spellbound. (earinor & akira)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Nayantai bezweifelte, dass es Sinn machte, wenn Rain wirklich versuchte, sich gegenüber Khojin zu behaupten. Rikiya half dabei auch nicht sonderlich, immerhin tauchte er hier auf und versuchte, sich zwischen ihn und Khojin zu zwängen, damit Ruhe herrschte. Was half es denn, wenn sie sich allesamt nur stritten und ihm den Tod wünschten? Er hatte sich gestern aus bestimmten Gründen verkrochen und mittlerweile wünschte er sich, er wäre nie aus seinem Versteck geklettert - sich selbst das Leben zu nehmen war nicht die richtige Antwort auf das, was ihm bevorstand, spielte es doch nur in die Karten des Feindes, und doch wusste er nur zu gut, dass er sich selbst in solch einem Zustand wohl kaum gebrauchen konnte. Zermürbt rieb Khojin ihre Zähne aneinander und ging ihre Optionen durch - Optionen, von denen sie durchaus wusste, dass es keinen Sinn haben würde; Rikiya war hier und jeder Schritt in die falsche Richtung würde sie nur einen Schritt näher an Nayantais Grab bringen. “Es tut dir leid?” Ihr stand die Galle wohl zum Hals heraus - ihre Stimme war nicht sonderlich von Emotionen durchwebt, aber sie sagte genug über ihre eigene Menschlichkeit aus; die fehlende, kalte Stimmlage half dabei wenig. “Weißt du, was mir ein ‘es tut dir leid’ bringt? Absolut gar nichts.” “Khojin.” “Was?”

      Stille fegte erneut durch das Zelt, kaum nahm sich Rikiya der Situation an und Nayantai kuschelte sich an Rain, als müsse er ihn beschützen. Ob all das der Wahrheit entsprach war fragwürdig, und doch glaubte er nicht, dass er darauf klarkäme, wenn er sich ihr stellen musste. So verhasst er hier mittlerweile auch war, so sehr erhoffte er sich, wieder akzeptiert zu werden. “Rain kann auch nichts dafür - den Krieg hat er weder angezettelt noch unterstützt.”, murrte Rikiya. Khojin rümpfte lediglich die Nase und drehte sich um, wollte Rain keines Blickes mehr würdigen und schien allgemein eher daran interessiert, ihre Ruhe zu haben. Dass sie beide es nicht für nötig hielten, sie gänzlich einzuweihen, lag ihr wie ein Stein im Magen, und doch wusste sie, dass es wenig brachte - Rain profitierte nicht davon, wenn er sie anlog, und doch konnte sie ihn nicht ausstehen. “Also hast du meinem Bruder nichts angetan? Und das soll ich dir glauben?” “Ja, er hat mi-“ Nayantai wollte das alles nicht so stehen lassen - dieser Morgen war turbulent genug, so viel stand fest, und doch war es gleichermaßen seine eigene Schuld. “Nayantai, dich hat keiner gefragt. Rain hat selbst einen Mund, den er besser benutzen sollte, wenn er nicht will, dass ich ihm gleich den Kopf abreiße.” “Khojin, du machst gar nichts davon.”, mischte sich Rikiya erneut ein. “Dich hat er auch verblendet! Was ist falsch mit euch!?” Nayantai brummte in die Richtung seiner Schwester, drückte Rain weiter an sich.Gar nichts. Kannst du bitte gehen?” “Vater, dass kannst du-!” “Khojin, bitte.” Schnaubend stampfte Khojin aus dem Zelt heraus, mit geballten Fäusten, unzufrieden darüber, wie dad alles gerade ausging. “Geht es euch gut?” Nayantai nickte lediglich.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Khojin wollte sich nicht beruhigen und Rain nahm an, dass sie genauso stur war wie Nayantai. Sie wollte bestimmt nicht hören und auch nicht verstehen. Selbst wenn sie froh war ihren Bruder wieder zu sehen, oder erkannte, dass Rain gar nicht so schlimm war, sie würde es niemals zugeben, zumindest jetzt nicht. Rain war zu Nayantai durchgerungen, weil er alleine und verletzt war. Khojin war das nicht und sie wollte nicht hören was ihre Familie oder Rain zu sagen hatten. Jedes Wort aus seinem Mund war eine Beleidigung für sie, das konnte er ihr ansehen. "Es tut mir Leid, dass du so viel Zeit mit deinem Bruder verloren hast...", murmelte Rain der nicht anders konnte, als Nayantais Hand zu umklammern, auch wenn Khojin das nicht sehen wollte. Rain zuckte noch einmal zusammen und senkte den Blick. Er wollte nicht für Situationen wie diese verantwortlich sein. Er wollte keine Familien entzweien. Er wollte nicht dafür verantwortlich sein, dass Nayantai als verrückt abgestempelt wurde. Er wollte nicht, dass Rikiyas Entscheidungen in Frage gestellt wurde. Es war wohl besser er erzählte es keinem, sollte er Rains Vorschläge tatsächlich umsetzen. Die Anerkennung war ihm ohnehin nicht wichtig.

      War es so schlau, dass Rikiya Nayantais Kämpfe ausfocht, oder Nayantai Rains? Khojin war nicht bereit ihnen zuzuhören, also vielleicht war es in Ordnung so. "Hab ich nicht, ich-", alle redeten durcheinander und Rain ärgerte es fast, dass Rikiya Khojin praktisch aus dem Zelt verbannte. "Ich...", Rain wollte ihr anbieten ihr jede Frage die sie hatte zu beantworten so gut er konnte, aber sie stapfte bereits hinaus. Hätten Thrianer Türen, hätte sie sie wohl zugeschlagen. Rikiya wandte sich wieder an sie beide. "J-ja...", nickte Rain, dann sah er auf zu Nayantai und legte ihm eine Hand auf die Wange. "Es tut mir Leid, tut es weh?", fragte er ihn besorgt, die andere Hand nutzte er noch immer um Nayantais zu halten. "Es... Es tut mir so Leid. Ich... Rikiya...? Denken alle so wie Khojin...?", wollte er von ihm wissen. Unbeschwert zu tun hieß nicht, dass alles in Ordnung war. Rain war so naiv gewesen...
    • Dass sie sich einfach dermaßen leicht abwimmeln ließ, damit hatte Nayantai eher weniger gerechnet - aber sie verschwand, wie ein beleidigtes Kind, das ihren Willen nicht bekam. Würde es ihm auch nur ein kleines bisschen besser gehen, dann würde er sich wohl drauf und dran machen, Khojin hinterher zu rennen. In eben jener Situation fühlte er sich hilflos und verraten, klammerte sich an Rain, wie so oft zuvor, und hoffte, dass ihn seine eigene Dummheit nicht einholen würde - vermutlich war er ohnehin verblendet und dumm, hatte den Verstand verloren und würde sich auch keine Sekunde länger in Thria über Wasser halten können, wenn er sich weiterhin auf ihn einließ. “Muss es nicht. Und tut es nicht. Mach dir keine Sorge.”, erwiderte er sanft. Nayantai war alles, nur nicht nachtragend - zumindest bildete er es sich ein. Kurzerhand lehnte er sich gegen Rains Hand, in die sanfte und gutgemeinte Berührung; heute war nicht ihr Tag, so viel stand fest. Anfangs hatte er noch geglaubt, mit Rain den Tag zu verschlafen sei in Ordnung, aber nun … “Tut mir leid.”, kam es aus Rikiyas Mund. Er seufzte, durchaus entrüstet, und starrte für einen Moment zum Zeltausgang, bevor er sich zu ihnen beiden umwandte. Ein freudiges Wiedersehen sah anders aus.

