Raum. "Ich nehme an, diesem Wasser ist nicht zu trauen?"
      Sylvar wies mit der Spitze seines Stiefels auf den Waschzuber, während Andvari bedächtig den Kopf schüttelte und selbst einen Hauch Rosa in seinem Gesicht erscheinen ließ.
      "Ha! Als hätte ich es nicht geahnt. NUn, eine Waschung kann auch grundsätzlich warten."
      "Erzähl schon!"
      "Was denn?"
      Andvari verdrehte die Augen im Kopf.
      "Henrietta!"
      Der Erzmagier schüttelte seufzend den Kopf und trat wie geheißen an Viola heran, um ihr seine langfringrigen Hände darzubieten. Auf den Handflächen waren die Spuren von eintätowierten Runen sichtbar, während er sich Andvari zuwandte.
      "Was soll ich dir sagen...Sie kam an meine Tür und bat um Gesellschaft. Ich benötigte Gesellschaft..."
      "Im Sinne von..."
      "Halt den Rand, du Königsmuffel! Urteile über dich und nicht mich!"
      Empört und spielend beleidigt drehte er den Kopf zu Viola.
      "Und Ihr seht befreit aus, meine Liebe...", murmtelte er kaum hörbar. "Eine Freude..Wahrlich eine Freude..."

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    • Viola

      Viola zuckte ein wenig ertappt unter den Worten des Magiers zusammen und blickte auf die dar gebotenen Hände, als Scham über ihr Gesicht huschte. Selbstverständlich hatte Sylvar Recht und es war nicht ihre Aufgabe seine Entscheidungen in Frage zu stellen.
      "Ich wollte nicht unhöflich sein.", entschuldigte sich Viola und begutachtete die Abschürfungen auf seiner blassen Haut. Mit kundigen Fingerspitzen fuhr sie über den Rand der geröteten Haut. Es war kaum der Rede wert, aber wenigstens konnte sie sich so ein wenig nützlich machen.
      "Es hat mich nur verwundert, nach der Geschichte, die Ihr gestern zum Besten gegeben habt. Abgesehen davon, dass Ihr aussaht, als wolltet ihr Euch übergeben, sobald ich ihren Namen erwähnte."
      Wissbegierig und mit einer natürlich Neugierde gesegnet, betrachtete die Heilerin die verschlungenen Runen in seinen Handflächen. Das zänkische Gespräch zwischen den beiden Männern rückte in den Hintergrund, als sie die die Reste ihres Trinkwassers vom Tisch griff.
      Das selbst Andvari ein wenig Rot um die Nasenspitze wurde, erleichterte und amüsierte sie zugleich. Aus dem Augenwinkel spähte sie dem Badezuber herüber und ein wissenden Lächeln kräuselte sich auf ihren Lippen. Beinahe augenblicklich spürte sie ein Abbild der glühenden Wärme unter ihrer Haut. Die Heilerin bemerkte überrascht, das sie mehrere Augenblicke lang auf das erkaltete Wasser gestarrt hatte und räusperte sich nur um sich schnell ihrem eigentlich Vorhaben zu widmen.
      "Still halten, bitte.", flüsterte sie ruhig und ließ ein paar wenige Tropfen klaren Quellwassers in seine Handflächen fallen. Viola schloss die Augen und als ihre Fingerspitzen die feinen Wassertropfen über die Schrammen verteilten, glommen ihre Finger kurz in einem fahlen, blauen Licht. Das Wasser schien einfach in der Haut zu versinken, wie in durstiger Erde. Ein erneute kreisende Bewegung über die Schürfungen und unter ihren Händen verschwanden die geröteten Spuren.
      Die geflüsterten Worte, waren kaum zu hören, aber Viola schlug trotzdem die Augen auf und blickte Sylvar mit einem schüchternen Lächeln an.
      "Hmhm...Ich...", raunte sie bestätigend und warf über die Schulter einen unauffälligen Blick zu Andvari, ehe sie wieder ihren Freund und Mentor ansah. Die Stimme der jungen Frau war ebenso leise und sie lächelte seelig. Der zarte Rosaschimmer auf ihren Wangen ein paar Nuancen dunkler. "Es fühlt sich auch nach einer Befreiung an. Keine Angst zu fühlen. Und ich konnte mich einer alten Last entledigen und es fühlt sich gut an. Ich fühle mich gut."
