spellbound. (earinor & akira)

    • "So schlimm wars dann auch wieder nicht!", echauffierte Oyu sich weiterhin, wie der kleine, lästige Gnom den sie nun einmal immer und immer wieder mimen würde. Natürlich bestand keine Schande darin, wenn sie das tat und Caelan einfach die Leviten las, sie war sich aber nicht sonderlich uneins damit, dass sie in ihrem Leben schon so manches vielleicht falsch angegangen war. "Aber was ist, wenn ich dich beschützen soll? Dann kann ich doch nicht weit weg von jedem Kampf sein!", beschwerte sie sich, aber dabei hörte sie sich wie ein übereifriges Kind an, das den Ernst der Lage nicht verstehen konnte, oder vielleicht nicht verstehen wollte. "Messer oder Schwert, ich glaube das ist alles gleich groß für mich, oder? Also, im Vergleich zu dir." Caelan war für Oyu noch immer ein Riese mit dem sie sich nie messen könnte, aber daran zu zweifeln und darauf zu hoffen, dass sich an ihrer Beziehung einfach nie etwas änderte, würde keiner Person helfen. "Also bist du einfach nur etwas weniger als ein König in deiner Heimat?" Ihre Augen funkelten wie Strasssteinchen auf einem Kleid es tun sollten, als hörte sie gerade zum ersten Mal davon, dass der Titel wie Caelan ihn trug - oder getragen hatte - auch etwas bedeutete. War Oyu wirklich an solchen Dingen interessiert? "Aber dann bist du doch allein in Gefahr, das will ich auch nicht! Kannst du nicht einfach all deine Schafe hierher bringen, oder so? Damit ihr alle eine große, glückliche Herde seid? Unser König hat doch bestimmt nichts dagegen wenn ihr euch benehmt!" Oyu verstand wohl auch nicht ganz, dass jahrzehntelanger Krieg sich nicht über Nacht aus der Welt schaffen ließ und dass keiner vor ihr diesen Weg gewählt hatte, weil er unerreichbar war. So viel stand nun einmal fest, auch, wenn sie das wohl nicht hören wollen würde. Enttäuscht ließ sie ihre Schultern sacken und sah an Caelans Gesicht vorbei zu den Sternen. Freuen? Ihr Vater hörte ihr doch nicht einmal richtig zu ...

      Gerade da schwelgte sie in Gedanken, die um ihren Vater kreiselten. Oyu wollte nicht so sein und glaubte auch nicht, dass es ihr dienlich wäre, wenn sie einfach so - mir nichts dir nichts - zu eben jener Entscheidung käme, dass es wohl in Ordnung sei, wenn sie nur in der Vergangenheit lebte. Caelan schien wohl mehr davon zu halten, sie aufzuziehen und Oyu, die das auch nicht ganz verstehen wollte, funkelte ihn finster an. "Bäh, als ob! Jungs sind widerlich!" Wahrscheinlich war sie auch einfach zu jung, um irgendwie daran zu denken, dass sie jemanden lieben konnte, der nicht ihre Familie war - zumindest schien das einleuchtend. "Wieso bin ich jetzt wieder seltsam?", wollte sie auch gleich wissen. Sie streckte Caelan gar die Zunge heraus und grummelte ein wenig, als hätte sie etwas gehört, das sie gar nicht hören wollte. Oyu schein sich wirklich nicht ändern zu können, oder vielleicht gar zu wollen. "Das hört sich nervig an, du würdest doch sicher viel lieber mit mir irgendwo eine Hütte haben als mit diesen ganzen alten Männern, die dich nicht verstehen!" Als wäre Caelan ein Mädchen in Oyus Alter, das genau die gleichen Gedanken hegte wie sie - sich von einem alten Greis dumm ausnutzen lassen, wo käme man da denn hin? "Nur, weil das in hundert Jahren vielleicht mal passiert, heißt das nicht, dass das bald ist.", grummelte sie. Caelan war wohl auch nicht gerade jemand, der ewig Vater spielen wollte - Oyu wäre nicht ewig klein und süßlich oder leicht zu handhaben, so wie sie jetzt war. "Hm, ja! Mit dir reden, oder hier herumliegen und die Sterne anschauen - das reicht doch, oder?" Zu viel war ihr schon sauer aufgestoßen, aber alles war besser, als sich mit diesem dummen Shuren herumzuschlagen. "Wer weiß das schon ... du willst mich loswerden, oder?" Es klang weniger wie ein Vorwurf als dass es wie eine Feststellung klang und Oyu, die sich einfach nicht abwimmeln lassen wollte, grinste Caelan ein wenig an. "Kann ich morgen mit dir mitkommen? Ich will das auch tun, aber ... ich habe Angst, wenn ich alleine bin.", gestand sie knapp und setzte sich schließlich wieder auf - sie wollte nicht nur herumliegen und auf bessere Zeiten hoffen. "Weil du schon alt bist?", wollte sie wissen. "Also, bitte ist bitte und danke ist danke. Guten Morgen kann ich dir ja morgen beibringen.", witzelte sie. "Siehst du die Sterne überhaupt?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Caelan lachte leise. Eigentlich schien sie alt genug um ihren Körper unter Kontrolle zu haben. "Als ich jung war, war ich auch meistens laut. Aber das Jagen hat mir beigebracht wie man leise ist." Und mit Caermon war es immer ein Wettstreit gewesen. Er war aber auch besser im Fischen gewesen. "Wenn du dich anschleichen möchtest, dann musst du mehr auf deine Umgebung achten. Knarzender Schnee unter deinen Stiefeln, kleine Ästchen die dich verraten könnten, raschelndes Gras." Aber so sehr hatte sie es wohl auch gar nicht versucht. "Du hast noch mindestens zehn Jahre bis du mich beschützen musst. Mach dir darum keine Sorgen." Irgendwann würde sein Alter auch ihn einholen, aber der Zeitpunkt war noch nicht gekommen. Vielleicht war er nicht mehr so fit wie jemand mitte Zwanzig, aber dafür hatte er jede Menge Erfahrung. "Vielleicht würde dir auch ein Bogen ganz gut stehen." Der wäre auf jeden Fall um einiges leichter. Oyu schien auf einmal begeistert von der Idee, dass Caelan nicht nur irgendein Schaf war. "So etwas in der Art? Der König von Adrestia hat sein eigenes Stück Land, mit seinem eigenen Volk, aber all die anderen Länder, auch meines, unterstehen ihm. Er vereint uns, oder hätte das tun sollen... wie auch immer." Es wäre einfacher zu erklären, hätte man Fhaergus nicht angegriffen, so wie es offenkundig an zwei Fronten geschehen war. Oyu hatte erneut wilde Ideen. "Das ist nicht so einfach. Es sind mehr Schafe als hier Wölfe leben und abgesehen davon sind sie es nicht gewohnt so zu leben wie ihr. Ich denke auch nicht, dass euer König das einfach so erlauben kann, auch wenn er es wollte. Und zuguterletzt ist es meine, wie auch meines Volkes Heimat. Sie haben dort Häuser und Arbeit, Familie, ein Leben. Das Leben in Adrestia funktioniert ein wenig anders, weißt du? Und viele möchten ihre Heimat auch nicht einfach aufgeben, oder können so eine Reise gar nicht erst auf sich nehmen." Und da gab es noch ugefähr 500 andere Probleme, aber genug davon.