      Rikiya schüttelte den Kopf, kaum schloss Nayantai ihn nun doch fester in seine Arme. Für einen Moment glaubte der alte Wolf, dass die Szene ihm bekannt vorkäme - allerdings verwarf er jeden dummen Gedanken, den er soeben an den Tag legen könnte. Was brachte es denn auch, sich komplett dämlich zu verhalten und in Richtung Nostalgie abzudriften? “Nein. Khojin ist … eigen. Und ich glaube, sie kommt nicht ganz damit klar - oder will es nicht verstehen - dass es Nayantai so weit in Ordnung geht. Dafür kann ich sie auch nicht verurteilen.”, erwiderte der alte Wolf und sah zu den beiden verschreckten Figuren, die einander in den Armen hielten. Keine Liebe dieser Welt würde dabei helfen, sie beide in Schuß zu halten, sobald sich eine Meute genervter Wölfe auf sie stürzen würde. “Aber es reicht, dass Khojin mich … uns nicht ausstehen kann.”, gab Nayantai bedrückt zu. Zum einen wusste sein Vater, dass Nayantai Recht hatte, und zum Anderen wollte er es nun einmal wirklich nicht zugeben. Und weswegen? Stolz. Alteingesessener, falsch platzierter Stolz. “Nein. Lasst ihr etwas Zeit. Sie wird sich beruhigen, und bis dahin sorge ich dafür, dass ihr euch us dem Weg geht. Kann ich irgendetwas anderes für euch tun? Wollt ihr etwas zu essen?”, erkundigte er sich behutsam. Nayantai, der einen Klammeraffen spielte, schüttelte lediglich den Kopf, drückte seinen Körper gegen Rain und schloss die Augen. Seine Träume waren weitaus angenehmer als dieser Albtraum. “Es tut mir leid, Rain. Ich wollte nicht, dass das so eskaliert … du hast besseres verdient.”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Nayantai schien diese Situation am Schwersten zu treffen und er klammerte sich an Rain wie er es auch zuvor schon getan hatte. Rain nahm ihn in den Arm und hielt ihn fest, aber auch er fühlte sich furchtbar. Ob die Situation eine andere gewesen wäre, wenn Khojin nicht von anderen von Nayantai und Rain erfahren hätte? Rain konnte sich vorstellen, wie sie gerade heim gekommen war, nur um von Unbeteiligten zu hören, dass ihr Bruder zurück war und sich an einen ihrer Feinde klammerte, der nun bei ihm und dem König hauste. Ihre Reaktion war in anbetracht dessen mehr als nur verständlich. Nayantai hingegen hatte das Gefühl, dass er hier nicht willkommen war und auch Rain empfand, dass Khojin die Meinung aller Wölfe hier repräsentierte. Niemand konnte glücklich darüber sein, dass ihr Kronprinz ein Schaf anschleppte und ihr König ihm allerlei Geheimnisse verriet. Rain blickte zu Rikiya auf und schüttelte leicht seinen Kopf. Er trug an dem allem keine Schuld und er musste sich nicht entschuldigen. Rain wusste trotzdem nicht was er tun sollte. Er fühlte sich, als wäre alles einfacher, würde er einfach verschwinden...

      Rain glaubte, dass Rikiya die Situation zu einfach darstellte und er glaubte auch, dass Khojin nicht nur anstoß daran fand, dass Nayantai einfach wieder aufgetaucht war. Vermutlich fühlte sie sich von ihrem Bruder im Stich gelassen, der so lange fort war, aber gleichzeitig konnte sie auch Rains Anblick nicht ertragen, schon gar nicht an Nayantais Seite. Sagte Rikiya die wahrheit und es war wirklich nur Khojin die so dachte? Nayantai klammerte sich mehr an Rain der ihm sanft über den Kopf streichelte und versuchte ihn zu trösten. Nayantai war es der besseres verdient hatte. "Nein ich... es ist nicht deine Schuld und auch nicht Khojins... ", murmelte er. Nayantai war es schon vorher schlecht gegangen und jetzt? Es würde nur schlimmer werden und Rain fühlte sich verantwortlich. Wäre er nicht hier, dann hätten alle weniger Probleme. Er war ein Schaf. Der Feind. Niemand wollte ihn hier und schon gar nicht wollten sie, dass ihr Prinz mit ihm kuschelte. Er war es außerdem Leid nur abzuwarten und nie selbst etwas in die Hand zu nehmen. Er verließ sich auf Nayantai und Rikiya und darauf, dass sie ihn beschützen würden. Vielleicht, wenn Rains Vorschläge aufgingen und die Wölfe weniger Verluste vorzuweisen hatten, vielleicht würde man ihn eher akzeptieren, aber bis es so weit war würden Wochen vergehen und er war auch nicht scharf auf Anerkennung. "Vielleicht könnte ich alleine mit ihr sprechen... ihr alle Fragen beantworten die sie an mich hat...?", schlug er leise vor, aber er wusste bereits was Nayantai davon halten würde. Vielleicht hatte er die Frage auch eher an Rikiya gerichtet, zu dem er aufsah, während er Nayantai weiterhin streichelte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Earinor ()

    • Wovor hatte er Angst? Seiner eigenen Schwester? Der gesamte Gedanke war lachhaft, verlor er gerade seinen Verstand und versuchte sich, in Rains Armen zu verstecken. All das führte vermutlich noch in sein eigenes Grab, in den Tod, den er so fürchtete - schwach war er geworden und vielleicht hatte Khojin nicht Unrecht, vermutlich hatte Rain ihn verzaubert und zeigte ihm soeben, was für ein willenloser Idiot er nicht war. Schwach war er geworden; verbittert vermutlich auch, aber was für einen Unterschied machte es denn? Nayantai war noch immer er selbst, wenn auch gleich in einer anderen Variante - sein altes Ich, die Person, nach der Khojin sich sehnte, war tot und würde nie wieder auferstehen. Damit hatte Rain jedoch nichts zu tun - er hatte ihn und seine abertausenden Splitter wieder zusammengesetzt, ihm ausgeholfen wenn er nicht wusste, wer er war, und ihm alles gegeben, wonach er verlangen konnte. “Deine aber auch nicht …”, nuschelte er schwach und versuchte, sein Gesicht in Rains Schulter zu vergraben. Dieser Morgen war ein reines Desaster - eine schmerzhafte Realisation, die ihm aufzeigte, was für ein Idiot er war; hochkant verloren hatte er, seine Schwester hatte er verletzt und den kleinen Funken Vertrauen, den sie noch hatte, hatte er ihr auch geraubt.