      Endlich gab sie seine Hände frei, als sie mit ihrem Werk zufrieden war.
      "Wie neu...", sagte sie nun wieder in normaler Lautstärke. Viola warf die leere Flasche in ihren Beutel und machte sich daran ihre verstreuten Waffen einzusammeln.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Slyvar lächelte sie wissend an, als sie ihren letzten Satz gesprochen hatte. Es war schön, die alt Last von ihren Schultern gefallen zu sehen, während sie seine Schürfwunden und Schnitte behandelte. Es war erstaunlich für sich, wie gut sie zwischenzeitlich mit ihrer Magie umgehen konnte. Es schien kaum mehr ein Hindernis zu sein, oder ein Problem darzustellen. Auch wenn ihr blick vor Verteilung des Wassers mehr als komisch gewesen war.
      Was wohl in diesem Zuber passiert ist?
      "Sehr gut", flüsterte er ihr zu und zwinkerte. Er wirkte dabei beinahe wie ein sehr alter Mann, während er sich wieder ein wenig zurücklehnte und eine gewohnte, leicht distanzierte Miene auflegte.
      "Was soll ich sagen...Henrietta ist nicht gerade meine favorisierte Gesellschaft, aber ein gutes Trostpflaster. Uns verbindet noch sehr viel."
      "Zum Beispiel die gegenseitige Lust aneinander", kommentierte Andvari während er das Fenster bedächtig schloss.
      Der Erzmagier schnitt eine Grimasse und hielt seine neugeformten Hände ins Gegenlicht der trüben Fesnter.
      "Fantastisch, Viola", grinste er. "Ihr seid besser geworden im Umgang und habt die Kontrolle beinahe vollständig gemeistert. Wenn Euch nun nicht mehr ein Badezuber abzulenken vermag, seit Ihr bereits alsbald in der Lage, schwere Wunden zu versorgen udn zu heilen."
      Auch wenn sie dies bereits uner Beweis gestellt hatte, als sie Andvari aus dem Folterkeller befreite.
      Andvari hatte bereits begonnen, sich Angrist wieder um zu gürten und den schweren Mantel wieder anzulegen, der bislang auf einer Stuhllehne geruht hatte. Er hasste ieses Kleidungsstück schon jetzt, da er bereits in der Sekunde anfing zu schwitzen.
      "ALso...", murmelt er. "Womit beginnen wir?"
      "Einfach", sagte Sylvar und erhob sich schwungvoll. "Ich würde sagen, wir machen uns auf den Weg zum Palast und machen ziemlich viel Radau! Irgendwie müssen wir in den Knast kommen. Kennst du "holt Hilfe?"
      "Oh Gott, nein!"

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola


      Es war geradezu unmöglich nicht leise zu lachen, als der Magier ihr wissend zuzwinkerte.
      Das Gefühl fröhlicher Leichtigkeit erfasste Viola und obwohl Sylvar sie mit seiner kauzigen Art all zu oft in Verlegenheit brachte, war sie froh in ihm einen Freund und Verbündeten gefunden zu haben. Sie fühlte sich verstanden. Der Moment verschwand so schnell wie er gekommen war, was ihr Lächeln in keinster Weise einen Abbruch tat.
      So folgte auch dem Lob über ihre stetig wachsenden Fähigkeiten der nächste scherzhafte Seitenhieb, wobei die junge Heilerin die Augen so stark verdrehte, dass sie beinahe Kopfschmerzen davon bekam. Ein wenig damenhaftes Schnauben war zu hören, als sie den achtlos fallen gelassenen Dolch neben der Tür einsammelte. Sie hatten in der Tat eine regelrechte Spur aus Kleidung und Gegenständen im Raum hinterlassen.
