❣ Red Thread of Fate ❣ [Rheira & Sanjadi]

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    • ___ Seongwha ___

      Er fragte sich, warum er nicht einfach ging. Mal ehrlich, es war so leicht. Der Schwarzhaarige musste sich nur umdrehen und schon war der Polizist aus seinem Blickfeld verschwunden. Diese Zusammenarbeit war ohnehin absoluter Schwachsinn und es konnte dem Mafiaboss so ziemlich egal sein, wenn ihm Mingi hier einfach drauf ging. Okay, ganz so drastisch war sein Zustand dann doch nicht, aber es ging darum, dass es dem Mafiaboss so herzlich egal sein konnte. Er hatte mit der Polizei, wenn er nicht gerade vorgeladen wurde oder unter ihrem Deckmantel gelegentlich das ein oder andere vertuschte, absolut nichts am Hut. Wieso also? Wieso drehte sich Seongwha nicht einfach um und überließ dem Kerl seinem Schicksal? Nein, er hatte sich ja nochmal an ihn gewendet und wollte noch eine gute Tat vollbringen.
      Natürlich hatte Mingi - vorbildlich wie er nun einmal war und das sogar in der Situation - abgelehnt. "Deine Sache.", Seongwha zuckte gleichgültig mit den Schultern. Er musterte den kreidebleichen Mingi, der sich da gerade verdächtig klein machte, so auf die Knie gestützt. "Bist du dir sicher, dass der Job was für dich ist Mingilein? Vielleicht wäre ein Polizistenbürojob eher was,mh?" dennoch schlich sich ein Grinsen über die Lippen. "Anderseits bedeutet das wohl, dass du noch nicht so verkorkst bist, wie der Rest. Ich glaube fast, du bist sogar ein Kandidat der wirklich helfen will, wenn man ihn anruft." Wie oft hatte Seongwha in seiner Kindheit genau das Gegenteil erlebt? Die Bullen taugten nichts, das würden sie nie. Sie ließen die Leute im Stich und kümmerten sich nur um das worauf sie Lust hatten. Korruption war so allgegenwärtig, dass es Seongwha inzwischen schlichtweg kalt ließ. Er seufzte schwer. "Verdammt nochmal." daraufhin zückte er eines seiner Handys. "Fahr den Wagen vor. Wir machen einen Umweg." war alles was er sagte und legte direkt wieder auf. Es dauerte nicht einmal 5 Minuten bis ein schwarzer Lincon Continental 2024 Wagen vor fuhr, mit getönten Scheiben und gerade zu nach Mafia schreiend. War ja ein nettes Auto, aber Seongwha begriff immer noch nicht so ganz, warum seine Jungs so an dieser Karre hingen. Seongwha fühlte sich darin immer wie eine moderne Version von der Pate.
      Nur asiatischer.
      "Steig ein."


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    • Mingi
      Ihm war schlecht und schwindelig und er war mehr als glücklich aus dieser Hölle endlich herauszuseien. Er war sichergegangen, dass sie ausreichend Abstand zu dem Gebäude hatten, ehe er sich auf seine Knie schwer atmend stützte und versuchte sich wieder ein wenig zu beruhigen und seinen Kreislauf wieder in Schwung zu bekommen. Er sehnte sich nach seinem Bett, selbst wenn ihm das Schlafen wohl mehr als schwerfallen würde, nachdem was er heute gesehen hatte.
      Seongwha hatte in der Zwischenzeit sich wohl einen Wagen rufen lassen, der wenige Minuten auch schon später vor ihnen stand und mehr denn je den Eindruck von italienischer Mafia machte. Mingi war sich nach wie vor nicht sicher, wie er Seongwha einstufen sollte. In einem Moment wirkte er so komplett untypisch für die Seoul Unterwelt, im nächsten Moment bekam der Polizist einen richtig klassischen italienischen Mafia Flare von dem anderen. Es fiel ihm schwer, Seongwha wirklich einzuschätzen und das änderte sich von Tag zu Tag nicht wirklich. Der Mafia Boss war wirklich ein absolutes Rätsel für Mingi und vielleicht würde er dieses Rätsel eben niemals vollständig lösen können.
      Als allerdings Seongwha "Steig ein" sagte, blickte der Polizist ihn doch ein wenig verwundert an... wenngleich auch noch immer vornüber gebeugt und mit sich selbst ringend, sich nicht zu übergeben. "Wie bitte?", wiederholte er ein wenig irritiert und atmete dann noch einmal tief ein, ehe er sich aufrichtete, um Seongwha direkt anzusehen. Die restlichen Bemerkungen hatte er bewusst ignoriert. Es würde ihm nichts bringen, sich nun mit Seongwha herumzustreiten.
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    • ___ Seongwha ___

      Ein genervtes Seufzen verließ erneut die Lippen des Mafiabosses, ehe er sich den Polizisten einfach schnappte, die Hintertür des Wagens öffnete und Mingi dort hineinwarf. Wortwörtlich. "Wehe du kotzt mir auf den Rücksitz!" mit den Worten knallte er die Tür zu, umrundete den Wagen und stieg neben Mingi auf der anderen Seite ein.
      "Fahr los.", brummte der Schwarzhaarige seinem Fahrer entgegen, welcher perplex den Rückspiegel einstellte, damit er einen Blick auf den fremden Passagier werfen konnte, den sein Boss angeschleppt hatte.
      "Bist du taub?"
      "Nein, Boss!" schnell besann sich der Fahrer, einer seiner Männer mit schwarzen langem Haar und scharfkantigen Gesicht, rückte den Spiegel wieder auf normale Position und startete den Wagen, damit sie von diesem Horrorschauplatz endlich wegkamen.
      Blaulicht der Feuerwehr erleuchtete die Straßen, neugierige Blicke durch Menschenmengen huschten an ihnen vorbei, als sie mit dem Wagen vorbeizogen. Es war schon erstaunlich, wie sich regelrechte Menschenmassen bildeten, wenn es ein Drama gab, aber nie einer einschritt. Es war so lächerlich, wie es leider Fakt war. In Seongwha schlichen sich kleine Erinnerungen hoch, die er vergessen wollte, weshalb er nur den Kopf schüttelte, die Arme verschränkte und sich an den Rücksitz lehnte.
      Das war Vergangenheit.
      Sein Blick wanderte nun zu Mingi, den er vielleicht nicht ganz so sanft in den Wagen befördert hatte.
      "Willst du Wasser?" er deutete auf eine kleine Minibar zwischen ihnen beiden, welche sie hatten einbauen lassen. Eine Art Minikühlfach, in das ungefähr 3 kleinere Flaschen Platz hatten.
      Seongwha blickte zu seinem Fahrer und nannte diesem die Adresse von Mingis Wohnort.
      "Boss, ist das nicht der Bul...."
      Seongwhas Blick verfinsterte sich. "Willst du dich beschweren?"
      "Niemals! Verzeihung Boss. Ich bin schon still."
      "Will ich dir raten. Ich bin nicht in der Stimmung für deine Meinung."
      "Verzeihung Boss. Es kommt nicht wieder vor."
      Seongwha rieb sich die Schläfen. Er hatte Kopfschmerzen.