      “Es ist meine Schuld. Ich hätte es ihr sagen sollen und nicht glauben dürfen, dass es sie es einfach so akzeptiert.”, gestand Rikiya. Peinlich berührt war er nicht, aber enttäuscht von sich selbst. Mit einem Seufzen ließ er sich neben Rain und Nayantai auf dem Bett nieder und tätschelte den Rücken seines Sohnes, in der Hoffnung, es würde ihn nicht zu sehr treffen. Dennoch wusste er, dass die Chancen ohnehin gering standen - so gesehen hatte man ihm befohlen, zu sterben, und das hatte er ohnehin unlängst vorgehabt, ohne äußerliches Zutun. “Mit Khojin reden?”, Rikiya riss verwirrt die Augen auf und auch Nayantai, der die Worte erst verdauen musste, sah nach oben zu Rain. Ihre Drohung würde sie wahr machen, wenn man sie mit dem Schaf alleine ließ - den Kopf würde sie ihm abreißen, damit sie seine Worte nicht hören musste. Freundlich waren Andere, aber definitiv nicht Khojin. “Ich glaube nicht, dass das eine g-“ “Vielleicht doch?”, warf Nayantai ein und setzte sich auf. Er war weder wütend, noch traurig oder verängstigt - er fühlte sich verloren, und daran würde auch ein Gespräch nicht viel ändern, glaubte er zumindest. “Rain, wenn du wirklich mit ihr reden willst, dann … wieso nicht? Aber traust du dir das wirklich zu?”, harkte er nach. Rikiya schüttelte lediglich den Kopf. “Willst du nicht lieber jemanden mitnehmen?”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Doch irgendwie ist es schon meine Schuld...", verneinte Rain und auch Rikiya gab er damit nicht recht. "Ihr beide kennt mich, aber Khojin und die anderen nicht. Außerdem bleibe ich ein Schaf, egal was ich tue. Ich habe vielleicht nicht im Krieg gekämpft, aber ich habe währendessen in einem warmen Zuhause gesessen und nichts dagegen unternommen. Ich mache euch nur Probleme. Speziell dann, wenn ich mich hier drinnen verstecke. Ich bin Khojin eine Erklärung schuldig und den anderen irgendwann auch." Rain strich behutsam durch Nayantais Haar. Er war ihnen keine Erklärung schuldig, sie waren es ihm schuldig ihn willkommen zu heißen und sich zu freuen, dass sie nicht noch jemanden an den Krieg verloren hatten, egal ob er sich verändert hatte oder nicht. Es musste noch andere Wölfe geben die vom Krieg gezeichnet waren und die sich verändert hatten, nicht nur Nayantai. Für das was er erlebt hatte ging es ihm eigentlich noch erstaundlich gut. Sie hatten bisher nicht mehr die Gelegenheit darüber zu sprechen was genau passiert war, aber vielleicht würde das Nayantai guttun, jedoch nicht jetzt. Rain drückte ihn noch einmal fest.

      Ob Khojin Rain den Kopf abreißen würde? Vielleicht, aber Rain versuchte gerade nicht zu sterben. Auch wenn er glaubte es wäre besser er wäre nicht hier, Nayantai brauchte ihn und solange das so war, wollte Rain bei ihm bleiben. Auch Khojin musste das irgendwie erkennen und irgendwann würde sie es akzeptieren müssen, wenn sie ihren Bruder tatsächlich zurück wollte. "Ich traue es mir zu.", erwiderte er und löste sich leicht von Nayantai, um ihn anzusehen. Er hätte nicht erwartet, dass er ihn lassen würde, aber das musste ja dann bedeuten, dass er seiner Schwester zuminest soweit vertraute, dass sie Rain nicht sofort ermorden würde. "Ich denke sie würde lieber mit dir reden Nayantai, aber das musst du nicht. Erst wenn du dich bereit fühlst. Bis dahin bin ich bereit ihr die Fragen zu beantworten die sie an mich gerichtet hat." Er blickte zu Rikiya. "Und das kann ich alleine tun." Das waren sie alle Khojin schuldig.
    • Nayantai wollte nicht, dass Rain glaubte, er wäre der Schuldige - noch weniger hoffte er, dass er glaubte, er wäre auch nur irgendeinem Wolf etwas schuldig. Schmerzen würden sie so oder so beide verspüren, aber gleichzeitig war klar, dass die Wahrheit - so sehr sie auch schmerzte - nicht mit einer Lüge gleichgestellt werden durfte. Auf der einen Hand wollte er Rain so beschützen, wie er ihn beschützte, aber auf der Anderen … was brachte es denn, wenn er ihn an der Hand nahm und ihm sein ganzes Leben in Thria diktierte? Es war zwar nicht richtig, ihn einfach ins kalte Wasser zu werfen, aber gleichermaßen konnte er auch nicht immer für ihn da sein. “Und du willst dir das wirklich jetzt antun?”, harkte Rikiya besorgt nach. Einen schlafenden Bären weckte man auch nicht, und doch schien Rain sich nicht beirren lassen zu wollen. Dass Nayantai damit einverstanden war, verblüffte Rikiya - er schien ihn dennoch nicht gänzlich gehen lassen zu wollen; wie ein Klammeraffe hing er an ihm und bezweifelte, dass Khojin nur mit ihm reden wollte. In der Luft würde sie ihn zerreißen, das hatte sie auch persönlich gesagt - Rikiya machte sich Sorgen, und Nayantai offensichtlich noch mehr.

      “Ich kann nicht mit ihr reden, zumindest momentan nicht. Sie will mich nicht sehen und ich sollte ihr zumindest etwas Platz geben, bevor ich mich zurück in ihr Leben dränge.”, sprach der verratene Wolfsprinz mit heiserer Stimme aus. Eine einfache Konfrontation hatte ihn ausgelaugt; er wollte nicht so sein, wie er jetzt war - er konnte sich selbst dennoch nicht helfen. Seinen Kopf lehnte er bedrückt an Rains Schulter, sein Blick glitt jedoch zu Rikiya, der sie beide verwirrt ansah. Wenig half es, wenn er sich zierte und den Schwanz einzog - er wimmerte in einem Eck, wie ein geschlagener Hund. “Wenn du es dir zutraust.” Nayantais Vater nickte. “Dann bringe ich dich zu ihrem Zelt. Ich werde mich nicht einmischen; du redest einfach selbst mit ihr und stellst deinen Standpunkt klar.” Rikiya überkreuzte die Arme und ging die Option in seinem Kopf nochmals durch - für den Fall der Fälle stünde er vor dem Zelteingang. “Also, lass uns gehen.” Nayantai ließ los, nickte lediglich und wandte seinen Blick gen Boden. “Und komm in einem Stück zurück.”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain streichelte Nayantai weiter sanft und es wunderte ihn fast, dass er in Anwesenheit seines Vaters so emotional war. Er vertraute ihm, so viel stand fest und es war schön zu sehen. Rain hatte mit seinem Vater nie so eine Beziehung gehabt. "Wenn sie jetzt nicht mit mir sprechen möchte, dann gehe ich eben wieder.", antwortete Rain, aber er hatte das Gefühl sie malte sich nur allerlei Blödsinn aus, weil sie absolut keine Antworten hatte. Rain wollte das aus der Welt schaffen. Sie musste ihn nicht mögen, sie konnte Rain hassen, aber er wollte sie bitten ihn trotzdem an Nayantais Seite zu akzeptieren. Rikiya und Nayantai schienen beide besorgt, aber Rain vertraute darauf, dass Khojin ihren Bruder zu sehr liebte, um Rain ernsthaft zu verletzen. Vielleicht hatte er zu viel Vertrauen. Khojin war nicht Nayantai, der mitten in der Nacht verletzt und müde bei Rain ankam. Sie war bei voller Kraft. Trotz der Tatsache, dass Nayantai Rain unterstützte, wollte er ihn wohl nicht loslassen. Es war eine Weile her, seit er ihn so fest gehalten hatte. Das letzte Mal war wohl bei Yayoi gewesen.

