[2er RPG] The Curse of Time {TobiMcCloud & Codren}

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    • "Nein ich will kein Wasser.."
      Meinte er mit einem leichten Anflug von Reizbarkeit. Weder fühlte er sich derzeit müde, noch wollte er rasten aber er verstand selbstverständlich warum Renera so reagierte.
      Viel mehr sorgte er sich über dieses eigenartige Gefühl, dass er bisher in all seiner merkwürdigen Zeit noch nie erfahren hatte.
      "Körperlich geht es mir okay. Das ist mein ernst. Diese Wachmacher habe ich schon sehr lange Zeit nicht mehr gebraucht. Es gab eine Zeit in welcher ich überhaupt keinen Schlaf bekam. Da lebte unsere Ärztin noch. Sie hatte es selbst hergestellt, zusammen mit einem Narkosemittel um meinen Verstand komplett auszuschalten während sich mein Körper erholte, andernfalls hätte sich Minerva jede Nacht meiner ermächtigt. Das Zeug was Jarku nun noch hat, sind lediglich die Reste von damals. Zuletzt brauchte ich es in der Nacht als wir uns in Melora trafen. Davor waren es auch schon mehrere Wochen."
      Was die anderen über Aradan denken würden, war ihm vollkommen gleich, so zog er seine Hände unter Renera's Schutz wieder hervor und blickte sie an.
      "Was auch immer das eben war.. es hat mir unglaublich gefallen. Dieses Zittern.. es ist als würde mein Körper danach verlangen."
      Dann sah er Renera in die Augen
      "Ich habe sogar nachgedacht einen der Soldaten anzugreifen und so zu tun als wäre es ein versehen gewesen.. nur um noch jemanden umbringen zu können."
      Letzteres sprach Aradan so ernst aus, dass es jeden Zweifel beiseite räumte, etwas harmloses zu sein, immerhin war Aradan nach seiner Zeit mit dem Baron alles andere als gewillt unschuldige zu töten.
    • In Anbetracht Aradans verkniffener Stimmung, bevorzugte Renera für den Moment das Schweigen und schenkte ihm lediglich einen sorgenvollen, nachdenklichen Blick, den sie vor ihm zu verstecken versuchte. Sie hätte gern ihre Meinung dazu kundgegeben, was sie davon hielt, dass Aradan diese Wachmacher benutzte, aber das wäre letzten Endes wohl keinem dienlich gewesen. Also schwieg sie noch eine Weile weiter und versuchte einen Weg zu finden, mit dem sie dieses Problem angehen könnten.
      "Hatte es etwas mit Magie zu tun? Mit deinem Katalysator-Sein?"
      In diesem Moment wünschte sie sich schmerzlich Khil zurück, die sicher schon eine Diagnose auf dem Weg hätte. Renera selbst konnte nicht viel mehr tun als zu spekulieren.
      "Ich bin mir sicher, es hatte eine erklärbare Ursache. Wir müssen sie nur finden… beim nächsten Kampf, schätze ich. Denkst du, du reagierst auf Kreaturen genauso wie auf Menschen?"
    • "Ist manchmal leichter gesagt als getan. Ich bin mein Leben lang schon auf der Suche nach einer Erklärung für mein Dasein. Die einzigen Personen die mir vermutlich Antworten liefern können stecken versteckt hinter Mauern und Wachen fest. Ich hatte gehofft dass all diese mysteriösen Relikte von denen in vielen Schriften die Rede ist, eventuell einen Hinweis geben, doch bis auf die Halskette aus unserer Kindheit und meinem Schwert, habe ich keines gefunden."
      Er sah zur Seite auf sein Schwert und verblieb für einen Moment grübelnd bis Valteri heran trat und durch sein bloßes Auftreten für Aufmerksamkeit sorgte.
      "Erschöpfung. Wenig Schlaf. Aufgewühlt und Zweifel. Eigenschaften für Minerva. Bisher trat sie immer in diesen Zuständen auf."
      Aradan schüttelte den Kopf, wieder etwas genervt. Seine Geduld und sein üblich offenes Ohr in scheinbar weiter Ferne.
      "Valteri ich habs eben schon gesagt. Das hat nichts mit Minerva zu tun. Hört mir denn keiner hier zu?"
      Dann stand Aradan auf und schüttelte den Kopf leicht, als wäre er enttäuscht und mit dem Anflug von Wut. Da sah Valteri an ihm vorbei, runter nach Renera um ihr mit seinem Blick deutlich zu machen, alles im Griff zu haben ehe er sich wieder Aradan zu wandte.
      "Dann vielleicht Urudin?"
      "Urudin.. klar. Dieses Weichei schreckt doch vor seinem eigenem Schatten zurück. Bevor ich den zum Reden kriege, schaffe ich es eher unbewaffnet die Welt zu erobern."
      "Erobern?"
      fragte Valteri doch etwas eindringlicher
      "Was erobern?"
      "Stellst dir vor Shegar zu erobern?"
      "Was? Wie kommst du denn auf sowas?"
      "Deine eigenen Worte."
      "... Ja klar. Was auch immer... ihr hört mich ohnehin nicht zu."

      Bei dem Gespräch erschrack der Ausdruck in Jarku's Gesicht. Er hörte zu, machte aber einen Bogen um Aradan, ran an Renera und half ihr direkt auf die Beine um ihr zu helfen etwas Abstand zu gewinnen. Dabei flüsterte er ihr zu.
      "Das ist nicht Minerva. Das ist ein neuer Geist! Kaum hat Valteri ihn konfrontiert, färbten sich seine Augen pech schwarz. Wir müssen vorsichtig sein. Hier nimm sein Schwert. Ohne seine Waffe sind wir sicherer."
      Da drückte er Renera Aradan's Schwert in die Hände, welches er im selben Zug mit Renera vom Boden aufgehoben hatte.

      "Komm Aradan. Muss dir dort drüben etwas zeigen."
      Aradan rollte mit den Augen und seufzte genervt
      "Was denn nun schon wieder? Muss ich eigentlich immer alle babysitten?"
