[2er RPG] The Lesser Evil [Winterhauch & NicolasDarkwood]

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    • Viola


      Jede neue Woge der Leidenschaft entzog ihr mehr und mehr die Kontrolle über ihren Körper. Das Herz schlug gefährlich schnell im Gefängnis ihrer Rippen und drohte sich zu befreien. Viola nahm in ihrem glühenden Fokus nichts mehr wahr, außer das beständige Pulsieren ihres eigenen Körpers und den heißen Atem, der ihr Gesicht streichelte.
      Schwerfällig löste Viola die verkrampften Finger um sein Handgelenk, obwohl sie ihm damit wohl kaum Schaden zufügen konnte. Warmes Gold hielt ihren Blick gefangen, ebenso wie das ungebändigte Verlangen darin. Die Begierde eines Raubtieres nach seiner Beute. Wie elektrisiert jagten heiße und gleichsam kalten Schauer über ihren Rücken. Eingesponnen in den Nachwellen ihrers Höhepunktes und der langsam abschwellenden Wellen der Lust in ihrem Körper, bemerkte sie erst, dass sie jegliche Bewegung ihrer vorwitzigen Hand eingestellt hatte, als sich vertraute Finger um ihr zartes Handgelenk schlossen.
      Viola blinzelte träge und sekündlich klärte sich der Blick ihrer grünen Iris. Schuldbewusst, dass sie ihm ihre Aufmerksamkeit entzogen hatte, biss sie sich auf die Unterlippe. Aber ihre Arme und Beine fühlten sich schwer und taub an, als gehörten sie nicht mehr zu ihrem Körper. Es war diese wundervolle Erschöpfung, eine willkommene Folge ihres Liebesspiels, wenn auch nicht in traditioneller Weise.
      Trotz aller Bemühungen den vorsichtigen Balanceakt auf ihren Knien zu halten, sackte ihr Körper immer mehr Andvari entgegen, durch ein unsichtbares Band geführt, dessen Zug sie nicht widerstehen konnte. Die Anziehungskraft war zu verlockend.
      Eine Hand fand stützend und fühlend den Weg über sein Herz und sie fühlte wir der Rhythmus seiner Schläge eine neue Spitze erreichte. Es war aufregend jedes Zucken und jede Wölbung des Elfen zu beobachten, während er kühn den Takt und die Schnelligkeit zwischen seinen Schenkeln bestimmte. Zuckend schloss sich ihre Finger fester um sein pochendes Fleisch. Viola blickte von den Adern unter seiner Haut, die sanft durch die Blässe in einem warmen Licht schimmerten, zurück zu den bernsteinfarbenen Augen. Sie fühlte sein Hoch in dem Zucken zwischen ihren Fingern und sah die Wellen der Verzückung in den intensiv, glühenden Augen.
      Viola störte sich nicht an den Händen und Armen, die sie zwischen ihren Körpern förmlich einklemmte, als sie die den schweren Atem und schließlich den Kuss auf Mund spürte. Gierig, aber gemächlich, schmiegte sie ihre Lippen an seine.
      Dem schwindelerregenden Hoch folgte ein winziger, schwermütiger Gedanke, von dem die Heilerin sich allerdings nichts anmerken ließ. Es war die harte Welt draußen vor diesem Zimmer, die auf sie wartete. Und wenn am Ende ihrer Reise Andvari den Thron beanspruchen wurde, seit es aus Pflichtbewusstsein oder weil er sein Schicksal und Erbe annahm, würde es keinen Platz für sie geben. Alte Werte und Traditionen ließen sich nicht über Nacht außer Kraft setzen. Aber so würde ihm erspart bleiben, sie altern und vergehen zu sehen. Vielleicht würde Sylvar Mitleid mir ihr haben und sie eine Weile in seinem Refugium aufnehmen, bis ihr Herz es ertrug sich zu lösen.
      Mit einem sanften Plätschern hob Viola nun beide Hände an seine Gesicht, ehe sie sich mit brennenden Lippen von ihm löste.
      Sie lächelte. Und sah zu wie das Leuchten seine Augen, gespeist von uralter Magie, langsam verglomm wie die letzte Glut eines mächtigen Feuers.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      Für eine Sekunde lang sah er nichts.
      Der Elf erblindete im Schleier seiner eigenen Lust und dem anschließenden Gefühl auf seinen Lippen. Seine Hände fuhren erst unstet über ihren Körper, um schließlich plätschernd auf ihrem Rücken zu liegen zu kommen, wo sie die Wärme des Wassers ein wenig noch genießen konnten. Durch das intensive Hoch hatte sich das Licht in ihm Bahn gebrochen und das Wasser erneut leicht aufgeheizt, während es jetzt hinter seinen Augen langsam verglomm und die ursprüngliche Farbe seiner Haut wiederherstellte.
      Sanft fuhr er lächelnd mit seinen Fingern durch ihr wunderbar rotes Haar und entfernte klebende Strähnen von ihrer Stirn, ehe er sich mit ihr etwas tiefer sinken ließ, damit sie nochmals unter das warme Wasser gleiten konnte. Es war schön, hier einfach so zu liegen und ihrer Liebe zuzusehen, wie sie wuchs. Andvari genoss es regelrecht, begehrt zu werden und freute sich umso mehr, als dass sie ihre Traumata ein wenig überwinden konnte. Der Gedanke, dass sie sich bald großer Gefahr auszusetzen mussten, trieb ihn beinahe in den Wahnsinn und obgleich sein Verstand ihm riet, sie in Sicherheit zu bringen, vielleicht zurück in die Lande ihrer Vorfahren, wollte sein Herz das nicht.
      Es wollte alt mit ihr werden. Und vergehen.
      Aber das würde ihm wohl nicht vergönnt.
      Andvari erwiderte ihr Lächeln und seufzte wohlig, während er sie umschlungen hielt.
      „Sylvar hätte zumindest noch etwas Met mit erscheinen lassen können“, murmelte er an ihrem Ohr grinsend.

