[2er RPG] The Curse of Time {TobiMcCloud & Codren}

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    • "Naaaahh... Was sollen wir mit der nur anstellen?! Guck sie dir an. Ein Schlag und n Schubser reicht aus um ihr so viel Panik zu bereiten, dass sie zusammen klappt. Wo hat die nur gelebt? In nem Palast oder was? Hat wohl nen goldenen Stock im Arsch."
      Lodoz rieb sich entnervt den Nasenrücken als er versuchte einen guten Plan zu entwickeln wie man diese Frau formen könnte.
      "Endlich mal ansatzweise gute Nachrichten.."
      Meinte er etwas leiser als Elraya ihren Bericht über Khil äußerte.
      "Kann aber auch noch einiges an Glück dahinter gesteckt haben. Die Wachen besaufen sich gerne selbst auf so nem Fest und die reichen Säcke verwechseln auch gerne mal ihre eigenen Taschen wenn sie knülle sind."
      Er spielte es klar runter dass Khil scheinbar Talent hatte flink und diebisch sein. Aber wie hätte er auch anders reagieren sollen? Er war genervt darüber wie lange sie gebraucht hat, konnte keinen Druck ablassen und zu allem Überfluss waren Berek und Pria noch immer nicht zurück.
      Das lies ihn dann wieder umher laufen. Langsam glaubte er auch dass denen etwas zugestoßen sein muss... oder sie haben sich... da bemerkte er Elraya's Geruch.. AUCH einen hinter die Binde gekippt.
      "Sag mir jetzt nicht du hast dir einen gesoffen ohne mir etwas mitzubringen. Kannst du mir mal erklären wie ich dich sonst ertragen soll?"
      Er kam direkt auf Elraya zu, mit dem Ziel sie nach einer verborgenen Flasche abzutasten.
    • Als hätte Elraya nur darauf gewartet, ließ sie sich bei Lodoz Ansturm nach hinten fallen und rollte rückwärts über den Tisch hinweg, um auf den anderen Seite aufzukommen und ihn anzugrinsen. Wenn er nach links um den Tisch ging, ging sie in die andere Richtung. Sie puhlte die Flasche aus ihrem Hemd hervor und trank eilig einen Schluck davon, der zur Hälfte daneben ging. Den Dolch hielt sie in Lodoz' Richtung ausgestreckt und rülpste erneut; in der Flasche war noch etwa ein Viertel drin.
      "Uh-uh. So nicht, Freundchen. Wenn du was abhaben willst, musst du schon herkommen und dir was holen."
      Dabei tänzelte sie wieder von ihm weg, aber schließlich machte Lodoz kurzen Prozess aus der Sache. Er packte den Tisch bei den Beinen und mit einem kurzen Ächzen hob er ihn an und schmiss ihn mitsamt seiner Papiere zur Seite. Elraya kreischte auf.
      "Meine Papiere, du Arsch!"
      Aber das interessierte ihren Bruder wenig und Elraya wich rückwärts von ihm weg.
      "Du bist unbewaffnet, deine Karten stehen deutlich schlechter, Fettsack!"
      Das war wohl der richtige Ausdruck für diese Situation. Sie gluckste über ihren geistreichen Einfall, sprang ihm aus dem Weg, fuchtelte mit ihrem Dolch durch die Luft und trank einen erneuten Schluck. Sie war zwar schneller als er, allerdings war ihre Behausung deutlich begrenzt und so setzte sie auf die Taktik, die Flasche zu leeren, bevor er sie ergreifen würde.
    • Lodoz stampfte Elraya noch eine Weile hinterher. Es ging ihm gehörig auf die Nerven dass sie ihm ständig so flink ausweichen konnte. Ein oder zwei Mal hätte er sie beinahe gehabt, doch konnte er seinen verletzten Arm einfach nicht so einsetzen wie er es gerne wollte. Dass er dabei auch noch als Fettsack bezeichnet wurde, setzte allem die Krone auf. Er konnte sich einfach nicht zurück halten Elraya einen Stuhl entgegen zu werfen, welchen sie auch noch kurz vorher ausweichen konnte, aber das gab ihm nun genug Zeit grade noch so ihr Handgelenk zu packen, in welchem sie ihren Dolch hielt.
      In diesem Schwung konnte er sie aber kaum ordentlich in einen Griff bekommen um ihr die Flasche abzunehmen, stattdessen fielen beide rückwärts auf den harten Boden, dabei zerbrach die Flasche, was in Lodoz den letzten Funken auslöste.
      "Du verdammtes kleines....!"
      Ein kurzes Gerangel folgte in welchem Lodoz stets bedacht war die Hand von Elraya fixiert zu halten, welche den Dolch hielt. Mit seinem restlichen Körper setzte er sich mit den Beinen links und rechts von Elraya's Bauch auf sie und holte weit mit seiner geballten Faust aus. In seinem Kopf würde er diese Frau nun bis zur Unkenntlichkeit schlagen. So lange bis sie nur noch zucken und ihre Mahlzeiten trinken konnte.

      Bevor aber sein erster Schlag landen konnte, quietschte es leicht aus der Richtung des eigentlichen Eingangs, welcher nur durch einem komplizierten Tunnelsystem erreichbar war, von welchem auch schon die meisten Wege eingestürzt waren. Lodoz selbst verlief sich dort immer, da einfach jeder Gang gleich aussah. Doch der eintretende Berek, hatte mit diesem System überhaupt keine Probleme. Auch um Licht musste sich der magisch begabte Mann keinerlei Sorgen machen. Er nutzte für diese Zwecke einfach eine Flamme, die er in seiner Hand erzeugte, welche den selben Lichtschein hervor brachte wie eine Fackel.
      So sah Berek in den Raum hinein als er die Flamme verschwinden lies und sah Elraya und Lodoz aufeinander.
      "Muss das wirklich sein? Könnt ihr euch dafür nicht ein eigenes Zimmer nehmen? Ihr seid einfach nicht mehr zu retten..."
      Die Enttäuschung sprach ihm aus der tiefsten Seele als er seinen Hut ab nahm und zum Tisch schritt. Dort angekommen stellte er diesen erst mal wieder auf, lies aber die Karten und all das andere Zeug liegen. Zuerst letzte er mal seinen Hut ab, samt einen Jute-Beutel, welcher mit Nahrungsmitteln und ein paar Flaschen Drachenbräu gefüllt war. Daraufhin zog er sich seinen Mantel aus, welchen er über den Stuhl hing.
      "Also? Wer von euch will mir erklären warum dort in der Ecke ein kleines Mädchen kauert?"
      Lodoz lies direkt von Elraya ab und stand auf um sich die Kleidung zu richten und alles daran zu setzen wieder ruhig zu werden. Es war ihm vollkommen egal wenn er Elraya auf die Palme brachte aber das galt ganz und gar nicht für Berek. Wenn man diesen Mann wütend machte, hat er sich dafür gerächt wenn man es am wenigsten kommen sah. Also nickte Lodoz ihm entgegen.
      "Warst ja lang weg. Gab es Probleme?"
      Er schüttelte den Kopf
      "Das würd ich nicht sagen. Ich musste nur eine der Wachen an etwas erinnern. Also?"
      Lodoz blickte zu Khil
      "Oh ehm ja. Das ist so ne komische Frau die es geschafft hat mir zu folgen als ich vor den Wachen floh. Sie hat sogar dieses Versteck hier gefunden indem sie durch einen engen Schacht schlüpfte."
      Zudem erklärte Lodoz noch den kleinen Auftrag, welchen er Khil ausübel lies. Berek selbst hatte sich in der Zeit schon hingesetzt und die Füße auf den Tisch abgelegt. Dabei hatte er die Hände auf seinem Bauch zusammen gefaltet und nickte anschließend.
      "Hm. Interessant. Vermutlich könnte an der ganzen Sache etwas dran sein. Ich werde morgen meine Vögelchen ausschwärmen lassen. Mal sehen ob die was erfahren. Hier."
      Berek kramte ein paar Flaschen aus der Tasche und stellte sie auf den Tisch. Eine davon packte sich Lodoz sofort und trank die halbe Flasche aus.