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    • Mingi
      Er hatte gar nicht erst die Option selbst einzusteigen, da hatte Seongwha ihn schon regelrecht auf den Rücksitz seines Luxuswagens befördert und Mingi entschied sich schweren Herzens einfach nicht dagegen vorzugehen, sondern es einfach geschehen zu lassen. Er war eh grad nicht zu sonderlich viel in der Lage und er vertraute vielleicht nicht unbedingt Seongwha, allerdings glaubte er auch nicht, dass dieser ihm jetzt irgendetwas antun würde. Mingi platzierte sich also ein wenig besser auf seinem Platz auf der Rückbank, lehnte seinen Kopf leicht an das Fenster und schloss kurz die Augen, um seine Atmung wieder zu beruhigen und seine Übelkeit in den Griff zu bekommen. Zumindest war ihm vorerst nicht mehr schwindlig und es schien ihm langsam aber sicher doch besser zu gehen. Seongwha ermahnte währendessen seinen Fahrer, als dieser Bedenken bezüglich Mingis Anwesenheit äußerte in Anbetracht, dass dieser ein Polizist war und selbst der Dunkelhaarige konnte es ihm nicht verdenken. In diesen Kreisen musste es äußerst befremdlich wirken, plötzlich einen Polizisten nach Hause zu fahren. Zumal Mingi das eigentlich hätte ablehnen müssen... so viel dazu.
      Als Seongwha ihm schließlich Wasser anbot, schenkte Mingi ihm nur einen kurzen schweigenden Blick, als müsste er verarbeiten, dass er richtig gehört hatte, nickte allerdings anschließend und nahm dankend das Getränk an. Kaum hatte er die Flasche geöffnet, nahm er einige Schlucke und tatsächlich schien das seinen Kreislauf wieder ein wenig anzukurbeln, denn auch seine Übelkeit verschwand langsam. Er war vielleicht nicht topfit, aber er hatte sich zumindest endlich wieder selbst unter Kontrolle und das war schließlich auch schon einmal viel wert.
      "Ich bin nicht umsonst im Drogendezernat...", begann der Dunkelhaarige langsam, während er aus dem Fenster blickte. "Dort kann ich zumindest Menschen helfen, die noch nicht komplett verloren sind. Aber Mord und... das was wir da gesehen haben... ich weiß nicht, wie ich einem Mensch sagen soll, dass alles wieder gut wird, wenn er soetwas erlebt hat und ich mir nicht einmal ausmalen kann, was für eine Hölle das sein muss."
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    • ___ Seongwha ___

      Nun es kam natürlich nicht gerade jeden Tag vor das er mal eben einen Polizisten durch die Stadt chauffierte, aber es kam eben auch nicht jeden Tag vor, dass er mit der Polizei zusammen arbeitete. Wo war er da nur wieder hinein geraten? Je schneller er seine Schuld beglichen hatte, desto besser. Natürlich könnte man in Anbetracht dessen wie oft Seongwha Mingi bereits den Arsch gerettet hatte sei es vor Leuten die ihm was ins Trinken kippten oder mentalen Zusammenbrüchen davon ausgehen, dass die Schuld beglichen war, aber der Mafiaboss wog sein Leben deutlich höher als solche Kleinigkeiten. Mingi hatte ihn ins Krankenhaus befördert, statt ihn jämmerlich verbluten zu lassen und einen Mafioso weniger auf dem Planeten zu haben und das hatte er nun mal nicht vergessen.
      Dennoch waren all diese Gefallen die Seongwha für Mingi tat merkwürdig und verursachten ihm Schüttelfrost. Er war zu Polizisten in der Regel alles andere als freundlich. Wurde Zeit das er schnell wieder in seinen Alltag zurückkehrte. Als er Mingi Wasser angeboten hatte, sah ihn dieser schweigend aber mit einem Blick der Bände sprach an.
      "Wenn ich vor habe dich umzubringen oder zu vergiften, dann mach ich das mit mehr Stil als mit einer Wasserflasche auf dem Rücksitz meines Autos. Trau mir ruhig bessere Wege zu.", grinste Seongwha belustigt, nickte aber zufrieden das Mingi das Wasser annahm und trank. Langsam glich er wenigstens nicht mehr einer Tafelkreide sondern erinnerte wieder an einen Menschen. Seongwha hatte nicht gewusst, dass ein Mensch so bleich werden konnte.
      Bei Mingis Worten richtete der Mafiaboss seinen Blick aus dem Fenster. Es war praktisch, dass man hinaus, aber eben nicht hinein sehen konnte.
      "Es wird auch nicht mehr alles gut. Entweder lernst du damit zu leben oder du gehst erbärmlich den Bach runter und hängst dich auf. Es gibt keinen Mittelweg. Retten kann dich niemand, außer du selbst." er blickte mit kühlen Gesichtsausdruck zu Mingi. "Glaubst du etwa deine Polizistenfreunde hätten den Leuten geholfen, wenn ich euch nicht von diesem Club erzählt hätte oder dort runtergegangen wäre und dir das gesteckt hätte? Wären sie nicht Mingi, du hast es ja in dem netten Büchlein gesehen. Viele sind selbst Kunden. Wie in so vielen anderen Situationen schauen sie weg, tun so als wäre nie etwas passiert oder warten darauf, dass erst Mal jemand draufgeht, bis sie aktiv werden. Nicht mal dann, wenn man Beziehungen hat." Seongwha deutete mit dem Finger auf ein verfallenes Gebäude, welches einmal lichterloh gebrannt hatte vor einigen Jahren, man sich aber nie die Mühe gemacht hatte, es je wieder aufzubauen.
      "Siehst du das Gebäude da? Das war mal ein Bordell. Dort ist ein Mann hineinmarschiert, der so viel Dreck am Stecken hatte, dass es die ganze Stadt wusste und die armen Frauen regelrecht niedergemetzelt hat. Da er aber gute Kontakte zur Polizei hatte, ist ihm nie was passiert. Nun bis jemand Rache genommen hat und ihn abgemurkst hat." Er blickte wieder nach draußen. "Vielleicht findet man im Drogendezernat noch ein paar solcher Einhörner wie dich, die tatsächlich an den Beruf des Polizisten glauben, aber verlass dich da nicht drauf." Der Wagen blieb in der Straße vor Mingis Haus stehen.
      "Vertrau den Leuten auf deinem Präsidium nicht, ein guter Rat." Seongwha grinste. "Gute Nacht, du siehst wieder halbwegs menschlich aus. Sieh zu das du schläfst, falls du doch was brauchst, sag Bescheid." er zwinkerte dem Polizisten zu.


