[2er RPG] The Curse of Time {TobiMcCloud & Codren}

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    • Khil scheute vor dem Mann zurück, nicht etwa aus Angst vor ihm, sondern in der Panik, sie würde in Hyperventilation verfallen und damit ihre Bewusstlosigkeit fördern. Ihr wurde bereits schwammig, aber sie versuchte den Arm so still zu halten wie es nur möglich war und die Knie an ihren Körper zu ziehen. Sie musste sich eigentlich hinlegen, um den Blutfluss in ihr Hirn zu fördern, aber das würde ihr wohl kaum möglich sein. Nach der Bemerkung des Mannes wollte sie das sogar ganz sicher nicht.
      "Ihr seid doch Kriminelle, oder nicht? Ich weiß von einem Schatz. Eine Kiste voller Kryss, bis zum Rand gefüllt. Sie ist so viel wert wie die ganze Stadt und ich kenne die Gruppe die mit ihr reist, ich weiß, wohin sie gehen."
      Das erregte nun auch Elrayas vollständige Aufmerksamkeit, die sich ihr Messer in den Gürtel schob, um es vor Lodoz schnell erreichen zu können. Sie kannte den Blick in seinen Augen, dann war er immer besonders blutdurstig und jetzt war niemand anderes da, an dem er sich auslassen könnte.
      Außer vielleicht die Fremde, die ihnen gerade von einem wahrhaftigen Schatz erzählte.
      "Eine Kiste voller Kryss?! Wo?!"
      Sie schob sich an Lodoz vorbei und packte die Fremde am Kragen, um sie erneut hochzuheben. Da heulte Khil vor Schmerz auf und wurde schließlich doch ohnmächtig. Ihr Gesicht war kalkweiß.
      Elraya schüttelte sie.
      "Frau?! Scheiße, will die uns verarschen?! Wo ist die Kiste?!"
      Aber Khil gab keine Antwort mehr. Sie ließ sie fallen und hastete zurück zum Tisch, um ihr Nähzeug zu holen und die Dolchwunde zu behandeln, während sie Lodoz zurief:
      "Rühr sie nicht an, du widerwärtiger Sack! Schau lieber nach, ob sie auf einem dieser Steckbriefe ist, wir müssen sie mit irgendwas erpressen!"
      Sie kam wieder zurückgeeilt, um den Dolch aus Khils Arm zu reißen und die Wunde zu behandeln. Das Blut, das ihr über die Hände lief, widerte sie an; was, wenn die Frau irgendeine übertragbare Krankheit hatte? So ein Mist.
      "Kaltes Wasser, wir wecken sie mit kaltem Wasser auf. Beweg dich, Lodoz!"
    • Erst erzählte die Fremde davon keiner Gruppe anzugehören, nun wusste sie aber wohl einiges über exakt die Truppe die Lodoz im eisernen Keiler traf. Elraya war ganz eindeutig noch zu sehr von dieser enormen Möglichkeit geblendet von jetzt auf gleich Reich zu werden. Doch fiel Lodoz nicht darauf rein und verschränkte die Arme während er dabei zu sah wie das junge Ding in Ohnmacht fiel.
      Die darauf folgenden Anweisungen ignorierte er als wäre es die übliche Luft die Elraya's Lungen verließ ehe er seinen Kopf hob um in die Richtung der Fremden zu deuten.
      Eine beinahe beherrschte Seite kam aus Lodoz hinaus als er mit noch immer zornigen Blick, beinahe analytisch erklärte
      "Schau dir das Stück doch mal an. Die wurde ganz sicher noch nie geschändet, so wie sie auf meine Drohung reagiert hat. In den üblichen Gossen ist sie also nicht aufgewachsen."
      Dann schritt er voran um die Fremde zu untersuchen. Er ließ seinen Drang ihr die Kehle aufzuschneiden hinten an denn waren ihre Worte entweder sehr hilfreich, oder der direkte Tod.. wenn er an den riesigen Mann dachte der ihm im Gasthaus entgegen stand.
      "Hmm.."
      Er zog die bewusstlose Frau an den Haaren
      "Gleichmäßig geschnitten. Vermutlich vom Adel. Eine ganze Weile nicht mehr in einer edlen Wanne gewesen aber der Kleidung nach ganz sicher nicht dem Leben auf der Straße gewohnt. Pah.."
      Lodoz stand wieder auf und trat der Fremden leicht in die Seite
      "Wenn wirklich so ne Kiste existiert, würde man sie klar von einer Garnison bewachen lassen. Denk doch mal nach, wenn dein Spatzenhirn das zulässt!"
      Die Arme nun ausbreitend, versuchte Lodoz seinen Worten mehr Gewicht zu verleihen als er gestikulierend zu erklären versuchte
      "Eine Gruppe mit Reichtümern die wir nicht mal in 3 Jahren erklauen können, diese seltsame Gruppe der ich begegnet bin und nun noch noch ein zierliches Weibsstück dass schon zuckt wenn man ihr nur das Wort von Schändung entgegen wirft. Wenn du mich fragst stecken die unter einer Decke. Erst bezwingt mich dieser Bär und dann soll mich auch noch so eine hier verfolgt haben?! Du weißt besser als jeder in dieser Stadt dass man mich nicht verfolgen kann wenn ich das nicht will!"

