spellbound. (earinor & akira)

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    • "Tut es das wirklich nicht?", erkundigte sich der Wolf fast zögerlich. Nayantai wusste nicht viel, zumindest nicht in dieser fremden Welt, aber er wollte keineswegs so wirken, als würde er nicht verstehen, als wäre ihm all das so ungeheuer - und als hätte er schon vor viel zu langer Zeit vergessen, was es eigentlich war, das ihn motivierte, dass die Menschen um ihn herum antrieb und was es hieß, wirklich am Leben zu sein. Rain ermöglichte ihm mehr als das, wonach er eigentlich verlangt hatte und dennoch musste er selten irgendetwas davon aussprechen - als wäre es mittlerweile möglich, sich reibungslos und ohne Anstrengung zu verstehen, weil sie es ohnehin gewohnt waren, dass sie Worte zu erraten hatten. Natürlich hieß das allerdings auch nicht, dass die beiden nicht ein gewisses Verständnis füreinander aufzubringen hatten und es wohl auch gar nicht erst möglich gewesen wären sie sich auf Kriegsfuß begegnet. Nayantai hätte sich dazu entscheiden können, die Hand zu beißen, die ihn fütterte, aber schlussendlich das er es nicht, weil es einfach nicht Sinn der Sache war. "Dann ... muss ich mich wohl von hier aus von dir verabschieden", bemerkte der Wolf, dessen Lächeln durchaus schwächer wirkte als zuvor, aber eben davon würde er sich nicht unterkriegen lassen - es machte auch gar keinen Sinn.

      Thria war, wenn auch gleich nicht immer eiskalt, kein Ort für Rain und selbst das hatte der Wolf nun zu realisieren. Rain war ein Lamm, der sich höchstens eine Erkältung und einen Sonnenbrand holen würde, der sich verletzen würde, wenn er die Reise in die Kälte des thrianischen Landes aufnahm und der - wenn er einigermaßen lebendig dort ankam - wohl kaum an Lebensqualität besäße. Nayantai hingegen konnte nicht hierbleiben, so gerne er das auch wollte - entweder, man würde herausfinden, dass Rain ihn hier bei sich versteckte und ihm weiß machen wollte, dass es ihm hier gut ging und man würde sie dementsprechend beide verbrennen, oder aber, man fand gar nicht erst heraus, dass das Lamm ihn hier hausieren ließ. "Und mich über ich lustig machen? Sei nicht albern, Rain", gestand Nayantai dem Lamm. Er hatte keine Ahnung, ob es in der Kultur der Schafe auch als unfreundlich angesehen wurde, allerdings hatte er es ohnehin schon ein oder zwei mal getan, da schien es jetzt auch eher unvorteilhaft zu sein, sich zurückzunehmen. Angenehm fühlten sich die weichen Lippen des Schafes dennoch auf den seinen an, so sehr, dass Nayantai nicht anders konnte, als ihn zurück zu küssen und sich, schlussendlich, von seinen Beinen in Richtung Bett tragen zu lassen, um Rain auf dieses zu betten und seine Hände wieder an die Knöpfe zu legen. "Darf ich, Rain?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain schüttelte mit einem leichten Lachen den Kopf. "Nein, es ist eine nette Abwechslung. Niemand sonst traut sich so mit mir zu sprechen, selbst wenn ich es ihnen erlaube." Noch dazu war Rain niemand, der jemanden einfach so feuerte, weil er anderer Meinung war, oder ihm etwas heraus rutschte. Rain hatte so wenig Kontakt zu anderen Menschen, er hätte gerne mehr Freunde gehabt, aber unter seinen Bediensteten war niemand der ihm ganz offen und ehrlich alles erzählen würde. Natürlich gab es Menschen wie Eraqus die keine Angst davor hätten Rain auf einen Fehler hinzuweisen, so wie er auch wegen Nayantai nach gehakt hatte, aber er würde Rain niemals mit seinen privaten Problemen belasten wollen, selbst wenn Rain darum bat. Er müsste ihn zwingen, es ihm befehlen, aber das wollte er nicht. "Es tut mir Leid.", erwiderte Rain mit einem schwachen Lächeln, Nayantai erwartete sich mehr, aber Rain konnte ihm nicht viel bieten. Er konnte nicht so viele neue Dinge auf einmal tun, die er nie getan hatte, die ihm verboten wurden, von denen man ausging sie würden Rain das leben kosten.

      Sich plötzlich in Nayantais Armen wieder zu finden wurde langsam zur Gewohnheit, auch wenn Rain sich eine Woche lang konsequent von ihm fern gehalten hatte. Er fragte sich, ob das der Grund war, warum sie jetzt noch weniger voneinander lassen konnten als zuvor. Rain lag gern in Nayantais Armen, er war gerne in seiner Nähe, nicht nur weil sein Körper diese gewisse Wärme ausstrahlte, die Rain scheinbar sofort aufwärmen konnte. Der Kuss raubte ihm fast den Atmen, nicht weil er etwa zu lang andauerte, sondern weil die Gefühle die seinen Körper dabei durchströmten immer noch so überwältigend und neu waren. Er fragte sich ob Nayantai all diese Gefühle schon bekannt waren, aus früheren Beziehungen die er gehabt hatte, während Rain ahnungslos war. Rain löste sich nicht von ihm, selbst als Nayantai sich in Bewegung setzte, erst als er Rain auf dem Bett absetzte und dieser sich selbst etwas gerader auf dem Bett platzierte, bevor Nayantai auch schon wieder über ihm war. Seine langen Finger fanden ihren Weg wieder zu dem gelockerten Kleidungsstück. Rains Wangen waren immer noch gerötet, aber er wandte den Blick nicht von Nayantai ab, als er als Antwort bestimmt nickte. "Mhm..." Was sollte er selbst tun, außer hier zu liegen? Sollte er Nayantai auch von seiner Kleidung befreien, oder war das unangebracht? Es wäre nicht das erste Mal gewesen, aber im Moment blieb er einfach liegen und sah Nayantai einfach nur zu.
    • War er nun froh darüber, sich seiner eigenen Fesseln befreit zu sehen, oder froh darüber, das Rain existierte und so viel mehr für ihn tat, als er eigentlich sollte? Hätte es auch nur einen einzigen Funken Egoismus im Körper des Lammes gegeben, dann wäre er vermutlich nicht auf sein Niveau herabgesunken, dann hätte er sich nicht darum gekümmert, die es ihm erging, sondern ihn einfach dort draußen erfrieren oder verhungern lassen - er hätte ihn wegsperren und ignorieren können, aber all das lag dem Lamm nicht, es dachte anders als jedes Schaf und jeder Wolf zugleich. "Na dann freut mich das", entgegnete er knapp, das Lächeln auf seinen Lippen wurde abermals breiter und Nayantai wusste wohl nur zu gut, dass er in diesem Leben nicht mehr sonderlich viel zu verlieren hatte, wenn er ohnehin schon so viel verschenkt hatte, das er nie wiederbekommen könnte. Freiheit, so sehr er sie sich auch wünschte, würde er nie wieder als solche erachten und in Wahrheit fürchtete er sich - wohl oder übel - auch davor, einfach zu existieren, sterben zu müssen, weil man es von ihm und seinem Volk verlangte. "Muss es nicht", gab er zurück. Natürlich hatten sie alle Beweggründe, warum sie sich so oder so fühlten, aber Nayantai war eben das egal - Rain musste sich nicht ausgerechnet deswegen schlecht fühlen, oder überhaupt.

