spellbound. (earinor & akira)

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    • Caelan hörte sich immer mehr wie eine Version von Ronan an, die vor Jahrzehnten sterben musste. Eine Diskussion darüber zu halten, wie sehr er sich selbst vermisste und die endlosen Tage, die ihm immer wieder Zuversicht gaben und darauf aus waren, ihm weißzumachen, Caelan wäre für immer an ihn gebunden, davon würde sich seine hungrige Seele nicht satt fressen - nicht aber, dass sie das noch musste. "Willst du darüber reden? Ich kenne das Gefühl, wenn sich die eigenen Gedanken selbstständig machen und ich weiß auch, wie es sich anfühlt, wenn man sich selbst nicht mehr versteht.", erklärte er einfach so, als wäre es mittlerweile ein leichtes für ihn, von Wahrheit und Zwang zu unterscheiden, so wie Träume zu verstehen, die eigentlich keine Bedeutung brauchten. Caelan wirkte auf ihn eigentlich nicht, als wolle er sich großartig damit beschäftigen, sein müdes Herz auszuschütten, aber Ronan kannte diesen Mann seit ein paar Jahren - er verstand ihn und einen Teil seiner endlosen Macken, seiner Ecken und Enden, als wäre er derjenige, der dabei gewesen war, als sie ihm zugefügt wurden. Rikiya wusste, dass er nach trockenen Grashalmen griff und sich wiederum einredete, er würde Caelan verstehen, so, wie er es damals getan hatte, als sie sich kennenlernte und so, als er sich einbildete, dass seine Entscheidung wegzurennen alles war, was er tun konnte, um Caelan zu beschützen.

      Noch ein Husten folgte, gedämpft von der Kleidung, in der er sein Gesicht versteckte und Rikiya musste zugeben, dass er sich wirklich marode fühlte - sein gesamter Körper fühlte sich erschöpft an, schwer und gleichzeitig schwerelos, als endloser Gegensatz. "Lass mich raten, stattdessen hängt sie an dir?", murmelte er in die Brust des anderen Mannes, von welcher er sich nur langsam zu lösen wusste. War es ein Fehler, sich nicht an ihm anzulehnen und ihn im Glauben zu lassen, er würde ihn brauchen? Ach, was machte er sich denn vor. Wie heißes Feuer war die Wärme, die ihn umgab und Ronan wollte nicht, dass Caelan losließ, als er ihn noch fester an sich drückte - sein Atem stockte für einen Moment, bevor er sich wieder erholte. "Ich weiß, dass ich dir dahingehend keine große Hilfe bin. Was plagt dich? Die Schuld und Sühne deiner Fehler? Oder greife ich zu weit vor?" Rikiya hielt still, bevor er seine Arme ebenfalls um Caelan legte, um ihn selbst zu halten und zu drücken, als wäre er ein großer Teddybär. "Ronan würde wollen, dass du nicht zu hart zu dir bist. Ich verstehe dich, ich tue es wirklich, aber die Vergangenheit kann man nicht ungeschehen machen." Was konnte man dann tun? Sie als Mahnmal nutzen und darauf hoffen, sie würde auch als solches verbleiben? Einen Versuch war diese verruchte Idee zumindest wert. "Damit du wach und einsam deinen Gedanken ausgesetzt bist? Kommt nicht in Frage. Für dich habe ich immer offene Ohren ... und Augen."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Wir haben heute schon genug darüber gesprochen.", erwiderte Caelan. Er schätzte es, dass Ronan für ihn da sein wollte und scheinbar all das aufwiegen wollte, das Caelan damals für ihn getan hatte, dabei ging es gar nicht darum irgendetwas aufzuwiegen. Caelan hatte genug vom Grübeln und all den Themen bei denen sie sich ohnehin nicht einig werden würden, er wollte nur etwas Zeit gemeinsam genießen. Abgesehen davon würde Ronan ihm nur sagen, dass er es nicht besser gewusst hatte, dass Darragh an allem und Schuld war und er sich deshalb nicht fertig zu machen brauchte. Caelan war anderer Meinung. War es für Ronan so einfach in einem Krieg zu kämpfen? Menschen zu töten? Wohl kaum, aber in seinen Augen war Caelan viel mehr als er eigentlich war, ein Ideal dem er niemals gerecht werden konnte und all das was er sich über so viele Jahre ausgemalt hatte, während Caelan sich gänzlich anders entwickelt hatte.