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    • Viola


      Erschöpft aber glücklich ließ sich Viola schließlich voll und ganz in die Arme ihres Gefährten sinken.
      Eine sanfte Schwere hatte ihren gesamten Leib umhüllt. Entspannung kroch durch ihre Muskeln gefördert durch das dampfende Wasser und die starken Arme, die beschützend und haltend um ihren Rücken lagen. Viola ließ den Kopf auf seine Brust sinken, lauschte dem vertrauten Klang seines Herzens und dem beruhigenden Plätschern des Wassers.
      Durch halbgeschlossene Augen beobachtete sie von Neugier erfüllt, wie das mystische anmutende Licht unter seiner Haut sekündlich ein wenig an Intensität abnahm und schließlich verschwunden war, als wäre nie etwas gewesen. Schmunzelnd hob sie eine Hand aus dem Zuber und bewegte ihre Fingerspitzen tanzend über seinen Oberarm, wo sie noch zuvor eine der leuchtenden Adern erkennen konnte.
      Der Atem kitzelte angenehm an ihrem Ohr.
      "Denkst du nicht, wir haben sein Nervenkostüm für heute genug strapaziert?", flüsterte Viola, ebenso mit einem Grinsen auf den Lippen, zurück. "Aber ich hätte auch nicht Nein dazu gesagt."
      Amüsiert drückte sie einer altvertrauten Geste einen Kuss auf die Fluchmale über seinem Herzen. Vielleicht, nachdenklich über ihre neugewonnene Angewohnheit, wollte sie sich nur davon überzeugen, dass in Ordnung war. Es war ein einmaliger beinahe gefährlicher Anblick gewesen, die schwarzen Linien weit ausgestreckt auf seiner Haut zu sehen. Der Hintergund allerdings hatte sie ein besseren beleert. Die wuchernden Linien sollten sich die wieder so weit ausbreiten. Auch wenn sie nur gerringen Einfluss darauf hatte.
      Wohlig seufzte Viola auf und streckte die Beine so weit es ging aus, ihre Knie würden es ihr danken.
      Die Heilerin lenkte wieder ihren Blick auf die Stelle seines Arms, wo ihre Fingerspitzen über die von Wassertröpfchen übersäte Haut wanderten.
      "Das ist vorher noch nicht passiert.", murmelte sie. "Dein Licht, meine ich."
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    • Andvari

      Während sie so auf dem Wasser daher zu schweben schienen, grinste Andvari und schloss leicht die Augen. Da sein Nacken mit dem Rand des Zubers auflag, konnten sie gar nicht untergehen. Seine angesrengten Beine und Unterleibsmuskeln dankten es ihm mit sichtlicher Entspannung, als er sich ebenfalls ausstreckte und das Gefühl ihrer Beine an seinen genoß.
      "Hast du gehört, Sylvar? Zweimal Met bitte!", rief er der Ordnung halber lautstark in Richtung Wand.
      Als würde der Magier aufs Wort gehorchen sirrte die Luft erneut und zwei große Krüge Met erschienen über seinem Kopf. Ehe sie auch nur den Fall antreten konnten, schnellten seine Hände bereits nach oben und griffen nach den schweren Henkeln der Krüge und hielten sie fest.
      Eine Sekunde später und es hätte ein Scherbenmassaker auf seinem Kopf gegeben. Der Erzmagier war offensichtlich nicht erfreut über die nächtliche Störung. Andvari sah in den Krug und zu seinem Ärgernis befand sich dort nichts anderes als Wasser. Auch noch kanusrig.
      "Nun, es ist besser als nichts", murmelte er und reichte Viola einen Krug, während er seinen ansetzte und zwei, drei große Schlucke davon nahm.
      Den Krug setzte er auf dem Rand des Zubers ab und hielt ihn fest, während die andere Hand ihre Bewegungen auf Violas Rücken fortsezte. Er selbst blickte sie erstuant an und lächelte.
      "Ich weiß auch nicht, was das war", muremlte er. "Ich weiß nur, dass ich noch nie so viel Lust empfunden habe wie heute. Vielleicht war es einfach eine Überkompensation meines Köprers..."
      Andvari sah Viola besorgt an und legte den Kopf schief.
      "Wie geht es dir? Jetzt nach all dem?"