      Was genau schien sein Ziel zu sein? Über seinen eigenen Schatten zu springen, das hatte er auch gesagt, aber irgendwie schien auch as eine Hürde zu sein, die er sich leichter zu überwinden vorgestellt hatte, die sich nun so hoch über ihm auftürmte wie nie zuvor und die ihm so viele Fragen aufwarf, dass es gar verrückt schien, ihn überhaupt als lebendig zu bezeichnen. Nayantai's Nackenhaare stellten sich bei dem bloßen Gedanken auf und doch war es nur ein kleiner Laut der sich von den Lippen des Blonden löste, der dafür sorgte, dass er sich so fühlte, als würde Elektrizität durch seinen Körper fließen und er selbst wusste nicht so recht, was wahr und was falsch war. Finger, die schon gar nicht mehr wollten, als sich gegen eiskalte Haut zu drücken, bemühten sich hastig darum, das Lamm aus der warmen Kleidung zu schälen, während er sich selbst auf das Bett begab, damit er dem Lamm näher sein konnte. Warum fühlte sich sein Herz schon wieder so an, als würde es aus seiner Kehle kriechen, während es gegen seine Brust hämmerte und warum war es so, dass sich plötzlich alles so schwer anfühlte? Nayantai beugte sich über das Lamm, nachdem er auch den letzten Knopf geöffnet hatte und ihn nicht weiter aus seinem neuen Kleidungsstück pellen konnte, stattdessen küsste er zuerst Rains Lippen und wanderte immer weiter sein Gesicht und dann seinen Hals hinab, bevor er an einer Stelle stoppte, die er malträtierte - er hatte das so oft getan, wieso sollte es mit Rain auch schlechter sein?
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    • "Ich bin froh, dass... dass du hier bist.", lächelte Rain, das hatte er schon mehr als einmal gesagt, aber er bereute es auch nicht den Wolf aufgenommen zu haben, er bereute es nicht ihn versorgt, gewaschen und angezogen zu haben, er bereute es nicht ihn hier durchzufüttern, oder ihm Arbeit gegeben zu haben und er bereute es auch nicht ihn in sein Bett eingeladen zu haben. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte er ihn hier behalten, irgendwie. Er würde es immer noch, aber den Wolf an eine Leine zu nehmen, das konnte vielleicht der König tun, ohne dass zu viele Leute fragen stellten, aber Rain käme nicht einmal damit durch, wenn Nayantai zum Schein mitspielen würde. Abgesehen davon fühlte es sich für Rain falsch an den Wolf hier einzusperren, in diesem Anwesen, oder in Fhaergus. Wohin auch immer er gehen wollte, dorthin sollte er auch gehen können, Rain wusste nur zu gut, dass diese vier Wände einem irgendwann aufs Gemüt schlugen, das hier war kein Platz für einen Wolf, auch wenn es Rain das Herz brechen würde, war er erst einmal fort.

      Rain versuchte einen Blick auf die Züge des Wolfes zu erhaschen. Es war bereits dunkel draußen, auch wenn die Sonne Tag für Tag länger schien. Im Moment war das einzige Licht das das Zimmer erhellte, das Feuer aus dem Kamin und eine kleine Öllampe bei Rains Schrank, die er genutzt hatte, damit er etwas sehen konnte. Das Licht reichte aus um den Bewegungen des Wolfes zu folgen und den starken Körper zu betrachten, der über Rain lehnte, es reichte aber nicht aus um alle Feinheiten in Nayantais Gesicht ablesen zu können und Rain der immer alles richtig machen und niemandem auf die Füße steigen wollte, war ein wenig unsicher, ob Nayantai vollends zufrieden war, oder nicht. Die Bewegungen des Wolfes wurden etwas schneller, nicht länger öffnete er jeden Knopf langsam und bedacht, als hätte er bei jedem erneut sicher gehen wollen, dass es für Rain in Ordnung war, stattdessen öffnete er den Rest einem nach dem anderen ohne Pause. Je mehr Knöpfe geöffnet wurden, desto röter wurden Rains Wangen, zum Glück konnte man das bei dem rötlichen Licht das das Feuer spendete nicht so genau sehen - hoffte er zumindest. Als der Wolf sich nach vorne beugte, schloss der Blonde seine Augen noch bevor ihre Lippen sich berührten. Dieses Mal war es kein langer Kuss, stattdessen machte der Wolf tatsächlich da weiter, wo er vorhin im Badezimmer aufgehört hatte, so wie er es vorgeschlagen hatte. Die sanften Küsse waren angenehm und kitzelten beinahe ein bisschen, das Zwicken das Nayantais Zähne anschließend hervorriefen war dagegen überraschend und Rain entwich ein kurzer überraschter Laut. Aus irgendeinem Grund musste er an den Tag zurück denken, an dem sie schon einmal so heir gelegen hatten, als Nayantai noch nicht lange bei Rain war und sich von Rains Gastfreundschaft und Freundlichkeit hatte übermannen lassen, aber das hier war anders, oder? Es war nicht so spontan wie damals und Rain kannte den Wolf bereits gut genug um nichts dagegen zu haben. Während Nayantai sein Lamm weiterhin als seines markierte schälte Rain vorsichtig einen Arm aus dem Ärmel der neuen Kleidung und versuchte dabei, sich nicht zu viel zu bewegen, als konnte das Nayantai dazu bewegen aufzuhören. Erstaunlicherweise war Rain im Moment gar nicht wirklich kalt, dafür, dass er kaum noch etwas an hatte. Der generell warme Raum und Nayantais Nähe reichten scheinbar aus, um ihn vorerst warm zu halten und falls sich das änderte, musste Nayantai eben näher kommen, oder zumindest eine der Decken über sie beide werfen. Rain schälte auch seinen zweiten Arm aus dem Kleidungsstück und ließ seine Hand langsam in Nayantais Haar gleiten. Der andere Arm legte sich, ohne das Rain darüber nachdachte, um seinen Körper, als müsse er sich vor der Kälte, oder eventuell vor Nayantais Blicken schützen.
    • Sich auf Worte zu verlassen, wenn man sich die Sprache ohnehin nicht teilte, schien durchaus überflüssig - und auch, wenn sie beide wissbegierig waren und einander verstehen wollten, dann würde es noch eine halbe Ewigkeit dauern, bis sie das wirklich taten. War das denn, was er wollte und war es überhaupt richtig, auf eben jene Art und Weise zu handeln? Aus irgendeinem Grund war Nayantai sich sicher, dass sowohl er als auch Rain wollten, was er gerade tat, aber auf der anderen Seite hatte er nur darum gefragt, ob er das Lamm ausziehen und von dem Mantel befreien konnte, das es getragen hatte, nicht, ob er nun wirklich das tun sollte, das sie vorher unterbrochen hatten. Womöglich wäre es angebracht, ihn zu fragen oder sich zumindest nach seinem Wohlbefinden zu erkundigen - vielleicht wäre es auch durchaus schlauer gewesen, sich nicht Hals über Kopf von irgendwelchen Emotionen beirren zu lassen, aber Nayantai dachte oft und gerne nicht über alles nach. "Und ich bin froh, bei dir zu sein", entkam es ihm, der vermutlich allerlei flackerndes Licht verdeckte - oder zumindest einen Großteil davon, der auf Rains fahlen Körper scheinen sollte, ungewollt für sich selbst einnahm. Aber auch so war es nicht schwer, das Lamm zu erkennen, oder sein eigenes Herz schlagen zu hören. Sollte er sich denn dafür schämen, so tief gesunken zu sein, dass er sich selbst einem Lamm anbot, dem er die Kehle zuschnüren konnte, wenn er es denn wollte?

      Nayantai hätte rennen können, hätte Rain keinerlei Beachtung schenken müssen, aber nun war er hier, über das Lamm gebeugt - über sein Lamm gebeugt - und malträtierte Stück für Stück die Haut an seinem Hals, wanderte weiter hinab zu dessen Schlüsselbein und tat das Gleiche eben dort, an mehr als einer Stelle - nur, damit er vergessen konnte, was er mit seinen eigenen Händen nun eigentlich tun wollte. Allerdings war es egal, alles, was ihn interessierte, war die Kälte die das Lamm inne trug, die ihn immer wieder in die reale Welt zurückholte und daran erinnerte, was er eigentlich tat, oder zu tun hatte. Nur war all das anders, nichts schien ihn oder sein Herz beruhigen zu können und dass er seine Zähne - wenn auch sanft - in die Haut Rain's schlug, war zu erwarten gewesen. Wenn er schon nicht hier verweilen konnte, bis der Schnee im nächsten Jahr vom Himmel fiel, dann würde er dafür sorgen, dass jeder wusste, wem das Lamm gehörte, so lange er sich hier befand. Lediglich die sanften, dürren Finger, die durch das schwarze Haar des Wolfes glitten, holten ihn wieder in die Realität zurück - und verlangten ihm ein leichtes Lachen ab, bevor er Rain erneut auf den Mund küsste, nur um seine linke Hand über das die makellose, bleiche Haut des Lammes wandern zu lassen. "Rain ... willst du ...?", fragte der Wolf, der gerade selbst nicht wusste, woran er dachte, als die seine Hand die des Lammes ergriff, das wohl oder übel genau so seinen gierigen Blick davon abhalten wollte, mehr zu sehen, als er sollte. "Willst du dich trotzdem verstecken?", hauchte der Wolf fragend in das Ohr des Blonden, bevor er abermals so sanft in sein Ohrläppchen biss. War Rain schon immer so gut darin gewesen, ihm seinen Verstand zu rauben, ohne wirklich viel zu tun?
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    • Rain merkte, dass sich die Stimmung zwischen ihm und dem Wolf geändert hatte, aber es störte ihn nicht, im Gegenteil, er war neugierig wie es weiter gehen würde, auch wenn sein Herz sich anfühlte, als würde es ihm gleich aus der Brust springen. Sein gesamter Körper kribbelte und er fühlte sich fast schon als hätte er ein wenig Fieber, vielleicht auch, weil ihm im Moment nicht einmal wirklich kalt war, obwohl Rains Haut weder von einem Kleidungsstück, oder einer Decke, noch von dem Wolf vor der Luft geschützt war. Vielleicht war es sein Herz, das auf einmal schlug wie es sollte und genügend warmes Blut durch Rains Körper pumpte, das es bis in seine Fingerspitzen wanderte und die Steifheit aus ihnen vertrieb. Nur vor Nayantais Haaren nahm Rain sich ein bisschen in Acht, diese waren immerhin noch feucht und würden es auch noch eine Weile bleiben, Rains Hand strich trotzdem weiter durch die schwarzen Strähnen, während der Wolf weiterhin Spuren an Rains Körper hinterließ.

