❣ Red Thread of Fate ❣ [Rheira & Sanjadi]

    • ___ Hayato ___

      Ein wenig tat ihm der Kellner ja schon Leid. Dieser sah so verzweifelt aus, als er die Bestellung seiner jungen Gäste aufnahm, dass Hayato sich fast schon überlegte, nicht doch irgendeinen überteuerten Snack dazu zu bestellen. Nun vielleicht später, nach Alkohol bekam er immer schrecklichen Hunger, aber im Augenblick diente der Alkohol eher ihrer kindischen Interpretation der Wiedervereinigung. Ganz gleich wie seriös sie beide waren und wie perfekt sie ihre Arbeit verrichteten, beide zusammen waren eine Kombination aus puren Kindsköpfen. Nur Taejin kannte diese Seite von Hayato und andersherum war es ebenfalls so. Gelegentlich musste aber auch Chanyeol diesen Modus der beiden ertragen. Allerdings schien den Jüngeren es eher zu amüsieren. Taejin ließ sich vor seinem Bruder allerdings nie ganz so fallen, wie er es tat, wenn er mit Hayato allein war. Besagter Kellner kehrte zurück und hatte versucht die billigen Getränke in schicke Gläser zu verpacken, damit das hier nicht ganz so traurig für ein solch gehobenes Lokal aussah. Hayato lächelte ihn mitleidig an. Armer Kerl. Er würde ihm später ein gutes Trinkgeld hinterlassen. Dann rauschte er auch schon so schnell wieder von dannen, wie er gekommen war.
      Als Taejin plötzlich einen Stift zückte, sah ihn Hayato perplex an. Er war oft mit dem koreanischen Mafiaboss unterwegs, aber das hatte er noch nie gesehen. Chanyeol wirkte dabei ungemein gelassen, als wäre das eine der normalsten Reaktionen, wenn man Getränke bestellte. Nach allem was Hayato nun über Taejin gelernt hatte, konnte er sich denken was dieser getan hatte. Sein Blick wanderte zu seinem eigenen Getränk. Ob es noch mehr gab, dass er über seinen besten Freund nicht wusste?
      Um sich abzulenken und weil es den Blauhaarigen nun mal brennend interessierte, platzte es förmlich aus ihm heraus, mehr über diesen ´Shin ´wissen zu wollen.
      Background-Checks kannte Hayato zu genüge, schließlich machte er das mit den Leuten um sich herum ebenfalls beziehungsweise ließ sie durchführen, aber das es jemanden gab der praktisch nicht existierte, war seltsam und....
      "Und das kommt dir nicht absolut verdächtig vor?" Hayato seufzte. "Ich weiß, dass das wohl in deiner Metier normal ist, aber du weißt absolut nichts über den Kerl. Ist das nicht für dich damit nur noch gefährlicher?" Das man den Kerl Reaper nannte und er eine offenbar perfekte Erfolgsrate hatte, beruhigte Hayato auch absolut nicht. Nein, es machte ihn wahnsinnig wie leichtsinnig Taejin gewesen war, nur weil Mr. Cateye zugegeben unfassbar attraktiv ist. "Chanyeol meinte, du lässt ihn auch verflucht nah an dich ran.......oh Gott, sag nicht du hast mit ihm schon...." Taejin war nicht der Typ der Arbeit und Vergnügen miteinander mischte, aber dieser Shin passte so perfekt zu allen Vorlieben des Koreaners, das Hayato sich langsam nicht mehr so sicher war.


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    • Taejin
      "Nun ja...", setzte Taejin schulternzuckend an, während er sich ein weiteres Glas eingoss. "Eigentlich ist es ein gutes Zeichen, dass man nichts über ihn herausfindet... schließlich spricht das dafür, dass er seine Arbeit verdammt gut macht.", versuchte der Blonde sich schließlich ein wenig zu verteidigen. Er vermied es zu erwähnen, dass er schließlich immer damit rechnen müsse, dass seine Angestellten ihn umbringen wollen, da er sonst befürchtete das Gegenteil zu bewirken und von Hayato direkt mit nach Japan verschleppt zu werden. Stattdessen atmete er tief durch und zuckte leicht mit seinen Schultern. "Seine Erfolgsquote war mir wichtiger. Solange ich ihm genug bezahle, erledigt er loyal seine Arbeit..."
      "Und...", setzte Chanyeol ein. "... sollten deine Feinde ihm mehr bieten, bringt er dich dann mit seiner hohen Erfolgsquote um?" Taejins Blick glitt zur Seite, da er weder Hayato noch seinen kleinen Bruder direkt ansehen wollte. Die beiden hatten gerade wirklich verdammt vorwurfsvolle Blicke drauf. "Höchstwahrscheinlich...", antwortete er mit hauchdünner Stimme, während er in sein Soju Glas blickte, als müsse er genaustens ergründen, was das für eine Flüssigkeit darin war.
      Chanyeol warf währendessen die Arme über den Kopf zusammen, der Frust war ihm offen anzusehen. Er war fassungslos, dass sein Bruder sich solch einer Gefahr aussetzte und da hatten sie noch nicht einmal die wichtigste Frage geklärt, die ihm kurz darauf Hayato gestellt hatte.
      "Für was haltet ihr mich? Natürlich habe ich nicht mit ihm geschlafen! Ich habe meine Prinzipien und ich trenne ganz klar berufliches und Vergnügen.", erwiderte Taejin seiner Meinung nach mit fester Stimme, doch Chanyeol erkannte genau die bröckelnde Fassade und zog die Augenbrauen ein wenig mehr zusammen, während er sich auf dem Tisch etwas vorlehnte und seinen großen Bruder eingehender musterte. "Ich spüre, dass da ein aber kommt... Erzähl schon! Was ist passiert!", murrte der Jüngste am Tisch nun mittlerweile fordernd und bewirkte damit sogar ein leichtes Zusammenzucken von Taejin, welcher einmal mehr die Gläser mit Soju befüllte und dabei dem Tisch deutlich mehr Beachtung schenkte als allem anderen.
      "... vielleicht hatte ich einen schwachen Moment in seiner Gegenwart."
      Stille.
      Er spürte die Blicke der anderen beiden auf sich und wusste nicht wie er dem entgehen könnte. Verdammt, er steckte ja ohnehin schon knietief drinnen... Jetzt gab es eh kein Zurück mehr.
      "Inwiefern?", durchbrach Chanyeol schließlich die Stille und mit der Antwort des Blonden hatte er sicher nicht gerechnet.
      "Nach dem Anschlag auf unsere Mutter hatte ich in seiner Gegenwart einen Nervenzusammenbruch mit Panikattacke, Heulkrampf und allem was das Herz begehrt... und eventuell habe ich ihn, während er versucht hat mich zu beruhigen, geküsst und mich fast schon erbärmlich an den Hals geschmissen. Ich bin nicht stolz darauf und ich würde diesen Abend am liebsten aus meinem Gedächtnis löschen..."
      Fassungslosigkeit zierte Chanyeols Gesicht, ehe er auch nur langsam einen klaren Gedanken formulieren konnte.
      "Verstehst du eigentlich wie gefährlich es ist, dass du dich in seiner Gegenwart so verletzlich gemacht hast? Er hätte dich umbringen können... Tae... wo ist dein gesunder Menschenverstand?"
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    • ___ Hayato ___

      Der Hotelerbe und Chanyeol waren schon immer eine sehr gefährliche Kombination. Vor allem wenn es um Taejin ging. Es gab sogar mal eine Zeit, da hatte der Koreaner ihnen beiden verboten gemeinsam mit ihm etwas zu unternehmen, sondern immer nur getrennt. Da Chanyeol für Hayato aber wie ein kleiner Bruder war und er ihn quasi hatte Aufwachsen sehen, hatte er dieses Verbot nie ernst genommen und den Kleineren weiter mit geschliffen. Taejin hatte sich irgendwann damit abgefunden. Am heutigen Abend verfluchte er sich aber sicherlich dafür, da die Gesichtsreaktionen der beiden identischer hätten nicht sein können. Schock, Fassungslosigkeit und ein ´du willst mich doch verarschen ´waren Emotionen die sich der Reihe nach abwechselten und das komplett synchron. Taejin versuchte sich fast wie ein Teenager vor seinen tadelnden Eltern herauszureden. Es wäre fast schon niedlich wie er reagierte, wenn es nicht so verflucht gefährlich wäre! Die Aussage des Jüngsten in der Runde war berechtigt. Shin würde für genug Geld die Seiten wechseln und das wusste Taejin verflucht nochmal! Er konnte doch nicht wegen einem hübschen Gesicht so leichtsinnig werden! Der Koreaner war zwar nicht unbedingt das was man die Vernunft in Person nannte, aber er war nicht lebensmüde. Hayato starrte ihn einfach nur fassungslos an, ehe er Chanyeol sein Glas reichte und ihn stumm aufforderte ihm bitte nachzuschenken. Dieses Gespräch würde er ohne Alkohol nicht überstehen und Hayato war in der Regel niemand der sich betrank. Chanyeol kam der Bitte glücklicherweise zügig nach und Hayato kippte das Glas direkt hinunter. Der Brünette hatte die Arme über den Kopf geschlagen und Hayato wünschte es sich, es ihm gleich zu tun, musste aber zuerst eine andere wichtige Frage stellen.
      "Aha, du trennst das. Wieso höre ich ein lautes ´aber´?" hakte der Blauhaarige nach und das aber folgte schneller als ihm lieb. So schnell, das Hayato danach noch einmal ein Glas exte.
      Taejin war niemand der Schwäche vor anderen zeigte, außer vor Hayato und selbst das war harte Arbeit gewesen. Shin kannte er kaum und dann das? Nicht das sich Hayato in seiner Rolle angegriffen fühlte, aber war dem Koreaner klar, dass er eine echte Angriffsfläche geboten hatte und einen verfluchten Killer umarmt hatte? Das war als wäre er direkt mit einem Grinsen in eine Kettensäge gerannt!
      "Und...du willst mir jetzt sagen, er hat das nicht ausgenutzt?", hakte Hayato nach und ließ sich nochmal von Chanyeol nachschenken. "Er ist ein verfluchter Ki...." Hayato brach den Satz ab, da er nicht wusste, ob er hier so offen darüber sprechen durfte, dass Shin ein Mörder war, weshalb er sich räusperte. "Der Typ ist gefährlich. Ganz gleich wie gefährlich du sein magst, er hatte sicherlich mehr als genug Möglichkeiten dich mal eben abzumurksen....erklär mir warum. Was hat der Kerl außer einem hübschen Gesicht an sich, dass dich so anzieht? Sein Charisma? Du kennst zig Leute die versuchen dir Honig ums Maul zu schmieren. Sag mir was es ist, das dich so leichtsinnig macht. Ich hab dich noch nie so gesehen Tae....den Blick, den du ihm schenkst."