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    • Viola

      Eine herrliche Sorglosigkeit begleitete das leise Lachen , als Andvari die Stimme erhob. Tadelnd versetzte sie ihm einen sanften Schlag auf den Arm. Eigentlich wollte Viola ihn noch warnen, den Bogen nicht zu überspannen, da vernahm sie das vertraute Sirren von Magie in der Luft. Beinahe hätte sie darauf gewettet, dass Sylvar den süßen Honigwein direkt über ihren Köpfen leeren würde. Es würde das ungleiche Paar ein Donnerwetter am Morgen erwarten. Ein schlechtes Gewissen hielt sich dennoch in Grenzen, dafür genoss Viola die traute Zweisamkeit zu sehr.
      Fragend nahm die Heilerin den Krug entgegen und fand nur Wasser darin vor. Die kühle Flüssigkeit war ihrer staubtrockenen Kehle trotzdem willkommen. Sie bemerkte erst jetzt, wie durstig sie war. Gierig nahm sie ein paar Schlucke. Nur wohin mit dem Krug? Nachdenklich zog sie die Stirn kraus, ehe sie sich lächelnd etwas aufrichtete und sich kurzhand umdrehte, um sich mit dem Rücken zurück gegen die starke Brust lehnte. Zufrieden schmiegte sie sich in der neuen Position an den Elf.
      "Und ich glaube dir das immer noch nicht..", lachte sie schmunzelnd, auch wenn die Beweise wohl eindeutig auf der Hand lagen. Die Sorge in seiner Stimme ließ sie aufhorchen. Ein warmes Lächeln ruhte auf ihren Lippen, als sie den Kopf weit zurücklehnte, um ihn seitlich aus dem Augenwinkel zu betrachten. Zärtlich hauchte sie einen Kuss unter den Schwung seines Kiefers.
      "Es ist alles gut, Andvari...", flüsterte sie beschwichtigend, um die Besorgnis zu vertreiben. "Du hast mich nicht verletzt, falls es das ist, was du wissen willst. Mein Körper wird sich morgenfrüh sicherlich noch dran erinnern, aber es schmerzt nicht. Ich bin erschöpft, aber glücklich. Und ich würde nichts daran ändern wollen. Ich möchte dir sagen, sorg dich nicht, aber du tust es sowieso."
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    • Andvari lehnte sich an den Rand des Zubers und schloss die Augen fpr einen Moment. Hätte er nicht aufgepasst, wäre ihm der Kauf beinahe aus der Hand gefallen, als sich Viola mit dem Rücken zu ihm setzte. Für einen Moment musste er seine Gedanken und Reflexe regelrecht zügeln, um nicht umzugreifen und nach den Rundungen seiner Liebsten zu greifen. Die inhärenre ritterlichkeit seines Geistes hielt ihn davon ab.
      Stattdessen legte der elf den Krug an und nahm noch zwei, drei gierige schlucke Wasser, das so klar schmeckte als habe man es frisch aus einem Berg geborgen. Vermutlich hatte sylvar auch genau dies getan, aber nachweisen konnte man es ihm nicht.
      Er lauschte ihren Worten und lächelte während sie ihm diese versicherung aussprach. Und such wenn sie recht hatte und er soch sorgen machte, musste er dennoch leicht kichern.
      "Das ist wahr", murmelte er. "Ich wollte wissen, ob ich dich verletzt habe. Aber umso mehr freut es mich, dass dem nicht so ist. Ich finde es schön, dass du langsam deine Hemmungen mir gegenüber verlierst. Nicht nur im Körperlichen, sondern auch im Geistigen finde ich."
      Für eine Weile blieb der elf noch im Wasser liegen, eher sie langsam und leicht nach vorne schob, um bereits aus dem Wasser zu steigen. Sicherlich hatte sylvar an den Zuber gedacht, aber Handtücher waren nicht in dem wunderbarem sorgenpaket enthalten. Zweifelhaft blickte er sich um und suchte nach einer Möglichkeit, sich abzutrocknen.

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    • Viola

      Bei seinen Worten senkte Viola leicht den Blick und freute sich still darüber, dass er Gefallen ihrer Zweisamkeit hatte. Und ja, es beruhigte sie zu hören, dass es nicht nur ihr Körper war, der ihn reizte. Auch wenn sie den Elf nie solche Oberflächlichkeiten unterstellt hätte. Er erschien ihr nicht der Mann dafür zu sein, auch wenn sie ihn zuvor in seinem Leben nicht gekannt hatte. DIe Jahre zwischen Feanore zum heutigen Tag waren sicherlich ein düsteres Kapitel, von dem sie lediglich Auszüge kannte.
      "Es ist einfach.", antwortete sie schlicht und nippte noch einmal an ihrem Krug. "Obwohl du es mir nicht leicht gemacht hast am Anfang."
      Aber zu diesem Zeitpunkt waren sei beide jemand anderes gewesen. In der einsamen Kälte eines Zeltes zwischen zwei verhärteten Fronten.
      Viola richtete sich auf, als Andvari sich hinter hier zu bewegen begann. Die Wärme in ihrem Rücken verschwand und sehnte sich binnen Sekunden danach zurück. Aber die Heilerin wusste besser als jeder andere, dass sie zu erschöpft war und eine Fortsetzung ihres leidenschaftlichen Tanzes wohl zu viel für den zarten Körper der Menschenfrau sein würde.
      Seufzend drehte sie sich um und lehnte sich auf die gegenüberliegenden Seite des Zubers gegen den Rand zurück, in fast derselben Haltung wie Andvari zuvor. Mit gespieltem Protest sah sie ihren Gefährten an. Wie konnte er denn schon das Bad verlassen? Allerdings wurde die Nacht nicht länger und der Morgen rückte aufgrund ihrer Wünsche nicht ein weite Ferne.
      Der Suchende Blick ließ sie fragend die Augenbraue empor ziehen, ehe sie sich ebenfalls umsah. Die dreckigen Sachen zu benutzen kam nicht in Frage. Schließlich grinste Viola.
      "Warte. Hart still..." Sie beugte sich in einem gefährlichen Balanceakt über den Rand des Zubers und stellte den Krug auf dem Boden ab.
      Als sich Viola zurücklehnte, schmälerten sich ihre Augen in voller Konzentration. Auch wenn es ihr angesichts der Müdigkeit ein wenig schwer viel. Dafür würde es allerdings sicherlich noch reichen. In einer kunstvollen Geste bildeten die Finger ihrer beiden Hand, verschlungene Symbole. Erst geschah nichts, doch dann folgte das Wasser ihrer Bitte. Schwebend und von Geisterhand geführt, lösten sich das perlende Wasser von seiner Haut. Ebenso aus seinen Haaren. Tropfen um Tropfen und bündelte sich zu einem sanften Strom, der zu seinem Ursprung im Bad zurückkehrte.
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    • Andvari

      Andvari suchte noch immer tropfend die Gegend ab, während sie ihn zum Stillhalten bat.
      Grinsend verstnad der Elf erst nach kurzer Zeit ihr Gesuch. Zugegeben, nach zweimaligem Liebesspiel war sein Verstand einem Käse gleich anzusehen. Löcherig und ein wenig langsam im Gebrauch. Er streckte die Arme und Beine ein wenig von sich, um ihrer Magie den benötigten Raum zu geben. Erst nach einer kurzen Zeit begannen sich die Wasserperlen glitzernd von seiner Haut zu heben und hinterließen einen mutigen Strom warmen Wassers, der in den Zuber zurück flog. Es war erstaunlich anzusehen, wie die Perlen sich erst zu einem Tropfen, dieser zu einer Pfütze und diese zu einem Strom formte. Und Andvari konnte nicht umhin, eine Woge des Stolzes zu empfinden, die sich auch auf seinem Gesicht bahn brach.
      "Das ist wirklich sehr nützlich", kommentierte er und lachte, als er sich getrocknet wieder zum Zuber begab und daneben niederkniete, um ihr durchs Haar zu fahren.
      "Ich habe es dir nicht leicht gemacht", murmelte er und nickte. "Ich war ein Anderer. Ich war verwundet, vom Schicksal gezeichnet und ein Gejagter. Ich habe mir tausend Mal gewünscht, du würdest mir ein Ende bereiten, doch stattdessen hast du mich liebevoller gepflegt als so mancher Elf."
      Seine hand fuhr ins Wasser und störte mit wogenden Bewegungen die Spannung der Oberfläche, während sein Grinsen nicht verschwand.
      "Ich bin froh, dass ich damals nicht unklug war und dich überfallen habe", sagte er schließlich. "Ich bin froh, dass mir eine Eingebung sagte, ich solle dich mitnehmen. Und ich bin froh, dass ich dich nicht zurpckließ auf dem Berg."