      "Denkst du das? Ihr kennt sie besser als ich, aber ich glaube, dass sie dich vermisst hat, auch wenn sie das nicht zeigt." Nayantai meinte einmal Khojin war ihm sehr ähnlich, dann konnte Rain ja zumindest auf ein paar Dinge schließen. Rikiya war auch kein Unmensch, es machte also keinen Sinn, warum seine Tochter so hasserfüllt sein sollte, dass sie ihrem Bruder tatsächlich den Tod wünschte. Rain sah zu Rikiya der die Einschätzung, beziehungsweise die Entscheidung seines Sohnes unterstütze und Rain löste sich langsam von Nayantai und stand auf. "Das werde ich. Keine Sorge.", lächelte Rain und drücke Nayantai einen Kuss auf den Scheitel, während er kurz über seine Wangen streichelte. "Ruh dich inzwischen aus. Wenn ich wiederkomme, dann setzen wir unseren Faulenztag fort und vielleicht kann ich dir sogar etwas zu Essen besorgen." Es war an der zeit, dass Rain sich wieder ein wenig um Nayantai kümmerte. Der Wolf hatte genug getan, er konnte sich also für eine Weile ausruhen. Rain lächelte noch einmal, ehe er Rikiyas Arm griff und sich nach draußen helfen ließ. Wo Khojins Zelt war wusste er nicht, aber er folgte Rikiya einfach, ehe er ihm klarmachte, dass sie da waren. Klopfen konnte man an eine Zeltplane schwer, also löste Rain sich vorsichtig von Rikiya und humpelte einen Schritt in das Zelt. "Entschuldige.", begann er höflich, ohne zu wissen wie er Khojin eigentlich ansprechen sollte, er maneuvrierte also einfach darum herum. "Wenn du mir deine Fragen noch stellen möchtest, dann bin ich hier um sie ehrlich zu beantworten."
    • Rain war zumindest ehrlich - Nayantai sank zurück in ihr Bett und zog an der Decke. Er würde gerne dort bleiben, wo er war und ein entspanntes Schläfchen machen; verlorene Zeit nachholen und einfach etwas ausspannen, aber all das war ihm einfach nicht gegönnt. Stattdessen musste er sich an der Decke des Zeltes sattsehen und die langsam verblassende Schritte im Hinterkopf seines zermürbten Schädels speichern - Khojin war schlimmer und um einiges stärker als er selbst; Rain spielte mit einem Feuer, mit dem er sich gar nicht auskannte. Wiederholt drehte er sich in seiner kleinen Höhle und suchte nach einem Platz, an dem er sich wohl fühlte, kurz bevor er die Augen zukniff. Nayantai rief sich ins Gedächtnis, dass Rain diese Sachen für sie und niemanden sonst tat - dass er lediglich eine Hilfe sein wollte - und dass er es war, der den Verstand verlor, wenn er glaubte, seine große Schwester war ein Biest geworden, das sich selbst nicht zu beherrschen wusste. Was war nur los mit ihm? Er fühlte sich so, als wäre er noch immer der gleiche, schwache Welpe der in Fhaergus angetrabt kam; aber nichts davon war wahr.

      Khojin hatte sich ihrer dreckigen Kleidung entledigt und wusch sich ihr Gesicht, wollte nur einen kurzen Moment der Ruhe, der ihr nicht vergönnt war - mit einem Stoß flatterte die Plane ihres Zelteingages im unerbittlichen, thrianischem Wind und sie rollte mit den Augen. Wollte ihr Vater sie zurechtweisen? War es irgendein Idiot der um ihre Hand anhielt? Diverse, absurde Szenarien bohrten sich in ihren Kopf - sie wollte keine davon so wirklich wahrhaben und sah sich im Recht mit dem, was sie von sich gegeben hatte; dieser Rain kam dennoch angekrochen wie eine kleine, neugierige Made und hatte die Galle, sich gleich in ihr Zelt einzuladen. Mit heruntergzogenen Mundwinkeln sah sie sich das miserable Schafsbündel an, das sie nun auch noch in seiner eigenen Sprache belästigte. Es gab durchaus Dinge, die sie hasste - und dieses Vieh war eines der vielen Viecher, die sie absolut nicht leiden konnte. Khojin war es egal, wie er sie sah; sie trug leichte Kleidung, stemmte ihre Hände in die Hüfte und sah zu dem abgemagertem Ding, das sein Bruder in diese Siedlung geschleppt hatte - widerlich. “Wofür entschuldigst du dich? Dass du hier reinplatzt? Dass dein Volk schon genug Schaden angerichtet hat? Dass du meinen Bruder verblendest? Oder, dass du einfach hier reinplatzt?”, erkundigte sie sich entnervt, mit hochgezogenen Augenbrauen und gewisser Säure in ihrer Stimme. Was fiel ihm eigentlich ein? “Wieso bist du hier? Wieso glaubst du, dass wir ausgerechnet für dich eine Ausnahme machen? Und ganz ehrlich, wieso bellst du mich in meiner eigenen Sprache an?” Es waren genug Fragen, und doch schien sie sich kaum für Rain zu interessieren - sie hatte ihn angesehen, aber viel lieber kümmerte sie sich um die Trophäen, die ihre Wände säumten - es waren nicht nur Tierknochen, sondern auch adrestianische Andenken und der ein oder andere Fetzen Kleidung; aber keine Skelette. “Oder bist du nur hier, um mich auszukundschaften?”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain wollte sich gerne in Khojins Zelt umsehen und herrausfinden, ob es anders aufgebaut war als das des Königs. Kleiner sah es von außen aus, aber Nayantai hatte schließlich schon erklärt, dass das Zelt des Königs größer und umständlicher war als andere. Genauer umsehen wollte Rain sich nicht. Er empfand es als unhöflich sich alles genau anzusehen, also ließ er seinen Blick nicht schweifen, sondern hielt ihn auf Khojin die lediglich ein oder zwei Schichten Kleidung trug. Kalt war ihr scheinbar überhaupt nicht, aber etwas anderes hatte er von Nayantais Schwester auch nicht erwartet. Als Khojin sich zu ihm umdrehte senkte Rain den Blick ein wenig. Er war kein Wolf der sich damit beweisen würde, dass er Khojin die Stirn bot. Er war aber auch kein Schaf, dass einen Wolf beim ersten Anblick zur Strecke bringen wollte. Rain wusste nicht mehr was oder wer er war, aber wenn alle Stricke rissen war er immer noch er selbst. Er war Rain und er tat einfach was er für richtig hielt. In diesem Moment beinhaltete das mit Khojin zu sprechen und ihr hoffentlich zu entlocken, dass sie zumindest Nayantai eine Chance gab.

      "Ich entschulige mich für die Störung. Für mein Volk kann ich mich nicht entschuldigen, aber zumindest kann ich dir sagen, dass es mir Leid tut, dass der Krieg immer noch andauert.", entgegnete er. Sie war tatsächlich wie ein Wolf, aber das sagte er ihr besser nicht. Ihre Augen bohrten sich in Rain als wäre er ihre Beute und er war nicht sicher, ob ihr das unterwürfige Gehabe das er an den Tag legte gefiel. Er spielte ihr nichts vor, aber vielleicht würde sie das denken. Khojin wollte vermutlich nicht mit ihm sprechen und trotzdem schleuderte sie ihm eine Menge Fragen entgegen. Vielleicht war es doch gut, dass er hier her gekommen war. "Nayantai hat mir eure Sprache beigebracht und er hat mir auch erzählt, dass ihr euch geweigert habt meine zu sprechen.", antwortete Rain ihr und widmete sich anschließend der nächsten Frage. "Und ich bin hier, weil ich nirgends anders hin kann und weil Nayantai mich mit hier her genommen hat, um mich zu beschützen."
    • Was machte sie nur mit dermaßen nutzloser Information? Khojin wollte es sich gar nicht ausmalen. Rain schien ein relativ eigenes Wesen zu sein, das absolut keine Freiheit besaß; ein Ungetüm, dass sich schwache Wölfe aussuchte, damit sie Mitleid mit ihm hatten und dann stürzte er sich auf sie, suchte sie heim bis sie ihm endlich das gaben, was er wollte und nahm kein “Nein” als Antwort entgegen. Ob sie sich zu sehr ihrer blühenden Fantasie hingab, oder ob das wirklich der Wahrheit entsprach? Wahrlich sagen konnte sie es nicht. “Tut es dir denn leid?”, bohrte sie nach. Ihr Augenmerk lag nun einmal mehr nicht länger auf Rain, sondern dem Rest ihrer Kleidung, den sie unbesorgt in ein Eck kickte, um ihren Frust freien Lauf zu lassen: Rain war hier, weil er offensichtlich hier sein wollte, und doch war er auch hier, weil er ein ziemlicher Idiot war und sich von jemandem wie Rikiya sagen ließ, wohin er gehen musste, um sie zu finden. Ein entnervtes Seufzen drang über ihre drangsalierten Lippen, als das Schaf erneut ihre Sprache in seinen faulen Mund nahm. Was interessierte sie Nayantais Leid aus der gefälligen Fresse eines halbtoten Idioten denn?