      "Sie fühlt sich wie ein Außenseiter. Das bin ich hier wohl auch.", erklärte Caelan wie er Oyu auffasste während er Ronan sanft über den Rücken strich. "Zu viele Dinge um sie alle aufzuzählen." Und auch wusste er nicht wie er mit der Zukunft umgehen sollte. Wie sollte er sich bei Rain entschuldigen? Sollte er hier oder für Fhaergus kämpfen? Was war mit ihrem Geheimnis? Und war es richtig Oyu Hoffnungen auf eine Familie zu machen, wenn Caelan wusste, dass er seine eigene im Stich gelassen hatte und eventuell gar nicht hier bleiben konnte? "Bin ich unfair Rain gegenüber? Wenn ich mich um sie kümmere?", fragte er schließlich. Dies schien ein Thema bei dem Ronan ihm vielleicht doch helfen konnte. Caelan seufzte leise. "Du bist verletzt und krank, du solltest dich ausruhen und Oyu wollen wir auch nicht wecken, sonst haben wir ganz andere Probleme. Ich will dich nur ein wenig in meinen Armen halten, das reicht schon..."
    • "Meinst du, das reicht dir? Du weißt, dass ich dich nie abwimmeln würde, weil ich auf einmal kein offenes Ohr mehr für dich habe.", entgegnete er Caelan, auch, obwohl er froh war sich nicht immer mit derselben Thematik im Kreis befassen zu müssen. Caelan kannte genug von ihnen, die einfach immer nur zu ihrem König kamen, weil sie ein wenig jammern wollten - nicht, dass es verwerflich war oder er daran etwas auszusetzen hatte - er wurde es irgendwann einfach leid, ein und dieselben Themen abermals wieder zu kauen und sich darauf fokussieren zu müssen, dass nichts gleich blieb und nicht nur er ein gewisses Problem damit hatte. Wichtig war es nicht sonderlich, ob es nun darum ging, dass jemand sein ein und alles verlor, oder einfach Selbstzweifel hegte - im Endeffekt kam dabei nur herum, dass sie alle eines wollten: Eine gewisse Art von Fürsorge und ein Maß an Lebensqualität, das selbst ihr Taugenichts von König nicht aus dem öden Boden einer bereits verlorenen Nation zu stemmen wusste - den Trostpreis, den er ihnen nicht aberkennen konnte, wollte er ihnen auch nicht aus den Händen reißen, selbst dann nicht, als ihm bewusst wurde, dass sie sich um Ressourcen stritten, die sie doch eigentlich auch nicht hatten, aber jahrelanges bluffen gehörte nun einmal zu einer guten Politik.