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    • Taejin
      Der blonde Koreaner wurde bei der Diskussion sichtlich immer kleiner. Es wäre schon eine Sache, wenn nur Hayato so mahnend auf ihn einreden würde, aber Chanyeol und Hayato waren tödlich. Glaubte Taejin eigentlich hier lebendig wieder herauszukommen? Da müsste er sich wenigstens keine Sorgen machen, ob Shin ihn hintergehen und umbringen könnte, wenn es sein bester Freund und sein kleiner Bruder schon vorher erledigten. Ein kleiner Teil von ihm wünschte sich, er hätte es den beiden nie gesagt... allerdings hätten sie es so oder so herausgefunden. Keine Ahnung wie, aber sie hätten schon definitiv eine Möglichkeit gefunden.
      "Ich kann es nicht ganz beschreiben... ich weiß, dass es absolut dumm ist und ich beim ersten Anflug von Anziehung ihn direkt hätte kündigen sollen... aber normalerweise bin ich immer damit klar gekommen. Egal wie attraktiv jemand war, wenn es um Arbeit ging hab ich das ganze klar getrennt, vielleicht etwas geflirtet, aber mehr auch nicht. Normalerweise find ich es sogar relativ unattraktiv, wenn ich jemanden aus dem Arbeitsumfeld... egal welchem von beiden... kennenlerne. Schließlich weiß ich, was dahinter steckt. Shin fand ich aber von Anfang an optisch attraktiv. Auf meine Flirtereien hat er ebenso flirtend reagiert und abgesehen von der körperlichen Anziehung fühl ich mich bei ihm erstaunlich... wohl. Und die Tatsache, dass er mich bei meiner Panikattacke versucht hat zu beruhigen und zu trösten hat dann irgendwie mir noch den letzten Rest gegeben. Ihr müsst mir nicht sagen, wie dumm und gefährlich das ganze ist... ich weiß das besser als ihr beide, schließlich habe ich euch beide knapp 15 Jahre davor beschützt. Hört also auf mir Vorträge zu halten, die ich ohenhin schon weiß. Sagt mir lieber, wie ich diese nervige Anziehung und Gefühle abstelle, damit ich nicht noch einmal diesen Fehler mache und Gefahr laufe von einem extrem heißen... entschuldigt... von Shin umgebracht, ausgenutzt oder gefoltert zu werden. Ihr beide habt wahrscheinlich mehr Ahnung von solch einem Blödsinn als ich. Ich kannte bisher nur Sex und der war nun einmal schön unkompliziert."
      Chanyeol biss sich auf die Unterlippe und tauschte einen Blick mit Hayato aus. Der Jüngste der Runde war bereits seit fünf Jahren in einer festen Beziehung mit seiner Freundin aus Schulzeiten. Es war seine erste und einzige Beziehung seit er 15 Jahre alt war. Er hatte weder zahlreiche Erfahrung was das Thema Sex anging, so wie sein Bruder, da es für ihn immer nur die EINE gegeben hatte, noch hatte er jemals in solch einem Konflikt gesteckt.
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    • ___ Hayato ___

      Glücklicherweise war Hayato niemand der sich von solchen Aussagen beindrucken ließ. Wenn er Taejin Vorträge halten wollte, dann tat er es auch. Das hatte er in all den Jahren Freundschaft schon immer getan und damit würde er auch nicht aufhören, schließlich liebte er diesen Kerl und der Koreaner wusste, dass Hayato es immer gut mit ihm meinte. Hayato war schon immer etwas wie das Gewissen des Koreaners, der ihm dumme Dinge ausredete oder zum Nachdenken brachte. Meistens hörte der Hellhaarige auf ihn, zumindest mehr als auf irgendjemand anderen. Wenn Tae dann doch Mist baute, kam er immer ganz reumütig zu Hayato. Dieses Mal hatte er das nicht getan, sondern erst jetzt mit der Sprache herausgerückt, dass er offenbar Interesse an einem verfluchten Serienmörder hatte. Was war das bitte für ein kranker Fetisch oder war das eben so ein Untergrundding, das der reiche Hotelerbe einfach niemals verstehen würde? Vielleicht gehörte so ein Tick zur Normalität und es war für solche Leute eher unheimlich, wenn jemand ´normal´ war? Ehrlich gesagt wollte es der Blauhaarige nicht unbedingt herausfinden. Taejin hatte sie allerdings so verzweifelt angesehen, weil er wirklich einen Rat brauchte, dass Hayato wusste, dass er ihm irgendwie helfen musste. Er bemerkte den Blick von Chanyeol auf sich. Ähnlich wie der Jüngere hatte auch Hayato nicht so viel Erfahrung in leichten Geschichten wie es eben Taejin hatte. Natürlich hatte der Blauhaarige den ein oder anderen One-Night-Stand in seinem Leben gehabt, aber das war nichts mit dem er sich anfreunden konnte und seine kurze Beziehungsversuche waren fast zu peinlich gewesen, weil er lieber Sex in einer Beziehung hatte. Jetzt aber hatte er endlich jemanden gefunden, den er abgöttisch liebte und Hayato wünschte sich das auch für seinen besten Freund. Immer hatte der Japaner gehofft, das jemand in das Leben des attraktiven Hellhaarigen trat, der ihm all die Flausen austrieb. Nun war dieser jemand ausgerechnet ein Mörder - ganz toll. Wieso konnte bei Taejin nie etwas normal ablaufen?
      "Lass mich dich zuerst etwas fragen. Du sprichst von Gefühlen. Das heißt, dass du mehr als nur Interesse daran hast ihn eventuell flachzulegen oder? Sexuelles Interesse ist eine Sache, die hast du ja öfter, aber du siehst Shin anders nicht wahr? Du willst ihn haben....oder irre ich mich?" Er lehnte sich zurück, während er zu seinem Glas blickte, als hätte Soju die Lösung aller Probleme bereit. Nun noch ein paar und eventuell wäre das sogar der Fall, weil man sich an seine Probleme mit zum Kater am nöächsten Morgen nicht erinnerte. "Ich würde gern sagen halte dich von ihm fern, aber ich glaube das Shin der einzige ist, der dich beschützen kann und der offenbar wirklich Ahnung von seiner Arbeit hat. Verbring mit ihm nicht unnötig Zeit allein die nichts mit der Arbeit zu tun hat. Er hat dich vorhin gebeten dich zu melden, wenn wir hier fertig sind. Du hast getrunken...du wirst dich doch hoffentlich nicht bei ihm melden? Nur weil er dich einmal nicht ausgenutzt hat, bedeutet es nicht, dass er dich nicht unter Alkoholeinfluss ausnutzt oder...umbringt oder beides..."