      “Ja, wieso soll ich die Sprache der Schafe auch sprechen wollen?”, greinte Khojin. Mit flinken Fingern griff sie nach einem Krug und trank daraus - das abgestandene Wasser war nicht so, wie sie es sich vorstelle, aber immerhin noch besser als abgebrühter Tee. Den Rest kippte sie in eine Holzschale, in der sie auch Teile ihrer Kleidung schmiss - das Blut war zwar schon eingetrocknet, aber vermutlich ließ es sich noch herauswaschen wenn sie Glück hatte. In Rains Fall war es wohl eher Pech, das ihr widerfahren würde - wenn sie alles heimsuchte so wie dieser Witzbold, dann hatte sie bald keine ruhige Minute mehr, die sie nach einer Jagd alleine verbringen durfte. “Und wie will er das anstellen? Er ist selbst nur mehr ein Skelett. Ihr hättet euch die letztmögliche Ehre erweisen können und euch gemeinsam das Leben nehmen sollen, damit ihr mir nicht auf den Nerv geht. Weißt du überhaupt, was du dir einbrockst - vor allem als Schaf - wenn du einen toten Mann liebst? Genau. Du weißt es nicht.” Ihr stoß es bitter auf, wenn sie nur daran dachte, dass es ausgerechnet jemand wie Rain es war, für den sich Nayantai interessierte - sogar Muhan war eine bessere Option! Ungeachtet dessen, ob Rain sich nun dafür interessierte, ein ernsthaftes Gespräch mit ihr zu führen oder nicht, kniete sie sich auf den Boden, an ihren Tisch und starrte der verschreckten Gams entgegen. “Wolltest du noch irgendetwas?”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ja, das tut es, auch wenn du mir nicht glaubst.", erwiderte Rain bestimmt, aber auch ruhig. Wurde ihm etwas anderes vorgeworfen, so wäre er auch nicht beleidigt, er verstand woher die Vorurteile kamen und warum Khojin ihn hasste. Sie wirkte wütend, aber wohl mehr auf Nayantai, als auf Rain, weil er ihn angeschleppt hatte und nicht derselbe war, den sie als ihren Bruder kannte. "Ich gebe zu, dass ich auch nichts unternommen habe um den Krieg zu beenden, aber ich möchte euch helfen, wenn ihr mich lasst." Sie würde seine Hilfe nicht annehmen und vielleicht war es besser Rikiya sagte keinem, dass seine Entscheidungen von Rain beeinflusst wurden. Rain glaubte alles das er Rikiya gesagt hatte und er glaubte es würde helfen. Er hoffte es würde. Auch er saß hier fest und er wollte Nayantai auf seine Art beschützen so gut er eben konnte. "Ich weiß es stört dich, dass ich hier bin, eure Sprache spreche und eure Kleider trage. Nichts davon war so geplant. Wäre Nayantai nicht, dann hätte ich auch kein Problem damit, würdest du mich aus der Siedlung werfen, oder mich hinrichten, aber ich werde Nayantai nicht alleine lassen, solange er das nicht will."

      So wütend Khojin auch war, ihre Wut hatte sie bisher nur an einem Haufen Kleidung am Boden ausgelassen, nicht an Rain. Zumindest gestand sie Rain zu Nayantai zu lieben und nicht nur irgendwelche Ziele zu verfolgen. "Falls du meinst, dass erwartet wird, dass der eine stirbt, wenn der andere es tut, davon weiß ich. Ich lebe schon länger als ich jemals leben sollte. Der Tod macht mir Angst, aber er käme nicht unerwartet. Ich habe Nayantai gesagt, dass er sich aus diesem Grund nicht gerade mich aussuchen sollte. Ich würde ihn gehen lassen, wenn er das wollte, aber das will er nicht und ich möchte auch bei ihm sein." Rain machte eine kurze Pause und sah die Wölfin an die sich nun auf den Boden gesetzt hatte und ihn ansah. "Möchtest du wirklich, dass die Ältesten entscheiden er solle sterben? Ich glaube nicht. Nayantai hat unaussprechliches erlebt das er nicht einmal mir oder Rikiya erzählt. Natürlich ist er nicht derselbe der er einmal war und er hatte Angst hierher zurück zu kehren. Es ist seine Heimat, er sollte sich willkommen fühlen. Du musst nicht mit mir sprechen. Du kannst mich hassen, es ist mir gleich, aber Nayantai ist dein Bruder und ich weiß, dass er sich deine Unterstützung wünscht." Rain seufzte leise und wandte den Blick langsam ab. Wenn sie keine weiteren Fragen hatte, dann würde er eben wieder gehen. Nayantai brauchte ohnehin eine Umarmung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Earinor ()

    • “Pah, träum weiter.”, murrte Khojin. Es brachte doch nichts, mit diesem Idioten weiter zu diskutieren. Was für Freiheiten erlaubte er sich denn, an einem Ort, der nicht einmal ihm gehörte? Die Behauptungen, die er aufstellte, machten gleichermaßen keinen Sinn - wieso sollte Nayantai sich an jemanden wie ihn binden, der bereits von einem Windstoß ausgeknockt werden würde? Stand er einfach darauf, sich foltern zu lassen oder war das einfach eine dumme Taktik, die er anwandte, damit sie sich auch auf sein Niveau herunterließ? Genau konnte sie es nicht sagen, genau wollte sie es nicht wissen - der Stuss, den Rain als Wahrheit verkaufte, war absurd. “Also gibst du zu, dass du nicht mehr als ein einfältiges, dummes Schaf bist, dass in seinem Leben noch nichts erreicht hat, aber lieber auf dem, was Andere haben, herumtrampelt?” Die Prinzessin der Wölfe rollte entnervt mit den Augen. Vorteile bot eine vorläufige Allianz mit dieser Person keine, und doch wusste sie, dass sie sich nicht so stur verhalten dürfte. Ihr Vater riet ihr oft zur Offenheit und doch zu Wagemut; hielt sie an, dahingehend ein besserer Herrscher als die Personen vor ihnen zu sein, aber eigentlich … führte all das nur zu nichts als Wehmut und verworrenen Emotionen.

