spellbound. (earinor & akira)

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    • Nayantai war müde, Rain auch, aber sie konnten keinen Tag vertrödeln, hatten sie doch seinen Vater im Schlepptau - oder wohl eher umgekehrt - der Besseres zu tun hatte, als sie beide tagein und tagaus zu betreuen. In diesem Zelt konnten sie sich auch nicht ewig verstecken, selbst, wenn der thrianische Winter noch weit entfernt war und sie beide alle Zeit der Welt hatten, um die Landschaft zu genießen. Er kroch erst nach Rains aus dem Zelt, wurde dabei von ihm beäugt, als ob etwas falsch machte - Nayantai war verwirrt, als er nach seinen Schuhe griff und sich diese anzog, festschnürte und als er glaubte, sie hielten ordentlich, streckte er sich noch einmal bevor er aufstand. “Wir sind bald Zuhause, das verspreche ich dir.”, entgegnete der Wolf schmunzelnd, als er aufstand. Die Moosblume von gestern war seinen Haaren wohl entschwunden und Rikiya seufzte lediglich, als er Nayantai sah, der noch zerstörter aussah, als vorhin. “Guten Morgen, ihr beide.”, entgegnete Rikiya Rain, als er näher kam und Nayantai sich vor ihm kleiner machte, damit sein alter Herr an seinen Haaren herum zupfen konnte, weil ihn anscheinend etwas störte. Dann zuckte er kurz, als hätte er gerade etwas berührt, das er nicht berühren wollte - Nayantai konnte sich denken, was es war. “Mhhh, gibt es Frühstück?”, versuchte er umzulenken.

      Sein Gesicht war rot und sein Vater seufzte lediglich, als er ihm den Rücken zudrehte. Heute Abend sollte er sich wohl die Haare waschen, aber allem Anschein nach kannte sich Rikiya hier ohnehin aus, weswegen Nayantai nach seinem Ärmel griff. “Kannst du das Zelt abbauen?”, wollte er wissen. Rikiya sah ihn verwirrt an, als ob er keine Ahnung hatte, warum er es nicht mit Rain tat, nachdem sie gestern so groß geredet hatten. “Ich muss mich um Rain kümmern. Und Rain um mich.” Sein alter Herr konnte sich ein Lachen nicht mehr verkneifen, es war Nayantai wohl so peinlich, dass er sein Gesicht verstecken wollte und Rikiya zuckte mit den Schultern. Der Wolf war komplett rot im Gesicht, aber nicht nur das, er war wohl auch etwas aufgescheucht. “Du hast doch gestern Nacht keine Rücksicht auf mich genommen.” Verdammt. Rikiya schüttelte den Kopf. “Na gut, Rain soll sich deine Wunde ansehen und du kümmerst dich um ihn. Aber dafür wascht ihr euch die Gesichter, ihr seht aus, als hätte euch jemand erschlagen.”, keifte Rikiya, ehe er sich von um das Zelt kümmerte. Nayantai griff nach Rains Hand und zog ihn, peinlich berührt wie er war, zu dem Wasserschlauch den sie hatten, und ließ das Lamm seine Hände und sein Gesicht waschen, ehe er seinen eigenen Verband abnahm. Er hatte keine Schmerzen, zumindest nicht die Gleichen die er während seiner Entzündung hatte, aber die Wunde juckte und fühlte sich etwas wärmer an. Sie heilte, ja, aber auch, als er das Augenlid öffnete - oder glaubte, es zu tun, war es noch stockfinster auf seiner rechten Seite.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain legte erneut den Kopf schief, sie waren doch erst zwei Tage unterwegs und Rikiya hatte selbst über zwei Wochen zu ihnen gebraucht, aber vielleicht war er auch gerade woanders unterwegs gewesen, oder hatte die Nachricht verspätet erhalten. Er stand verlegen neben Vater und Sohn als Rikiya anfing Nayantais Haare zu richten und Zweiterer nach etwas zu essen fragte. Vermutlich gab es dasselbe wie die zwei Tage zuvor schon, aber das wussten sie wohl alle, weswegen Rikiya wohl gar keine Antwort gab. Danach bat Nayantai ihn sogar noch ihr Zelt abzubauen und Rain war mindestens genau so verwirrt, auch nach der Erklärung in die er einfach mit hinein gezogen wurde. Rikiya lachte wie er es so oft tat und offenbarte, dass er sie beide wohl gehört hatte. Rains Kopf lief rot an und alle Haare stellten sich ihm auf. Auch wenn Rikiya Rain nicht einmal mit einbezog, neigte er entschuldigenden den Kopf. "Tut uns Leid.", murmelte Rain verlegen, aber Rikiya winkte nur ab und nahm sich der Aufgabe das Zelt abzubauen an. Rain hatte den Verbandswechsel ganz vergessen, sie sollten das wohl wirklich erledigen.

      Nayantai zog an Rains Hand der ihm hinterher humpelte und auf einem Bein hüpfte. "Ahh!", rief er aus, aber sie legten keinen weiten Weg zurück. Nayantai öffnete den Wasserschlauch und leerte ein bischen davon in Rains ausgestreckte Hände, damit er sich sein Gesicht waschen konnte. Das kalte Wasser weckte ihn definitiv auf, aber er wischte den Rest auch wieder gründlich trocken, damit er sich nicht noch mehr erkältete. Dann war Nayantai auch schon dabei den verband abzunehmen und Rain rutschte zu einer ihrer taschen um den Beutel zu suchen den sie von der Ärztin erhalten hatte. Dann kniete er sich auf den Boden. "Leg dich auf meinen Schoß!", lächelte er. Stehend und selbst sitzend war Nayantai viel zu groß für ihn, aber als er seinen Kopf auf Rains Beinen abgelegt hatte, hatte Rain alles im Griff. Er fühlte sich immer noch schuldig wegen des Auges, aber er ließ es sich nicht anmerken. "Es sieht schon viel besser aus. Kaum noch geschwollen.", berichtete er dem Wolf und holte sich einen sauberen Tupfer aus dem Beutel um ein wenig Blut weg zu waschen, das aus der Wunde getropft war, der Verband war aber fast unversehrt. Danach öffnete er eine kleine Dose um die komische Paste zutage zu fördern. Mit zwei Fingern schaufelte er ein bisschen davon heraus und trug sie dann vorsichtig auf Nayantais heilende Wunde auf. Da waren immer noch dicke Nähte aus denen ein bisschen Blut quoll, aber der Rest schien schon einigermaßen verwachsen zu sein, aber Rain war kein Arzt. "Wann kommen denn die Nähte raus?", wollte er wissen und fragte das hauptsächlich Rikiya während er seine Arbeit vorsichtig fortsetzte und schließlich ein sauberes Leinentuch heraus holte, dass er auf Nayantais nun fehlendes Auge legte. Sie brauchten wohl keinen komplett neuen Verband, das Tuch, das sich bestimmt auch gar nicht mehr vollsaugen würde war genug und so wickelte Rain den alten Verband auf, damit er ihn leichter wieder anbringen konnte. "Heb deinen Kopf ein bisschen an.", bat er Nayantai, damit er seinen Kopf umwickeln konnte und alles wieder verpackt war. Er fragte sich was Nayantai tun wollte, wenn die Wunde gänzlich verheilt war.

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    • “Mir tut nichts leid!”, rief er Rains Aussage noch hinterher um aus Rikiya eine Reaktion zu kitzeln, die jedoch nicht folgte. Fernab der Realität war es gar nicht, wenn er glaubte, dass sowohl er als auch Rain derartigen Krawall ausgelöst hatten, dass selbst sein Vater ihn noch im Tiefschlaf hörte; aber weitaus wichtiger war eigentlich, dass er nicht einmal darüber nachdachte, den armen, alten Mann in Schutz zu nehmen sondern sich nur entsann, dass sie ihm wohl zeitweise vielleicht etwas Gutes tun konnten, wenn es denn gerade der Situation angemessen war. “Ist dir das peinlich?”, lachte er Rain aus, dessen hochrotes Gesicht wohl davon zeugte, dass er unlängst nicht Vorlieb damit nahm, sich von ein paar Wölfen dafür schikanieren zu lassen, dass er klein und unerfahren war, sowie der Tatsache, dass man ihn und Nayantai wohl durch die Nacht gehört hatte. Es war eigentlich auch egal, was wirklich der Grund für ihre Eskapaden war; viel eher musste er lachen, als das Lamm besitzergreifend wurde. Der Wolf räusperte sich. “Du benimmst dich, als wärst du frisch verliebt.” Mehr sagte er dazu wohl auch nicht, als er sich auf dem Waldboden niederlegte und seinen Kopf auf Rains Schoß bettete, so, wie jener es gewollt hatte.