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    • Taejin
      Er wusste dass dieses Problem, das er da hatte, definitiv nicht normal war und er wahrscheinlich kaum Leute in seinem Leben treffen würde, die dieses Problem überhaupt nachvollziehen konnte. Die Blicke, die Chanyeol und Hayato ausgetauscht hatten, waren ihm nicht entgangen, schließlich hatten beide kaum bis wenig Erfahrungen mit One Night Stands und beide waren aktuell in ihrer ersten richtigen Beziehung mit einer Person, die sie über alles zu lieben schienen. Dies war eine Sache, die Taejin nie hatte nachvollziehen können. Er hatte nie solch ein Interesse an jemanden gehabt, dass er langfristig mit der Person zusammen sein wollte und meist hatte er ungebundenen Sex als deutlich unkomplizierter empfunden. Allerdings hatte er auch nie ein weitestegehend normales Leben geführt, eine Beziehung mit einer unbeteiligten Person wäre gleichzeitig ein Todesstoß gewesen. Hätte er jemals jemanden gefunden, den er aufrichtig liebte, hätte er so oder so die Entscheidung treffen müssen, die Person gehen zu lassen, da er sonst mit einer Beziehung sie als perfektes Ziel für seine Feinde präsentieren würde. Vielleicht hatte er auch deshalb nie eine Beziehung erworgen. Diese Wahrheit hatte sein Vater ihm schon sehr früh eingetrichtert und schließlich wusste er auch, dass seine Eltern mehr oder weniger eine Zweckehe eingegangen waren, da sie beide aus kooperierenden Clanfamilien stammten. Ein weiterer Grund, weshalb der Hwang Clan mittlerweile so viel Macht hatte.
      Chanyeol war mittlerweile sehr ruhig geworden. Der Alkohol wirkte wahrscheinlich bereits gut in seinem Blut und er hatte definitiv ein Level im Gespräch erreicht, wo er selbst nur noch fassungslos zuhören konnte, da er mit seinem zuckersüßen Vanilla-Liebesleben bei dieser Thematik absolut überfragt war. Nicht umsonst hatte er sich früh entschieden nicht bei den Untergrundgeschäften der Familie aktiv zu werden und seiner eigenen Leidenschaft zu folgen. Ein Entschluss, den seine Eltern nur mit Widerwillen akzeptiert hatten, den Taejin aber immer bedingungslos unterstützt hatte. Schließlich reichte es aus seiner Sicht, wenn ein Bruder seine Chance auf ein ganz normales Leben zerstörte... und zu Chanyeol hätte dieses Leben eh nie gepasst.
      "Ich kann es nicht genau sagen...", murmelte Taejin seufzend und leerte sein... wievieltes Glas? Das sechste? Das achte? Keine Ahnung. "Wie gesagt, ich fühle mich wohl in seiner Gegenwart. Ich weiß meine Gefühle nicht wirklich zu deuten, da ich normalerweise nicht über meine Gefühle nachdenken muss und sie auch keine Rolle spielen, aber ja... abgesehen davon, dass er mir optisch zusagt und ich seinen Humor toll finde, verbringe ich einfach gerne Zeit mit ihm und ertappe mich gelegentlich dabei, dass ich mich ihm offenbar von mir aus zu sehr öffne, obwohl ich das nicht sollte..." Er fuhr mit einer Hand über sein erschöpftes Gesicht und blickte zu seinem kleinen Bruder. "Oh Gott, ich klinge wie ein gewisser 15-Jähriger, als er seine Freundin bei der Willkommens-Zeremonie in der Schule das erste Mal getroffen hat." Dafür erntete er einen finsteren Blick von Chanyeol mit einem anschließenden: "Fick dich."
      Dann lauschte Taejin aufmerksam dem Rat seines besten Freundes und atmete langsam aus, während er noch ein Glas Soju trank und dabei die vierte Flasche auf dem Tisch leerte.
      "Also soll ich mich privat so weit wie möglich von ihm distanzieren? Okay... keine Treffen zu zweit, schon gar nicht in meinem Apartment. Möglichst in einer neutralen Umgebung mit anderen Leuten... potentiell mit Kean.", begann der Blonde aus Hayatos Worten zu deuten, ehe er tatsächlich sein Smartphone zückte und in seiner Notizen App besagte Punkte notierte, um sicherzugehen, dass er im nüchternen Zustand diese auch noch nachvollziehen konnte.
      "Ihr wisst, dass ich potentiell dafür eure Hilfe brauche, oder...?" Taejin Hwang fragte nie nach Hilfe... außer wenn es offenbar darum ging von einem Auftragskiller loszukommen. Mal ehrlich, das war nicht nur erbärmlich, sondern irgendwie auch an Absurdität kaum zu übertreffen.
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    • ___ Hayato ___

      Chanyeol wirkte langsam zu benebelt um den Hotelerben einzuschenken, weshalb nun Hayato die Aufgabe selbst übernahm und sich einschenkte. Nicht das er dies nicht selbst tun wollte, aber irgendwie war das wohl so ein Koreading, das er nicht verstand und Chanyeol hatte ihm immer einschenken wollen. Nun, er wollte die Freude dem Jüngeren lassen. Jetzt aber kam außer ein paar biestigen Kommentaren und hin und wieder einem fassungslosen Blick nichts mehr von dem Jüngsten der Runde. Seine Augen schienen eher immer kleiner zu werden und wahrscheinlich würde er bald nicht mehr ganz so gerade sitzen. Der Hotelerbe nutze die Ruhe um einen etwas anderen Ton anzuschlagen. Er wollte wissen, wie genau Taejin über Shin dachte und am ehrlichsten und nun ziemlich sentimental wurde der Koreaner tatsächlich erst, wenn er getrunken hatte. Der Blauhaarige lauschte ihm aufmerksam und nickte. Shin schien wohl nicht nur ein verflucht guter Auftragsmörder sonst auch Manipulant zu sein. Das der Kerl ziemlich intelligent war, hatte er schon früh bemerkt, aber wenn hohe Intelligenz und die Fähigkeit zur Manipulation zusammen kamen, war das gefährlich und Hayato hatte Angst um seinen besten Freund. Ja, Taejin konnte sich verteidigen und das auf alle Fälle deutlich besser als die meisten. Im Vergleich zu ihm war es ja bei Hayato so als würde man einem Kind den Lutscher klauen, aber ein so geschickter Auftragsmörder war eine andere Kategorie. Was wenn er Taejin...nein, daran wollte er nicht denken.
      "Genau das will ich dir damit sagen. Bitte sei vorsichtig und sobald alles erledigt ist, musst du ihn aus seinem Dienst entlassen und hoffen, das er nicht auf dich angesetzt wird. Er scheint sich ja nicht langfristig engagieren zu lassen, damit er euer naja hauseigener Jagdhund wird oder?" Selbst dann war sich Hayato nicht so ganz sicher wie loyal der Kerl war. Schließlich erinnerte er ihn an eine Katze und Katzen suchen sich aus, wem sie gegenüber loyal sind, wenn sie es überhaupt waren ...
      Das Taejin sich plötzlich alles notierte war fast niedlich und ließ Hayato schmunzeln. "Ich helfe dir wo ich dir kann Tae!"

      Das Ende vom Lied war eine ziemlich betrunkene Truppe und die armen Wachleute von Taejin hatten ihre Mühe und Not sie alle unbeschadet in das Auto zu verfrachten, damit sie alle heil nach Hause kamen. Hayato verfluchte sich für seine mangelnde Disziplin, wenn er in Taes Nähe war und Chanyeol schnarchte ihm ins Ohr.
      Währenddessen erreichte eine Textnachricht Taejin.

      ´Ich schätze mal du hast dich betrunken Hübscher, aber ist dein Kopf klar genug, dass ich bei dir später vorbei komme? Ich glaube das könnte dich interessieren oder aber es endet damit, dass du dir endgültig die Kante gibst.´


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    • Taejin
      Das betrunkene Trio war mittlerweile auf dem Heimweg oder besser gesagt auf dem Weg zu ihren jeweiligen Hotels. Chanyeol war auf halben Weg eingeschlafen und schnarchte nun ruhig und selig an Hayatos Schulter, während Taejin sich an seinen besten Freund kuschelte und ihm immer wieder Küsschen auf die Wange drückte. "Ich brauche keinen Mann... und auch keine Frau. Ich hab dich. Jun teilt dich ganz sicher mit mir. Und Sex kann ich mit jeder beliebigen Person haben... Ich brauche keine Beziehungen... keine Liebe... Gefühle...pah! Ich hab doch bereits alles. Mein Körper ist verwirrt. Ich bin sicher nur untervögelt. Sollte ich mir dann noch jemanden fürs Bett suchen? Aber ich bin zu müde fürs Flirten..." Betrunken und nicht wirklich bei klarem Verstand bemerkte der Koreaner nicht das Vibrieren seines Smartphones, welches eine Textnachricht von Shin ankündigte. Stattdessen rutschte der Blonde unzufrieden auf seinem Sitz herum, ehe er sich noch mehr an Hayato schmiegte und einen quengeligen, jammernden Tonfall anschlug. "Hayato... sag mir dass du mich liebst! Du liebst mich doch, oder? Oder hast du mir all die Jahre nur etwas vorgemacht und wolltest insgeheim nur mein Geld? Bin ich dir etwa nicht mehr wert? Was ist mit all den Dingen, die wir zusammen erlebt haben? All die Erinnerungen? Waren sie für dich nichts wert? Hast du das alles nur getan, weil du mich benutzen wolltest? War das dein Plan seit du... warte mal wie lange kennen wir uns jetzt eigentlich?" Taejin hielt inne, um ernsthaft nachzudenken, doch in seinem Kopf passierte rein gar nichts. Kein Rädchen drehte sich und noch weniger fand er eine Antwort auf seine Frage. Viel mehr vergaß er, worüber er gerade allgemein geredet hatte und schwieg dann kurz... ehe sich eine viel, viel wichtigere Frage in den Vordergrund drängt.
      "Oh gott, können wir bitte anhalten?" Kaum hatte er diese Frage formuliert, trat der Fahrer auf die Bremse und Taejin öffnete die Autotür auf seiner Seite um sich äußerst elegant und ganz glorreich auf die Straße zu übergeben. So hatte er sich den Abend nicht vorgestellt, aber er hätte damit rechnen müssen, dass er so endete. "Bitte bringen Sie uns schnellstens nach Hause...", murrte er, nachdem sich sein Magen wieder etwas beruhigt hatte und sie weiterfuhren, während er sich seinen Mund mit Mundwasser reinigte, welches ihm der Fahrer direkt gereicht hatte. Und so wurde zuerst Chanyeol, dann Hayato und schließlich Taejin in ihrem jeweiligen Hotels abgesetzt.
      In seinem Zimmer angekommen öffnete der Blonde sein Hemd bis auf den letzten Knopf, warf seine Jacke und seine Schuhe beiseite, ehe er seine Hose auszog und sich nur noch in offenem Hemd und Unterhose bekleidet auf das Bett warf, eine Spur aus Kleidung ihm von der Eingangstür aus folgend.
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    • ___ Hayato ___