      "Darf ich Euch daran erinnern, dass mir das bereits gelungen ist?", warf sie zurück an den Magier, wobei sie sich der Tatsache bewusst war, dass es die verzweifelte Situation und der drohende Verlust Andvaris sie zu dieser Tat beflügelt hatte. Unter anderen Umständen, wäre ihr das sicherlich nicht so schnell gelungen. Und unter Druck entstanden bekanntlich Diamanten. Viola war sich nichtmal sicher, ob sie gerade überhaupt dazu im Stande war, mehr als ein aufgeschlagenes Knie zu heilen.
      Mit geschickten Handgriffen befestigte sie sorgfältig den Dolch erneut an ihrem Oberschnenkel, leicht zugänglich und schnell auch auf engstem Raum einsatzbereit. Die Lederiemen legten sich dabei eng um ihr Bein. Dandelost war längst zurück an ihre schmale Hüfte gekehrt, als wäre es nie woanders gewesen. Jetzt war es auch Viola die einen leichten Umhang hervorzog und sich um die Schultern warf, um bei klaren Sichtverhältnissen und Tageslicht nicht zu sehr durch ihre Bewaffung aufzufallen.
      Der letzte Schliff fehlte allerdings noch und sie zog die Silberkette aus ihrer Hosentasche hervor. Das silbrige Edelmetall funkelte im Licht der Sonnentrahlen, die durch die schmutzigen Fenster drangen. Ohne weiter über ihre erneute Maskierung zu sinnieren, legte sie das Schmuckstück um ihren Hals und erkannte über ihrer Schulter, wie sich das leuchtende rot ihrer Haare zu einem gedämpften Rotbraun veränderte.
      Mehr oder minder bereit für das Kommende gesellte sich Viola zu ihren Begleitern und blickte zwischen den beiden Männern hin und her.
      "Was heckt ihr beide jetzt schon wieder aus?", sagte sie und stemmte dabei die Hände in die Hüften. "In ein Gefängnis hineinzukommen dürfte nicht sehr schwer sein. Ich denke, ihr Zwei würdet überzeugende Trunkenbolde abgeben. Und welche Wache hilft nicht gerne einer Jungfrau in Nöten, um den Ritter zu spielen?"
      “We all change, when you think about it.
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    • Andvari/Sylvar

      Eine Sekunde lang sahen sich die beiden Elfen geradezu feindselig an. Andvari wusste nur zu gut, auf welche verrückten Ideen sein jüngerer Bruder kam, wenn man ihn lange genug mit sich allein ließ. Umso erstaunlicher, dass er scih von Viola unterbrechen ließ, indem er sie ansah.
      "Das weiß ich, meine Liebe. Ich wollte Eure Fähigkeiten nur einmal hervorheben!", sagte er freundlich un sah wieder verkniffen zum Weißhaarigen.
      "Ich spiele nicht mit dir "holt Hilfe"!", sagte Andvari entschieden.
      "Du sollst es nicht spielen! Du musst es fühlen!! Sonst wird es dir nicht abgenommen!"
      "Das letzte Mal hast du aus mir eine Kanonenkugel gemacht!!"
      "Wir waren Kinder, Andvari!"
      "Du warst 57 !!!"
      Sylvar schnaubte missbilligend und sah zur Seite. "Papperlapapp"; grummelte er und sah zu Viola, die sich erneut in ihr getarntes Ich verwandelte. Selbst Andvari schien eine Sekunde lang gebannt von seiner Liebsten, ehe er sich blicktechnisch losriss und erneut seinen Bruder fixierte.
      "Sie hat Recht...", murmelte dieser.
      "Zum einen werde ich keinen Trunkenbold spielen...Und zum anderen wirst du sie nicht als Köder missbrauchen!"
      "Wer sagt denn sowas?", empörte sich Sylvar. "Aber nur zum Verständnis: Wie gut seid Ihr mit dem Schwert?"
      "Sylvar!"