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    • Mingi
      Er hatte gezögert das Wasser anzunehmen. Nicht, weil er darin Gift erwartete, sondern viel mehr, weil es ihn irritiert hatte, dass Seongwha ihm tatsächlich ein Getränk anbot. Die Tatsache, dass er ihn nach Hause fuhr, war ebenso seltsam und Mingi wusste nicht, was er von alldem halten sollte. Er hatte einfach still das Getränk angenommen, einige Schlücke seine Kehle hinunter gespült und langsam aber sicher verschwanden Übelkeit und Schwindelgefühl. Er war noch weit davon entfernt, dass es ihm wirklich gut ging... aber zumindest war er nicht mehr komplett außer Gefecht gesetzt. Nachdem er seinen Kreislauf und seinen Magen ein wenig beruhigt hatte, starrte er wieder aus dem Fenster des Wagens und sprach eher nachdenklich über die Wahl seines Dezernats, woraufhin Seongwha erneut spöttisch sprach und fast schon verbittert die Korruption der Polizei kommentierte. Mingi kannte mittlerweile kaum einen anderen Tonfall von ihm und er war sich auch nicht sicher, ob er jemals ein Gespräch mit dem Mafiaboss führen würde, ohne dass dieses in diese Richtung abdriftete.
      So langsam fühlte es sich an als würde er mit einer Schallplatte reden, die einen Sprung hatte. Seongwha wurde es nie müde, die Polizei als maßlos korrupt und Mingi als Einhorn zu bezeichnen. Ehrlich gesagt hatte er dafür einfach jetzt nicht den Nerv und noch weniger Lust hatte er mit ihm herumzudiskutieren, dass eben doch nicht alles schwarz und weiß war und bloß weil er schlechte Erfahrungen gemacht hatte, nicht alle Menschen abgrundtief schlecht waren. Aber vermutlich war Seongwha bereits viel zu lange im Untergrund tätig, als dass er noch irgendeinen Rest Optimismus in sich trug.
      Den Rest der Fahrt schwieg der Polizist und erst als sie vor seinem Apartment hielten, kehrte er aus seiner Gedankenwelt zurück. Er kommentierte den Letzten Rat des Mafiabosses nicht, stieg stattdessen aus und nickte Seongwha nur leicht zu, um ihm indirekt für die Fahrt zu tanken. Dann wandte er sich von dem Wagen ab, um hineinzugehen. Er braucht Ruhe... Schlaf... er musste nachdenken...
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    • ___ Seongwha ___

      Da sich Mingi in Schweigen hüllte, tat es ihm der Mafiaboss gleich. Er hatte gesagt, was es zu sagen gab und von seiner Meinung abbringen würde er sich nicht lassen. Dazu war der Schwarzhaarige einfach zu stur. Vielleicht etwas in dem sich der Polizist und er ganz ähnlich waren. Als sei unfreiwilliger Partner ausgestiegen war, klopfte Seongwha leicht gegen den Sitz des Fahrers, um ihn zu verdeutlichen das er weiter fahren konnte. Dieser nickte und Seongwha rauschte mit dem Wagen ebenso schnell davon, wie er zuvor erschienen war, um sie einzusammeln. Mit einem leichten Seufzen lehnte sich der Dunkelhaarige zurück. Er war müde, dieses ganze Heldengetue war nicht sein Ding und Mingis Moralvorstellungen strengten ihn emotional unglaublich an. Seongwhas komplettes Selbst wehrte sich hemmungslos dagegen, an das Gute im Menschen zu glauben und das galt auch für den Polizisten. Vielleicht mochte Mingi ein Polizist sein, aber er war dennoch ein Bulle und Seongwha hatte viel zu viele von ihnen erlebt, um ihnen auch nur noch irgendetwas zu glauben. Wie lange würde es dauern, bis auch Mingi aufhörte Menschen wirklich retten zu wollen? Er dachte eindeutig zu viel über diesen Kerl nach. Es war nicht gut wie oft Mingi in seinen Gedanken kreiste. Es wurde Zeit, dass er wieder zu seinem Alltag zurückkehrte.
      Es dauerte eine gewisse Zeit bis sie zu dem Ort kamen, welchen ihm Hongjoon per Nachricht hatte zukommen lassen. Offenbar hatte jemand in Seongwhas Distrikt für Ärger gesorgt und einen seiner Schutzgeldschützlinge bedroht. Etwas das der Mafiaboss nicht tolerierte.
      Ja, es wurde Zeit sich wieder an die richtige Arbeit zu machen.