      Dann hörte man an den Schächten, durch welchen auch Khil kam, wie sich eine deutlich rauere Stimme mit denen der Soldaten unterhielt. Sofort ging Lodoz an die Mauer um durch den schmalen Schacht zu blicken. Es war zwar sehr schwer etwas auf der anderen Seite zu erkennen, doch war eines überdeutlich. Der riesige Hüne war dort. Beinahe eingeschüchtert flüsterte Lodoz zu Elraya rüber
      "HEY!. Da ist der Typ! Seh ihn dir selbst an. Der ist locker drei Köpfe größer als die Wachen. Der war es der mich durch das Glas rammte."
    • Lodoz machte eine Entdeckung bei der Frau, die Elraya selbst noch nicht aufgefallen war und das ärgerte sie. Er bewies ein weiteres Mal, dass er schlauer war als sein Aussehen vermittelte und langsam wurde ihr diese Schläue gefährlich. Er widersetzte sich schon ihren Befehlen und wenn sie nicht aufpassen würde, würde er noch herausfinden, dass sie ihn wirklich hatte an die Wachen übergeben wollen und dann würde er sich an ihr rächen.
      Aber zum Glück für sie schien die Fremde seine Aufmerksamkeit ganz auf sich zu ziehen. Sie würde schon noch eine Möglichkeit finden ihn rechtzeitig zu beseitigen.
      "Dann erpressen wir halt die Gruppe. Die Frau für die Kiste. Eine ganze Truhe voller Kryss! Stell dir das nur mal vor, Lodoz, wir könnten jeden einzelnen Kopfgeldjäger dieser Welt bestechen! Wir könnten uns unsere Freiheit erkaufen und hätten immernoch genug übrig, um uns überallhin Zugang zu verschaffen!"
      Die Vorstellung verblendete sie fast völlig, wobei er natürlich recht hatte. So ein Schatz würde gut bewacht werden. Das wäre nichts, was sie beide einfach bei Nacht und Nebel durchziehen konnten.
      Sie mussten planen. Vorbereiten. Sich Hilfe verschaffen. Informationen. Aber das war nichts, womit sie nicht klar kommen konnten, wenn sie es nur richtig anstellten.
      Lärm von der Oberfläche lenkte sie beide wieder ab und Lodoz trat an den Schacht, um von der Gestalt oben plötzlich völlig ängstlich zu wirken. Das regte nun auch Elrayas Interesse, denn alles, was Lodoz einschüchterte, war definitiv kein Zuckerschlecken. Sie trat an ihn heran und starrte nach oben.
      "Der ist ja gigantisch", raunte sie und warf sofort einen Blick auf die Fremde, die allerdings immer noch ohnmächtig war. Wenn sie aufwachen und um Hilfe rufen würde, wäre ihr Versteck sofort aufgefallen.
      Sie huschte zu ihr zurück, leise nun, um nichts durch den Schacht kommen zu lassen, und knebelte und fesselte die Frau. Dann schnappte sie sich ihre Waffen, die sie achtlos auf dem Tisch zurückgelassen hatte, und war wieder bei Lodoz, um auf den Riesen zu starren.
      "Ich kann Kontakt zu ihm aufnehmen", flüsterte sie. "Ich lege mir die Uniform eines Soldaten zu und sage ihm, dass wir die Frau gefunden haben. Dann locke ich ihn in einen Hinterhalt und wir verlangen die Kiste für das Weib."
      Sie sah zu Lodoz.
      "Oder hast du eine bessere Idee, Superhirn?"
    • Der Riese verschwand wieder nachdem er mit den Wachen gesprochen hatte. Der Grund warum diese miteinander kooperierten war noch unklar, doch ganz sicher hatte es etwas mit seinem Eindringen in dies Zimmer der besoffenen zu tun.
      Lodoz beobachtete den Riesen bis dieser wieder verschwand und auch zwei von drei Wachen mit ihm gingen. Warum blieb die dritte Wache denn noch? Lodoz hätte platzen können. Warum lief heute alles so schief? Aber bevor er noch auf den Gedanken kam raus zu gehen um sich der Wache anzunehmen, zuckte diese aufgebend mit den Schultern ehe sie sich dem Rest angeschlossen hatte. Endlich war wieder etwas Ruhe, was Lodoz sofort seine Aufmerksamkeit auf die Fremde verlagerte.
      Noch während Elraya schwadronierte bald eine reiche Frau zu sein, packte sich Lozoz die Fremde grob und trug sie auf einen der wenigen Stühle, welcher noch ziemlich robust war. Dort band er sie mit den Händen hinter dem Stuhl, an diesen fest, dazu noch ein langes Tau welches er rund um die Fremde samt Stuhl wickelte und zu guter Letzt auch die Füße an den Stuhlbeinen. Den Mund zu verkleben war bisher zwar noch nicht nötig, aber es hatte ganz klar eine einschüchternde Wirkung wenn eine gefangene Person aufwacht und sich weder bewegen, noch reden konnte.
      Und selbst da hörte er nicht auf. Zu guter Letzt stülpte er der Fremden noch einen alten Kartoffelsack über den Kopf um ihr auch noch die Möglichkeit zu nehmen etwas sehen zu können.
      Erst dann wandte er sich Elraya zu.
      "Bist du bald fertig? Hast du dir überhaupt mal selber zugehört oder rauben dir funkelnde Dinge auch noch den Rest an Schmalz den du Gehirn nennst huh? Denk doch mal nach. Wir wissen nicht mal wie diese Frau hier heißt aber du glaubst ihr sofort alles was sie sagt? Glaub mir. Wenn ich sie foltere, wird sie uns vermutlich ab einem Punkt auch sagen dass sie die Königin von Shegar wäre. Wir müssen mit Vorsicht an diese Sache gehen."
      Sich selbst noch mal seinen Verband enger schnürend, ging er zum Tisch um sich mit einem alten, verkanteten Messer ein Stück von einer dicken Wurst abzuschneiden, welche er daraufhin aß und über die Situation nach dachte.
      "Hmmm... Also. Alles was wir haben ist ein Gerücht. Was wir nicht haben ist Gewissheit. Was wir also zu aller erst tun, ist raus finden ob überhaupt eine Truhe existiert. Dafür müssen wir uns von der Kleinen da erst mal weitere Gerüchte einholen. Von welcher Truppe hat sie gesprochen? Woher weiß sie von der Kiste? Wie viele Leute sind in der Truppe? Warum ist diese Truppe überhaupt hier? Das sind alles Dinge die wir in Erfahrung bringen müssen, sonst haben wir keine Ahnung wo wir überhaupt nach der eventuellen Kiste suchen müssen."
      Dann stemmte er eine Faust an seine Hüfte und warf eine alte Bananenschale der fremden Frau entgegen während er frustriert grummelte
      "Und selbst wenn die Kiste existiert... wer sagt uns dass es kein Lockmittel ist? Wenn das Kopfgeldjäger sind, wäre es doch DAS Lockmittel überhaupt eine Bande von Banditen, dessen Kopfgeld erhöht wurde, zu sich zu locken. Da könnte genau so gut nichts drin sein. Wir müssen diese Aktion also sehr sorgfältig planen.."
    • Curse of Time - Namensliste .png





      Pre - Timeskip.png
      ________________________________________

      Familie Elric
      Vater: Marudan - Schmied
      Mutter: Reona - Kräuterkundlerin, Forscherin, Aushilfsärztin
      Sohn 1: Verstorben
      Sohn 2: Aradan

      Familie Elquin
      Vater: Korth
      Mutter: Fijena - Vollzeit & Hobby Prostituierte
      Brut: Renera
      Ellaya
      Anetha
      Cilla
      Varus
      Edek
      Tysin

      Familie Karbanth
      Vater: Herth - Getreide Bauer
      Mutter: Elise
      Sohn: Tokiv

      Familie Graham
      Vater: Svenkov - Viehhirte
      Mutter: Emma - Verstorben
      Sohn: Sven - Verstorben
      Tochter: Ira - Verstorben

      Familie Ladron
      Vater: Sergos - Schneider
      Mutter: Anna - Schneiderin
      Tochter: Mira

      Familie Meren
      Vater: Beram - Wächter
      Mutter: Verstorben
      Sohn: Konek

      Familie Ennies
      Vater: York - Fischer
      Mutter: Trista - Korbflächterin
      Tochter: Daria

      Familie Perret
      Vater: Logar - Schreiner
      Mutter: Mallira - Händlerin
      Söhne: Garnet - Schreiner
      Conand - Schreiner
      Derek - Schreiner

      Sonstige

      Eredik Eden - Wächter / Schwertmeister
      Valia Irked - Wächter / Schützin
      Gedmir Margon - Wächter / Schütze
      Cetra Balan - Wächter
      Rodon Miktha - Bürgermeister
      Salkiv Aterel - Hauptmann
      Jokar Delen - Priester
      Wilk Henriksen - Ausbilder / Lehrer
      Momo Fleming - Ärztin
      Venedik Kyr - Ehemaliger Späher / erster Mentor von Renera
      Quintus Parabelum - Wolfstruppe / Mentor von Aradan


      After - Timeskip.png
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      Aradan's Truppe
      Aradan Elric: Gruppenführer Herkunft: Melora
      Jarku: Fährtenleser, Giftmischer Herkunft: Ferner Osten
      Kiliak: Nervensäge, Bruder von Jarku Herkunft: Ferner Osten
      Valteri (Valtaron): Berserker, Runenleser Herkunft: Hoher Norden
      Chie & Ruka: Köchin Herkunft: Ferner Osten
      Daikata von Abakus: Meisteralchemist Herkunft:

      Königreich Isnijan
      Tharyn: König
      Szeth Peamut: General - Dritter seines Namens - Befehlshaber der vierten königlichen Armee
      Abgeordneter des Fürstentums Vihris

      Zwielicht
      Mina Ervarika (Minerva): Quälgeist - Ehemalige Zauberin zur Zeiten der Hochkultur
      Jherl:
      Urudin:

      Liurasch
      Anniera: Hexe - Aradan's Lehrerin im fernen Osten

      Shegar
      Pazos: Arzt

      Sonstige
      Khil: Gelehrte - Introvertierte Leseratte, ehemalige Begleiterin von Renera
      Elraya: Banditin - Mies gelaunte, stämmige Frau
      Lodoz: Bandit - Noch mies gelaunter
      Berek:
      Pria:

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    • Endlich räumte sich der Platz vor dem Eingang des Verstecks und Elraya konnte sich ein aufschnaufen nicht verkneifen, bevor sie von dem Schacht wegging. Jetzt konnte sie auch wieder ungesehen nach draußen, auch wenn sie noch ein wenig warten mussten, bis die Luft auch wirklich rein sein würde.
      Sie sah missmutig zu, wie Lodoz die Fremde an einen Stuhl band und dann das momentane Schweigen damit durchbrach, ihre Gedanken wieder in alle Richtungen zu zerstreuen. Sie klappte die Hand auf und zu wie ein Maul und äffte Lodoz stumm nach, bevor sie zurück zum Tisch ging und in der Unordnung, die sie eigenständig erschaffen hatte, ihre Karten zusammensuchte, um sie neu auszulegen. Sie hatte insgesamt fünf Stadtkarten, zwei Untergrundkarten, drei Dienstpläne, ein paar Grundrisse von entlarvten Wachposten und diversen Gebäuden und schließlich eine Straßenkarte. Das ganze war vermischt mit Steckbriefen, Briefen, Befehlen und anderem Papier, das sich über die Wochen angesammelt hatte.
      Sie hörte Lodoz mit einem Ohr zu und verschaffte sich währenddessen einen Überblick über ihre aktuelle Lage und wie sie die Kiste, von der die Fremde gesprochen hatte, hineinbekommen konnten. Dabei versuchte sie auf seine Sticheleien nicht einzugehen, aber das war verdammt schwierig.
      "Denkst du etwa ich weiß nicht, dass wir uns erst mehr Informationen einholen müssen, du Schwachkopf?", brummte sie und starrte auf ihre Notizen, ohne sie zu lesen. Dann richtete sie sich auf und drehte sich zu ihm um.
      "Wieso sollte es ein Lockmittel sein, wenn sie schon unser Versteck gefunden hätten, hä, Lodoz? Kannst du mir das mal verraten du unglaubliches Genie? Wieso kommt diese Frau hier herunter, lässt sich von dir den Arm aufschneiden und will uns dann erst zu einer Kiste führen, wenn sie auch gleich allesamt hätten herunterkommen und uns mitnehmen können?"
      Elraya war selbst bewusst, dass sie nicht mit der gleichen Strategie dachte wie Lodoz und es kotzte sie unglaublich an, dass er manchmal schlauer als sie war. Wenn er nicht so unglaublich impulsiv wäre, würde er wahrscheinlich alles anfangen im Alleingang zu regeln und das wäre äußerst gefährlich für Elraya und den Rest der Truppe; deswegen musste sie versuchen, ihn weiter auf dem Boden zu halten.
      "Wir haben immer noch das Fest um uns Rückendeckung zu geben. Deine Flucht ist nur deswegen gescheitert, weil man deine hässliche Narbe überall wiedererkennt, aber wenn wir uns gut verkleiden, können wir uns unter diese Menschenmassen mischen und auch wieder darin verschwinden, mit Taschen voller Kryss. Was wollen die Wachen tun, die ganze Stadt abriegeln, damit wir bloß nicht fliehen? Das wird dem Herzog aber gar nicht gefallen, der wird kaum länger als das Fest hier bleiben."
      Khil regte sich und da verstummte Elraya wieder. Sie wachte auf, wollte sich aus dieser unbequemen Lage bewegen, konnte es nicht. Der Schmerz in ihrem Arm war noch immer unsagbar groß und sie stöhnte, bemerkte den Knebel an ihrem Mund, geriet in Panik und gab ängstliche Laute von sich, während sie versuchte, sich von allem gleichzeitig zu befreien.
      Elraya sah zu ihr, als würde sie sich darüber ärgern dass sie unterbrochen wurde, und zischte missmutig.
      "Also, worauf wartest du, Rindgesicht? Frag sie schon, was es mit der Kiste auf sich hat. Aber wenn du sie umbringen willst, mach das erst wenn sie geredet hat und vor allem draußen, ich will keine Leiche hier drinnen entsorgen müssen."
    • "Genau das denke ich..."
      Meinte Lodoz als Elraya sich hervor heben wollte dass sie schon an die selben Dinge gedacht hatte. Er bezweifelte das ziemlich, doch hatte es ohnehin keinen Sinn ihr das unter die Nase zu reiben. Es reichte aus ihr aufzuzeigen wann sie blindlings in den Tod manövrieren würde oder mal wieder Wertsachen vor die Logik stellte, was meist in ein und der selben Gefahr endete. Zu gut konnte er sich an den ein oder anderen Raubzug erinnern, in welchem es beinahe perfekt ablief, doch kaum war dort etwas glitzerndes, was nicht mal im Ansatz so viel Wert war wie die eigentliche Beute, kam die Elster in ihr hoch. Damit riskierte sie nicht nur ein mal einen komplexen Plan. Und seine Narbe bekam er ebenso von solch einer Aktion, was diese Frau wohl nur zu gerne vergaß wenn sie sich wieder darüber lustig machte.
      Tatsächlich versuchte Elraya dann in Erfahrung zu bringen warum die Truhe ein Lockmittel sein soll und warum die Fremde möglicherweise zu dessen Plan gehört. Er hatte sogar schon seinen Mund geöffnet um es ihr zu erklären, doch folgten dann die üblichen herablassenden Sprüche und gab ihm an allem die Schuld. Vermutlich hätte er sogar die Schuld bekommen wenn sie sich morgens den Fuß am Schrank stößt. Irgendeine Möglichkeit hätte sie sicherlich gefunden um ihn dafür verantwortlich zu machen, also schloss er wieder seinen Mund und machte nur eine abwertende Handbewegung in ihre Richtung als würde er ihr Luft zu werfen.
      "Ach vergiss es. Hast doch eh schon alles durchschaut. Also. Los. Geh und hol die Truhe. Ich geb dir keine 4 Stunden und du sitzt im Kerker. Mal sehen was dir deine Karten da noch bringen."
      Da packte er eine der großen ausgebreiteten Papiere von Elraya so grob dass sie sich an der Stelle total zusammen knüllten ehe er ihr es entgegen warf.
      Aber nun bekam auch Lodoz mit wie die Fremde wach wurde. Seine Taktik hatte voll und ganz funktioniert. Die Frau wimmerte und zappelte. Ganz klar geriet sie grade in Panik und hatte Angst sowie Schmerzen. Die perfekte Grundlage für jedes erfolgreiche Gespräch.
      Lodoz schritt nun vom Tisch weg, wieder zur Frau hin und gab ihr einen Klapps gegen ihren Kopf.
      "Hey! Dir wird es nicht gelingen hier lebend raus zu kommen wenn du uns nicht exakt das sagst was wir wissen wollen, IST DAS KLAR!?"
      Dann trat er gegen den Stuhl. Das sofortig wimmernde Kopfnicken bestätigte ihn, dass er den nächsten Schritt gehen konnte.
      "Gut.. Ich nehme dir nun den Knebel aus den Mund. Beiß mich dabei... und du hast keine Zähne mehr. Und sollte ich auch nur den Anflug von einer Lüge spüren... sagen wir einfach... dass du es arg bereuen wirst, denn immer werden wir nicht in Umgebung anderer sein. Keiner der dich in Schutz nehmen wird."
      Daraufhin packte er grob unter den Kartoffelsack um die enge Schnalle zu lösen, welche den Knebel eng an ihren Mund gedrückt hatte.
      Lodoz war so gnädig ihr ein paar Sekunden zu geben um ihr Husten zu beenden
      "Also. Zu aller erst einmal.. Warum bist du mir gefolgt? Was für einen Grund haben wir dir irgendetwas zu glauben?"
      Dann verschränkte er seine Arme und hörte der Frau genaustens zu.
    • Khil versuchte die Beherrschung zurückzugewinnen, als der Mann ihr den Knebel entfernte, während im Hintergrund Elraya die von Lodoz zerknüllte Karte glatt strich und dabei mit sich haderte, ob sie ihm einfach ein Messer in den Rücken jagen sollte, während er abgelenkt war. Sie war für einen Moment tatsächlich versucht so weit zu gehen, allerdings würde sie ihn kaum durch seine gewaltigen Fettpolster hindurch töten können und dann würde er sie umbringen - also vielleicht lieber doch wannanders.
      Khil versuchte nun tapfer zu sein. Sie versuchte sich eine Maske aufzusetzen, wie sie Renera hatte, und dahinter die Angst zu verstecken - sie nicht beiseite zu schieben, denn Angst war durchaus ein nützlicher Helfer, aber dem Mann durfte sie keine Angst zeigen. Zu allem Überfluss hatte sie keine Gelegenheit dazu gehabt darüber nachzudenken, was sie ihm denn genau zeigen sollte und so scheiterte sie kläglich an diesem Vorhaben. Sie wimmerte und versuchte dann zumindest ihre Stimme tapfer klingen zu lassen.
      "Ich bin Ihnen gefolgt, um zu lernen. Meine physischen Fähigkeiten bedürfen praktischer Übung, die ich nicht im Alleingang durchführen kann. Mein Wissen beschränkt sich auf gewisse Teilbereiche des vollständig körperlichen Potentials und wenn ich versuchen würde, die Lücken durch stümperhafte Selbstexperimente zu füllen, würde ich sehr schnell im Kerker landen. Ich habe mitbekommen, wie Sie vor den Soldaten entflohen sind und möchte es von Ihnen lernen - das und vieles mehr."
      Im Hintergrund hatte Elraya aufgehört zu rascheln und starrte verständnislos herüber.
      "Ich denke ich habe meine Vertrauensseligkeit unter Beweis gestellt, indem ich keinem der Soldaten dort oben gesagt habe, dass ich Ihr Versteck gefunden habe. Ich habe außerdem nicht versucht, ihre Aufmerksamkeit von hier unten aus zu erhaschen, obwohl es mir möglich gewesen wäre. Sie haben keinen Grund mir zu glauben und wenn Sie das nicht möchten, werde ich mir die Kiste eines Tages selber holen, ich habe nämlich Hunger und kein Gold mir etwas zu kaufen - und nicht das nötige Geschick für einen Diebstahl, womit wir wieder bei meinem ursprünglichen Wunsch sind von Ihnen zu lernen. Schließlich wollt ihr doch für diesen Dienst sicherlich einen Gegenwert haben?"
      Elraya blinzelte. Sie hatte etwa die Hälfte von dem verstanden, was die Fremde geplappert hatte und noch nichtmal das schien ihr wirklich Sinn zu haben.
      "... Hä?"
    • Lodoz konnte einfach nicht inne halten als die Fremde ihre erste Ausführung aufgetischt hatte.
      "PAH! Hast du das gehört?"
      Er lachte inbrünstig mit seiner rauen kratzigen Stimme und wandte sich zu Elraya, welche schon drein blickte als wäre es ihr zu hoch.
      "Die Kurze ist wie lange hier? Ne halbe Stunde? Und sie hat bis jetzt schon schlaueren Kram von sich gegeben als du, seit ich dich kenne. Die gefällt mir"
      Lodoz gab der Fremden einen stärkeren Klaps auf ihren verletzten Arm, was er in diesem Moment gar nicht beachtet hat, da ihn der Blick von Elraya einfach nur zu sehr ergötzte.
      Eine Träne des Lachens später, riss er der Frau den Sack vom Kopf und setzte sich mit einem weiteren Stuhl genau vor ihr und lehnte sich vor.