      So zogen beide etwas weiter vom kleinen Lager weg, eine kleine natürliche Böschung hinunter, bis sie außerhalb der Hörweite waren.
    • Es war tatsächlich kein Thema, das man so leicht hätte abwickeln können; umso verständlicher war damit Aradans Gemütszustand, der sich nicht gerade besserte. Renera tat er leid, so wie er einfach nur versuchte, ein einigermaßen problemloses Leben zu führen, ohne irgendeine besondere Macht, die ständig an ihm zehrte. Hätte sie es gekonnt, hätte sie irgendwie versucht ihm diese Last zum Teil abzunehmen, aber wenn sie nichtmal wussten, mit was sie es zu tun hatten, konnten sie auch nichts daran ändern.
      Aradan zog bald mit Valterri ab, der ihn unter seine Fittiche zu nehmen versuchte, um ihm wahrscheinlich auch noch beizustehen, und kurz darauf kam Jarku zu Renera zurück. Der Ausdruck in seinem Gesicht ließ sie allerdings stutzen; es wirkte so völlig außer Kontext, dass es ihr für einen Moment einen Schauer über den Rücken jagte. Argwöhnisch ließ sie sich von ihm auf die Beine und dann ein Stück weiter weg buchsieren, bis er ihr schließlich eröffnete, weshalb.
      "Was? Bist du dir sicher?"
      Sie blieb stehen, wobei sie Jarku dazu zwingen musste sie stehenbleiben zu lassen, und drehte sich nach Aradan um. Er wirkte noch völlig normal - sicher, vielleicht ein wenig gereizt, aber sonst bei weitem nicht so aufgedreht, wie wenn Minerva seinen Körper übernommen hatte. Sie konnte sich kaum vorstellen, dass er von einem Geist besessen sein sollte.
      "Wann hätte das denn passiert sein sollen? Er war doch die ganze Zeit bei uns. Braucht es nicht eine gewisse... Übergangszeit, oder sowas?"
      Sie hängte sich sein Schwert an den Gürtel zu ihren eigenen Waffen und starrte Jarku dann mit hochgezogenen Augenbrauen an, ein wortloses Verlangen, dass er ihr Antworten liefern sollte.
    • Jarku sah den Beiden ebenso nach, würde sich nun aber ausschließlich dem Schutz Renera's widmen.
      "Hm.. Das erste mal mit Minerva kam ähnlich plötzlich. Diese Dinger schleichen sich scheinbar langsam in seinen Körper bis hin in seinen Kopf. Ich glaube dass er noch nicht komplett eingenommen wurde, wie es Minerva ein paar Mal geschafft hat. Aber letzten Endes haben wir genau so viel Ahnung von seiner dunklen Seite wie er selbst oder du. Ich meine natürlich das Zwielicht."
      Kurz darauf gab er den Zwillingen ein Zeichen brav im Wagen zu bleiben, gefolgt von einem Winken in Elraya's Richtung, dass sie zu ihm kommen sollte. Nach der ersten Bitte spielte sie ihre widerspenstige Seite aus, doch dann machte Jarku eine erneute Armbewegung um sie mit einer gewissen Forderung her zu holen.
      Als sie dann endlich da war, sprach Jarku ihr etwas leiser zu, damit es keiner der Soldaten hören musste
      "Geh den beiden nach okay? Ich weiß deine Rippe ist noch nicht wieder ganz aber falls irgendetwas schief läuft, wäre ich froh darüber wenn eine fähige Kämpferin Valteri zur Seite steht. Aber.. Keine Dolche!"
      Er gab Renera mit einem kleinen schrägen Nicken samt leicht angewinkeltem Mund zu verstehen dass er sich wünschte eine andere Lösung parat zu haben, dass die Truppe aber bisher immer damit rechnete Aradan zur Not gewaltsam ins Land der Träume zu schicken.

      Indes hörte Aradan auf Valteri zu folgen.
      "Das reicht jetzt. Was willst du mir bitte zeigen? Lohnt sich der Weg überhaupt?"
      Da drehte sich Valteri um, knappe drei Meter von Aradan entfernt.
      "Nein. Wird reichen."
      "Für was? Drück dich mal klarer aus."
      "Wer bist du? Nicht Minerva. Nicht Urudin. Auf keinen Fall Aradan."
      Aradan steckte die Hände in die Tasche und spuckte auf den Boden vor sich
      "Das wärs ja noch oder? Mach dir mal nicht in die Hose. Hab die Barriere nach wie vor aufrecht. Keine Minerva in der Nähe und dieser Urudin hat letzte Nacht nichts weiter von sich gegeben als erbärmlich rum zu heulen."
      Valteri's Blick spitzte sich und mit Nachdruck fragte er erneut
      "Wer bist du?"
      Da flammte Aradan's Stimme leicht auf
      "Sag mal HÖRST du mir mit Absicht nicht zu?"
      Da bemerkte Valteri wie um Aradan's Schuhe herum das Gras verdorrte in exakt dem Moment als er für einen kleinen Augenblick seine Stimme zornig anhob. War es klug ihn nun weiter zu reizen? Darauf hatte er keine Antwort aber eine Minerva zu reizen war bisher nie eine gute Idee gewesen. Also entschied er sich für eine Alternative.
      "Lust auf Übungskampf? Lange nicht mehr gemacht. Fühle mich eingerostet."
    • Renera hörte Jarku aufmerksam zu, während sich ihre eigene Nervosität steigerte. Sie hatte sich noch nicht gänzlich daran gewöhnt, dass Aradan hin und wieder von unbekannten und unberechenbaren Geistern befallen wurde und ihm jetzt so nahe gewesen zu sein, ohne auch nur zu merken, dass etwas nicht stimmte, kam ihr irgendwie falsch vor.
      "Und wie holen wir ihn zurück? Wie habt ihr es denn sonst immer getan?"
      Sie beobachtete, wie Jarku die Meuchelmörderin heranholte, die eine garstige Miene aufsetzte und bereits dazu Luft holte sich zu beschweren, als er ihr den Auftrag übermittelte, in Aradans Nähe zu bleiben. Da klappte Elraya den Mund wieder zu und schnaubte.