      Manchmal war das Zwicken an Rains Haut etwas fester als erwartet, manchmal strichen Nayantais Lippen nur sanft über eine der noch pochenden Stellen und Rain biss sich auf die Lippe, damit er etwaige Geräusche die sein Körper machen wollte herunter schlucken konnte. Der Kuss war ebenso überraschend und Rain erwiderte ihn. Ihm entwich ein Seufzen als der Wolf seine Hand über Rains Körper wandern ließ, er bekam eine Gänsehaut und seine Wangen glühten. Er öffnete die Augen als Nayantai sich wieder von ihm löste, Rains Kopf hatte sich wie von selbst ein wenig angehoben, damit ihre Lippen noch ein wenig länger aufeinander lagen, ließ sich aber schließlich zurück in den Polster sinken. Erneut stellten sich Rains Haare auf seinem gesamten Körper auf, als er seinen Namen aus dem Mund des Wolfes vernahm und er sah ihn fragend an, worauf wollte er hinaus? Die Finger des Wolfes schlossen sich inzwischen um Rains Hand, Nayantai kam erneut näher und sein warmer Atem stieß gegen Rains Wange und seinen Hals. Rain zuckte ein wenig zusammen und brauchte einen Moment länger um die Worte des Wolfes in seine eigene Sprache zu übersetzen. "I-ich... nein. D-das war... keine Absicht...", stotterte er und zog seine Finger sanft aus Nayantais Griff, um seinen Arm von seinem Körper zu bewegen und einfach locker neben sich auf der Matratze liegen zu lassen. Er wusste auch nicht recht was er sonst mit seinem Arm tun sollte. "Du... kannst dir alles ansehen...", murmelte er schließlich noch, ließ seine Hand zurück zu Nayantais wandern und schob diese langsam zum Bund seiner Unterhose, die das Einzige war, das seinen Körper noch bedeckte. Rains Wangen waren währenddessen so rot geworden, dass er glaubte, dass sie zu leuchten anfangen mussten wie eine Lampe.
    • War es denn unbedingt eine Sünde, seine Hände und Lippen an ein fremdes Schaf zu legen, sich das zu nehmen, was er wollte, wenn er ohnehin nicht mehr hatte als das, was er am Leibe trug und wenn er selbst wusste, das jeder Schritt, der ihn weiter aus diesem Land brachte, ein Schritt tiefer in sein eigens geschaufeltes Grab war? Wieso strengte er sich überhaupt an, wieso glaubte er, dass alles besser werden würde, wenn er sich erst einmal von imaginären Fesseln lossagen konnte und ein Versprechen nach dem anderen von spröden Lippen fallen lassen durfte, nur, um sich eine Sekunde später absolut sicher zu sein, dieses niemals einhalten zu können. War es überhaupt richtig, Rain - wenn auch metaphorisch - zu erzählen, er würde ihm die Sterne vom Himmel pflücken, wenn er denn könnte? Oder, dass er sich bis zum nächsten Winter in den Bergen in Fhaergus herumtreiben würde, versuchen würde, in einer unbekannten Welt zu überleben, wie ein wildes Tier, nur, damit er mit dem ersten Schneefall wieder über das Anwesen des Lammes hereinfallen konnte, ihn überraschen konnte und ein einigermaßen akzeptables Leben fristen durfte, während der Rest seiner Familie den endlos vielen, gesichts- und namenlosen Leichen in brennendem Feuer beiwohnte und schlussendlich auch der Letzte seiner Blutlinie den Tod erreichte? Waren sie beide nicht zu idealistisch, oder dachte er zu schroff darüber, was sein könnte?

      Nayantai ertappte sich selbst auf frischer Tat, wusste, dass er viel lieber seine Hände und Lippen an dem Körper des blonden Lammes hatte, als sich über seine eigene Existenz zu ärgern, oder über die Dinge, die vielleicht auch gar nie zur Wahrheit zählen würden - schwer fiel es ihm schon lange, einen einzigen, klaren und nicht mit Rache verseuchten Gedanken zu fassen und doch, er war es, der dafür sorgte, dass Rain sich derartig verhielt. Wann war er es, der sich das letzte Mal wirklich geliebt gefühlt hatte, wirklich wohl gefühlt hatte, wenn er sich das Bett mit jemandem teilte? Es wirkte beinahe so, als wäre Rain die Antwort auf abertausende Fragen, die sich der Wolf schon viel zu lange stellte. Die dunklen Augen des Wolfes wanderten über bleiche Haut, bleicher als die seine, dafür so viel sanfter und ansehnlicher - bis sie irgendwann an den blauen Augen des Lammes kleben blieben, der wohl endgültig in seinem Schatten versank. "War es nicht?", neckte der Wolf mit einem sanften Lachen. Nayantai streifte lediglich mit seiner Hand über die Wange des Lammes, oder wollte es zumindest tun, bevor seine eigene Hand in eine ganz andere Richtung gezogen wurde - und der Wolf sich eingestehen musste, dass er vermutlich so verlegen war, wie Rain selbst. Konnte er das denn, ihn einfach seines letzten Kleidungsstückes berauben? Ihn dazu zwingen, sich zu entblößen? "Bist du dir sicher? Wäre es dann nicht nur fair, wenn ich mich auch ausziehe?", fragte er, als er raue Finger zwischen den Bund der Unterwäsche und Rains Haut schob. "Rain, ich will dich nicht dazu zwingen." Selbst dann nicht, wenn er sich sicher war, dass er es wollte - und eher zögerlich an dem Stück Stoff zog, es aber doch stätig weiter nach unten zerrte, während er auf eine Antwort wartete und die seinen Lippen wohl erneut auf die des Lammes legte.
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    • "N-nein... ich... wusste nur nicht... wohin mit meiner Hand...", erklärte Rain mit einem leichten Lächeln. Er war sich nie sicher was er nun tun konnte und was nicht, was Nayantai ihm erlauben wollte und wovon er ihn lieber abhielt. Rain wusste, dass es da einiges gab, das Nayantai noch nicht verarbeitet hatte, weil er seine Gedanken lieber in andere Richtungen lenkte und Rain hatte auch gar nichts dagegen, er sollte in seinem Tempo mit dem fertig werden, was er erlebt hatte, also musste Rain ihm auch den Raum geben genau das zu tun. Nayantai nun an irgendetwas zu erinnern, wozu er noch nicht bereit war, das wollte Rain nicht, es würde den Wolf nur verletzen. Eine Stelle hatte er bereits ungefragt berührt, auch wenn Nayantai ihm einfach nur ruhig gesagt hatte, dass er seinen Bauch nicht anfassen sollte, Rain wollte nichts verderben, also nahm er auch seine Hand wieder zu sich und bettete sie neben sich auf die Matratze, nachdem er die Finger des Wolfes los gelassen hatte.