      Es war angenehm, vielleicht, weil die Kleidung, die Rain trug, auch nach dem Blonden roch, oder aber, weil sein Schoß tatsächlich dermaßen gepolstert war, dass er ein gutes Kissen abgeben würde. Was auch immer der Grund war, er ließ die folgende - eigentlich erwartete - Folter ohne weiteres über sich ergehen, zuckte hier und da ein wenig, wenn der Tupfer doch noch einen leichten, stechenden Schmerz in seiner Wunde auslöste und freute sich im Endeffekt darüber, sie Paste losgeworden zu sein - oder eher grämte er sich darüber, die Kräutertinktur erneut in sein Gesicht geschmiert zu bekommen. Rain schien besser darin geworden sein, seine Wunden zu versorgen und Nayantai vertraute ihm, nicht nur in eben jener Hinsicht. Als er den Kopf anhob, um wieder einbandagiert zu werden, war das Schlimmste auch schon vorbei - und doch wollte er nicht von Rain weg und drückte sein Gesicht gegen dessen Bein. “Die Nähte?” Nayantai sah das Zelt aus diesem Winkel irgendwie nicht so wirklich - war es schon abgebaut? “Das kann ich eher schwer beurteilen, aber ich glaube, allerhöchstens zwei Wochen. Ich werde unsere Mediziner befragen, das sollten wir wegen deinem Bein auch tun.”, erläuterte der alte Wolf, der das Zelt tatsächlich schon zusammengepackt hatte und ihr Equipment verstaute, bevor er sich den Weg zu ihnen herüber bahnte. “Rain, weißt du noch, was ich dir erzählt habe, als ich dir einen Tipp gegeben habe, wie du Nayantai am besten aufweckst?”
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    • "Nayantai...!", beschwerte sich Rain leise als dieser meinte gar nichts tat ihm Leid. "Du solltest netter zu deinem Vater sein. Ein Wunder, dass er dich nicht bei den Kannibalen gelassen hat.", ermahnte er den Wolf scherzhaft. Rikiya hatte den ganzen Weg zu ihnen auf sich genommen und jetzt brachte er sie auch noch sicher nach Hause. Zusätzlich musste er den Kannibalen wohl eine Belohnung geben, das musste er also auch erst einmal ausbaden. Sie machten Rikiya schon genug Probleme, zusätzlich zu denen die er als König eines Volkes das einen Krieg verlor der seit mehreren Jahrzehnten tobte, ohnehin schon hatte. "Natürlich ist mir das peinlich...", fügte er noch an und nieste erneut. Vielleicht war es ohnehin keine sehr gute Idee gewesen. Eine Nacht ohne Nayantai an seiner Seite und ein paar Stunden ohne wirklich bekleidet zu sein hinterließ bestimmt Spuren an Rains Körper, der für diese Kälte hier einfach nicht gemacht war. "Huh? Tu ich gar nicht!", widersprach Rain, der sich einfach nur die angenehmste Position für seine Aufgabe ausgesucht hatte. Andernfalls konnte er Nayantai nicht gut erreichen und bequemer war es so auch für den Wolf.

      Nayantai wollte wohl nicht aufstehen als Rain schon fertig war. Er ließ ihn und räumte stattdessen die Salbe wieder zurück in den Beutel. Er fragte sich was er mit dem Tupfer und dem alten Tuch machen sollte, aber steckte die Dinge vorerst ein. "Mein Bein? Mir geht es gut, es ist nur etwas steif würde ich sagen.", versicherte Rain Rikiya, der sich wirklich keine Gedanken darum machen musste. Es würde nicht auseinander brechen, er hatte nur eventuell vergessen wie man es benutzte, beziehungsweise musste er die Gelenke und Muskeln erst einmal auf Vordermann bringen. Dazu hatte er in der Siedlung bestimmt mehr Zeit. Rain sah auf als Rikiya herüber kam, er wollte wohl los und Nayantai wollte das ganz offensichtlich nicht. "Huh? Oh, ja.", lächelte Rain mit einem Nicken und legte anschließend seine Finger an Nayantais Hals um ihn zu kitzeln. Es war wohl Zeit aufzustehen und weiter zu reiten und dazu musste Nayantai wach werden und Rains Beine los lassen. Die nächste Nacht sollten sie vielleicht einfach nur schlafen.
    • “Ich bin doch nur ehrlich!”, feixte der Wolf amüsiert, als würde er sich seines gemeinen Tonfalls nicht ohnehin bewusst sein. Ein Witz war es doch, wenn er darüber nachdachte, dass Rain es empörend fand, wenn er seinen Vater neckte - aber Nayantai musste sich auch ins Gedächtnis rufen, dass Rain keine derartige Beziehung mit seinem eigenen Vater führte, sondern ihm wohl nur mit gewisser Ehrfurcht und bestimmten Respekt entgegentrat - und nichts davon war lustig. “Pah! Er hat mich zu lieb, um mich als Suppenwürze bei denen zurückzulassen!”, beschwerte er sich regelrecht, als wäre er sich nicht sicher, aber nachdem er keine Handvoll Schnee in sein Gesicht gewischt bekam und sein Vater ihm auch nicht erklärte, dass er keine hohen Töne spucken sollte, schieb seine Reaktion gewillt. Der Wolf vergrub sein Gesicht in Rains Bein, damit ihn keiner mehr sehen konnte und er glaubte, wie betäubt von ein paar Liebesimpulsen zu sein, die er wohl erst spüren würde, wenn er sich für einen Moment Ruhe nahm. “Warum?”, zog er das Lamm auf und grinste dabei schelmisch, selbst mit geschlossenem Auge verstand man wohl, dass er nicht gerade schlief, sondern sich lediglich etwas ausruhte, bevor sie weiter mussten. “Tust du wohl!”

      Keiner von ihnen war auch nur einen Deut besser, das wusste der Wolf, ohne es auszusprechen und er verstand dabei wohl auch, dass er Rain zu nahe kam, seinen Kopf wohl am liebsten zwischen seinen Beinen vergraben hätte um sich vor der Sonne zu verstecken, aber eigentlich waren die Oberschenkel des Lammes gut gepolstert, so dass er sich nicht weiter darüber kümmern musste. “Wir sollten uns das auf alle Fälle ansehen, wenn wir Zuhause sind.”, entgegnete Rikiya Rain und sah ihm lächelnd entgegen - sie hatten alle Zeit der Welt, nach Hause zu kommen und Rain dort gebührend zu begrüßen, aber Rikiya wusste auch, dass die Sanduhr langsam an Sand verlor und sie an Metern, die sie machten konnten. Noch lag der jüngere Wolf wie benommen dort, doch das wollte nicht so bleiben und zierliche Finger legten sich an ihn und fingen an, andere Gefühle in ihm zu erzeugen. Er drückte sein Kinn nach unten, verdammt, das kitzelte doch! Aber Rains Finger entkamen ihm, hörten nicht auf, brachten ihn zum kichern, bis Nayantai aufsprang und sich mit dem Rücken zu Rikiya stellte, der auch noch Hand anlegte - spätestens jetzt schrie er vor lachen und flüchtete sich in die Nähe der Pferde. “Ich bin wach! Ich bin … wach! Hört auf mich zu kitzeln ihr Verräter!”, lachte er, bevor er sich eine Träne aus den Augen wischte. “Wir können aufbrechen, wenn ihr wollt! Ihr bringt mich noch um!”
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    • "Pff... stell dir vor du könntest die ganze Nacht nicht schlafen.", erwiderte Rain und drückte seinen Zeigefinger einmal kurz gegen Nayantais Stirn. Viel zu frech war er, während er selbst den ganzen Tag darüber jammern würde. Rain hingegen beschloss darauf zu achten, dass Rikiya Nachts zur Ruhe kam, auch weil Rain das alles sehr peinlich war. "Vielleicht überlegt er sich das nochmal wenn du so frech bist.", gab Rain zurück, aber er wusste, dass Wölfe anders miteinander umgingen. Rain hätte niemals so mit seinem Vater gesprochen, oder sonst mit irgendjemandem außer vielleicht Nayantai. Adrestia war anders, alle waren höflich zueinander, selbst dann, wenn man sich nicht ausstehen konnte, meistens zumindest. Als Nayantai die Prinzessin der Kannibalen so angekeift hatte, war Rain auch unwohl dabei, oder war das nur so, weil er ein verzogener Prinz war? Ein bisschen verzogen schien er schon und er hatte es selbst zugegeben, als Rain ihn einmal nach seiner Vergangenheit gefragt hatte. Jetzt hatte der Wolf es anscheinend auch auf Rain abgesehen und er zwickte ihn leicht in die Wange. Er würde ihm bestimmt nicht erläutern warum es ihm peinlich war. "Na wenn du nicht auf meinem Schoß liegen willst...", seufzte er dann. Wenn Nayantai so anfing, dann konnte er das gerne zurück haben.