      "Ich soll denen nachgehen aber niemanden angreifen, schon klar. Als nächstes verlangst du sicherlich, dass ich anfange, jedem den Arsch abzuwischen, oder?"
      Sie brummte noch etwas, was keiner der beiden recht verstand, und schlurfte dann davon, um sich dem Auftrag zu widmen, anstatt weiterhin Leichen zu durchstöbern. Man konnte ihre schlechte Laune quasi riechen.
      Renera sah wieder Jarku an.
      "Wie groß ist die Gefahr, wenn er wirklich besessen ist?"

      Elraya achtete darauf, genügend Abstand einzuhalten, nachdem sie sich nicht sicher war, was genau Jarku von ihr eigentlich haben wollte. Am Vorabend hatte er noch davon gequasselt, dass sie sich alle gegenseitig halfen und so ein Unsinn, und jetzt wollte er ganz anscheinend Aradan und Valterri belauschen. War er etwa eifersüchtig? Nun, Elraya war ganz sicher eifersüchtig, dass Valterri sich einfach so mit Aradan davonstahl und sie selbst versetzte. Vielleicht könnte sie ihn ja auf dem Rückweg allein abpassen und ihm gehörig die Meinung sagen.
      Vorerst blieb sie allerdings weiter hinten und schlich sich gerade nah genug ran, um ihre Unterhaltung verstehen zu können.
    • Jarku zuckte mit den Schultern
      "Ich habe keine Ahnung. Damals als wir glaubten er wäre nur etwas überanstrengt, hat er das Bordell auseinander genommen um die Zwillinge vor ihrem drohenden Schicksal zu retten. Minerva kam dann raus als alles erledigt war. Kannst dir ja vorstellen wie überrascht und regelrecht hilflos wir waren. Ein Patentrezept haben wir demnach nicht. Vor allem nicht da wir keine große Erfahrung in verschiedenen Geisterarten sammeln konnten. Wer weiß wie dieser hier drauf ist. sollte es wirklich ein Geist sein.."

      Am Ort des Geschehens stimmte Aradan mit einem lächeln zu und startete den Kampf auch direkt mit einem wilden rennen samt wilden Schwingern, die nichts von den präzisen Schlägen hatten die Aradan sonst ausübte. Valteri war es ein Leichtes die Schläge mit seinen großen Händen abzuwehren.
      Insgesamt verblieb er auch stets in der Verteidigenden Haltung um Aradan aufzuzeigen dass er nicht er selbst war.
      "Schweiß wäre längst da, wärst du Aradan. Wer bist du?!"
      Aradan knurrte auf. Er wurde schneller in seinen Angriffen aber sie waren nach wie vor nicht wirklich gefährlich für einen trainierten Kämpfer. Um das aber noch mehr unter beweis zu stellen, trickste Valteri seinen Angreifer spielend aus und hielt dessen Arme mit seinen eigenen fest fixiert. Der Größenunterschied sorgte dabei dass Aradan in der Luft gehalten wurde und herum zappelte wie ein Kind dass von Zorn zerfressen das Elternhaus entfliehen wollte.
      "Bring Aradan zurück und vergeude seine Zeit nicht.."
      Doch knurrte er nur weiter, immer weiter umher windend und immerzu versuchend Valteri in die Seite zu treten, was allerdings so viel brachte wie einen Baum zu treten.
      Als es aber alles nichts half, sah sich Valteri gezwungen Aradan eine mehr oder weniger starke Kopfnuss zu verpassen um ihn seiner Sinne zu berauben.
      Beinahe etwas erleichtert lies Valteri ihn daraufhin zu Boden gleiten und nickte. Das hätte ganz klar auch anders ausgehen können. Zumindest hatte Valteri nun eine Vermutung, welche er der Truppe bald schon mitteilen würde.
    • Es dauerte ein paar Sekunden länger, dann schlenderte Elraya aus dem Gebüsch hervor und starrte auf den bewusstlosen Aradan hinab.
      "Was war das denn? Ziemlich unfair im Faustkampf gegen dich anzutreten, Riese. Ich dachte, ihr seid alle nett zueinander und so ein scheiß."
      Sie ging neben Aradan in die Knie und piekste ihm den Finger in die Wange.
      "Ist der tot? Ah ne, der atmet noch. Ist ja schade."
      Sie richtete sich wieder auf, stemmte die Hände in die Hüften und starrte Valterri an.
      "Das kommt mir sowieso recht, mit dir hab' ich eh noch ein Hühnchen zu rupfen, du riesiger Saftsack. Lässt mich einfach im Zelt sitzen, als ob ich's nötig hätt', den ganzen Abend auf einen Kerl zu warten. Ich hoffe, du machst das wieder gut, sonst... sonst werd' ich Flacharsch bitten, dass er dir irgendein fieses Zeug ins Essen mischt! Für genug Gold macht er das bestimmt."
      Sie nickte bekräftigend.
    • Grade noch blickte Valteri nachdenklich auf Aradan hinunter und verschränkte dabei die Arme, da tauchte plötzlich diese eigenartige Frau auf die ihn schon am letzten Abend wegen der Kälte aufgesucht hatte. Doch entgegen der Erwartung, war sie wohl nicht mit ihm zufrieden gewesen.
      Zwar gefiel es ihm überhaupt nicht wie sie über Aradan sprach, doch hörte er auf Jarku, welcher ihn schon vorgewarnt hatte dass diese Frau ziemlich eigensinnig war und Zeit brauchte um sich an alle zu gewöhnen. Das wird es dann wohl also gewesen sein.
      Aber was konnte er nun tun um ihren Frust zu besänftigen?
      "Flacharsch?"
      Valteri dachte einen Moment nach. Tatsächlich fiel ihm niemand auf diese Beschreibung ein da er nie auf dieses Merkmal geachtet hatte. Doch blieb ihm nichts anderes übrig als seine Verwirrung offen kund zu tun. So richtete er sich vor ihr um ihr die Aufmerksamkeit zu schenken die sie suchte und lies seine verschränkten Arme fallen.