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    • Elraya konnte Lodoz so lange hinhalten, dass sie schließlich auch noch Zeit hatte ihn über seine fehlgeschlagenen Fangversuche auszulachen, aber dann erwischte er sie doch und der Spaß war vorüber - jetzt war es eher angesagt zu überleben, wenngleich sie noch immer frech grinste. Das Drachenbräu war in einer so einer Situation nicht gerade hilfreich.
      Sie wappnete sich schon auf die bevorstehende Prügel, die sie wohl mehr oder weniger auch verdient hatte, als ein Geräusch des tatsächlichen Eingangs sie beide herüberblicken und den eintretenden Berek sehen ließ.
      "Oh! Berek!"
      Ironischerweise war das ihre Rettung, denn Lodoz war stets über alle Maßen von dem anderen Mann eingeschüchtert. Er schien einen gewissen Effekt auf ihren Bruder zu haben, der ihn daran hinderte, allzu viele Dummheiten zu begehen und für einen Moment sein Temperament zu zügeln, was zur Folge hatte, dass er wie ein unterwürfiger Köter wirkte.
      Und auch jetzt wirkte sein Auftreten wie seine Magie auf Lodoz, der sogleich von ihr abließ und sich tatsächlich die Kleidung glatt strich - als ob das bei seinem fetten Wanst was bringen würde.
      Auch Elraya stand auf, steckte ihr Messer ein und zupfte an ihrem Oberteil herum, bis ihr Ausschnitt gut sichtbar hervorstach. Dann schlenderte sie um den Tisch herum, ignorierte den Kartenhaufen auf dem Boden gekonnt und lehnte sich absichtlich lässig gegen die Tischkante neben Berek. Sobald Lodoz fertig mit seiner Ausführung und am Trinken war, erhob sie selbst das Wort.
      "Wir ham uns schon Sorgen um dich gemacht. Ist alles schief gelaufen, aber sowas hätt' man auch nicht einplanen können. Wir brauchen einen neuen Plan und außerdem brauchen wir einen Plan, um diese Kryss-Truhe zu holen. Aber die Olle fällt immer um, wenn man sie nur anfasst, das ist furchtbar."
      Sie richtete sich wieder auf, aber nur um sich umzudrehen und die Ellbogen auf dem Tisch abzustützen, damit sie Berek ihren Ausschnitt in voller Pracht präsentieren konnte. Oh, wie gerne würde sie sich von seinen Flammen verletzen lassen.
      "Und hast du Pria gesehen? Ohne sie könn' wir nich' anfangen."
    • Lodoz bemerkte sofort wie sich seine Schwester an Berek rann zu machen versuchte. Wären beide nun alleine gewesen, hätte er ihr gezeigt was er davon hällt sich zu zu präsentieren, ob sie es wollte oder nicht, ihr Arsch wäre fällig gewesen. Vor Berek konnte er aber kaum so etwas abziehen. Dieser Mann hatte einfach zu viel Kontrolle, was Lodoz nervte, aber wenigstens musste er nicht permanent um seinen Tod fürchten, solange er mit Berek zusammen arbeitet.
      Im Gegensatz zu Berek, fiel es Lodoz deutlich schwerer nicht auf die Brüste von Elrays zu starren. Berek hatte den Versuch von Elraya schon bemerkt als sie gespielt damenhaft an den Tisch kam, so schenkte er ihrem Versuch vorerst auch keine Beachtung. Viel mehr lies er seine Hand zum Boden wandern um ein paar Steine zu nehmen. Daraufhin setzte er seine Beine wieder vom Tisch ab um die Steine darauf zu positionieren. Den Beiden anderen am Tisch war schnell klar dass Berek den zuvor geplanten Akt aufgestellt hatte.
      Ohne Worte stand er auf, ging etwas im Raum umher um ein bisschen Stroh und weitere Steine zu holen. Mit einzelnen Strohhalmen stellte er grob die Ausgangssituation nach, bis zu einem Punk wo Berek keine Informationen mehr hatte, wo sich wer befunden hat.
      "Also.. Der Plan ist offenbar nicht glatt gelaufen. Ich rate also dringend dass der nächste besser läuft."
      Ganz flüchtig sah er dabei Elraya und Lodoz an, welche für den letzten Teil des Plans die meiste Verantwortung getragen haben.
      "Bis zu diesem Punkt lief alles glatt. Ich habe den Schlüssel zur Rüstkammer erhalten wie ich versprochen habe. Pria hat diese Wache dort abgelenkt als ich mir den Zugang gewährt habe. Also wie kommt es, dass die Truhe nicht in der Rüstkammer zwischengelagert wurde?"
      Nun fiel der Blick auf Lodoz, welcher zugesichert hatte die Informationen zu haben, dass diese dort gelagert wird bis der Herzog eintrifft.
      Lodoz blickte auf und verschränkte die Arme so gut er das mit seiner Verletzung tun konnte
      "Hey. Das ist nicht meine Schuld! Ich habe mich umgehört und bekam den Tipp dass sich der Goldtyp vom Herzog mit dem Geldwechsler der Stadt gen Mitternacht treffen wird. Genau so war es dann auch und die haben darüber gesprochen dass sie die Kiste in der Rüstkammer zwischenlagern werden, da der Herzog erst später eintrifft!"
      Berek sah Lodoz nur an, verzog dabei keine Mine, was Lodoz ein mal schwer schlucken ließ. Es war einfach unmöglich aus diesem GEsicht etwas raus zu lesen. Doch dann klopfte Berek ihm auf den verletzten Arm, wohl ganz klar mit Absicht.
      "Ich verstehe. Ich glaube dir. Also. Da wir noch nicht wissen wo Pria steckt, würde ich diese Sorge endlich vergessen. Es wird wohl alle anwesenden Gemüter beruhigen wenn wir sie in Sicherheit wissen, also. Wärst du so freundlich?"
      "Aber ich hab doch keine Ahn....."
      Da hob Berek seine Hand mit einem leicht angedeuteten Finger an
      "Ah ah ah. Ich bin mir sicher du hast deine Mittel und Wege um sie zu finden. Und nun geh. Ich habe noch..."
      Dann wandte er sich Elraya zu, ging zu ihr und blieb erst ganz eng vor ihr stehen, blickte ihr dann auf die Brüste und legte seine Hand auf ihren Hintern.
      "... etwas mit deiner Schwester zu klären."
      Lodoz ballte die Fäuste und doch konnte er nichts anderes tun als es zu akzeptieren. Dann setzte Berek aber noch einen drauf indem er Elraya einen Kuss auf presste. Es war kaum noch möglich die Wut nicht sofort raus zu lassen als Lodoz das sah. So stürmte er hinaus um den Befehl von Berek zu folgen. Auf jeden Fall gab es nun in der Stadt eine Person die sich der Wut von Lodoz stellen musste.

      Kaum als Lodoz verschwunden war, löste sich Berek von Elraya und stieß diese sogar von sich.
      "Verflucht nochmal..."
      Berek ergriff eine Flasche Drachenbräu und spülte damit seinen Mund aus. Den ersten Schluck spuckte er wieder aus, doch den nächsten genoss er. Lodoz hatte sich wie geplant in Rage versetzen lassen. Es war Berek's Bestrafung dafür dass Lodoz einen Fehler gemacht hatte, er wusste einfach wie sehr Lodoz es hasste und insgeheim verletzte wenn andere mit seiner Schwester unzüchtig waren.
    • Elraya war überrascht, dass ihr Anmachversuch tatsächlich einmal funktioniert hatte. Sie grinste triumphierend und hing sich in den Kuss von Berek hinein, der etwa drei Sekunden lang dauerte, ehe sie alleine waren und er sie von sich stieß. Das war ihr schon Erfolg genug, vielleicht könnte sie ihn ja auch noch dazu bringen mit seinen Flammen zu züngeln.
      "Wollen wir es hier auf dem Tisch machen, oder im Gang draußen? Oder auch auf dem Boden?"
      Sie versuchte ihm nachzurücken und ihre Hand auf seinen Schritt zu legen, als ein Stöhnen aus der Ecke sie stutzen ließ, ehe sie mit den Augen rollte.
      "Die gibt's ja auch noch. Ignorier sie einfach, Berek. Wir können auch nach oben gehen, das wäre doch aufregend, oder nicht?"
      Sie grinste und rückte ihm noch weiter nach.
      Khil erwachte in ein weiteres Meer aus Schmerzen hinein und wimmerte vor sich hin, während sie sich auf die Beine kämpfte. Ihre Nase war gebrochen und sie konnte nicht durch sie hindurch atmen, außerdem tat ihr Arm ungemein weh und in ihrem Rücken pochte es dumpf. Langsam glaubte sie, genug von dieser Lebenserfahrung zu haben.
      Sie entdeckte die Frau von vorhin mit einem neuen Mann, der gänzlich anders als Lodoz aussah. Nun aber von ihrem Missgeschick mit Lodoz ein Stückchen schlauer geworden, blieb sie an Ort und Stelle stehen, hielt sich die Nase mit beiden Händen und nickte dem Mann zu.
      "Guten Tag, Sir. Ich bin Khil."

      Pria hatte sich in einer Dachgeschosswohnung eingeschlossen. Die Besitzer, ein altes Ehepaar, lagen tot in der Küche.
      Mit ihrem Ablenkungsmanöver war alles aus der Bahn geflogen. Ein fehlgeleiteter Zauber, eine Wache, die lang genug lebte um ihr Schwert zu ziehen, eine unvorhergesehene Patrouille. Pria konnte zwar schnell laufen, aber sie war eben nicht so schnell wie Elraya.
      Sie hatte sich zurück unter das Fest gemischt und war dann mit dem Drachen entkommen, aber jetzt saß sie fest. Die Wohnung, in der sie sich befand, war nur einen Block von der Kaserne entfernt und in der Straße wimmelte es mittlerweile von Soldaten. Sie hatte versucht auf das Dach zu klettern, aber das verfluchte Schwert hatte sie an der Schulter getroffen und nun klaffte dort ein Schnitt, der ihr sämtliche Bewegungen mit dem linken Arm verwehrte. Wenn sie nicht so einen enormen Blutverlust erlitten hätte, hätte sie wohl mit Zauberkraft nachhelfen können. Hätte, hätte, hätte.
      Nun saß sie im Wohnzimmer unter dem Fenster, das genau auf den Festplatz ausgerichtet war, und zündete sich eine Zigarette an. Verflucht sei der Tag, an dem sie dem ganzen Plan vertrauen geschenkt hatte. Er war wahrscheinlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Wäre ja auch zu schön gewesen, das Reichtum, dass sie sich hätten anschaffen können.
      Nunja, vielleicht hatten es die anderen ja auch nicht geschafft, dann würde sie sie zumindest in der Hölle wiedersehen. Und da würde sie sie dann noch einmal umbringen.
      Sie blies eine Rauchwolke in die Luft und versuchte den Schmerz der Wunde zu ertragen, die sich bis über ihr Schulterblatt zog. Ihr Oberteil war ruiniert und dabei hatte sie es erst letztens gestohlen. Was für eine Schande. Eine wirkliche Schande. Sie lehnte den Kopf an die Wand und versuchte einigermaßen friedlich zu sterben.
    • Elraya bewies mal wieder dass ihr Verlangen nach etwas deutlich größer war als ihr Gehirn.. Berek hätte kotzen können als sie ihm so nahe kam und so machte er es auch deutlich.
      "Sag mal hast du sie noch alle? Scher dich weg!"
      Wieder schubste er sie von sich und spuckte vor ihr auf den Boden
      "Wer weiß wie viele Schwänze du heute schon in diesem Mund hattest. Da wäre mir jede Prostituierte lieber. Geh deinem Bruder nach und fick den wenn du es so nötig hast"
      Sichtlich angewidert zog er dabei die Arme hoch als könnte er sich an irgendetwas anstecken wenn sie sich an ihm reiben würde. Sollte sie sich doch gekränkt fühlen aber da hörte bei Berek der Spaß ganz klar auf. Sie war für ihn gut genug um Leute zu töten oder in diesem Fall Lodoz zu bestrafen aber zum Vergnügen würde er sich nie mit Elraya einlassen und das sollte sie auch spüren.

      Als dann aber diese Frau, über welche er grob Informationen bekommen hatte, aufwachte und mächtig lädiert drein blickte, hob Berek interessiert seinen Kopf an
      "Ich nehme mal an das war der Kerl mit der Narbe im Gesicht?"