      "Ach,nun lass mir den Spaß, du alter Miesepeter", donnerte Sylbar und sah Viola an. "ICh gebe Euch recht, das würde funktionieren. Das Problem ist nur, dass Andvari auffällt, sobald wir seine Kapuze entfernen. Demnach würde nur ich den überzeugenden Trunkenbold spielen können, nicht wahr? Aber grundsätzlich wird der Plan funktionieren. Wir schleichen uns vor das Gefängnis, ich werde ein wenig handgreiflich und die hole Maid muss gerettet werden. Und du kannst dich hindurchschleichen und alle abmurksen."
      Er sagte es mit einer Leichtigkeit, die den anderen Elfen seufzen ließ.
      "Womit habe ich diesen Bruder verdient..."

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      The more you drag me to hell
    • Viola


      Viola hob eine Hand an ihr Gesicht und verbard das belustigte Grinsen dahinter. Allerdings blieb es bei einem armseligen Versuch, denn das Kichern hinter ihren Fingern wäre selbst für die schlechtesten Ohren zu hören gewesen. Leuchtende, grüne Augen betrachteten die Zankerei der Brüder, während die aberwitzigsten Bilder ihrer Vorstellungskraft entsprangen. Im Grunde genommen, wirkten die beiden auch gerade wie zwei Lausbuben, die nur Unfug im Sinn hatten.
      Mit zuckenden Munwinkeln, die gegen das offensichtliche Grinsen kämpfte, schob sie sich eine verirrte Haarsträhne hinters Ohr und bemerkte, dass sowohl Andvari als auch Sylvar sie für einen Augenblick still musterten. Fragend hob sie eine Augenbraue an und wollte schon fragen, ob etwas nicht in Ordnung war. Nachprüfend berührte sie den silbernen Vogel der in der Mulde zwischen ihren Schlüsselbeinen ruhte.
      Ohne auf Andvaris Einwände einzugehen, drehte die Heilerin den Kopf zu Sylvar.
      "Vielleicht etwas weniger als passabel." gab sie schief grinsend zu. "Aber zur Not wird es reichen."
      Der Plan klang in der Theorie relativ simpel, als könnte er tatsächlich ohne Schwierigkeiten funktionieren.Viola hatte nur eine Sache bei ihrem couragierten Vorschlag vergegessen. Andvaris körperliche Nähe war ihr vertraut und willkommen, Sylvers beiläufige manchmal fürsorgliche Berührung auf einem Arm oder ihrer Schulter keine Bedrohung für sie. Obwohl selbst das in Gegenwart des Magiers eine Seltenheit war und sie sich still fragte, was die Handgreiflichkeit beinhaltete. Ihre Reaktionen waren selbst für die Heilerin unberechenbar. Was ihr weiterhin nicht behagte, war die Vorstellung im Laufe ihres kleinen Theaterstücks von einem Fremden angefasst zu werden. Aber es blieb die einfachste Variante.
      Andvaris Seufzen ließ sie aufsehen. Sie legte die Hand auf seinen Unterarm und drückte diesen kurz.
      "Also gut...", nickte Viola mit einem vorsichtigen Lächeln, immerhin war es ihre schnell dahin gesagte Idee gewesen. Und Andvari würde stets in unmittelbarer Nähe sein, also gab es nichts warüber sie sich Sorgen machen musste. "Einen Versuch ist es wert oder nicht? Ich mein...", sie zuckte mit den Schultern. "Was soll schon schief gehen? Und selbst wenn, das Ergebnis ist dasselbe: Wir hätten es ins Gefängsnis geschafft."
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    • Elfen

      Beide Elfen sahen sie bei ihrem letzten Satz beinahe ungläubig an.
      Ob sie wirklich nicht ahnte wie viel schief gehen konnte? Wie viel hier auf dem Spiel stand? Sicherlich waren sie beide erfahrene Kämfper und Zauberer, aber auch nicht gegen jede Eventualität gefeit. Und Andvari hatte das Gefühl, als hätte er erst gestern mit dem Schwertkampfunterricht begonnen und nun ging sein Schützling auf große Reise.
      "Ich...Nun, was könnte schief gehen...", murmelte er hörbar unzurieden und heilsuchend sah er zu seinem Bruder.
      Sylvar indes befand die Spitze seines STabes mit einem MAl als höchst interessant.