      "Verzeihung. Habe getan was ich für richtig hielt. Egal womit ich dich verstimmt habe, sag es mir und ich werde es aus dieser Welt vertreiben Rotschopf."
    • Elraya kniff die Augen zusammen.
      "Wie hast du mich genannt?"
      Sie stieg über Aradan hinweg, der noch immer leblos auf dem Boden lag, und bohrte ihren Finger in Valterris Haut oberhalb seines Bauches. Eigentlich wäre sie mit ihm gerne auf Augenhöhe gewesen, um einen besseren Eindruck zu hinterlassen, aber dafür hätte sie sich Stelzen besorgen müssen.
      "Hast du mich Rotschopf genannt? Willst du etwa mit zwei Eiern weniger heute Nacht aufwachen, hä? Willst du das?"
      Sie ließ wieder von ihm ab, verschränkte die Arme und bemühte sich darum, sich von seiner schieren Größe nicht einschüchtern zu lassen.
      "Für dich bin ich immer noch Elraya, Freundchen, nicht mehr und nicht weniger! Und was dein geschwollenes Gerede angeht, hast du mich sitzen gelassen! Soviel dürfte doch in deinem Winzhirn noch ankommen. Ich will als Wiedergutmachung... ich will Blumen haben. Wie so 'ne richtige Frau."
      Sie schürzte die Lippen.
      "Du wirst mir Blumen geben und dann werden wir Sex haben und keine Ausreden mehr! Entweder das, oder ich schneid dir heute Nacht deine Eier ab und häng sie mir um den Hals, damit jeder sehen kann, was für ein Versager du bist!"
    • Diese Reaktion hatte Valteri nicht kommen sehen. War er also wieder in eines dieser Fettnäpfchen getreten. In seinem Land war es normal Frauen bei der Haarfarbe zu nennen. Es war eine Art gängiger Kosename.
      Was ihn aber an dieser Frau erneut wunderte war ihre Drohung. Warum wollte sie ihm etwas abschneiden? War ihr etwa doch so kalt gewesen? Dabei hatte er die vergangene Nacht bestenfalls als erfrischend Kühl angesehen.
      Diese Frau musste ganz klar Probleme mit der Regulierung ihrer Körpertemperatur haben. So viel stand fest.
      Doch hörte sie einfach nicht auf ihn mit großen Fragen zu hinterlassen. Die geforderten Wiedergutmachungen waren in der Tat äußerst verwirrend. Diese zornige und stets fluchende Frau bestand tatsächlich auf Blumen? Ein Strauß Dolche hätte er noch als sonderbar und dennoch nachvollziehbar empfunden... aber Blumen? Allem voran auch noch Sex? Valteri's Erfahrung nach wollte keiner aus dem Süden je mit einem Nordländer verkehren. Nicht mal die Dirnen in Freudenhäusern ließen sich auf ihn ein.
      Aber was sollte er schon tun. Er stand ganz offenbar in einer Bringschuld, also nickte er.
      "Einverstanden. Doch vorerst Aradan."
      Sie gab ihm keine Zeitvorgabe außer die Nacht, also blieb ihm seiner Auffassung nach Zeit bis zum späten Abend um seine Schuld zu tilgen.
      So warf er Aradan über seine Schulter und ging zurück zur Truppe, wo er Aradan auf die Ladefläche des Wagens legte und Renera sowie Jarku alles erklärte was vorgefallen war.
    • Valterri kam mit dem regungslosen Aradan auf der Schulter zurück und Renera war sofort zur Stelle, um ihn in Empfang zu nehmen. Sie kletterte mit auf den Wagen und hörte mit einem Ohr Valterri zu, während sie Aradans Kopf auf ihrem Schoß bettete, damit er wenigstens halbwegs angenehm liegen konnte. Auf Aradans Stirn formte sich bereits dort eine Beule, wo Valterri ihn zu Boden befördert hatte.
      "Das hört sich doch aber nicht halbwegs so schlimm an wie Minerva, oder?"
      Sie sah zu den beiden Männern auf, während im Hintergrund Elraya vorbei kam, Aradan und Renera einen Seitenblick schenkte, die Nase rümpfte und weiter in Richtung Leichen marschierte.
      "Ich meine, Minerva ist doch fast unaufhaltbar, der hier wirkt - deiner Erzählung nach - bestensfalls wie ein launischer Jugendlicher. So jemanden könnte man doch besser unter Kontrolle kriegen, vielleicht weiß er ja sogar etwas über die anderen Geister im Zwielicht?"
      Sie gestand sich mehr Hoffnung zu, als wahrscheinlich realistisch war, aber was sonst sollte sie in dieser Situation tun, in der ihr Geliebter von einem unbekannten Jemand besessen und bewusstlos war?
    • "Wer weiß. Könnte aber auch genau so gut eine List sein."
      Gab Jarku nachdenklich hinzu.
      "Falls das wirklich ein Geist war und noch gar nicht richtig manifestiert war wie in Minerva's Fällen, könnte dessen eigentliche Kraft noch verborgen sein. Mir fällt zumindest schwer zu glauben dass Aradan von einen launischen Burschen-Geist ohne nennenswerten Fähigkeiten einfach so ausgetrickst wird."
      Valteri nickte
      "Da denken wir das Gleiche. Hab merkwürdige Dinge beobachtet als ich ihn reizte. Ausbrüche seiner Laune verdarben das Gras an seinen Schuhen. Verrottet alles sobald er Kraft hat? Zieht er Leben hinaus? Wäre gefährlich"
      "Puh. Also wenn man eins sagen kann, dann dass man an Rätseln nie ein Ende findet wenn man mit Aradan unterwegs ist, nicht wahr?"
      Es hatte kaum einen Zweck im trüben zu fischen, also versuchte Jarku alles etwas direkter anzugehen und verschränkte die Hände hinter seinem Kopf um entspannt in die Runde zu blicken.
      "Wir werden so oder so abwarten müssen bis Aradan wieder wach ist. Ich nehme mal an dass das ne Weile dauern kann. Wie sieht es denn mit den Soldaten aus?"