      Also willst du mir jetzt sagen, dass du all das nur meinem Bruder zuliebe tust? Und ich soll dir diese idiotischen Fantasien glauben? Hast du nicht einmal daran gezweifelt, dass er dich zu früh zu sehr geliebt hat?”, pfiff sie empört. Wohlgemerkt, sie kannte die Geschichte nicht, aber wenn Nayantai nicht die ganze Zeit bei Rain gewesen war, dann konnte sie auch davon ausgehen, dass entweder er oder dieser Unbekannte es war, der ihn dermaßen gebrochen hatte. “Nein. Rain, Nayantai ist ein toter Mann und das weißt du sicher. Die Regeln der Ältesten besagen, dass er sterben muss - daran gibt es auch keinen Weg vorbei. Wenn ihr heiratet, dann gehst du mit ihm unter, und selbst wenn du es nicht tust, dann bringen dich die Anderen früher als später um.” Dieses Lamm war schwer von Begriff. Khojin ekelte das Vieh an, sie konnte nicht verstehen, wieso ihr Bruder es liebte - es war klein und schwach, widerlich und erbärmlich und vielleicht ein klein wenig niedlich, was allerdings nichts zur Sache tat. Entnervt knirschte sie mit den Zähnen. “Glaubst du, das ist mein Bruder? Er ist doch schon lange tot und du schleifst eine Leiche durch die Gegend! Sei froh, dass er dich nicht zerfetzt hast - sei froh, dass er so tot ist, dass du leben darfst.” Ein Murren drang über ihre Lippen, ihre flachen Hände schlugen gegen die Tischplatte und sie erhob sich erneut. “Du kommst her, willst mir eine Moralpredigt erteilen und dann haust du ab? Zieh deinen Schwanz nicht so ein!”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Raim blieb ruhig. Er war Khojin nicht böse, wenn überhaupt, dann wollte er sie bezüglich Nayantai nur zur Vernunft bringen. Was brachte es denn, wenn gesunde Männer und Frauen wegen alter Traditionen starben, statt weiter für ihre Freiheit zu kämpfen? Und selbst wenn es so sein sollte, wäre es nicht besser sie vertrug sich mit ihrem Bruder, bevor er sie endgültig verließ? Nayantai wollte wegen genau dieser Reaktionen nicht zurück nach Hause und vermutlich wollte er Khojin deshalb nicht sehen. "Ja es stimmt. Ich bin naiv, ich habe in meinem Leben nicht viel erreicht und die Welt, Adrestia und Thria, sind mir weitestgehend unbekannt. Ist es das was du hören willst?", fragte er die ruhig. Er gab all das zu, immerhin machte es ihn aus. Fhaergus hatte er verloren und einen Wolf hatte er in sein Haus eingeladen, ohne ihm Ketten anzulegen. Wenn naiv zu sein dazu führte, dann wollte er diese Eigenschaft nicht ändern. Sie hatte ihn zu Nayantai geführt und egal wie das hier endete und egal wie die Ältesten entscheiden würden, Rain wollte bei ihm sein und nicht woanders.

      Khojins folgende Worte trafen Rain und er blickte kurz zur Seite, ehe seine blauen Augen wieder auf Khojin fielen. "Doch. Doch daran habe ich gedacht und ich habe es auch öfter angesprochen. Nayantai sagt es ist Unsinn, soll ich ihm also vorschreiben wie er zu fühlen hat?", wollte er von ihr wissen und schüttelte leicht den Kopf. "Und wieso erzählst du mir das alles? Ich weiß was eure Traditionen dazu sagen und wenn es nun so kommt, dass sie entscheiden Nayantai solle sterben und es erwischt mich dadurch auch, hättest du dann nicht was du wolltest?", fragte er Khojin immer noch mit ruhiger Stimme. Sie schlug um sich, wenn auch nur verbal, aber was sie bezwecken wollte verstand Rain nicht wirklich. "Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass der Krieg niemals enden wird, wenn wir uns alle als Feinde ansehen? Es ist mir gleich, dass Nayantai aus Thria ist und ihm ist es gleich, dass ich ein Schaf bin. Wir haben beide jemanden gebraucht, der uns versteht und haben uns so angenähert, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Dein Bruder lebt und du wirfst ihm das vor? Es ist dir nicht nur egal, du willst tatsächlich, dass er stirbt? Nur wegen mir? Nein, weil er vier Jahre lang nicht für dich da war, aber das ist weder seine, noch meine Schuld. " Das war grausam. Nayantai verdiente besseres und Rain hoffte einfach, dass Khojin über ihre Worte nachdachte, sobald Rain gegangen war. "Eure Traditionen sind die eine Sache, aber Rikiya wurde dabei auch ausgenommen oder nicht? Findest du die Entscheidung auch falsch?" Rain erwartete ein Ja, einfach nur aus Trotz, aber das würde nur bestätigen, dass sie nicht alles meinte das sie sagte. "Ich wollte dir nur sagen wo ich stehe und das habe ich. Wenn du weiter mit mir sprechen willst, dann bleibe ich noch, aber ich dachte einfach, du willst deine Ruhe." Er ging nicht, er wartete ab was sie von ihm wollte.
    • Wenn das alles so weiterging, dann würden sie allesamt noch einen Haufen Schafe in ihre Mitte lassen, die ihren Hass gegenüber ihrer eigenen Rasse predigten, nur, um nichts zu tun um gegen sie anzukommen. Die Hoffnung, dass sie Rain zum Umkehren zwingen konnte und einfach nur ihre Ruhe hatte schwand mit jedem Moment mehr - Nayantai hatte ihn hier abgesetzt, als wäre er ein kleiner Parasit, der nahrhaften Boden fand - ihren ohnehin verstörten Bruder. Ob es richtig war, ihm einfach den Griff des Todes aufzuerlegen um ein Exempel zu statuieren, das beantwortete Khojin sich wohl lieber selbst, alleine in ihrem Inneren, und nicht mit Nachdruck durch Andere. “Nicht wirklich. Eher wollte ich wissen, was dir einfällt, dass du dich hier so aufspielst. Findest du es denn lustig, ein paar unbehelligte Wölfe für dich schuften zu lassen oder ist das auch nur reiner Zufall?”, murrte Khojin. Nayantai hatte besseres verdient als ein vorlautes Schafsbalg, hatte jedoch keiner Anstände, seinen Fehler zu korrigieren - Khojin war nicht dazu berechtigt, es zu tun, auch, wenn sie es sich von Herzen wünschte. Ob der Eindringling vor der Tür auch nur hier war, um Rain zu schützen? Wahrscheinlich. Was glaubten sie denn alle von ihr?

      “Sei erwachsen und sag ihm, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und dann verschwinde aus seinem Leben - anders lernt er es doch sowieso nicht.”, schnaubte sie. Starr richtete sich ihr Blick auf Rain, der eben wohl noch versuchte, sich gegen sie zu behaupten - den Mund sollte er halten, bevor sie es sich noch anders überlegte. Ob er Nayantai aus seiner Schale locken konnte, wenn sie Rain in Gefahr brachte? Gefallen würde ihr der Gedanke prinzipiell ja, und doch war es ein dummer. “Was hat das mit dir zu tun? Es ist einfach falsch, dich in eine derartige Zeremonie einzuweihen. Wenn wir dich auch noch verbrennen, dann bist du ohnehin schon Teil von heiligem Boden, du Heide.” Thrianische Religion war ein Kaliber für sich selbst. Noch schlimmer als das war jedoch, dass sie sich erneut auf diese Diskussion einlassen wollte. Khojin schritt zu Rain herüber und packte ihn am Kragen. “Der Krieg ist sowieso vergeudete Liebesmüh, du selbstgefälliger Vollidiot. Wenn Nayantai stirbt, bevor wir untergehen, dann hat er womöglich noch ein einigermaßen passendes Bild von unserer Heimat vor Augen - den Rest will ich ihm ersparen, offensichtlich im Gegensatz zu dir.”, seufzte sie schließlich. Tod war auch ein Ausweg, definitiv kein guter, aber ein optionaler. Ungefragt brachte sie Rain zum Zelteingang und schob ihn heraus. “Rikiya stirbt früher oder später. Und jetzt zieh Leine, du Schaf. Renn schreiend zu meinem Bruder zurück und gib ihn mir wieder, sobald er ist, wer er war.” Ihr Vater sah sie enttäuscht an, und doch hatte sie gesagt, was sie gesagt hatte - und um ihren Punkt zu unterstreichen, war sie etwas nach Rain; einen ihrer Stiefel, der ihn jedoch nicht traf. “Verzieh dich!”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ich möchte euch helfen, wenn ich kann.", erwiderte Rain, aber er wusste auch selbst, dass er nicht kämpfen konnte, nicht jagen, nicht einmal Holz hacken konnte er und er würde es nie können. Er kannte diese Art von Ablehnung, nicht von seiner Mutter, oder seinen Großeltern, aber von seinem Vater und den anderen Adeligen die sich fragten wie jemand wie er jemals Fhaergus übernehmen sollte. Naja, das hatte er nicht. Sobald sein Vater tot war, hatte er es an Lavern verloren und war stattdessen hier in Thria. Khojin musste dazu nicht mehr sagen, aber Rain wollte es auch nicht so stehen lassen, als würde er davon ausgehen keinen Finger rühren zu müssen. Dennoch runzelte er die Stirn und fragte sich, ob er einen Fehler gemacht hatte hier her zu kommen und zu versuchen durch Khojins Dickschädel zu kommen. Rain wusste schon gar nicht mehr was er sagen sollte. Sie bohrte und stocherte so lange herum bis sie etwas gefunden hatte, das Rain schwer widerlegen konnte, aber obwohl er sich die selben Fragen gestellt hatte und bereits zu einem Schluss gekommen war, wusste er nicht wie er seine Entscheidung bei Nayantai zu bleiben noch erklären sollte.