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    • Viola


      "Sehr nützlich.", stimmte Viola ihm zu, wobei ein schiefes Grinsen auf ihren Lippen lag. "Ich werde als lebendes Hantuch in die Geschichte eingehen."
      Wirklich praktisch waren ihre kleinen Spielereien, auch wenn sie enorme Konzentration von der Heilerin erforderten, wohl nur im kleinen Rahmen. Im Ernstfall oder gar im Kampf nützten ihr diese kleinen Manipulationen recht wenig. Jemandem Wasser über den Kopf zu schütten, hatte noch keinen Kampf beendet. Und dennoch war eine gewöhnliche Menschenfrau, die überhaupt einen Funken dieser magischen Kraft besaß, schon ein kleines Wunder für sich.
      Viola war keine Frau, die mit ihren Fähigkeiten hausierte und um Lob bettelte. Trotzdem erfüllte sie das Gelernte mit Stolz und diesen Stolz in den Augen des Elfen gespiegelt zu sehen, ließ die stille Heilerin den Kopf ein wenig höher halten. Obwohl, so still und schweigsam war sie gar nicht mehr. Sie hatte sich verändert, jeden Tag ein wenig mehr. Wer war die Frau gewesen, die Girion in seinem Arbeitszimmer mit blanker Panik in den Augen angesehen hatte, bevor Andvari dem Unhold ein Ende bereitet hatte?
      "Um ehrlich zu sein," flüsterte sie mit leisen aber klaren Worten und lehnte sich der Hand in ihrem Haar entgegen. "Ich frage mich bis heute an welchem Punkt ich beschlossen habe, dir zu helfen. Wirklich zu helfen und nicht nur meiner Pflicht nachzugehen. Und ich glaube es war das Mitgefühl für das Unrecht und das Leid, das mir durch Vaerils Hand wiederfahren ist. Es war das erste Mal, dass ich wirklich glaubte, dass du die Wahrheit sagst. Mitgefühl oder entschuldigende Worte waren das Letzte, was ich von jemandem deines Volkes erwartet hatte."
      Ein sanftes Plätschern erfüllte den Raum, als die junge Frau sich gemächlich aufsetzte und ihrem Gefährten ein zartes Lächeln schenkte.
      "Und ich bereue es nicht, dir gefolgt zu sein. Ich hätte in den Wäldern mein Glück versuchen oder auf dem Berg fliehen können. Vielleicht nicht weit, nicht für lange bis Lysanthirs Männers mich eingeholt hätten." Die Erinnerung jagde ihr noch immer einen Schauer über den Rücken. Um Haaresbreite hätte sie an diesem Berg ihr Ende gefunden, achtlos verscharrt in kalter Erde. "Ich sah einen Mann, der für eine Fremde, einen Feind, bereit war sein Schwert zu ziehen und sein Leben zu riskieren. Vielleicht verband uns zu diesem Zeitpunkt schon mehr als wir beide wusste oder sehen wollten. Es gab Tage, als ich auf Nachrichten von Sylvar wartete, in den die Ungewissheit kaum zu ertragen war. Ich hatte viel Zeit um das Gewirr aus Gedanken und Ängsten in meinem Kopf zu entwirren."
      Kurz berührte sie liebevoll seine Wange, ehe auch ihr Körper sich aus dem Wasser erhob und sie nach einer erneuten Anwendung ihrer erlernten Magie ebenfalls trocken vor der Zuber stand. Der aufkommende Schwindel ließ sie kurz die Augen schließen, während sie sich mit einer Hand leicht am Rand abstützte.
      "Und ich bin es Leid, Angst vor einem Schatten haben, Andvari.", flüsterte sie.
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    • Andvari

      Andvari kicherte leicht.

      „Das lebende Handtuch“, murmelte er. „Warum nicht? Es gab schlechtere Spitznamen…“
      Während sie sprach, sah er sie an und lächelte. Und er musste zugeben, dass er ihre Gedankengänge zu einem gewissen Grade teilte. Ab wann hatte er beschlossen, dass dieser Mensch sein Leben teilen sollte? Ab wann wollte er nicht mehr, dass sie sich entfernte? Milan und das Schlachtfeld schienen nicht nur Wochen, sondern gar Jahre her zu sein und nun saßen sie hier, nackt voreinander und waren zwei veränderte Wesen.

      Er war nicht mehr der wilde Elf, den man gefangen und gefoltert hatte. Und sie nicht mehr die verängstigte Heilerin, die sich nicht helfen konnte. Sie beide waren aneinander gewachsen. Und das nur in wenigen Wochen.

      „Es freut mich, dass du es so siehst“, sagte er und lächelte. „Ich bereue auch nichts von alledem. Weder, dass ich das Schwert erheben wollte, noch die Folter durch Faolan. Das alles war es für diese wenigen Stunden der Zweisamkeit mehr als wert. Ich habe mich selten lebendiger gefühlt als in diesen Augenblicken.“
      Er legte seine Stirn kurz an ihre, ehe sie sich aus dem Zuber erhob und hinaus kam. Ihr Anblick alleine ließ ihn erneut schlucken. Beinahe hätte er seine Zurückhaltung zum dritten Mal an diesem Tage vergessen, als sie sich leicht schwindelig auf dem Rand abstützte. Schnell erhob er sich aus der Hocke und legte einen Arm um ihre Hüften, um sie oben zu halten.