      "Und Mädchen? Sind die auch widerlich?", fragte Caelan weiter. Irgendwann würde sie das alles verstehen, Caelan hatte für einen Jungen sogar einen jahrelangen krieg geführt... "Weil du dich mit einem alten Schaf abgibst, statt mit deinesgleichen.", antwortete er trocken. "Ich gaube hier gibt es keine Hütten und eine Hütte müsste man auch irgendwann zurücklassen." Caelan war nicht sicher was er wollte, er wollte in Ronans Nähe sein, für ihn da sein, ihm erzählen und zuhören was sie beide so verpasst hatten, aber gleichzeitig fühlte er sich beinahe erstickt von all der Liebe, die er trotz allem immer noch für ihn übrig hatte. Er fühlte sich, als müsse er ebenso begeistert sein, als müsse er jede Sekunde bei ihm sein wollen. Caelan wusste nicht ob er das konnte, zumal es einfacher schien Ronan abzuweisen, statt zu versuchen ihn zu überzeigen nicht mit der Wahrheit herauszurücken. Egal wie viel Zeit sie miteinander verpasst hatten, Caelan wollte nicht, dass Ronan sein neues Leben einfach so wegwarf für einen Mann, den er eigentlich gar nicht mehr kannte. Das war es wohl, was ihn am ehesten Reißaus nehmen ließ, die Verantwortung die Ronan auf Caelans Schultern lud, damit dass er mehr für ihn geben wollte, als Caelan jemals von ihm haben wollte. "Als ich mich das erste Mal verliebt habe, war ich 17. Mit Mädchen habe ich mich aber schon zwei Jahre zuvor immer wieder beschäftigt.", erklärte er Oyu, hundert Jahre würde es bestimmt nicht dauern. "Du bist viel zu jung und hast viel zu viel Energie als dass du den ganzen Tag nur reden könntest." Wenn Jungs sie nicht interessierten, dann sollte sie vielleicht herum laufen, sich alles ansehen, oder etwas neues lernen. Von Caelan gab es wirklich nicht viel zu lernen und von den Sternen auch nicht. War Caelan zu direkt? Oyu schien den Subtext jedenfalls zu verstehen. "Ich will dich nur schützen, Oyu. Ich bin ein Schaf und ich werde niemals hierhin gehören und ein Wolf wird auch niemals nach Adrestia passen. So ist unsere Welt nunmal... Mir wäre es lieber du suchtest dir hier Freunde mit denen du mehr gemeinsam hast und mit denen du deine Zukunft verbringen kannst. Ich weiß nicht wie lange ich hier bleibe, oder wie lange es dauert bis uns der Krieg hier einholt. Du solltest nicht alles auf eine einzige Person setzen. Es ist wichtig Freunde zu haben und verschiedene Erfahrungen zu machen. Abgesehen davon habe ich noch einiges mit eurem König zu besprechen und währenddessen wird dir doch sowieso langweilig. Da kannst du dir auch ein paar Freunde suchen, oder eine Arbeit, wenn dir das lieber ist. Es stört mich nicht, wenn du ein wenig Zeit mit mir verbringen möchtest, aber ich wünsche mir, dass du auch anderen eine Chance gibst. Was sagst du dazu?" Alles was Oyu wollte war wohl eine Familie, keine Freunde, aber Caelan glaubte nicht, dass er der Richtige dafür war. Jetzt wo er so darüber nachdachte, über Oyu die schon eine Weile ohne Eltern auskommen und sich alleine durchschlagen musste und bestimmt nur ein zu Hause haben wollte, zu dem sie zurückkehren konnte, hatte er ein schlechtes Gewissen. Er seufzte, konnte nicht stark bleiben, auch wenn er ihren Hundeblick im Moment nicht einmal erkennen konnte. "Hör zu, du kannst gerne zu mir kommen und wenn ich dabei sein soll, wenn du deinem Vater von deinem Tag erzählst, dann bin ich das gerne, aber du musst auch ein paar andere Freunde finden, in Ordnung? Und wenn jemand gemein oder blöd ist, wenn du es versuchst, dann kannst du mir davon erzählen, wenn dein Vater dir nicht antwortet." Es kam nicht so freundlich rüber wie Caelan es geplant hatte. Er wollte nur, dass sie wusste, dass er nicht einfach so davonlaufen würde, wenn sie so etwas wie eine Konstante in ihrem Leben suchte. "Ja, weil ich alt bin. Alte Hunde lernen keine neuen Tricks, so sagt man es bei uns." Trotzdem wollte er zumindest versuchen sich ein paar Phrasen zu merken, aber er hatte ja auch schon wieder Ronans neuen Namen vergessen. Nachdem Oyu ihm also ein paar Worte mitgeteilt hatte, sprach sie aus, was für sie schon seit so langer Zeit offensichtlich war und nach den Wochen die sie schon miteinander verbracht hatten, sah Caelan keinen Grund sie noch anzulügen, auch wenn sie bisher so nett gewesen war ihm seine Lüge zu lassen. "Nein.", antwortete er ruhig, "Ich kann den Mond erkennen und ein paar helle Flecken dort drüben wo die Siedlung ist.", er zeigte jeweils in die richtige Richtung. "Tagsüber ist es besser."
    • Beim Jagen? Als er jung war? Oyu hatte für solche Dinge wenig Gefühl, vermutlich aufgrund ihres Alters und toter Eltern, sowie dem allgemein mangelndem Respekt ihrerseits gegenüber einer Generation, die sich einen feuchten Dreck um sie scheren würde, sprach sie nur ihre landeseigene Sprache. Eigentlich musste sie doch froh sein, so ein verworrenes und ungleiches Ding zu sein. "Du warst doch bestimmt vor hundert Jahren jung und außerdem, du hast mich doch bestimmt nicht nur wegen dem Schnee gehört!" Auf diese Art von Trick, konnte man ihn denn so nennen, war Oyu jetzt wirklich nicht zum ersten Mal reingefallen. Auch ihr Vater hatte sie damals ermahnt, weil sie seines Erachtens nach wohl nicht richtig stillhalten konnte und sich die eigene Tour vermasselte, als sie jagen waren - was hatte das denn überhaupt damit zu tun? Sie hörte sich doch selbst nicht! "Wenn ich einen Bogen nehme, dann dauert das keine zehn Jahre sondern vielleicht zehn Wochen!", teilte sie mit und plusterte sich wiederum wie ein kleines Rebhuhn auf, das gerade die Samen der letzten Ernte zwischen ein bisschen Schnee und Eis herausgepickt hatte. Oyu war wohl auch nicht mehr als das, zumindest auf den ersten Blick nicht. "Naja, aber Wölfe wollen das doch auch alles nicht - also den Krieg, verstehst du? Und trotzdem müssen wir uns an Regeln halten, um zu überleben und nicht zu sterben. Wenn dein Volk dich mag und überleben will und wenn du unseren König überzeugst, dann könnten wir uns doch verbünden. Ich glaube das würde nicht nur euch helfen - und du müsstest nicht einfach so weg von hier, warum auch immer." Wie kindlich und gleichzeitig abergläubisch diese Idee doch war; nicht jeder Wolf und nicht jedes Schaf würde so eine Art von Veränderung einfach akzeptieren, aber das konnte Oyu doch nicht wissen.

      "Nein, aber nervig.", schmollte sie, als würde sie sich gerade an eine Situation erinnern, die ihr wiederum zeigte, wieso sie sich von Leuten aus ihrem Alter grundsätzlich fernzuhalten schien - dumm nur, dass es da nicht wirklich etwas gab, außer, dass ihr Vater ein Eigenbrötler gewesen war und Oyu nun einmal noch immer den Krux trug, ihr Leben zweierlei Welten zu verdanken, die unterschiedlicher nicht sein konnten. "Na und? Du bist wenigstens jemand, der mich versteht und mir zuhört und außerdem fühle ich mich nicht so ausgegrenzt." Natürlich waren es wenige Thrianer, die wirklich etwas gegen Leute wie Oyu auszusetzen hatten, aber die die es taten, ritten nun einmal so lange darauf herum, dass es unangenehm wurde. Für Caelan war sie dasselbe wie jeder andere Thrianer: Ein Wolf. Sollte sie stolz darauf sein? Wohl kaum. "Dann bauen wir eben eine ... oder ein Zelt ... vielleicht?", murmelte sie verlegen und verzog das Gesicht. Bei Muhan und diesen anderen Quacksalbern die Nacht zu verbringen hörte sich unappetitlicher an, als alles andere das man Oyu heute noch auftischen konnte, so viel stand zumindest fest. Sie rümpfte die Nase, als Caelan ihr von seinen uralten Liebeseskapaden erzählte. "Aha, und weiter? Du willst mir doch nicht sagen, ich habe noch so 4 Jahre bis ich jemanden finde, in den ich mich verliebe ... igitt, es ist hoffentlich kein Junge oder ein Mädchen. Da lecke ich lieber einen Salzstein." Theatralisch wie das Mädchen nun einmal war verzog sie ihr Gesicht in angewiderter Manier, das sollte aber nicht bedeuten, dass sie fertig damit war, sich aufzuregen. "Ich könnte dir das Ohr abkauen!" Dann wären sie in drei Jahren fertig, bevor ihr das Gesprächsthema erst ausging. Vielleicht war das doch keine so gute Idee, zumindest hörte es sich ein wenig grenzwertig an. Gleich, wie Caelans Dummheiten es waren, die sich für Oyu so schlimm anhörten - das wollte sie doch gar nicht hören. Fast schon beleidigt verschränkte sie die Arme vor der Brust und hörte ihm zu, als würde sie etwas lernen wollen, nur um danach den Entschluss zu fassen, dass sie das gar nicht hören wollte. "Schon gut, du hast recht ... ich sollte mich nicht zu viel auf andere verlassen, das hat mein Vater auch immer gesagt." Eingeschnappt war sie vielleicht ein bisschen, aber Caelan schien es auch nicht lassen zu können, ihr klarzumachen, dass er Thria zur nächstbesten Gelegenheit wieder verlassen wollte, wenn sie sich ergab und Oyu hatte in seiner normalen Welt nun einmal keinen Platz - nicht aber, weil Caelan das vielleicht nicht wollte, sondern weil sie für Schafe immer nur ein Wolf war und für Wölfe immer nur irgendein halbrichtiges und halbfalsches Ding, das aus einer Union entstand, die so nicht existieren sollte. "Versprochen?" Sie funkelte Caelan schon beinahe wieder an, als wäre er der grellste Stern den sie gerade sah, aber Oyu stand dieses Mal auf und wollte wohl nicht länger an Ort und Stelle bleiben. "Du versuchst es doch gerade." Thrianisch lernen, das würde selten jemand wollen, der sich gar nicht erst für dieses Land interessierte oder sich darin nicht zurechtfinden wollte. Egal, oder? Caelan war nicht für die Ewigkeit und Oyu, die nicht ganz verstand wieso es spätestens der Tod war, der ihr immer alles wegnahm, hatte sich zu viel auf ihren Teller geschaufelt. Eigentlich wollte sie gar nicht daran denken, was genau passieren könnte oder würde oder sollte. "Vielleicht antworten dir die Sterne deswegen nicht? Wenn ich weine und alles verschwommen ist, dann tun sie das meistens auch nicht.", flüsterte Oyu und sah zur Siedlung herüber. "Mir ist kalt, können wir zurückgehen?"
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    • Caelan lachte leise. "Wirke ich wirklich so alt auf dich? Vermutlich bin ich nur ein wenig älter als dein Vater." Das konnte er zwar nicht recht beurteilen und Oyu war um einiges jünger als Rain, aber er hatte noch viele Jahre Zeit bis er einhundert Jahre alt wurde und abgesehe davon war es wohl unwahrscheinlich, dass er überhaupt so lange lebte. "Was denkst du denn wie ich dich sonst gehört habe?", fragte er sie anschließend. Es war mehr als der Schnee, so viel lag gar nicht mehr. "Ich will nicht, dass du dich in Gefahr begibst. Ein echter Kampf ist etwas gänzlich anderes als jegliches Training vermuten lassen. Versprichst du mir nicht die Heldin zu spielen, bis ich es erlaube?" Eigentlich wollte er gar nicht, dass sie sich verteidigen musste, aber in dieser Welt war niemand sicher davor, früher oder später müsste sie es. Zuerst aber musste sie wissen wie. Er hatte zwar kein Recht ihr irgendetwas zu verbieten, aber er konnte es ja zumindest versuchen. Erneut zeigten ihre kindlichen Ideen auf, wie wenig sie über die Welt wusste. "Vieles ist zwischen unseren Völkern geschehen, nicht jeder traut dem anderen oder möchte es. Ich wollte lange auch nichts mit euch zu tun haben. Der Krieg herrscht schon etwa doppelt so lange wie du überhaupt auf der Welt bist, das vergisst man nicht so schnell." Im Endeffekt wollte Oyu wohl auch nur Caelan hier behalten, so wie Ronan auch. Er fragte sich ob es Rain genauso ging, ob er hier glücklicher war, da er hier jemanden gefunden hatte den er liebte.