      Erneut blickte Rain Nayantai an, viel sehen konnte er nicht bei dem fahlen Licht, aber möglicherweise war auch Nayantai nervös, obwohl er solche Situationen bestimmt schon sehr oft erlebt hatte, öfter als Rain auf jeden Fall. "Wenn du... willst... dann kannst du dich natürlich auch ausziehen... aber du musst nicht.", erklärte Rain fast schon ein wenig heiser, das Kribbeln unter seiner Haut wurde immer stärker und er konnte seinen eigenen Herzschlag deutlich fühlen. Erneut bis er sich auf die Lippe und hätte am Liebsten die Augen geschlossen, als hätte Nayantai ihn dann nicht mehr sehen können. Er wollte aber nicht unhöflich sein, oder ein falsches Signal senden, nicht genau in dem Moment als Nayantai seine Finger unter den Bund seiner Hose schob. Es war ihm ein wenig peinlich, aber nicht unangenehm und aus seinem Zwiespalt heraus kniff er nur eines seiner beiden Augen zusammen, während sein Blick noch auf dem Wolf lag. "Du zwingst mich nicht... ich habe es angeboten...", murmelte er gerade noch, bevor Nayantais Lippen wieder auf seinen eigenen lagen. Nayantai raubte ihm wortwörtlich den Atmen und während der Kuss noch andauerte, half Rain Nayantai ein wenig mit dem letzten Kleidungsstück das Rain noch trug, in dem er seinen Hintern ein wenig anhob, damit Nayantai den Stoff leichter nach unten ziehen konnte.
    • "Mach dir keine Sorgen", sollte er das denn? Nayantai war nervös, spürte das Kribbeln in seinen Fingern, in seinem Körper, der ihm vermittelte, dass er vermutlich doch einen Rückzieher machen sollte, dass er vielleicht doch noch nicht bereit war, sich einfach so - Hals über Kopf - in eine ihm fremde Aufgabe, stürzte. Allerdings war es, zumindest dieses Mal, bereits zu spät dafür - und wenn log er an, außer sich selbst? Hier, in Rain's Gemächern und mit ihm selbst, war nichts so, wie er es in Erinnerung hatte, er konnte schlussendlich tun und lassen, was er wollte, so lange das Lamm es ihm gestattete. Seine Angst, die bereits viel zu lange in seinem brüchigem Körper keimte, durfte nicht schon wieder die Überhand gewinnen, wusste er doch, dass es ihm selbst nicht half, sondern lediglich dafür sorgte, dass er sich von seiner Vergangenheit beherrschen ließ. Kaum lösten sich die seinen Lippen von denen des Lammes, wusste er allerdings selbst nicht so genau, was er wollte - wenn er die Kleidung des Schafes erst losgeworden war, was dann? Er könnte nicht ewig darauf beharren, dass er ihn lediglich entblößen wollte, seine Haut malträtieren wollte und dann nichts weiter tat, als ihn und seinen zierlichen Körper verwirrt anzustarren. Was genau war es, dass er, der Kronprinz der Wölfe, wollte? Nayantai wusste vermutlich, gerade jetzt, nicht viel - aber genug, damit er für sich selbst entscheiden konnte, was er eventuell vorhatte. Seine Hände wanderten, nahmen die Einladung des Lammes an, stahlen ihm das letzte Stück Stoff, das er eventuell noch für die Wärme gebraucht hatte, nachdem er so sehr suchte - und Nayantai, der nicht nur sehen, sondern auch fühlen wollte, ließ seine Hände weiter wandern, bevor er sie jedoch von Rain nahm, nur um sich selbst zumindest aus seinem Oberteil zu kämpfen.

      Musste er seine Hose auch ausziehen? Das wäre zwar nur fair, aber ... wofür auch? "Ist das in Ordnung?", harkte er nach, warf sowohl Rains Unterwäsche und sein eigenes Oberteil unachtsam auf den Boden und schenkte Rain ein sanftes Lächeln, als würde es irgendetwas an der Situation ändern, dass er ein großer, böser Wolf war, der ein kleines, naives Lamm fressen wollte. "Ich ... weiß. Ich will nur nichts tun, mit dem du nicht einverstanden bist", erklärte er und griff nach Rains Hand um einen Kuss auf seinen Handrücken zu drücken und genau so schnell wieder loszulassen. Fühlte er sich schlecht, weil er ihn nun ausgezogen hatte, sein Kopf sich so leicht anfühlte und ihm seine eigene Wärme zu Kopf stieg? Nayantai wusste es nicht, wollte das wie wild pochende Herz in seiner Brust nicht hinterfragen und kniete sich schließlich auf die Matratze, bevor er seine Finger and Rains Hüfte platzierte, weiter nach unten wanderte und eines der beiden dürren Beine anhob, näher kam als er sollte und sich leicht beugte, um seine Lippen auf verschiedene, bleiche Stellen auf der Innenseite von Rains Oberschenkel zu legen - er hatte den Verstand verloren, nein? Nun, dass er gerade viel zu viele dunkle Flecken dort hinterließ, wo sie ohnehin Niemand außer Rain sehen konnte, war ihm beinahe schon egal - und erst, als er mit dem, was er gerade getan hatte, zufrieden war, ließ er beinahe schon behutsam los und bettete das Bein zurück auf die weiche Unterlagen. Der Kloß, der sich vorhin schon in seinem Hals geformt hatte, war noch immer nicht leicht herunterzuschlucken. Seine Pranke hingegen lag auf Rains Bauch, wanderte tiefer, stoppte allerdings, bevor er dem Blonden beinahe schon verzweifelt in die Augen starrte - gottverdammt, er wollte das hier und trotzdem war seine Kehle staubtrocken. "Darf ich?" Wusste Rain überhaupt, was er damit meinte?
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    • "Mache ich nicht... du bist ja bei mir.", lächelte Rain und blickte den Wolf an. Er fühlte sich sicher bei ihm, geborgen, es waren bestimmt nicht nur die starken Arme, oder der fast schon riesige Körper die dafür sorgten, dass Rain sich beschützt fühlte. Nayantai passte auf ihn auf, er würde immer auf ihn aufpassen solange es möglich war und dabei war es egal ob sie sich einer Armee gegenüber standen, oder es nur darum ging, dass Rain nackt in seinem Bett lag. Er vertraute dem Wolf und seinen Entscheidungen, auch wenn Rain sich nicht ganz sicher war, ob Nayantai auch nur tat, was er wirklich tun wollte. Der Kuss hielt Rain davon ab zu fragen und als Nayantai sich von ihm löste, musste er erst einmal nach Luft schnappen. Der Kuss hatte nicht etwa zu lange gedauert, sein Herz wollte sich nur einfach nicht beruhigen. Der angehende Fürst hatte sich noch nie so gefühlt, wie auch? Er kannte ja niemanden mit dem er sich in ein Bett legen würde, wieso machte er es aber ausgerechnet mit einem Wolf? Einem männlichen Wolf noch dazu! Es war allerdings nicht wichtig, Rain wusste, dass sein Leben zu kurz war um solch eine Chance einfach wegzuwerfen und was noch viel kürzer war, war die Zeit die sie noch miteinander verbringen konnten, Rain wollte jede Sekunde auskosten.

      "J-ja... wenn es für dich auch in Ordnung ist?", antwortete Rain leise, immer noch wusste er nicht was er überhaupt tun sollte. War es richtig Nayantai die ganze Arbeit zu überlassen, oder sollte er auch selbst etwas tun? Aber was? "Tust du nicht... und wenn doch... dann sage ich bescheid. Versprochen.", erklärte Rain und versuchte noch einmal zu lächeln, aber das war gar nicht so einfach mit den roten Wangen und der Nervosität in seinem gesamten Körper. Wie er sich fühlte, wie sein Körper auf all diese Reize reagierte war neu und ungewohnt und er war sich nicht sicher, ob er sich so fühlen sollte wie er es tat. Er dachte wohl zu viel über all das hier nach, hielt den Wolf aber auch nicht auf, er wollte das hier. Als die Lippen und Zähne des Wolfes sich neue Stellen suchten, an denen sie noch nie gewesen waren, zuckte Rain zusammen. Er konnte sich nicht daran erinnern dort jemals berührt worden zu sein und geküsst hatte seine Oberschenkel auch noch nie jemand, vielleicht war er deshalb ein wenig empfindlich. Es war nicht unangenehm, aber ungewohnt und die dürren Muskeln in seinem Bein spannten sich immer wieder an, während er sich seine Hände auf sein Gesicht schlug. Er lugte an seinen Fingern vorbei zu Nayantai, der auch zum ersten Mal freie Sicht auf Rains gesamten Körper hatte, gefiel er ihm überhaupt? Immer wieder entwich Rain ein kurzer Laut und er schloss seine Augen wieder, als konnte Nayantai ihn dann nicht hören. Er lugte erst wieder zwischen seinen Fingern hervor, als Nayantai sein Bein wieder los ließ und fragte sich, ob das jetzt alles war, oder ob da noch mehr kam. Sein eigener Körper jedenfalls sehnte sich beinahe schon zu sehr nach weiteren Berührungen. Er nahm seine Hände von seinem Gesicht als er Nayantais Blick begegnete, währenddessen lief ihm ein Schauer über den Rücken als er Nayantais Hand auf seinem Bauch fühlte, wie sie sich ihren Weg weiter nach unten bahnte. Er brachte kein Ja zustande, nur ein zustimmendes "Mhm." Immer noch wusste er selbst nicht was er eigentlich zu tun hatte, bisher war er nur herum gelegen. "W-was ist... mit mir...? Was soll ich...ähm...?"