      Fragte er Renera
      "Brauchen die vielleicht Hilfe? Und mehr noch. Wenn beide Truppen nun echte Soldaten waren, kriegen wir dann nicht ein Kopfgeld? Auf einem viel befahrenem Weg, von welchem der Herzog weiß, dass wir ihn nutzen, verstirbt eine ganze Truppe von berittenen Soldaten. Das sieht sicher nicht nur in seinen Augen verdächtig aus oder?"
    • Renera blickte ratlos auf den bewusstlosen Aradan hinab. So friedlich hatte sie ihn bisher nur im Schlaf erlebt, wenn seine Züge gänzlich entspannt waren und seine Schultern sich entkrampft hatten. Renera hätte ihn gern von der Last befreit, die ihn sonst in seinem Wachzustand so zerdrückte, aber gegen das Übernatürliche, das Aradan war, war sie machtlos.
      Sie sah wieder zu Jarku auf, als er wenigstens etwas ansprach, wozu sie selbst etwas beitragen konnte. Es störte sie, dass alles, was sie tun konnte, sich darauf beschränkte, Aradan eine gemütliche Unterlage zu sein.
      "Ich würde wetten, dass das nicht zum ersten Mal passiert ist - deswegen wurden womöglich extra Soldaten ausgesandt, damit das Militär von Shegar nicht ins Chaos gestürzt wird. Wobei sie sich ja trotzdem größtenteils gegenseitig abschlachten."
      Sie zuckte mit der Schulter, als wäre das etwas, womit man leben musste, wenn man sich mit dem Militär auseinandersetzte.
      "Sie sollten aber natürlich trotzdem nicht wissen, dass wir dabei waren, das könnte die Sache nämlich verkomplizieren. Ich werde Ella fragen."
      Sie sah aus dem Wagen heraus zu der Soldatentruppe und rief ihre Schwester, die sich - wie ein treuer Hund in Menschenform - sofort nach ihr umdrehte, Ceryn irgendwas sagte und dann fröhlich zu ihnen herübergeschlendert kam. Sie hatte Blutspuren auf ihrer Rüstung von dem Schleppen der Leichen und das stand im merkwürdigen Kontrast zu ihrer gelockerten Miene.
      "Alles klar bei euch?"
      Sie trat in die Runde, sah jeden einmal an, blickte schließlich auf Aradan hinab.
      "... Geht's ihm gut? Er sieht ein bisschen blass aus."
      "Alles gut. Ella, sag mir, wird es Schwierigkeiten geben, nachdem ihr andere Soldaten umgebracht habt? Nicht, dass das zum Schluss auf uns zurückzuführen sein wird."
      "O nein, keineswegs."
      Sie winkte locker ab.
      "Wir werden ihre Marken mitnehmen, Ceryn wird seinen Bericht abgeben, wenn wir wieder in der Stadt sind, und dann wird das in die Liste aufgenommen werden. Wir tun ja nur unsere Pflicht, all diejenigen, die schwach genug waren von Räubern überwältigt zu werden, bekommen den ganzen Ärger - wegen ihnen sind wir ja überhaupt erst hier. Wir tun nur, was im Namen unseres rechtmäßigen Königs für Recht und Ordnung sorgt."
      Sie salutierte knapp und grinste; Renera schmunzelte. Es gab nicht eine Herrschaftsperiode, in welcher der Nachfolger der gleichen Blutlinie des Königs entstammte und so wurde einem irgendwann bewusst wie lächerlich es war, dass jeder dieser verschiedenen Könige sich als der rechtmäßige bezeichneten. Ellaya schien das ähnlich zu sehen, genauso wie alle anderen Fußsoldaten in der Armee.
      "Solange wir nicht in dem Bericht auftauchen, ist uns das recht."
      "Ganz sicher nicht, ihr habt ja nichtmal gekämpft. Oh, außer Aradan vielleicht. Hm, ich werde Ceryn sagen, dass er diesen Teil weglassen soll."
      "Danke."
      Ellaya zwinkerte ihr zu und marschierte dann wieder ab, um den letzten Arbeiten zu helfen. Renera verharrte derweil bei Aradan und wachte geduldig über ihn, bis er wieder aufwachen würde.
    • Auch Jarku bedankte sich bei Renera's Schwester mit einem freundlichen nicken, klopfte Valteri danach aber schon wieder abgelenkt auf die Brust.
      "Hey sag mal. Was war gestern noch so bei dir los? Die Neue ist ziemlich zielgerichtet auf dich zu marschiert. Hast du schon geprüft ob noch alle deine Habseligkeiten an Ort und Stelle sind?"
      Doch schaute dieser nur ausdruckslos in die Richtung wo Elraya zu sehen war
      "Ihr war kalt. Habe meinen Pelz gegeben und in meinem Zelt schlafen lassen. Aber war nicht warm genug."
      "Wie bitte? Das soll nicht warm genug gewesen sein? Die ganzen Pelze in deinem Zelt sind mitunter das schwerste an deiner Ausrüstung. Wer es schafft darunter zu frieren, sollte dringend mal zu einem Arzt gehen."
      Doch legte er plötzlich seine Hand nachdenklich an sein Kinn
      "Aber du hast schon Recht.. Sie war tatsächlich etwas seltsam letzte Nacht. Sie hat tatsächlich versucht mich etwas aufzumuntern. Als ich mich dafür bedankte, wurde sie wieder fuchsig wie zuvor. Möglicherweise ist sie Krank? Vielleicht vermisst sie auch nur ihre gewohnte Umgebung."
      Dann klatschte er seine Hände zusammen, gefolgt von zwei Klopfern gegen Valteri's Brust
      "Egal. Behalt sie einfach im Auge und kümmer dich drum wenn sie was braucht. Ich würds ja auch machen aber ich fürchte dass sie mir ohnehin kein Wort glaubt. Ihr würdet nicht glauben was man den Kindern in Städten über Monster beibringt. Die sollen allen ernstes bei einem Läufer Angriff auf einen Baum flüchten. Und sie ist der festen Überzeugung dass Menschenmassen Monster fern halten da sie in solchen Fällen Angst haben."