      Weder wollte Rain Nayantai vorschreiben wen er lieben sollte, noch legte er Wert darauf verbrannt zu werden oder eben nicht. Was nach dem Tod geschah war Rain egal. Er glaubte nicht an ein Leben nach dem Tod, aber Khojin tat das und Nayantai auch. Der Prinz würde es nicht wollen, würde Rains Seele auf ewig hier gefangen bleiben und Khojin hasste den Gedanken ihn in ihre Traditionen mit einzubinden, aber das war wohl eine Diskussion die nach Rains Tod stattfinden konnte. "Ich -- ngh!", gerade noch wollte er sich verteidigen, da stürmte die Wölfin auf Rain zu und packte ihn erneut an seinem Kragen. Es war nicht schwer für sie ihn von seinen Füßen zu heben und aus dem Zelteingang zu schieben. Sie verabschiedete sich mit Worten die definitiv nicht für die Ohren ihres Vaters bestimmt waren und Rain rieb sich den Hals, nur um sich im nächsten Moment zu ducken und einem Stiefel nur knapp zu entgehen. Khojin verschwand wieder in ihrem Zelt und ließ Rain und Rikiya stehen wo sie waren. Ihr Geschrei vorhin mit Nayantai und auch jetzt blieb sicher nicht unbeobachtet und Rain hielt es für eine schlechte Idee sich Rikiya zu sehr anzunähern, solange man sie sehen konnte. Trotzdem sah er ihn gleichermaßen entschuldigend als auch besorgt an. "Rikiya... ich... es tut mir Leid...", murmelte er in einer Lautstärke die seine Stimme nur an die Ohren der Person trug, für die seine Worte auch bestimmt waren. Kurz darauf atmete er tief aus, stolperte einen Schritt zurück und ließ sich auf einer Art Baumstumpf nieder. Das Gespräch hatte ihn ausgelaugt und Rain hielt sich eine Hand an die Brust. Er kniff seine Augen zusammen, nur um sich selbst ein wenig zu beruhigen. Er brauchte nur eine kurze Atempause.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Earinor ()

    • Khojin schien nichts davon wissen zu wollen - Rain war ein naiver Idiot mit Flausen im Kopf, die er sich besser früher als später wieder austreiben sollte, bevor er zurück in seine Heimat verjagt wurde. Nichts wusste sie über die Umstände dieses einfältigen Idioten, und doch war sie sich gleichermaßen im klaren darüber, dass er hier nicht mehr als ein Stück Ballast war, das für mehr Aufruhr sorgte, als es sollte. Wovon profitierten sie denn, wenn sie sich allesamt der gleichen Prozedur unterzogen und so taten, als wäre alles in Ordnung? Genau, von nichts. Dass er nun weinend davonrannte war fast zu erwarten, aber dass er sich in die Arme ihres Vaters retten wollte, das bezweifelte Khojin dann doch eher. Ungeachtet dessen kniete sie sich neben ihre Wäsche und das kalte Wasser, in dem sie sich aufgeweicht und vollgesogen hatte. Immer wieder war es das Gleiche - sie verließ das Lager, suchte nach Beute, und wenn sie welche fand, egal ob Tier oder Schaf, schnappte sie zu. Selten blieb etwas davon über, aber die Spuren zeichneten sich dennoch auf ihr ab - Khojin war ausgelaugt, war es satt, ihre unbeständige Existenz an einem Ort zu fristen, der sie lediglich brauchte, weil all ihre Brüder unfähige Leichen waren. Leise knirschte sie mit den Zähnen - dieser Rain sollte sich zum Teufel scheren und ihr wiedergeben, was er ihr genommen hatte!

      Rikiya hingegen wusste zwar, dass es nicht viel half, wenn er sich einfach mir nichts dir nichts gegen Rain kniete, sich ihm aufhalste und ihm sagte, alles würde besser werden - mehr als eine feine Lüge wäre so etwas nicht und war er ehrlich, dann wollte er nun einmal nicht dafür verantwortlich sein, dass seine Kinder - alle drei von ihnen, so dumm es nun einmal auch klang - sich bis an ihr Lebensende hassten. Vermutlich war er zu übereifrig und einfach nur betrübt, und doch fühlte er sich, als würde er es Caelan und wenn nicht ihm, dann zumindest Rain, schulden, dass sich jemand der Rolle seines Vaters annahm. Seichten Schrittes trat er zu Rain herüber, der sich vor lauter Aufregung wohl erst eine Auszeit verdient hatte. Einigermaßen angestrengt atmete der Blonde auf seiner neugefundenen Sitzmontur ein und aus; Rikiya kniete sich zum ihm. “Ist in Ordnung, Rain. Khojin ist nun einmal ein Kaliber für sich … geht es dir gut?”, fragte er verblüfft. Sonderlich gut sah das nicht aus, übereifrig wollte er dennoch nicht sein. Was brachte es denn, wenn er sich gleich auf ihn stürzte um ihm zu helfen, aber alles nur schlimmer machte? Die Aufregung tat ihm sichtlich nicht gut. Rikiya sah zu ihm auf und gab sein bestes, um einen Blick auf Rains Gesicht zu erhaschen. Verwirrt griff er nach der freien Hand das Blonden. “Tief ein und ausatmen. Es bringt dir wenig, wenn du dich selbst stresst.”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Nun war Rikiya es der sich um Rain sorgte, dabei gab es dafür gar keinen Grund. Er sah auf die Hand die die seine nahm und dann auf zu dem Wolf und schüttelte leicht den Kopf. "Alles in Ordnung, keine Sorge... ich musste mich nur kurz hinsetzen. Fünf Minuten...", erklärte er mit einem Lächeln. Interaktionen wie diese laugten ihn aus und gegenüber Khojin war er nunmal nervös, auch wenn er es sich nicht anmerken lassen wollte. Er brauchte nur ein wenig Zeit um die Unterhaltung zu verdauen und er wollte nicht außer Atem zurück zu Nayantai kehren, weil er sich sicherlich nur grundlos Sorgen machen würde. Nichts war geschehen, erreicht hatte Rain jedoch auch nichts. Immerhin hatte sich die Situation seiner Meinung nach nicht verschlechtert, auch wenn Rikiya von einem Querschläger getroffen wurde wie es schien, aber zumindest ließ auch er sich nichts anmerken. "Es tut mir trotzdem Leid, dass du das hören musstest. Es ist meine Schuld, ich hätte dich da nicht mit hinein ziehen sollen...", murmelte Rain und entschuldigte sich damit erneut. Rikiya war ein guter Vater. Er liebte Nayantai und Khojin. Er war freundlich und zuvorkommend und er nahm Rain auf als wäre er sein eigener Sohn. Seine Herkunft spielte bestimmt eine Rolle, aber das machte ihn schließlich auch aus.