      Rain blickte zu RIkiya, der darauf bestand das Bein untersuchen zu lassen und Rain nickte nur. Gehen konnte er ihm Moment wirklich nicht, aber er hoffte einfach, dass sich das mit der Zeit bessern würde. Nayantai hatte es verdient gekitzelt zu werden und Rain hörte erst auf, als er außer Reichweite war. Rikiya machte mit, aber der Wolf flüchtete zu ihrem Pferd. Rikiya half Rain auf seine Beine und der Blonde ließ sich hochziehen. Dann sah er sich die Distanz zwischen ihm und Nayantai an und rümpfte die Nase. "Scheinbar will Nayantai heute nicht mit mir reiten.", erklärte er, weil er ihn einfach so zurück gelassen hatte und das mit einem ruinierten Bein. Er wollte eigentlich nicht dort hinüber humpeln, aber er nahm es Nayantai nicht übel, der vermutlich einfach nur nicht nachgedacht hatte. Rain lächelte und blickte zu Rikiya. "Dann reite ich heute wohl mit dir.", verkündete er freundlich und legt den Kopf schief. Er schielte trotzdem zu Nayantai hinüber um zu sehen wie er reagierte.
    • Ihn einen Proletten zu nennen war wohl doch noch etwas weit aus der Luft gegriffen, aber Nayantai verhielt sich sehr wie ein eingeschnapptes Kind es tun würde, wenn sein Vater nicht nach seiner Pfeife tanzte und ihm die Süßigkeiten, nach welchen er greifen wollte, vom nächstbesten Baum fischte. "Dann wäre ich vermutlich auch so ... faltig wie mein Vater.", erklärte er Rain, woraufhin Rikiya nur die Nase rümpfte. War er alt? Hatte Nayantai ihn womöglich gerade hässlich genannt? Der ältere Wolf wusste es nicht, und doch schien er nur abzuwinken, als wolle er sich auf die sinnlose Diskussion seines angeheiterten Sohnes nicht einlassen - er hatte recht damit, schließlich brachte es ihm wohl nichts, auch nur eine Sekunde lang mit ihm zu diskutieren. "Was? Das würde er nie tun!", spielte er sich erneut auf, aber er wusste wohl auch ganz genau, dass sein Vater es in Erwägung ziehen könnte, wenn es denn nötig wäre. "Vielleicht doch. Rain gibt mir eigentlich ganz gute Ideen." Nayantai erschauderte und wollte sich das Szenario, das ihm vorschwebte, gar nicht mehr ausmalen - er wollte nicht als Kannibalen-Eintopf enden, schon gar nicht hier und jetzt, oder irgendwann in den nächsten Tagen. "Ich mag deinen Schoß! Er ist weich! Der gehört mir!", keifte er unzufrieden, wie ein kleines Kind, dem eine Laus über die Leber gelaufen war.

      Natürlich musste Rain das ganze Szenario auf die unerreichbare Spitze treiben, während Nayantai es war, der nebst einem der Pferde nach Luft schnappte und sich eigentlich auf eine Attacke oder ähnliches vorbereitete, doch diese fiel aus, wenn er die verbalen Aspekte nicht ebenfalls in Betracht bezog. "Das habe ich nie gesagt!", stieß er empört aus und, wie es nun einmal war, fühlte er sich jetzt schlecht, dass sein Vater derjenige war, der Rain auf die Beine half und nicht er selbst, weil er ein eingeschnapptes, kleines Kind war, das sich seinen Weg zu Rain bahnte, wohl eher stampfte, weil das Lamm gerade das Fass zum Überlaufen brachte. "Oh oh ... ich glaube das wird nichts, Rain.", murmelte Rikiya nur in Rains Richtung, der derartige Eskapaden wohl gewohnt war - und bevor der Wolf es wusste, hatte er sich vor Rain aufgebaut und riss ihn von seinen Füßen, kaum hob er ihn hoch als wäre er eine Prinzessin. Leicht schnaubend machte Nayantai sich auf dem Weg zum Pferd, wo er Rain auch schon abstellte und mit grimmiger Mine ansah; aber dem war nicht genug - Rikiya lief ihnen hinterher und Nayantai selbst steckte seine Hand nach Rains Hals aus, um welchen sie sich jedoch nicht legte, sondern anfing, das Lamm zu kitzeln. "So nicht!", lachte er auf. "Du willst doch mit mir reiten, gib's zu!", forderte er das Lamm auf, aber seine Versuche waren lachhaft und Nayantai hatte Spaß dabei. Es dauerte nicht lang, bis er selbst eine Hand an seinem Hals spürte, die ihn wiederum zum lachen brachte. "AH! HILFE! IRGENDWER!", stieß er aus, als Rikiya lachte und Nayantai erneut den Rückzug antrat. Er schnaubte, holte Luft und brauchte einen Moment. "Ich denke, Rain kann entscheiden, bei wem er mit reiten möchte. Vielleicht will er auch allein reiten und wir müssen uns ein Pferd teilen?", [/i]neckte Rikiya, woraufhin Nayantai angewidert den Kopf schüttelte.
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    • "Nayantai, ich glaube du willst wirklich, dass wir umkehren und dich bei den Kannibalen lassen.", ermahnte Rain Nayantai mit einem sanften Lächeln, als er dchon wieder auf seinen Vater stichelte, der sich gar nicjt weiter darauf einlassen wollte. Zu behaupten der Wolf wäre sicher war gelogen, zumindest im Spaß, als Rikiya auf Rains Witz einging und so tat als würde er sich tatsächlich überlegen Nayantai lieber doch zurück zu lassen. Rain kicherte leise darüber. "Ja? Da dürfen aber nur brave Wölfe drauf liegen.", teilte er Nayantai mit einem weiteren Lächeln mit. Wenn er sich wie ein Kind aufführen wollte, dann behandelte ihn Rain eben so. Aber das alles meinte er nicht ernst, niemand von ihnen tat das. Für Rain war das neu. Seine Mutter war nie streng, nicht wie seine Großeltern die ihm trotzdem fast alles erlaubt hatten und sie war Rain auch nicht wie sein Vater aus dem Weg gegangen. Trotzdem hatten sie nie so miteinander gesprochen, obwohl es keine Bedingung für ihre Liebe gegeben hatte. Rain hatte eine gänzlich andere Kindheit, in der er schon immer höflich war und selbst nach Kleinigkeiten lieber zuerst fragte.