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    • War Rain nett zu ihm, weil er glaubte, er musste es sein, oder war er es, weil seine eigene Naivität ihn davor wahrte, wirklich zu verstehen, zu was er sich hier gerade bereit erklärte? Ob es nun zwischen den Wölfen erlaubt war hin oder her, aber Schafe schienen um einiges anders zu sein als sie, angefangen bei ihrem Lebensstil und aufhörend bei den zwischenmenschlichen Beziehungen, die sie erlauben würden und welche sie als Sünde ansahen. Verunsicherte ihn all das, jetzt, nachdem er eigentlich zugegeben hatte, dass er dem Blonden sein Herz ausschütten würde, es aus seiner eigenen Brust reißen würde, wenn er musste und es in Rains zierliche Hand betten würde, wenn es ihm denn aufzeigte, was er wirklich für ihn fühlte? "Mhm, bin ich", lachte der Wolf beinahe schon heiser - Rain legte zu viel Vertrauen in ihn, glaubte zu sehr daran, dass es nicht mehr als Liebe sein konnte, dass sie beide beinahe dazu zwang, nicht voneinander ablassen zu können. Nayantai sah sich nicht imstande, all das zu verneinen - er wusste, dass er so für Rain fühlte und mittlerweile war er sich auch sicher, dass alles, das zwischen ihnen passierte, lediglich auf freiwilliger Basis geschah. Freiheit war es vermutlich nicht wirklich, aber es war ein Schritt in die richtige Richtung, die ihn schlussendlich von all den Fesseln befreien würde, von denen er glaubte, sie würden ihn am Boden festzurren. "Wieso sollte es das nicht sein?" Was für Stuß gab er da gerade von sich? War er so erpicht darauf, Rain nicht zu beirren und ihm aufzuzeigen, dass er ihn eigentlich liebte, dass er sich nicht dazu bringen konnte, seine Augen und Hände von ihm zu nehmen, nun, da beides beinahe schon an ihm festgeklebt war?

      "Ich nehme dich ... beim Wort"
      , bemerkte der Wolf, der den Kloß in seinem Hals nun doch endlich hinunterwürgte und sich selbst fragte, ob er all dem hier überhaupt gewachsen war - der nicht wusste, wie er mit sich selbst umzugehen hatte und eher Angst davor hatte, Rain wehzutun, als irgendetwas anderes. War es denn richtig, seine Hände auf eiskalte, bleiche Haut zu legen und Spuren auf ihr zu hinterlassen? Nayantai wusste es nicht und doch war er es leid, sich andauernd hinterfragen zu müssen, wenn er Rain dadurch nur noch weiter anstachelte, ihn in irgendeine unbekannte Richtung stieß und ihn dann erneut abweisen musste, weil er sich selbst mit der verdrängten Vergangenheit konfrontiert sah? "Du ... uhm. Du musst nichts tun", erklärte er stumpf und lächelte Rain beinahe schon entschuldigend an - war das hier nicht peinlich, vor allem jetzt, wo sie beide sich wieder in die Augen starrten? Nayantai wusste nicht, was er dem Lamm sagen sollte - auch, wenn er leichtes Zurren an seinen Haaren gewohnt war, aber auch eine Hand die sich einfach in eben jenen vergrub und an ihnen riss, war das nichts, das er großartig von Rain erwartete - und der Situation auch nicht entsprechend war. Vermutlich wäre es klüger gewesen, seinen Mund zu benutzen, damit er aufhörte, sich selbst tausendmal zu hinterfragen, aber schlussendlich tat er es doch, beugte sich über Rain und entschied sich, den Blonden zu küssen, nur um sich selbst der angestauten Nervosität zu berauben. Zögerlich zu sein verdarb im Moment nur ihrer beider Laune, weswegen Nayantai sich durchrang, seine Hand schlussendlich doch um Rain's Glied zu legen. Seine Lippen lösten sich von denen Rains, als er begann, sich ein geeignetes Tempo zu suchen, in dem er seine Hand bewegte - wollte er mehr aus Rains Mund hören, oder doch lieber dabei zusehen, wie er das Lamm dazu brachte, sich unter ihm zu winden, als suche er nach einem Ausweg? Der Wolf wusste wohl lediglich, dass er mit seiner Beute spielen wollte, die er auch viel zu gerne weiter malträtierte, kaum fing er an, Rains Hals wieder zu liebkosen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ich... weiß nicht. Du siehst fast so nervös aus wie ich...", murmelte Rain mit einem schwachen Lächeln auf den Lippen. Er wusste, dass Nayantai ihm ansehen konnte, dass er nervös war, das war vermutlich mehr als offensichtlich, aber auch verständlich. Rain hatte kein Geheimnis daraus gemacht, dass er unerfahren war und dass er weder eine Frau noch einen Mann in sein Bett eingeladen hatte, weder um zu kuscheln, oder sich zu küssen, noch um... naja, mehr zu tun. Trotzdem war Rain jetzt derjenige der sich ein wenig beruhigt fühlte, weil er nicht der einzige war der nervös war, weil auch Nayantai zögerte und ausnahmsweise erlaubte Rain es sich nicht sich selbst die Schuld dafür zu geben. Unter anderen Umständen hätte er vielleicht angenommen, dass er Nayantai doch nicht gefiel, oder dass Nayantai sich von Rain dazu gezwungen fühlte ihm zu gefallen, so wie er eventuell dem König gefallen hatte müssen. Nayantai wusste, dass er Rain nichts schuldig war und dass er ihm nichts geben brauchte, das er ihm nicht geben wollte. Sie waren ebenfalls über den Punkt hinweg an dem sie sich fragten, ob der einzige Grund sich so zueinander hingezogen zu fühlen der war, dass sie niemand anderen hatten. Das war es nicht, Rain wollte niemand anderen hier haben, nur Nayantai. Zögernd streckte er seine Hand aus und legte seine Finger für einen Moment sanft auf Nayantais Wange, als müsse er den Wolf beruhigen und nicht umgekehrt.

      Rain lächelte den Wolf weiterhin an, er vertraute ihm, auch wenn es womöglich eines Tages sein Untergang war. Die Neugierde in ihm überwog beinahe, auch wenn sein gesamter Körper kribbelte und sich anders anfühlte als jemals zuvor, als wären sie in ihrer eigenen kleinen Welt, die ganz anders funktionierte als die aus der sie kamen, in der die Luft nicht so kalt war, in der ein warmes Gefühl durch Rains Körper strömte, während er es kaum wagte sich zu bewegen. Diese Welt glich einer Blase die nur zu leicht zerplatzen konnte und es mit der Zeit auch würde, aber noch nicht jetzt, nicht heute und auch nicht morgen. "Okay...", murmelte Rain heiser und wurde von einem weiteren Kuss unterbrochen. Er eriderte den Kuss während der Knoten in seinem Magen scheinbar immer größer wurde, je länger er auf das wartete, was Nayantai tun wollte, was auch immer genau das war, wie auch immer es sich anfühlen würde. Lange spannte er ihn allerdings nicht mehr auf die Folter und als Rain Nayantais Hand an einer Stelle fühlte, die tatsächlich noch niemand zuvor berührt hatte, konnte er ein leises, aber auch überraschtes Stöhnen nicht rechtzeitig herunter schlucken. Beinahe wäre er zurück gezuckt, aber wohin auch und wieso? Es fühlte sich gut an, wenn auch ungewohnt und überraschend. War es das was er all die Jahre verpasst hatte, oder war Nayantai ohnehin der Einzige der es schaffte Rain so fühlen zu lassen wie er es gerade tat? Aber das war noch nicht alles, oder etwa doch? Nein, vermutlich nicht, aber für den Moment war es mehr als ausreichend und brachte Rain dazu zu keuchen, ausnahmsweise nicht, weil er die Stufen zu schnell empor geklettert war, oder er sich anderweitig angestrengt hatte. Als Nayantai sich wieder herunter beugte um seinen Hals zu küssen, hob Rain seine Hand doch wieder an und vergrub sie in den langen schwarzen Haaren die sich wie eine Decke über ihn legten, während sein Körper sich unter Nayantais Griff ein wenig wand, sich ihm entgegen drückte, oder entzog, wenn dieses neue Gefühl mehr und mehr in ihm aufstieg und ihn davor warnte, dass dieser Moment vorbei sein würde, wenn er zuließ, dass es ihn übermannte. Das Keuchen wandelte sich in ein leises Stöhnen und Rain kniff seine Augen zusammen als das flackernde Licht anfing ihn zu sehr einzunehmen. Alle Farben waren auf einmal viel greller und als er sie nicht mehr sah, schienen seine anderen Sinne stärker ausgeprägt. Er hörte Nayantais sanften Atem der gegen seine Haut stieß viel deutlicher und der Duft seiner frisch gewaschenen Haare, gemischt mit Nayantais eigenem Körpergeruch legte sich um ihn wie ein Schleier. Seine Finger strichen sanft über Nayantais vernarbte Haut an seinem Rücken, als müsse Rain sicher stellen, dass er noch da war, dass das hier kein Traum war. Schlussendlich biss er sich noch einmal auf die Lippe, aber das brachte nichts, das Stöhnen entwich ihm trotzdem, als er das aufkeimende Gefühl, das von seinen Lenden ausging nicht mehr unterdrücken konnte. Auf einmal, durchströmte es seinen ganzen Körper und er suchte halt an Nayantai. Rain vergrub sein Gesicht in Nayantais Schulter und seine Gedanken fluteten erst nach ein oder zwei Minuten zurück in seinen Kopf, nur um nicht einordnen zu können was gerade passiert war. "T-Tut... mir Leid...", war das Erste das ihm einfiel.
    • Nayantai hätte seine Hände wohl nie an Rain legen sollen, hatte es aber schlussendlich doch getan, weil es sich in diesem Moment absolut richtig angefühlt hatte - weil er es schaffte, über seinen eigenen Schatten zu springen und die Wahrheit doch noch ein Stück weit zu verdrängen, bevor sie ihn einholte. Dafür belohnte ihn Rain, oder zumindest fühlte es sich so an, als die braunen Iriden des Wolfes auf seiner Beute lagen und er lediglich dabei zusehen durfte, wie sein Lamm vergebens nach einem Ausweg suchte und schlussendlich akzeptierte, dass es keinen gab - dass es nicht fliehen musste. Schließlich war es wohl auch das, das ihm ein Grinsen abverlangte - Rain reagierte nicht wirklich anders als erwartet und aus irgendeinem Grund fand Nayantai eben das fast schon wieder belustigend, obwohl er es eigentlich nicht sollte. "Ich? Nervös?" Wieso auch? Viel lieber war er es, der zeitgleich die Haut des Lammes malträtierte und sich mit seiner anderen Hand abstützen musste, weswegen ihm lediglich die Option blieb, seinen Mund dafür zu benutzen. Rain war wunderschön, aber das musste er sich selbst nicht erklären - das bleiche Haar, die blauen Augen und die noch bleichere Haut, die an manchen Stellen in den ein oder anderen Rotton getaucht war, nachdem er seine Zähne nicht bei sich behalten konnte und Rain wohl auch die Röte nicht aus seinem Gesicht vertreiben konnte.