      Ein knappes nicken später, ging Berek zu der Frau die sich als Khil vorgestellt hatte.
      Er prüfte sie ein wenig, bemerkte dabei dass sie nur unter Schmerzen grade stehen konnte, also brachte er ihr einen Stuhl

      "Bitte. Setz dich."
      Daraufhin nahm er ihre Hände aus dem Gesicht und nickte
      "Mhm. Die ist gebrochen. Da konnte sich wohl jemand.. mal wieder.. nicht beherrschen."
      Zischte er deutlich in Elraya's Richtung. Entweder hatte sie Khil so zugerichtet oder es war Lodoz. Zugetraut hatte er es beiden. Lodoz um sich als Alpha Männchen in den Raum zu stellen oder zu grob an Informationen zu kommen und Elraya... naja... weil sie betrunken war oder eifersüchtig. Diese Khil machte auf ihn zumindest nicht den Eindruck dass sie die beiden Provoziert hätte. Viel eher sah sie aus als würde sie nicht mal die Stimme erheben um sich für einen Nieser zu entschuldigen wenn man es ihr nicht erlaubt hätte.
      "Gut mir reichts. Elraya! Räum diesen Saustall auf. Ich bring Khil zu einem Arzt. Ich kenn da wen der mir noch einiges schuldet. Wenn ich zurück bin, will ich es hier ordentlich haben. Abgesehen davon könntest du auch auf die Suche nach Pria gehen. Wenn sie bisher nicht zurück gefunden hat, wird sie irgendwo fest stecken oder im Kerker sitzen. Für dich will ich hoffen dass sie nicht im Kerker sitzt, sonst wirst du sie dort raus holen."
      Auf eine Antwort wartete er nicht. Er nahm Khil auf seine Arme und nutzte den Seitenausgang um direkt in der Gasse zu landen. Von dort an trug er sie bis zum besagten Arzt, welcher eine kleine Klinik hatte die gut und gerne 10 Personen beherbergen konnte. Auf dem weg sprach er kein Wort mit Khil. Erst als er sie dort sicher in ein Bett verfrachten konnte und der Arzt die nötigen Medikamente zusammen mischte, betrachtete er Khil eingehend.
      "Sag mir junge Frau. Wen muss ich dafür bestrafen lassen? War es der Kerl mit der Narbe oder die Frau mit den kurzen Haaren? Unter meiner Aufsicht passiert so etwas nicht, das kann ich dir versprechen."
    • Elraya gab schließlich enttäuscht den Versuch auf, sich weiter an Berek heranzumachen, dessen Interesse sie wohl falsch gedeutet haben musste. Daran musste es liegen. Wer konnte denn schließlich auf ihre vollen Brüste verzichten?
      Khil begegnete dem neuen Mann mit ausgesprochenem Misstrauen. Was sie bisher über die Gruppe erfahren hatte, beschränkte sich fast hauptsächlich auf rohe Gewalt und Beschimpfungen, die üblicherweise Hand in Hand miteinander einhergingen, und daher kam ihr die vornehme Art des Herren wie eine Falle vor - auch wenn es sie erleichterte, dass er wohl einen Funken von Manieren zu besitzen schien. Entgegen der anderen beiden dieser Truppe, die sich wie Gorillas bewegten, hatte er eher einen angemessenen Gang, der ein bisschen an eine Schlange erinnerte.
      Letzten Endes hatte sie ja aber sowieso keine andere Wahl als ihm zu gehorchen, also setzte sie sich gehorsam und ließ zu, dass er ihre Nase betrachtete. Die darauffolgende Stichelei an Elraya empfing diese mit abwehrenden Händen, die sie in die Luft hob.
      "War ich nicht, Berek. Ich schwör's."
      Mehr traute sie sich aber nicht zu sagen, sondern fing stumm an, auf Bereks Befehl hin die Karten vom Boden aufzuheben und zurück auf den Tisch zu pfeffern. Sollte er sich doch um die feine Khil kümmern, langsam ging sie ihr richtig auf die Nerven. Alle Männer in ihrer Umgebung schienen Gefallen an ihr zu finden.
      Als die beiden anderen verschwunden waren, räumte sie den Rest der Unordnung auf und machte sich dann, nachdem sie noch etwas von Lodoz' zurückgelassener Flasche trank, tatsächlich auf den Weg Pria zu finden. Vielleicht würde sie ihren Bruder ja auf der Straße einholen.

      Khil ließ sich äußerst gehorsam von dem Mann wegtragen, wenngleich sie ihm gerne gesagt hätte, dass sie durchaus eigenständig laufen konnte. Aber eigentlich war das gar nicht unbequem, so konnte sie ihre Nase festhalten und musste sich nichtmal anstrengen, denn gut Luft hätte sie ja sowieso nicht bekommen.
      Er setzte sie bei besagtem Arzt ab und erhob dann erst das Wort, während er auf ihrem gesamten Weg noch geschwiegen hatte. Sie betrachtete ihn eingehend und wägte ab, ob er bei ihrem Wortschwall genauso reagieren würde wie Lodoz.
      "Ich denke nicht, dass eine Bestrafung notwendig ist, Sir, auch wenn ich Ihre Mühe für eine Fremde zu schätzen weiß. Es gab ein ganz klares Missverständnis, zu dem ich aufrichtig stehen kann; ich hatte Lodoz auf einige Schwachpunkte in seiner gestellten Aufgabe hingewiesen und ihm schien es wohl eine geeignete Lehre, mir hinterher sehr deutlich zu erklären, dass er kein Verfechter von konstruktiver Kritik ist. Er hatte wohl verpasst, mir das vorher zu sagen."
      Sie nickte, hörte dann allerdings wieder auf und hielt sich weiter die Nase.
      "Allerdings gäbe es auch noch etwas anderes von Lodoz, das sich Ihr Arzt anschauen könnte. Ich bin wohl etwas zu ungestüm in Ihre Behausung geplatzt, da stach er seinen Dolch in meinen Arm. Die Frau hatte ihn vernäht, aber - wenn Sie mir diese Bemerkung verzeihen werden - ich glaube, die motorischen Fertigkeiten ihrer Finger sind in etwa so weit ausgeprägt wie ihre Haare. Wenn das so verbleibt, fürchte ich, könnte die Wunde niemals verheilen."
    • Lodoz war mehr oder weniger gleichgültig unterwegs gewesen. Mit seinem schwarzen Mantel, dessen Kapuze weit in sein Gesicht gezogen war, schritt er durch die Gassen, welche meist miteinander verbunden waren und für Gauner wie ihn beinahe schon wie eine Hauptstraße waren. Er war auf 180 als er mit den Händen in den Taschen des Mantels durch die Gassen wanderte, immerzu überlegend wie er Berek Gift in ein Getränk geben könnte oder ihn auf andere Weise ermorden kann, wären da nicht all diese Sicherheiten gewesen, die sich dieser Mistkerl über Jahre hinweg aufgebaut hatte. Starb er plötzlich, würde er die halbe Stadt mit sich begraben, es war einfach irrsinnig. Und nun nagelte er auch noch seine Schwester... Lodoz kochte bei dieser Vorstellung. Warum konnte ihm ausgerechnet heute keine Person in den Gassen entgegen kommen? Das musste einfach ein verhexter Tag sein. Aber wenigstens sorgte die halb geexte Flasche von vor wenigen Momenten langsam dafür dass er sich etwas mehr seiner Gleichgültigkeit hingeben konnte.
      Er blieb in einer Gasse stehen, in welcher sich eine Hintertür eines wohl eher nobleren Wohnhauses auf tat. Einen Moment grübelte Lodoz. Sollte er seine kleinen Informanten aufsuchen wie es Berek wollte.. oder versuchte sich Lodoz an seinen Fähigkeiten des Schlösser knacken? In diesem Haus könnte immerhin eine edle Dame wohnen. Das würde Gold, Essen, zu saufen, einen bald toten Ehemann und feuchte Schenkel bedeuten.
      Als sich Lodoz diese Vorstellung machte, fiel ihm die Wahl ganz und gar nicht schwer. So zückte er sein kleines Set um Türen zu öffnen und versuchte diese zu knacken. Solange Berek nicht in seiner Nähe war, konnte er ihm trotzen. Wenn der Kerl etwas nicht wusste, konnte es auch nicht gegen Lodoz verwendet werden, also waren nun erst mal seine Bedürfnisse an erster Stelle.

      In der Klinik hörte Berek der jungen Frau aufmerksam zu und öffnete auch direkt verblüfft die Augen. Diese Frau und ihre Ausdrucksweise war nichts was man in dieser Stadt oft zu hören bekam, was ihn dann doch etwas schmunzeln ließ. Kein Wunder dass Lodoz sich provoziert sah. Ebenso wenig wie Elraya, welche nun für Berek eindeutig eifersüchtig war. Diese Khil war hübsch, konnte reden und schien nicht dumm zu sein. Vielleicht etwas einfältig in Bezug auf Menschen aber das konnte man ganz sicher beheben.
      Was dann aber noch folgte, waren Informationen die ihn ganz und gar nicht gefielen. Lodoz hatte ihr nicht nur in ihr hübsches Gesicht geschlagen, sondern auch noch Waffengewalt genutzt. Das Ego dieses Mannes war ganz klar leichter zu verletzen als es Berek schon angenommen hatte. Das würde Lodoz noch teuer zu stehen kommen. So viel stand fest.
      Seine Wut darüber ließ Berek aber zu keiner Sekunde an die Oberfläche kommen. Er versuchte in der Öffentlichkeit immer ein freundliches Gesicht zu waren und zeigte immerzu eine zuvorkommende Seite.
      "Hab keine Angst. Du musst die Zwei nicht in Schutz nehmen. Der eine ist ein Rüpel und die andere ist auf alles Eifersüchtig was das gleiche Geschlecht hat. Ich vermute sie hat dir bewusst so grob den Arm versorgt, immerhin könnte sie blind ihren Dolch auf jedem Finger balancieren. Nehme sie also bitte nicht in Schutz."
      "So. Ich bin soweit. Kann ich anfangen?
      unterbrach der Arzt tatkräftig mit einer Salbe, einem Getränk und einem glänzendem Gefäß. Berek nickte und stand vom Bett auf um diesem Platz zu machen. Was folgte war eine Behandlung die recht üblich war. Die Nase wurde gerichtet, was im ersten Moment viel Blut fließen lies und mit dem glänzendem Gefäß aufgefangen wurde, so wie auch die Salbe kurz darauf auf der Nase ihren Platz finden durfte, welche mit einem ordentlichen Teil an Kalzium versehen war um die Heilung des Knochens zu begünstigen. Doch als Berek auf den Arm der Frau hinwies, schnellte der Arzt zu einem Schrank in welchem einige Verbände lagen und schon vorgefertigte Salben, da in dieser Stadt Stich und Schneidwunden normaler waren als Brot und Wasser.
      So fand auch Khils Arm eine schnelle und fachgerechte Versorgung, samt neuer Naht, nachdem die stümperhafte entfernt wurde. Alles in allem war der Arzt sehr fähig und engagiert gewesen, was Berek mit einem Nicken statt Goldmünzen belohnte.
      Im Anschluss kümmerte sich der Arzt mit einer eingetroffenen Assistentin um die Säuberung des Gefäßes und dem Aufräumen ehe sie sich wieder um andere Dinge kümmerten.