      „Du musst nie wieder Angst haben“, murmelte er entschlossen. „Sollte der Schatten erneut auftauchen, werde ich ihn diesmal endgültig vertreiben. Und jetzt komm…Lass uns zu Bett gehen. Es war ein langer Tag!“

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    • Viola

      "Ich weiß," murmelte sie leise.
      Dankbar lehnte sich Viola in die Seite des Elfen und ließ ohne jeglichen Protest zu, das sich sein Arm stützend um ihre Hüfte legte. Selbst bei all ihrer Dickköpfigkeit musste sich die Heilerin gestehen, dass es vielleicht ein bisschen zu viel des Guten gewesen war.
      Und sie glaubte ihm jedes Wort. Andvari würde sie beschützen vor ihrer Erinnerung, vor der Finsternis in ihrer Vergangenheit. Vor dem drohenden Schatten, der über ihnen schwebte und darauf wartete sein Unheil zu verkünden. Ein Schatten...Viola stutzte in Gedanken. Obwohl sie es als rein symbolisch betrachtet hatte, kratzte etwas in den tiefen ihren Verstandes. Sie hatte das dumme Gefühl, sich an irgendetwas erinnern zu müssen.
      Vielleicht war es auch einfach nur die Müdigkeit.
      "Hmhm...", gab sie undeutlich an seiner Schulter von sich, ehe sie ein wenig lachen musste. Sylvars empörtes Gesicht, Henriettas herzliche und offene Art, die ungezähmte Leidenschaft Andvaris und die Zweisamkeit. "Es war wirklich ein langer, anstrengender Tag. Aber jede Sekunde wert."
      Vorsichtig setzte die junge Frau einen Fuß vor den anderen. Die Entfernung zum Bett kam ihr mit einem Mal endlos weit vor. Das heiße Bad, in mehr als einer Hinsicht, hatte nichts als eine angenehme Schwere hinterlassen. Sicherlich war ihr heutiges Nachlager nicht das bequemste, aber vermutlich besser als der unebene Waldboden vor Telerin.
      Tatsächlich gähnte Viola hinter vorgehaltener Hand, sobald sie auf dem Bett Platz genommen hatte. Schwerfällig und wenig grazil zog sie ihre Beine auf das Bett und rutschte über die Mitte, um Andvari auf der Seite Platz zumachen, die er zuvor schon für sich ausgewählt hatte.
      Einladend öffnete Viola lächelnd die Arme für ihren Gefährten, während sie sich gegen das Kissen in ihrem Rücken lehnte, das sicherlich schon einmal mehr Federn besessen hatte.
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    • Andvari

      Alleine durch den Größenunterschied gaben sie ein recht ulkiges Paar in diesem Bett ab.
      Aber auch wenn ihre Bewegungen vorsichtig und beinahe ungelenk erschienen, war er von ihnen fasziniert und konnte die Augen nicht von ihr lassen. Selbst als sie durch das Bett rutschte, nachdem sie ausgiebig gegähnt hatte, wirkte sie graziler als eine Elfe je sein könnte. Grinsend hob Andvari den Finger, um ihr zu verdeutlichen, dass sie nur kurz warten sollte.
      Schweigend erhob er sich weider und wanderte kurzerhand durch den Raum, um die Tür nochmals zu verschließen. Eine Paranoia, die er mit der Zeit entwickelt hatte, aber es verblieb dabei. Anschließend machte er eine kurze Runde durch das Zimmer, um die KErzen zu löschen, die den Raum noch spärlich erhellten.
      Eine Kerze brachte er mit zu Bett, die auf einem eisernen Untersetzer stand und sich egrade so noch am Brennen hielt.
      Schweigend setzte der Elf die Kerze auf dem kleinen Beistelltisch ab und legte sich ins Bett zu ihr. Seine Füße schautne über den Rand hinaus und seine Schultern schinen beinahe kaum Platz zu finden.
      Aber doch waren die ausgebreiteten Arme seiner Gefährtin ein Heim, das er nicht missen wollte.
      Andvari lächelte breit und rückte ein wenig näher, damit er in ihre Arme sinken konnte. Sein Vater würde es bereits als unmännlich betrachten, aber ihr Körper war unendlich weich und beinahe schlagartig fühlte er sich müde und ausgelaugt. Seine Hände fuhren über ihre und seufzend sah er in die Nacht.
      "Was uns wohl morgen erwartet...", murmelte er.