      "Also gut. Sagen wir mal du hast bisher nicht gelogen..."
      Dann zog er seinen Dolch und lies die Spitze immer zwischen ihren Knieen hin und her springen.
      "... Ich würde sagen dass du bisher in unserer Schuld stehst. Wir bringen dir immerhin grade hautnah bei wie es sich anfühlt verhört zu werden. Toll oder? Eine Lebenserfahrung mehr. Und das nur dank uns. Aber weißt du was?"

      Den Dolch nun fest greifend, lies er die flache Seite des Stahls zwei mal gegen die Wange seines Opfers klatschen
      "Du könntest mir mal erklären woher du von dieser Truhe weißt, wer diese Leute sind und warum zum Teufel sie so eine Fracht einfach mit sich herum tragen statt sich für auch nur einen Kristall eine stattliche Eskorte zu kaufen. Und ich sags nicht gern aber vergiss nicht, nur die Wahrheit."
      Um das nochmals deutlich zu machen, lies er den Dolch nach unten wandern, in den Schritt der Fremden mit leichtem Druck, der aber noch nicht ihre Kleidung einreißen lies.
      "Und wenn wir schon dabei sind. Sag uns doch mal deinen Namen meine Kleine. Ich würde echt gerne wissen wie du in die ganze Sache passt. Vergiss einfach die grimmige Frau da hinten. Die hat schon nichts mehr verstanden seit sie auf die Welt kam."
    • So sehr wie sich Lodoz an dem Geschwafel der Fremden ergötzte, so wenig gefiel es Elraya. Eigentlich gefiel ihr überhaupt nichts an der ganzen Situation: Die komplizierten Worte, die die Frau von sich gab und das Gefallen, das Lodoz plötzlich an ihr fand. Binnen einer Sekunde wallte Eifersucht in ihr auf.
      Khil schien dabei eher ein Erfolgserlebnis zu bekommen. Das Lachen des Mannes war ganz eindeutig gut zu deuten, wenngleich die Tortur für sie damit nicht vorbei war. Er fasste ihr an den verletzten Arm und die Schmerzwelle, die seine Hand dabei auslöste, hätte Khil beinahe ein weiteres Mal ins Jenseits geschickt. Sie winselte und kämpfte mit den Tränen, die sie noch viel eiliger zurückschob, als er ihr den Sack vom Kopf zog; ein Zeichen seines Entgegenkommens. Oder vielleicht wollte er sie einfach nur leiden sehen? Schließlich machte er immernoch Gebrauch von seinem Dolch, vor dem Khil nun mehr Respekt hatte als vor ihm selbst. Sie entschied sich dazu seine Bemerkung unkommentiert zu lassen, während sie sich eher darauf konzentrierte, vor diesem Dolch nicht zurückzuzucken, was ihr kein bisschen gelang, so leichtfertig wie er mit der scharfen Klinge umging. Er müsste nur sein Handgelenk einmal zu weit drehen und schon würde er ihr ein Auge ausstechen oder ähnliches. Das trug nicht gerade zu ihrer Entspannung bei - ganz besonders dann nicht, als er die Waffe ihr zwischen die Beine schob. Musste sich so Renera gefühlt haben?
      ... Interessant.
      "Ich bin Khil. Aber ihr könnt mich, hm, Die Freie nennen."
      Sie versuchte sich an einem Lächeln, das ihr misslang. Also ließ sie den Versuch, die Leichtfertigkeit des Mannes nachzuahmen, wieder bleiben und konzentrierte sich stattdessen auf diese ungewöhnliche Verhandlung mit ihm.
      "Ich bin fast zwei Wochen mit der Gruppe gereist und war dabei, als sie die Truhe aushoben. Es sind insgesamt 11 Mitglieder, von denen ich fünf persönlich kenne und genau einschätzen kann. Ihr Anführer ist der, dem das Kryss gehört, aber er verwendet es für magische Experimente und hat daher keine Verwendung für ihren geldlichen Gegenwert. Beantwortet das Ihre Fragen, Sir? Ich denke, dann ist es nämlich Zeit, dass Sie mir meine beantworten."
      Sie versuchte sich in ihrem Stuhl ein wenig aufrechter hinzusetzen, was kaum möglich war, nachdem sie sich so gut wie gar nicht bewegen konnte. Stattdessen reckte sie ihr Kinn nach oben, um selbstsicherer zu erscheinen.
      "Ich habe unumstritten viel riskiert, um hierherzukommen und noch viel mehr, indem ich Kontakt mit Ihnen aufgenommen habe. Ich denke in einer Branche wie Ihrer muss man sich absichern, bevor man weitermacht, oder nicht? Ich möchte daher von Ihnen die Antwort darauf bekommen, ob Sie mich alles lehren werden, was sie selbst beherrschen, und ob sie mich dann aufhören wie eine Gefangene zu behandeln. Im Gegenzug biete ich Ihnen ausführende Informationen über die fünf wichtigsten und gefährlichsten Mitglieder der Gruppe, sowie deren Abläufe und Routinen. Außerdem biete ich meine Hilfe an; so wie ich vorhin mitbekommen habe, scheint irgendein Plan von Ihnen nicht aufgegangen zu sein. Ich kann mich frei in der Stadt bewegen und komme - wie Sie unschwer erkennen konnten - auch in manch abgeschottete Räume hinein. Ich bin mir sicher, meine bescheidenen Fähigkeiten werden sich für Sie als nützlich erweisen."
    • Lodoz ließ seine Mordlust und seine Schadensfreude mit jedem Wort von der Person sinken, welche sich als Khil zu erkennen gab. Seine Mine zeigte wie ernst ihm die Lage war und dass er keine Spielchen tolerierte, da half auch die gehobene Sprache nicht weiter, welche Khil an den Tag legte. Für einen Moment sah er ihr in die Augen, kam ihr dabei sehr Nahe, als besäße er die Fähigkeit ihr jede Lüge aus ihren Augen hinaus zu saugen. Dann stand er plötzlich ruckartig auf und ging zum aller ersten Mal an diesen Abend zu Elraya rüber. Neben ihr blieb er stehen, so dass sich beide Schultern beinahe berührten als er zu flüstern began
      "Und? Was sagst du? Wenn es stimmt, könnte tatsächlich was dran sein."
      In diesem Moment betrachtete er Elraya als Gleichberechtigte. Blickte ihr dabei nicht in die Augen, wartete nur auf ihre Reaktion.
      "11 Mitglieder. Scheinbar nicht immer gemeinsam unterwegs in einer Stadt die sie nicht kennen. Klingt ganz nach deinem Fachgebiet Schwesterchen."
    • Mit dem Versuch war Khil wohl zu weit gegangen; Die Miene des Mannes verlor schlagartig an ihrer Überheblichkeit und stattdessen trat ein beinah finsterer Ausdruck in sein Gesicht, der so ganz losgelöst von seiner bisherigen Leichtfertigkeit zu sein schien. Sie rechnete bereits mit dem schlimmsten, sein Blick bohrte sich in ihre Augen, als bräuchte er gar keine Worte, um direkt in ihr Gehirn hineinzublicken und obwohl Khil gerne weggesehen oder sich in irgendeiner Weise von ihm entfernt hätte, konnte sie nicht. Sie spürte seinen Atem auf ihrer Haut und dieses feine Gefühl rief bereits ihren Angstschweiß hervor.