      "Ich hoffe das wird vorerst der letzte Schmerz gewesen sein den du erdulden musstest. Oh und verzeih, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Berek. Mehr musst du von mir gar nicht wissen. Das ist besser für alle. Du hast sicher schon selbst erschlossen dass einer der mit solchen Raufbolden wie dem Vernarbten und dem einzigen Rotscho
      pf unterwegs ist, kein Engel sein kann, nicht wahr?"
      Er holte eine kleine Schachtel hinaus, in welcher einige Zigaretten waren, von welcher er sich eine mit einem Streichholz ansteckte. Ein ziemlich teurer Spaß, da Zigaretten eine brand neue Erfindung Corsav waren. Oder zumindest haben diese es auf den Markt gebracht. Somit waren diese nicht grade günstig zu erstehen, da sie bei vielen eine Sucht auslösten und direkt dafür sorgten dass der Preis gesteigert werden konnte.
      "Nun lass dir gesagt sein.."
      Er legte lässig ein Bein über das Andere
      "Ich bin ganz und gar kein Engel. Ich besitze aber Manieren und bestrafe niemanden der es nicht verdient hat."
    • Khil ließ sich anstandslos vom Arzt versorgen, der den Anschein erweckte, als würde er ein ehrliches Geschäft führen und dabei ihre Schmerzen auf ein Minimum reduzierte. Es gab ihr die Gelegenheit, über die Situation nachzudenken.
      Die Zusammenkunft mit der Truppe war zweifellos keine sehr kluge Entscheidung gewesen, doch andererseits wusste sie, auf was sie sich eingelassen hatte und schließlich brauchte sie das Können. Renera hatte ihr zwar viel beigebracht, was mit Kreaturen und dem Überleben in der Wildnis zu tun hatte, aber in einer Stadt waren sie nicht in der Wildnis und außerdem verspürte Khil jetzt, nachdem sie schon ein paar Tage von ihr getrennt war, nicht das geringste Bedürfnis, sich tatsächlich in einen Wald zu schleichen und versuchen ein Kaninchen zu erlegen. Stattdessen konnte sie doch ihre offensichtlichen Stärken nutzen, die ja sogar Renera angepriesen hatte: Ihre Kunst zu schleichen und ihr Kampfgeschick. Khil konnte es zwar nicht mit einer Kreatur aufnehmen, aber mit Menschen allemal.
      Also würde sie dabei bleiben. Sobald sie sich selbstständig versorgen konnte, könnte sie sich Gedanken darüber machen, was sie als nächstes lernen sollte. Vielleicht ja eine Handwerkskunst? Oder etwas ganz anderes? Und bis dahin könnte ihr der Mann vor ihr behilflich sein.
      Der Arzt beendete seine Behandlung und der Mann stellte sich ihr als Berek vor, das sollte ihr genügen und das tat es auch. Sie beobachtete geduldig, wie er sich eine Zigarette anzündete.
      "Das habe ich auch zu keiner Zeit gedacht, Sir. Ich habe auch nicht damit gerechnet, mit offenen Armen empfangen zu werden, wobei ich mich auch gänzlich ungeschickt angestellt habe. Allerdings hatte ich gehofft, auf offene Ohren zu stoßen, nachdem ich mein Angebot geäußert habe."
      Nachdem ihre Nase wieder gerichtet und sogar ihr Arm versorgt war, verschränkte sie die Hände sittsam in ihrem Schoß und warf einen kurzen Blick in den Raum.
      "Ich beabsichtige, von Ihrem werten Lodoz in der Kunst des Diebstahls unterrichtet zu werden. Meine frühere Lehrerin erteilte mir eine äußerst umfassende Ausbildung in der Kampfkunst und schulte mich in diversen anderen Künsten wie der Selbstverteidigung, der Medizin und des Jagens. Allerdings beschränkte sich ihr Fachgebiet deutlich auf die rohe Wildnis und die Bekämpfung der Kreaturen, was zwar einer vollumfassenden Ausbildung in diesen Künsten nicht entgegenwirkt, aber doch nicht vollständig auf den Gebrauch in menschlichen Gebieten anzuwenden ist. Nachdem ich mich vor kurzem erst von dieser Lehrerin trennte und meinen eigenen Weg ging, musste ich merken, dass meine physischen Fähigkeiten noch nicht den Diebstahl einschließen und wie Sie sich vorstellen können, ist es deutlich schwierig, ohne Gegenleistung etwas zu Essen zu bekommen. Damit wäre ich auch schon bei dem eigentlichen Thema, dass ich Lodoz bereits unterbreitete: Ich biete für die umfassende Ausbildung eine Truhe voller Kryss, die sich im Besitz einer mir bekannten Gruppe befindet. Leider weiß ich nicht um deren Aufenthaltsort, ich kenne allerdings genauestens ihr Ziel und habe umfassende, fortführende Informationen über die Gruppe zu bieten, welche es einfach machen sollten, die Truhe - wenn gefunden - in Gewahrsam zu nehmen. Sie werden allerdings verstehen, dass ich diese Informationen nicht herausgeben kann, bevor ich mir nicht sicher sein kann, dafür auch meine Gegenleistung zu erhalten."

      Ein Knacken an der Tür ließ Pria die Augen öffnen. Sie fühlte sich schon leicht im Kopf, der Verband an ihrer Schulter war ganz offensichtlich nicht ausreichend, um das Blut vollständig aufzuhalten.
      Es knackte erneut und diesmal richtete sie sich ein Stück auf. Die Zigarette hatte sie fertig geraucht und eine zweite wollte sie nicht anzünden, wenn sie mittendrin versterben würde. Das war reine Verschwendung.
      Ein drittes Knacken und nun war sie sich sicher, dass sich jemand am Schloss zu schaffen machte. Ein Soldat war das wohl kaum, denn der würde einfach die Tür eintreten, aber sonderlich geübt schien dieser Einbrecher auch nicht zu sein. Was für ein Versager.
      Sie zog die Beine an, hielt sich den Verband an der Schulter und richtete sich auf. Dann wartete sie, dass der Schwindel nachließ und schlich auf leisen Sohlen zur Tür.
      Es knackte erneut. Der Kerl musste unheimlich schlecht sein. Vor so jemandem würde sie ganz sicher nicht sterben, da brachte sie ihn lieber zuerst um. Zum Schluss würde er sich noch an ihrer Leiche vergehen, das wäre ja wohl ein schlechter Scherz.
      Sie ließ den Verband los und ergriff die feine Nadel in ihren Haaren, die sie herauszog und den provisorischen Zopf damit löste. Die Nadel war so lang wie ihre Hand und würde, wenn gut gezielt, jemandem die Ader durchstechen können. Allerdings hatte sie in diesem Zustand kaum genug Präzision für so ein Manöver, also würde sie eher auf seine Augen zielen.
      Sie positionierte sich hinter der Tür, hielt die Nadel von ihrer Brust abgewandt und wartete dann. Warmes Blut klebte ihr am Rücken und stank fürchterlich. Vielleicht hätte sie ja hinterher noch genug Zeit um sich zu waschen.
    • Da war schon wieder dieses Wort.. Diese Khil meinte ständig 'Sir' sagen zu müssen. Sogar Berek fiel auf wie sehr diese überzogene Form der Höflichkeit stören konnte. Kein Wunder dass Lodoz dabei an die Decke ging.
      "Hm.. Ich verstehe. Du bist zielstrebig wie mir scheint. Hast aber tatsächlich überhaupt keine Ahnung von Menschen. Sei froh dass dir nicht schlimmeres passiert ist. Hier gibt es einige Ecken wo du für Monate geprügelt und vergewaltigt worden wärst, nur um künftig als Prostituierte zu arbeiten."
      Er zuckte mit den Schultern und kniff sich verständlich auf eine Seite der Wange
      "Ich meine klar. Hast jetzt mit Lodoz auch keinen Goldtopf bekommen aber der ist eh ein Sonderling. Genau wie seine Schwester. Die mögen sich ständig ankeifen und gelegentlich mal umbringen wollen aber insgeheim, nur unter uns, können die gar nicht ohne sich. Das sind zwei echt Kranke. Provoziere sie aber nicht wenn du nichts gegen sie in der Hand hast. Sie mögen etwas zu temperamentvoll sein, haben aber ihre Vorzüge, was sich meist auf Raub und Mord bezieht. Die sind wie Pech und Schwefel. Würden sie zusammen arbeiten, wären sie längst im Besitz einer eigenen Burg."
      Berek lachte bei der Vorstellung und kam direkt zum nächsten Thema
      "Ach und bevor ich es vergesse. Wenn du dir einen Gefallen tun willst, verlerne diese gedrechselte Gerede von dir. Das mag an Hof gut funktionieren und anerkannt sein aber in einer Stadt oder unter 'normalen' Menschen gehst du einem damit echt auf die Nerven. Hast es ja an Lodoz gesehen. Sprich einfach aus was du sagen willst und spar dir das drum herum. Du hast hunger, dann sag einfach dass du Hunger hast und erzähl nicht erst wieso dein Körper in diesem Moment ein Gefühl verspürt was Menschen als Hunger vernehmen. Weißt du was ich meine?"
      Das war in diesem Monat der wohl best gemeinteste Rat den Berek weiter gab, andernfalls sah er diese Frau schon ziemlich schnell im Grab, denn konnte er gewiss nicht permanent in ihrer Nähe bleiben.
      "Aber mal zurück zu deiner ominösen Kryss Geschichte."
      Er lehnte sich etwas zurück und nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarette, dessen Rauch er hoch an die Decke pustete bis er wieder Khils Blick fokussierte
      "Bevor ich dir hier irgendwelche Versicherungen ausspreche, sollte dein Köpfchen doch ganz sicher auch wissen, dass ich dir so eine Geschichte nicht einfach so abnehmen werde. Du erzählst mir grade dass eine wandelnde Bank, die sehr leicht aus zu nehmen ist, einfach so in dieser Stadt umher wandert. Woher hast du diese Informationen? Eine Gruppe die reicher ist als dieser Herzog, von welcher du so viele Informationen zu haben behauptest und welche ICH nicht kenne..."
      Da lehnte er sich nach vorne und sah Khil das erste mal mit einem Blick an der mehr Vergeltung ausdrückte als Lodoz mit seiner blinden Wut
      "... gibt es nicht. ODER..."
      Da grinste er finster und nahm einen erneuten Zug während er sich wieder etwas entspannt in den Stuhl lehnte
      "...du kennst diese Leute. Ist die Person vielleicht darunter die dich ausgebildet hat?"