      "Ich bin sicher, dass es auch andere gibt die so sind wie du, aber du musst anderen die Chance geben es dir zu zeigen." Caelan blickte Oyu an und schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln. Sie wollte wohl nie so Recht zugeben was in ihr vorging, aber es schien als wäre da mehr als Trotz. "Jerder Mensch ist anders, egal ob Wolf oder Schaf. Du solltest nicht alle so einfach abstempeln, nur weil du einmal schlechte Erfahrungen gemacht hast. Menschen ändern sich auch wenn sie älter werden und neue Erfahrungen machen. Es gab eine Zeit, da dachte ich alle Wölfe wären schlecht, ich war wütend auf euch alle, aber hier gibt es genau so gute wie schlechte Wölfe wie es in Adrestia gute und schlechte Schafe gibt. Heute denke ich, man muss jeden einzelnen Menschen kennenlernen, bevor man sich ein Bild machen kann." Caelan fragte sich ob Oyu vielleicht so gerne ein eigenes Zelt hätte, weil sie schon lange kein zu Hause mehr gehabt hatte das ihr gehörte. Sie war wohl irgendwann bei Shuren untergekommen, aber dort hatte sie sich wohl eher wie eine Gefangene gesehen. Einerseits wollte Caelan lieber alleine sein und sich seinen Platz hier und an Ronans Seite auch erst einmal verdienen, auf der anderen Seite wollte er bei ihm sein und ihm nicht das Gefühl geben es läge ihm nichts merh an ihm. Genaugenommen wollte er sich doch irgendwie zurück in seine Arme flüchten und nach so langer Zeit wieder neben ihm einschlafen und aufwachen. Oyu wiederrum tat ihm Leid, sie einfach zu irgendwelchen Fremden zu schicken bei denen sie sich alleine und ängstlich fühlte, fühlte sich falsch an und doch glaubte er, hängte sie sich zu viel an ihn, so würde es ihr noch schwerer fallen Anschluss zu finden. Und dann war da noch Rain. Caelan fragte sich ob er ihn nicht vor den Kopf stieß wenn er einfach ein anderes Kind adoptierte und all die Dinge nachholte die er mit Rain verpasst hatte. Er sah sie zögernd an, er war noch nie gut darin gewesen seine Gefühle zu verbergen und selbst ein Kind sah ihm wohl an, dass er hin und hergerissen war. Am Ende war er aber erwachsen und zu alt um egoistisch zu sein. "Ich werde mir etwas überlegen, versprochen." Er würde wohl mit Ronan darüber sprechen. Vielleicht sagte er Caelan ja auch er wäre verrückt und sollte das arme Mädchen in Ruhe lassen. "Liebe ist etwas gutes Oyu. Es bedeutet, dass du niemals wirklich alleine bist." Auch wenn das für Caelan am Ende ein wenig anders ausgesehen hatte und doch begleitete Ina ihn zumindest jetzt noch. "Das meinte ich so nicht. Ich meinte du solltest mehr als nur eine Person finden auf die du dich verlassen kannst, falls die andere mal keine Zeit hat. Je mehr, desto besser.", drückte er es so kinderfreundlich wie möglich aus. Caelan wäre nicht ewig hier, ob er nun zurück nach Fhaergus ging, im Krieg fiel, oder einfach nur zu alt wurde. "Versprochen. Ich werde nicht heimlich verschwinden und vorerst bleibe ich sowieso hier bis mein Sohn hier ankommt." Natürlich würde er sich verabschieden. "Nur weil ich es versuche heißt das nicht, dass ich mich morgen noch an die Worte erinnern kann.", schmunzelte er und sah noch einmal hinauf in den peschwarzen Himmel. "Vielleicht...", mumrelte er, was aber bedeuten würde, die Sterne würden ihm nie wieder antworten. Er nickte schließlich und erhob sich langsam. "In Ordnung." Er war zwar nicht sicher wo genau Oyu hin wollte, aber vielleicht ins Bett. Die Reise war anstrengend gewesen, für sie alle, auch wenn sie nicht viel zu tun gehabt hatten. Caelan folgte der schemenhaften, kleinen Figur zurück zu den Lichtern, langsamer als sonst, damit er nicht über einen versteckten Stock oder Hügel stolperte. Während er ihr hinterherging dachte er noch einmal nach, auch wenn er das nicht musste, weil er bereits wusste, was das Richtige war. "Wieso fragen wir den König nicht, ob du bei mir bleiben kannst, wenn du dich bei Muhan und den anderen nicht wohl fühlst."
    • "Nein, das sage ich nur, weil du so aussiehst, als ob du noch Krähenfüßchen bekommst, wenn du weiterhin so griesgrämig bist.", erklärte sie Caelan ein wenig spaßend. Oyu war Niemand, der jemanden wegen seines Aussehens verurteilte, aber wäre der alte Griesgram wirklich mehr Wolf als Schaf, dann würde sie nicht glauben, er würde ihrem Vater wirklich so unähnlich sehen - in ihrem Kopf stellte das wirklich ein Problem dar. "Hm, vielleicht weil ich meinen Atem nicht angehalten habe?" Hatte er irgendwelche beschlagenen Wölkchen gesehen, weil ihr Atem so viel wärmer als die kalte Umluft gewesen war? Sommer oder nicht, in Thria kam jeder auf seine Kosten, selbst dann, wenn man so nah an der Grenze war. "In Ordnung, aber nur, weil du es bist und ich nicht will, dass du dir Sorgen machst - aber dafür darfst du das auch nicht, ja?" Es schien so, als wäre selbst Oyu davon überzeugt, Caelan würde ewig leben können wenn man sich darauf nur einließe und sich von all diesen irdischen Gedanken wie dem Ende, oder einer unsichtbaren Barriere, die durch das Ableben einer Person erzeugt wurde, lossagte. Schlussendlich wusste sie wohl dennoch selbst am besten, dass das alles nicht so einfach war - sonst gäbe es ihren Vater auch noch und sie wäre vielleicht gar nicht erst in dieser verdrehten Situation, aus der ihr nicht wirklich jemand heraushelfen konnte oder wollte. "Mh, aber wir könnten das doch irgendwann vergessen, oder? Mein Papa meinte, dass Zeit alle Wunden heilt, insofern man sich richtig darum kümmert. Vielleicht dauert das ja nur ein bisschen - es würde mich zumindest freuen, wenn es so wäre."