      Wann war er das letzte Mal so betrunken? Er wusste es nicht. Musste beim letzten Besuch von Taejin gewesen sein. Der Hotelerbe trank ja auch nur mit seinem besten Freund so dermaßen viel. Schlechter Einfluss? Wahrscheinlich, aber er liebte diesen Kerl einfach und nur dank dem Koreaner war Hayato nie gänzlich zum kompletten Workaholic mutiert und hatte ein Leben. Ohne Taejin wäre er wahrscheinlich zu einem so emotionslosen Bastard geworden wie sein Großvater. Oh Gott, war er froh, dass er seinen besten Freund hatte! Irgendwie drehte sich der Wagen merkwürdig und Hayato fragte sich, ob die Fahrer wirklich so dumm waren und Tokyo Drift nachstellen wollten. Sie warne nicht in Tokyo verdammt! Chanyeol schlief an seiner Schulter und schnarchte wie der schlimmste Holzfäller Koreas in sein Ohr. Wie konnte aus einem Kind nur so eine Lautstärke kommen? Hayato war fassungslos! Ja,er war fassungslos über alles! In seinem betrunkenen Zustand hatte er ein paar vielleicht nach grammatikalisch richtige Texte an seinen geliebten Jun verschickt, in dem er ihm beteuerte wie sehr er ihn vergötterte. Liebesbekundungen mussten auch betrunken sein. Daran dachte wohl auch Taejin der sich an ihn geklammert hatte und darüber sinnierte wie schrecklich Liebe war und er nur die Liebe von Hayato brauchte. Nun sie waren ja auch wirklich eine ewige Liebe! Sie gegen den Rest der Welt - jawohl! "Du wirst jetzt nicht vögeln...ich kann auch nicht vögeln, weil Jun nicht da ist. Reiß dich zusammen.", jammerte Hayato und nahm das Gesicht seines besten Freundes in die Hände. "Ich liebe dich! Sag sowas nieeeeee wieder. Wie kannst du es wagen. Wir sind die wahre Liebe auf der Welt." Der arme Chanyeol war aufgrund der Bewegung von seiner Schulter gefallen und auf seinem Schoß gelandet. "Chanyeol belästigt mich.", kicherte Hayato amüsiert, während der arme Taejin sich keine Minute später übergeben musste.

      ___ Shin ___

      Shin würde sich nicht als Workaholic bezeichnen, aber wenn er an einer Arbeit interessiert war, dann gab er sich dieser Arbeit auch vollkommen hin. Aufträge von Mafiabossen waren immer besonders spannend und er hatte sich dieses Mal einen verflucht schweren Job geangelt. Shin leckte sich grinsend über die Lippen. Es war in der Tat aufregend und Taejin verlieh dem ganzen eine gewisse Würze. So einen Auftraggeber hatte er noch nie und Shin war fast schon ein wenig traurig, wenn die Mission vorbei war. Vielleicht sahen sie sich für einen anderen Auftrag bald wieder? Mh, so hatte er bislang noch nie einen Auftraggeber gedacht. Schließlich ging es hier nur ums Geld.
      Dennoch hatte er mit einem leichten Grinsen auf den Lippen dem attraktiven Koreaner geschrieben, aber keine Antwort erhalten. Sicherlich war er mit Hayato und seinem kleinen Bruder feiern gegangen und jetzt sturzbetrunken. Es war auch aktuell alles andere als einfach für den Hellhaarigen, es sei ihm also gegönnt. Damit wollte es Shin gut sein lassen. Seine neusten Erfahrungen hatten auch noch bis Morgen Zeit. Als er allerdings einen Telefonanruf von Taejin erhielt und nun mit einem Grinsen dran ging, verschwand dieses schlagartig. Er hörte gurgelnde Geräusche, würgende und keuchen. Wurde Taejin unter Wasser gedrückt? Diese Foltermethode war Shin mehr als nur bekannt.
      "Hey....hallo?" rief er in den Hörer, erhielt aber keine Antwort. Wo waren diese verfluchten scheiß Bodyguards von ihm? Machte hier irgendwer außer er überhaupt seine beschissene Arbeit?
      "Verdammte scheiße!" Durch den Anruf konnte er den Koreaner glücklicherweise leichter orten, zumal Shin ohnehin auf dem Arbeitshandy, welches ihm Taejin gegeben hatte eine Ortungsapp hatte, damit er den Koreaner fand, falls etwas passiert. Verflucht nochmal, er war nicht als Bodyguard eingestellt worden, warum also musste er jetzt den Arsch von diesem Idioten retten? Zugegeben ein verflucht heißer Arsch, aber im ernst, das war nicht seine Aufgabe. Er war Killer und kein Superheld!
      Dennoch rauschte er mit einer solchen Geschwindigkeit durch die Straßen, dass er sicherlich mehr als nur eine Geschwindigkeitsregel gebrochen hatte und zig rote Ampeln ignorierte. Ein Glück war der Japaner ein herausragender Motoradfahrer.
      Moment, seine App zeigte ihm an, dass Taejin bei sich im Hotel war. Die Wachleute kannten Shin inzwischen, aber es gab immer noch den ein oder anderen Idioten, der meinte sich ihm in den Weg zu stellen.
      Shin hatte die Störenfriede nicht getötet, aber sie freundlich daran erinnert, wer er war und wurde durchgelassen.
      Er müsste Taejin noch daran erinnern und ihn auch ermahnen seinen scheiß Zahlencode an der Tür zu ändern, denn den hatte sich Shin selbstverständlich gemerkt, weshalb er auch ziemlich schnell in das Hotelzimmer gab. Wäre eine Hotelkarte nicht sicherer gewesen? Nun die hätte aber jeder Angestellte vom Hotel ebenfalls...
      Der Zahlencode musste geändert werden.
      Da sich ein Feind im Zimmer befinden konnte, hatte sich Shin mit geladener Waffe und auf typisch leisen Sohlen seinen Weg durch das Hotelzimmer gebahnt. Jederzeit bereit den Angreifer auszuschalten.
      Sein Angreifer war allerdings ein Koreaner in Unterwäsche auf seinem Bett und eine Spur von Kleidung auf dem Boden.
      Shin ließ die Waffe sinken.
      "Das ist jetzt nicht dein scheiß ernst..."


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    • Taejin
      Er war für kurze Zeit eingeschlafen, quer auf seinem Bett liegend und ein Bein von der Bettkante herunterhängend, während er nicht wirklich bemerkte, wie sein Türcode eingegeben wurde, das bestätigende Geräusch ertönte, welches mit dem Öffnen der Tür einherging und auch die anschließenden Schritte vernahm er nicht... wobei diese zugegeben auch verdammt leise waren. Erst als er das japanische Fluchen vernahm, erwachte er aus seinem kleinen Schläfchen in seine immernoch nicht nüchterne Form und blickte zu dem dunkel gekleideten Mann am Ende seines Bettes auf, den er selbst in diesem Zustand als Shin identifizieren konnte. Langsam hob der Hwang-Erbe grüßend die Hand und murmelte ein eher undeutliches "Annyeong" an den Dunkelhaarigen, ehe er sich wieder auf das Bett sinken ließ und an die Decke seines Hotelzimmers starrte. "Lustig... ich habe gerade an dich denken müssen...", murmelte der Hellhaarige auf koreanisch mehr in den Raum hinein, als direkt an Shin gerichtet... und dann kehrte eine Erinnerung des Abends zurück. Hayato, wie er Taejin eindringlich zu verstehen gab, dass er Shin als Angestellten nah, aber auf persönlicher Ebene fern halten sollte und sein Selbstschutzinstinkt versuchte diese Regeln daraufhin in sein noch immer vernebeltes Gehirn zu brennen, während sich Taejin einmal mehr aufrichtete und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. Kurz schloss er die Augen, um sich zu sammeln und musste sich schwer beherrschen dabei nicht sofort wieder einzuschlafen. Als er die Augen wieder öffnete, richtete er seinen Blick auf Shin in der Dunkelheit, während er langsam vom Bett rutschte und sich äußerst vorsichtig erhob, um nicht zu taumeln. Er brauchte kaltes Wasser, Katermedizin und ... er blickte an sich herunter... Kleidung. "Was führt dich her?", versuchte der Koreaner so nonchalant wie möglich in Erfahrung zu bringen und realisierte erst jetzt, dass es ihn sorgen sollte, dass Shin unangemeldet mitten in der Nacht in seinem Schlafzimmer stand und er offenbar nicht nur den Türcode kannte, sondern auch von Wachen nicht aufgehalten wurde. Okay... war jetzt der Moment, in dem Tae sterben würde? Noch immer betrunken und nicht mal in der Lage sich angemessen zu wehren? Große klasse... Auf seinem Grabstein würden Hayatos Worte stehen: "Ich hab's dir ja gesagt."
      Er lief ein paar Meter zu einer Kommode hinüber, auf der eine Karaffe mit Wasser stand, welche er direkt an seine Lippen ansetzte und mit einem Zug leerte. Verdammt, war er durstig... Das positive an seinem Zustand war womöglich, dass er nicht einmal soetwas wie Angst in diesem Moment empfinden konnte...
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    • ___ Shin ___