      Nayantai stampfte schon bald auf Rain zu wie ein wildgewordener Stier und Rikiya fasste die Situation eigentlich gut zusammen. Rain lächelte ihn kurz entschuldigend an, da wurde er auch schon von seinen Füßen geweht und landete in Nayantais Armen. Dieser brachte ihn zu den Pferden, stellte ihn ab und während sich Rain noch orientierte, wurde plötzlich er Opfer einer Kitzelattacke. "Ah! Ahahaha... Nein! Ich ahaha... Stop!", lachte er eher Rikiya ihn auch schon rettete. Rain musste zugeben, dass er kurz Luft schnappen musste, aber es war nichts passiert. Nayantai schrie nach Hilfe bis er wohl endgültig aufgab und Rain sah Rikiya kopfschüttelnd an." Oh nein, ich glaube das Reiten müsst ihr mir erst noch beibringen.", lächelte er freundlich und fand dass Nayantai eigentlich genug gelitten hatte. Rain würde noch andere Gelegenheiten haben sich mit Rikiya zu unterhalten, er wollte ihn einiges fragen. "Schon gut Nayantai, ich reite mit dir.", verkündete er und wartete bereits darauf auf das Pferd gehoben zu werden.
    • "Ich will nicht zu Eintopf werden, nein!", beschwerte er sich, obwohl er noch immer nach Luft rang. Seit wann hatte ihn bloßes Kitzeln so außer Atem gebracht? Wie ein Fluch war es - ein Fluch, der sich schleierhaft auf ihn abgelegt hatte, weil er eine blonde Hexe geküsst hatte, die er gestern auch noch ... verflucht nochmal, Schafe waren es doch, die Wölfen den Verstand raubten und sie verzauberten, nicht anders herum! Was für Lügen diese Hirngespinste doch waren! "Ich bin brav!" Rikiya schüttelte daraufhin den Kopf und versuchte, Nayantai mit einer einfachen Gestik zu verscheuchen, als solle er sich zurück zu den Kannibalen trollen, wo nur schlimme Kinder hinkamen, wenn sie sich erst recht nicht benahmen. Stattdessen wand er sich allerdings Rain zu, der vermutlich noch nicht ganz verstanden hatte, was er da eigentlich gerade von sich gab. "Rain, tu mir einen Gefallen.", ermahnte er den jungen Mann, aus dessen Mund nur wohlwollende Worte flossen - Rikiya hasste es, eine derartige Situation unterbrechen zu müssen, hatten sie doch alle drei Spaß, aber es war besser, wenn er sich früher darauf vorbereitete. "Wenn du in Thria einen Wolf einen Wolf nennst, dann sehen sie das als Beleidigung an. Alle von ihnen. Nayantai vermutlich nicht und mich stört es auch eher weniger, aber ich wollte dich vorwarnen.", gestand er dem Lamm offenherzig - und das sollte auch so bleiben.

      Lange dauerte es ohnehin nicht, bis Nayantai den Kopf schüttelte, kaum hatte er seine Rache bekommen. "Wenn Rain mich einen Wolf nennt, dann stört mich das nicht!", lachte er zufrieden, bevor er sich das Schaf über die Schulter schmiss, als wäre es ein einfacher Sack Reis. Mehr oder minder war er das auch, selbst, wenn er wusste, das ihm nichts helfen würde, wenn er sich nicht anstrengte - und Rain eignete sich leider perfekt als Hantel, oder zumindest als ein Gewicht, mit dem er irgendwie trainieren konnte. War das gemein? Vielleicht. "Nayantai, du kannst ihn doch nicht so hochnehmen!", mahnte sein Vater, der allerdings amüsiert zu lachen schien - starrte Rain ihn gerade an wie ein Kauz, der gerade von einem Waldbrand aus seinem Tiefschlaf gerissen wurde. Was auch immer der Fall war, war eigentlich egal, denn Rain hatte er schon alsbald auf den Sattel gesetzt. Ohne viel herumzufragen setzte sich Nayantai vor ihn. "Stimmt doch gar nicht, du hast das ziemlich gut gemacht, als wir ... naja ... bis unser Pferd uns verstoßen hat.", seufzte er, trotzdem nahm er es Rain nicht übel. "Und du wärst sowieso mit mir geritten, ich glaube, mein Vater reitet noch schlimmer als ich - ich will nicht, dass du runterfällst." Rikiya rollte genervt seine Augen. "Hör auf ihm Märchen zu erzählen. Außerdem machst du ihm nur Angst." "Ja ja.", lachte er, und die Pferde setzten sich auch schon in Bewegung. Heute schien der Wind weniger erfrischend und schmerzhaft zu sein und doch drehte er sich nach einer Weile leicht zu Rain um, der sich an ihn klammerte. "Möchtest du dich morgen wieder nach vorne setzen? Ich kann dir das Reiten ordentlich beibringen, wenn du willst."
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    • Rain lachte leise als Nayantai sich weiter beschwerte und er fragte sich, ob er jemals so ausgelassen war als sie noch in Fhaergus waren. Vielleicht nicht, immerhin hatte Nayantai sich dort wohl nie wirklich sicher gefühlt, auch wenn er das nicht zugeben würde, oder vielleicht auch gar nicht bewusst wahrgenommen hatte. Er war immer noch in Adrestia gewesen, eingesperrt in einem Anwesen, in dem nicht einmal seine angestammten Einwohner bleiben wollten. Rain hätte ihn auf jeden Fall gehen lassen, ihn bei sich zu behalten, selbst um ihn zu beschützen wäre gewesen wie einen Vogel in einem Käfig zu halten. Jetzt wo Nayantai wieder frei war blühte er auf, auch wenn er dabei ein wenig kindisch war. Rain blickte Rikiya an als dieser Näher kam und ihn ermahnte. "Oh, das... das tut mir Leid.", erwiderte er entschuldigend. Rain musste wohl aufpassen was er sagte und auch wenn Nayantai das vermutlich nicht hören wollte, es würde Rain schwer fallen akzeptiert zu werden. Mit Nayantai und Rikiya hatte er wohl Glück, bei den Kannibalen wurde es aber deutlich, dass ihm wohl niemand so richtig zuhören wollte. Rikiya hatte auch damit zu kämpfen, seine Herkunft war nicht allen bekannt, aber manchen schon. Das war es worüber Rain mit ihm sprechen wollte, auch wenn Rain es vermutlich noch ein Stück schwerer hatte mit seinen blonden Haaren, seinen blauen Augen und allgemein seinem sehr adrestianischen Aussehen. Ein halber Wolf war er auch nicht.

      Rain kam nicht dazu seine Meinung noch einmal zu ändern. Nayantai hob ihn hoch und warf ihn sich über die Schulter, Rain blieb kurz die Luft weg und alles war verkehrt herum. Er wehrte sich nicht wirklich, auch wenn Rikiya Nayantai ermahnte ein wenig vorsichtiger mit Rain umzugehen. Es dauerte nicht lange bis er wieder richtig herum gedreht wurde. Kurz war im schwindelig als das Blut in seinem Kopf zurück in seinen Körper floss, zum Glück saß er bereits auf dem Pferd und Nayantai nahm kurz danach ebenfalls Platz. "Mh, aber da waren wir viel langsamer unterwegs.", erklärte Rain Nayantai und legte seine Arme um ihn um sich festzuhalten. "Ich sollte auch lernen alleine aufzusteigen..." Nayantais Volk hielt Rain vermutlich ohnehin schon für eine Last, da musste Nayantai nicht noch alles für ihn erledigen. "Hm das kann ich noch nicht beurteilen.", erklärte Rain nur mit einem Lächeln und anschließend machten sie sich auch schon auf den Weg. Rain schloss ein wenig die Augen, er war müde, wohl auch weil der heutige Morgen so ereignisreich gewesen war. Nayantai brauchte sich keine Sorgen zu machen, dass er einschlief, er brauchte einfach nur eine kleine Pause. Nach einer Weile richtete sich Nayantai wieder an Rain. "Du musst nicht ständisch auf Adrestianisch mit mir reden...", erklärte er und schüttelte leicht den Kopf. "Wir brauchen keine Zeit zu verschwenden, das können wir machen, wenn wir zu Hause sind." Rain lächelte, legte seine Arme aber plötzlich fester um Nayantai und drückte dabei vermutlich direkt in seinen Bauch. "Dir wird doch nichts passieren...oder?"
    • Dass der Wolf sich darauf freute, endlich nach Hause zu kommen und sich dort auszubreiten, durch trockene Grasfelder zu fletzen und alle seiner Sorgen beiseite zu legen war, wenn auch nicht weit hergeholt, das wonach er sich wohl am Meisten sehnte. Nayantai wollte nicht länger darauf warten, sich wieder wie ein Mensch - wie er selbst - zu fühlen und Rain alles zu bieten, was er ihm geben konnte. Nicht fair war es, keinem von ihnen beiden gegenüber, selbst dann nicht, wenn er sich abmühte. Ihr Reittempo war langsamer als sonst, aber nicht weniger ungestüm, folgte Nayantai doch nur dem Weg, den Rikiya ihm offenbarte - er wusste es nicht besser, hatte keine Ahnung, wo sich der letzte, splittrige Rest seiner Familie aufhielt, aber er wusste auch, dass er Rain mit sich brachte, den er als Teil eben jener ansah. Ein Amulett schuldete er ihm, aber nicht nur das - Nayantai schuldete ihm sein Leben, während Rain nach nichts verlangte, und auch, wenn eine Hand die Andere wusch, so glaubte er nicht, dass sie bereits quitt waren. “Und? Ein paar Stunden tun dir sicher gut, wir fangen langsam an und wenn du müde wirst, dann kannst du dich einfach gegen mich lehnen und mir die Zügel überlassen.”, erwiderte er. Könnte er, hätte er sich an Rain geschmiegt - aber nachdem er hinter ihm saß, schien es unmöglich.