      "Das kann ich mir ja noch überlegen." Ihr Leben war nicht morgen vorbei und die Menschen, die sie noch kennenlernen musste, kamen auch nicht alle auf einen Schlag angespült, wie eine ungestüme Welle irgendwo in Yaoshen, weil die Winde sie verwehte. Würde das überhaupt funktionierten? In Menschentrauben hatte sie sich auch noch nie wohlgefühlt. "Mhm, aber wieso glaubst du eigentlich nicht mehr, dass alle Wölfe schlecht sind?" Hatte irgendetwas dazu beigetragen, das Caelan diese Art von Änderung auf einmal durchmachte? Nicht, dass sie nicht schon vor ihrer Ankunft hier passiert war - sie merkte eigentlich schon ein wenig zuvor, dass er offener schien, aber auf Oyu wirkte er allmählich so, als hätte er gerade noch andere Probleme, die ihm jetzt zu schaffen machten. Ihm noch mehr aufzuladen schien nicht ganz richtig. "Ich nehme dich beim Wort!", entschied sie schnell, bevor einer von beiden einen Rückzieher machen konnte - sie legten den Rückweg gemütlich ein, nicht aber, dass er unendlich weit war, oder gar erschöpfend, aber sie wollte Caelan in dieser Dunkelheit weder verlieren noch abwimmeln. "Niemals, hm? Dann stimmt das doch auch für dich, selbst wenn du die Sterne nicht sehen kannst.", schlug sie ihm vor, hatten sie doch davor von den Toten und ihrem Platz am Himmel gesprochen - oder zumindest die Verbindung zwischen beiden hergestellt und die Sterne mit den Dingen assoziiert, die ihnen im Leben fehlten. War das so, weil die Sterne auch ungreifbar waren, gleich wie die, die sie verloren hatte? Es brachte sie auf eine Idee, die sie nicht so recht teilen wollte. "Hm, in Ordnung ... aber nur dir zuliebe.", nuschelte sie. Oyu schien noch immer nicht mehr gewillt zu sein, mehr Leute kennenzulernen aber alleine bei der Erwähnung Rains wurde sie ein wenig hellhörig. Ob sie auch mit ihm reden durfte? Sie würde es sich fast schon wünschen - aber Wünsche kosteten Dinge, die Oyu nicht hatte. "Dann probieren wir es morgen wieder! Übung macht den Meister, heißt das nicht so?" Was wiederum hieß, Caelan konnte sie gar nicht erst so leicht loswerden. Schmunzelnd und leicht tänzelnd holten sie schließlich zur Wärme und dem Licht der Siedlung auf und Oyu wusste nicht, ob sie die Dunkelheit der Zelle in der sie zuvor gehaust hatten, dort unten in Shurens modrigem Keller, nicht eher vorzog, weil es einfacher schien, als ein gesamtes Dorf zu navigieren. "Hm? Oh!" Sie drehte sich um und griff nach Caelans Hand - ihre Augen strahlten wiederum und sie freute sich wie ein kleines Kind. "Aber nur wenn ich dich nicht störe? Ich kann auch eine Nacht alleine schlafen ... irgendwie kriege ich das schon hin. Ich will dich nicht schon wieder zu etwas zwingen." Caelan gab ihr zuliebe irgendwie immer nach, oder?
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    • "Ich denke ich habe trotz allem immer noch bessere Laune als sonst." Zumindest eine Sorge hatte er weniger, oder zumindest war sie nicht mehr so groß. Rain hatte ihm immerhin die meiste Sorge bereitet. "Dein Atem ist hier draußen wirklich das geringste Problem.", ließ er sie wissen. "Mhm. Ich werde vorsichtig sein." Aber das war nicht was sie wollte und so ein Versprechen konnte er ihr nicht geben. Er empfand so viele Leben wichtiger als sein eigenes. "Ich denke dafür müsste zuerst der Krieg enden. Viele haben einen Teil ihrer Familie verloren, das vergisst und verzeiht man nicht so einfach.", erklärte er und da sprach er wohl aus Erfahrung. Es war eigentlich gar nicht so gewesen, aber stattdessen war er mitverantwortlich dafür, dass andere diese Erfahrung nun machen mussten. Im Moment sah es so aus als würde dieser Krueg erst enden, wenn die Wölfe vollends ausgelöscht waren.

      Ihre Frage war durchaus einläuchtend, aber Caelan hatte keine gute Antwort parat. "Ich habe ja jetzt ein paar kennengelernt.", erklärte er ihr nur knapp. Er hatte immerhin ziemlich lange mit Oyu und Muhan verbracht, die ihm beide so weit vertraut hatten, dass sie ihm weder Ketten angelegt hatten, noch schlecht behandelt hätten. Er hatte neue Kleidung und Essen erhalten, ohne dass er überhaupt danach fragen musste. Die wenigen Lichter aus der Siedlung wurden nur langsam heller, die meisten Feuer brannten in den Zelten und die Wände gaben nur wenig davon preis. "Ja, das ist wahr.", erklärte er, Ina war wirklich immer irgendwie bei ihm, so alleine war er gar nicht, aber er vermisste sie dennoch sehr. Erneut nickte Caelan, es schien als würde Oyu ihn ganz schön auf Trap halten, wenn sie ihm ein paar Worte beibringen wollte und er ihr das Kämpfen lehren sollte. Abgesehen davon hatte er schon das Gefühl, als sollte er auch irgendetwas zu dieser Siedlung beitragen. Caelans Vorschlag wurde natürlich sofort freudig angenommen, Oyu griff nach seiner Hand und zog ihn nun etwas schneller mit sich durch die Siedlung. "Schon wieder?", fragte er nach, unsicher darüber zu was sie ihn denn gezwungen hatte. Es stimmte schon, sie hatte viele Ideen und Caelan wenige Gegenargumente. Offiziell hatte er aber auch keinen Grund die Nacht alleine im Zelt des Königs zu verbringen. "Du störst mich nicht, es ist aber auch nicht meine Entscheidung." Er bezweifelte aber, dass Ronan Nein sagen würde.
    • “Ich kenne den Caelan von sonst nicht, aber wenigstens bist du netter als ganz am Anfang.”, erwiderte Oyu mit einem leichten Grinsen. Caelan wollte weder etwas mit ihr, noch mit jemand anderem ihrer Sippe zu tun haben und hatte sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, sie eine Sekunde lang unter seine Haut fühlen zu lassen. Schlussendlich schien es jedoch so, als hätte Oyu ihn doch noch zum umdenken bewegt - breitgeschlagen und dazu gezwungen, nach ihrer Pfeife zu tanzen. Oh, wie süß ein Sieg den man nicht als solchen ansah doch sein konnte. Froh nickend sah sie an dem alten Mann herauf, fragte sich innerlich ob ihn jemals jemand furchterregend fand und kicherte dann, fast so, als hätte sie gerade dem besten Witz ihres Lebens gelauscht. Vor Caelan hatte sie doch noch nie wirklich Angst. “Verstehe … aber was nicht ist, das kann noch werden, oder? Irgendwann können wir uns alle vergeben und müssen nicht mehr an diesen Krieg denken, oder damit leben, dass er existiert. Weißt du, ich vermisse meinen Vater, aber ich hasse Schafe nicht - jeden Menschen einzeln anzusehen ist sicher richtig.” Kein Wunder, dass Oyu nicht alle Schafe über einen Kamm scherte, wie es so manches Schaf mit so manchem Wolf tat.

      “Und wegen mir und Muhan änderst du deine Meinung? Du kannst mir in tausend Jahren nicht erzählen, dass du das für Shuren machst.”, kicherte Oyu ein wenig angetan von der Idee, es diesem nervtötenden, Fächerfanatiker heimzuzahlen. Ein Dach über dem Kopf und zwei warme Mahlzeiten waren nichts, wofür sie sich erkenntlich zeigen musste, wenn man sie schon so behandelte, als gab es noch mehr von ihr und Shuren war noch nie ein Mann der Tugenden gewesen. Aber wieso einen Gedanken an diese lästige Zecke verschwenden? Caelan hatte es wohl nur gut mit ihr gemeint, als er sie darauf hinwies, dass es hier draußen ach so viele Menschen gab die sie kennenlernen sollte, die sie vielleicht sogar ihre neue Familie nennen konnte … Oyu wollte nicht so sein und sich selbst die Tour vermasseln. Trotzdem klammerte sie sich an Caelan und kicherte weiter, als er sie auf ihre Behauptung ansprach. “Naja, im Verlies hast du auch einfach nachgegeben als ich bei dir schlafen wollte und alles, worum ich dich bitte, lässt dich irgendwann einlenken. Du bist echt mies darin, nein zu sagen!”, erklärte sie dem Nicht-Vater, den sie weiter durch die Siedlung schleppte, damit er noch den Weg zurückfand. “Glaubst du, er sagt nein?” Oyu entschied sich aber, dass Caelan das besser klären sollte - sie ging mit ihm zum Zelt des Königs und ließ sich, ohne großartig zu fackeln, mitsamt Caelan selbst herein. “Eure Majestät? Ich habe Caelan zurückgebracht!”, rief sie freudig hinein, konnte den König aber auf den ersten Blick nicht erspähen. Langsam aber sicher setzte sich dieser auf, hatte er doch in seinem Bett gelegen. “Du musst mich wirklich nicht so nennen, Rikiya reicht vollkommen … und danke, das war wirklich nicht nötig. Ich vertraue ihm.” “Ah, wirklich? Wieso das denn?”, Oyu fragte neugierig nach, als blieb der Lückenfüller aus. “Mh, er ist euch doch auch nicht davongelaufen.”
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    • Caelan hasste die Wölfe schon nicht mehr so sehr wie damals als er hier angekommen war, aber Oyu hatte ihren Teil dzau beigetragen, dass Caelan seine Taten noch mehr überdachte, er wollte es nur nicht zugeben. Es war einfacher ihr Feind zu sein und sie ebenso als solche zu betrachten. Jetzt wo er die Warhehit kannte, wie konnte er da noch so tun als würde er sie alle über einen Kamm scheren? Oyu musste er wohl gar nicht erst bekehren, so wenig wie Ronan und seine Kinder schienen zumindest Rain zu unterstützen und zu akzeptieren. Vielleicht war Oyus Wunsch mehr als nur ein naiver Traum, aber den Rest von Adrestia zu überzeugen dürfte sich als äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich herausstellen. All das mit Caelan der sich lieber um Fhaergus kümmern wollte und Ronan der am Liebsten seine Ruhe hätte.