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    • Viola


      Liebevoll schlang Viola die Arme um die Schultern des Elfen, damit er sich an ihre Seite legen konnte und sie seinen Kopf mit sanften Druck ihr Herz legen konnte. Für Außenstehende, hätte sie den einen Blick in das abgedunkelte Zimmer werfen können, wäre der es ein merkwürdig anmutender Anblick gewesen. Die junge Frau verschwand beinahe unter der Gestalt des Elfen, während sie stetig die weißen Strähnen durch ihre Finger gleiten ließ. Sie wollte ihm ein wenig der Geborgenheit zurückgeben, die Andvari ihr gab. Nur weil er sich in ihre Arme begab, machte ihn das nicht weniger zu einem Mann.
      Die Art, wie sie lieblich einen Kuss auf seinen Scheitel hauchte und schließlich die Nase in den Haaren vergrub, war in Worten kaum auszudrücken. Die Heilerin atmete den vertrauten Geruch seiner Haare und Haut ein, ließ sich davon einhüllen.
      Ihr Blick glitt nachdenklich zu den getrübten und verstaubten Fenstern, wo das fahle Licht des Mondes under Fackelschein der Straßen hineinschien.
      "Wenn ich das wusste, wäre ich weniger beunruhigt...", flüsterte sie an den weißen Haarschopf, während ihr Herz einen ruhigen, gleichmäßigen Takt an seinem Ohr vorgab.
      "Wer auch immer uns beobachtete, hat es nicht nötig uns sofort zu stellen.", fuhr sie leise fort und ihr Blick glitt über Andvari hinweg zur Tür. Die klägliche Rest der Kerze, der noch tapfer brannte, war flackerte Schatten an die Wände. "Girion...", die Erwähnung dieses Namens ließ sich kurz inne halten. "Girion sagte einmal: Ein Jäger der seiner Beute nicht nachjagdt, weiß dass sie früher oder später zu ihm kommt. Er muss sich die Mühe gar nicht machen. Er muss nur warten."
      Mit jedem Wort wurden die gesprochenen Silben ein wenig träger und schwerfälliger.
      Viola legte die Arme ein wenig fester um ihren Gefährten. Niemand würde sie morgen gefangen nehmen. Sie würde nicht zulassen, dass Andvari erneut in die Fänge seines jüngsten Bruders fiel. Nie wieder wollte sie ihn so sehen, wie in dieser Zelle. Es hatte er fast das Herz gebrochen.
      Müde schloss sie die Augen und sank ein wenig tiefer in die Kissen und die Matratze unter ihnen.
      "Aber der Morgen ist noch weit weg.", wisperte sie bereits am Rande des Schlafes. "Schlaf." Ein erneuter Kuss auf sein Haupt. "Ich liebe dich."
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    • Andvari

      Der Elf schloss genussvoll die Augen, als er den Kuss auf seinem Scheitel bemerkte und atmete tief und ein und aus. Auch ihr Geruch verfing sich im Netz seiner Nase. Es war als spielte der nichtvorhandene Wind mit den Gerüchen ud machte sie beinahe so perfekt, dass er direkt in den Schlaf hätte sinken können, wenn er nicht ihre Stimme gehört hätte.
      "Sei nicht beunruhigt", murmelte er verschlafen an ihrer Seie und ihrem Hals. "Wenn wir Farryn dort heraus geholt haben, wird das ganze Unterfangen schon etwas einfacher. Ihre Kraft ist nicht zu unterschätzen. Auch wenn sie mehr einem grobschlächtigen Zwerg ähnelt..."
      Andvari legte eine Hand um ihren Bauch und amtete ruhig im Takt ihres Herzens, während seine Ohren mehr und mehr Geräusche des Schankraumes einfingen, die sich langsam in den dahinsimmernden Verstand des Elfen schlichen.
      "Ich glaube, dass dieser Jemand seinen Standort nicht gerne preis gibt...", sagte er und öffnete die Augen ein wenig. "Es bleibt dabei, dass wir vorsichtiger denn je sein müssen. Und du solltest deine Schutzzauber tragen, wenn wir das Zimmer verlassen."
      Das würde ihm zumindest eine einzige Sorge nehmen...Auch wenn sie nur temporär genommen wurde.
      Er legte die dünne Decke über seine Beine und bereitete sich auf das Einschlafen vor, indem er sich etwas von ihr entfernte, um nicht mit vollem Gewicht auf ihr zu liegen. Dennoch entfernte er sich nicht mehr als notwendig von ihrem schmalen Körper, den er zu schützen geschworen hatte. Wenn auch nur seiner Tochter.
      "Ein Jäger, der seiner Beute nicht nachjagt, versteht sie entweder zu gut oder gar nicht. Und beides ist eine Schwäche. Nur, dass der Jäger diese Schwäche nicht kennt."
      Es dauerte nicht lang, da sie tiefer sank und in den Schlaf glitt.
      "Ich dich auch", flüsterte er und schloss ebenfalls die Augen, um in einen traumlosen SChlaf zu dämmern.