      Dann stand er unvermittelt auf und Khil gab einen erleichterten Laut von sich, während Elraya das Geschehen fassungslos beobachtete. Lodoz' Verhalten passte so gar nicht in sein sonstiges Muster und wenn sie sich nicht bereits von Eifersucht vollgefressen hätte, um bereits ihre Mordpläne gegenüber dieser Khil zu schmieden, hätte sie sich vielleicht über ihn lustig gemacht. Aber stattdessen starrte sie ihn nur an und traute ihren Ohren nicht.
      "Hast du den Verstand verloren?"
      Sie sah kurz zu Khil, die an ihren Fesseln zog, packte Lodoz dann beim Oberarm und drängte ihn in den Flur-artigen Bereich neben der eingestürzten Decke, der zum Ausgang führte. Dort gestikulierte sie wild mit den Händen.
      "Vor fünf Minuten hast du dich noch darüber lustig gemacht, dass ich dieser Khil sofort glaube und jetzt willst du dich bei mir einschleimen um dir doch diese Truhe zu holen? Und was ist mit Berek, was ist mit Pria? Was ist mit dem verfluchten Herzog und dem Fest? Wir können jetzt nicht alles stehen und liegen lassen und 11 Leute durch die Stadt hetzen! Wenn wir das alleine machen sind das 5 für den einen und 6 für den anderen!"
      Sie wollte sich die Haare raufen, die nicht mehr existierten, und steigerte sich durch den Frust noch weiter hinein.
      "Diese Khil ist ja ach so toll mit ihren unheimlich schlauen Wörtern, aber hör auf ihr die Füße zu küssen und konzentrier dich lieber auf das was wirklich wichtig ist!"
    • Lodoz ließ sich mit ziehen, mit seinem Rücken nun in einem zerfallenen Gang, außerhalb der Hörweite ihrer Gefangenen. Er hörte sich an was Elraya zu sagen hatte, was seine Wut langsam aber sicher wieder nach oben holte. In diesem Fall konnte er sie aber noch beherrschen, dennoch zischte er als er nun Elraya äußerst grob am Hals packte, mit ihr die Plätze tauschte und nun sie gegen die Wand presste, dabei auch keine Scheu hatte ihr Schmerzen zu bereiten.
      "Sag mal schnallst du es nicht? Seit diese Frau im Raum ist, entlocke ich ihr ein Geheimnis nach dem Anderen. Wer weiß wie wenig sie uns bisher gesagt hätte aber schau sie dir doch mal an. Ich habe meinen Dolch spielen lassen. Sie fing sofort an zu schwitzen. Hätte ich ihn an deiner dreckigen Grotte spielen lassen, wärst du nur feucht geworden. Diese kleine Göre dort kennt das nicht. Die ist Wohlstand und Fürsorge gewohnt und genau damit spiele ich verdammt nochmal!"
      Er ließ seinen Griff wieder locker und flüsterte weiter, um sicher zu gehen.
      "Also. Ich habe ihr nun gezeigt dass wir beide uns auf den Tod nicht ab können, was zu einem gewissen Grad wohl stimmen mag.. Aber sie kennt uns nun mal nicht. Das ist doch nur ne verzogene Göre, also spielen wir damit. Lass sie denken dass sie uns gegeneinander aufhetzen kann. Mal sehen ob sie das will oder ob sie ihren Vorteil nicht nutzt. Vielleicht ist ja sogar was dran, dass sie nur lernen will. Es ist unwahrscheinlich aber dennoch möglich."
      Dann zog Lodoz das Messer aus Elraya's Gurt und legte es an ihrem Hals an, während er es langsam hinunter führte, zwischen ihren Brüsten herab bis zu ihrer Gurtlasche
      "Und was diese Truppe angeht, hast du mich nicht ganz verstanden. Denk nach. Sie agieren nicht ständig in einer versammelten Mannschaft. Wenn wir es gut planen und genug aus dieser Khil rauß holen, können wir diese Leute einen nach dem Anderen überrumpeln, sollten sie sich in einer falschen Gasse aufhalten. Und da kommst du ins Spiel. Ich bin schnell und geschickt. Ich kann die Habseligkeiten anderer schnell entwenden aber du, meine liebe Schwester..."
      Da leckte er ihr quer über die Lippen ehe er düster grinste
      "... du bist gut darin zu meucheln ohne mit der Wimper zu zucken. Bietet sich dir eine blutige Gelegenheit.. Würde ich immerzu auf dich bauen..."
      Verrucht unterbreitete er ihr seinen Gedankengang, bis er mit seinem letzten Satz dann doch wieder Schadenfroh grinste und amüsiert meinte
      "Auch wenn du ne echt hohle Nuss bist"
    • Elraya war nicht schnell genug, um Lodoz' weiterem Wutanfall auszuweichen, was ihre einzige Chance gewesen wäre, seine überlegene rohe Kraft zu kontern. Sie sah es bereits an seinen zuckenden Muskeln sich anbahnen, aber als seine Hand vorschoss, war sie doch ein Bruchteil zu spät, um noch zur Seite zu hechten. Seine Finger krallten sich um ihren Hals und rissen sie zur Wand, gegen die sie unsanft knallte, bevor er ihr den Hals zudrückte. Sie japste, verkrallte sich selbst in seine Hand und beschoss ihn mit wütenden Blicken, während sie versuchte zu ignorieren, dass er ein weiteres Mal schlauer als sie zu sein schien. Sie hasste es. Sie hasste jedes Bisschen dieses merkwürdigen Verhörs!
      Nun, bis auf den gierigen Ausdruck, der mit einem Mal in seine Augen trat, als er ihr eigenes Messer packte und damit an ihrem Körper entlang fuhr. Sie kannte diesen Blick und hatte es gleich nicht mehr ganz so eilig, sich von ihm zu befreien; stattdessen drückte sie sich dem Messer entgegen und piekste sich selbst damit, ein Gefühl, das einen wohligen Schauer in ihr hervorrief. Dennoch überschwemmte sie ihn mit hasserfüllten Blicken und versuchte ihn sogar zu beißen, als er ihr über die Lippen leckte; alles, damit er sie weiterhin mit dem Messer bedrohen und sie damit verletzen würde. Manchmal sprang er darauf besser an als andere Male und an diesem Tag schien er gedanklich zu sehr bei dieser Khil zu sein, sodass Elraya sogar nach ihm treten musste, um seinen Zorn zu schüren. Das Messer hatte sie tatsächlich aufgegeilt.
      "Nenn' mich nicht hohle Nuss, oder mein nächster Meuchelangriff wird auf diese Khil gerichtet sein! Wie würde dir das gefallen, wenn ich sie ausweide, bevor sie dir alles über diese Gruppe erzählen kann, hä? Ohh, ich würde ja zu gern sehen, wie du zu mir zurückgekrochen kommst und mich darum anbettelst dir zu helfen, weil deine kleine Freundin leider nicht lange genug für mehr Informationen gelebt hat. Willst du das etwa? Sonst würde ich vorschlagen, du hörst auf sie anzusehen, als ob du sie gleich vögeln willst und fängst an, einmal in deinem Leben ordentlich zu arbeiten!"
    • "Ach, ist das so? Du willst also allen ernstes einen eventuellen Hauptgewinn umbringen?"
      Dann grinste er Elraya fies an und kam ihr genau sie Nah wie zuvor Khil und stach auch Elraya mit seinen Augen als würde er in diesem Moment ihre Seele lesen
      "Ist das etwa... Eifersucht?"