      "Shuren bestimmt nicht, nein. Aber ihr wart doch nett zu mir." Muhan hatte zwar nicht viel mit Caelan gesprochen, aber er hatte Caelan vertraut, ihn nachts nicht gefesselt und am Ende auch nicht zugelassen, dass Caelan ihm groß half wenn es darum ging ein Lager aufzuschlagen. Manchmal war Oyu es der zu langweilig war und Muhan einfach mitteilte, dass sie und Caelan Holz sammeln würden. Wenn Oyu tief und fest schlief und Caelan nicht einschlafen konnte, saß er mit dem Jungen am Feuer und teilte schweigend ein wenig Tee. Oyu brach mit der Tür ins Haus wie sie es immer tat und Caelan wusste nicht, was er darauf antworten sollte. "Du gibst aber auch keine Ruhe bis du deinen Willen bekommst.", verteidigte er sich, auch wenn er durchaus härter hätte sein können. In der eisigen Kälte wa er ausßerdem zu krank und müde gewesen um zu diskutieren. "Ich glaube nicht.", antwortete er dann und folgte Oyu schließlich zurück in das große Zelt. Er entdeckte Ronans Silhouette erst als dieser zu sprechen begann. "Und außerdem kann ich sowieso nirgends hin und will auf meinen Sohn warten.", ergänzte Caelan schnell, nicht dass er es musste. "Oyu meinte sie würde sich hier wohler fühlen als mit den anderen." Wie genau er erklären sollte warum war ihm auch nicht recht bewusst, er hatte bisher kein Wort über sie verloren, da hatte es zu viele andere Themen zwischen ihnen gegeben. "Also, nicht dass ich wüsste wo du mich schlafen lässt." In Ronans Bett. Natürlich. Aber jetzt musste wohl ein anderer Plan her. "Für sie ist bestimmt auch noch irgendwo Platz?"
    • Oyu schmunzelte als sie die beiden Greise dabei sah, wie sie einfach so - ohne großartiges Theater - miteinander redeten. War Caelan dem König so angetan weil dieser seine Sprache sprach? Oder griff Oyu nur vor, weil sie die peinlich berührten Blicke der beiden nicht sehen wollte? Vorerst behielt sie ihre Gedanken wohl besser für sich, ehe sie sich noch verplapperte und dann herausfinden musste, dass sie doch Unrecht gehabt hatte. “Also ist der König auch netter zu dir als Shuren, nehme ich an?”, fragte sie Caelan schmunzelnd und sah zu besagtem König, welchem anscheinend nur ein Seufzen überblieb. Obgleich Oyu’s Idee schüttelte Rikiya nur den Kopf. “Aber, aber … Shuren arbeitet sicherlich auch hart, wir wollen jetzt nicht so sein.” Vor Oyu zu sagen, er hatte seine eigenen Ideen und Vorwürfe gegenüber dieses Mannes schickte sich nicht. Die Antwort schien ihr wiederum aber auch nicht ganz zu schmecken. “Ihr mögt ihn also beide nicht, versteht ihr euch deswegen so gut?”, fragte sie mit leuchtenden Augen und Rikiya schien sich nur ins Fäustchen zu lachen, als er sich auf hievte und dabei die Seite hielt. Oyu wurde neugieriger - hatte er Schmerzen? Brauchte er Hilfe? Nein, vielleicht war er auch einfach nur alt und konnte seinem Leben nichts abgewinnen, gerade weil er so alt war. Oder so.

      “Ich enthalte mich einer Antwort.”, scherzte der König kopfschüttelnd und Oyu verstand wohl genau das, was Rikiya eigentlich nicht wollte. “Aber ich habe auch nie Unrecht und nur das Beste für uns beide im Auge!” Sie schien angetan von der Gesamtsituation und zog and Caelans Ärmel, um ihn wenigstens dazu zu kriegen, sich zu den knisternden Resten des Feuers zu setzen, an welchem der König sich zu laben schien und alsbald einen Kessel Wasser aufsetzte. Oyu gefiel es hier, die Stille und die Idylle zugleich, die sich immer weiter ausbreiten würde, wartete sie nur darauf. “Ich wette Rain ist genau so nett zu mir wie du!”, erklärte sie Caelan und nickte dabei selbstbestimmt, als hätte sie die beste Menschenkenntnis jenseits der Grenze. Zumindest Rikiya schien darüber belustigt und als das Wort an ihn gewandt wurde, ein wenig verwundert. “Wo ich dich schlafen lasse?”, hinterfragte Rikiya, der erst danach schnallte, worauf Caelan mit der ersten Aussage hinaus wollte. Seufzend stand er wieder auf und begann, nach ein paar Fellen zu suchen - ein Bett ließ sich gleich basteln. “Sag das doch gleich, ich dachte, ihr wollt, dass ich euch jetzt aus dem nichts ein ganzes Zelt baue … ich habe nichts dagegen, wenn sie hierbleibt, so lange sie sich benimmt.” “Darin bin ich gut!”, entschied Oyu für sich selbst, da sah sie dem alten König auch schon über die Schultern, um zu sehen, was er da eigentlich suchte. Dumm nur, dass er ihr gleich ein paar Felle in die Arme drückte und auf einen recht abgespeckten Haufen trockenes Gras zeigte, das ebenfalls noch mit ein paar Fellen bedeckt war - die Reste von dem, was Nayantai sich nicht für Rain an sich gerissen hatte. “Ist das nicht ziemlich klein? Wir könnten doch das nehmen und zu deinem Bett dazutun, dann musst du nicht alleine schlafen und es wäre wie eine Übernachtung!” Oyu hatte Fantasien - Rikiya lachte. “Alte Männer machen sowas nicht.” “Wieso denn nicht? Caelan beißt auch nicht, versprochen!” Wieso fand Rikiya das so lustig?
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Das ist nicht schwer...", murmelte Caelan Oyu zu. Zugegeben, Shuren hätte schlimmer sein können, aber besonders nett war er nicht gewesen und Caelan wollte auch nicht weiter darüber nachdenken. Ronan nahm ihn sogar noch in Schutz, aber das war wohl mehr aus politischen Gründen, er wusste schließlich nicht, dass er Oyu bedroht hatte, auch wenn er es vielleicht nicht ernst gemeint hatte. "Wer sagt das wir uns mögen?", fragte Caelan und sah zu wie Ronan sich aus dem Bett hievte. So gut schien es ihm also doch nicht zu gehen, das war irgendwie typisch, auch wenn er ganz anders damit umging als früher. Caelan seufzte innerlich, aber es war nicht so, als konnte er ihm gerade zur Hilfe eilen und alles aus der Hand nehmen, um auf ihn aufzupassen, auch wenn er es gerne täte. Sich zurück zu halten war noch nie Caelans Stärke gewesen und jetzt schien es noch schwerer als sonst.

      Nun seufzte Caelan doch. "Du bist nicht für mich verantwortlich." Jetzt tat sie schon so als würde sie ständig auf Caelan aufpassen und nicht umgekehrt. "Rain ist netter als ich.", teilte er ihr dann mit und es war nichts als die Wahrheit. Er war allerdings nicht sicher wie Ronan sich unter anderen behauptete, speziell unter den Wölfen, die sich dann doch alle ein wenig anders verhielten und weniger Wert auf Ränge zu legen schienen. Rain hatte nie Erfahrungen mit anderen machen können. Ob Oyu auch ihm ein wenig zu viel wäre? Ronan erlaubte Oyu zu bleiben, die ihm sogleich hinterherrannte wie ein Entenküken. Erneut stellte sie verrückte fragen die ihn in Verlegenheit brachten. Caelan gesellte sich schnell zu ihnen um Oyu die Felle aus der Hand zu nehmen und dort aufzulegen wo Ronan sie haben wollte, bevor sie noch mehr verrückte Ideen hatte. "Könige haben ein Recht auf ihr eigenes Bett.", erklärte er ihr, "Ist schon genug, dass wir sein Zelt beschlagnahmen."
    • Shuren war ein Kotzbrocken - das sollte Oyu zwar nicht laut sagen, verdankte sie dem Mann doch ihr Leben. Mit diesem Ekelpaket noch mehr zu tun zu haben als sie es bis jetzt getan hatte schmeckte ihr trotzdem nicht - sie glaubte nicht, jemals wieder mit ihm auf denselben Nenner zu kommen und noch viel mehr bezweifelte sie, dass es Shuren schmecken würde, bekämen sie beide wirklich Freunde. Oyu konnte nicht anders, als angesichts der Tatsache zu seufzen. "Naja, ihr könntet euch beide mit Händen und Füßen verständigen außerdem lächelt ihr euch die ganze Zeit irgendwie an - ihr mögt euch doch, oder?" Außerdem hatte Oyu noch eine Frage, die sie vorerst lieber für sich selbst behielt - der König schien unterdessen einfach nur den Kopf zu schütteln. "Ich würde eher sagen, zwei alte Männer die sich damit abgefunden haben, dass ihre Nationen sich wohl nie wirklich vertragen werden, aber einander gerne mehr über ihre Welt erzählen wollen, werden sich immer wieder verstehen.", entgegnete Rikiya und bedachte dabei, nicht zu viel über sich herauszukrähen, als würde er davon selbst Schaden davontragen. Ein Kind wie Oyu mochte lästig sein, ja, aber wenn sie zu viel wusste und anderen zu viel steckte, dann war sie wohl auch eine Gefahr - eine vermeidbare Gefahr.