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    • Kaoru
      Kurz nach dem Gespräch mit Melody hatte er Taejin eine Textnachricht zukommen lassen bezüglich der neusten Wendungen und Ereignisse. Dass der Blonde die Nachrichten ganz und gar nicht gerne las, merkte Kaoru sehr wohl daran, dass dieser versuchte ihn direkt anzurufen und fast schon bissig Kaoru am Telefon begrüßte, als dieser heranging. Kurz sprachen sie, wobei der Barkeeper und Manager des Illusion sich dabei so knapp wie möglich hielt und nichts sagte, was Yazhen irgendwie implizieren könnte, dass er versucht hatte ihn an der Nase herumzuführen. Dass sie nun aber auch einer Spur folgten, machte das ganze nicht gerade einfacher und Kaoru musste dennoch vermeiden, dass sie Shin und Taejin in die Quere kamen. Sollte die nächste Spur nach Japan führen, hätte Kaoru ein wirkliches Problem und dann könnte er wohl tatsächlich die Wut von Yazhen zu spüren bekommen. Er hoffte ja beinahe, dass sie in Midor-Ku in eine Sackgasse liefen... und dass es dort ein ordentliches Hotel gab. Es war mittlerweile schon recht spät und Kaoru würde heute Nacht sicher nicht den ganzen Weg wieder zurück nach Tokyo fahren. Er hasste es in Hotels zu schlafen...
      Nachdem er aufgelegt hatte, schloss er wieder zu Yazhen auf, der schon bereit war aufzubrechen, um die drei 7-Elevens zu überprüfen. Mal ehrlich... es gab selten eine lächerlichere Spur, als einen 7-Eleven, aber das Schicksal war eben manchmal ein wenig merkwürdig.
      "Wir können aufbrechen. Fahren Sie bei mir mit? Sie haben schließlich ihre Anhängsel fortgeschickt, oder warten die nur hier irgendwo um die Ecke um sie zu chauffieren?", erkundigte sich Kaoru locker, um die Angespanntheit vom Telefonat ein wenig zu überspielen und um gleichermaßen herauszufinden, ob er mit den Idioten von zuvor weiter umgehen musste, oder ob er sie zumindest los war... es hatte Yazhen ja durchaus wirklich sympathisch gemacht, dass er die Kerle zusammengestaucht und hochkant herausgeschmissen hatte.
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    • ___ Yazhen ___

      Yazhen war schon immer ein Workaholic. Nicht das er dies wollte, er wurde so erzogen und es war schwer die Erziehung aus einem herauszubekommen. Jetzt wo er eine Spur zu seinem kleinen Bruder hatte, würde er dieser direkt nachgehen. Für Müdigkeit hatte er keine Zeit. Er musste ihn finden, schließlich war es seine Aufgabe ihn zu beschützen. Das er jetzt in einem 24/7 Laden nach Hinweisen suchen musste, war zwar irgendwie ziemlich erbärmlich und unter dem Niveau eines Tao, aber er hatte nicht die Zeit sich jetzt um Banalitäten wir einen Ruf zu kümmern. Er hatte sich höflich von Melody verabschiedet, sich anständig wie er nun einmal war - falls er nicht gerade jemanden ausschaltete ä erneut bedankt und mit Kaoru den Club verlassen. Die frische Nachtluft tat ihm gut. Die geballte Ladung an Parfüm in unterschiedlichen Nuancen hatte ihm Kopfschmerzen bereitet und auch die Lautstärke gepaart mit dem bunten Krawall war nichts für ihn. Er würde es gern seine Nationalität zuschreiben, aber das war tatsächlich ein Charakter. Yazhen war niemand der zu viel Trubel mochte. Der Dunkelhaarige war ein Mann der Ruhe. Der Japaner hatte sich ein wenig Abseits mit Taejin am Telefon unterhalten. Yazhen musste nicht nachfragen, um den Gesprächspartner zu erkennen, allein die Haltung von dem Manager des Nachtclubs von Taejin verriet es. Unter jemanden wie Taejin Hwang zu arbeiten sorgte sicherlich auch für dauerhafte Migräne ...
      Als Kaoru wieder zu ihm aufgeschlossen und angesprochen hatte, sah Yazhen ein wenig nachdenklich in den Nachthimmel. Es ging ein leichter Wind und er genoss diesen Moment der Ruhe ungemein. "Ich hätte mir einen Wagen gerufen, machen sie sich wegen mir keine Umstände.", antwortete Yazhen dem anderen mit gewohnt ruhiger Stimme. Er blickte Kaoru einen Moment an. "Sie sehen müde aus."


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    • Kaoru
      Das Telefonat mit Taejin war nicht ohne gewesen, dennoch wusste er seine Prioritäten und wem er unterstand. Er gehörte zum Hwang Clan und Taejin war nicht nur sein Boss, sondern ebenso eine Art Freund die er respektierte. Das machte es nicht immer leicht, dennoch würde er Taejin niemals hintergehen. Jeder von Taejins engsten Vertrauten hatte Dinge in der Vergangenheit erlebt, die sie zu dem machten, was sie heute waren... und jeder hatte auf irgendeine Art und Weise Taejins Hilfe benötigt, um dem alten Leben zu entfliehen. Kaorus Loyalität stand also außer Frage...
      Er war zu Yazhen schließlich zurückgekehrt und hatte sich nach ihrem weiteren Vorgehen erkundigt, woraufhin die Worte des Chinesen Kaoru leicht lächeln ließen und er den Kopf neigte, ehe er Yazhen erwiderte:
      "Sie sehen ebenfalls müde aus, dennoch hält sie das nicht davon ab von Tokyo nach Nagoya zu fahren, einen Nachtclub nach Informationen zu durchsuchen und die Suche in drei 7-Elevens am Ende der Stadt fortzusetzen, um irgendeine Spur von ihrem kleinen Bruder zu finden. Ich denke also, dass ich kein Recht dazu habe mich irgendwie zu beschweren.", schmunzelte Kaoru leicht und wenngleich er tatsächlich müde war, würde er Yazhen nun sicher nicht alleine weitersuchen lassen. Vielleicht würde er in Midor-Ku ja zumindest zu ein wenig Ruhe kommen... vielleicht nachdem sie die drei Geschäfte nach Spuren abgesucht hatten. Oder er würde den Besuch gleich nutzen müssen, um sich mit ausreichend Kaffee einzudecken. Auch nicht ganz unwahrscheinlich.
      "Also? Soll ich sie mitnehmen?"
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    • ___ Yazhen ___