      "Du beschissenes Schloss! Gleich tret ich dich ein"
      Sprach Lodoz langsam seine Nerven verlierend als das Schloss nach dem vierten Versuch noch immer nicht auf ging. Klar es war ein Schloss das auf dem Markt als Einbruchsicher gepriesen wurde doch...
      Nun trat er es wütend auf.
      War es wohl kaum gegen wütende Einbrecher gewappnet. Endlich konnte er eintreten und sich all das holen was er wollte. So sehr freute er sich schon lange nicht mehr darauf einem Ehemann das Leben auszuprügeln und die zurück bleibende Frau zu schänden bis auch sie kein Leben mehr in sich trug. Und all das dank Elraya's Gier und Schadensfreude. Verfluchtes Weibsstück.
      So trat Lodoz nun in die Wohnung ein, roch aber schon im aller ersten Moment als die Tür auf fiel, dass ein alter Bekannter in dieser Wohnung hauste. Blut. Jede Menge an Blut.
      Sofort zückte er seinen Dolch und lugte ganz langsam in die Ecke, welche die Tür verborgen hielt und exakt in diesem Moment, schnellte auch schon ein spitzer Gegenstand auf sein Gesicht zu.
      Nur durch das Abrupte fallen lassen des gesamten Körpers gelang es Lodoz diesem Angriff zu entgehen, auch wenn er dadurch kaum in der Lage war die Oberhand zu gewinnen.
      Doch bemerkte er nach dieser Aktion genau so schnell wie die Angreiferin, dass ein nächster Angriff nicht nötig war.
      "Wah.. PRIA?!
      Er lies seinen Dolch aus der Hand fallen und hielt ihr beide flachen Hände entgegen, immer noch mit seinen Gedanken ringend, ob er gerade richtig sah. Da hatte er Pria noch vor wenigen Momenten für seine Gier abgeschrieben, da fiel sie ihm auch schon regelrecht entgegen.
      "Verdammt nochmal! Wo hast du gesteckt?! Ich suche schon seit Stunden nach dir! Elraya hats vermasselt! Berek ist außer sich und gibt jedem die Schuld, sogar mir, obwohl ich klar auch nicht ohne Verletzung aus dieser beschissenen Planung rauß kam. Als alle schief gelaufen war, hat mich Elraya in eine falsche Gasse gelotst um ihren eigenen Hals zu retten. Du siehst ja was draus geworden ist."
      Er deutete seinen Arm an und hoffte dass sie in ihrer klar erkennbaren Schwäche noch zurechnungsfähig genug war.
    • Khil hörte sich äußerst sorgfältig an, was Berek zu ihr zu sagen hatte. Sie hätte gerne Fragen gestellt, um die Situation besser im Blick zu haben, aber gleichzeitig leistete sie Gehorsam, indem sie sich klar machte, was er meinte mit "sprich einfach aus was du sagen willst". Das tat sie doch eigentlich eh schon, oder etwa nicht? War es ihre Ausdrucksweise, mit der Renera immer meinte, dass sie wie eine Gelehrte sprach?
      Darüber würde sie nachdenken müssen, wenn sie Zeit hatte. Erstmal wollte sie von der Kiste zu überzeugen, denn ganz genauso wie Lodoz schien auch Berek ihr nicht glauben zu wollen. Wieso nicht? Sie hatte geglaubt, ein solches Angebot würde ein kriminelles Herz gleich höher schlagen lassen, aber stattdessen schien ihr jeder nur unterstellen zu wollen, dass sie log. Wenn lügen so einfach war würde sie es doch wesentlich häufiger tun, oder etwa nicht?
      Sie versuchte sich ganz darauf zu konzentrieren, Bereks Zweifel zu beseitigen, ohne dabei zu viele Informationen preis zu geben, aber der Blick, den er ihr fast beiläufig zuwarf, jagte ihr einen plötzlichen Schauer über den Rücken und ließ sie stutzen. Bis vor einer Minute hatte sie noch gedacht, in Berek tatsächlich einen halbwegs anständigen Mann getroffen zu haben, vor dem sie sich nicht so schützen musste wie vor Lodoz, doch mit einem Mal war sie sich dessen nicht mehr ganz so sicher. Würde er sie auch verprügeln, wenn sie sich nicht nach seiner Vorstellung verhielt? Eigentlich wollte sie es gar nicht erst ausprobieren.
      "Ich kenne die Gruppe, weil ich fast zwei Wochen mit ihnen gereist bin. Ich verbrachte zwei Jahre an der Seite meiner Lehrerin, bevor wir zufällig auf die Gruppe stießen und sie den Anführer als einen totgeglaubten Freund wiedererkannte. Wir schlossen uns ihnen aus alter Freundschaft an und daher war ich auch zugegen, als die Kiste ausgegraben wurde. Und nachdem mich auch schon Lodoz danach fragte: Der Anführer hat kein Interesse daran, den Reichtum der Kiste einzusetzen. Er interessiert sich für das Kryss für magische Zwecke, der reine Gegenwert der Truhe ist höchstens Nebensache. Daher kann ich Ihnen auch die Versicherung geben, dass sich das Kryss noch in seinem Gewahrsam befindet."
      Sie blinzelte.
      "Ich habe kein Interesse an dem Wohlergehen der Gruppe, daher muss ich mich auch keinem moralischen Dilemma stellen, wenn ich Ihnen von ihr erzähle. Allerdings trennte ich mich von meiner Lehrerin aus... persönlichen Gründen und möchte ein Wiedersehen vermeiden. Wie Sie sich vorstellen können, kann man mich leicht erkennen, wenn man weiß, wonach man Ausschau halten muss und trotz allem wäre es mir nicht wohl, die Waffen gegen sie zu erheben. Uns verband... eine intime Beziehung."
      Sie kniff die Augen zusammen.
      "Habe ich mich so richtig ausgedrückt? Oder rede ich noch immer "gedrechselt"?"

      Pria zog die Hand zurück, kaum als sie den bulligen Kopf erkannte.
      "Lodoz?!", japste sie und war wahrscheinlich niemals in ihrem Leben so erleichtert gewesen, sein hässliches Gesicht zu erblicken. Nachdem sie den ersten Schock seines Auftauchens überwunden hatte, ergriff sie seine ausgestreckten Hände und stützte sich kurz darauf schon schwer auf ihn, als sie merkte, wie ihr Adrenalin nachließ und ihr wieder schwindelig wurde. Dann also doch nicht sterben? Vielleicht konnte sie ja doch noch eine rauchen.
      "Berek ist außer sich?", wiederholte sie und ließ sich von Lodoz zum nächsten Sessel eskortieren, auf den sie sich fallen ließ und darin einsank. Sie beförderte ihre zweite Zigarette aus ihrer Brusttasche hervor und entzündete sie mit einem kleinen Funken ihrer Fingerspitzen. Der Kryss für dieses Kunststück saß in ihrem Ohrring.
      "Dann will ich nicht heimkommen. Ich hatte so schon einen scheiß Tag, auch ohne, dass ich auf meinen Rücken achten muss. Berek kann mir gestohlen bleiben."
      Sie zog an ihrer Zigarette und blies den Rauch ins Zimmer hinein. Ihr war immer noch schwindelig und diesmal ging der Schwindel nicht einfach so wieder weg.
      "Kannst du Druckverbände machen? Ich hab' da einen kleinen Schnitt an der Schulter."
      Sie deutete halbherzig auf die zerfetzte, linke Seite ihres Oberteils.
    • Was diese Frau Berek erzählte war ziemlich wertvoll. In seinem Kopf kämpfte schon ein Plan mit dem Anderen um die Führung. Vor allem aber was sie gen Ende erzählte war der eigentliche Jackpot. Eine intime Beziehung die nach 2 Jahren für eine solche Aktion sorgte, war der perfekte Zunder für einen emotionalen Waldbrand. Zwar glaubte er nach wie vor noch nicht dass diese Truppe tatsächlich einen solchen Schatz herum spazierten, doch schien das Risiko in diesem Fall bisher noch recht klein zu sein. Mit genug Informationen und ordentlicher Planung, wäre es sicher möglich sich davon zu überzeugen ob die Kiste existiert. Vor allem da er nun wusste, dass sich eine Person in der Gruppe befindet, welche mit dieser hübschen hier eine Beziehung gepflegt hat. Obendrein wollte Khil ein Wiedersehen meiden, was ganz klar darauf hinwies dass es keine einvernehmliche Trennung war. Angesichts dieser Lage, tippte Berek mal darauf dass es Khil war, die eine Trennung erzwang. Und dieser Blick noch dazu. Er sah ihn ständig bei Lodoz und Elraya. Aber Khil verbarg es deutlich besser. Dennoch vermutete er Eifersucht in dieser Geschichte. Wäre das der Fall, wäre alles was folgte beinahe schon zu leicht. Also spielte er weiterhin mit indem er ein kleines, Handgroßes Heft aus seiner Gürteltasche zog, an welchem ein edler Füllfederhalter befestigt war. Eine kaum bekannte Erfindung aber für Jeden der schreiben und lesen konnte, ein regelrechtes Wunderwerk. Mit einem solchen Objekt konnte man ein halbes Buch schreiben ohne ein Tintenfass dabei haben zu müssen, denn barg es in sich selbst ein Fach mit Tinte, welche durch eine sehr filigrane, von Goldschmieden geformte, Spitze floss sobald man leichten Druck aufwandte.
      "Hm okay das klingt wahrlich kompliziert. Aber ich gebe dir mein Wort. Du wirst diese Person nicht noch einmal sehen müssen. Jedoch wäre es von großem Vorteil für mich wenn du mir die Namen nennen könntest und was deren Besonderheiten sind. Vielleicht sogar deren Angewohnheiten. Alles könnte helfen um ein Muster zu erkennen wie sie ihren Tag in dieser Stadt verbringen. Reißen wir das Pflaster doch am besten direkt ab, angefangen bei der Person mit welcher du eine Beziehung hattest."
      Bereit zum schreiben, blickte seine interessierte Mine durch den aufsteigenden Qualm der Zigarette hindurch zu Khil.


      Das war mal eine Überraschung. Ob nun positiv oder negativ wusste Lodoz noch nicht. Er ärgerte sich schwarz dass hier nichts vorzufinden war was er sich erhofft hatte, doch andererseits lenkte Pria ihn auch ganz gut ab, auch wenn es nicht die Ablenkung war die er suchte, dachte er in dem Moment nicht daran wie Berek seine Schwester grad wohl durch das ganze Unterschlupf vögelte.