      Der Höhepunkt - wohlgemerkt nicht nur der ihrer Gefühle - war zwar etwas, das sie beide hinauszögerten, einfach nur, um diesen Moment noch länger andauern zu lassen, aber schlussendlich war das, was Nayantai von Anfang an gewollt hatte, erreicht. Für eine Sekunde fühlte er sich selbst benebelt, einfach nur, weil seine Augen auf Rain lagen, der vermutlich gar nicht wusste, was er mit sich selbst anzufangen hatte - dessen bloße Berührung ein angenehmes Kribbeln durch Nayantais Körper fegen ließ und der es schlussendlich war, der nicht nur sich selbst besudelte, sondern offensichtlich auch die Hand des Wolfes, die erst dazu geführt hatte, dass sie sich nun in dieser Situation befanden. Bereits in Thria konnte er seine Hände nie bei sich selbst behalten und jetzt, nachdem er sie an ein unschuldiges Lamm gelegt hatte, fragte er sich, ob das schlussendlich war, was er eigentlich wollte. "Wieso?", wollte er wissen, als Rain sich entschuldigte. "Du hast absolut nichts falsches getan", lachte der Wolf, der sich selbst wieder fing, der gar nicht wusste, wie warm ihm geworden war und wie rot seine eigenen Wangen wohl geworden waren, als sich sein Blick beinahe schon in das Lamm gebohrt hatte. Nayantai nahm seine Hand von Rain, griff nach der Decke - vermutlich auch, weil er seine Hand nicht gerade ablecken wollte - und missbrauchte sie dazu, um besagte Hand abzuwischen. War das nicht ... ach, wen kümmerte das? Man konnte diese verdammte Decke sicher waschen. "Eigentlich haben wir umsonst gebadet", bemerkte der Wolf, der sich fragte, ob er die Decke gleich dazu benutzen sollte, um dem Lamm unter die Arme zu greifen. "Soll ich ... uhm ... ein Tuch holen? Damit ich ..."
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    • Rain keuchte immer noch und drückte seine Stirn weiterhin gegen Nayantais Schulter. Er hatte sich kaum bewegt und dennoch fühlte er sich als wäre er gerade die Stufen in der Eingangshalle hinauf gelaufen. Sein Körper kribbelte immer noch, wenn auch anders als noch zuvor, seine Finger drückten sich sanft in Nayantais Haut, womöglich zitterte er auch ein wenig, jedoch nicht weil im kalt war. Obwohl jetzt wo sein Körper sich langsam beruhigte, während er noch versuchte zu verstehen was gerade passiert war, strömte auch langsam die Kälte zurück in seinen Körper, das war mit ein Grund, warum er Nayantai noch nicht los lassen wollte. Er wusste nicht, dass sein Körper sich so anfühlen konnte, so... gut und warm, völlig ohne Schmerz und obwohl er außer Atem war, fühlte er sich nicht, als müsse er jegliche Luft einsaugen die er kriegen konnte. Vielleicht hätte er sich nicht so lange sträuben sollen jemanden kennen zu lernen den er heiraten konnte, aber vielleicht war es auch genau richtig gewesen, diesen Moment mit dem Wolf zu teilen und mit niemandem sonst. War es das was man mit einer Ehefrau auch tat? Was noch und... was genau wären die Unterschiede... vielleicht sollte er noch einmal in der Bibliothek nachsehen, ob es da nicht doch etwas gab, dass ihm erklärte was er tatsächlich zu tun hatte, auch wenn Nayantai ihm versicherte, dass er nichts falsch gemacht hatte.

      "I-Ich... okay gut... ich... war nicht sicher...", murmelte Rain der noch einmal zusammen zuckte, als Nayantai seine Hand von ihm nahm und ihn schließlich auch los ließ. Rain sah zu wie der Wolf die überreste dessen was er angerichtet hatte in Rains Decke wischte und sah an sich selbst hinab, nur damit seine Wangen wieder rot wurden, noch mehr als zuvor. Die Worte des Wolfes machten das alles nicht besser und Rain schlug erneut seine Hände vor sein Gesicht. "Mhh... es tut mir Leid...", murmelte erneut, obwohl er genau wusste, dass Nayantai keine Entschuldigung hören wollte, wusste aber auch nicht, wie er auf die Frage antworten sollte. "I-ich.. kann das selbst ich..." Rain rollte sich schließlich auf die Seite und öffnete die Schublade in seinem Nachtkästchen, die ein paar Stofftaschentücher bereit hielt. Er zupfte zwei heraus und reichte eines davon Nayantai, falls er es doch noch brauchte, das andere behielt er in der Hand, sogar selbst die Sauerei aufzuwischen war ihm irgendwie peinlich. "Hab ich wirklich nichts... falsch gemacht...?", wollte er noch einmal wissen und sah beschämt zur Seite. Er sollte sich säubern, unter die Decke kriechen und sich aufwärmen, bevor er sich noch einmal etwas einfing, aber er traute sich kaum sich zu bewegen. Dann plötzlich fiel es ihm ein. "Was ist mit dir? War... war das was du wolltest, oder... ich... ich hab gar nichts..." Rain schluckte und versuchte sich ein wenig zu beruhigen bevor er weiter sprach. "Das... ich... hab mich gut gefühlt. Danke." Er drückte seinen eigenen Arm ein wenig und blickte etwas beschämt zur Seite. "Wenn ich etwas für dich... du brauchst mir nur zu sagen was..."
    • Eigentlich wollte er gar nicht mehr, als sich auf das Bett vor sich fallen zu lassen, als Rain zu umarmen und die Decke über sie beide zu ziehen, die er gerade selbst besudelt hatte und die Augen zu schließen, das Geschehene für sich selbst verarbeiten - aber stattdessen lächelte er das Lamm nur an, peinlich berührt, weil ihm vermutlich auch erst jetzt einfiel, das Rain vermutlich keine Ahnung von all diesen Dingen hatte. Kein einziges Mal hatte er seine Hände an sich selbst gelegt, so wirkte es zumindest auf den Wolf, der sich zierte und nicht nachfragen wollte - der Rain ohnehin nicht glauben wollte, wenn er etwas anderes behauptete. Sein Herz pochte noch immer und der Rest seiner Kleidung fühlte sich verdammt ungemütlich an, aber Nayantai wusste ach so genau, dass er genug hatte - dass er keinerlei Hände an sich haben wollte, dass er sich selbst auch zu nichts überwinden konnte. "Mach dir keine Sorgen, in Ordnung?", entgegnete er Rain, wohlwissend, dass jedes falsche Wort das Lamm verunsichern konnte - dass er sich schlecht fühlte, weil er seine Hände an ihn gelegt hatte und ihm verdammt nochmal mulmig zumute war, lediglich deswegen, weil es so wirkte, als hätte er sich einfach genommen, was auch immer er wollte. Dennoch, er hatte gefragt und Nayantai wusste gut genug, dass Rain es ihm erlaubt hatte - dass es sinnlos war, sich selbst zu verdammen, weil er aus eigenen Impulsen heraus gehandelt hatte.