      Der Wolf nahm seine Zügel in eine Hand, legte die Andere um jene des Blonden, sie sich an ihm festhielten und streichelten darüber, als wolle er ihn aufwärmen; sie beide hätten mehr Schlaf gebrauchen können, so viel schien klar, aber den hatten sie einander wohl nicht vergönnt, als andere Gefühle übersiegten. “Gut Ding braucht Weile.”, mahnte er Rain kichernd. Vielleicht sollte er das tun, aber mit seinem kaputten oder zumindest angeschlagenem Bein war das vermutlich keine gute Idee - Pferde waren außerdem einigermaßen leicht zu verschrecken und Nayantai hatte es lieber, wenn sie sich nicht zu dritt eines teilen mussten. “Du darfst trotzdem nicht mit ihm reiten.”, spielte er Rain vor, als wäre er ihm wirklich böse, wenn er seinen alten Herren ihm vorzog. Dass das passierte war unwahrscheinlich, aber Nayantai war sich such im wahrsten Sinne des Wortes sicher, dass sie Schmerzen, die er sich damit einheimste, rein fiktiver Natur waren und auf seinen Gefühlen basierten. Ihr Pferd schnaubte kurz, vermutlich weil es schon entnervt von ihnen beiden war - oder aber, weil Nayantai es selbst korrigieren ließ, wenn er etwas übersah, was dem Tier wohl nicht so recht schmeckte. “Aber dann kann ich üben!”, erklärte er erfreut, als hätte we es nötig, die adrestianische Sprache zu lernen. “Irgendwie finde ich es niedlich, dass du dich hier schon Zuhause fühlst!” Das tat er, aber mehr als über Rains Hände zu streicheln konnte er in diesem Moment wohl auch nicht tun. “Wie kommst du denn darauf? Rain, mach dir keine Sorgen, bitte. Wir werden nach Hause kommen und dort unsere Ruhe haben. Mir wird rein gar nichts mehr passieren und dir auch nicht.”, log er schnell. Besser, Rain erfuhr nichts davon, aber … wieso hatte er dann überhaupt nachgefragt? “Schau mal. Findest du, die Wolke sieht eher aus wie ein Vogel oder wie ein Schmetterling?”, lenkte er ab, als er auf den Himmel deutete.
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    • "Ich will uns nicht aufhalten.", erklärte Rain mit einem Lächeln das Nayantai wohl nicht sehen konnte. Er war ihm schon viel zu viel zur Last gefallen. Ohne ihn wäre er vermutlich schon längst zu Hause und mit dem Zelt hatte er bisher auch kein einziges Mal geholfen. Er nieste noch einmal und versuchte dabei nicht Nayantais Mantel zu erwischen. Das kam noch hinzu, die vergangenen zwei Nächte waren so kalt gewesen, dass er sich wohl erkältet hatte. Er konnte nur hoffen, dass nicht mehr daraus wurde, er hatte sich doch erst von seinem Fieber erholt... Er wusste Nayantai störte das alles nicht und Rikiya hatte wohl auch kein Problem auf Rain Rücksicht zu nehmen, aber es störte Rain selbst. Trotzdem fand er Trost in Nayantais kleinen Berührungen, auch wenn es nur Rains Hände waren die er sanft streichelte, weil mehr gerade nicht wirklich möglich war. Vorne zu sitzen war wohl auch eine Möglichkeit, aber der Reitwind war kalt und unangenehm und jetzt traf er nur auf Rains Finger, die von Rikiyas Handschuhen bedeckt waren. "Hm ja, ich weiß. Haben viele W-... thrianer ein Pferd? In Adrestia kann sich nicht jeder eines leisten, aber wir sind auch nicht ständig unterwegs."

      "Ich werd schon nicht mit deinem Vater durchbrennen.", schmunzelte Rain der eine seiner Hände vorsichtig aus dem Griff wurmte um Nayantai einmal schnell in die Seite zu pieken. Rain brauchte nicht viele Freunde, er hatte nie viele gehabt, wenn überhaupt jemanden der nicht mit ihm Verwandt war, oder für ihn gearbeitet hatte. Nayantai brauchte sich keine Sorgen zu machen, dass Rain zu wenig Zeit für ihn haben würde, das war eher umgekehrt der Fall. "Aber ich muss doch auch üben.", erklärte er dann. "Zu Hause ist wo du bist... du bist alles was ich noch habe." Nie wieder würde er nach Fhaergus zurück kehren können, auch wenn Rikiya und Nayantai beide ungesund optimistisch waren und darüber phantasierten. "O-okay...", murmelte Rain nur als Antwort, Nayantai wollte ihn wohl nicht einweihen und er wollte auch nicht darüber sprechen wie es schien. Rain beließ es dabei und sah in den Himmel. "Wie ein Häschen.", antwortete er Nayantai und kuschelte seinen Kopf wieder an seinen Rücken.
    • “Tust du nicht. Wir flüchten höchstens vor dem nächsten Blizzard, aber wir haben gerade Frühling, also eher unwahrscheinlich.”, lachte er, mit leichtem Nachdruck in seinem Tonfall. Nayantai mochte Rain, mehr als das eigentlich, und er wollte, dass das Lamm ihm in Richtung Privilegien weder etwas nachstand, noch, auf etwas verzichten musste, dass er sich erlauben konnte. Wenn sie in einen Schneesturm gerieten, dann wusste sein Vater wohl oder übel noch immer den Weg nach Hause und Nayantai vertraute darauf, dass sie zumindest eine Höhle finden konnten, deren Eingang sie mit ihren Zeltplane dicht machen würden, um drinnen ein angenehmes Feuer anzuzünden und sich zu entspannen, bis der peitschende, eiskalte Wind vorüberzog und das Wetter wieder klar war. Dass das passierte schien, wenn auch gleich nicht unwahrscheinlich, doch etwas weit aus der Luft gegriffen - der Wolf wollte vielleicht etwas davon abhaben, aber wenn er ehrlich war, dann wäre es in der Siedlung weitaus angenehmer und einfacher den Sturm auszuharren. “Ich glaube viele von ihnen? Also Kinder eher seltener, aber die müssen nirgendwo hin. Sie lernen reiten aber trotzdem. Fast alle Erwachsene haben eines, und die, die jagen gehen sowieso.”, erläuterte er Rain. Offiziell, zumindest anhand seines Alters, war Rain ein Erwachsener, aber wenn man sich seines Gesichts besah, dann ging er womöglich doch noch als sechzehn durch … nein!