      Er sah müde aus? Das überraschte Yazhen in der Tat ein wenig. In der Regel sah man ihm nicht wirklich an wie es ihm ging und das war auch gut so. Selbst, wenn es um etwas so menschliches ging wie Müdigkeit. Man musste hierbei wohl nicht erwähnen wie grausam die Erziehung der Taos war und welcher der Geschwister davon am meisten abbekommen hatte. Yazhen war der Schutzschild seiner Geschwister und darum würde er seinen Bruder auch finden, bevor es jemand anderes aus der Familie tat, der nicht so viel Nachsicht mit dem Jüngsten hatte. Der Chinese durfte sich also keine Pause genehmigen. "Ich bin diese Hektik gewohnt, sagen wir sie gehört zu meinen Berufsalltag. Ruhe ist ein Luxus, den ich selten habe." Was wohl auch der Grund dafür war, weshalb Yazhen als Mensch so viel Ruhe ausstrahlte. Was ihm nicht vergönnt war zu haben, suchte er in sich. Viele beschmunzelten es, dass der älteste der Tao-Geschwister tatsächlich Praktiken wie Meditation nachging, aber es half ihm. Vielleicht war auch das einer der Gründe, weshalb Yazhen als der ruhigste und umgänglichste der Tao-Familie gilt und die Geschäfte mit Auslandspartnern leitete. Während sein kleiner Bruder impulsiv war, war seine kleine Schwester eiskalt. Yazhen glich das alles aus in dem er eine absolute emotionslose Autorität ausstrahlte. Er versuchte es jedenfalls und in der Regel gelang ihm das. Dennoch erwiderte er das leichte Lächeln des anderen.
      "Sie dürfen sich gerne beschweren. Wenn sie mich schon mitnehmen, lassen sie mich ihnen als Dank einen Kaffee ausgeben. Da ich mich hier nicht auskenne, bitte ich um Empfehlung eines guten Kaffees in der Stadt, während wir zu den Geschäften fahren.", schlug Yazhen vor. Der Chinese folgte dem anderen also in Richtung seines Wagens.


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    • Kaoru
      Yazhens Leben klang wortwörtlich erschöpfend. Kaorus Leben mochte auch nicht unbedingt immer ruhig sein, hatte aber in den letzten Jahren ein wenig an Dynamik verloren, weshalb es umso anstrengender klang, nie zur Ruhe kommen zu können, dafür aber selbst Ruhe auszustrahlen. Kaoru musterte Yazhen kurz und wenngleich der Mann in seinen Augen tatsächlich ein wenig müde aussah, wirkte er nach wie vor, als könnte ihn niemals etwas aus der Fassung bringen. Kit war definitiv das komplette Gegenteil von seinem Bruder, stets augeregt, nicht sonderlich besonnen und vielleicht auch ein wenig kratzbürstig. Nach anfänglichen Reibereien, waren Kit und Kaoru tatsächlich ziemlich gut miteinander klar gekommen, wenngleich der Manager des Illusion den Kleinen nicht als Freund ansehen würde. Allerdings könnte man wirklich die Verwandtschaft der Brüder hinterfragen, wenn sie sich nicht ähnlich sähen. Nicht komplett... aber genug, damit man ganz klar sagen konnte, dass sie Brüder waren. Vermutlich hatte Yazhen seinen kleinen Bruder all die Jahre beschützt, so wie er es auch jetzt wollte.
      "Ich denke um diese Uhrzeit werden wir keinen Kaffee mehr in Nagoya bekommen, außer im 7-Eleven oder an Tankstellen. Aber sie können mich gerne morgen früh einladen, sollten wir dann noch in Nagoya unterwegs sein.", versuchte Kaoru als kleinen Kompromiss vorzuschlagen, während er seinen Autoschlüssel aus seiner Tasche fischte, seinen Wagen entriegelte und schließlich Yazhen andeutete in das Auto einzusteigen. Kaoru selbst stieg auf der Fahrerseite ein und wählte in seinem Navi die drei Adressen, ehe er auch schon den Motor startete und sie wenig später losfuhren, um ihren Weg durch Nagoya bei Nacht zu bahnen. Kaoru war sich nicht sicher, was genau für eine Spur sie an ihrem Ziel zu erwarten hatten, aber nun mussten sie dem definitiv nachgehen...
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    • ___ Yazhen ___

      Yazhen blinzelte und fischte sein Handy aus der Jackentasche, um die Uhrzeit zu checken. "Oh.", war alles was er von sich gab. Er hatte tatsächlich nicht die Uhrzeit auf dem Schirm gehabt. Er hatte damit gerechnet, dass es spät war, aber nicht so spät oder früh...je nachdem wie man 4 Uhr morgens interpretieren wollte. Ein Glück war er es gewohnt bis spät in die Nacht zu arbeiten. Er war es gewohnt, aber er mochte es nicht. "Nun, damit könnten sie recht haben. Dann wird es wohl bis in ein paar Stunden warten müssen.", entgegnete Yazhen fast schon entschuldigend. Der Chinese mochte zwar kalt und ruhig sein, aber Höflichkeit war bei ihm ein absolutes Gebot und das lag nicht an der Kinderstube. Ehrlich gesagt waren die Taos alles andere als höflich. Das lag tatsächlich an seinem eigenen Charakter. Wenigstens eine Eigenschaft die er behalten wollte und gern gesehen wurde. Wenn man nämlich nach seinen Eltern und vor allem Großeltern ging, formten die ihre Familienmitglieder nach ihren Vorlieben. Yazhen folgte dem Japaner zu seinem Wagen und stieg dort ein. Er wusste es ehrlich gesagt sehr zu schätzen, dass sich der Manager des Illusion solche Mühe gab, auch wenn Yazhen dem ganzen ziemlich skeptisch gegenüber stand. Nur weil ihm Kaoru sympathisch war, bedeutete es nicht, dass er ihm traute. Nun, wenn man danach ging vertraute der Tao ohnehin niemanden. Der Dunkelhaarige war immer noch der Auffassung, dass Kaoru oder eher gesagt Taejin einen Plan verfolgte. Er war nur noch nicht dahintergekommen welchen, aber das war nur eine Frage der Zeit. Dennoch war er froh über den Umstand, dass ihm Kaoru Gesellschaft leistete und nicht Taejin. Der Koreaner war ihm zu laut, zu schrill und zu auffällig. "Herr Hoshino, darf ich Ihnen eine Frage stellen? Dieser Shin..." es ärgerte Yazhen, dass er über diesen Kerl absolut nichts wusste, außer wie gut er in seinem Job war und das er sich ´Shin´nannte. "Glauben Sie ihm, dass er meinen Bruder findet? Selbstvertrauen ist eine gute Sache, wenn sie begründet ist." Wie immer lag in der Stimme des Dunkelhaarigen keinerlei Spott oder sonst eine Art von Emotion. Es war lediglich eine Frage.