      Er schnappte mit seinen Zähnen kurz vor ihrem Mund zu und zischte, griff dann mit seiner Hand grob in ihren Schritt.
      "Das wäre ja mal ganz was neues. Du bringst wen um der dir EVENTUELL Reichtum bringen kann nur weil ich so getan habe als würde ich sie dir vorziehen?"
      Ein beinahe herablassende kurzes Lachen kam aus ihm heraus um die Wildheit in Elraya weiter anzustacheln, was bisher ganz offenbar ziemlich gut funktioniert hatte.
      "Willst du mir damit etwa sagen dass du mich magst? Sags ruhig Schwesterchen, nur rauß damit."
      Um es ihr schwerer zu machen, erhöhte er den Druck unten so sehr, dass er sie beinahe mit nur einem Arm anhob. Dabei lies er nur einen Finger leicht spielen, was sie deutlich durch ihre lederne Hose hätte spüren können.

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    • Lodoz ließ sich nicht so provozieren, wie Elraya es eigentlich gern gehabt hätte, stattdessen drehte er den Spieß um. Er hatte diesen Blick drauf, bei der sie echt fast Angst bekam, ein stechender Blick, mit dem er gleich wesentlich schlauer wirkte, als könne er durch alles und jeden hindurchblicken und die Wahrheit dahinter erkennen. Erkannte er, dass sie ihn reingelegt hatte? Las er aus ihren Augen, dass es sogar nicht das erste Mal gewesen war, aber es diesmal eben offensichtlich falsch gelaufen war?
      Jetzt fühlte sie sich tatsächlich in die Enge getrieben und hätte gerne selbst ihr Messer ergriffen, aber er las nichts davon ab und erkannte nur ihre Eifersucht auf diese Khil, die seine Aufmerksamkeit so sehr in Anspruch nehmen konnte, dass er Elraya links liegen ließ. Nun, damit konnte sie einverstanden sein, er sollte ruhig wissen, was sie von dieser Zusammenkunft hielt.
      Sie zuckte dennoch zusammen, als er direkt vor ihr in die Luft biss. Ihre Nerven waren zu angespannt für solche Spielchen. Dann ergriff er sie zwischen den Beinen und entlockte ihr ein ärgerliches Zischen; sie hasste es, wenn er mit ihr spielte.
      "Weil du so getan hast? Ich kenn dich besser als du selbst, Rindgesicht, ich seh doch, wie du sie ansiehst! Gib doch zu, dass du auf sie stehst mit diesem süßen Körper und ihren ach so tollen Haaren! Ich kann sie ja abschneiden und mir selbst draufkleben, findest du sie dann immernoch so toll, hä?"
      Statt einer Antwort lachte er sie für einen Moment aus und da versuchte Elraya sich tatsächlich von ihm zu befreien, sie drückte sich gegen ihn, kratzte seinen Arm und versuchte seine Finger an ihrem Hals zu beißen. Zu allem Überfluss erhöhte er den Druck seiner Hand und der dumpfe Schmerz, gemischt mit der Bewegung seines Fingers, ließ sie den Aufstand für einen Moment abblasen, nur um den Schmerz genießen zu können. In der Zwischenzeit funkelte sie ihn an.
      "Ich hasse dich. Ich würde alles tun um dich in die Hölle zu befördern wo du hingehörst, du hässlicher Bastard! Unsere Eltern müssen dich von der Straße aufgelesen haben wie einen verlaufenen Klumpen Scheiße mit Beinen, wenn du wirklich glaubst, dass ich dich mögen könnte! Pass nur auf, dass du nachts mit einem Auge offen schläfst, damit ich dir nicht die Augen aussteche!"
      Sie schlug ihm die Fingernägel in den Oberarm und versuchte ihm dann eine weitere Narbe quer über das Gesicht zu verpassen.
    • Ihm gefiel es wie sehr sich Elraya bezüglich allem zu wehren schien und ihn wieder verfluchte. Ihre kleine Hasstirade hörte er noch mit an, gab ihr aber nicht die letzte Genugtuung.
      "Nahh!!"
      Er stieß ein Geräusch aus, welches mehr oder weniger bedeuten sollte, dass er hier einen Punkt gesetzt hat, was er auch damit untermauerte, dass er sowohl ihren Schritt, als auch ihren Hals los lies und sich so auch mit Leichtigkeit nur kurz nach hinten lehnen musste um ihren Kratzversuch, welcher zu seinem Gesicht hin ging, auszuweichen, die an seinem Arm störten ihn kaum.
      "Du glaubst die würd mir gefallen? Dass ich nicht lache. Geh mal näher ran. Bei den Haaren kriegt man ne Allergie so fein wie die riechen. Und was soll sie mir sonst bringen? Die fällt sicher komplett auseinander wenn ich sie mir zur Brust nehme. Hast doch gesehen wie die schon gezuckt hat. Die ist ganz sicher keinen harten Prügel gewohnt."
      Umso mehr er sprach, merkte er dass Elraya wohl doch gar nicht mal unrecht hatte. Khil's Aussehen war ihm wahrlich vollkommen egal, doch der Gedanke, dass er in ihr blanke Panik und Schmerz auslösen könnte, stachelte ihn doch etwas an.
      Trotzdem ging er nicht darauf ein. Wenn sie wirklich einen Nutzen aus dieser Frau ziehen wollten, musste sie vorerst verschont bleiben.
      "Geh. Reiß ner Fliege die Flügel aus oder ner Spinne die Beine. Irgendetwas um deine scheiß Laune zu senken. Ich arbeite jetzt weiter wenn es dir nichts aus macht. Falls doch, kannst du mir mich gerne mal hier"
      Er grub seine Hand in seinen Schritt und zog zwei mal um ihr deutlich zu machen was er meinte, dann ging er wieder zu Khil und blickte auf sie herab.