      “Mit … Rain! Ich wusste gar nicht, dass du auf ältere Männer … warte, verdammt, ich bin auch älter als du! Ich hätte es wissen müssen!”, witzelte er amüsiert mit, auch, wenn er die Vorstellung allein widerlich fand. Nicht nur, dass er nicht glaubte, dass Rikiya sich auf diese Art und Weise für Rain interessierte, er konnte es sich auch nicht wirklich vorstellen - es war doch ein kleines bisschen grausig, weswegen der Wolf einen Laut nachahmte, der seinen Würgreflex gut simulierte. “Ich glaube, selbst wenn du an meinem Vater interessiert wärst … oh mein Gott, Rain, wieso hast du das so formuliert.”, grämte er sich und wollte die widerlichen Gedanken abschütteln, die er sich da gerade machte. Nicht weiter wollte er daran denken, und während er einen gewissen Abstand zu Rikiya ließ, hoffte er inständig, dass er zumindest etwas Ruhe hatte. “Hm, dann reden wir ab jetzt nur mehr thrianisch?”, wollte er wissen. Der Einfachheit halber wäre es zumindest eine Idee und der Rest der Wölfe würde Rain sicher eher akzeptieren, wenn er sich so gut es ging integrieren - dafür mussten sie aber üben. “Und du bist alles, was ich brauche.”, antwortete er murmelnd, wollte er doch nach Rains Hand greifen und wieder darüber streicheln, schrie aber auf, als Rain ihn piekte - wie fies er doch war! Und wie gemein! “Alles in Ordnung?”, rief Rikiya nach hinten. “Ja, ich werde hier nur gepiesackt!”, beschwerte er sich. “Das hast du verdient.” “Hmpf.” Sie hatten sich beide gegen ihn verschworen und Nayantai schmeckte es nicht - er fühlte sich müde und wollte nicht zu sehr daran denken; in Wahrheit hatten sie alles getan, was sie wohl tun konnten, und Rain bedankte sich, indem er mit ihm spielte. Niedlich war er schon. “Also so wie du? Ich glaube, du wärst ein niedliches Häschen, mit weißem Fell und braunen Flecken, und Schlappohren.”
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    • "Willst du nicht endlich zu Hause sein? Du hast doch eine Schwester, richtig? Freust du dich nicht sie wieder zu sehen?", wollte Rain wissen. "Wir haben dort genügend Zeit mir Dinge beizubringen." Auf einen Sturm konnte Rain auch gut verzichten. Ihm würde nur noch kälter werden und er würde wieder Fieber bekommen, dann wären sie vermutlich noch langsamer und Nayantai und Rikiya mussten sich wieder um ihn kümmern. "Das heißt, dass eigentlich jeder reiten kann?", fragte Rain nach. Das war wohl umso mehr Grund es selbst zu lernen. Rain wollte sich nicht vor Nayantais Familie blamieren und wenn sie weiter reisen mussten, wie es die Nomaden nun einmal taten, dann wollte er nicht, dass Nayantai ihn herum tragen musste, oder dass er wie eines der Kinder behandelt wurde. Er war alt genug, er hatte nur nie gelernt zu reiten. Selbst Schafe die kein Pferd hatten konnten es oft und speziell Adelige konnten es alle, Frauen und Männer, wenn auch unterschiedlich. Nur Rain hatte es nie lernen können. Es gab so Vieles das er hätte lernen sollen und das ihm jetzt helfen würde.

      Rain kicherte leise, weil Nayantai sich alles immer viel zu bildlich vorstellte. "Genau, alter Mann.", schmunzelte er als Nayantai es so formulierte als wäre er so viel älter als Rain - das stimmte gar nicht. Manchmal hatte er das Gefühl Nayantai nahm das nur irgendwie an, weil Rain um einiges kleiner war als er, aber Rikiya war nicht so viel größer als er. Rain musste immer noch lachen, lauter dieses Mal. "Weil du so tust als gäbe es einen Grund eifersüchtig zu sein.", erklärte er Nayantai und hätte nur genickt, wenn Nayantai es gesehen hätte. "Ja gut, ich denke ich muss noch an meiner Aussprache arbeiten..." Oder würden die Wölfe es ihm übel nehmen, wenn er ihre Sprache nachahmte? Rain war nicht sicher was er zu erwarten hatte, bisher hatte ihn noch niemand wirklich gehasst wie es schien. Die Ärztin hatte ihn anfangs nicht ernst genommen und ihm nicht vertraut, die Prinzessin hätte ihn wohl gerne als Haustier behalten, aber niemand war hinter seinem Leben her gewesen. Nayantai schrie und Rain kicherte wieder ein wenig. Rikiya war mittlerweile automatisch auf seiner Seite, das schien nayantai ein wenig zu ärgern. "Braune Flecken und Schlappohren? Wieso das denn?"
    • "Khojin?", horchte er auf, als Rain eine potentielle Schwester erwähnte. Er hatte eine, aber abgesehen davon, dass Khojin ebendas war, war sie schlimmer als Nayantai, wenn es darum ging, sich um ihre Liebsten zu kümmern und den Rest von ihnen unter ihrer Schuhsohle zu zerquetschen, als wären sie kleine, nervige Käfer. "Willst du meine Schwester wirklich kennenlernen? Sie ist ... naja, thrianische Frauen sind anders.", erklärte er Rain mit etwas Nachdruck, seine Stimme klang leiser als wolle er nicht, dass der Wind Rikiya seine Worte zusäuselte und Nayantai selbst bibberte leicht, wenn er an einen Großteil von ihnen dachte. Es war nicht so, dass sie nicht attraktiv oder minderwertig gegenüber Männern waren - er machte sich daran wohl noch nie dingfest und interessierte sich eher für allerhand von Personen - sie waren lediglich ein eigenes Kapitel in einem riesigen, viel zu langem thrianischen Geschichtsbuch, das aufzeigte, wie unverfroren sie sein konnten. "Stimmt. Dann kannst du mir dieses komische Kuhflecken-Spiel beibringen. Das mit den Kästchen, und mit den winzigen Türmen und lustig aussehenden Pferden." Schach. Er meinte Schach. Manchmal war es, als wäre eine Zündschnur in Nayantais Kopf gerissen und er merkte sich einfache Worte nicht, aber das schien ihn nicht zu stören, er konnte sich mit adrestianischen Worten mittlerweile doch etwas helfen und komische Satzstellungen kreieren - Rain war immerhin schlau genug, seine gekünstelten Worte zu erraten.

      "Ja, so ziemlich. Ich meine, es ist aber nicht schlimm, wenn du es nicht kannst! Shuren kann das ziemlich sicher auch nicht!", entgegnete er. Hatte er von Shuren schon einmal geredet? Er wusste es nicht mehr so wirklich, ihm fiel lediglich ein, dass er Muhan und Tei sowie vielleicht Khasar zuvor erwähnt hatte; vielleicht sollte er sich Rain offenlegen, aber nicht jetzt und nicht hier, nicht in diesem Moment, wenn er es gerade nicht verdiente, weil er Nayantai zur Weißglut treiben wollte - und er stattdessen lauthals lachte. "Ich bin fünfundzwanzig! Bis ich ein alter Sack bin dauert das noch!", beschwerte er sich empört und lachte dabei, als er ihr Pferd stetig hinter Rikiyas reiten ließ, der ihm keine große Hilfe war. Mit seinem Vater zu diskutieren brachte sich in den seltensten Fällen etwas, viel eher waren sie beide und gut und gerne damit beschäftigt, dem jeweils Anderen den Verstand zu rauben - eine Lebensaufgabe, wie es schien. "Ich bin doch nicht eifersüchtig! Nur beleidigt, dass du in Erwägung ziehst, meinem Vater mir vorzuziehen. Ich bin viel hübscher! Und größer!" Vermutlich war Nayantai nicht wirklich hübscher als sein Vater, das konnte er aufgrund vielerlei Dinge nicht beurteilen, aber immerhin hatte Rain zumindest Geschmack und sich vom Kronprinzen der Wölfe verführen lassen ... oder so. Würde Rain Khojin mögen? Würde er sie hübsch finden? So recht wusste er das nicht, aber er machte sich keine Sorgen. "Sie hört sich aber schon um einiges besser an, als am Anfang.", lobte er das Lamm, dem er in dieser Situation wohl ein paar Tätschelchen verpasst hätte, wenn er gekonnt hätte. "Braune Flecken weil es keine blonden Hasen gibt. Und Schlappohren, weil sie niedlich sind. Und das bist du auch!" Rain war wohl ein Dummerchen ...
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    • "Khojin.", wiederholte Rain den Namen nickend, damit er ihn sich besser einprägen konnte. "Natürlich will ich sie kennen lernen! Sie ist doch Teil deiner Familie!" Was war das nur für eine Frage. Rain wollte Nayantais Familie und Freunde kennen lernen. Er hoffte sie würden ihn mögen und wenn er Nayantai Recht behielt und ihm nichts passieren würde, dann war ihre nächste Hürde wohl, dass Rain auch akzeptiert wurde, wenn Nayantai ihn dann immer noch heiraten wollte. "Du meinst Schach. Willst du das wirklich lernen? Die Regeln sind ein bisschen kompliziert, aber vielleicht könntest du die Figuren selbst schnitzen und ich bitte jemanden mir zu zeigen wie ich ein Schachmuster sticken kann oder so etwas.", lächelte er. Sie hätten ihr eigenes Schachbrett, auch wenn es wohl mehr ein Schachdeckchen wäre und Nayantai würde bestimmt hübsche Figuren machen, er musste ihm nur erst alle vorstellen und vielleicht ein bisschen beschreiben." Aber es gibt bestimmt auch thrianische Spiele?", fragte er nach, konnte sich allerdings vorstellen, dass man für die Meisten Muskeln brauchte und sich draußen im Schnee aufhielt. Rain war nicht sicher ob er da mithalten konnte.