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    • Viola

      Viola versteckte das zarte Lächeln auf ihren Lippen an seinem Scheitel und ließ die Worte tröstend über sich gleiten.
      Gefahr lauerte in den dunklen Ecken von Telerin, aber dieses Mal kämpfte keiner von ihnen für sich allein. Und dieser Gedanke beruhigte sie tatsächlich ein wenig. Eine Weile schwebte sie in einem Dämmerzustand zwischen Wachsein und dem verlockenden Ruf des Schlafes, nachdem ihr Körper und auch ihr Geist verlangte. Das Bild des schwarzen Schatten, lauernd in ihrem Augenwinkel, wollte ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen.
      Wie in Trance streichelten ihre Finger durch das Haar, das ihr Kinn sachte bei jedem Atemzug streifte. Die Geste war beruhigend, vielleicht mehr zu ihrem eigenen Wohl. Erst als der Atem auf ihrer Haut ruhiger und gleichmäßiger wurde, schloss auch die Heilerin ihre Augen und glitt in einen sehnsüchtig erwarteten Schlaf.
      Die Träume jener Nacht waren eine willkürliche Anordnung von Bildern. Altbekannte Erinnerungen mischten sich mit dem undurchdringlichen, schwarzen Nebel, der sie bis in ihr Unterbewusstsein verfolgte. Was es auch war, es reichte nicht aus, um sie aus dem Schlaf zu reißen. Das Gesicht an seinem Haupt verborgen, blieb ihr Körper beinahe regungslos in seinen Armen.
      Als der Morgen durch das getrübte Glas schien, waren die Erinnerungen an ihre Träume bereits verschwunden. Die dünne Decke hatte sich in verschlungenen Windungen um ihre Beine verknotet, während sie sich in dieser Nacht nur wenig gerührt hatte. Viola öffnete nicht die Augen, um zu prüfen, wie weit fortgeschritten der Morgen breits war. Von der Straße drangen gedämpfte Alltagsgeräusche zu ihr herauf. Das Klappern von Hufeisen, das knarzen eines Holzkarrens vor der Schenke. Unter ihnen im Gastraum war es seltsam still geworden. Entweder war es noch sehr früh oder sehr spät.
      Die Hände zuckten auf der vom Schlarf erwärmten Haut des Elfen. Scheinbar war sie ein wenig tiefer gerutscht, denn ihre Nasensüitze streifte seine Halsbeuge. Beharrlich weigerte sich die junge Frau, auch nur einige Sekunde die Augen zu öffen und schmiegte das Gesicht an seinen Hals. Seit sie Denken konnte, war sie immer zur frühen Stunde auf den Beinen gewesen. Auch in den letzten Jahren war es nicht anders gewesen. Pflichten mussten erledigt und Aufgaben erfüllt werden. Aber an diesem Morgen trieb sie nichts aus dem Bett.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      Andvari dämmerte in traumlosen Schlaf danieder, während er das rhyhtmische Streicheln ihrer Finger spürte. Eien Flut an Bildern, lange vergessen und willkürlich, strömte auf ihn ein und nahm ihm die Fähigkeit, klar zu selektieren. Es war, als würde er von einem unsichtbaren Strom hinfortgerissen, obhleich die Bilder keinen Sinn ergaben.
      Als der Morgen durch das Fenster schien und wie ein Dieb durch die Ritzen der Hölzer lugte, begann sein Atem sich langsam zu beschleunigen.
      Beinahe so, als erwache ein taubes Herz aus tiefem Schlaf, verspürte auch er den Drang, seine Augen zu öffnen und dem Tag entgegen zu blicken. In der Nacht war Viola offenkundig herunter gerutscht und lag in seinen Armen, in sich verschlungen mit der Bettdecke. Seine eigene sah nicht wirklich besser aus, ibgleich er noch auf dem Rücken lag und langsam atmete, um den Rhythmus des Morgens nicht zu stören.
      Die sanften geschäftigen Geräusche der großen Sündenstadt erreichten ihn nur schwer und auch wenn er die Ohren einmal wachsam spitzte, hörte er die Viehkarren klappern und einige weiterer Hölzer ächzen. Dem Geruch nach, de rdurch die Schenke zog, war es früh am Morgen, vielleicht gerade erst nach Sonnenaufgang. Sie hatten zumindest noch ein wenig Zeit, sofern Sylvar sie ließ.
      Während er eine Zarte Bewegung an seinem Hals bemerkte, grinste er und strich ihr über das rote Haar während er sich nach Fenster und Tür umsah. Noch immer waren diese Verschlossen und so verblieben, wie er sie zurückgelassen hatte. Nichts verwunderliches.
      Seufzend ließ er den Kopf wieder ins Kissen sinken und begann, ein wenig vor sich hin zu dösen. Es war zu früh. Einfach zu früh. Noch ein paar Stunden, ehe sie auf die Rettungsmission gingen.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Der Zeitpunkt des trägen Erwachens kündigte sich im Wechsel seiner Atmung an. Viola lauschte den gleichmäßigen Atemzügen, spürte das ruhigen Heben und Senken seines Brustkorbes unter ihrem Kopf. Der Rhythmus stockte für eine Sekunde, ehe er ein wenig beschleunigt fortsetzte. Die kleinsten Regungen zu fühlen, den Wandel zwischen Traum und der wachsenden Klarheit, hatte etwas unheimlich Vertrautes. Es war ein verwundbarer Moment, den sie förmlich in sich aufsog.
      Viola brachte es nicht über sich, die friedliche Stille bereits zu stören und genoss die sanfte Hand auf ihrem Haar. Die Streicheleinheiten lockten sie zurück in einen entspannten Halbschlaf. Durch den Nebel in ihrem Kopf bemerkte sie die Schwere ihrer Glieder und als sie sich ein wenig mehr an Andvari schmiegte, durchzog ein ein leichtes Ziehen ihre Körpermitte. Es war nicht unangenehm, nicht wirklich schmerzend. Sie spürte den pochenden Nachhall ihres wilden und ungezähmten Liebesspiels tief in ihrem Körper.
      Die junge Frau bekam nicht mit, wie der Elf sich wachsam umsah, ehe er sich noch ein paar Augenblicke der Ruhe gönnte. Die Hand, die neben ihrem Gesicht auf seiner Brust ruhte, zuckte leicht. Ihre Finger erwachten langsam zum Leben und zogen verschlungene Kreise auf seiner Haut.
      Wie lange sie so vor sich hin schlummerten, konnte Viola schwer einschätzen. Das Einzige, das sie tat, war den fremden Geräuschen und seinem Herzschlag zu lauschen. Erst als ihr Arm, der zwischen ihren Körper eingeklemmt war, von Taubheit erfasst zu kribbeln begann, regte sich die Heilerin notgedrungen. Schwerfällig hob sie den Kopf und bewegte sich noch höchst ungern aus seinen Armen.
      Viola setzte sich auf und öffnete das erste Mal an diesem Morgen die Augen, während sie die ebenfalls eingeschlafene Gliedmaße streckte und beugte um den Blutfluss wieder anzuregen. Es war eindeutig zu hell für ihren noch nicht ganz erwachten Verstand.
      Was sie noch nicht bemerkt hatte, waren die rötlichen Verfärbungen ihrer Haut an ihren Hüften. Eindeutig die Abdrückte von Fingern, die sich in ihr Fleisch gedrückt hatten. Sie spürte es nicht einmal.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      Andvari begann zu grummeln.
      Das hatte er an sich lange nicht mehr getan und war über das Geräusch innerlich selbst mehr als überrascht. Doch als er das Gewicht von seiner BRusts verschwinden spürte, vernahm er mehr eine ärgerliche Stimmung. Dieses Gewicht ihres Kopfes, ihres Körpers gab ihm Ruhe und Sicherheit und nun war es weg und ein (theatralisch) kalter Hauch fuhr über seine nackte Brust. Für einen Moment dachte er daran, sie einfach wieder zu sich zu ziehen und wie ein Stofftier ansich zu drücken.
      Wie seine Tochter es früher immer mit seiner Hand getan hatte.
      Stattdessen öffnete er träge die Augen und rieb sich diese als er langsam aus dem Dämmerschlaf erwachten.
      "Guten Morgen", murmelte er verschlafen und mit tieferer Stimme als sonst.
      Es war zu früh, um wach zu sein. Mindestens 12 Stunden zu früh, wenn er seiner inneren Uhr trauen konnte. Jedoch konnte er dies meist nicht, da er gerade einfach nur bei ihr sein wollte. Bei ihr und mit ihr in diesem Bett, vergessen all die Sorgen, die sie beide umtrieben und nur aufgehend in ihrer noch jungen Liebe. Ein wunderbarer Gedanke, wie er fand.
      Er sah auf Violas Rücken und lächelte, ehe eine Hand nach ihr griff und Finger zärtlich über die Strukturen ihrer Wirbelsäule fuhren.
      Andvari richtete sich anschließend ebenfalls auf und sah sich kurz im Zimmer um. Nichts hallte sich verändert, außer dass die trüben Scheiben nun auch nocu beschlagen waren. Telerin war für ihre kalten Morgende, heißen Abende und lauen Nächte bekannt. Zumeist änderten sich die Jahreszeiten selten, waren sie doch ein Fixpunkt in einer unsicheren Stadt.
      Andvari wollte gerade den MUnd öffnen um ihr weiteres zu sagen, als er die roten Flecken an ihrer Hüfte bemerkte.
      Er rückte zu ihr und fuhr mit seinen Fingern darüber. Der Blick, den er ihr zuwarf, sollte jeglicher Kommunikation entbehren. Er fühlte sich schuldig und gleichsam betroffen. War es doch zu viel, zu hart gewesen? Hätte er seine Kraft zügeln sollen? Eidneutig ja!