      Daraufhin steckte er seine Hände in die Hosentaschen und zuckte mit den Schultern.
      "Wollen wir mal hoffen, dass sie den ersten Überfall überleben wird."
      Seine Augen rollten wieder zu Aradan, kurz darauf zu Renera
      "Und solange Chefchen K.O. ist, ist es wohl nur logisch dass wir nun tun was du sagst. Aradan vertraut dir und von uns allen bist du wohl die Einzige mit Führungsqualität. Für mich siehts zumindest nicht aus als würde er schnell aufwachen. Bei seiner Erschöpfung kann das gut und gerne durch die ganze Nacht gehen. Überlass ihn am besten den Zwillingen. AH und benutze dieses Schwert Dings nicht. Tut mir Leid dass ich es dir aufgebürdet habe aber du darfst es auf keinen Fall im Kampf nutzen."
      Jarku hockte sich neben Renera hin und schnippte zwei mal gegen dieses edle Stück Schmiedekunst
      "Bin mir nicht mal sicher ob es wirklich ein Schwert für den Kampf sein soll. Aber wer weiß schon was diese Leute aus der Hochkultur sich bei ihren Relikten gedacht haben. Hab mal gesehen wie einer Aradan's Schwert stehlen wollte. Da waren wir in der Hafenstadt im Norden. Als er es zog um Aradan damit zu töten, fing der Dieb an vor Schmerzen zu schreien. Es wirkte als wolle er das Schwert los lassen. Wie wild wedelte er herum und versuchte alles um es fallen zu lassen, doch sah es aus als wäre das Schwert fest an seiner Hand geklebt worden. Tja, das Ende vom Lied war, dass seine Schwerthand binnen einer Minute aussah wie die von einem alten Greis. Kurz darauf sein ganzer Arm und ehe man sich versah, war der Dieb, welchen ich grob auf 20 geschätzt hätte, in den späten 90ern angekommen und fiel in sich zusammen. Erst als er leblos am Boden lag, fiel das Schwert aus seinen Händen."
      Er stand wieder auf, betrachtete das Schwert aber noch rätselhaft
      "Aradan hat uns erzählt dass es einem die Energie raubt, sollte man es in tödlicher Absicht führen. Aber ich bin mir sicher das noch viel mehr dahinter steckt. Aradan erzählt immer nur so viel wie nötig um den Zweck zu erfüllen. Als wolle er einem permanent vor der Wahrheit schützen."

      Dann zupfte etwas an Renera's Kleidung.
      Es war Chie die niedlich wie immer drein schaute und mit ihren Händen das Auswringen eines Stück Stoffes andeutete.
      "Hm?"
      Davon aufmerksam gemacht sah auch Jarku nach was sie damit sagen wollte. Es wurde aber recht schnell klar. Sie wollte dass man Aradan einen nassen Lappen auf die Stirn legt. Gar nicht mal dumm. In den Fällen mit Minerva glühte Aradan so sehr dass man ihn bestenfalls direkt in einen Fluss legten musste. Da war es fast schon normal dass er auch jetzt eine erhöhte Temperatur aufwies.
    • Renera lauschte der Unterhaltung der beiden Männer, runzelte die Stirn bei der Erwähnung der Lehre über Kreaturen in Städten. War es tatsächlich so schlimm? Sie hatte keinen zweiten Gedanken mehr daran verschwendet, seit sie ihren Beruf als Ausbilderin mehr oder weniger aufgegeben hatte, um nach Ashkenia zu ziehen, aber jetzt kam ihr dieser drastische Unterschied fast alarmierend vor. Vielleicht würde sie sich dem Beruf wieder widmen, sobald sie die Möglichkeit hatte, und ein wenig Aufklärung in die Städte bringen. Dörfer wussten in der Regel genug über die Gefahr, wenngleich sie dennoch Hilfe bei der Bewältigung benötigten.
      "Ich werde mit Elraya reden, sie auf den richtigen Stand bringen", warf sie ein, ehe Jarku sie über ihre unverhoffte Rolle als Anführerin informierte. Damit hatte sie nun nicht gerechnet; zwar hatte sie auch mit Aradans Führung ein deutliches Stimmrecht gehabt, aber das Kommando so unverblühmt übertragen zu bekommen, stimmte sie irgendwie nervös. Dabei würde sich sowieso nichts ändern.
      "Wir werden warten, bis die Soldaten fertig sind, dann geht es weiter. Bis dahin bleibe ich hier."
      Sie nahm auch Jarkus Warnung vor dem Schwert zur Kenntnis und versprach ihm, es lediglich für Aradan aufzubewahren. Sie hatte sowieso ihre eigenen Waffen und sah keinen Grund darin, auf seine eigene zurückzugreifen. Zwar war Jarkus Beschreibung über das merkwürdige Schwert äußerst alarmierend, aber sie verschob es auf den Zeitpunkt nach Aradans Erwachen, wenn er ihnen allen hoffentlich ein paar Antworten geben konnte.
      Bis dahin blieb es sowieso dabei abzuwarten und Chies Vorschlag zu befolgen, nach dem sie ihm einen nassen Lappen auf die Stirn legten. Renera legte den Handrücken an seine Wange, testete seine ausstrahlende Hitze, fühlte auch noch seinen Puls und seine Atmung, ein Zwang, den sie sich bei seiner Bewusstlosigkeit nicht nehmen lassen wollte. Dann bedankte sie sich bei Chie, erklärte ihr ausdrücklich, dass sie sie jederzeit, egal wie unwichtig es sein sollte, rufen konnte und Renera würde zur Stelle sein. Schließlich verließ sie Aradans Seite, als die Soldaten wieder auf ihren Pferden aufsaßen.
      Auf ihrem Weg durch das abzubauende Lager, stieß sie wie erhofft auf Elraya, die ihr erbeutetes Gold nachzählte und es hastig einsteckte, als sie Renera ankommen sah. Ihre Miene verfinsterte sich schlagartig, als wäre eine Gewitterwolke aufgezogen, und Renera fragte sich, ob die rothaarige sie jemals ansehen würde, ohne dabei so offensichtliche Mordgedanken zu empfinden.