      "Gut. Du willst dich also beweisen. Du hast geschafft mir hinterher zu schleichen ohne dass ich dich bemerkt habe. Das lag zwar vor allem daran dass ich schnell meinen Arm versorgen musste und somit nicht auf meine Umgebung geachtet habe, doch ganz so leicht ist das trotzdem nicht. Also mache ich dir einen Vorschlag um diese kleine Donnerfotze dort drüben ruhig zu stellen. Zur Zeit besaufen sich alle auf diesem Drachen Fest. Geh rauß, misch dich unter das Volk und nimm betrunkene alte Säcke aus. Solltest du es schaffen mindestens 20 Goldtaler zu stehlen, können wir reden. Solltest du aber unseren Standort verraten... denk an den Dolch."
      Ihm war klar dass Elraya ihn vermutlich wieder von der Seite anrülpsen würde, immerhin hatte er Khil eine Aufgabe gegeben, die sogar Kinder in dieser Stadt auf die Reihe bekamen, doch meinte sie ja keine Erfahrungen in so etwas zu haben. Also musste sie irgendwo anfangen zu lernen. Wie ginge das besser als zum aller ersten Mal über seinen Schatten zu springen? Der erste Diebstahl machte die nächsten um ein vielfaches leichter.
    • Lodoz ließ von Elraya ab und kurz darauf kamen beide zurück in den größeren Raum, Lodoz mit einem schmierigen Grinsen im Gesicht, Elraya die so aussah, als würde ihr gleich weißer Schaum über die Lippen quellen. Sie ging zurück zu dem Tisch, schmiss sich regelrecht auf einen Stuhl und zückte ihr Messer, um Schimpfwörter in die schon verranzte Tischkante zu ritzen. Dabei schielte sie immer mal wieder zu Khil, um sie mit giftigen Blicken zu bombardieren.
      Das bemerkte die Gefangene aber nicht. Sie konzentrierte sich wieder auf den Mann vor ihr, der momentan noch die größere Gefahr ausstrahlte.
      Ihr gefiel die Stimmung der beiden Kriminellen nicht. Vielleicht waren sie immer so drauf, oder der gescheiterte Plan hatte ihre Nerven gespannt, aber sie schienen bereit, sich gegenseitig bei einem falschen Wort umzubringen und wer würde sie dann von den Fesseln befreien? Das war womöglich etwas, was sie auch noch lernen musste: Die Kunst, sich aus Fesseln zu befreien. Vielleicht würde der Mann es ihr ja beibringen.
      Sie sah halbwegs mutig zu ihm auf. Er hatte seinen Dolch nicht gezückt, allerdings merkte sie schnell, dass der Dolch wohl das einzig scharfe an ihm zu sein schien.
      "Ich will mich beweisen, Sir, das ist richtig, aber es gibt einen kleinen Fehler in Ihrer Aufgabe, der allerdings gravierend ist. Eigentlich gibt es mehrere, aber lassen Sie mich bei dem offensichtlichsten anfangen: Ich kann nicht stehlen, ich habe es nie gelernt. Wie kann ich Euch Goldtaler stehlen, wenn ich es nicht kann, Sir? Außerdem, und da wären wir schon beim zweiten Punkt, brauche ich ein paar mehr Informationen, ohne die ich Ihre Aufgabe nicht erfüllen kann. Müssen es betrunkene, alte Säcke sein, die zu bestehlen sind, Sir? Ich erlaube mir zu diagnostizieren, dass es eine ausgewogene Anzahl an sowohl weiblichen und männlichen Festbesuchern gibt, von denen - wenn man das Alter noch berücksichtigt - lediglich eine Handvoll in das von Ihnen angegebene Schema passen. Wäre es da nicht sinnvoll, allgemein 20 Goldtaler zu besorgen, auch von jüngeren und Frauen? Ich denke, das würde die Ausbeute wesentlich ertragreicher machen. Zudem wundert mich Ihr Bedürfnis nach Gold, nachdem es wohl wesentlich mehr Silber an einem Ort wie diesem geben wird. Es erscheint mir nicht gerade zielorientiert, sich auf das Wertvollste zu konzentrieren, wenn ich den Gegenwert auch in Silber auftragen kann. Oh, aber dann müsste ich mehr Münzen mit mir herumtragen, nicht wahr? Warten Sie, ich glaube das macht einen Sinn. Diese Frage nehme ich wieder zurück. Sie sind eigentlich ein ganz passabler Lehrer, auch wenn ich eine praktische Lehre vorziehen würde."
      Elraya starrte mit offenem Mund rüber, während sie versuchte Khil zu verstehen. Nachdem Lodoz Khil zu verstehen gab, dass sie einfach nur mit 20 Goldtalern zurückkommen sollte, akzeptierte das die Gelehrte mit einem sicheren Nicken, ließ sich freibinden und entschlüpfte kurz darauf durch den gewöhnlichen Ausgang.

      Es dauerte drei Stunden, bis sie 20 Goldmünzen zusammenhatte.
      Eigentlich hatte sie 23, einige Silbermünzen, einen Haufen Kupfer und ebenso Knöpfe, und außerdem nahm sie sich die Zeit, von ihrer vorherigen Ausbeute sich etwas zu Essen zu kaufen, aber der Mann, der Lodoz hieß, hatte ihr nur 20 Goldtaler aufgetragen, also präsentierte sie genau das, als sie zurückkam und sich stolz vor Lodoz aufstellte. Ihr erster Fang und dabei glaubte sie, sich gut geschlagen zu haben. Die Leute hatten sie für einen kleinen Jungen gehalten, sie hatte ihre geringe Größe genutzt um in der Masse zu verschwinden und bei dem Drachenbräu waren die meisten sowieso die ganze Zeit sturzbesoffen. Keine hatte eine Ahnung, wer sie war und wohin sie gegangen war. Sie war zwar dennoch beinahe zweimal von Wachen erwischt worden, aber eben nur beinahe.

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    • Khil schien Lodoz aufrecht zuzuhören, auch wenn das was kurz darauf aus ihrem Mund kam beinahe dafür sorgte dass Lodoz ihr einen Arm gebrochen hätte, nur um sie vom Reden abzuhalten. Ihm fing schon an nervös das Augenlid zu zucken als Khil dann endlich los zog, nachdem er ihr nochmal wiederholend seine äußerst simple Aufgabe diktiert hatte.