      Erneut versteckte da Lamm sein Gesicht, beinahe so, als würde der Wolf seine ausgelaugte Beute nun mit Haut und Haar herunterwürgen, verschlingen als wäre er nicht mehr als ein jedes andere Schaf. Nayantai wollte Rain umarmen, wollte ihm sagen, dass alles in Ordnung war, aber das hatte er getan - und ohnehin, sie beide waren wohl darüber beschämt, was passiert war und wussten nicht so recht, wohin mit dem jeweils anderen. "Rain, das muss es nicht", lachte der Wolf, belustigt darüber, dass das Lamm so leicht aus der Fassung zu bringen war, dass es nicht viel mehr als eine Hand und eine Intention brauchte, um ihn aus dem Konzept zu bringen. "Mhm, ich weiß. Aber ich habe nur meine Hilfe angeboten, immerhin bin ich daran schuld, nicht?" So dumm es auch klang, der Wolf wollte nicht derjenige sein, der Rain einfach so dort liegen ließ, nachdem er ihn beinahe schon benutzt hatte - aber wozu? Im Endeffekt hatte sowieso nur das Lamm davon profitiert, nicht aber er. Eher zögerlich nahm er das Tuch an sich, wusste, dass er bereits vorher danach hätte fragen können und nicht die Decke des Lammes dafür nehmen musste, weswegen er ihm lediglich schief zu grinste. "Wieso auch? Hast du ... dich wirklich noch ... nie selbst ...?" Normalerweise war es ihm egal, was er sagte, oder was er fragte, aber Rain war anders. Er war kein schroffer Wolf, der einen rauen Umgangston gewohnt war und er war wohl auch nicht erpicht darauf, von jemandem wie Nayantai ausgefragt zu werden. "Du ... Rain, du musst dich nicht bedanken, aber ... gut, dass es dir gefallen hat!" Und was jetzt? Auch, wenn Rain gesagt hatte, er könnte sich selbst darum kümmern, fing Nayantai doch an, mit seinem eigenen Tuch über die Haut des Lammes zu wischen und dessen eigene Sauerei zu entfernen. "Mh, kann ich dich umarmen?", fragte der Wolf lediglich. Mehr wollte er auch gar nicht - er hatte alles, was er wollte.
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    • "In Ordnung...", murmelte Rain und schluckte. Da gab es noch viel mehr das es zu lernen galt, oder etwa nicht? Für heute reichte es wohl, auch dem Wolf. Ob Rain überhaupt noch mehr erfahren konnte, bis der Wolf gehen musste und was war mit seinem verdammten Körper? Sein Herz schlug immer noch schneller als es normal war, wie viel davon konnte er tatsächlich ertragen? Würde sein Körper ihm auch hierbei einen Strich durch die Rechnung machen, an irgendeinem Punkt? Vorerst war das wohl egal, er fühlte sich gut, auch wenn ihm langsam kalt wurde und die Kälte zurück in seine Fingerspitzen glitt die er bald nur noch dumpf spüren konnte. Er fühlte sich etwas schlecht, weil Nayantai ihm etwas gegeben hatte, aber Rain ihm im Gegenzug nichts anbieten konnte, nichts das er wollte. Rain konnte ohnehin nicht versprechen, dass er das was Nayantai getan hatte, oder etwas anderes, gut machen würde, aber zumindest hätte er es versucht. War es dem Wolf denn überhaupt genug heute nur neben ihm im Bett zu schlafen?

      "Du? Daran Schuld? Ich..." War der Wolf denn Schuld? Immerhin war Rain es der... im Endeffekt hatte er das angerichtet und Nayantais Reaktion war das Einzige, das ihm doch irgendwo versicherte, dass es völlig in Ordnung und normal war. Wieso hatte ihm eigentlich nie jemand irgendetwas der Art erzählt, oder beigebracht? Rain kam sich so dumm vor... wie machten andere das? Wie hatte der Wolf das erste Mal... er wollte ihn gar nicht fragen. "Noch nie selbst... ich... nein. Ist das... seltsam? Ich... wusste nicht... die Idee kam mir nicht..." Und auch jetzt konnte er es sich kaum vorstellen selbst zu tun was der Wolf gerade mit ihm getan hatte. Rain zuckte zusammen als der Wolf ihn erneut berührte, auch wenn er nur aufwischte was sich auf Rains Unterleib befand. Sein ganzer Körper war auf einmal so empfindlich, besonders dort. Seinen Wangen wurde ebenfalls keine Ruhe gegönnt, sie mussten rot aufleuchten seit Nayantai das Zimmer betreten hatte, ob das irgendwann ungesund wurde? Rains Blick glitt nach unten, auf Nayantais Hand und seinen eigenen Körper, auf die dunklen Flecken an seinem Oberschenkel die Nayantai hinterlassen hatte. Er war irgendwie froh darüber. Er blickte auf als er Nayantais Stimme erneut vernahm. "Natürlich kannst du mich umarmen.", antwortete Rain, er wollte doch nichts anderes, er wollte dass der Wolf ihn aufwärmte, nachdem er nun schon so lange unbekleidet auf dem Bett lag und der Wolf ohnehin nicht mehr so nah war wie vorhin.
    • Hatte Rain das hier wirklich genossen, oder war das auch nur die Einbildung eines Wolfes, der sich selbst weder zu helfen wusste, noch wissen wollte, was es hieß, wenn er sich einfach aufgab und den restlichen Schafen zum Fraß vorwerfen wollte? Nein, Nayantai lag falsch - schlussendlich war es doch Rain, der ihm gezeigt hatte, wie wichtig es war, dass er sich an sein Leben klammerte und wie dumm es eigentlich sein konnte, wenn er sich dazu entschied, nicht seinen eigentlichen Tätigkeiten nachzugehen. Ehrlich gesagt wollte der Wolf mit dieser Welt schon lange nichts mehr zu tun haben und dennoch war es Rain, der immer wieder dafür sorgte, dass er sich doch besser aufgehoben fühlte, als anfangs angenommen. War es denn sinnvoll, warf er sich selbst in das Blickfeld aller, während er sich verstecken sollte, oder war es doch besser, wenn er sich weiterhin versteckte und kein einziges Wort über seine Lippen kommen ließ? Nayantai wusste nicht, was genau es war, das er wollte - aber er konnte mit Sicherheit sagen, das vieles davon nicht seinen eigentlichen Vorstellungen entsprach und manches davon besser vergessen war, als es wirklich einfach so zu akzeptieren. Was war die Wahrheit wert, was war diese Welt schon wert wenn er, der nur ein einfacher Wolf war, nicht in ihr leben konnte? "Habe ich Unrecht?"

      Sich selbst zu hinterfragen und sich seine eigene Existenzberechtigung streitig zu machen, das taten sie beide, aber dafür war keine Zeit. Viel lieber genoss der Wolf das, was er mit Rain hatte - das pochende Herz in seiner Brust und die Dinge, die er spürte, die ihn in Ekstase versetzten, weil er selbst nicht wusste, wohin mit sich, selbst dann nicht, wenn er schon seine Finger von dem armen, kleinen Lamm nahm und es weitgehend malträtierte. "Seltsam? ... naja? Ich meine ... mh, das kommt vermutlich ... darauf an, was für eine ... Person du bist?", belehrte der Wolf das Lamm, dem er keine bessere Erklärung geben konnte. In Wahrheit war es vermutlich auch egal, er würde so oder so nicht herausfinden können, was er zu tun hatte und es war beinahe schon lachhaft, wenn er meinte, es gab nichts weiter für ihn selbst zu tun als das - als eine Stütze für ein krankes, sterbendes Lamm zu sein. Nayantai nahm das Stofftuch und, so unachtsam wie er vorhin schon gewesen war, warf er es in die Dunkelheit, zum Rest ihrer Kleidung, den er vorhin einfach in das dunkle Nichts entlassen hatte. "Mich ... äh, wundert es nur ... etwas?" War Rain wirklich so enthaltsam, dass er keinen blassen Schimmer davon hatte, was er eigentlich tat? War das überhaupt das, was er tun wollte? Darüber konnte er auch später nachdenken - schlussendlich war es doch egal, so lange er Zeit mit Rain verbringen konnte. Nayantai griff nach der Decke, die er über sie beide zog - die noch immer so verflucht warm war - und einen seiner Arme unter den Blonden schob, um ihn leichter an sich zu drücken. "Was mache ich eigentlich ohne dich?"
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    • "Ich... ähm... also es ist mein... ich hätte...", stotterte Rain vor sich hin, aber er konnte nichts von dem was er sich dachte aussprechen, all das hier war ihm zu peinlich, er hatte nie über diese At von Zwischenmenschlichen Handlungen gesprochen, er hatte nicht einmal davon gelesen, allgemein wusste er kaum etwas darüber. Er war sich nicht sicher wie man normalerweise erfuhr wie solche Dinge funktionierten, oder wie man anfing. Jünger waren die Meisten als Rain wenn sie ihre ersten Erfahrungen machten, aber er hatte niemanden, nur einen Haufen Bücher die ihm in dieser Situation auch nicht viel helfen konnten. Alles was er wusste, alles über die Welt da draußen, alles außerhalb seiner kleinen einsamen Welt in diesen vier Wänden, wusste er aus Büchern. Er kannte die verschiedenen Fürstentümer, er konnte wohl alle Tiere erkennen und beim Namen nennen, er kannte das Wetter, Pflanzen, so viel mehr, aber nichts davon hatte er je in der Realität gesehen und zu dem Moment den er gerade mit Nayantai geteilt hatte, dazu gab es gar keine Bücher.