      Der Schwarzhaarige hatte seine Waffe wieder eingesteckt und seufzte schwer. Das durfte doch nicht wahr sein. Er hatte für einen betrunkenen Vollidioten fast einen Unfall hingelegt und unschuldige Wachleute mal eben in die Schranken gewiesen, die wahrscheinlich gewusst hatten, dass der Kerl nur sturzbetrunken war. Eigentlich hätte er auf Absatz kehrt machen sollen. Im gleichen Moment fragte sich Shin aber auch, weshalb er so panisch davon ausgegangen war, dass dem Kerl etwas passiert war. Sicherlich hätte der kleine Bruder sein Gehalt auch bezahlt, warum also war er für Taejin vom einen Ende Seouls zum nächsten gerast? " Annyeong mich auch." brummte er missmutig und beobachtete den Koreaner, der sich in seinem vernebelten Zustand wohl klar machen wollte, was eigentlich los war. Sofern das überhaupt ging, denn so elegant wie Taejin glaubte seine Karaffe Wasser aufzusuchen, war es nicht wirklich und Shin glaubte ein Schritt mehr und der Hellhaarige würde gegen die Kommode laufen. "Was mich herführt? Du hast mich angerufen, kein Wort gesagt und geröchelt wie ein sterbender Schwan. Ich dachte du bist entführt worden. Dabei bist du einfach nur sturzbesoffen. Weißt du wie leichtsinnig das gerade ist?" Shin konnte die Karaffe gerade noch abnehmen, da Taejin diese so nah an den Rand gestellt hatte, dass diese gerade herunterfallen wollte. Shin sah seinen Auftraggeber einen Moment einfach nur an. Obwohl die Augen des Hellhaarigen förmlich an ihm vorbei glitten, wo betrunken wie er war, waren sie dennoch glänzend und wunderschön. Unter anderen Umständen wäre der Anblick in Unterwäsche auch verflucht verführerisch gewesen. Taejin ist verflucht attraktiv, das musste Shin ihm schon lassen. Es wunderte den Auftragskiller nicht, dass der Kerl so viele Bettgeschichten hatte und diese wohl immer von Erfolg gekrönt waren. Mal ehrlich, wenn man sich den Kerl ansah, verstand man es. Das er allerdings kaum auf den Beinen stehen konnte, schwächte den Anblick ordentlich ab. "Wie viel hast du getrunken? Leg dich ins Bett, aber vernünftig. Ich hol dir noch Wasser....starr mich nicht so doof an und tu was ich dir sage. Du darfst mir wieder Befehle geben, wenn du nüchtern bist."


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    • Taejin
      Er verarbeitete die Worte des Japaners, der ihn darüber unterrichtete, dass Taejin wohl einen Hosentaschenanruf getätigt und Shin diesen völlig falsch interpretiert hatte. Dennoch... warf das definitiv Fragen auf. Einmal mehr zog der Hwang-Erbe die Augenbrauen zusammen, nachdem er eine Wasserkaraffe komplett geleert und anschließend fast zu Boden geworfen hatte. "Selbst wenn ich dich angerufen habe... warum bist du hergekommen? Hosentaschenanrufe sind doch nicht selten... oder?", murmelte Taejin ein wenig verwirrt, ehe er zu seinem Bett zurückkehrte und sich schließlich auch noch seines Hemds entledigte, welches ohnehin kleidungstechnisch gerade keinen weiteren Zweck erfüllt hatte. Er ließ sich auf der Bettkante nieder und äußerte im nächsten Moment genau jenen Gedanken, den er wohl wahrscheinlich lieber nicht laut äußern sollte... doch Trunkenheit war so ein Problem... man traf dumme Entscheidungen, weil man nicht oder zu spät nachdachte. "Du, hier, um diese Uhrzeit, in meinem verschlossenen Hotelzimmer mit Wachpersonal... man könnte meinen du bist hier um mich umzubringen... ", äußerte Taejin, während er der dunkeln Gestalt in der Finsternis einen langen Blick schenkte. Dies könnte sich jetzt auf zwei Weisen fortsetzen... erstens, Shin bestätigte ihm diese Annahme und zückte seine Waffe. Zweitens, er würde das verneinen und schlichtweg wieder gehen. Dann wiederum bestünde die Frage, warum er tatsächlich hier aufgetaucht war... beziehungsweise warum er noch nicht in dem Moment verschwunden war, als er realisierte, dass er sich bei der Deutung des Anrufs geirrt hatte. Also war doch erstens deutlich wahrscheinlicher. Er hatte angenommen Taejin läge im Sterben oder wäre schwach und schutzlos und kam um ihm den Rest zu geben... Und woher wusste er eigentlich wo sich Tae befand? Taejin schmerzte der Kopf fürchterlich, aber er zwang sich dazu klar zu denken. Er hätte nie so viel trinken dürfen, Hayato holte aus ihm das schlimmste heraus... selbst wenn er ihn dafür liebte.
      Vorsichtig ließ Taejin seine Hand unter sein Kopfkissen gleiten, wo eine Handfeuerwaffe ruhte... zur Sicherheit, sollte er gleich um sein Leben kämpfen müssen.
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    • ___ Shin ___

      Dieser Suffkopf hatte mit einem allerdings Recht. Was genau hatte Shin hier eigentlich zu suchen? Er hätte es gern darauf geschoben, dass ihn keiner bezahlen würde, das war aber Quatsch. Genauso gut hätte er es gern darauf geschoben, dass es für ihn wie ein Versagen wirkte, wenn sein eigener Auftraggeber drauf ging und nicht er der Grund dafür war. Ja, eigentlich klang das glaubhaft und wäre passend für ihn. Allerdings wusste der Japaner, dass dies nicht der Grund war. Er konnte andere belügen, aber nicht sich selbst. Wenn er also ehrlich war, dann wusste er nicht einmal genau, warum er gerade für den Typen sämtliche Verkehrsregeln gebrochen hatte. Nicht, dass er jemals auf Regeln sonderlich viel Wert gelegt hätte. Warum also war ihm der Koreaner wichtig genug, dass er sich vergewissern wollte, dass es ihm gut ging. Weil er ihn gut leiden konnte und das bei seinen Auftraggebern selten der Fall war? Weil er ihn bereits einmal so verletzlich gesehen hatte und dieses Bild nicht mehr aus seinem Kopf bekam? Diese verweinten und doch strahlenden Augen, das Zittern seines Körpers, der Geruch seines Parfüms mit der schweren Note und wie er sich an ihn schmiegte....
      Verflucht nochmal.
      Klar fand er Taejin attraktiv, er hatte schließlich Augen im Kopf. Aber das hier ging zu weit. Der Auftragsmörder hatte bereits damals schon eine Grenze überschritten. Jetzt tat er es wieder.
      "Wenn ich vor hätte dich umzubringen, dann hätte ich dafür genug Gelegenheiten gehabt. Außerdem würde ich das niemals auf eine so peinliche Art machen, wofür hältst du mich bitte? Jemanden betrunken zu überfallen? Du könntest mir schon etwas mehr Stil zutrauen. Du brauchst deine Hand nicht unters Kissen zu deiner Waffe schieben, du würdest höchstens die Wasserkaraffe treffen. Ich hab nicht vor dich umzubringen, also entspann dich." Wenigstens hatte er sich ins Bett gelegt. Shin war in die Küche gelaufen, öffnete den Kühlschrank und entdeckte dort noch Wasserflaschen, von der er sich eine gegriffen hatte und mit dieser zurück zu Taejin kehrte. Er stellte die Flasche auf den kleinen Tisch neben dem Bett. "Ich verschwinde wieder."