      Als dann nur noch Elraya und Lodoz im Raum waren, ließ er die Arme entnervt baumeln und lies sich etwas nach hinten hängen während er an die Decke starrte.
      "Gooooott... weitere 2 Minuten und ich hätte ihr die Zunge raus gerissen... Und ich hab gedacht DU wärst anstrengend..."
      Daraufhin setzte er sich an den Tisch und legte all seine Waffen ab, was ein Dolch von seinem Fußgelenk war, ein Dolch seiner Hüfte und zwei Wurfmesser aus seiner Brusttasche. Diese strebte er nun an mit einem abgenutzten Schleifstein wieder etwas scharf zu bekommen, doch bevor er damit anfing, sah er Elraya entgegen.
      "Ich denke du weißt was auf dem Spiel steht. Verrät sie uns, wird unser Leben noch schwerer."
      Einen kleinen Streit später machte sich Elraya dann aber auf dem Weg, was sie wohl ohnehin schon vorher geplant hatte. Khil im Auge zu behalten war das beste was man nun tun konnte um unerwünschte Ereignisse vermeiden zu können und zumindest in diesem Fall war Elraya die fähigste Person die sich Lodoz als persönlichen Schatten vorstellen konnte.

      Die Zeit verflog. Knappe drei Stunden war es nun schon her seit Khil und Elraya weg waren. Ist es wirklich zu viel verlangt gewesen lumpige 20 Goldtaler aus den Taschen von betrunkenen Säcken zu stehlen wenn man klein war und unscheinbar aussahe?
      Langsam nervte es Lodoz zu warten. Er hatte seine Waffen längst fertig geschärft, ein Nickerchen gehalten und seinen Verband besser umbunden und doch kamen beide nicht wieder.
      Gerade als sein Bein anfing nervös zu wippen, er wütend aufstand und dabei den halben Tisch krachend mit hob, rutschte tatsächlich die zierlich schmale Khil durch den selben Schacht, wie sie zuvor gekommen war. Sogar Elraya kam wenige Augenblicke danach durch den geheimen Eingang, welche er nur bemerkte weil sie im direkten Blickwinkel war wie Khil und.. weil Elraya sich wohl nicht zu verbergen versuchte.

      Was Khil dann erzählte und Lodoz vor hielt empfand er still als besiegelten Vertrag. Diese beinahe kindliche Frau schien für ihre Verhältnisse ganz schön aus dem Häuschen zu sein ein paar alten Säcken Geld abgeluchst zu haben. In dieser Stadt war das aber ein eher mäßiger Erfolg. Diese Khil hatte also noch viel zu lernen aber.. wenigstens sprang sie ins kalte Wasser ohne aufzumucken.
      Still sah er auf die präsentierenden Hände von Khil, nahm ihr die Goldstücke ab und stopfte sie in seine Hosentasche, doch dann knallte es. Eine junge Gelehrte fiel in einen Haufen alter Kisten. Lodoz schlug Khil mit geballter Faust ohne sich zurück zu halten genau in ihr Gesicht, was ihren Halt durch den Schock und die Wucht nahm und nur von den alten Kisten abgefedert wurde.
      Doch schien ihn das nur anzufachen.
      Sofort schritt er ihr durch die zerbrochenen Holzstücke nach, packte Khil am Kragen und riss sie aus den Trümmern hoch ehe er sie auf den flachen Steinboden gegenüber warf.
      "Denkst du eigentlich du wärst was besonderes?! HUH?!"
      Klar spielte Lodoz auf die Worte an welche Khil zuvor wählte. Sie wagte es ihm zwei mal zu widersprechen, seinen Plan anzuzweifeln und auch die Aufgabe als Sinnlos zu erachten. Das hatte er ganz und gar nicht vergessen, auch wenn sie letzten Endes erfüllte was er ihr aufgetragen hatte.
      "Solange du hier bist, wirst du gefälligst gehorchen und nur deine neunmalkluge Schnauze auf machen wenn ich es dir erlaube, IST DAS KLAR?!"
      Es hätte in diesem Moment nicht mehr fiel gefehlt, da hätte er sich auf Khil geworfen um ihr seine Meinung mit einigen Hieben klar zu machen, doch war es ihm noch grade so möglich sich zurück zu halten, immerhin hatte er noch nicht gehört was Elraya zu diesem Ausflug sagte. Wenn sich Khil wirklich gut gemacht hatte, wäre für sie eventuell sogar ein Platz in der Gruppe offen. Aber das wäre zu diesem Zeitpunkt noch ein sehr großes 'eventuell'.
    • Während Elraya lässig zu ihrem Stuhl zurück schlenderte und dabei mit ihrem Messer zwischen ihren Zähnen herumpuhlte, verflog Khils eigener Stolz schneller, als sie überhaupt einen Gedanken fassen konnte. Lodoz' Faust traf sie gänzlich unvermittelt im Gesicht und der Aufprall war hart genug, um ihren ganzen Körper nach hinten zu federn. Sie schlug auf ein paar Holzkisten auf, die sie mit ihrem Gewicht zertrümmerte und deren Holzstücke ihr in den Rücken stachen, ehe er ihr auch schon nachging und sie auf den richtigen Boden beförderte.
      Ihr Gesicht war ein einziges Wüten höllischer Qualen, ihr verbundener Arm schrie vor Schmerzen auf, sie hatte sich den Rücken aufgeschürft und landete dann auch noch direkt darauf, ehe sie mit dem Kopf auf dem Boden aufschlug. Der Schock war zu groß, um für einen Moment zu reagieren, doch dann brach sie in unkontrollierte Tränen aus, zuckte vor Lodoz' Geschrei zurück und kroch in ihrer Panik rückwärts vor ihm weg. Sie gab ein schmerzerfülltes, ängstliches und panisches Wimmern von sich, ehe sie schließlich mit viel Mühe die Worte: "Ich habe verstanden, Sir" formte und dann noch einmal ein Stück von ihm wegkroch, nur um sicher zu gehen. Allerdings kam sie nicht weit, denn schon schwindelte es ihr und keinen Augenblick später fiel sie, zum zweiten Mal an diesem Abend, in Ohnmacht.
      Im Hintergrund war Elraya auf dem Weg zum Tisch stehengeblieben und sah höhnisch kichernd zu beiden herüber.
      "Ist wohl doch nicht so toll deine Klugscheißerin, was? Hast ja einen toooollen Fang gemacht."
      Sie hatte sich die Gelegenheit natürlich nicht nehmen lassen etwas Drachenbräu zu trinken und jetzt war sie angeschwipst. Das half ihr allerdings, Lodoz' schlechte Laune zu ertragen, denn nun lehnte sie sich grinsend an den Tisch und reinigte mit dem Dolch ihre Fingernägel.
      "Hat sich ganz okay gemacht, für's erste Mal. Sie hat keine Ahnung, wer gute Beute ist und wer nicht und außerdem hat sie ein paar Anläufe gebraucht, um überhaupt rauszufinden, wo manche ihr Gold verstecken. Aber sie kann gut in der Masse untergehen und ist ziemlich geschickt im Schleichen. Ich hab' sie sogar zwei Mal verloren."
      Sie rülpste einmal und klopfte sich gegen die Brust. Sie hatte Khil tatsächlich ein Mal verloren, aber das andere Mal hatte sie sich durch einen jungen Mann ablenken lassen, den sie erst in der Gasse vernascht und dann ausgeraubt hatte. Es hatte ihr allerdings kaum Befriedigung gegeben - das Drachenbräu dafür umso mehr.
      "Oh, und den Wachen ist sie zwei Mal entkommen. Das war schon ganz gut, schätze ich. Schleichen kann sie, aber im Stehlen braucht sie echt noch Übung. Aber das hat sie schließlich mit ihren schlauen Worten vorhin gesagt, nicht wahr?"
      Sie grinste Lodoz frech an.
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