      "Shuren?", fragte er anschließend, Rain war nicht sicher ob er den Namen schon einmal gehört hatte, aber sich thrianische Namen zu merken war noch nicht so einfach für ihn. "Naja du wirst vor mir alt sein.", lachte Rain und ließ sich für einen Moment vergessen, dass er nicht glaubte, dass er sehr alt werden würde. Es würde auch noch interessant werden wie Rain weiterhin mit der Kälte umgehen würde. "Darum geht es doch nicht Nayantai. Ich möchte mich auch mit ihm unterhalten und ihn besser kennen lernen. Und er soll auch mich kenne lernen können.", versicherte Rain Nayantai, auch wenn er kaum ernst gemeint haben konnte was er eben gesagt hatte. "Ja? Findest du? Wenigstens muss ich nicht mehr ständig nach Wörtern suchen, auch wenn ich noch nicht alle kenne. Mit Rikiya wird das aber bestimmt noch einfacher gehen." Dann lachte er erneut. "Wenn du ein Hase wärst, dann wärst du ganz schwarz."
    • "Aber sie ist ... naja." Nayantai fiel kein richtiges Wort ein, um seine ältere Schwester wirklich zu beschreiben. Nicht nur, dass sie vermutlich nichts für Rain war - in mehr als einem Sinne - sondern auch, dass sie ihr beschützerisches Gehabe wohl von ihrer Mutter hatte. Sobald sie jemanden nicht mochte, war man sowieso dem Untergang geweiht und für eine kurze Weile überlegte Nayantai sogar, ob es schlau wäre, ihr Rain vorzustellen oder ob er den Blonden nicht lieber für sich behielt, wie ein gut gehütetes, offen akzeptiertes Geheimnis, das nicht nur einen Haufen Fragen aufwarf, sondern einem auch beantwortete, warum und weswegen die ein oder anderen Dinge so vonstatten gingen, so wie sie es im Endeffekt taten. "Hm, ja! Aber nur wenn du es gerne spielst, aber ich glaube, du bringst mir das sicher gut bei!", gestand er, wohlwissend, dass Rain vielleicht doch nicht allmächtig war und nicht die Antwort auf jede Frage besaß, die der Wolf ihm stellen konnte. Dennoch hinterfragte er, ob es klug war, sich an derartige Empfindungen zu halten und daran aufzuhängen, was für ein Spiel sie im Endeffekt spielten. "Hm, abgemacht! Du machst uns ein Brett und ich die Figuren! Du musst mir nur sagen, wie sie aussehen sollen!" Nayantai wusste, dass er nicht gleich von vorne herein mit anpacken konnte und die ruhigeren Momente einer schlaflosen Nacht vermutlich auch anderweitig gestalten konnte - wieso also nicht mit schnitzen?

      "Thrianische Spiele? Einige, aber manche davon sind ein bisschen ... sehr grob. Hmm, ich glaube aber, wir haben auch ein paar Brettspiele!", erklärte er freudig. Bretter waren dennoch im Weg und das Wort Stickerei war Nayantai kein fremdes mehr, weswegen er einigermaßen Ahnung hatte, was es war, das Rain machen wollte. Das hieß, dass sie beide für eine Weile eine Beschäftigung haben würden - und das bedeutete wiederum, dass sie sich nicht darum sorgen mussten, dass ihnen die Ideen ausgingen. "Ein Freund von mir, vielleicht stelle ich ihn dir irgendwann vor! Ich glaube, ihr würdet gut miteinander auskommen ... er ist auch um einiges schlauer als ich, ehrlich." So viel war klar, aber Nayantai wusste ebenfalls, das Shuren hochnäsig sein konnte und in gewissem Maße ein Eigenbrötler war - jemand, den man besser nicht vergraulte, wenn man um seine Gunst buhlte und jemand, der so viel wusste, dass es oftmals beinahe erschrecken war. "Pah! Ich bleibe einfach jung, gleich wie du!", scherzte er sogleich. Mehr als eine Wunschvorstellung war das Alles jedoch nicht - Nayantai hatte keine Zeit, sich noch länger als jemand auszugeben, der wusste, was genau es war, das ihn plagte und wer er sein würde, wenn er hocherhobenen Hauptes durch die Mengen an thrianischen Menschen stolzierte. Ein mythisches, unsterbliches Wesen war keiner von ihnen. "Das weiß ich, ich ziehe dich doch nur auf.", nickte er bestimmt. Nayantai wusste wohl, dass er ohnehin nichts besseres zu tun hatte, als sich seinem Schicksal zu fügen - Rain gehörte dennoch zu ihm! "Mhm, und ja! Khojin kann aber kein adrestianisch, wir beide waren etwas stur, wenn es darum ging. Dayan war ... wissbegieriger und offener." Und um einiges toter als sie beide, oder gar jemand anderer in ihrer Familie. Zumal er nicht mehr alleine war, wusste Nayantai dennoch, dass es ein vermeidbarer Tod gewesen war. "Mit Schlappohren?", wollte er wissen. Fand Rain ihn denn süß, wenn schon nicht einschüchternd?
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    • "Ja? Wie ist sie?", fragte Rain mit einem Lächeln nach. "Es ist aber auch egal, du... du wolltest mich doch heiraten... oder?", fragte Rain noch einmal nach als wäre er sich da nicht ganz sicher. Nayantai hatte es sich wohl nicht anders überlegt und Rain musste lernen das zu akzeptieren. Es war nicht so, als wolle er sein Leben nicht an seiner Seite verbringen, er musste sich nur mit dem Gedanken anfreunden, dass er tatsächlich gut genug für ihn war. Rikiya hatte den Nagel während ihrem kleinen Gespräch auf den Kopf getroffen. Es war schwierig für Rain von Nayantai angehimmelt zu werden, wenn er selbst nicht viel Gutes an sich finden konnte und Land oder Macht hatte er auch keine mehr, er konnte ihn nicht mehr beschützen. Das musste ja eigentlich heißen, dass er wirklich an Rain interessiert war und nicht an dem was er besaß oder zu bieten hatte. Es machte kaum Sinn. "Naja jedenfalls, wenn du mich heiraten möchtest, dann werde ich doch Teil deiner Familie, oder? Dazu gehört auch deine Schwester. Ich möchte, dass sie mich mag." Das war vielleicht schwierig zu erreichen und doch wollte Rain sich nicht in eine Familie drängen die ihn nicht wollte, auch wenn das Nayantai egal war. Rain lachte. "Ich kann es versuchen.", versprach er Nayantai. "Und das ist kein Problem. Ich sage dir wie sie aussehen sollen, oder zumindest was sie repräsentieren, du kannst ruhig kreativ werden."