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    • Kaoru
      Yazhen wurde ihm langsam aber sicher sympathisch... was seltsam war, wenn man bedachte zu welcher Familie er gehörte und wie wenig Taejin den Tao leiden konnte. Allerdings hatte Kaoru bei weitem auch nicht so ein Temperament wie Taejin und er wollte nicht ganz ausschließen, dass man als Mafia Boss ohnehin eine angeborene Abneigung gegen andere Clan Anführer hatte. Wenn er so darüber nachdachte, mochte wahrscheinlich kein Clan Anführer einen anderen... schließlich waren sie immer in gewisser Weise Konkurrenz oder verfeindet. Und Kaoru gehörte zwar zum Hwang Clan, aber es sprach ja wohl nichts dagegen einen Hacuh Sympathie zu empfinden... oder nicht? Yazhen hatte ihm bisher nichts getan, er war sogar recht freundlich zu Kaoru und so schockierend das auch war... das konnte der Japaner bei weitem nicht von allen Leuten behaupten, die er über Untergrundgeschäfte kennengelernt hatte. Deshalb fiel es ihm nicht einmal schwer den anderen in seinen Wagen einzuladen und er war mehr denn je glücklich, dass die Idioten, die wohl eine Art Bodyguard für Yazhen darstellten, ihnen nicht beiwohnen würden. Mit ihnen würde es nämlich ganz sicher unangenehm werden.
      Kaoru hatte den Motor gestartet, die Navigation zu ihrem ersten Ziel begonnen und war schließlich losgefahren, während Yazhen ihm noch einen Kaffee am nächsten Morgen zusicherte. Die Straßen waren wie leer gefegt, was um diese Uhrzeit kaum verwunderlich war und den Weg beschleunigte. Als allerdings Yazhen erneut die Stille durchbrach, blickte Kaoru kurz zu ihm. In Yazhens Gesicht spiegelte sich beinahe so etwas wie Sorge und Beunruhigung und hätte Kaoru Geschwister, könnte er das sicher nachvollziehen... nun, er konnte sich auch so denken, dass Brüder sich sehr nahe stehen mussten.
      "Ich kenne Shin auch noch nicht so lange, aber bisher hat er nie versagt und wenn Taejin ihnen zusichert, dass sie Kit finden werden, dann werden sie das auch. Nicht nur, weil Taejin verdammt hartnäckig ist, sondern auch weil... ich denke, dass Shin alles dafür tun wird, damit Taejin dieses Versprechen halten kann. Ich habe keine Zweifel... an keinem von ihnen... aber ich verstehe ihre Beunruhigung. Taejin mag nach außen nicht unbedingt wie jemand wirken, der alles daran setzt, um Versprechen zu halten..."
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    • ___ Yazhen ___

      Der Chinese hörte dem anderen einen Moment schweigend zu, ehe er anerkennend nickte. Nicht weil ihm die Antwort im klassischen Sinne gefiel oder weil er auch nur ansatzweise daran glaubte. Dies hatte einen ganz anderen Grund. "Vorbildliche Antwort. Ich muss zugeben, dass Taejin Hwang offenbar ein Händchen für die Wahl seiner Angestellten hat. Das muss ich ihm zugestehen." Yazhen war niemand der Feinden oder Konkurrenten Fähigkeiten aberkannte oder schlecht machte. Wenn er etwas lobenswert fand, dann sprach er es aus. Genauso handhabte er es aber auch mit Abneigung. Er zeigte sie höflich. Wahrscheinlich gehörte Yazhen zu den Menschen, welche Leute elegant abknallen konnten. Danach hüllte sich der Dunkelhaarige in Schweigen. Er hatte mit Kaoru deutlich mehr geredet, als er es mit den meisten tat. Wahrscheinlich weil der Japaner sehr umgänglich war und Yazhen hatte leider sehr selten mit umgänglichen Menschen zu tun. Das keiner seiner Bodyguards mit im Wagen saß, sorgte auch dafür, dass der Chinese nicht konstant seine Angestellten bedrohen musste, weil diese gegen seinen Höflichkeitskodex sprachen. Er hatte diese Anhängsel ohnehin nur pro forma dabei, weil ihm seine Großmutter so lange auf die Nerven gegangen war, wie es denn aussah, wenn ein Anführer ohne Bodyguards das Land verließ. Das Yazhen zu einen der stärksten Mitglieder des Clans gehörte und nun wirklich keinen Schutz benötigte, wurde mal wieder gekonnt übersehen. Es war anstrengend und er verstand, weshalb sich Menschen so sehr nach Urlaub sehnten. Er hatte noch nie Urlaub gehabt.
      Sein Blick glitt aus dem Fenster, beobachtete die vorbeiziehenden Lichter. Er sorgte sich ungemein um seinen kleinen Bruder, aber auch um seine Schwester, die er in China ohne seinen Schutz zurückgelassen hatte...


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    • Kaoru
      Es dauerte knapp eine Stunde, ehe Kaoru durch Nagoya navigiert und schließlich einen Parkplatz in der Nähe des ersten 7-Elevens entdeckt hatte. Das Auto in der Finsternis abgeparkt und den Motor ausgestellt, gähnte Kaoru fast ein wenig herzlich, da er noch immer ein wenig mit seiner Müdigkeit zu kämpfen hatte. Als Barkeeper und Manager eines Nachtclubs war er es zwar gewohnt nachtaktiv zu sein, allerdings schlief er in diesen Fällen auch fast immer bis Mittags, was aufgrund ihrer heutigen Tagesplanung nicht möglich war. Dementsprechend litt der Japaner nun unter akutem Schlafmangel und hätte zu gerne Yazhen vorgeschlagen im Auto zu bleiben und ein kleines Nickerchen zu machen... allerdings wusste er, was Taejin tun würde, wenn er erfuhr, dass er den Chinesen allein gelassen hatte und darauf war Kaoru dann doch nicht ganz so scharf. Also zwang er sich sich zusammen zu reißen, stieg mit Yazhen aus dem Wagen und zielstrebig liefen sie direkt auf den 7-Eleven zu, der beinahe als einziges Geschäft hier in der Gegend um die Zeit noch hell erleuchtet war. In dem kleinen Convenience Store stand genau ein Mitarbeiter an der Kasse und blätterte gelangweilt eine Zeitschrift durch. Er konnte kaum älter als zwanzig sein und war höchstwahrscheinlich Student, der sich mit diesem Job sein Leben mit finanzierte. Kaoru würde das Gespräch Yazhen überlassen, weshalb er zielstrebig zu dem Kaffeeautomaten ging und sich gegen kontaktloser Bezahlung einen sehr mittelmäßigen Kaffee in einen To Go Becher füllen ließ. Während er wartete dass der Automat fertig wurde, ließ der Japaner seinen Blick umherschweifen... er sah eine Kamera und kein Anzeichen von dem Wappen der Taos... oder irgendwelchen Abwandlungen davon. Das hatte natürlich nichts zu bedeuten und wenngleich dieser 7-Eleven so unfassbar unscheinbar wirkte... wäre er halt gerade deshalb ideal für illegale Aktivitäten.
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    • ___ Yazhen ___