      "Ich finde wir sollten ihr eine Chance geben", murmelte er und stemmte sich auf die Beine. "Sie ist erfahren, sie kann kämpfen und ich bin bei ihr."
      "Und das ist seit neuestem eine Garantie?"
      "Ja, das ist es, du alter Königsmuffel", donnerte Sylvar und schnaubte. "Die junge Dame möchte helfen und ein Teil des Ganzen sein. Erlauben wir es ihr und je schneller du den Hammer hast umso schneller sind wir wieder hinaus, hm?"
      Andvari zog eine Augenbraue hoch, ehe er den Mantel enger um sich zog. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn und auf der Haut, aber es würde reichen, um sich zu tarnen.
      "In Ordnung...", flüsterte er. "Wenn ihr was passiert Sylvar,..
      "Ja, ich weiß. Dann jagst du mich durch die sieben Abgründe. Also...Wollen wir?"
      Ohne eine weitere Antwort abzuwarten stiefelte der Zauberer beinahe lebhaft durch den Raum und riss die Tür ohne weitere Frage auf. Der Geruch von abgestandener Suppe und Bier drang in das Zimmer und Andvari fühlte einen Brechreiz. Letzteres zog sich noch hin, als sie bereits die Treppe nach unten genommen hatten und den Schankraum durchquerten. Hier herrschte noch heimische Stille und die Stühle und Schemel standen auf den Tischen, als waren sie die Zeugen stummer Nächte. Als sie in das Tageslicht traten, wirkte Telerin seltsam geschäftig und verändert. DIe Elfen hier waren nicht betrunken und freiten nicht, sondern gingen ehrlichem Tagewerk nach, dessen Produkte sie auf dem Markt bereits lautstark anpriesen.
      "Alsdann..:", sagte Sylvar. "Der Palast ist zwei Meilen in diese Richutng. Es ist der weiße Baumwipfel!"
      Er wies auf eine Baumkrone, die über allen anderen zu stehen schien. NUr die wenigsten wussten,d ass sie an einem Steilhang wuchs und nur dadurch diese Illusion von Größe hervorrief, aber gleichsam wirkte das weiße Blattwerk des Baumes durchaus beeindruckend.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Bei den skeptischen Blicken widerstand Viola dem Wunsch sich plötzlich klein zu machen mehr schlecht als recht. Der Kopf verschwand ein wenig zwischen den hochgezogenen Schultern. Wahrscheinlich war Optimismus gerade nicht nicht richtige Herangehensweise. Seufzend legte sie ihre Hand auf den Schwertgriff von Dandelost, das kaum merklich unter ihrer Hand pulsierte. Das Gefühl spendete ihr etwas Trost.
      Sylvars Zuspruch beruhigte und ließ sie schließlich das Kinn leicht heben.
      Er hatte recht, denn sie war weder hilflos noch unfähig. Zumindest hatte sie das von Zeit zu Zeit schon unter Beweis gestellt. Dankbar sah sie den Magier an und nickte zustimmend.
      "Mir wird schon nichts passieren. Und wir wissen nicht wie viel Zeit uns noch bleibt, bis unsere Häscher ungeduldig werden und doch beschließen uns zu holen." Noch einmal drückte sie Andvaris Arm und sah ihn mit einem suchenden Blick an. Sie brauchte seine Zustimmung nicht, um Teil dieses Plans zu sein, aber es gab ihr ein besseres Gefühl, als er schließlich nachgab.
      Viola betrachte die wenigen Habseligkeiten, die sie im Zimmer zurückließ. Es war nichts von Wert, nur dreckige Kleidung und leere Proviantbeutel. Bei Zeiten würde sie sich endlich wieder mit dringend benötigten Kräutern und anderem Allerlei austatten. Ihre Finger juckten nach der vertrauten Tätigkeit.