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    • Taejin
      "Du unterschätzt meine Zielgenauigkeit, was das Schießen angeht.", murrte der Koreaner auf die Worte des Japaners hin, dennoch ließ er von seiner Waffe ab und holte seine Hand unter dem Kissen hervor, ehe er sich ordentlich auf sein Bett legte, seine Bettdecke über sich zog und förmlich in das Bett einkuschelte. Er vernahm, wie Shin meinte, er würde gehen und einmal mehr kam ihm das Gespräch mit Hayato in den Sinn. Er ermahnte sich innerlich: Lege Regeln fest! Mach es klar, sodass es nicht weiter eskaliert.
      Nach einem kurzen Moment der Stille in dem er sich versichert hatte, dass Shin noch nicht das Hotelzimmer verlassen hatte, räusperte Taejin sich. "In Zukunft treffen wir uns nicht mehr hier. Ich werde den Wachleuten hier ausrichten, dass du keinen uneingeschränkten Zutritt hast und ich werde den Türcode ändern. Weiterhin... würde ich dich bitten es zu unterlassen meinen Standort zu orten, während ich privat unterwegs bin und sollte erneut solch ein Anruf passieren, leg einfach auf und ignoriere ihn. Du bist nicht mein Bodyguard und du wirst auch nicht dafür bezahlt. Konzentrier dich auf deine Aufgabengebiete und dann können wir beide bald schon unserer Wege gehen.", formulierte der Hwang-Erbe weitestgehend entschlossen, während er in Embryonalstellung eingerollt in seinem Bett lag und nur hoffte, dass er trotzdessen ein Hauch von Autorität in dieser Situation bewahrte. Schließlich war das, dass er da sagte nicht verkehrt und es zu verbalisieren half ihm durchaus die Regeln von Hayato ein wenig mehr zu verinnerlichen. Mal ehrlich wahrscheinlich würde alles besser werden, wenn sie endlich wieder getrennte Wege gingen und Taejin zu seinem alten Lebensstil zurückkehren konnte. Keine Unsicherheiten mehr! Er musste bestimmter sein und die Grenzen deutlicher abstecken. Schluss mit mit den schlechten, emotionsgeleiteten Entscheidungen, er war lang genug schwach und selbst wenn Shin ihn nicht hinterging, würde er nach dem Auftrag so oder so verschwinden. Besser er klärte es jetzt, bevor es zu spät war.
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    • ___ Shin ___

      Ganz ehrlich? Ihm brummte der Schädel. Was zur Hölle hatte er sich bitte dabei gedacht, wie ein Vollidiot durch halb Seoul zu rasen - die Betonung sollte darauf liegen, dass es sich hier um Seoul handelte und er sich hier mehr schlecht als recht zurecht fand - um zu seinem Auftraggeber zu eilen? Es ging hier nicht um die Arbeit, sondern weil er geglaubt hatte diesem Kerl sei etwas zugestoßen. Er war kein verfluchter Bodyguard und an sein Geld würde er ohnehin kommen. Warum also führte er sich so idiotisch auf? Shin könnte sich ohrfeigen. Würde er das seinem besten Freund erzählen, nun er war auch sein einziger echter Freund, würde dieser selbst sagen, er benahm sich wie ein Vollzeit-Trottel und das sollte schon was heißen, sein Freund war so gesprächig wie ein Goldfisch. Als er gerade die Wasserflasche auf den Tisch stellte, vernahm er die gesagten Worte des Koreaners und schnaufte amüsiert hörbar aus. Ein kluger Vorschlag. "Aaah, lass mich raten, der Vorschlag kommt von Hayato und deinem Bruder? Schlaue Jungs, du solltest auf sie hören.", ein Grinsen lag auf den Lippen des Auftragsmörders wie es immer der Fall war. Ihm wurde einmal gesagt, er erinnerte die Leute an die Grinsekatze von Alice im Wunderland. Er wusste alles und war irgendwie gruselig. Allerdings war dem Japaner gerade gar nicht nach Lachen oder Grinsen zu mute, auch wenn er es tat und er wusste nicht einmal warum ihm das Gesagte so viel ausmachte. Es war besser so und er sollte Hayato dafür danken, dass er dem Blonden Vernunft eingeredet hatte. Shin war schließlich ein verfluchter Mörder und hier sollten keine Freundschaften geknüpft werden, schon gar nicht irgendetwas darüber hinaus. Sie waren schlichtweg eine Zweckgemeinschaft. Shin öffnete den Reisverschluss seiner ledernen Motorradjacke und fischte dort einen Schnellhefter heraus. Trotz all der Panik, nahm er seinen Job immer noch ernst und dieses Ding war eigentlich auch der Grund weshalb er Taejin sehen wollte. Ja, verdammt nur deshalb! Er warf es auf den Wohnzimmertisch. "Schau es dir in Ruhe an. Es wird interessant für dich sein, sobald das Essen stattfindet. Ich habe nicht nur bei deinem Verräterfreund ein wenig in der Schmutzwäsche gegraben." daraufhin hob er nun wirklich die Hand und ging zur Tür. "Ach und denke wirklich an den Türcode." daraufhin schloss er die Tür und verschwand so schnell wie er wieder gekommen war.
      Er hatte Kopfweh.
      Er brauchte heute Abend was zu Trinken.
      Man, er hasste Seoul jetzt schon.


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    • ~ 2 Tage später ~

      Taejin
      Er betrachtete sich im großen Spiegel seines Hotelzimmers. Wenn alles nach Plan lief würde er nach dem heutigen Abend wieder in das Hauptanwesen der Familie zurückkehren und nicht länger in einem Hotelzimmer schlafen, welches für seine Ansprüche viel zu wenig grün besaß. Ernsthaft? Zwei Pflanzen und keine von beiden war echt?! Er fühlte sich, als würde er hier ersticken.
      Er drehte sich vor dem Spiegel, betrachtete seine mühsam gestylte Frisur, ebenso wie sein kariertes Jacket, welches Chanyeol am gestrigen Abend von einer Shoppingtour mitgebracht hatte, die er heute mit Hayato im Nobel-Shoppingviertel Seouls fortsetzen würde. Zwar wussten alle, dass das nur Beschäftigungstherapie für die beiden war, damit sie weit entfernt von dem Treffen und in einer großen Menschenmenge waren, um nicht womöglich Opfer eines Anschlags zu werden. Zudem hatte Taejin seine vertrauenswürdigsten Bodyguards ihnen mitgeschickt. Lieber ihm selbst passierte etwas, als den zwei wichtigsten Menschen in seinem Leben.
      Er drehte sich noch einmal zufrieden vor dem Spiegel, ehe er ein subtiles, aber angenehmes Parfüm auflegte und schließlich sein Hotelzimmer verließ, um Kean im Flur davor zu begegnen, welcher nur darauf gewartet hatte, dass er fertig wurde. Mit Shin war die ganz klare Vereinbarung getroffen wurden, dass sie einander erst bei dem Treffen in einem Konferenzsaal von Hayatos Hotelkette treffen würden, um auf Abstand zu bleiben. Normalerweise fanden Clanmeetings immer im Hwang-Haupthaus statt, welches aber dank des Anschlags noch immer wieder aufgebaut und renoviert wurde und Taejin ohnehin wenig motiviert war, einen Verräter einmal mehr in sein Haus einzuladen. Also ging es für sie alle an einen neutralen Ort.
      Taejin hatte Hayato allerdings vorgewarnt, dass es laut werden könnte und der Konferenzsaal potentiell anschließend renoviert werden müsste. Der Japaner hatte nur abgewinkt und gemeint, dass das Hotel eh älter sei und mal wieder einen neuen Anstrich benötigte.
      "Sind Sie bereit?", erkundigte sich Kean, welcher auf seinem Tablet noch einmal einige Dokumente gegencheckte und dabei erstaunlich entspannt wirkte, wenn man bedachte, dass er ebenfalls wusste was heute Abend geschehen würde.
      "Fahren wir.", bestätigte Taejin und stieg schließlich in die schwarz Limousine ein, welche direkt besagtes Hotel anfuhr.