      "Ja, aber beschützen kann ich dich auch noch nicht, also muss ich aufpassen, dass du dich nicht auf irgendetwas dummes einlässt! Lügen haben kurze Beine.", erklärte Oyu beiden triumphant und Rikiya schien über die Auffassung durchaus amüsiert. Sie erinnerte ihn an Khojin, als diese noch jung war und nur Flausen im Kopf haben wollte, nur um schlussendlich von Nayantai abgelöst zu werden und eine komische Art von Pflichtbewusstsein - zumindest dem kleinen Rabauken gegenüber - beizupflichten. "Also lässt Rain mich alles machen, was ich will?" Oyu war von der Idee angetan, einen großen Bruder zu haben der sich wohl nicht zu sehr in ihre Eskapaden einmischte und ehrlich gesagt, wer konnte es ihr verübeln? Rikiya schüttelte den Kopf. "Du solltest nett zu Rain sein." "Das bin ich doch sowieso!", verteidigte Oyu sich und Rikiya konnte erneut nur lachen, als sie noch immer mit Heu und Stroh in den Händen herumstanden und auf bessere Zeiten warteten, vermutlich bis die schweren Pelze selbst einen Platz für ein Bett suchen würden. "Und wo hättest du geschlafen wenn ich nicht bei euch schlafen wollte? Ihr habt kein zweites Bett aufgestellt!" Beinahe fühlte sich der König ertappt - nur beinahe. Rikiya suchte nach einer Ausrede, noch einer auf diesem Lügenturm den sie gerade aufstapelten. "Außerdem bin ich krank, ich kann euch nicht auch noch anst-" "So krank siehst du gar nicht aus und mein Papa meinte immer, dass man schneller gesund wird wenn andere sich um einen kümmern!", fiel sie ihm ins Wort und Rikiya, der zu seinen Kindern schon oft schlecht nein sagen konnte, sah Caelan ein wenig hilfesuchend an. Was hatte er ihm da nur angeschleppt?
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    • "Ich lächle nicht!", erwiderte Caelan schnell und merkte erst danach wie kindisch seine Antwort eigentlich war. Er drehte sich wieder zu den Fellen die er allesamt ausbreitete, auch wenn es nicht sehr viele waren. Es war allemal besser als die paar die sie auf der Reise hier her gehabt hatten. Die ersten Nächte hatte Caelan nach am Feuer verbracht, so nahe, dass er Angst haben musste sich im Schlaf in Brand zu setzen. Oyu behauptete zwar die ganze Zeit sie wollte nah bei ihm liegen weil ihr kalt war, aber irgendwie glaubte er, dass es eher anders herum gewesen war. "Ich kann nicht wirklich wütend auf den Mann sein, der meinen Sohn aufgenommen hat als er nirgendwo anders hin konnte und ich denke den Prinzen aus einem Kerker zu befreien hat mir zumindest ein paar Sympathiepunkte eingebracht." Caelan war beinahe stolz auf seine Erklärung, das machte doch Sinn, oder etwa nicht? Caelan wusste nicht wie er über all das denken würde, würde er Ronan nicht kennen. Wäre er trotzdem freundlich? Würde er ihm danken?

      "Was für Lügen?", fragte Caelan besorgt und vermutlich etwas zu schnell. Wenn sie ihre Bezihung schon nicht vor einem Kind verheimlichen konnten, wie sollte das dann weitergehen? Als Rain zur Sprache kam wollte Caelan Oyu beinahe sagen, dass sie lieber vorsichtig mit ihm umgehen sollte, aber Rain konnte das wohl bestimmt selbst entscheiden und Ronan wusste viel mehr über ihn. Was für ein schlechter Vater er war. Er mischte sich besser nicht ein. Caelan beendete seine Arbeit und richtete sich wieder auf. "Na das hätte ich eben auch jetzt aufgebaut. Davor war keine Zeit.", antwortete er Oyu und schob sie an den Schultern zu ihrem neuen Bett. "Verletzt ist er auch. So wie du dich im Schlaf immer wälzt trittst du ihm noch gegen die Wunde. Ein Attentat gegen den König wird sicher hart bestraft." Caelans Blick traf Ronans und er konnte ihn nur entschuldigend erwidern. "Ab ins Bett jetzt. Du hast es gehört, der König muss sich erholen."
    • "Oh doch!", argumentierte Oyu mit einem Lachen, als hätte sie gerade jemanden dabei erhascht, etwas zu tun, das er eigentlich gar nicht tun wollte oder sollte - sie hatte also doch noch immer die Oberhand, was Caelan anbelangt und vielleicht, nur ein ganz kleines bisschen vielleicht, ließ sie das ein wenig mehr strahlen. War das nicht schön? Jemanden auf frischer Tat zu ertappen war immer wieder lustig, aber Oyu musste ganz ehrlich sagen, dass sie sich nicht vorstellen konnte, dass Caelan so trotzig wäre - nur, dass er es im Endeffekt wirklich war. "Verstehe, also heißt dass, ihr beide müsst die Hand des Anderen gar nicht erst waschen aber glaubt, ihr habt ein paar Gemeinsamkeiten und seid einander dankbar? Und was hat der Prinz jetzt mit Rain zu tun?" Die Schlussfolgerung fühlte sich, als hätte Oyu sie sich an den Haaren herbei gezogen und das tat sie auch, aber so neugierig und kindsköpfig wie sie nun einmal war, war es weniger unwahrscheinlich, dass sie komische Zusammenhänge herstellte. "Das sollten dir die beiden erzählen, wenn du sie nett fragst. Aber dafür musst du erst einmal nett zu Rain sein ... das wirst du, oder?" "Darf ich gemein zum Prinzen sein?" Rikiya gab auf - Kinder waren etwas Schönes, aber nicht, wenn sie sich so verhielten. "Nein."

      Oyu schmollte, nur um schließlich wieder von Caelan abgelenkt zu werden - die beiden Greise schienen gefundenes Fressen für den stürmischen Jungspund zu sein und besonnte sich Rikiya nicht eines besseren, dann würde er wohl auch noch auf diese krummen Tricks hereinfallen. "Aha, also habt ihr doch ein Geheimnis! Mein Papa meinte mal, wenn man so schnell antwortet, dann hat man etwas zu verstecken!" Nun schien Oyu aber sehr stolz auf sich selbst zu sein und, nachdem sie die Felle loswurde, stemmte sie sogar ihre geballten Fäuste in die Seite. Jemand schmeckte einen Sieg, den sie gar nicht erst haben sollte und Rikiya wusste nicht, wohin mit diesen ganzen Gedanken. Vielleicht war es ein Fehler, sie in diesem Zelt übernachten zu lassen. "Wir haben nichts zu verstecken, das bildest du dir ein." "Genau das würde man sagen, wenn man nichts zu verstecken hat!" Ihre Logik war zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber Rikiya hatte kein triftiges Gegenargument. "Ja, ja. Ich wette ihr wolltet miteinander kuscheln und jetzt ist es euch peinlich!", erkannte der kleine Naseweis und Rikiya rieb sich die Schläfen obgleich der gehirnbefreiten Aussage. "Oyu, das kannst du nicht einfach so herumposaunen, außerdem stimmt das nicht.", echauffierte Rikiya sich, Arme vor der Brust verschränkt. "Keine Sorge, euer Geheimnis ist bei mir sicher!" "Oyu." Rikiya funkelte sie finster an und es schien fast so, als ob sie jetzt endlich verstand, dass er es ernst meinte. Dumm nur, dass Oyu sich von einem König wohl auch nicht die Tour vermiesen ließ. "Ich will noch nicht ins Bett und außerdem ist Rikiya gemein zu mir! Caelan, tu was!", versuchte sie, ihren Hals aus der Schlinge zu ziehen und Rikiya, der nicht weiter wusste, ließ die Schultern hängen - sein Gesichtsausdruck wurde augenblicklich freundlicher und sanfter. "Oyu, das war nicht so gemeint. Ich meine nur, dass du so etwas nicht einfach behaupten kannst und außerdem wissen wir nicht, wozu so eine Aussage führen kann. Alles hat Konsequenzen, weißt du? Wenn Caelan auch ein Wolf wäre, dann wäre mir das egal, aber du weißt sicher, dass Schafe und Wölfe sich nicht wirklich verstehen.", erklärte er ihr, so nett wie er eigentlich konnte. "Aber Caelan ist doch ein nettes Schaf...", schmollte sie und klammerte sich Caelans Seite, hinter welchem sie sich halb versteckte. "Das mag sein, aber nicht jeder kennt Caelan und Leute haben Vorurteile."
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    • Oyu war viel zu hartnäckig und Caelan fragte sich, ob es nicht vielleicht doch besser gewesen wäre sie hätte sich da draußen einfach ein kleines Lager aufgeschlagen, damit sie Ronan nicht auf die Nerven gingen. "Du weißt wie viel Sorgen ich mir um Rain gemacht habe. Zu hören, dass es ihm gut geht und er hier aufgenommen wurde kann ich niemals zurückzahlen. Es wäre falsch von mir auf diejenigen wütend zu sein, die meinem Sohn das Leben gerettet haben.", erklärte Caelan seine Sicht der Dinge. "Genauso dankbar solltest du sein, dass wir hier bleiben können, ein Bett haben, frische Kleidung und etwas zu Essen. Man hätte mich genauso gut wieder einsperren können, oder mich nach draußen in die Kälte schicken können, dich genauso. Also überstrapaziere die Gastfreundschaft hier nicht, ja?", versuchte er sie zu beruhigen und dazu zu bringen ein bisschen höflicher zu sein. Sie wusste doch wie man sich zu benehmen hatte, zumindest als sie Shuren gegenüber gesessen hatte. Vielleicht war Ronan einfach zu nett. "Wir sind hier Gäste und dementsprechend sollte wir uns auch benehmen." Es war schon ein wenig seltsam sich und Oyu immer wieder in den selben Topf zu werfen, als wären sie ein Team, oder tatsächlich Familie.