      Dementsprechend nichte Lodoz direkt zustimmend als Pria meinte Berek könne ihr gestohlen bleiben.
      "Mhm. Ich wette der gibt eh mir die Schuld. Wie ich den Sack kenne, wird er sich wieder irgend eine Strafaufgabe überlegen die ich ausführen muss. Gott hätte er keine Druckmittel gegen mich in der Hand, hätte ich ihm längst den Kopf abgeschnitten und den Schweinen zum Fraß vorgeworfen..."
      Tatsächlich machte sich Lodoz in diesem Moment aber auch schon Gedanken über die Wunde von Pria. Sie spielte zwar vieles sehr gut runter, doch alleine dass sie Unterstützung annahm um zum Sofa zu kommen war recht alarmierend. Wäre Lodoz nicht noch so durcheinander gewesen, hätte er wohl direkt getan was er nun sofort umsetzte als Pria ihn darauf ansprach.
      "Selbstverständlich. Lass mich nachsehen ob hier irgendwas nützliches ist"
      Er ging im schnellen Schritt zur Küche und räumte alles aus den Schränken raus. Nichts. Daraufhin das Klosett, wo heutzutage viele ihre Arznei aufbewahrten, auch wenn er nie verstand warum so etwas an dem aufbewahrt wurde wo es den ganzen Tag über am miesesten roch. Aber auch hier war nichts zu finden, nicht mal ein simpler Verband.
      "Das gibts doch nicht. Die haben ja nicht mal nen Lappen um sich den Arsch abzuwischen. Hättest dir keinen besseren Ort zum Verbluten aussuchen können."
      Nörgelte er herum bis er zu eine der beiden Leichen ging um dem Mann zu entkleiden, welcher sich im Gegensatz zur Frau wohl heute frisch eingekleidet hatte. ZWar über die Hälfte dank Pria mit Blut durchtränkt, doch konnte er noch einige Fetzen abschneiden um diese zumindest auf die Wunde zu pressen.
      "Sieht gut aus. Halt deine Hand da drauf. Richtig fest. Schmerzt zwar wie sau und könnte ne Infektion hervorrufen aber dafür werd ich jetzt was holen gehen. Stirb mir nicht weg verstanden?!"
      Und schon verschwand er mit über gezogene Kapuze nach draußen. Noch war es dunkel. In der nächsten Stunde würde es zwar dämmern aber das war auch ganz gut so. Alle die jetzt noch dem Fest frönten, waren entweder sturz betrunken oder schliefen ihren Rausch aus. Das gab ihm die Möglichkeit viel geschickter durch die Gassen zu huschen bis hin zu einem Alchemisten, der seinen eigenen Laden in dieser Stadt führte und unter dem Einfluss von Berek stand. Es dauerte nicht lang, da hatte Lodoz ihm reinen Alkohol abgenommen, sowie dessen Verbandszeug für Notfälle.
      Keine 10 Minuten nachdem Lodoz das Haus verlassen hatte, in welchem Pria wartete, war er auch schon wieder zurück und knallte die Tür hinter sich zu. Pria war hart im nehmen. Nach wie vor wach auch wenn sie wohl klar damit kämpfte überhaupt bei Bewusstsein zu bleiben.
      Eilig tränkte Lodoz einen Schwamm mit dem Alkohol, nahm Pria die Hand von der Wunde und wischte diese mit dem Schwamm ab, was sich wohl anfühlen musste als hätte er heiße Kohle darauf gelegt.
      "Keine Angst altes Mädchen. Hast es gleich geschafft. Wird aber ne Narbe bleiben, das kann ich dir versprechen. Bin kein Arzt aber ich geb mein Bestes"
      Gemeint war die Naht, die nun folgen würde. Er gab sich tatsächlich die größte Mühe diese gerade hin zu bekommen unter der Eile die er hatte. Er fragte sich dabei immer wieder wie diese Frau noch bei Bewusstsein sein konnte. Ein wahres Teufelsweib. Aber es war geschafft. Kaum zog er den letzten Stich fest, kam nur vereinzelt wenig Blut hindurch, was er nochmals Desinfizierte und daraufhin einen starken Druckverband anlegte.
    • Etwas an Bereks Miene veranlasste Khil dazu, sich mehr und mehr selbstsicher in seiner Gegenwart zu fühlen. Es war beinahe wie ein unausgesprochenes Lob, dass sie mit ihren Informationen ein Glitzern in seinen Augen entfachte, als würde hinter ihnen etwas unbekanntes in Gang gesetzt, das seinen ganzen Körper beanspruchte. Sie konnte es daran erkennen, wie sein Fuß aufhörte zu schaukeln und er für den Moment sogar vergaß zu blinzeln. Er hatte ihrem Angebot angebissen.
      Kurz darauf musste sie sich selbst am Riemen reißen, als er ein kleines Heftchen hervorholte und sie damit völlig überraschte, dass er sogleich den Stift ansetzte um zu schreiben, ohne nach einem Tintenfass zu kramen. Sie musste sich zusammenreißen um ihn nicht danach zu fragen; solange das Glitzern in seinen Augen existierte, musste sie versuchen, es weiterhin aufrecht zu erhalten, damit er von ihrem Angebot nicht wieder absprang.
      Sie riss sich mit Mühe von dem Anblick des Buches los.
      "Meine ehemalige Lehrerin heißt Renera, sie ist 32 Jahre alt und hat braune, lange Haare. Sie kommt aus Melora, hat acht Jahre lang in der Armee gedient, bevor sie vor zwölf Jahren desertiert ist und das Land verlassen hat. Sie widmet sich der Kreaturenforschung und unterrichtet Menschen in ihrer Bekämpfung."
      Sie ließ sich für einen Moment durch das Kratzen seiner Feder ablenken.
      "Ich weiß alles über sie was relevant sein wird, von ihrem Kampfstil, ihren Waffen bis zu ihrer Ausrüstung. Allerdings werden Sie mir nachsehen, wenn ich die tatsächlich relevanten Informationen erst offenbare, wenn Sie mir zugesichert haben, als Gegenleistung von Ihrer Gruppe zu lernen. Das ist die einzige Bedingung, die ich habe."
      Sie wartete, bis Berek zu Ende geschrieben hatte, ehe sie hinzufügte:
      "Oh, und sie sind nicht in der Stadt, das müssen Sie falsch verstanden haben. Wir müssten sie auf dem Weg abpassen, aber auch das sollte kein Problem sein. Ich habe mir viel Zeit genommen, um sämtliche Gewohnheiten der ganzen Gruppe zu studieren."
      Und studieren war schließlich etwas, was Khil meisterhaft beherrschte.

      "Wem sagst du das", brummte Pria, die sich für den Moment gern von Bereks schlechter Stimmung ablenken ließ. Eigentlich waren ihr alle in der Gruppe stets gleichermaßen gleichgültig, aber manchmal war ihr der eine doch nerviger als der andere - und Lodoz war ausnahmsweise auf dieser Nervigkeitsskala ganz unten. Sofern er nicht unbedingt mit seiner Schwester genau vor ihrer Nase rummachte.
      Sie legte das eine Bein über die Armlehne, legte den Kopf in den Nacken und genoss ihre Zigarette, während Lodoz durch die Wohnung stampfte. Seiner Schimpferei zu urteilen fand er nicht das geringste Mittel um ihre Wunde zu versorgen und sie kommentierte seine Beschwerde nur mit einem sarkastischen:
      "Beim nächsten Mal verblute ich in einer Arztpraxis", ehe sie seinen provisorischen Verband entgegennahm und ihn auf die Wunde drückte. Es brannte auf unangenehmste Weise und fühlte sich an, als würde sie sich noch einmal stechen, aber zumindest weckte der Schmerz sie halbwegs auf.
      Sie winkte Lodoz halbherzig nach und schwang auch noch das andere Bein über die Armlehne, um es sich halbwegs bequem zu machen.
      "Ich geb' mir Mühe."
      Tatsächlich hatte sie jetzt, nachdem sie doch eine Aussicht darauf hatte dort lebend hinauszukommen, auch keine Lust mehr darauf zu sterben. Also rauchte sie ihre Zigarette, starrte die Decke an und versuchte nicht einzuschlafen, bis Lodoz kurze Zeit später wiederkam. Er kam sogar gerade richtig, denn sie hatte ihre Zigarette beendet und musste sich alle paar Sekunden daran erinnern, den Verband richtig festzuhalten, was mit der Zeit immer schwieriger wurde. Umso glücklicher war sie da um Lodoz' Rückkehr.
      "Ich hoffe, du hast dieses Zeug von einem richtigen Arzt und nicht von einem dieser Straßen-Möchtegern-Medizinern", murmelte sie, aber selbst ihr Sarkasmus wurde jäh von dem scharfen Schmerz unterbrochen, der ihr durch die Schulter bis in den Knochen fuhr. Sie ächzte, biss die Zähne aufeinander, biss sich dabei auf die Zunge und hätte sich beinahe selbst ins Jenseits befördert. Lediglich Lodoz' Stimme holte sie wieder halbwegs hervor und sie stöhnte gequält, während er sie zusammenflickte. Dann tastete sie nach einer Zigarette, bis ihr einfiel, dass sie schon alle verraucht hatte.
      "Scheiße."
      Sie versuchte sich auf den Schmerz ihrer Schulter zu konzentrieren, als sie sich zurücklehnte und seufzte. Vor ihren Augen flimmerte es und es machte ihr Angst, wie leicht sie sich fühlte.
      "Danke. Wenn ich doch noch sterbe, hast du wenigstens die Verantwortung auf dich genommen."
      Sie lächelte spöttisch, als ein Geräusch an der Tür sie beide ihren Kopf wenden ließ.
      Elraya steckte den roten Kopf hinein.
      "Lodoz? Hah! Ich wusste ja, dass ich deinen fetten Arsch richtig - oh, Pria?! Du bist hier?! Das ist ja fast wie eine Familienzusammenkunft!"
      Pria war wahrscheinlich das einzige weibliche Geschöpf, mit dem Elraya jemals auskam, und das hing auch nur daran, dass es kein Lebewesen auf der Welt gegeben hätte, für das sich Pria interessierte. Damit auch nicht Elrayas Bruder oder andere männliche Artgenossen und damit stellte sie für Elraya keine Gefahr dar.
      Sie kam herein, knallte die Tür so wie Lodoz hinter sich zu und marschierte auf beide zu. Dann blieb sie vor dem Sessel neben Lodoz stehen, stemmte die Hände in die Hüfte und musterte Pria.
      "Du siehst ja richtig scheiße aus."
      "Ach, echt? Obwohl ich lange Haare habe?"
      "... Hä?"
      "Nicht wichtig. Der war nicht so lustig."
      Pria kniff sich in den Nasenrücken und versuchte um ein neues nicht einzuschlafen. Elraya sah sich in der Wohnung um.
      "Nettes Versteck. Hat nur den Haken dass überall Soldaten auf der Straße sind."
      "Ach."
      "Wir sollten hier raus und nachhause."
      "Ach."
      "Kannst du laufen?"
      Pria hob die Hand von ihrem Gesicht. Sie war durch ihren Blutverlust ziemlich weiß im Gesicht und hing nur noch schlaff im Sessel. Sie starrte Elraya für einen Moment an.
      "Echt, El, du bist manchmal so unglaublich dumm, da hat ein Kieselstein mehr Verstand als du."
      Elraya warf empört die Arme in die Luft.
      "Das ist doch eine berechtigte Frage! Zwei Beine hast du ja schließlich noch!"
      "Schon gut. Ich will den Kieselstein nicht noch mehr beleidigen."
      "Dann bleib doch hier und verreck!"
      "Entweder das oder ihr tragt mich nachhause. Ich werde heute Nacht nicht mehr aufstehen."
      Elraya sah ihren Bruder an.
      "Wir können über die Dächer gehen, solange die Sonne noch nicht aufgegangen ist. Du nimmst sie, du bist stärker als ich. Ich leite den Weg."
    • Es war beinahe zu leicht, dachte sich Berek immerzu als er die ganzen Informationen bekam. So nickte er immer wieder interessiert und kommentierte manches was Khil sagte während er mit schrieb. Auch bei ihrer Bedingung sah er keinerlei Probleme. Es würde vermutlich eh nichts so rosig laufen wie sich diese Frau das vorstellte. Aber auch hier legte er sich zur Sicherheit ein paar Gleisen um eventuelle Komplikationen künftig besser lösen zu können.
      "Ich sehe kein Problem was deine Bedingung angeht. Sei dir nur darüber im Klaren dass es auch mal nicht ganz so glatt laufen wird. Wirst du sicher auch bei deiner Renera schon erlebt haben. Wenn etwas schwerer zu erlernen ist was man sich leicht vorgestellt hat. Oder auch Lodoz und Elraya. Dir wirds sicher aufgefallen sein aber die zwei sind Geschwister und ein nerviges Paar obendrein. Wenn Elraya ihn nicht ran lässt, kann er ein ziemlicher Lustmolch sein der regelrecht über Leichen geht und ich kann nicht immer in der Nähe sein um ihn zu zügeln. Behalte also immer einen Dolch im verborgenen bei dir. Schneid ihm notfalls seinen Schwanz ab. Mir recht egal. Vielleicht macht ihn das ja sogar effektiver, wer weiß."
      Berek zuckte amüsiert mit den Schultern. Dieser Gedanke ist ihm tatsächlich nie gekommen. Über Eunuchen sagte man immerhin das Selbe. Keine Ablenkung durch einer Frau, machte sie am Hof immer so tüchtig. Aber bevor er sich in diesem unnötigen Gedanken verlieren würde, lies er sein Heft zu schnappen und nickte Khil zu ehe er ihr die Hand zum besiegeln einer Abmachung hin hielt.
      "Wie dem auch sei. Ich bin mit deinen Bedingungen einverstanden. Du gehst im Austausch all deiner Informationen über diese Truppe in unsere Lehre. Wir werden dir beibringen was du willst, solange es in unserer Macht steht. Schlag ein und es ist abgemacht"
      Er hoffte sehr sie würde einschlagen. Denn als nächstes würde er alles über diese Person wissen wollen, die Kryss nicht im tausch gegen Gold besaß, sondern es für diese magischen Gründe behielt. Er hatte ja schon unglaublich viele Story's gehört, wovon diese Kiste eine echte Rarität war, doch eine Person die magische Zwecke interessiert war, hatte er noch nie gehört. Ganz im Gegenteil sogar. Er glaubte all die Jahre dass er der Einzige mit dieser besonderen Gabe war. Pria war die aller erste Ausnahme, weswegen er ihr ständig grobe Patzer durch gehen ließ und auf andere abwälzte. Meist seinen Informanten oder Lodoz. Aber nun sollte noch so eine Person existieren? Das war ihm plötzlich beinahe so wichtig wie die Truhe selbst.


