Der Abend verlief recht gesellig und sogar fast schon gut. Khil zog sich irgendwann zu Renera zurück, um von ihrem Platz aus Jarku freche Bemerkungen zuzurufen und Renera plauderte mit Aradan größtenteils über Belanglosigkeiten. Sie erzählte ihm, wie sie geglaubt hatte Mira in Tharynar gesehen zu haben und wie schwer es war, 26 unterschiedliche Buchstaben auf einem Papier zu entziffern und zu Wörtern zusammenzufügen. Sie schwärmte von den Lehrmeistern am Kaiserhof, mit denen sie die Ehre gehabt hatte zu kämpfen und hörte sich schließlich auch Aradan's Geschichten an. Sie blieben größtenteils unter sich, aber manchmal schalteten sich auch Khil oder Valterri ein, etwa um etwas beizutragen. Es war ein lustiger Abend, ein entspannter. Renera verabschiedete sich beinahe herzlich von Aradan, als sie in ihren Teil des Lagers gingen, und durfte sich dafür von Khil anhören, dass sie nicht geglaubt hatte, Renera jemals bei einem Mann lächeln gesehen zu haben. Sie scheuchte die Gelehrte in ihr Zelt und schlüpfte dann in ihren eigenen Schlafsack, ehe sie auch schon fest eingeschlafen war.
Ihr Instinkt weckte sie in der Nacht. Es war jener Instinkt, der sie in einem Wald vor den Fäden einer Spinnenmutter gerettet hatte, als sie für einige Zeit allein gereist war, und es war auch der Instinkt, der sie vor verdorbenem Fleisch gewarnt hatte. Sie nannte ihn den Überlebensinstinkt und setzte sich auf, um seiner Warnung zu gehorchen.
Das Feuer war noch nicht ganz niedergebrannt und so nutzte sie das Licht, um nach Khil zu sehen. Die kleine Frau hatte sich in ihrem Zelt zusammengekringelt und murmelte leise im Schlaf. Vorsichtig kroch sie wieder heraus, sah sich um und erblickte schließlich Valterri, der sich abseits des Lagers aufgestellt hatte und wie ein riesiger Felsbrocken wirkte. Sie zögerte eine Weile lang, überprüfte die Schwerter an ihrem Gürtel und entschied sich dann, ihm einen Besuch abzustatten. Schließlich hatte Aradan für ihn gebürgt - und Khil war ganz in der Nähe. Sie würde sicherlich einschreiten.
Renera schlenderte zu ihm hinüber, sorgte dafür, dass er ihre Schritte hören konnte und blieb mit einigem Abstand neben ihm stehen.
"Hallo, Valterri. Alles ruhig?"
Sie sah sich den Himmel an und drehte sich auch einmal zum Lager und dem Wald um. Irgendwo in der Ferne keifte ein Fuchs, aber sonst war es recht still. Sie bemühte sich Rauchfahnen in der Ferne zu erkennen, aber der dunkle Himmel erschwerte ihr diese Aufgabe ziemlich. Vielleicht war es das, was sie geweckt hatte: Eine Rauchfahne, die sie nicht sehen konnte. Ihr Bruder, der verlangte, dass sie sich stellte.
"Kann ich dich etwas fragen, Valterri? Etwas... persönlicheres?"
Sie sah kurz zu ihm hoch.
"Aradan meinte du weißt von seiner... Fähigkeit. War es schon immer so schlimm um ihn? Ich meine...", sie suchte nach Worten, "Ich würde mich wahrscheinlich umbringen, wenn ich in seiner Lage wäre. Wie steht es also um ihn? Wie stark ist er? Ich glaube ich möchte ihm irgendwie helfen, wenn auch wahrscheinlich nur, um mein eigenes Gewissen zu erleichtern."
Ihr Instinkt weckte sie in der Nacht. Es war jener Instinkt, der sie in einem Wald vor den Fäden einer Spinnenmutter gerettet hatte, als sie für einige Zeit allein gereist war, und es war auch der Instinkt, der sie vor verdorbenem Fleisch gewarnt hatte. Sie nannte ihn den Überlebensinstinkt und setzte sich auf, um seiner Warnung zu gehorchen.
Das Feuer war noch nicht ganz niedergebrannt und so nutzte sie das Licht, um nach Khil zu sehen. Die kleine Frau hatte sich in ihrem Zelt zusammengekringelt und murmelte leise im Schlaf. Vorsichtig kroch sie wieder heraus, sah sich um und erblickte schließlich Valterri, der sich abseits des Lagers aufgestellt hatte und wie ein riesiger Felsbrocken wirkte. Sie zögerte eine Weile lang, überprüfte die Schwerter an ihrem Gürtel und entschied sich dann, ihm einen Besuch abzustatten. Schließlich hatte Aradan für ihn gebürgt - und Khil war ganz in der Nähe. Sie würde sicherlich einschreiten.
Renera schlenderte zu ihm hinüber, sorgte dafür, dass er ihre Schritte hören konnte und blieb mit einigem Abstand neben ihm stehen.
"Hallo, Valterri. Alles ruhig?"
Sie sah sich den Himmel an und drehte sich auch einmal zum Lager und dem Wald um. Irgendwo in der Ferne keifte ein Fuchs, aber sonst war es recht still. Sie bemühte sich Rauchfahnen in der Ferne zu erkennen, aber der dunkle Himmel erschwerte ihr diese Aufgabe ziemlich. Vielleicht war es das, was sie geweckt hatte: Eine Rauchfahne, die sie nicht sehen konnte. Ihr Bruder, der verlangte, dass sie sich stellte.
"Kann ich dich etwas fragen, Valterri? Etwas... persönlicheres?"
Sie sah kurz zu ihm hoch.
"Aradan meinte du weißt von seiner... Fähigkeit. War es schon immer so schlimm um ihn? Ich meine...", sie suchte nach Worten, "Ich würde mich wahrscheinlich umbringen, wenn ich in seiner Lage wäre. Wie steht es also um ihn? Wie stark ist er? Ich glaube ich möchte ihm irgendwie helfen, wenn auch wahrscheinlich nur, um mein eigenes Gewissen zu erleichtern."