      "Was für eine Person?", fragte Rain nach, er verstand nicht was Nayantai meinte und war sich auch nicht sicher, ob Nayantai das selbst wusste. War er nun seltsam oder nicht? Ja, vermutlich, er wusste ja selbst, dass er etwas zu alt dafür war, noch nie irgendeine Erfahrung gemacht zu haben und wenn man niemanden hatte, naja dann konnte man sich zumindest selbst helfen, oder nicht? Rain hatte einfach nie daran gedacht und er hatte auch nie gedacht, dass er einmal so alt werden würde wie er es jetzt war, vielleicht lag es daran. "Ich... also... ich schätze ich habe nie daran gedacht?", erklärte Rain, aber auch jetzt glaubte er nicht, dass sich selbst berühren würde, dabei kam er sich nur seltsam vor, auch wenn es angenehm war, was Nayantai getan hatte, Rains Körper kribbelte immer noch ein wenig. Fürs Erste ließ Rain sich von Nayantai zudecken und hob seinen Kop an, damit der Wolf seinen Arm besser unter ihn schieben konnte, danach machte er es sich bequem, auch wenn er im Moment ein wenig Abstand hielt, solange er wirklich gar nichts an hatte. Rain hatte keine Antwort auf Nayantais Frage, er wollte nicht, dass er geht, aber sie konnten nichts daran ändern, Rain wollte also gar nicht erst darüber nachdenken, stattdessen drückte er seine Stirn einfach nur gegen Nayantais Brust. "Kann ich... kann ich mich irgendwie revanchieren...?"
    • Rain war beinahe sonderbar. Sie kannten sich lange genug, um sich eigentlich nicht mehr ausstehen zu müssen - um sich wie die Pest hassen zu können - und doch war er es, der absolut keinen Fehler darin sah, einem sterbendem Lamm Vorschläge zu unterbreiten, die er bestenfalls in hundert Jahren erfüllen konnte. So lange würde er nicht leben, geschweige denn würde Rain dermaßen lange unter den Lebenden weilen - er müsste sich sein Leben, so wie es gewesen wäre, zwischen grauen Wänden und kahlen Böden ausmalen, einem Ort, der weder davon erzählte, was der Frühlingswind mit sich ins Land brachte, noch der die Sterne offenbarte. "Du musst mir nichts erklären", lachte der Wolf zufrieden darüber, zumindest den Ansatz einer Antwort erhalten zu haben. Ja, Rain musste ihm nicht Rede und Antwort stehen, es gab ja ohnehin nichts konkretes zu erklären - sie beide wussten, so dumm es auch klang, dass sie einander wohl kaum viel zu verstehen geben mussten. Während Nayantai viel zu viel von den Abgründen dieser Welt gesehen hatte, so hatte Rain vermutlich noch nicht einmal die schönen Seiten davon entdeckt - und daran ändern konnte selbst ein großer, böser Wolf nichts, für den es schon unwahrscheinlich schien, jemals wieder einen Fuß in seine Heimat zu setzen. Enger schloss er seine Arme um das Lamm - wenn er nicht nach Hause konnte, dann hatte er zumindest Rain, oder nicht?

      "Naja, auf ... deinen Charakter?", versuchte er dem Lamm dann doch zu erklären - was zum Teufel versuchte er gerade? Rain würde sowieso nicht wirklich verstehen worauf er hinaus wollte. Schlussendlich lagen noch immer Welten zwischen ihnen und die Wahrheit befand sich irgendwo zwischen Einsicht und Vernunft oder aber Wahrnehmung der ohnehin verwirrenden Situation. Das letzte Mal, dass er sich selbst so hinterfragt hatte, ja, wann war das eigentlich? Selbst im Kerker hatte er sich nicht unbedingt gehasst, eher die miserable Existenz die er führen musste und hier, selbst wenn sein Verhalten nicht von Hass oder Verzweiflung geprägt war, dann war es ihm doch beinahe schon peinlich, den an seinen Krallen klebenden Teer auf die Wolle eines Schafes zu schmieren und es damit zu besudeln. "Ich ... ich denke das macht Sinn? Ich meine, du bist du", erklärte er knapp, hauchte er beinahe schon wortlos. Gottverdammt, Rain stahl also nicht nur seine Zuneigung, sein Herz, seine Aufmerksamkeit - sondern auch die Fähigkeit, klar zu denken. Nayantai verteufelte sich selbst dafür, strich allerdings bald schon durch blondes, weiches Haar als das Lamm sein Gesicht in seiner Brust vergrub. "Revanchieren?", wollte der Wolf wissen, der nicht augenblicklich verstand. Was wollte das Lamm? "Um, ich ... ich glaube, ich verstehe nicht ganz, was du meinst."
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    • "Ich frage mich... wie ich wäre, wenn ich in Thria aufgewachsen wäre...", murmelte Rain der sich an Nayantai heran kuschelte, als dieser ihn ohnehin schon fester an sich drückte, zumindest mit seinem Gesicht und auch seine Hand fand ihren Weg an die Brust des Wolfes. Sie fand eine Narbe und fuhr diese mit den Fingern unbewusst nach. Er war beeindruckt von Nayantais Größe, er überragte selbst Rains Vater und er war ebenso beeindruckt von dem Rest den er sehen, oder jetzt eher unter der Decke fühlen konnte. Rain war noch nie jemandem so nahe gewesen und er fragte sich, ob er jeden so interessant gefunden hätte, der ihm eine Chance dazu gab, ob er eine Frau auch so interessant fände? Vermutlich nicht, Rain fühlte sich in den großen, starken Armen des Wolfes wohl und er drückte sich gerne an die breite Brust vor sich, vielleicht lag es daran, dass er selbst nie viele Eigenschaften eines Mannes besessen hatte. Rains Finger wanderten nicht weit, nur über ein paar Narben und über die Schulter des Wolfes an der er sich gerne festhielt. Wenn er in Thria aufgewachsen wäre, hätte man ihn dann auch so behutsam behandelt, oder wäre er trotzdem hinaus in den Schnee geworfen worden und zu den anderen Wölfen? Wäre das besser gewesen? Zumindest hätte er mehr über die Welt gewusst.

      "Und was... für ein Mensch bin ich nun?", fragte Rain, war er nun seltsam oder nicht? Die weiteren Worte des Wolfs machten für Rain noch weniger Sinn. "Ich... bin ich? Ähm ja, aber..." War das nun gut, oder schlecht? Oder machte es für den Wolf einfach nur Sinn, dass Rain keine Ahnung von seinem eigenen Körper hatte, oder von dem was man damit alles tun konnte, wenn er bis vor kurzem noch nicht einmal Schnee in seinen eigenen Händen hatte halten können, obwohl er ihn die meiste Zeit draußen vor seinem Fenster sehen konnte? "Aber ich kann lernen...", hauchte Rain gegen Nayantais Brust, ebenso leise wie der Wolf selbst, seine Wangen färbten sich erneut rot. Trotzdem, das konnte er ja tatsächlich, er hatte ja auch schon einiges von dem Wolf gelernt, oder etwa nicht? "So wie das hier...", murmelte er eher zu sich selbst und biss Nayantai sanft in die Brust, nicht so fest wie er es schon einmal getan hatte, obwohl davon nach einer Woche nichts mehr auf der Brust des Wolfes zu sehen war. Dann entsann Rain sich, dass er nicht immer mit so komplizierten Worten um sich werfen sollte, manchmal vergaß Rain, dass Nayantai seine Sprache erst seit ein paar Wochen lernte. "Das heißt... du hast etwas für mich getan, also... möchte ich auch etwas für dich tun.", erklärte Rain.