      "Es gibt keine Geheimnisse, nur Themen die nichts für dich sind." Das hatte er ihr zumindest vorhin auch schon erzählt. Selbst wenn sie kein Geheimnis daraus machen wollten, dann würde Oyu trotzdem nichs davon verstehen, zumal sie dieses ganze Beziehungsgerede ohnehin eklig fand. Oyu klammerte sich erneut an Caelan als wäre Ronan in irgendeiner Art und Weise unheimlich. "Hör auf Rikiya zu ärgern, ja?" Caelan nahm also Ronans Seite ein. "Ich war nicht immer ein nettes Schaf und jeder hier hat das Recht wütend auf mich zu sein. Rikiya lehnt sich vermutlich bereits aus dem Fenster, wenn er mich hier so einfach leben lässt. Du solltest ihm wirklich danken, statt ihm das Leben schwer zu machen.", versuchte er ihr ruhig klarzumachen. Caelan ließ sich auf dem Fellhaufen nieder. "Ich bin müde von der Reise und Rikiya haben wir wie es aussieht aufgeweckt. Wenn du nicht schlafen möchtest, dann musst du dich draußen alleine beschäftigen."
    • Oyu schmollte, als Caelan sie dann auch noch alleine stehenließ, nachdem er ihr die Leviten las und Rikiya ihr auch eine Standpauke erteilte. Sie hatte keine Angst vor jemandem wie ihm, normalerweise nicht, nur, dass sie sich hier so fühlte, als stünde sie vor einem riesigen Berg, den sie nicht erklimmen konnte. Es leid zu sein, sich behaupten und einen Platz finden zu müssen, das konnte ihr keiner absprechen und war sie ehrlich, dann machte sie es sich vielleicht selbst einfach nur schwerer, als es sein musste. Im Endeffekt war Caelan kein schlechter Lehrer - er wollte auch nur, dass sie weniger aufbrausend und ein wenig netter war, nicht? "Mh, tut mir leid ...", grummelte das Mädchen schließlich in beider Richtungen und der große, böse König der sich so autoritär vor ihr aufgebauscht hatte, entspannte sichtlich. Oder hatte er Mitleid mir ihr? Oyu fand die Art, wie sein Körper sich im Vergleich zu seinen Gesichtsausdrücken verhielt, ein wenig komisch, als passte beides nicht so wirklich zusammen. "Ich darf trotzdem hier schlafen, oder?", sie sah Rikiya an, als hätte sie Angst, er würde sie vor die Tür - den Zelteingang - setzen und sie dürfe Caelan nie wieder sehen. Bevor sie noch jämmerlich damit anfangen konnte, zu wimmern, hörte sie über ihrem Kopf ein Seufzen und spürte eine Hand in ihren Haaren, die sie tätschelte.

      "Glaubst du wirklich, ich werfe dich aus meinem Zelt, weil du dich verhältst die ein neugieriges Kind sich nun einmal verhält?", hinterfragte Rikiya und Oyu's Lippen bibberten noch immer. "Uhm ... ich meine ... vielleicht? Ich war ziemlich unfreundlich." Augenblicklich lachte der ergrauende Mann und Oyu verstand die Welt nicht mehr wirklich - sie hatte Kopfschmerzen, die wohl nicht so leicht zu beseitigen waren. "Nein, aber hör auf Caelan - es weiß noch nicht jeder, dass er ein nettes Schaf ist und außerdem solltest du mehr Respekt gegenüber älteren Leuten zeigen, außer, sie verhalten sich dir gegenüber zuerst falsch.", wurde ihr salopp erklärt und sie selbst nickte nur, mit leicht glasigen Augen. "Außerdem wirst du die Energie morgen sicher brauchen - ewig wachbleiben ist nicht gesund, so sehr du auch nicht ins Bett willst. Ich denke nicht, dass du draußen alleine sein möchtest? Oder soll ich dich zu Muhan bringen?" Sie schüttelte den Kopf sofort, als hätte sie jetzt schon die Schnauze voll von der Idee und wandte sich aus Rikiyas Griff, damit sie sich neben Caelan auf das Bett werfen konnte. Erneut seufzte der König, konnte sich aber ein leichtes Lachen nicht verkneifen, als sie versuchte, sich an Caelans Seite zu verstecken. "Ich will nicht nach draußen.", flüsterte sie und zog eines der Felle über ihren Kopf. "Schlaft gut, ihr beiden.", erwiderte Rikiya auf das Getuschel hin und legte sich zurück in sein eigenes Bett. "Magst du den König?", murmelte sie in Caelans Richtung.
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    • Oyu entschuldigte sich am Ende doch. Caelan war doch auch frech gewesen in ihrem alter und hatte versucht herauszufinden wie weit er gehen konnte, bevor einen Vater zu sehr auf die Palme brachte. Er hatte sicher auch ein paar andere Leute beleidigt, oder war ihnen auf die Nerven gegangen, so waren Kinder nun einmal. Man musste Fehler machen, bevor man daraus lernen konnte. Auf jeden Fall konnte Caelan nur neidisch auf diese jugendliche Energie sein, auf den Tatendrang und die Neugier, die ihm in seinem Alter auf jeden Fall abhanden gekommen war. Caelan sah zu wie Ronan Oyu durch die Haare wuschelte und stellte fest, dass er ihn sich eigentlich nie als Vater hätte vorstellen können. Es schien als wären ihm Menschen generell zu laut und Kinder erst Recht, aber jetzt hatte er mehrere und war ein anderer. Währenddessen wollte Caelan immer irgendwann eine Familie und wollte es besser machen, als seine eigenen Eltern. Erneut hatten sie ihre Rollen wohl getauscht.

      Ronan tat das übrige um Oyu ins Bett zu bekommen, die sich schnell neben Caelan nieder ließ und sich versteckte, als könnte man sie dann nicht hinaus werfen. Caelan deckte Oyu zu bevor er sich selbst auf den Rücken legte. Was für ein unglaublich anstrengender Tag und doch glaubte er nicht, dass Schlaf ihm vergönnt war. Oyu war immer voller Energie, aber die hielt üblicherweise nicht lange an, sobald sie sich dann doch hingelegt hatte. "Mehr als Shuren.", antwortete er ihr. Vielleicht würde sie ordentliches Training ja genug auspowern, sodass sie Abends ein wenig ruhiger wurde. "Und jetzt Augen zu.", flüsterte er, auch wenn er bezweifelte, dass Rikiya bereits wieder eingeschlafen war. Oyu rollte sich ein wenig zusammen und sobald es still wurde, war sie auch schnell eingelafen. Caelan hingegen hatte den Kopf immer noch voller Gedanken und Vieles das er Ronan noch sagen wollte. Er stellte sicher, dass Oyu auch wirklich eingeschlafen war, bevor er sich wie so oft wieder erhob, nur diesmal nicht, um mit Muhan am Feuer zu sitzen und einen Tee zu trinken. Stattdessen kletterte er leise in Rikiyas Bett, unter seine Decke und legte seine Arme um ihn. Er wollte sich dafür entschuldigen, dass er einfach so abgeahuen war und dafür, dass er ihm so viele Umstände bereitete. Caelan wollte nicht, dass Rikiya dachte er würde sich nicht mehr für ihn interessieren und Caelan erlaubte sich selbst ein wenig Nähe die er so lange vermisst hatte. Er drückte seine Nase sanft gegen Rikiyas Nacken, wollte ihn aber nicht wecken, falls er doch schon schlief.
    • Rikiya hatte eigentlich damit gerechnet, Caelan würde die Nacht alleine bei ihm, in seinem Bett, verbringen und glaubte auch gar nicht, dass er emotionalen Ballast in menschlicher Form mit sich herumtrug - Oyu schien es ihm dann aber doch angetan zu haben und er fragte sich, ob es denn richtig war, sie in all das reinzuziehen. Dumm nur, dass er in seinem Kopf keine Antworten fand und dass die Wärme des Feuers im Zelt ihn nicht erreichte, auch dann nicht, wenn er eine Decke über sich drapierte und seinen Körper ein wenig mehr an sich zog. Heute würde ihm bestimmt nicht mehr warm werden, aber auch das war Ronan mittlerweile gewohnt - die Kälte Thrias hatte sich vor einiger Zeit in seinen Körper gefressen und ihn nie wieder verlassen, etwas, das zu erwarten gewesen war, als er seine Wurzeln in diesem Land zog, in dem er nun einmal mehr glaubte, immer nur ein Gast sein zu dürfen. Noch immer interessierte es ihn wenig, dass er doch unfreiwillig die Spitze der Nahrungskette erreicht hatte und seine Gedanken sich nicht in jede erdenkliche Schublade werfen ließen, die er sich in den wildesten Träumen ausdachte - noch dazu kam also, dass er Caelan gerade deswegen wohl mit unerwünschten Fragen überhäuft hatte und zu viel wissen wollte.

