___ Hayato ___
Hayato würde sich nicht unbedingt als einen ungeduldigen Menschen bezeichnen. Nun, er hatte zwar nicht die Gelassenheit dieses Kerls auf der Rückbank, aber in der Regel konnte der Geschäftsmann seinen Gemütszustand ziemlich gut im Zaum halten. Gerade aber musste er gestehen, dass er wie auf heißen Kohlens saß. Taejin wollte ihm nicht weiter erläutern, was es genau mit dem Zustand seiner Mutter auf sich hatte. Allerdings war sein bester Freund auch mehr der Mann der Tat und so wie er den Koreaner kannte, würde er ihm zeigen was los war, bevor er sich mit langen Reden aufhielt. Zu Reden würde es aber mehr geben als ihnen wahrscheinlich beiden lieb war. Dennoch wollte Hayato Klarheit. Natürlich konnte er sich seinen Teil denken, aber er wollte es selbst von dem Hellhaarigen hören. Der millionenschwere Hotelerbe war nicht der Typ für Vorurteile, er bildete sich lieber sein eigenes Bild und er würde Taejin niemals verurteilen. Wozu? Er hatte ihm nie geschadet oder schlecht behandelt. Er konnte nicht für andere sprechen, aber für ihn war der Koreaner immer der perfekte beste Freund gewesen. Krimineller Hintergrund hin oder her, er würde nicht vergessen was sie beide gemeinsam erlebt hatten. Allerdings würde er lügen, würde er behaupten das ihn die Sache nicht extrem schockierte. Hayato wusste, dass er nicht so gefasst bleiben konnte wie er es sonst war und die blutigen Details wollte er dann doch lieber erspart bekommen. Untypisch nervös blickte der Hotelerbe aus dem Fenster des Wagens, während sie ein Krankenhaus ansteuerte, in dem wohl Taejins Mutter untergebracht war. Über die komplette Fahrt sagte der Schwarzhaarige auf der Rückbank kein Wort. Nicht das ihn Hayato für sonderlich gesprächig einschätzte, allerdings war dem Blauhaarigen nicht entgangen wie genau er sie beobachtete. Ob der Schönling wohl wirklich als Bodyguard agierte? Allerdings war der Kerl sowas von Taes Beuteschema...
Als sie aus dem Wagen stiegen, hatte sich sein bester Freund an besagten hübschen Katzenjungen gewendet und um Zeit für sich und Hayato gebeten.
Wanzen?
Shin sah Taejin einen Moment genauer an, ehe er kommentarlos nickte und sich auf den Weg machte. "Über ihn werden wir wohl auch noch sprechen...",murmelte Hayato und folgte seinem besten Freund in den Krankenhausflur, in welchem sich auch Taejins Mutter befand.
Hayato kannte Taejin von Kleinkindalter an, demnach war auch die Mutter des Koreaners praktisch so etwas wie seine Tante. Die Entfernung war für beide Familien kein Problem, schließlich lag es wohl kaum am Geld, dass sie sich Sorgen um irgendwelche Reisekosten machen mussten. Er hatte demnach die Familie des Koreaners so oft besucht, das ihm irgendwann die Einrichtung der Familie als normal vorgekommen war. Hayato hatte sich da er es nicht anders von den Hwangs kannte, nie über die skurillen Bodyguards gewundert, welche aussahen wie Schwerverbrecher oder den Yakuza-Flair, denn die ganze Mannschaft ausstrahlte. Wobei in Korea die Mafia eher nicht vertreten ist, eher gesagt sind es alles Untergrundgruppen ...
Nun Hayato würde wohl bald wirklich erfahren, was hinter all dem streckt. Gerade als die Tür geöffnet wurde und Hayatos Blick geschockt auf die Mutter des Koreaners fiel, wurde er schon angehalten still zu sein.
Als Taejins alles analysiert hatte und dann schilderte was vorgefallen war, war das Nicken des Hotelerben mehr automatisch und er lief fast ein wenig roboterartig an das Krankenbett. "Ich habe sie noch nie so.....verletzlich gesehen. Tante Hwang war für mich immer die mächtigste Frau der Welt...." Liebevoll nahm er die Hand der Dame in seine und strich über ihren Handrücken. "Tae...es tut mir so Leid. Kann ich irgendetwas tun?"

ღ For my lovely Warlock ღ