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    • ___ Shin ___

      Die letzten 2 Tage hatte er Taejin fast überhaupt nicht zu Gesicht bekommen und wenn dann nur ganz kurz in der Begleitung von Kean. Der Koreaner schien sich die Sache wohl wirklich zur Herzen zu nehmen und auf Abstand vor dem Auftragsmörder zu gehen, was nur klug war und bewies, dass selbst in einem Mafiaoberhaupt noch ein Funke Vernunft steckte. Shin wusste, dass das nur richtig war und auch seinen Nerven gut tat, allerdings fühlte es sich merkwürdig an. Der Schwarzhaarige nicht gedacht, dass er einmal das Herumalbern mit Taejin vermissen würde, ebenso wie ihre kleinen Flirtereien. Es hatte Spaß gemacht und erschreckenderweise hatte sich Shin der Nähe des viel zu reichen Kerls wohl gefühlt.
      Okay, es war wirklich die beste Idee sich von ihm fern zu halten. Auch Shin musste sich langsam mal wieder auf die Reihe kriegen. Darum hatte er es sich zur Aufgabe gemacht den kompletten Abend durchzuplanen. Der Perfektionist in Shin musste immerhin seine perfekte Erfolgsquote aufrecht erhalten. Er hatte diesen unmöglichen Auftrag ausgeführt, hatte den Hwangs bewiesen, dass er sein Geld mehr als nur Wert war, eine Clanintrige aufgedeckt und mal eben noch genug anderen Scheiß der hinter dem Rücken der Hwangs lief aufgedeckt. Alles in allem war es perfekt gelaufen und wenn der Abend vorbei war, dann war die Mission beendet. 1A mit Sternchen würde Shin behaupten.
      Eine Sache hatte er allerdings nicht mit eingeplant, warum zur Hölle vor seinem Hotelzimmer plötzlich Angestellte von Taejin aufgetaucht waren und ihm vermittelt hatten, er könne zum Familienessen keinesfalls in Lederjacke auftauchen.
      Eigentlich hatte der Japaner vor sie alle zum Teufel zu jagen, allerdings hieß es wohl, dies war Anweisung seines derzeitigen Chefs und Shin liebte Geld zu sehr, um sich jetzt quer zu stellen, also hatte er seufzend klein bei gegeben.
      Die Koreaner hatten allerdings einen sehr fraglichen Geschmack was Mode anging. Könnte aber auch daran liegen, dass Shin sonst nur schwarz trug. Vielleicht mal weiß oder grau, vielleicht aber auch nur vielleicht dunkles blau, aber dann hörte es mit seiner Toleranzgrenze auf.
      Jetzt sah er aus wie ein Schauspieler aus einem überkitschigen K-Drama, der einen Möchtegern Bodyguard darstellte. Mit dem Petrol hatte er versucht sich irgendwie abzufinden, aber warum musste diese überteuerte Sonnenbrille sein, die sicherlich so viel wert war wie ein ganzes Auto?
      Seufzend stand der Japaner angelehnt an der Hotelwand und wartete auf den Wagen seines Chefs.


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    • Taejin
      Sobald sein Wagen vor dem Hotel zum Stehen kam, entdeckte der Chaebol auch schon Shin an dessen Eingang, welcher entgegen seines sonstigen Looks wie ein Pinguin aussah, so komplett im Anzug mit Krawatte und sogar einer Designersonnenbrille. Taejin hatte zwar Leute zu ihm hinüber geschickt, damit der Japaner hier nicht in Lederjacke aufschlug, dennoch hatte er nicht damit gerechnet, dass seine Designer gleich so übertrieben haben. Klar, die Farbe stand Shin unfassbar gut und mal ehrlich: welcher Mann sah nicht in einem maßgeschneiderten Anzug umwerfend aus? Trotzdem war das einfach nicht Shin... vielleicht war es aber besser so. Dann spukten Taejin nicht ganz so viele Gedanken darüber im Kopf herum, wie verboten gut der Dunkelhaarige aussah.
      Taejin stieg zusammen mit Kean aus dem Wagen aus und während sein Assistent dem Japaner kurz zunickte und dann das Gebäude betrat, blieb Taejin kurz vor Shin stehen und musterte den anderen amüsiert. "Als ich meinen Designern sagte, sie sollen dich wie einen Bodyguard aussehen lassen, hab ich nicht damit gerechnet, dass sie so maßlos übertreiben. Ich bin mir grad nicht mal sicher, ob nicht sogar dein Outfit teurer als meines ist.", entgegnete Taejin amüsiert an Shin gerichtet, ehe er seine Hände in seinen Hosentaschen vergrub und mit einem einfach Kopfnicken andeutete, dass er ihm hinein ins Gebäude folgen sollte. Ehrlich gesagt war es schön mal wieder mit Shin zu reden, selbst wenn es nur geschäftlich war... was es ja von nun an auch nur noch bleiben sollte.
      In der Lobby des Hotels erkannte Taejin bereits viele bekannte Gesichter, dessen Gesichtszüge sich aufhellten, kaum entdeckten sie den Hwang-Erben mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen. Natürlich handelte es sich bei dem Lächeln nicht um ein echtes, aber er konnte gut schauspielern und wollte den Vorhang noch nicht vor Beginn des ersten Akts fallen lassen. Es drehte ihm den Magen um, mit dem ein oder anderen Clan-Mitglied zu interagieren, dessen Treue er in der letzten Zeit klar infrage stellen musste und als sein Blick auch noch auf Hyunjun fiel, der geradewegs das Foyer durchquerte um Taejin in eine enge Umarmung zu ziehen, hätte Taejin sich am liebsten direkt übergeben... und eine Kugel in den Kopf des Verräters befördert. Aber er musste sich gedulden und gute Miene zu bösem Spiel machen. Deshalb umarmte er den anderen ebenso eng, tauschte Freundlichkeiten mit ihm aus und plauderte über alte Zeiten als sie als Kinder noch zusammen gespielt hatten. Das alles fühlte sich so falsch an.
      Schließlich ergriff jedoch Kean das Wort und bat alle Anwesenden in den vorbereiteten Konferenzraum, in dem sich Taejin an dem Kopfende des Tischs niederließ, Shin dicht hinter ihm stehend und die restlichen Clanmitglieder um den Tisch verteilt. Dann sollte das Schauspiel also beginnen.
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    • ___ Shin ___
      Er fühlte sich schrecklich unwohl in dem maßgeschneiderten Anzug, welcher ihm wohl extra für den heutigen Tag angepasst worden war. Shin wollte lieber nicht wissen, woher Taejins Leute seine genauen Maße kannten. Wahrscheinlich hatten sie aus der Garderobe seine Lederjacke geklaut oder sonstiges. Manchmal war es besser, gewisse Dinge nicht zu hinterfragen. Da Shin aber verflucht nochmal jemand war, der all diese Dinge hinterfragte, würde er Taejin früher oder später darauf ansprechen. Sobald er sich in diesem Ding bewegen konnte. Shin hatte nichts gegen Anzüge, aber dieses überteuerte Designerstück und diese Modesonnenbrille waren zu viel des Guten. Außerdem konnte ihm kein Hollywood- oder Koreaactionschauspieler weiß machen, man konnte vernünftig in einem Anzug kämpfen - Schwachsinn. Der Auftragsmörder würde dieses Jackett später so schnell ausziehen, so schnell konnte keiner der Anwesenden auch nur das Wort ´Waffe´ aussprechen. Was gäbe er jetzt für ein einfaches Shirt und seine schwarze Jeans. Wenigstens durfte er seine eigene Unterwäsche behalten...
      Den Koreaner schien der Anblick natürlich mehr als nur zu amüsieren. Eine kleine Stimme in dem Japaner freute sich zwar über das Grinsen das ihm Taejin nach den letzten 3 Tagen schenkte, aber das es auf Kosten seiner Kleidung war, hatte irgendwie einen deprimierenden Beigeschmack. Vielleicht war das ja Taejins Rache für irgendetwas, dessen Grund der sonst so schlaue Japaner noch nicht rausgefunden hatte? Sicherlich hatte der Hellhaarige einen Plan ausgeheckt, warum ausgerechnet Stylisten bei ihm aufschlagen mussten, die aussahen wie aus einer schrecklichen Verarsche von dem Capitol aus den Tributen von Panem.
      Shin musterte das Mafiaoberhaupt der Hwangs einen Moment. Er sah wieder furchtbar gut aus und auch wenn Shin all diesen Designerfummeln nichts abgewinnen konnte, sah Taejin damit immer verboten attraktiv aus. Der Schwarzhaarige hatte schließlich Augen im Kopf. "Schön das ich zu deiner Belustigung beitrage.", schnaufte Shin amüsiert und folgte seinem Auftraggeber dann in Richtung Trauerspiel.
      Natürlich hatten sich alle wie die Hühner um Taejin gescharrt, heuchelten Komplimente und verdeutlichten die absolute Clanliebe. Shin wusste nicht ob er sich übergeben oder lachen sollte. Taejin wiederum sah aus, als hätte er sich am liebsten erstem gewidmet. Als Kean der Wort ergriffen hatte, hatte Shin seinen Auftraggeber leicht an der Schulter berührt und ihn in den Raum geführt, damit er von Hyunjun wegkam. Er hatte Taejin bereits gesagt, dass er sich um das eklige kümmern würde, Tae dafür jetzt aber Stärke beweisen musste. Er sollte alle Verräter vor versammelter Mannschaft hochnehmen, seriös und kalt. Stärke der Hwangs. Verrat musste bestraft werden und der Rest sollte dieses Ereignis denkwürdig in Erinnerung behalten, dafür würde Shin sorgen. Shin blickte zu Kean. Er hatte dem treuen Assistenten seines Vorgesetzten ein Video zukommen lassen, welches er Kean gebeten hatte später abzuspielen, wenn ihr Verrätervögelchen alles leugnete.