      Er driftete ab, in seine eigene Welt, in abertausende Gedankenstrenge und die schwerelose Wärme eines Wachtraumes, dessen verschwommene Details sich immer mehr und immer weiter zu einer gelebten Realität ausbreiteten, wie eine wohlig warme Decke. Erst, als er glaubte, in ein bodenloses Loch zu fallen, schreckte er ein klein wenig auf und brauchte einen Moment, um Luft zu holen - dabei bemerkte er erst, dass schwere Pranken sich um ihn gelegt hatte und eine wohlige Wärme an seinen Rücken geschmiegt war. Rikiya seufzte entspannt, und lehnte sich ein wenig zurück, nur, um Gänsehaut durch den unerwarteten Körperkontakt zu bekommen, der angenehmes Kribbeln bis in seine Fingerspitzen auslöste. “Meintest du nicht, du bist müde?”, wisperte er, obgleich er wusste, Caelan konnte auch in seinem Bett zur Ruhe kommen. Rikiya griff nach Caelans Hand um eine davon zumindest zu halten und mit dem Daumen über ihren Rücken zu streicheln, wollte er ihm doch auch ein wenig Liebe spenden. “Ich wollte mich entschuldigen … ich habe dir vorher so viel aufgehalst ohne wirklich zu fragen, was du willst. Mein Verhalten war ziemlich unreif, als ob ich wieder einmal blind vor Liebe gewesen bin. Tut mir leid, Caelan - ich wollte dich nicht verscheuchen. Glaubst du, du kannst mich verzeihen?”
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    • Ronan schien ebenfalls zu schlafen, aber das störte Caelan nicht, er wollte ihn nur eine Weile lang halten und zumindest schien er sich in seinen Armen ein wenig zu entspannen. Nach all dieser Zeit war er immer noch nicht für das Wetter hier draußen gemacht wie es schien. Wie lange verbrachte er schon alleine in diesem Bett? Er hatte gar nicht danach gefragt... Es dauerte nicht lange bis er ihn anscheinend doch aus seinem Schlaf gerissen hatte. Das Zucken ließ Caelan zögern und er war schon dabei Ronan loszulassen und ihm seinen Raum zu geben, aber scheinbar sollte er das nicht. Stattdessen fühlte er Ronans Körper der sich gegen seinen eigenen drückte und die kalten Finger die sich um seine Hand legten. "Das bin ich... aber ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal gut geschlafen habe...", flüsterte er so leise wie möglich während sein eigener Körper sich auch wieder ein wenig mehr entspannte. Krank und mit Fieber, da hatte er einigermaßen gut schlafen können, andernfalls kam er jedoch selten zur Ruhe. Zu Vieles lag ihm schwer auf dem Herzen.

      Als Ronan sich entschuldigte ließ er ihn ausreden, schüttelte aber leicht den Kopf. "Du musst dich nicht entschuldigen...", whisperte er, "Ich bin eigentlich zu alt immer vor Allem davon zu laufen..." Und trotzdem tat er es immer und immer wieder, ohne dabei an sein Umfeld zu denken. "Mir tut es Leid..." Es tat gut Ronan einfach so in seinen Armen zu halten wie damals, ihn zu wärmen und die Liebe zu geben die er immer verdient hatte. So nah bei ihm zu sein ohne ihn berühren zu dürfen fühlte sich wie Folter an, es gab so vieles das Caelan nachholen wollte, aber einfach nur hier zu liegen und sich zu umarmen war für ihn etwas das er sich so oft und so lange ausgemalt hatte. "Tut mir auch Leid wegen Oyu... sie fühlte sich bei Muhan und den anderen zu alleine..." Nicht dass sie es so jemals sagen würde, aber er konnte auch verstehen warum sie die Nacht mit einem Haufen junger Männer verbringen wollte. Nicht dass die Gesellschaft jetzt sehr viel besser war.
    • Ronan fühlte sich in Caelans Armen so jung und zerbrechlich, dem Ende nahe. Damals hatte er noch gewettert, dass die Lügenmärchen keineswegs den Tatsachen entsprachen, er sie nur für sich selbst nutzte, um einem Turnier aus dem Weg zu gehen und auch das formelle Geplänkel größtenteils zu vermeiden, zumindest so weit wie möglich. Mittlerweile ging es aber nicht darum - zumindest nicht mehr; sein Körper war alt geworden, das war Ronan wohl selbst und seine Wunden heilten nun einmal nicht mehr so, wie sie es früher getan hatten. Die Geborgenheit, die er dementsprechend durch diesen Mann erfuhr, weder zum ersten noch hoffentlich zum letzten Mal, ließen ihn beinahe dahinschmelzen, als wäre er ein Stück Eis in der prallen Sommerhitze Adrestias. “Hast du Angst? Dass du nicht gut schläfst, meine ich.”, flüsterte er, um der Sache auf den Grund zu gehen. Caelan schien darüber reden zu wollen, gleichzeitig wirkte er auch so, als hatte er kein Interesse daran, sich mit seinen Albträumen wahrlich auseinanderzusetzen. Ronan wollte ihm dennoch die Möglichkeit bieten und streichelte weiterhin über seine Hand, die er fest in der eigenen hielt. Mehr als ein wenig Ruhe und Zweisamkeit, danach verlangte er nun wirklich nicht - gerade bekam er wohl all das, wonach er sich so herzhaft sehnte.

      “Aber ich war aufbrausend und du bist nicht zu alt - du hast geglaubt, ich bin tot und dann stehe ich vor dir und will so tun, als wären die letzten dreißig Jahre nie passiert. Dass du einen Moment für dich brauchst kann ich dir nicht verübeln.” Rikiya hatte ja auch selbst darüber grübeln müssen, nur um danach zu bemerken, wie falsch er doch lag. Ungestüm wälzte er sich ein wenig um sich in Caelans Armen zu winden, damit er ihn auch ansehen konnte und nicht nur nachdenken musste, wie er wirklich aussah während er sich hinter ihm an ihm kuschelte. “Nichts muss dir leid tun, weder deine Reaktion, noch Oyu, noch sonst irgendetwas. Mich freut es eher, dass du dich so um sie sorgst - auch, wenn sie kein Benehmen hat.”, kicherte er ein wenig heiser und griff nach Caelans Wange, um diese stattdessen zu streicheln. Ronan mochte es, ihm dabei zuzusehen wie die tiefen, langen Schatten, die das kleine Feuer erzeugte, sich über sie lebten und sie in Dunkelheit hüllten - es fühlte sich vertraut an. “Ich liebe dich, komme was wolle. Dass du in meinen Augen keinen Fehler begehen kannst, weißt du sowieso schon.”, gestand er in leiser Stimme, nur, um sein Gesicht in Caelans Brust zu beerdigen, weil ihn ein Husten überkam.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Es spukt einfach zu viel in meinem Kopf herum...", murmelte Caelan. Selten schaffte er es seine Sorgen zu vergessen, seine Zweifel und all die Dinge die er bereute, ebenso wie all die Menschen die er vermisste. Ronan musste das doch kennen? Hatte er nicht auch viel erlebt und dort draußen gekämpft? Im Vergleich zu Caelan hatte er sich allerdings nur verteidigt. Es dauerte Jahre bis Caelan die Rechnung doch zahlen musste, bis die Wut soweit abgeebbt war, dass das Gesicht des ersten Mannes den er jemals niedergestreckt hatte in seinen Träumen erschien und mit ihm noch so viele andere. Aber abgesehen davon fiel es ihm auch schwer überhaupt einzuschlafen, heute schien es besonders schwer, egal wie lange die Reise gewesen war. Rain ging es zwar gut, aber es gab so viel Neues um das er sich jetzt sorgen musste. Als Ina noch gelebt hatte und Caelan nach Monaten nach Fhaergus zurückgekehrt war lag er auch so mit ihr im Bett. Er wusste sie hatte es oft auch nicht einfach und es gab Zeiten in denen er lieber für sie dagewesen wäre, als dort draußen. Ronan hatte seine eigenen Sorgen von denen er scheinbar nichts mit Caelan teilen wollte, als wäre sein Leben hier so viel einfacher. Sie mussten aber auch nicht darüber sprechen, Caelan reichte es ihn in seinen Armen zu haben.

      Für einen Moment glaubte er Ronan hatte genug von ihm und ließ locker, damit der Wolf sich in seinen Armen bewegen konnte. Am Ende wollte er sich wohl nur zu ihm drehen. Caelan blickte in das von Schatten durchzogene Gesicht. Er wollte nicht darüber diskutieren wer sich wann falsch verhalten hatte, wichtig war Caelan nur, dass er nicht den Eindruck erweckte, er würde sich nicht auch noch immer nach Ronan sehnen. "Es wäre mir lieber sie fände jemanden hier der sie aufnimmt." Nicht weil er sie los werden wollte, sondern weil er glaubte er würde ihr langfristig nur Probleme bereiten. Wenn sie sich zuvor schon schwer tat Anschluss zu finden, wie sollte das nur funktionieren wenn sie so viel Zeit mit einem Schaf verbrachte? "Das macht es nicht einfacher zu wissen, ob ich das Richtige tue...", murmelte Caelan der seine Arme fester um Ronan legte, als dieser sich gegen ihn drückte. "Du kannst immer noch nicht zugeben, wenn es dir nicht gut geht, hm?", fragte er, erwartete aber keine Antwort. "Du solltest versuchen zu schlafen und dich auszuruhen..." Caelan hatte nicht vor gleich wieder reißaus zu nehmen. Er würde bleiben bis Ronan eingeschlafen war.