      Das Sonnenlicht nun direkt auf der Haut ihres Gesichtes zu spüren, fühlte sich wunderbar an. Mit geschlossenen Augen reckte sie das Haupt zum Blätterdach Telerins. Der Umhang war sofort ein wenig zu warm, aber immerhin nicht so schwer wie Andvaris. Unaufällig suchte IHre Hand die ihres Gefährten. Es war die einzige Geste, die nicht genug Aufsehen erregte. Zart drückte sie seine Finger. Sie würden das hier schaffen und Telerin den Rücken zukehren. Widerstrebend ließ sie ihn bereits nach wenigen Sekunden los.
      Ihr Blick folgte Silvars Anmerkung bis sie die weiße Baumkrone erblickte, die alles andere zu überragen schien. Wäre die Situation nicht so brenzlig, hätte sie sich mehr Zeitgenommen die örtlichen Begebenheit zu bewundern. Die Heilerin ging einen Schritt nach vorn, ehe sie sich noch einmal zu Andvari und Sylvar umdrehte. Das Lächeln auf ihren Lippen war zuversichtlich, strahlend. Vielleicht war es genau das, warum sie die beiden im Augenblick so gut ergänzte. Vertrauen und Hoffnung.
      "Bereit für eine kleine Vorführung, Herr Magier?"
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    • Die Creepconnection

      Der Weg zum Fürstenpalast von Telerin gestaltete sich lang.
      Sylvar hatte keinen Dimensionstunnel öffnen können, da dies zu viel Aufsehen erregte. Also hatte sich die Gruppe darauf mehr oder minder geeinigt, den Weg zu Fuß zurückzulegen. Je mehr Andvari und Sylvar von der Stadt zu sehen bekamen unmso mehr vestanden beide aufs Neue die Faszination von Telerin.
      Bei Nacht wurde aus der Stadt mit den hellen, sandfarbenen Fassaden und den in den Bäumen liegenden und um die Bäume herum gebauten Häuser eine Art ungeahnter Sündenpfuhl, der seinesgleichen noch suchte. Doch bei Tage, wenn die Menschen ihren ehrlichen Berufen nachgingen, erschien es beinahe friedlich und einträchtig. Als sie durch die Gassen der Stadt schlenderten, bemerkte Andvari hier und da neugierige Blicke auf das merkwürdige Dreigespann, das sich in merkwürdiger Abfolge fortbewegte. Der weißhaarige Elf geriet schnell außer Atem und drückte die Hand seiner Gefährtin zärtlich. Auch wenn er bemerkte, dass ihm der Schweiß in Sturzbächen gleich den Rücken hinab lief, genoß er die zarte Geste sehr.
      Sylvar indes schien sich mher und mehr heimisch zu fühlen. Hier und dort hielt er ein kurzes Schwätzchen mit den Einheimischen und fragte nach Befinden und Familie, während diese frölich und wie alte Freunde antworteten. Es erschien surreal, wenn man bedachte, was sie vorhatten.
      Als sie am Stamm des Fürstenpalastes ankamen, hielt Andvari inne. Die Tore des Fürstenpalastes waren bereits tabu. Ein gewaltiges Anwesen erhob sich aus der Mitte eines recht hohen Hügels. In dessen Zentrum wob sich der weiße Baum der Stadt empor und ragte wie ein Turm über den anderen Gebäuden auf. Im weißem Stamm selbst ertrahlten hier und dort kleine Lichter, sodass selbst ein Unkundiger merken musste, dass man den Stamm völlig ausgehöhlt und in ein Wohnhaus verwandelt hatte.
      Der Zugang zum Kerker jedoch befand sich etwas abseits des Gebäudes, kurz vor dem Aufschlag des Wasserfalls. Ein schmaler Weg führte entlang der Wasserfontäne hinab in die Tiefe, aus der ihnen bereits nach ein paar Metern Weg der GEruch von Schwefel und Wasser entgegen stach.
      "Ab hier...", murmelte Sylvar. "Ab hier wird es gefährlich. Andvari: Du kennst deine Rolle...Viola: Wir beide werden nun diesen wunderbaren Pfad hinab gehen. Am Fuße werden uns Wachen erwarten, so viel steht fest. Wir müssen sie nur lange genug hinhalten, um Andvari die Zeit zu geben, sie entsprechend auszuschalten. Seid Ihr bereit dazu?"

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      The more you drag me to hell