      Lodoz Laune fiel rapide als Elraya den Raum betrat. Sofort sah er sie nackt vor sich mit Berek hinter ihr. Er zog die Nase arrogant hoch und ging in die Küche, wo er den toten Mann mit seinem Fuß zur Seite rollte um an den Vorratsschrank zu kommen. Mit Elraya in seiner Nähe brauchte er ganz klar Schnaps. Selbst wenn es nur billiger Fusel war.
      Zu seinem Glück fand sich tatsächlich irgend was selbst gebranntes. Dem Geruch nach hatten Pflaumen etwas mit der Herstellung zu tun. Vollkommen egal.
      Während sich Pria und Elraya unterhielten und er sich direkt abgeschrieben fühlte, kippte er die halbe Flasche in sich hinein, was nach 30-60 Minuten hoffentlich eine starke Wirkung auf ihn haben würde. Vielleicht brannte das ja diese scheiß Bilder aus seinem Kopf wie Bereks Schwanz in seiner Schwester steckte.
      Zumindest brannte dieser Fusel ordentlich im Hals. Der musste also ordentliche Umdrehungen haben. So hoffte Lodoz zumindest.
      Am Rande bekam er noch mit wie sich die beiden Weiber darüber unterhielten, wie Pria in Sicherheit gebracht werden konnte. Die Bemerkung über die Intelligenz von Elraya, führte Lodoz direkt mit einem erhobenen Daumen an während er noch einen Schluck nahm. Darauf musste er einfach trinken.
      "Is schon gut. Tut nicht so als hättet ihr es noch nicht beschlossen.. Ich machs.."
      Dann drehte er sich zu den beiden um und stach Elraya mit seinem ausgestreckten Arm samt punktierenden Zeigefinger
      "Aber du wirst jede Ecke prüfen ob der Weg frei ist. Und vergiss diesmal nicht dass auch Pria's Leben auf dem Spiel steht. Nicht dass du mich wieder in die Falle laufen lässt, du billiges Flittchen!"
      Dann ging er zu Pria um ihr seinen Rücken preis zu geben. Er würde sie Huckepack bis in ihrem Raum des Unterschlupfs tragen. Seine Flasche gebrannten Fusel lies er dann vor Elraya's Füßen fallen, welcher dabei recht schnell auslief und nichts mehr für Elraya übrig lies.
      "Ups."
      Dann hatte er Pria auf seinem Rücken und wartete auf Elraya's Führung.
    • Khil erreichte mit Berek endlich, was sie vorher mit Lodoz versucht hatte: Einen richtigen Vertrag. Oder zumindest etwas davon, denn das mündliche Versprechen war wohl kaum mit einer richtigen Abmachung gleichzustellen. Aber was sollte es sie kümmern? Sie bekam was sie wollte und noch dazu konnte sie sich an Renera rächen, wenn auch auf eine etwas überzogene Art. Vielleicht sollte sie Berek bitten, sie nicht umzubringen? Aber auf der anderen Seite war es ihr dann auch nicht so wichtig. Drei Tage war sie schon von ihr getrennt und sie fühlte sich so lebendig wie noch nie zuvor.
      Ein Grinsen schlich sich auf ihr Gesicht, als Berek seine Hand ausstreckte und sie einschlug. Von dem heutigen Tag an würde ihr Leben sich wenden.
      "Ich freue mich, mit Ihnen Geschäfte zu machen, Berek. Vielleicht können Sie mir gleich die erste Sache beibringen und erzählen, was das für ein Stift ist, den Sie benutzen. Und außerdem müssen Sie mir mehr über die Mitglieder Ihrer Truppe erzählen und wie alles ablaufen wird. Was werden wir als nächstes tun? Wo fangen wir an? Ich habe noch sehr viel mitzuteilen."

      Lodoz kam von der Küche zurück und platzierte sich vor Pria, die sich mit einiger Mühe auf seinen Rücken quälte, oder zumindest so weit, bis er ihr mit einem Ruck nachhalf. Sie baumelte mehr von ihm herab, als dass sie sich wirklich festhielt, aber für den Weg würde es schon genügen. Derweil ließ Elraya sich von Lodoz in Rage treiben.
      "Hey, was ist dein scheiß Problem?! Hat man dir in den Arsch gekniffen oder was?! Ich hab' dich in keine Falle laufen lassen, zum letzten Mal, das war pures Pech!"
      "Beruhigt euch, Kinder", murmelte Pria, aber da zischte Elraya eh schon verärgert, ging zur Wand, stieß die Fenster auf und kletterte halb nach draußen.
      "Wird's dann auch bald?!"

      Obwohl sie es gerne getan hätte, lockte Elraya ihren Bruder in keine weitere Falle. Stattdessen kletterte sie stets ein Stück voraus, sicherte den nächsten Übergang und wartete dann auf den langsameren Lodoz und sein Gepäck. Sie schafften es zurück ins Versteck ohne Komplikationen.
      Lodoz verfrachtete Pria auf die kleine Pritsche in ihrem Zimmer und Elraya lungerte an der Tür herum, während sie es sich bequem machte. Schließlich stieß Pria einen Seufzer aus.
      "Danke, Lodoz. Ich bin dir was schuldig."
      "Hä?! Ich hab' dich auch gerettet!"
      "Hast du mich etwa zusammengeflickt?"
      "Ne, aber -"
      "Hast du mich gefunden?"
      "Ne, aber -"
      "Hast du mich nachhause getragen?"
      "Ne, aber -"
      "Dann red' keinen Müll, El. Geh und sag' lieber Berek, dass ich neue Zigaretten brauche. Aber er soll nicht reinkommen - ich bin bewusstlos oder so. Ich hab' keinen Bock auf ihn."
      "Leck mich doch. Ich hoffe, das nächste Mal verreckst du."
      "Das hoff' ich auch."
      Sie scheuchte die beiden nach draußen, um tatsächlich zu schlafen. Allerdings war der Gemeinschaftsraum noch immer leer; Elraya grunzte missmutig.
      "Der ist immernoch mit dieser Khil unterwegs. Ich wette er fickt sie gerade in irgendeiner Gosse. Hoffentlich hat sie irgendwelche Krankheiten."
    • Berek hatte einen ganzen Batzen an Hausaufgaben. Das wurde ihm klar als er diese Freude in Khil sehen konnte. Wie konnte Jemand so glücklich darüber sein alles über ehemalig Verbündete Preis zu geben? Natürlich war er selbst um ein vielfaches schlimmer aber bei dieser Frau wirkte es beinahe als wäre es ihre erste Erfahrung in diesem Bezug gewesen. Diese Renera musste ein echtes Miststück gewesen wein um Khil so eine Freude zu entlocken und vielleicht lag ja auch noch mehr skrupelloses Potential in dieser Frau, immerhin war es ihr vollkommen egal was mit der restlichen Truppe geschah.
      "Ganz ruhig Khil. Dein Tatendrang in allen ehren aber alles was ich jetzt brauche sind Informationen, sonst kann ich keinen Plan aufstellen."
      Dann riss er ein Blatt aus seinem Heft hinaus und gab es Khil, samt dem Füllfederhalter
      "Hier. Probier es aus, dreh ihn aber nicht an dieser Stelle dort. Erst wenn du ihn auf den Kopf stellst, kannst du das tun. In ihm befindet sich Tinte welche durch ein geschicktes verfahren in die Spitze läuft. Ist ziemlich viel wert also pass bitte damit auf."
      Daraufhin lehnte er sich wieder zurück, legte einen Arm über seine Brust um seinen anderen mit dem Ellbogen darauf abstützen zu können um seine Zigarette weiterhin genießen zu können.
      "Also. Erzähl mir doch mal von dieser Person die Kryss für magische Zwecke behält. Was für magische Zwecke sollen das sein? Ich hörte dass Magie nur ein Mythos ist."