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    • Taejin
      Er war Kean fast schon dankbar, dass dieser das Wort ergriff und die anwesenden Mitglieder des Clans nun aufforderte in den Konferenzsaal zu gehen und Shin schien sogar Taejin helfen zu wollen, ein wenig Abstand zwischen sich und Hyunjun zu bekommen. Mal ehrlich, Shin, Kean und Tae waren die einzigen anwesenden, die um den Verrat wussten, weshalb die übermäßige Freundlichkeit und Nostalgie des Verräters fast schon an Dreistigkeit und Unverschämtheit kaum zu überbieten war. Hätten sie keinen konkreten Plan, hätte Taejin dem Verräter am liebsten hier und jetzt in der Lobby mehrere Kugeln in den Kopf gedrückt, doch er musste sich noch ein bisschen gedulden. Nichtsdestotrotz wollte er mehr denn je Blut sehen und dürstete förmlich danach. Es würde kein erfolgreicher Tag werden, wenn nicht mindestens fünf Leute heute sehr blutig ihr Leben verloren.
      Sie alle betraten den Konferenzsaal, wobei Taejin sich natürlich sehr prominent platzierte, Kean und Shin dicht bei sich und alle drei bis an die Zähne bewaffnet. Nun gut... wann waren sie das nicht?
      Taejin wartete einen Moment, bis Kean die Anwesenheit aller überprüft hatte und damit bestätigte das keiner fehlte. Fast schon ein wenig zu einfach, oder nicht? Tae hatte beinahe damit gerechnet, dass er ein paar der Verräter anschließend jagen müsste. Nun, das war definitiv besser für sie. Und Tae hatte diesen Saal auch gut genug preparieren lassen, sodass die anderen keine Chance gegen sie hatten. Oh, er würde diesen ersten Schritt der Rache in vollsten Zügen genießen.
      "Willkommen.", begrüßte der Hwang-Erbe schließlich die Anwesenden fast schon feierlich und setzte sein strahlendstes, gefälschtes Lächeln auf, welches er zustande bekam... und offenbar wirkte es überzeugend genug, denn die meisten anderen wurden davon förmlich angesteckt.
      "Nach den schockierenden Ereignissen der letzten Wochen, bin ich erleichtert euch alle wohlauf zu sehen. Denn wenngleich unsere Feinde einen hinterhältigen Anschlag auf meine Mutter und unser Anwesen verübt haben, lässt sich der Hwang-Clan so leicht nicht unterkriegen. Wir trauern nicht, wir vergelten..." Begeistertes Jubeln der Anwesenden ertönte, wenngleich sie noch nicht zu ahnen schienen, in welche Richtung sich diese Ansprache entwickeln würde.
      "Seit diesem Anschlag lag meine Mutter im Krankenhaus. Ich muss oft an den Tag zurückdenken, als ich nach Südkorea zurückkehrte, um sie an ihrem Krankenbett zu besuchen. Ich dachte mir... wir erbärmlich muss ihr Angreifer gewesen sein, dass er es nicht einmal wagte sie von angesicht zu angesicht zu attackieren. Was für ein jämmerliches Geschöpf ehrt nicht einmal einen simplen Kodex, der clanübergreifend bekannt ist? Ich meine... wir alle wissen, meine Mutter ist noch nie die beste mit Schusswaffen gewesen, mit Messern wusste sie aber umzugehen. Wieso also kein fairer Kampf auf Augenhöhe?" Empörtes Raunen ging durch die Menge, hauptsächlich von jenen Parteien, die den Hergang des Anschlags gerade das erste Mal hörten oder von jenen, die solch ein ehrenloser Angriff entsetzte. Und dann gab es die Fraktion, die einfach ruhig blieb. Starre Blicke, fokussiert auf Taejin, ohne selbst etwas über die eigene Gedankenwelt preisgeben zu wollen. Taejin ließ seinen Blick umherschweifen, während er eine kurze Redepause machte und blieb schließlich bei Hyunjun hängen, dessen Kiefer leicht angestrengt zu zucken schien. Ein kleines amüsiertes Grinsen schlich sich auf Taejins Lippen und er erhob sich von seinem Platz, griff nach einem Glas mit Rotwein vom Tisch vor sich und begann langsam um die Anwesenden herumzuspatzieren, während er sein Glas interessiert musterte und seine kleine Geschichte fortsetzte.
      "Aber ich kam über diesen Schock hinweg. Meine Mutter ist schließlich stark und war nie in tatsächlicher Lebensgefahr. Das wiederum sprach für einen Stümper. Nicht nur einen Feigling, sondern auch noch einen stümperhaften Feigling. Ein wenig hatte ich ja Mitleid. Mal ehrlich... bewegt man sich in unseren Kreisen und vollzieht dann solch einen lächerlichen Anschlag... ich würde nicht mehr in den Spiegel blicken können."
      Taejin trank einen Schluck seines Weins, musterte erneut die Anwesenden und spürte die zunehmende Anspannung. Es war offensichtlich, dass dies keine Motivationsrede war und vermutlich spürten die meisten in welche Richtung sich das hier potentiell entwickeln könnte.
      "Natürlich bin ich seither nicht tatenlos geblieben. Egal, wie unbedeutend der Angriff auch war, es war immer noch ein Angriff gegen den Hwang-Clan. Es war ein Angriff gegen meine Familie. Und darauf bin ich nicht sonderlich gut zu sprechen. Ich vermutete also diverse Feinde des Clans zuerst, welche mir schon seit Jahren drohen und einfach nicht ihren Rand halten können. Doch woher wüssten diese Feinde wo sich meine Mutter aufhielt und wie man auf unser Gelände gelangt. Also schloss ich diese aus."
      Taejin nahm einen weiteren Schluck des Weins und leerte das Glas, wobei er hinter einem der ältesten Unterstützer seiner Mutter stehen blieb, welcher allerdings Taejin immer als unfähig erachtet hatte. Er war keiner dieser Verräter. Er hätte Taes Mutter soetwas nie angetan und Taejin mutmaßte, dass einer der Gründe dafür war, dass dieser Mann ehrliche Gefühle für sie besaß, die er wahrscheinlich bereits seit Jahrzehnten zu vergraben versuchte. Er hatte Taejins Mutter unter Beobachtung einige Male im Krankenhaus besucht und wenngleich der Blonde den älteren Mann absolut nicht ausstehen konnte, musste er ihm auch ein wenig Respekt zollen, dass er dennoch ein solch treuer Anhänger der Hwangs war. Taejin lief weiter.
      "Dann überprüften wir, ob es sich vielleicht um einen Unfall handelte. Ein Gasleck... ein Funken... nein, ausgeschlossen. Es handelte sich definitiv um einen Angriff. Also erwog ich die letzte Gruppe an Verdächtigen... unsere engsten Vertrauten." Die letzten Worte hauchte Taejin mit einem eisigen Unterton, während er sich die Zeit nahm jedem einzelnen von ihnen direkt in die Augen zu sehen, deren Blicke eine Mischung aus Schock, Panik, Angst und... erneut blieb sein Blick bei Hyunjun hängen. Keine Angst spiegelte sich in seinen Augen wider. Nur Trotz, als wäre er ein kleines Kind, dem man verboten hatte mit seinem Lieblingsspielzeug zu spielen.
      "Und genau in dieser Gruppe von Verdächtigen wurden wir doch tatsächlich fündig. Nicht ein Verräter, sondern gleich fünf hatten sich wohl wie die feigen, geldgierigen Ratten zusammengefunden, um ihrer persönlichen Erbärmlichkeit Ausdruck zu verleihen. Wer wäre also besser geeignet, als ein alter Kindheitsfreund, dessen ganze Familie stets meine unterstützt hatte. Niemand würde damit rechnen." Mittlerweile war Taejins Blick komplett auf Hyunjun fixiert und es war für alle Anwesenden mehr als offensichtlich, wer der eigentliche Gesprächspartner von Taejin Hwang aktuell war.
      "Taejin... mach dich nicht lächerlich... als ob ich...", versuchte Hyunjun den Blonden zu beschwichtigen, wobei Taejin nicht glaubte, dass er überhaupt selbst dachte damit erfolgreich sein zu können. Taes Griff um das Weinglas wurde fester, ehe er es mit voller Kraft gegen die nächstgelegene Wand schmiss und mit diesem kleinen Wutausbruch den Verräter zum schweigen brachte.
      "Oh... entschuldigt. Da ist mir wohl etwas aus der Hand gerutscht.", zuckte Taejin mit den Schultern, ehe er den Tisch weiter umrundete und amüsiert die Augenbrauen hob. "Was wolltest du sagen Hyunjun? Ich habe dich nicht ganz verstanden? Es klang beinahe, als wolltest du lächerliche Ausreden und Ausflüchte vorbringen, weshalb du nichts damit zu tun haben kannst.", erwiderte der Hwang-Erbe und wusste sehr wohl, dass er sich mittlerweile auf ganz dünnem Eis befand. Jeden Moment könnte einer von ihnen austicken und Taejin angreifen. Doch amüsanterweise verspürte Taejin keine Angst... nur das Adrenalin, welches durch seine Adern floss.
      "Wieso sollte ich deiner Familie schaden? Ich liebe deine Mutter als wäre sie meine eigene! Das ergibt doch gar keinen Sinn.", versuchte Hyunjun den Ausbruch schließlich herunterzuspielen und suchte bestätigende Blicke unter den Anwesenden, die er zumindest von den anderen vier Verrätern bekam, die ein paar Worte des Zweifels äußerten.
      "Okay... wenn ihr so spielen wollt. Ich habe euch die Chance auf eine ehrenhafte Revolte angeboten, aber offenbar habt ihr nicht wirklich das Blut eines Hang-Clanmitglieds in euch, wenn ihr nicht einmal zu euren Taten steht."
      Und damit übergab Taejin das Wort an Kean, welcher schließlich das Videomaterial von Shin besaß.
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