      "Damals habe ich mich auch so gefühlt - das legt sich irgendwann, vor allem für sie, aber bis dahin muss noch Zeit vergehen und bei dir ... ich weiß es nicht. Ich wünschte, ich hätte eine bessere Aufmunterungsmethode, als dass ich es eine Frage der Zeit sein lasse." Wundgelegen war er und durchaus müde, wenn nicht sogar erschöpft von den missachtenden Worten einiger Wölfe, die damals nie wirklich glauben wollten, er war einer von ihnen. Ihr Misstrauen und die gefletschten Zähne konnte er ihnen nicht übel heißen, bissen sie doch nicht nach ihm, obwohl er ein komisches Gemisch zweier ungleicher Welten war. "Meinst du?" Sonst würde Caelan es wohl nicht ansprechen. Die Berührungen die ihm zuteil wurden waren wie Magie - sie trennten die Schwere von seinen Knochen ab, wie altes Fleisch das sich wie ein Parasit an ihm nährte und sie versprühte Wärme, die er sonst nie für möglich hielt. "Ich denke nicht. Ihre Umstände sind anders, du hattest andere Obligationen, als Rain klein war, warst ein anderer Mann mit anderen Aufgaben und Zielen, aber du solltest das ihn fragen. Ich will nicht, dass es ihm trotzdem sauer aufstößt und auch, wenn er es vielleicht nicht zeigt, dann tut es weh.", nuschelte er, in der Hoffnung, er drang zumindest zu Caelan durch. Oyu würde sich sicher freuen, aber Rain? Er konnte in seinem Leben nicht einfach alles hinnehmen und schon gar nicht immer mit derselben, einfühlsamen Akzeptanz wie sonst auch. "Mhm, dann will ich dich nicht davon abhalten. Danke, Caelan, ich habe das vermisst, weißt du? Dich und die Wärme, die du ausstrahlst ... ich fühle mich hier sicher und so, als würde ich mich bald erholen.", witzelte er ein wenig, bevor er sein Gesicht wieder in Caelans Brust vergrub.
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      "Darüber zu sprechen löst meine Probleme nicht. Ich kenne deine Meinungen schon." War das nicht überhaupt erst das Problem? Dass sie unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft hatten? Wie auch immer, es war viel zu spät für solche Diskussionen. Caelan musste auch für sich selbst Klarheit schaffen und in vielen Punkten wollte er auch warten bis Rain hier war und er mit ihm sprechen konnte. Die Sorge um ihn würde auch nicht verschwinden nur weil er mit Ronan darüber sprach. "Das meine ich nicht. Mir ist das egal, ich habe dich, egal ob hinter verschlossenen Türen, damit kennen wir uns doch schon aus. Ich mache mir nur Sorgen, dass wenn sie mit mir gesehen wird, es ihr noch schwerer fallen wird neue Freunde zu finden.", erklärte er ihm. Oyu würde nicht gerade beliebter werden, wenn sie einem Schaf hinterher lief, so viel stand fest. Noch weniger sollten sie ehrlich sein und verraten wer er in Adrestia war und was er getan hatte. Rain hatte sich nie etwas zu Schulden kommen lassen, Caelan hingegen umso mehr.

      Caelan drückte Ronan sanft, sein Körper fühlte sich durchaus anders an. Größer, stärker, ein wenig breiter auch vermutlich. Seine Haare wurden länger und seine Hände rauer. Trotzdem war er immer noch derselbe und Caelan fühlte sich besser einfach nur weil er in seiner Nähe sein konnte. Auch wenn er nicht mehr der Junge von früher war, der kaum wusste wie er von Tag zu Tag leben sollte, auch wenn er jetzt ein König war und ein Krieger noch dazu, er gab Caelan trotzdem das Gefühl er würde ihn noch immer brauchen und das fühlte sich gut an. "Mhm.", brummte er nur, es war wirklich zu spät für schwere Themen, speziell dann wenn Caelan sich schon dazu überredet hatte, dass er zumindest ein bisschen Nähe verdient hatte. Caelan seufzte leise. "Er wollte immer einen Bruder. Vielleicht auch eine Schwester... aber wir wollten ihm nicht das Gefühl geben, dass er nicht gut genug für das Erbe war..." Und es war schwer genug gewesen ihn zu bekommen. Caelan konnte sich gar nicht vorstellen wie Ina sich gefühlt haben musste, wie schwer es für ihren Geist, aber auch ihren Körper war und Caelan hatte in der schwersten Zeit nie für sie da sein können. Irgendwann wollte er es gar nicht mehr versuchen, er hatte Angst Ina würde irgendwann daran zugrunde gehen, aber sie wollte es so sehr und Allard hatte ihr wohl auch Druck gemacht. Caelan drückte Ronan näher an sich, es waren nicht unbedingt schöne Erinnerungen und obwohl er ihm gerade beinahe davon erzählt hatte, und auch zuvor, fehlte ihm irgendwie der Mut dazu. Ronan kuschelte sich an ihn. "Ich habe dich auch vermisst...", murmelte er seinem kleinen Eiszapfen zu.