      Lodoz sog einfach alles auf was Pria zu Elraya sagte. Sie führte sie vor wie es Berek nicht hätte besser machen können. Herrlich. Beinahe wäre Lodoz am liebsten bei Pria geblieben aber diese scheuchte direkt beide hinaus. Nur eines konnte Lodoz noch tun. Nämlich Pria ein Blech Etui zu werfen bevor er die Tür schloss. Es war das Zigaretten Etui des toten Mannes, dessen hab und gut sich Lodoz beim entledigen dessen Kleidung eingesteckt hatte. Zwar wollte er es auf dem Schwarzmarkt verkaufen, doch sah er es in diesem Fall wie einen kleinen Dank an Pria an, dass sie einfach so war wie sie war.
      Auf eine Antwort wartete er nicht. Er vergewisserte sich nur dass Pria das Etui auffing ehe er dir Tür zu fallen ließ und in den Gemeinschaftsraum ging.
      Dort nörgelte Elraya im ersten Atemzug schon weder über Khil, was ihn nur dazu bringen konnte genervt seine Stirn zu massieren.
      "Fängst du schon wieder mit der an... Lass ihn doch machen. Wenn er sich diese kleine vor nimmt, muss das ja ganz schön was heißen huh? Warst wohl so schlecht dass er noch ne zweite braucht. Bist untenrum wohl schon ganz schon durch wie mir scheint. Ist das der Grund für deine Eifersucht gegenüber allem was nen Spalt hat?"
      So langsam setzte der Alkohol ein, was an seiner aufsteigenden Schadensfreude zum Vorschein kam. Normal hätte er sich wohl eher provozieren lassen, doch in diesem Fall zog er lieber darüber her dass Elraya nun sogar Eifersüchtig auf Khil im Bezug auf Berek war.
    • Khil nahm das Blatt Papier mit kindlicher Freude entgegen, ehe sie den Stift behutsam ansetzte und an der besagten Stelle drehte. Tatsächlich erschien die Tinte wie durch Zauberhand und sie machte ein paar Striche, während sie beobachtete, dass immer neue Tinte nachfloss.
      "Das ist unglaublich! Wo wird das hergestellt? Wie kommt die Tinte raus, ohne alles zu verschmieren? Wieso fließt sie nicht ungebremst nach draußen? Wie lange hält sie? Kann man sie nachfüllen? Vielleicht ist diese Verarbeitung ja auch für andere Sachen gut…"
      Sie sah zu Berek auf, erkannte die anbahnende Ungeduld in seinem Blick und legte den Stift ordentlich wieder hin, nachdem sie ihn wieder verschloss.
      "Sicher, lass uns fortfahren. Der Anführer, dem die Kiste gehört, heißt Aradan, ist 33 und kommt auch aus Melora. Er hat einige Jahre auf der See und im Osten verbracht und die gesamte Gruppe hört auf ihn. Sie irren sich, wenn sie denken, dass Magie ein Mythos ist, denn ich habe es selbst gesehen. Ich habe leider den Ursprung seiner Fähigkeiten vergessen, aber es war so etwas in die Richtung, dass er Magie in sich hat. Oder, nein, ich weiß es, er hat Kryss in sich, durch sein Blut läuft reines Kryss. Er kann keine Magie wirken, aber die Magie kann durch ihn hindurchwirken. Kennen Sie sich aus mit den Grundsätzen eines Katalysators, der den Zugang zur Magie verschafft? So in etwa ist es mit Aradan, nur, dass es eben in der menschlichen Form stattfindet. Daher auch die Kryss-Truhe, er benutzt sie zu Übungszwecken. Seine Verbindung zum Zwielicht ist ausgesprochen stark, vielleicht hilft Ihnen das, es sich besser zu visualisieren. Aber wenn Sie das Zwielicht nicht kennen, muss ich echt weit ausholen. Ich könnte es Ihnen aufschreiben, wenn Sie möchten."
      Sie lächelte.

      Elraya wirbelte aufgebracht zu Lodoz herum und stieß ihn gegen die Brust.
      "Du weißt ganz genau, dass ich NICHT schlecht bin! Und das weiß Berek genauso gut! Er hat nur - oh! Warte mal."
      Sie grinste böse.
      "Bist du deswegen so schlecht drauf? Bist DU etwa eifersüchtig, dass Berek mich haben kann und du nicht? Das hättest du wohl gern, hä? Er hat gesagt, dass ich viel besser bin als seine ganzen anderen Prostituierten. Und außerdem ist sein Schwanz viel größer als deiner - und er hält länger durch. Da will ich doch nicht mehr deinen kümmerlichen Wurm haben, uh-uh, das kannst du dir abschminken. Ich fick nur noch Berek. Wer ist jetzt am Lachen, hä?"
      Sie grinste ihn spöttisch an.
    • Berek hatte geplant Khil offene Fragen direkt zu beantworten, so auch im Falle des Füllfederhalters, doch was dann an Informationen auf ihn einhagelten waren Jenseits allem was er sich vorgestellt hatte. Dieser Fall war ganz eindeutig um ein vielfaches komplizierter geworden. Dass mal eine Person aus der Armee vorgab in Melora ausgebildet worden zu sein, kam schon mal vor. Vor allem nachdem dieses Dorf voll von psychopatischen Kriegern nieder gerissen worden war. Doch nun sollten beide aus Melora kommen? Die ominöse Liebhaberin namens Renera, die Khil eine Lehrerin war und ein nun auch ein Aradan? Einer der sich mit Magie auseinander setzt, in einer Form die er so noch nie zuvor gehört hatte? Beinahe bekam Berek es mit Ehrfurcht zu tun. Beinahe glaubte er dass die Kiste nur die Beilage auf dem Teller war. Wäre es ihm möglich zwei noch lebende Personen aus Melora zu Sklaven zu machen, wären diese wertvoller gewesen als die Kiste. Berek hätte Khil als Lügnerin Strafe gezeugt, würde nicht alles so gut ineinander passen. Diese beiden Personen mussten Kinder gewesen sein als Melora fiel. Ein Ereignis was wohl jeden der was von sich hielt in Mark und Bein über ging da Melora ein Dorf war, welches unbezwingbar gegen diese Monster vor ging und sogar noch Handel betrieb.
      Bisher hatte Berek nur von zwei Personen aus diesem Dorf erfahren und diese dienten einem König. Es gab kaum eine Information die darüber hinaus ging, was an sich schon erschreckend war.
      Aber dann schüttelte er schnell den Kopf. Er hatte vermutlich schon viel zu lange nur dort gesessen und wie ein Geist in die Leere geblickt. Nun war aber wieder Zeit für sein aufgesetztes, zuvorkommendes, lächeln.
      "Bitte verzeih mir. Sagtest du Melora? DAS Melora? Viele kennen die Geschichte. Ein Dorf dass den Wesen immerzu die Stirn bot, nie fiel oder schwächelte, reichen Handel trieb und dann, von heute auf Morgen fiel. Nicht wenige behaupten es seien nicht die Monster gewesen die daran Schuld waren. Bist du dir wirklich sicher dass diese beiden Personen aus Melora stammen? Hast du eine Ahnung was die Beiden wert sind?"
      Egal wie sehr Berek versuchte sich zu beherrschen, sein echtes Gesicht brach immer wieder durch. So auch jetzt als er aufstand und ein Tablett mit Gläsern von einer Ablage schlug um auf sich aufmerksam zu machen.
      "PAZOS!!"
      Brüllte Berek ehe der Arzt unmittelbar auftauchte. Dieser trat immer so adrett und fürsorglich auf, als wäre es undenkbar sich diesen in zwielichten Machenschaften vorzustellen. Doch wurde eben dieser Mann nun äußerst grob von Berek am Kragen gepackt, was Pazos sofort schwer schlucken ließ und die Hände ergebend hoch hielt.
      "W..Was ist los? Geht es der Patientin nicht gut?"
      Da zog Berek Pazos nahe an sich heran und flüsterte ihm bedrohlich zu
      "Du gehst augenblicklich zur Wache Karr im Osten der Mauer und sagst ihm dass ich dich geschickt habe. Karr ist der Truppenführer der Expeditionen. Um diese Zeit lungert er immer im Osten nahe des Bordells herum. Du richtest ihm aus, dass er mit seinen Spähern AUF DER STELLE die Straßen nach einer Truppe absuchen soll. Mindestens 10 Mann groß. Keine schäbigen Banditen. Und wenn diese gefunden werden, sollen sie unter keinen Umständen angesprochen werden. Stattdessen soll sofort kehrt gemacht werden um mich darüber zu informieren wo exakt sie gerade sind, HAST DU VERSTANDEN?!?"
      Pazos zögerte keine Sekunde, nickte nur und lief im selben Moment los als Berek seine Hand vom dessen Kragen nahm.
      Berek selbst stand noch einen Augenblick dort ehe er seine Emotionen einfing, sich seine Kleidung zurecht zog und wieder mit seiner falschen Mine zu Khil umdrehte, ja sogar eine kurze Verbeugung ausführte.
      "Bitte verzeih mir meinen Ausbruch. Es ist nur so, dass auf Personen aus Melora, sollte dessen Herkunft stimmen, ein recht hohes Kopfgeld liegt"
      Natürlich log er, auch wenn es in Renera's Fall stimmte aber irgendwie musste er seinen Ausbruch ja überspielen.


      Lodoz fiel einen Schritt zurück als er von Elraya zurück gestoßen wurde, stemmte aber sofort dagegen um ihr wieder regelrecht die Stirn zu bieten. Beide waren sich kaum 5 Zentimeter entfernt. Beinahe hätte man funken zwischen den Beiden fliegen sehen können. Lodoz zog einen wütenden Ausdruck mit sich, der nur knapp vom Alkohol gemildert wurde. Was Elraya dann aber von sich gab, ließ seine Befürchtungen wahr werden. Kurz zuvor war es nur seine Fantasie, was er sich immerzu als irres Hirngespinst einzureden versuchte. Aber Elraya bestätigte es.
      Sein Blick wich ihrem. Seine Wut war für diesen Moment wie betäubt. Hatte Berek ihm nun also tatsächlich ALLES genommen was er noch hatte?
      Nein.
      Lodoz weigerte sich dieses Schicksal hin zu nehmen. Sofort blickte er wieder zornig auf. Er machte sich nicht mal mehr die Mühe Elraya ihren Dolch abzunehmen. Sollte sie ihn doch erstechen, das wäre ihm grade nur recht gekommen. Alles was er nun tat war sofort den Hals von Elraya zu packen und so feste zuzudrücken als wolle er ihr jeden Wirbel brechen der sich darin befand. Eine Sekunde später folgte seine Faust, welche ihre Rippen traf. Er hielt sich für keinen Moment zurück. Elraya hatte es geschafft jede noch so kleinste Menschlichkeit in ihm zu entflammen.
      Dann folgte ein weiterer Schlag und mit steigendem Pegel des Alkohols kümmerte er sich immer weniger darum ob Elraya folgendes überleben würde. Beide waren nach wie vor eng voreinander, was Lodoz sofort mit einer heftigen Kopfnuss begrüßte. Dank dem Alkohol war ihm der aufkommende Schmerz vollkommen gleich. So sah er Elraya einen Schritt zurück wanken, doch hätte er nicht zugelassen dass sie sich weiter entfernen würde. Ihr Handgelenk durfte schnell seinen groben Griff erfahren als er sie wieder an sich ran zog und mit einem ruck ihr Oberteil auf riss, was ihre Brüste frei legte.
      "Ich bring dich lieber um als dich diesem Kerl zu überlassen, Schwester"
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