      Den Rest der Fahrt hatten sie geschwiegen, lauschten lediglich den Klängen des Radios und genossen die relativ leeren Straßen um diese Uhrzeit. Yazhen fiel mal wieder auf, wie gesittet die Japaner doch Auto fuhren, was man auch am Fahrstil von Kaoru merkte und wünschte sich dies für sein Heimatland. Die Chinesen waren alles andere als fürsorgliche Autofahrer...
      Immer mal wieder linste der Dunkelhaarige zu seinem Fahrer, der sichtlich mit der Müdigkeit kämpfte. Er rechnete es dem anderen hoch an, dass er dennoch so überaus vorbildlich fuhr. Sie erreichten den ersten 7-Eleven kurz vor Sonnenaufgang. Die Morgensonne versuchte sich durch die dichten Wolken zu kämpfen, würde aber noch ein wenig brauchen. Der kleine 24-Stunden-Store war an einer Straßenecke und obwohl er unauffällig wirkte, konnte man ihn absolut nicht verfehlen. Lag wahrscheinlich am Logo. Man erkannte einen 7-Eleven wirklich absolut immer. Kaoru steuerte einen der Parkplätze an und brachte den Wagen zum stehen. Kaum hatten sie den Wagen verlassen, stieß ihnen die frische aber doch sehr kalte Morgenluft entgegen. Sie betraten das Geschäft, welcher ebenso typisch für den Store eingerichtet waren und fanden dort einen äußert gelangweilten Kassierer vor. Yazhen konnte es dem Kerl nicht verübeln. Er wollte nicht wissen wie lang die Schicht bereits ging und lieber hatte er Langeweile, als Ärger mit Leuten. Betrunkene Teenies, die an Alkohol kommen wollten, waren hier sicherlich an der Tagesordnung und konnten an den Nerven zerren. Aber so lange es nur das war und kein Überfall, konnte sich der Kerl ganz zufrieden schätzen. Kaoru hatte Yazhen erschreckend zielstrebig verlassen. Als der Chinese aber den Grund erkannte und die Kaffeemaschine entdeckte, musste er sogar ein wenig schmunzeln. Danach wurde der Blick aber ernst und er näherte sich dem Kassierer. Dieser schien wie die meisten Leute durch Yazhen sehr eingeschüchtert zu sein und war urplötzlich in einer vorbildlich kerzengeraden Haltung.
      "w...was kann ich für Sie tun?", stammelte er. Yazhen zückte sein Handy und zeigte ein Bild von Kit dem Kassierer, der große Augen machte. "Haben Sie diesen Jungen gesehen?", kam es ruhig aber sehr nachdrücklich von Yazhen, der nur klare Antworten duldete, was der junge Mann wohl auch bemerkte und fast ein wenig zu heftig den Kopf schüttelte. "Nein!" Yazhen hatte viele Trainingseinheiten zum erkennen von Lügen, weshalb er den Kerl keine Sekunde aus den Augen ließ. Der Knirps schien zwar panische Angst zu haben, aber nicht zu lügen. "Und wie sieht es mit diesem Zeichen aus?", hakte Yazhen weiter nach und präsentierte die Zeichnung von Melody. Man sah dem Kerl das mentale Fragezeichen förmlich an.
      Er hatte keine Ahnung.
      "Nun gut, vielen Dank. Erlauben Sie mir mich in dem Laden umzusehen?"
      "Sicher! Natürlich! Alles was sie wollen!"
      Nur weil der Typ von nichts wusste, bedeutete das nicht, dass er hier keine Hinweise fand.


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    • Kaoru
      Kaum hatte er den ersten Schluck von dem schwarzen Getränk genommen, wirkte er zumindest ein wenig wacher und wurde gleich mit von innen gewärmt. Er glaubte nicht, dass selbst wenn hier illegale Aktivitäten vonstatten gingen eben dieser junge Kassierer hier davon etwas wusste.Mit Sicherheit würde nicht jeder seine Mini-Jobber in solche Sachen einweihen. Und dass Yazhen eine eher beängstigende Aura hatte, machte es in diesem Falle auch nicht unbedingt besser. Der Junge war sichtlich eingeschüchtert und wollte eigentlich nur, dass seine Kunden schnellstmöglich verschwanden. Kaoru nutzte also die Initiative, während Yazhen durch den Laden streifte und sich umsah, selbst zu der Kasse zu gehen und den "Good Cop" zu geben. "Guten Morgen", begrüßte Kaoru ihn mit einem von seinen strahlenden, unschuldig wirkenden Lächeln, während er freundlich den Kopf neigte, seinen Kaffee immernoch in der Hand. Der Kassierer blickte einen Moment Yazhen etwas nervös nach, wurde dann aber ein bisschen lockerer und begrüßte unsicher Kaoru.
      "Ich hätte gerne eine Schachtel von den Zigaretten." Kaoru deutete auf eine der Marken hinter dem Tresen, die am teuersten war. Überrascht nickte der Junge langsam, holte die Schachtel hinterm Tresen hervor und nannte Kaoru den Preis. Dieser kramte erst ein wenig in seiner Tasche herum, ehe er sein Bargeld herausholte und fast das doppelte hinlegte, als er eigentlich bezahlen müsste. "Der Rest ist für dich. Ich hab als Teenager an Tankstellen Nachtschichten gearbeitet. Ich weiß, wie schrecklich die Leute da sein können und mit welchem Scheiß man sich da auseinandersetzen muss. Ich hoffe du hast es also bald geschafft."
      Langsam aber sicher wurden die Augen des Jungen größer und während er im ersten Moment zögerte das Geld anzunehmen, verbeugte er sich bei Kaorus folgenden Worten direkt und bedankte sich mit einem breiten Lächeln.
      Kaoru nahm die Zigarettenpackung und verstaute sie in seiner Jackentasche, bevor er leicht zum Gehen ansetzte, dann aber doch innehielt.
      "Mein Partner und ich sind auf der Suche nach etwas bestimmten, wie er dir sicher schon gezeigt hat. Ich hab keinen Zweifel daran, dass du damit nichts zu tun hast... deshalb die Frage: gab es hier in letzter Zeit irgendwelche seltsamen Vorfälle... irgendwelche Überfälle oder deutlich mehr Gewaltverbrechen, als sonst üblich?" Der Junge dachte kurz nach und nickte dann sehr langsam... fast schon zögerlich. "Ein paar meiner Stammkunden hier haben letztens etwas von halbstarken Teenagern gesagt, die wohl mit echtaussehenden Spielzeugwaffen auf den Straßen herumhantieren... ich kann es selbst nicht bezeugen, aber das meinten einige Leute unabhängig voneinander... mehr weiß ich aber auch nicht."
      Kaoru nickte nachdenklich, entschied sich aber es dabei zu belassen. Der Junge wusste entweder wirklich nichts mehr oder war der beste Schauspieler des Jahrhunderts. "Danke..." Kaorus Augen wanderten zu dem Namensschild des Jungen. "... Kobayashi. Es war mir eine Freude. Sollte dir sonst noch etwas einfallen... kontaktier mich gerne." Kaoru hatte seine Visitenkarte vom Illusion gezückt und dem Jungen gereicht, welcher nun fast schon geschockt auf das schwarze Stück Papier blickte. "Solltest du mal nach Tokyo kommen und einen Job benötigen, kannst du mir natürlich auch schreiben. Ich kann in meinem Club immer neue Leute gebrauchen."
      Noch während Kobayashi eifrig nickte und die Visitenkarte einsteckte, hatte sich Kaoru umgedreht, Yazhen einen kurzen Blick zugeworfen und hatte dann den Laden verlassen. Kaum war er draußen, öffnete er die Zigarettenschachtel, zückte eine der Zigaretten, zündete sie an und nahm schließlich einen Zug...
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    • ___ Yazhen ___