      "Elraya, ich hab' gehört, dass du dich mit Kreaturen nicht gut auskennst."
      "Hä? Stimmt doch gar nicht. Wer hat dir das erzählt, etwa Flacharsch? Der hat doch selbst keine Ahnung. Labert irgendeinen dummen Schwachsinn."
      Renera war sich ziemlich sicher, dass Jarku bezüglich Kreaturen auf dem richtigen Kenntnisstand war.
      "... Ist ja auch nicht wichtig, wer richtig liegt und wer falsch. Hier, lies dir das durch, das sollte reichen."
      Sie übergab Elraya ihr gebundenes Bilderbuch, die aufgezeichneten Lehrnotizen über die verschiedenen Arten von Kreaturen und deren Bekämpfung. Elraya starrte das Buch nur an.
      "Bist du dumm? Ich kann nicht lesen."
      "Da sind auch keine Wörter drin, sondern nur Bilder. Wenn wir mal angegriffen werden, solltest du wissen, was zu tun ist."
      "Ist das ein Befehl?"
      "Wie?"
      "Ob das ein Befehl ist du Holzkopf."
      Renera wusste im ersten Augenblick nicht so recht darauf zu antworten.
      "Tu's einfach, wenn du Zeit dafür hast."
      "Also ist es ein Befehl."
      "Ja, von mir aus, das ist ein Befehl."
      "Ich nehm' von niemandem Befehle an. Schieb dir das Buch in den Arsch."
      Sie verschränkte die Arme vor der Brust und Renera konnte sich nur mit Mühe davon abhalten, laut zu seufzen.
      "Dann tu mir den Gefallen und bewahre es wenigstens bei dir auf, während wir unterwegs sind. Es nimmt mir Platz weg und du hast nur wenig dabei."
      "Ich werd's absichtlich verlieren."
      "Wieso sagst du mir sowas?"
      Elraya grinste.
      "Um deine dumme Miene zu sehen. Gib mir das, ich bewahr's auf."
      Renera übergab ihr das Buch und rettete sich, bevor sie noch etwas wirklich dummes sagen würde.

      Sie zogen wieder los, die altbekannte Formation, diesmal allerdings Aradan mit im Wagen und sein Pferd neben Renera, die neben dem Wagen herritt. Sie konnte es sich nicht verkneifen, alle halbe Stunde mal zu ihm auf die Ladefläche zu sehen und schien erst beruhigt zu sein, als sie gegen Abend das Lager aufschlugen und sie sich wieder in seine unmittelbare Nähe begeben konnte. Nachdem es auch keine weiteren Vorfälle gegeben hatte, war die Stimmung wieder gänzlich entspannt wie schon am Vorabend und die Soldaten erklärten sich, ein weiteres Mal, bereit, die Nachtwache zu übernehmen.
    • Jarku beobachtete Renera wie sie zu Elraya hinüber ging. Wäre Daikata jetzt hier, hätte er mit ihm eine Wette abgeschlossen wer von den Beiden zuerst laut wurde oder ob es in einem Gerangel über ging. Doch zu seiner Überraschung kam Renera ohne Zwischenfall zurück. Ihr Gesichtsausdruck sprach jedoch Bände die Jarku nur allzu gut nachvollziehen konnte. Ihm blieb nichts anderes übrig als ihr einen stillen "Jap. Ich weiß genau was du denkst" Blick zu zuwerfen.
      Alles Weitere verlief aber ziemlich ruhig. Die Soldaten sowie Aradan's Truppe arbeitete Hand in Hand und kamen ziemlich schnell wieder in Bewegung. Tatsächlich lief es sogar etwas koordinierter unter Renera's Führung ab. Wenn Jemand eine Hand brauchte, wies Renera direkt wen an der nicht zu viel zu tun hatte um kurz aus zu helfen. Aradan hätte wohl nie wen solche Aufträge gegeben. Er war eher der Typ der ungeachtet dessen was er grade tat, alles stehen und liegen gelassen hätte um selbst anzupacken. Zwar löblich aber auf dauer nicht so effektiv wie Renera's Methode.

      Im nu war auch schon wieder der Abend angebrochen. Es war beinahe schon gruselig so lange im Freien umher zu Reisen ohne jede Spur von Monstern. Aber man sollte bekanntlich keinen Teufel an die Wand malen, also genoßen es alle in der Truppe einfach mal unbeschwert reisen zu können.
      Unter Renera war dann auch der Aufbau des Lagers schnell vollzogen um die Nacht in Ruhe zu verbringen. Alle Zelte standen sogar noch vor denen der Soldaten und wie hätte es auch anders sein sollen, kümmerte sich Renera zu aller Erst darum dass Aradan in sein Zelt kam. Die Zwillinge wurden flott wieder zu Köchen und Jarku setzte sich im Schneidersitz auf den Planenwagen, was wohl künftig sein neuer Lieblingsplatz werden könnte.

      Für Feuerholz war ziemlich schnell gesorgt und auch frisches Wasser konnte an einem nahe gelegenen Fluss aufgestockt werden. Ein kleiner Spähtrupp sorgte für die nötige Sicherheit im umliegenden Feld und sogar Elraya durfte ihre Forderung entgegen nehmen.
      Valteri hatte nicht vergessen was sie ihm aufgetragen hatte, also nahm er sie unter dem Vorwand mit um den Vorrat an Heilwurzeln aufzustocken, welche als Tee eine gute Wirkung gegen Fieber hatten.
      In einiger Entfernung zum Lager wartete er lediglich die Späher ab, welche gut und gerne ein mal die Stunde einen großen Kreis um das Lager abritten, ehe er Elraya's Unterarm griff um ihre Hand in seine Richtung zu halten. In diese legte er anschließend tatsächlich einen mehr oder weniger sorgfältig gesammelten Blumen Haufen, welcher mit einem schönen Strauß nur sehr wenig zu tun hatte. An manchen Enden hingen noch teilweise erdige Wurzeln und durch die Aufbewahrung seiner Tasche, würden die Meisten durch die vielen Knicke und Quetschungen wohl auch nicht mehr bis zum nächsten Morgen durchhalten.