      "Ich glaube alles was mit Kraft zu tun hat überlasse ich dir.", lachte Rain nur. Er konnte sich nicht mit anderen Wölfen prügeln, nicht einmal mit Kindern, noch konnte er mit ihnen um einen Ball kämpfen, oder um die Wette rennen. Das war in Ordnung. "Was soll das denn heißen? Du bist auch schlau.", erklärte Rain Nayantai, trotzdem wollte er auch seine Freunde kennen lernen und im besten Fall auch mit ihnen auskommen. "Benehmen tust du dich schon wie ein Kind.", lachte Rain als würde das Nayantai bestätigen, dass er der jüngste hier anwesende war, das stimmte wohl auch. "Wirklich? Ich glaube du bist wirklich eifersüchtig.", schmunzelte Rain und drückte seinen Kopf gegen Nayantais Rücken. "Das macht nichts, oder denkst du ich werde sie nicht verstehen? So wie die W-..." Er musste damit aufhören. "So wie die Kannibalen? Ich habe teilweise kein einziges Wort von dem verstanden was sie gesagt haben..." Rain klang beinahe schon enttäuscht. Nayantai und Rikiya machten sich auch die Mühe deutlich zu sprechen, da war er sicher. "Schlappohren? Klar, die stehen für deine langen Haare die ständig in deinem Gesicht herum fliegen!"
    • "Ähm ..." War sie denn zuvorkommend und aufopfernd? Ja? War sie laut und ungestüm? Auch ja? "Wie stellst du dir thrianische Frauen vor?", hinterfragte er vorsichtshalber, als hätte Rain nicht schon ein paar Eindrücke durch die Medizinerin und Yayoi sammeln können, die alle beide nicht so gewirkt hatten, als ähnelten sie Sara auch nur auf irgendeine Art und Weise. Nayantai wusste nicht, wie er seine Schwester beschreiben sollte, oder vielleicht wollte er das auch gar nicht, weil er Rain nicht von vorneherein Angst einjagen wollte, die gänzlich unbegründet war. Dennoch fühlte er sich schlecht, als hatte er soeben den größten Fehler seines Lebens begangen, der von seinem Vater mit halbherzigem Lachen untermalt wurde, als der Wind die Worte zu ihm trug. "Ja? Hast du Angst, dass ich meine Meinung geändert habe?", wollte er sogleich wissen, als wäre Rain noch immer ungläubig und wollte nicht hören, dass Nayantai ihn beinahe vergötterte. Ehrlich gesagt wollte er davon auch nichts wissen, er glaubte eher, dass er besser darin war, seine Gefühle durch Taten und nicht mit Worten zu beschreiben; und doch konnte er nicht für sein Leben lang stumm bleiben, nur, weil er sich einbildete, dass es einfacher war. "Meine Schwester findet dich sicher süß.", gestand er Rain ein und lachte dann. "Und hör auf so zu reden, als würde ich dich nicht heiraten wollen! Ich würde es hier und jetzt tun, wenn ich dir schon eine Verlobungskette geschnitzt hätte."

      Seine Hand wanderte zurück, auf Rains Oberschenkel, über welchen er strich um dem Schaf wohl auch das Gefühl zu vermitteln, dass er sich nicht immer darüber grämen musste, wenn ihm ein einfältiger Gedanke in den Kopf kam. "Gut, dann basteln wir demnächst an einem Schach-äh-dings!", summte er zufrieden und selbst Rikiya schien es entweder peinlich oder niedlich zu finden, dass Nayantai Sachen nicht einmal beim richtigen oder vollständigen Namen nennen konnte - verdammt, er war doch kein Welpe mehr! "Also habe ich Köpfchen und Kraft? Findest du?" Manchmal kam er sich selbst nicht nur selten dämlich vor, sondern fragte sich auch, ob es nicht besser wäre, wenn er einfach den Mund hielt und sich auf wichtigere Aspekte seines Lebens konzentrierte - in jenem Fall war das wohl, nach Hause zu kommen. "Kind? Pah, sagt der Welpe." Wenn Rain sein Gesicht sehen könnte, dann hätte Nayantai ihm wohl die Zunge gezeigt, aber der Spaß blieb dabei nicht aus - weder war er eingeschnappt, noch fand er, dass Rain gerade Unrecht hatte. "Eifersüchtig? Auf meinen Vater?", rief er empört. Seine Stirn legte sich in Falten, ehe er vehement den Kopf schüttelte und Rain damit vermutlich seine Haare in sein kaltes Gesicht schmierte, als wären sie nasse Algen. "Die Kannibalen haben einen eigenen ... Dialekt, nennen wir es so. Es reden doch nicht alle Adrestianer gleich, oder?" Wenn doch, dann besaßen sie entweder keinerlei Vielfalt oder sie waren allesamt so hochgestochene und aufgedunsene Wesen, dass Nayantai sie noch weniger verstehen wollte. "Ich kann mir meine Haare auch abschneiden, aber ich bezweifle, dass du das willst, oder? Das würde sicher wehtun, wenn sie gleich wie Schlappohren wären." Rain gefielen seine Haare, so viel hatte er erkannt - und weit hergeholt war die Behauptung auch nicht. "Hmm, du hast sicher einen puscheligen, weißen Hasenschwanz."
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    • "Huh? Was meinst du?", fragte Rain verwirrt. "Also ich denke jede ist anders, Judith und Sara sind sich auch nicht gerade ähnlich.", erklärte er Nayantai. Eine bessere Antwort hatte er für ihn nicht. Yayoi war nicht sehr ladylike gewesen, aber das war Judith auch nicht. Sie konnte ein richtiger Drache sein, wenn jemand ihre Küche durcheinander brachte, es war also nicht unbedingt ungewöhnlich wie thrianische Frauen sich gaben, selbst für ein Schaf. Adrestianische Prinzessinnen benahmen sich vermutlich besser, aber die Hirachien und Geschlechterrollen waren in Thria anders, das wusste Rain bereits. "Hm? Naja... Nein, ich meine nur...", murmelte Rain der sich immer noch nicht ganz vorstellen konnte, dass Nayantai für immer bei ihm bleiben wollte. "Süß? So wie Prinzessin Yayoi?", wollte Rain etwas verunsichert wissen. Es war schon gut genug wenn Khojin ihn nicht hassen würde, aber Yayoi war ein wenig unheimlich gewesen. Manchmal hatte sie Rain angesehen als wollte sie ihn gleich verspeisen. "Ich ähm... Ja, tut mir Leid. Ich weiß du meinst es ernst, aber wir müssen ja nichts überstürzen." Erst einmal mussten sie zu Hause ankommen und dann musste Nayantai sich aus der Affaire ziehen und am Leben bleiben.

      Rain drückte seine Nase gegen Nayantais Rücken als er gestreichelt wurde. Er hätte Nayantai gerne nach dem Rat gefragt, aber er wollte ihm eine Chance geben selbst ehrlich zu Rain zu sein. "Schachbrett. Es ist ein Brettspiel, also brauchen wir ein Brett um Schach spielen zu können. Auch wenn es wohl eher eine Decke wird.", schmunzelte Rain und versuchte Nayantai gleichzeitig eine Eselsbrücke zu bauen. "Wärst du dumm, dann wärst du bestimmt nicht mehr am Leben, oder?", stellte er eine Gegenfrage. "Außerdem hast du in nur wenigen Monaten gelernt adrestianisch zu sprechen und das eigentlich ziemlich fließend." Es war wohl wril es Nayantai am Herzen lag, weil er sich mit Rain unterhalten wollte. "Kann ich etwas dummes fragen? Wolf ist eine Beleidigung... Wie sieht es dann mit Welpe aus? Ist der Spitzname nur für mich?", wollte er wissen, schüttelte aber schnell den Kopf. "Nicht dass ich denke du willst mich beleidigen, ich will nur wissen welche Worte ich benutzen kann und welche nicht." Rain wollte sich keine Feinde machen. Kurz darauf musste er sein Gesicht ein wenig in Sicherheit bringen, als Nayantais Haare hin und her schwangen. "Uhm also... Die Sprache ist diesselbe, die Aussprache ändert sich vielleicht ein wenig, das hast du bei Judith vielleicht gemerkt, aber es ist nicht so drastisch anders... Bei den Kannibalen habe ich kein einziges Wort verstanden." Der Dialekt in Fhaergus war ein wenig eigen, aber unter den Adeligen sprach eigentlich jeder gleich. Genau so tat es Eraqus und Sara gab sich mühe, beziehungsweise war sie mit Rain im Anwesen aufgewachsen und hatte es so ständig aufgeschnappt. Judith kam aus einer Bauernfamilie, so wie auch die meisten der Soldaten, sie sprachen ein wenig anders, auch wenn sie sich ebenfalls bemühten wenn ein Lord abwesend war. "Du kannst sie ruhig abschneiden, aber nicht ganz kurz... Das würde sicher komisch aussehen. Oder hattest du früher kurze Haare?"