      Yazhen Spezialgebiet waren nicht unbedingt Verhöre, das gab er gerne zu. Meistens hatten die Leute aber einen so großen Respekt vor ihm, dass sie ohnehin mit allem herausplatzen, auch ohne das er böse werden musste. So richtig böse erlebte man den Chinesen ohnehin sehr selten. Er war einfach eher der erschreckend kühle Typ. Emotionsladungen waren nun einmal nicht seine Stärke, was in seinem Beruf aber immer wieder von Vorteil war. Eigentlich war es eher als Tao von Vorteil, wenn man bedenkt das seine ganze Familie zu viel zu vielen Emotionen neigt. Bei Yazhen waren eben nicht mehr so viele übrig geblieben, aber wenn er jemanden nah stand, dann versuchte er sie umso deutlicher zu zeigen, auch wenn man es nicht immer direkt sah. Diese Seite kannten aber auch nur seine beiden jüngeren Geschwister und mehr Liebe schien Yazhen wohl auch nicht zur Verfügung zu haben.
      Oh, abgesehen von Katzen.
      Vielleicht war auch das der Grund, weshalb er als er sich nach weiteren Informationen im Laden umsah, von einer Tasse in Katzenform ablenken ließ. Der Chinese räusperte sich und ging schnellen Schrittes von der Gefahrenquelle davon. Aus den Augenwinkeln erkannte er, wie Kaoru mit dem Kassierer sprach und hörte unauffällig dem Gespräch zu.
      Der Dunkelhaarige war beeindruckend. Wie schaffte er es in diesem Metier noch so ein unschuldiges Lächeln beizubehalten und auch so sanft zu klingen? Kit wird Kaoru sicherlich sehr gemocht haben, auch wenn er nicht dem Bild von Kits Vorstellung von cool entsprach. Nun wer Taejin Hwang cool fand, litt ohnehin an Geschmacksverirrung. Nicht das Taejin schlecht aussah, im Gegenteil, aber sein Charakter erdrückte seine Optik und machte die nette Fassade kaputt. Yazhen liebte Kit, aber über Geschmack ließ sich bekanntlich streiten.
      Er vermisste seinen Bruder...
      Laden Nummer eins erwies sich als Enttäuschung was direkt Hinweise anging, aber der Tipp des Kassierers war eine große Hilfe.
      Spielzeugwaffen,mh?
      Als Yazhen den Laden mit Kaoru verließ, nickte er ihm anerkennend zu. "Ich danke Ihnen Herr Hoshino."


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    • Kaoru
      Er hatte den Laden verlassen und sich direkt eine Zigarette angezündet. Yazhen folgte ihm dicht und blieb schließlich neben dem Japaner stehen, welcher in einer Hand seinen Kaffee und zwischen zwei Fingern derselben Hand seine Zigarette hielt. Sein unschuldiges Lächeln war verschwunden und einmal mehr kehrte der ernste, müde Gesichtsausdruck auf sein Gesicht zurück. "Schon gut. Ich wurde seit ich ein Kind bin immer als Engel von allen betitelt, obwohl ich regelmäßig Mist gebaut habe und wie gedruckt lüge. Die Leute trauen mir grundsätzlich nicht zu böse Absichten zu haben... vielleicht bin ich auch gerade deshalb in der japanischen Unterwelt gelandet." Er zuckte vage mit den Schultern und nahm einen weiteren Zug seiner Zigarette, schloss kurz die Augen, als würde er sich voll und ganz auf den Genuss dieser Droge konzentrieren, ehe er die Augen wieder öffnete und Yazhen direkt anblickte. "Überlassen sie mir ruhig den 'Good Cop' Part. Ich bin gut darin Leute um den kleinen Finger zu wickeln und allein ihre Aura reicht aus, um Normalsterbliche einzuschüchtern... sie haben so eine autoritäre Ausstrahlung, die ganz klar sagt: wenn du dich mit diesem Mann anlegst, dann fang lieber an dein Testament zu schreiben.", meinte Kaoru leicht lachend und warf schließlich seine Kippe zu Boden, trat sie aus und nahm dann einen weiteren Schluck seines Kaffees. Er setzte sich wieder in Bewegung zu seinem Wagen. "Wollen wir zu unserem nächsten Ziel? Vielleicht haben wir da ja mehr Glück... "
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