      Daraufhin lies er ihren Unterarm wieder los und zog sich sein Oberteil aus, gefolgt von seiner Hose. So stand der Berg von einem Nordmann nun splitter nackt vor Elraya.
    • Elraya ließ sich von Valterri unter energischer Nörgelei und Beschwerde mit auf die Suche nach Kräutern nehmen, wo sie unverhofft keine Kräuter bekam, sondern einen Strauß Blumen, den ihr der Nordmann in die Hand drückte. Sie verharrte in ihrer Bewegung und starrte mit aufgeklapptem Mund auf die Wildblumen, die zwar keinen richtigen Strauß bildeten und mehr wie Unkraut aussahen, aber doch ihre waren. Ihr Blumenstrauß. Der Riese hatte ihr tatsächlich Blumen geschenkt.
      Als sie aufblickte, hatte der Hüne sich auch noch ausgezogen. Der Anblick des riesigen Haufens muskelbepackten Fleischs, der sich vor ihr auftürmte, verschlug ihr regelrecht die Sprache, während ihr Unterleib sich bereits in euphorischer Erwartung zusammenzog. Aber schließlich bewegte Valterri sich nicht mehr, sondern stand einfach nur. Elraya brauchte einen Moment, um zu begreifen.
      "Wie? Willst du etwa freiwillig mit mir Sex haben?"
      Sie starrte zu ihm hoch, auf der Suche nach einer Antwort in seiner Miene. Wie sollte sie ihn denn vergewaltigen, wenn er sich ihr freiwillig hingab? Und wie sollte er sie vergewaltigen, wenn sie doch selbst Lust darauf hatte? Das machte doch gar keinen Sinn. Wie sollte denn Sex zustande kommen, wenn beide es wollten? Das war doch nichtmal halb so lustig.
      "Willst du... äh... dich nicht wehren oder sowas? Ich werd' dich vergewaltigen, das bekomm ich hin. Solltest du nicht irgendwie... hm."
      Sie kniff die Augen zusammen, während sie versuchte, die Situation zu begreifen. Die Blumen hielt sie fest in der geschlossenen Faust zusammen, als habe sie Angst, dass sie sie verlieren könnte, wenn sie auch nur ein bisschen locker ließ.
    • Die Verwunderung war Valteri ins Gesicht geschrieben. Diese Frau sprach von Vergewaltigung als wäre es das normalste der Welt. Zumal hatte sie selbst danach verlangt. Für eine Weile wusste er einfach nicht was er nun tun sollte, noch wusste er was sie eigentlich wollte.
      Sie selbst zog sich nicht aus, obwohl sie Sex verlangte. Hatte er also etwas falsch gemacht? Sollte er sich wieder ankleiden und gehen?
      Er hatte all die Zeit gedacht dass der ferne Osten an Unterschieden zu seinen Ländern kaum noch zu überbieten sei, doch waren die Leute hier ganz klar auch von einem gänzlich anderen schlag. Beinahe durchgeknallt.
      Er erinnerte sich kurz an die Zeit in seinem Clan zurück. Brandschatzung, Eroberungen, Sklaverei und Vergewaltigungen in eroberten Siedlungen waren tatsächlich ziemlich normal gewesen, da alles eroberte den Eroberern zustand, somit auch die Frauen. Je höher das Ansehen im Clan, desto mehr konnte man sich aus einer Plünderung oder auch Eroberung nehmen. Dabei wogen Frauen nicht mal so viel auf wie Nutztiere.
      Aber er schweifte viel zu sehr ab.
      Wieder bei der Sache, blickte er Elraya an und verschränkte seine Arme vor sich.
      "Willst Mich vergewaltigen?"
      Es klang tatsächlich wie ein Witz. Sicherlich hätten sogar die Meisten darüber gelacht. Nicht mal selbstbewusste Männer oder vor Mut überlaufende Trunkenbolde wagten sich ihn herauszufordern. Zumindest nicht in diesen Ländern.
      Was aber Valteri zum nachdenken brachte, war diese absolut verschrobene Überraschung die Elraya zeigte. Wieso fragte sie ob er freiwillig mit ihr Sex haben wollte? Sie sah doch gar nicht schlecht aus und bot sogar ein gebärfreudiges Becken.
      Viel eher stellte er sich die Frage ob Sie wirklich mit ihm verkehren wollte, nun, da sie sehen konnte warum die meisten Frauen in diesen Ländern einen Nordmann mieden.
      "Sicher dass du nicht verwechselst? Könnte dir schaden."
    • Das war nun doch eher nach Elrayas Geschmack, die Andeutung einer Drohung, die Valterri von den Lippen kam. Ob ernstgemeint oder nicht, aber das ging schon eher in die Richtung, die Elraya sich vorgestellt hatte, die einzige Richtung, die sie kannte. Zugegeben, sie hätte wohl kaum eine Chance gegen die Muskelpakete gehabt, die Valterris Arme darstellten, aber irgendwas hätte sie sich schon einfallen lassen. Dass Valterri nun scheinlichst den Spieß umdrehen wollte, kam ihr gerade gelegen.
      "Wenn du unbedingt Sex haben willst, dann komm doch her und versuch's", frohlockte sie, während sie die Blumen mit überraschender Vorsicht in ihren Hosenbund steckte, peinlichst genau darauf bedacht, sie nicht weiter als notwendig zu zerquetschen. Erst, als sie sicher verwahrt waren, beförderte sie ihr Messer zu tage, ließ es in ihrer Hand kreisen, richtete es dann auf Valterri aus und beugte sich angriffslustig vor.
      "Komm und versuch's doch! Ich bin eh viel zu schnell, als dass du mich fassen könntest."
      Das war schon eher ihr vertrauter Umgang, den sie mit Lodoz immer ausgeübt hatte, ein Spiel, was sie kannte und das ihr daher Sicherheit verschaffte. Fast steigerte sich ihre Lust dadurch von selbst.
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