      Rain atmete noch einmal tief durch, ehe er wieder zu Rikiya blickte. "Es geht schon wieder. Soll ich dir helfen etwas Essen zu besorgen, oder ist es vielleicht besser ich laufe nicht mit dir durch die Siedlung?", wollte er wissen. Sonst ließ er sich eben zurück zu Nayantai bringen und wartete dort. Rain fragte sich ob er dieses Gespräch besser gelassen hätte. Nayantai war ganz allein, traurig und besorgt und das Gespräch mit Khojin hatte zu nichts geführt. Vielleicht wäre es besser gewesen er hätte Nayantai einfach m Arm gehalten, auch wenn er nicht wirklich etwas sagen konnte, das es in irgendeiner Weise besser machen würde. Wäre Rain nicht, dann hätte Khojin ihren Bruder vielleicht netter in Empfang genommen. Erst jetzt verstand Rain wrklich warum Nayantai lieber in den Süden fliehen wollte, statt hierher zurück zu kehren. Was die Ältesten wohl entscheiden würden? Rain wusste nicht einmal wobon sie ihre Entscheidung abhängig machten, aber wäre es eine klare Sache, dann hätten sie ihre Entscheidung bereits gefällt, oder etwa nicht?
    • Tausend Dinge schwirrten durch seinen Kopf. Rikiya wusste, so gut betucht er auch war, dass es wenig brachte, wenn er sich immer wieder in die Affären seiner Kinder einmischte. Wer konnte es ihm denn verübeln? Ungestüme, unfreundliche Tiere waren keine guten Zeitgenossen; selbst bei Khojin fragte er sich durchaus oft genug, ob er etwas an ihrer Erziehung falsch machte, oder ob es einfach seine eigene Schuld war, dass sie so geworden war, weil er nichts in seinem Leben dagegen getan hatte, um ihre Brüder zu schützen. Sich selbst Vorwürfe zu machen half zwar auch nicht, aber wenigstens hatte er den Anstand und die Möglichkeit der Selbstreflektion, die im Falle seiner Tochter aus blieb. “Lass dir Zeit, ja?”, erwiderte er Rain. Stress brachte sie allesamt nicht weit. Was Tuya in solch einer Situation tun würde war ihm dennoch fremd; er konnte sich nicht in ihren Kopf denken, oder das Szenario rückgängig machen - sie war tot, daran änderte keiner mehr etwas, aber vermutlich war es noch nicht zu spät Nayantai vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren. Konnte er es sich denn erlauben, den Ältesten in ihre Suppe zu spucken? Ja, eindeutig. Nichts würde ihn davon abhalten, und wenn es ihnen allen dadurch besser ging, dann hatte er selbst auch keine Einwände.

      “Rain, mach dir darüber nicht zu viele Gedanken. Ich rede nachher mit ihr, damit sie ihre Meinung vielleicht noch ändert. Ich schätze, es war einfach zu viel des Guten für sie.”, erklärte Rikiya. Gefühle waren heimtückisch, wenn nicht absolut wiederwertig sobald sie einen dazu anhielten, dass sie sich selbst von der Welt abkapselten. Nichts hatte Rain falsch gemacht, auch, wenn sein Helferdrang es nicht besser machte - er fügte sich nur selbst Schmerzen zu, ohne, dass er irgendetwas davon wollte. Nayantai würde so auch nicht leben wollen, darüber war er sich sicher, und zufrieden darüber, dass er sich von Khojin zerfleischen ließ war sicher auch gehen seine eigenen Philosophien. Er legte seine behandschuhte Hand auf Rains Schulter, klopfte beharrlich darauf und lächelte. “Wenn du möchtest, dann komm mit mir mit. Ich zeige dir alles.” Was sein Volk dachte war in diesem Moment egal; alle von ihnen adoptierten Kinder und Rain war, obgleich seines Alters, durchaus einsam - er nahm sich seiner gerne an. Das schuldete er Rain, und Caelan, den er lieber an seiner Seite wissen würde, auch, wenn sein eigenes Glück ihm selten hold war. “Oder willst du gleich zurück zu Nayantai? Ich nehme es dir auch nicht übel. Er wartet sicher schon auf dich.”, sprach er ruhig. Das Wetter war vergleichsweise schön, allerdings war es auch nicht mehr frühmorgens.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Tut mir Leid, ich dachte nur, vielleicht respektiert sie mich ein wenig mehr, wenn ich ihr selbst antworte, statt dass ihr für mich sprecht.", erklärte Rain seine Entscheidung. Ob es geholfen hat oder nicht wusste er nicht, aber zumindest hatte er es versucht. Khojin schien aber nicht nur wütend auf Nayanti zu sein weil er Rain angeschleppt hatte, sondern auch weil er vier Jahre nicht für sie da gewesen war. Vielleicht war ihr die Chance ihn noch einmal zu verlieren zu hoch und wollte nicht davon überrascht werden, deshalb tat sie so, als wolle sie es selbst in die Hand nehmen. Rain konnte nicht glauben, dass sie wirklich so fühlte und es tatsächlich so weit kommen lassen würde. Rain wusste aber auch, dass er selbst ein Schaf war wie es ihm Buche stand. Schwach, hilflos und er erwartete, dass alle ihm halfen und für ihn sorgten. Selbst konnte er kaum alleine überleben und das würde sich nie ändern. War es falsch sich auf Rikiya und Nayantai zu verlassen? Rain wusste mittlerweile umso mehr warum RIkiya so freundlich zu ihm war. "Es tut mir übrigens auch sehr Leid, was ich dir damals vorgeworfen habe... ich verstehe jetzt wieso du nie etwas gesagt hast. Ich werde das alles auch für mich behalten..." Nayantai würde zwar damit umgehen können, da war Rain sicher, aber Khojin definitiv nicht.

      Langsam stand Rain wieder auf und ließ sich dabei von Rikiya helfen. Als er auf den Beinen stand holte er noch einmal Luft. Er fühlte sich trotz all der ungewohnten Bewegung auf dem Weg hierher nicht stärker als vorher, eher schwächer, wenn er ehrlich war. "Ist es wirklich in Ordnung, wenn du mich durch die Siedlung führst?", wollte Rain wissen. Er konnte ja nicht einmal ohne Hilfe gehen, was würden die Wölfe nur denken? "Ich würde Nayantai zumindest gerne etwas zu essen bringen, aber vermutlich sollten wir uns nicht zu viel Zeit lassen, sonst denkt er noch mir ist etwas passiert." Zum Essen zwingen würde er ihn vermutlich auch müssen, aber das war ein Problem für später. Für den Moment versuhte er Khohins Worte zu vergessen, aber gleichzeitig hatte sie auch mit vielem recht gehabt. Nichts hatte er bisher für die Wölfe getan, aber vielleicht halfen seine Informationen die er Rikiya gegeben hatte. Die Berichte wollte er auch noch studieren.