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Ein Lächeln, amüsiert durch das ärgerliche und mürrische Brummen in ihrem Rücken, erschien auf ihrem Gesicht.
      Es war immer wieder ein Anblick für sich, Andvari verschlafen und mit deutlichem Missfallen über ihre verfrühten Bewegungen zu sehen. In diesem Momenten in den frühen Morgenstunden fiel es ihr leicht zu vergessen, wer sie waren. Und was auf sie wartete. Viola stellte sich wehmütig aber mit freudigen Gedanken vor, wie es sein könnte. Sie würden bis in den späten Morgen das Bett nicht verlassen und den tag spät beginnen, die Heilerin in ihrem eigenen Garten während der Elf an ihrem Heim werkelte. Ein Leben in Frieden und Harmonie, bis das Alter sie einholte. Aber das war nicht möglich. Dennoch, dieser kleine träumerische Ausblick machte sie glücklich.
      Genüsslich schloss sie die Augen, während sich ihr Rücken den streichelnden Finger entgegen streckte und das nervtötende Kribbeln in ihrer Hand endlich verschwand. Es raschelte, als der Elf sich ebenfalls aufrichtete. Über ihre Schulter, übersät mit Sommersprossen, blickte die Heilerin ihren Gefährten mit einem verträumten Blick an. Der Schlaf noch deutlich in ihren Augen, auch wenn sich ihr Blick sekündlich klärte.
      Verwirrung machte sich breit, als Betroffenheit sein Gesicht überschattete. Was ihn so bestürzte, erschloss sich Viola zunächst nicht. Aber es war definitiv kein Ausdruck, den sie am frühem Morgen nach einer so wunderschönen Nacht sehen wollte.
      "Was...?", setzte sie an und senkte den Kopf. Unter seinen Händen entdeckte sie die rötlichen, ins bläulich schimmernden Verfärbungen ihrer Haut und wirkte selbst mehr als überrascht. Mit dein eigenen Fingern tastete sie über ihre Hüfte. Sie wirkte mehr verwundert als bestürzt.
      "Nicht. Tu das nicht", flüsterte sie und legte ihre Hand über seine, um sie sachte an ihre Hüfte zu drücken. Der Blick reichte völlig aus, um Viola die schwere Schuld zu vermitteln, die sich in dem Elfen ausbreitete.
      "Es ist nichts. Schau mich an", setzte sie erneut an und drehte sich leicht zu ihm um, damit sie ihn besser ansehen konnte. Keine Angst oder Reue lag in den grünen Augen. Nur ein sanftes Lächeln. "Ich weiß genau was gerade in deinem Kopf vorgeht. Habe ich dich gebeten dich zu zügeln? Nein. Es ist nichts, Andvari. Also quäle dich nicht darüber."
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      Andvari setzte sich nun auf die Bettkante neben ihr und fuhr sich mit der freien Hand durchs Gesicht. Sicherlich hatte sie ihm gesagt, dass er sich nicht zügeln sollte, aber sein löcheriger Verstand hätte ihm durchaus zu verstehen geben können, dass er vielleicht nicht alles für bare Münze nehmen sollte.
      So emfpand er neben Schuld auch ein wenig Scham, das er sich nicht gut unter Kontrolle hatte.
      "Ich weiß, dass du es getan hast", murmelte er und sah sie an, ehe seine Hand über ihre Wange glitt. "Aber dennoch hätte ich dich nicht verletzen müssen. Es ist ärgerlich so etwas..."
      Schweigend schüttelte er sein Haar aus und erhob sich anschließend, nachdem er ihr einen Kuss auf die sommersprossenübersähte Schulter gegeben hatte. Beinahe mechanisch angetrieben ging er zum Fester und öffnete es einen Spalt, sodass sie kühle morgendliche Luft Einlass in den Raum finden konnte. Mit ihr kam der GEruch nach Holzkohle und die Geräusche der Straße, wo bereits die erstne Händler unter lautem Hämmern ihre Stände zu errichten begannen. Alsbald würde das tägliche Treiben in Telerin losgehen und die ZEcher aus ihren Betten fallen, um zumindest für drei Stunden des Tages ordentliche Ehemänner und -Frauen zu sein.
      Andvari wandte sich wieder um und grinste.
      "Wir sollten uns ankleiden, ehe Sylvar wieder in den Raum platzt.", sagte er und schnappte sich bereits seine Hose. Das letzte Mal hatt es beinahe ein ausgewachsenes Trauma bei ihm hinterlassen. Das sollte nicht noch einmal passieren.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell