[2er RPG] Taranokes Schlacht

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    • Der letzte, verbliebene Kopfgeldjäger stemmte sich, ein ganzes Stück von Flora entfernt, benommen nach oben. Der Stoß hatte ihn doch tatsächlich kurzzeitig außer Gefecht gesetzt, was ihn viel mehr ärgerte, als der Blick auf seine toten Kameraden. Aber zumindest war er selbst noch so bei Sinnen, dass er das ferne Hufgeklapper hörte, das aus den Tiefen des Waldes zu ihnen durchdrang und sich schnell näherte.
      Sein Blick schoss zu Flora hinab, die mit ihrem Bein deutlich länger zu kämpfen hatte und ihm bereits mörderische Blicke zuwarf, dann sah er zu Codren hinüber, die bereits auf die Knie gesunken war und ihn gar nicht mehr beachtete. Der Elf war spurlos verschwunden. Er könnte Flora noch erwischen, sie lag nur zwei Schwertlängen von ihm entfemt‚ ein Sprung, ein gezielter Schlag und das Licht würde aus ihren Augen erlischen. Aber dann musste er noch ihren Kopf abtrennen, denn ohne dem würde er kein Gold bekommen, und es war doch stark zu bezweifeln, dass sich die nahende Reiterguppe ihm anschließen würde. Nein, beschloss er kurzerhand, das Vergnügen würde er an einem anderen Tag erleben. Und dann würde er sich gebührend für seine gefallenen Mitstreiter rächen.
      Also spurtete er an Flora vorbei, stopfte sich das Schwert hastig unter den Gürtel und schwang sich auf das nächstbeste Pferd, das er finden konnte. Ein Blick noch zurück zu den beiden Frauen, eine unausgesprochene Prophezeiung, die sie bis zum letzten Tag verfolgen sollte, dann gab er dem Tier die Sporen und galloppierte auf das freie Feld hinaus. Wenige Sekunden dauerte es nur, dann tauchte auf dem Weg zwischen den Bäumen die Reiter auf, die sich ihnen im hohen Gallopp näherten.

      Man konnte auf den ersten Blick schon erkennen dass es sich um Soldaten handelte. Die vordersten beiden, ein Mann in voller Montur und daneben ein Elf, der wegen seinen Ohren eine etwas speziellere Art von Helm tragen musste‚ preschten bereits voran, über die Leichen hinweg, die verstreut auf dem Weg lagen, begleitet von dem schallenden Ruf des Elfen: "Da vorne!" Sie machten nicht Halt und steigerten sogar die Geschwindigkeit, als sie den Flüchtenden auf dem offenen Feld entdeckten. Der eine Soldat zog unter dem Reiten einen Jagdbogen aus der Satteltasche.
      Ihre Begleitung, drei weitere Soldaten, die lediglich leichte Rüstung trugen, wurden allerdings langsamer und die erste sprang schon bei Flora hinab, eine Frau mit blonden Haaren und ebenmäßigem Gesicht.
      "Geht es dir gut?", fragte sie, unnötigerweise, doch mit einem mütterlichen Klang in der Stimme. "Bleib liegen, ich helfe dir."
      Die anderen beiden, eine Frau und ein Mann, stiegen, ein Stück weiter weg, selbst ab und die Frau eilte zu Codren, die schwankte. Ein entsetztes Luftschnappen, gefolgt von dem widerlichen Geräusch, mit dem man sich übergab, war daraufhin das einzige Geräusch und lockte den Mann herbei, der wohl mehr Nerven mit Anblicken dieser Art hatte. Codren selbst bekam davon nur am Rande mit. Sie hatte schon vor ewigen Minuten ihren Schmerz herausschreien wollen, aber dazu hatte sie jetzt keine Kraft mehr. Vor ihren Augen tanzten sich verdichtende, schwarze Flecken umher, während ihr Leben mit jedem Tropfen Blut herausfloss.
      "Auf den Rücken mit ihr", bellte der Mann in Befehlston, obwohl von der Frau keine Hilfe zu erwarten war. Deren flüssiges Mittagessen verdünnte sich schon mit der Blutpfütze, in der Codren schon seit geraumer Zeit saß und sich jetzt von selbst zur Seite fallen ließ. Die Flecken vor ihren Augen zogen sie in ihre Dunkelheit hinein.
      "Hey! Aufwachen!" Eine gezielte Ohrfeige und ihre Augenlider flatterten nach oben. Sie wollte was sagen, etwas sinnvolles, aber heraus kam nur ein schmerzerfülltes Stöhnen, das nicht ansatzweise seinen Zweck erfüllte. Die Gestalten vor ihren Augen zogen sich wieder allmählich zu einer schwarzen Masse zusammen. Sie war schon bleich im Gesicht.
      "Herrgott", murmelte der Soldat und zückte sein Messer, mit dem er ihr einen Streifen ihres Hemdes abschnitt.
      "Hol Rhyge zurück, Kana! Er soll sie mit irgendeinem Zauberspruch heilen!"
      Die angesprochene, die wohl Kana hieß, erhob sich mit bebenden Knien und fuhr sich mit dem Handrücken über die feuchten Lippen, ehe sie zu ihrem Pferd stolperte.
      "Beeil dich!", bellte er und schnürte mit dem Streifen Stoff Codren's Arm ab. Eine Ohrfeige folgte und Codren öffnete die Augen wieder halb. Eine zweite und sie fing erneut das Stöhnen an.
    • Vorbei. Endlich war es vorbei. Der letzte hätte Flora eigentlich erwischen können, der der Zusammenstoß hatte sie wohl heftiger erwischt, als ihr Ziel. Und das nur, weil ihre Beinkraft einen winzigen Moment vor ihrem Zauber nachgelassen hatte, und sie eher wie von Geisterhand getrieben auf ihren Gegner zu flog.
      Weitere Leute kamen plötzlich angeritten, weshalb der Kopfgeldjäger sein Heil wohl in der Flucht suchte. Ob er es schaffen würde? Die berittene Gruppe trennte sich. Während einige dem Jäger nach ritten, kamen die anderen zur Kutsche, sprangen von den Pferden und teilten sich rasch auf, um beiden Frauen Hilfe zukommen zu lassen.

      Eine Frau half Flora schließlich sich aufzusetzen. "Ja, ja, mir geht es gut. Etwas erschöpft. Und mein Bein ...", antwortete Flora auf ihre Frage hin.
      Flora begutachtete ihre Wunde. Sie hatte es schon gespürt. Die Klinge war vergiftet gewesen. Und dieses fraß sich gerade durch ihre Nerven und würde bald zu gefährlichen Entzündungen ausarten.

      Die Frau meinte, das man dieses am besten mit Magie und guten Heilkräutern behandeln sollte. Aber Flora legte die Hand auf jene der Frau. "Keine Sorge, das Problem kann ich selbst lösen."
      Die Hand glitt auf ihre Wunde und mit "SEPTO" entfernte sie die giftige Substanz. Für weitere Anwendungen fehlte ihr aber momentan die Kraft. Sie sah danach zu den anderen rüber, die sich nun um Codren kümmerten. Gut, ihre Armwunde wurde versorgt, so würde sie nicht verbluten. Aber, für die Hand war es wohl zu spät. Und Corin? Wo war Corin? Lag er irgendwo ... nein, er war geflohen. Warum? Hatte es etwas mit dem Überfall zu tun? Fürchtete er noch weitere, wenn er in der Nähe der Frauen blieb? Jetzt konnte sie ihm nicht mal ausfragen, was es mit Double Face auf sich hatte. Zwei Gesichtiger. Eine verborgene Seite von ihm. Vielleicht war er ein Verbrecher, und auf der Flucht? Oder gar selbst ein Kopfgeldjäger, und suchte er deshalb nach der Königin?
      Die Fragen würden sich wohl so schnell nicht beantworten lassen.

      Dann rief der Mann etwas zu der anderen Frau, die wohl sichtlich durch Codrens Verletzung mit ihrer Standhaftigkeit zu kämpfen hatte. Kurz darauf schwang sie ich auf ihr Pferd und ritt den anderen Nach, die dem Jäger folgten. Für Flora konnte das nur eines bedeuten. Das es schlimmer sein könnte, als es aussah. Sie sollte jemanden holen. Vielleicht einen, der sich mit sowas aus kannte. Vielleicht gar ein Magier der Heilkunst? Flora wurde schmerzlich bewusst, das sie noch keine Fortschritte in Heilmagie erarbeitet hatte. Ihr fehlte bisher die Zeit dazu, und unterwegs das Arbeitsmaterial, die Bücher.
      Wie sollte es jetzt bloß weiter gehen? Es war die Hand, in der Codren ihr Schwert führte. Auch sie hatte sich fürs Kämpfen ohne Schild ausgesprochen. Das hatte Vor und Nachteile. Letztere waren es, das man gegnerische Hiebe in der Regel nur mit Rüstung oder Waffen blocken konnte. Und ihr Gegner hatte sie schutzlos erwischt, und vermutlich für immer entwaffnet.
      Eine letzte Hoffnung keimte in dem Mann, den die Frau holen sollte.
      "Mir geht es soweit gut. Bitte schau zuerst, ob du ihm helfen kannst.", meinte Flora zu der Frau bei ihr. Auch wenn Flora noch mehr Verletzungen hatte, waren diese für sie im Moment unwichtig geworden.
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    • Es dauerte eine ganze Weile, in der der Soldat bei Codren in regelmäßigen Abständen vor sich hinfluchte und ihr dann eine Ohrfeige verpasste, damit sie die Augen wieder aufschlug. Mittlerweile brauchte es drei Schläge, bis sie die Augen wieder halbwegs öffnete und er ihr dann ins Gesicht brüllen konnte, dass sie nicht einschlafen durfte. Für Codren machten die Worte schon lange keinen Sinn mehr. Sie hörte sie, aber sie konnte darauf nicht reagieren.
      Schließlich kamen die übrigen drei tatsächlich wieder, der Elf mit der Soldatin vorneweg, die ihn schnurstracks zu Codren führte, der voll-montierte Soldat weiter hinter und in seinem Schlepptau der Kopfgeldjäger, dem man kurzerhand die Hände an den Sattel gebunden hatte. Er sah ziemlich ramponiert aus und hatte selbst mit dem langsameren Tempo des Pferdes beachtliche Schwierigkeiten, humpelnd mitzuhalten.
      Der Elf sprang noch im Ritt mit einer grazilen Bewegung hinab und eilte mit großen Schritten an Codren's Seite, nicht aber ohne darauf zu achten, nicht in das viele Blut zu treten. Schließlich blieb er mit einem Abstand zu ihr stehen, bevor er sich den Helm abzog und ihn der Soldatin in die Hand drückte. Langes, blondes Haar, das wie Gold im Licht schimmerte, fiel seinen Rücken hinab. Er musste nur einen prüfenden Blick auf den Stumpf werfen, so schien es zumindest, dann streckte er die Hand aus und murmelte in einer tiefen Stimme fremde Worte, die in seinem Mund beinahe wie der Text einer Ballade klungen. Neben und unter Codren fing das ganze Blut merklich an zu vibrieren und dann, sehr zum Missfallen der Soldatin, die sich zur Seite beugte um das letzte Bisschen aus ihrem leeren Magen zu würgen, floss das Blut langsam und träge zurück in den Stumpf. Codren, die mit einem Mal hellwach wurde und nicht wusste, ob der gleißende Schmerz von ihrem eigenen Blut stammte, das gegen den Strom in ihren Körper zurück floss, oder von der ständigen Berührung mit dem Stumpf, schrie auf und warf sich zur Seite, aus dem Griff des Soldaten, der sie zwar zu packen versuchte, aber ins Leere griff. Der Zauber brach urplötzlich ab und der Elf verzog angewidert die Miene. Der Mann in der Rüstung hingegen, der Codren's Geschrei gar nicht beachtete, so als wär sie gar nicht da, kam bei ihnen an, stieg von seinem Pferd und zog den Mann hinter sich her, der keine drei Schritte lief und in den Dreck fiel. Keiner von beiden machte sich die Mühe, ihn wieder auf die Beine zu bekommen.
      "Wen haben wir da erwischt?", fragte der Soldat mit einer fast vergnügten Stimme in die Runde hinein, das Gesicht verdeckt von seinem massigen Visier. Flora, die sich dazu erbarmte ihm zu antworten, erregte damit die Aufmerksamkeit des Elfen, der so abrupt zu ihr hinübersah, als ob er sie gerade erst entdeckt hätte. Seine grünen Augen bohrten sich in die von Flora ein und er wandte sich mit wehendem Haar zu ihr um, um dann mit energischen Schritten vor sie zu treten. Fast schon drohend starrte er auf sie hinab und verharrte dort für ein, zwei Sekunden, bevor er sich umdrehte.
      "Ich bin kein richtiger Heiler", verkündete er in grimmigem Tonfall. "Wir gehen zu Istarra und kümmern uns dort um sie. Um die beiden." Er sah wieder zu Flora, eindringlich und drohend. "Und dann werdet ihr uns erzählen, was Vultjag's Schergen mit euch zu tun haben."
      So sattelten sie wieder die Pferde, die beiden Damen wurden in die Kutsche gesetzt, die die blonde Soldatin führte, und der Rest machte sich auf den Weg in den Wald hinein.

      Istarra war eine überschauliche Kleinstadt auf einer freien Grünfläche, die, wie die Felder davor schon, ringsum von Wäldern in der Ferne eingegrenzt wurde. Sie überquerten einen rauschenden Fluss, dessen Brücke aus dem Tor bestand, das somit offen lag, und betraten die gepflasterte Straße. Hier herrschte reges Treiben, vor allem aber ein Durcheinander aus Menschen und Elfen. Man konnte nicht wirklich erkennen, wem was gehörte, ob sich beide zusammenschlossen oder sich getrennt hielten, denn überall gab es von jedem etwas und nirgends sah man eine Gruppe, die aus nur einer Rasse bestand. Dennoch, und das ließ sich wohl dem mysteriösen Elfen zuschreiben, der bis dahin noch nicht einmal seinen Namen genannt hatte, teilte sich die Meute vor ihnen und machte großzügigen Platz für die kleine Gruppe. Sie ritten ungestört voran, hielten auf den Marktplatz zu und bogen kurz davor doch noch einmal ab, um in einer äußerst edlen Wohnsiedlung in einen Hof einzufahren und dort die Pferde anzuzäumen. Es kamen ihnen zwar keine Diener entgegen, aber als der Elf ungeduldig an die Tür hämmerte, machte ihm eine junge Elfe auf, die ihm sofort und ohne weitere Fragen die Tür ganz öffnete und zur Seite ging, um ihn eintreten zu lassen.
      "Botschafter Rhyge ist im Hause!", verkündete sie mit einem schallenden Ruf und klärte somit zumindest den Rang des Elfen auf.
    • Flora saß bei Codren in der Kutsche, deren Fahrgestell sie sanft durch den Wald fahren ließ. Ihre Wunde war zunächst gut versorgt wurden, und Flora war Zeuge, als der Elf ihr verlorenes Blut wieder in den Körper fließen ließ. Das machte ihr Hoffnung. So würde sie zwar nicht verbluten, aber ihre Hand war nun auch nicht mehr zu retten. Dennoch wurde sie mitgenommen, denn man konnte ja nie wissen.
      Für die Kleinstadt, die recht edel wirkte, hatte Flora nur wenig Augen. Natürlich spähte sie aus dem Fenster um zu erfahren, wohin man sie brachte und schließlich hielten sie an einem Hof und der Elf klopfte drängend an die Tür, während Flora über ihre Kameradin wachte alsdie anderen Codren aus der Kutsche trugen und zur Tür folgten.
      Der elf sprach zu einigen, verlange nach diesem und jenem Heiler. Jeder sollte seine Meinung dazu äußern, und er erklärte, welcher Art Verletzung die Frau unterlag. Auch das Flora wohl noch etwas heilende Kräfte vertragen konnte.
      So wurden beide wieder getrennt. Flora überreichte dem Heiler, der sich um sie kümmern sollte, die Hand in einem Stoffbündel.
      Ein weiterer kümmerte sich jetzt um Flora und untersuchte sie, gab ihr etas zu trinken und bald waren ihre Wunden förmlich verschwunden, und durch das Getränk steigerte sich ihr Wohlbefinden.
      Sie fragte nach Codren, wie es ihr ginge, und wie es um ihre Hand stünde. Sie erhielt jene Nachricht, die sie erwartet hatte. Die Hand war nicht länger mit Leben erfüllbar.
      Aber sie hatten trotzdem Glück, denn es gab einen Fähigen Heiler, der etwas Neues versuchen wollte. Eigentlich war es bekannt, aber nicht in dieser Form. Flora hörte ihm zu und nickte. Codren würde es sicher vorziehen, ein Schwert in Händen halten zu können, um noch irgendwie Flora vom Nutzen sein zu können.
      "Tut mir einen gefallen. Nutzt für das Feuer, mit der ihr die Hand schmiedet, Codrens echte Hand. Verbrennt sie im Schmiedefeuer zu Asche und fügt sie dem Metall zu. So kann man die Hand nicht als verloren, sondern eher als verwandelt betrachtet. Eine Lebenslange Veränderung."
      Man stimmte zu. Es würde etwas dauern. Sofort machte sich jemand auf, einen Schmied zu holen. Die anderen säuberten nochmals die Wunde, maßen den Armstumpf aus und bereiteten alles für die Operation vor.
      Natürlich würde man den Unterarmstumpf möglichst Menschenecht aussehen lassen. Man entfernte noch einen Teil des Knochens, um das geschmiedete Metall einzuführen, und so noch etwas Fleisch und Haut darum belassen zu können. Nur die Spitze, wo die Hand aufgeschraubt oder unter anderen Möglichkeiten befestigt werden sollte, zeugte von einem hellen Metall. Es würde ein paar Tage dauern, ehe alles verheilt war, denn alles durfte jetzt nicht mit Magie erldigt werden, denn der Zauber im Unterarmmetall musste nun mit dem Körper in Einklang gebracht werden.
      Eine Nacht verging, und dann brachte man die Hand, um sie anzubringen. Sie passte perfekt. Hier allerdings wirkte sie wie ein mit Metall beschlagener Handschuh. Eine gleiche Variante ga es auch für die andere Hand. So konnte sie ggf. eine Weile verbergen, das sie nur eine echte Hand hatte. Es würde auch zur Gewöhnung helfen.
      Flora verbrachte viel Zeit bei Codren und wachte an ihrem Bett. Man versicherte ihr, das Codren keine Schmerzen haben würde, aber wohl noch einige Übungen mit der Hand ausführen müsste. Ab und zu erkannte Flora das Zucken der Finger. Der Zauber schien zu wirken.
      Bald würde sie erwachen.

      Der Elf, der sie her brachte, hatte Fragen an Flora. Sie meinte, das sie diese bei Gelegenheit beantworten würde, wenn Codren erwacht wäre. Dann wäre es einfacher. Widerwillig stimmte er zu. Aber trotzdem setzte er nicht mehr als 2 Tage Gastfreundschaft an. Dann müsse Flora ihm Rede und Antwort stehen. Immerhin ging es um die Kopfgeldjäger Vultjags, und weshalb er sie auf sie angesetzt hatte. Am Ende waren sie womöglich Verbrecher und wenn man sie übergab, könnte das durchaus auch von Vorteil sein. Aber, wollte man das überhaupt?
      Vermutlich nicht, denn Flora Goldfield war vom Adel und die Tochter vom Grafen Robert Goldfield. Und die Elfen hatten ja auch einen Pakt mit der Familie.

      In all der Zeit hatte man natürlich versucht den Kopfgeldjäger auszupressen. Zuerst bot man ihm den einfach Weg an, danach folgten einige Handgreiflichkeiten, aber er schwieg. Zunächst sperrte man ihn weg. Vielleicht bekam man alle Antworten auch von Flora geliefert. Befragen konnte man ihn dann auch später noch mal.
      Eines war jedenfalls sicher. Er hatte eine gute Ausbildung genossen, und besaß Talent. Auch das Talent Folter auszuhalten. So schnell würde man aus dem wohl nichts rauspressen können. Vielleicht in Gegenwart von Flora? Manchmal wurden solche Leute dann redseliger.

      Der zweite Tag war angebrochen und auch kurz nach Mittag schlief Codren noch. Flora saß neben dem Bett in einem Stuhl und hatte die Augen nachdenklich geschlossen. Die Arme vor der Brust verscränkt, ein bein über das andere gelegt, grübelte sie über das weitere Vorgehen. Heute musste sie Antworten liefern. Aber sie musste auch bald weiter, zu Brerandt.
      Eine abgedeckte Schüssel mit Suppe stand neben dem Bett auf einem Nachttischschränkchen. Flora hatte sie ebenfalls vorgesetzt bekommen. Leicht und bekömmlich. Ein Kräutersuppe, mit etwas Speck.
      Vielleicht vermochte es der Duft Codren zu erwecken. Ihr Magen hatte sich jedenfalls schon einigemale bemerkbar gemacht.
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    • Als Codren erwachte‚ kam sie so schnell zu Bewusstsein, dass sie noch gar nicht merkte, dass sie wach war. Sie starrte einige Sekunden lang an die Decke, regte sich nicht, hatte noch nicht ganz das Gefühl für ihren Körper wiedergefunden, und bemerkte dann erst Flora, die neben ihr auf das Bett gelehnt saß. Sie hob ihren Arm ein wenig und berührte das Mädchen, ohne die Berührung zu spüren.
      "Flora?" Und dann, aus reiner Gewohnheit: "Geht es dir gut?"
      Da erst bemerkte sie die Panzerhand an ihrem Arm und selbst mit Flora's Erklärung brauchte sie eine ganze Weile, bis sie es verstanden hatte.
      "Ja", murmelte sie, "Ich erinnere mich. Vultjag's Bastarde. Sind sie tot?"
      Flora klärte sie über den Rest auf und währenddessen fand Codren langsam in ihren Körper zurück. Sie spürte ein Jucken in ihrem Arm, unter der Haut, von dem sie sich denken konnte, dass sie es nie erreichen würde. Mit Flora's Hilfe aß sie etwas von der Suppe und konnte sich dann aufsetzen, kurz bevor eine junge Elfe hereinlugte.
      "Ahh!"‚ rief sie aus und lief aufgeregt hinein als sie sah, dass Codren wach war. "Wunderbar. Der Herr wird schon ganz ungeduldig. Hier liegen Eure Kleider, zieht Euch um, bevor er kommt." Sie achtete gar nicht auf Proteste, sondern lief schon weiter zum Fenster, um es eilig aufzureißen. Ein paar gemurmelte Worte, ein kleiner Singsang und durch das Zimmer rauschte ein einzelner, kalter Luftzug, der sämtliche Gerüche mit sich hinauszutragen schien. Sie knallte das Fenster wieder zu, eilte zu Codren's Bett und schüttelte unaufgefordert ihr Kissen aus, allerdings wahrscheinlich eher um der Ankunft des Herrn gerecht zu werden und nicht, um Codren einen Gefallen zu tun. Dasselbe tat sie mit der Decke und achtete mit größter Peinlichkeit darauf, dass sämtliche Falten verschwanden. Dann war sie auch schon wieder verschwunden und ließ die beiden Frauen zurück. Codren sah ihr fassungslos nach und zog sich dann erneut mit Flora's Hilfe an. Ihr Blick hing dabei fasziniert an ihrer Hand, die sich zwar Iebensecht bewegte, aber eben kein Gefühl mehr übermittelte. Daran würde sie sich gewöhnen müssen.

      Schließlich mussten doch die beiden auf den Botschafter warten, der wohl nicht im Haus zu sein schien und erst einmal geholt werden musste. Als er dann doch eintrat, in eine dunkle Kettenrüstung gekleidet, die so gar nicht zu seinem glänzend goldenen Haar passte, und mit einem strengen Blick die Tür hinter sich schloss, gab es wohl keinen Ausweg mehr.
      "Nun, da die werte Dame endlich aufgewacht ist", brummte er und zog wie ein schleichendes Raubtier durch den Raum zum Ende des Bettes hin, "Könnt ihr mir in aller Ausführlichkeit berichten, was geschehen ist und weshalb Vultjag seine persönlichen Kopfgeldjäger auf euch hetzt."
      Flora erzählte ihm gerade so viel, wie er wissen musste und Rhyge im Gegenzug starrte sie so giftig an, wie sein makelloses Gesicht es zuließ. Als sie geendet hatte, wirkte sein Blick so, als wäre nicht ein Wort von dem eben gesagten in seinem Kopf verblieben. Er starrte Flora noch immer unentwegt an und schließlich, als würde er sich selbst von etwas Iosreißen, stolzierte er zu ihr hinüber und blieb so dicht vor ihr stehen, dass seine langen Haare ihre Wangen streiften. Seine Augen waren verengt, sein Blick eindringlich und sein Kiefermuskel angespannt.
      "Was ist das", knurrte er schließlich, ohne den Blick von Flora zu lösen. "Dieses Glimmern. Dieser Funken." Unvermittelt griff er Flora ans Kinn und drückte es nach oben, während Codren sich im Bett anspannte. Ihre Hand glitt unter der Bettdecke langsam zu dem Dolch an ihrem Gürtel. Rhyge starrte Flora weiter intensiv in die Augen.
      "Was ist das? Das kann es doch nicht geben. Woher hast du das gelernt, Mensch? Woher?" Er ließ sie abrupt los und richtete sich auf, starrte mit finsterem Blick auf sie hinab.
      "Was hat sie gelernt?"‚ fragte Codren, die bereit war, sich mit einem Messer auf ihn zu stürzen, wenn er Flora weh tun sollte, ungeachtet aller Verluste.
      "Die Magie. Zauberei. Woher kannst du das? Wen hast du angestiftet es dir beizubringen?"
    • Kurz bevor Flora gehen wollte, erwachte Codren und machte mit einer Berührung auf sich aufmerksam. Natürlich fragte sich Codren, warum sie nichts davon spürte. Selbst in einem Handschuh tat man das in der Regel, und wenn es nur die Bewegung der Finger selbst gewesen wäre. Aber da war nichts. Der Zauber war vermutlich noch nicht ganz ausgereift, oder es dauerte noch ein wenig. Vielleicht würde sie zumindest spüren, wenn sie was berührte, fast wie ein Druck. Das konnte niemand sagen.
      Flora erklärte dann im Schnellverfahren die momentane Lage. Corin war verschwunden, irgendwo in die Wälder, als Rhyge, ein Botschafter dieser Stadt, mit einigen seiner Leute zufällig vorbei kam und sie beide so noch mit dem Leben davon kamen. Ein Kopfgeldjäger lebte noch und befand sich hier in Gewahrsam. Versuche ihm Informationen zu entlocken schlugen fehl. Bis jetzt. Rhyge selbst wollte noch mit Flora sprechen.

      Und dann gab es ja noch die Operation. Die Hand konnte nicht mehr gerettet werden, weshalb sie durch diese Metallhand ersetzt wurde. Sie erzählte Codren, das ihre Hand ttrotzdem noch da war, in Form von Asche, die dem Metall beigefügt wurde. So war sie nicht wirklich verloren, sondern nur verändert. Es geschah auf Floras Wunsch hin.

      Viel mehr gab es nun auch nicht zu berichtet. Ihre Verletzungen waren verheilt. Der Rücken war geprellt gewesen, und fast wäre ein Wirbel gebrochen, aber nun war Flora wieder ganz munter und unverletzt.

      Es folgte ein Wirbelwind von Elfe, die hier etwas durchlüftete und Codrens Liegestätte absolut faltenfrei zurechtschusterte, auch wenn Codren noch in diesem lag. Als wolle man sie zur Schau stellen.

      Nach dem sie weg war, half Flora Codren erstmal wieder in ihre Kleider. Mit der neuen Hand war sie noch etwas unbeholfen. Ein paar Tage Übungen mussten wohl noch absolviert werden. Auch der Schwertkampf. Da sie fast nur am Armstumpf etwas spürte, musste sie sich so an ihre gefühlslose Ersatzhand gewöhnen, und an deren Umgang und Feinfühligkeit, Dinge so zu handhaben, wie sie es kann. Dazu gehörte es auch mal einen Knopf zu schließen, eine Schleife zu binden oder gar mit einem Stift ein Brief zu schreiben.
      Das Interessante war allerdings, das Codren in der neuen Hand etwas mehr Kraft hatte. Immerhin schloss diese sich nicht durch Muskelkraft, sondern Willen. Ob sie damit einfach so jemanden die Hand zertrümmern könnte, wenn man ihr diese zum Gruß schüttelte? Es wäre sicher ratsam erstmal an Puppen zu üben, bevor hier jemand seinen Matschklumpen ebenfalls ersetzen lassen musste.

      Die Zeit verging. Auf Nachfrage vertröstete man sie einige Minuten, da der Botschafter beschäftigt war, aber gleich her kommen müsste. Und das tat er auch nach einer knappen Stunde. Die Zeit hatten sie sich schon mit einigen leichten Übungen vertrieben. Codren Hand hörte sich an wie ein üblicher Lederhandschuh mit Ketten oder Plattenpanzer. Oder beidem. Ein leichtes Knirschen, wenn sie sie schloss oder öffnete, jedoch nicht störend. Ein passender Handschuh für ihre Linke lag auf der Komode.
      Alles wirkte wieder normal bei Codren, als sie beide trug.
      Dann endlich trat der Botschafter ein und fragte sogleich nach den Kopfgeldjägern, und deren Gründe, Flora und die anderen als Auftragsbeute anzunehmen.

      Tja, eine kurze Geschichte über Vultjags Gastfreundschaft reichte dabei völlig aus. Die Ablehnung eines persönlichen Gesprächst mit dem Hausherren war vermutlich der einzige Grund. Und sie meinte, das einer der Jäger noch was von Ehre quasselte.

      Das wars dann auch schon.

      Der Typ aber schien irgendwie abwesend zu sein, obwohl er wohl klar und deutlich alles vernahm, und klaren Geistes war.

      Fast hätte sie sich erschrocken, als der Elf geschwind auf sie zu marschierte, seine Haare in ihr Gesicht streifen ließ, als er abrupt vor ihr zum stehen kam, äußerst dicht an ihrem Gesicht. Flora war angespannt. Was hatte er vor? Wollte er sie der Lügen strafen und sie an die Wand drängen? Sein giftiger Blick den er zuvor noch hatte, hätte das Ergebnis sicher bringen können.

      Was wollte er? Er fragte nach etwas, das Flora nicht erkennen konnte, griff unsanft an ihr Kinn und hob es. Unangenehm, jedoch nicht schmerzhaft. Flora blieg standhaft und erwiderte den Blick ohne Furcht, aber auch leicht drohend, so wie er auftrat, das er es nicht mehr viel weiter treiben dürfte. hr Hände waren nun auch angespannt, bereit dem Elfen bei zu bringen, wie nah man einer Frau kommen durfte, und wie viel Respekt man ihr zu zollen hätte.

      Der Grund war schon fast zum Lachen. Er fragte Flora nach ihrer Magie. Als ... als hätte er kaum Kontakt zur Außenwelt. War dieser Ort etwa abgeschieden? Es gab weitaus mehr Menschen, die Magie beherrschten, und das schon vor langer Zeit. Ja, noch bevor Menschen hier auf Taranoke einzug hielten.

      Flora grinste. "Angestiftet? Hihi, ich würde eher behaupten, durch die Blindheit meines Vaters, die nach dem Tode meiner Mutter in seinen Augen herrschte, war es vermutlich er, der mich in diese Richtung leitete. Leitete ... jedoch nicht angestiftet. Und ich weiß nicht, warum ich es dir erzählen sollte, aber ... die Magie lehrte ich mir selbst. Ich fand viel Zeit zum lesen, und fand sogar Bücher über einige Zauber, und wählte letztenendes eines davon aus. Zudem möchte ich nicht unerwähnt lassen, das eine alte Klasse von Mönchen, welche die Sonnengöttin Arana anbeteten, für meinen Kampfstil und auch dem Zweig der Stellarmagie verantwortlich sind. Sie starben aus, bevor Taranoke den ersten Menschen empfing. Ich selbst kämpfe nun im Lichte Aranas. Meine Leibwächterin dort, genoss aine Ausbildung zum Kampf unter Goldfield, und lehrte mich heimlich ein wenig in den Grundkenntnissen. Den Rest entnahm ich Lehrschriften oder brachte es mir selbst bei. Reicht dir diese Antwort, um einen oder zwei Schritte zurück zu treten, verehrter Botschafter?"

      Sie hatte viel erzählt. Vielleicht, weil sie sein Vertrauen gewinnen wollte, oder ihn zumindest wieder auf Abstand zu bringen. Womöglich bemerkte er seine Aufdringlichkeit nicht.
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    • Der Botschafter schnaubt einmal, laut, dann ging er widerwillig zu seinem Platz am Fußende des Bettes zurück und nahm eine Haltung an, die Codren jemandem zuordnete, der gleich eine Rede vor großem Publikum abhalten würde.
      "Die Mönche gibt es seit Jahrhunderten nicht mehr, sie waren schon am Aussterben, als die ersten Menschen nach Taranoke kamen. Arana wird längst nicht mehr als bedeutende Göttin angesehen, seit es Linaes und Sormos gibt und die haben schon zu Arana's Zeit an Kraft gewonnen. Von ihren Tempeln gibt es auf Taranoke sowieso nur noch einen, irgendwo auf einem Berg, auf dem die Sonne gut hin scheint. Entweder also", er verlagerte das Gewicht vom einen aufs andere Bein, "Du lügst mich in solcher Dreistheit an, dass es dir aus beiden Ohren herauskommt, oder du hast ein beachtliches Talent aus Büchern zu lernen. So oder so wirst du eher noch elfische Vorfahren gehabt haben, denn der Funken in deinen Augen kommt aus natürlicher Quelle und nicht durch Hochstaplerei. Ich muss gestehen, dass ich selbst deine Künste gerne beobachten würde, aber mein Zeitplan lässt solche Absurditäten nicht zu. Deshalb werde ich mich jetzt auch kurzhalten: Solange der Söldner aus Vultjag weder etwas von seiner Herkunft Preis gibt, noch wie er über die Grenzkontrollen gekommen ist und wie viele es noch außer ihm hier gibt, werden wir euch zu eurer eigenen Sicherheit zur Burg Viasyl schicken, dort werden angehende brerandt'sche Truppen von Kommandant Zephyr ausgebildet, dort werdet ihr in guten Händen sein. Wir schicken euch einen Abgesandten nach, der sicher stellt, dass ihr dort eine saubere Unterkunft erhaltet und man euch mit allen nötigen Dingen versorgt. Er wird dann noch einmal alle Informationen sammeln, die ihr über Vultjag und seine Söldner besitzt und sie an unsere Strategen weiterleiten. Sollten wir dann feststellen, dass euer Schutz nicht mehr vonnöten ist, werden wir euch nach Hause bringen. Ich werde nach einem Fahrer für eure Kutsche schicken lassen."

      Codren hielt das für sehr extravagante Worte, um auszudrücken, dass man sie ihn Gewahrsam nahm und dann des Reiches verwies, aber sie fürchtete auch, dass man sich mit Rhyge kaum anlegen konnte. Der Elf schien ein geachteter Mann zu sein und dazu noch gerade in seinem Reich, sie würden nicht viele Freunde finden, wenn sie sich hier mit ihm anlegen würden. So oder so war es vorerst womöglich auch das beste, sich zurück zu ziehen und in einer voll bewachten Burg die weiteren Schritte zu planen. Nun waren sie schon in Brerandt, nun mussten sie nur noch zu Brerandt durchkommen. Wer weiß, vielleicht konnte ihnen dieser Zephyr dabei sogar behilflich sein.
    • Flora hörte den Worten des Elfenbotschafters zu, aber sein Gerede über Arana, die wohl heutzutage nicht mehr verehrt wird, wollte sie nicht anerkennen. Sie selbst war dieser Göttin dankbar, und es schien, als würde ein Lichtstrahl Floras Weg durch finstere Zeiten Taranokes leiten. Die Mönche selbst gab es nicht mehr, das ist richtig. Aber, sie haben Spuren in der Welt hinterlassen. Ja, sogar in Taranoke. Aber, wenn Menschen erst nach Taranoke kamen, wer waren dann die Mönche gewesen? Sie waren doch auch menschlicher Natur gewesen, denn in keinem Buch standf jemals etwas anderes, das sie Elfen gewesen wären oder noch unbekannte Rassen, jenseits des Meeres.
      Auch wirkten Bilder und Gebäude Menschlich, sofern sie in Büchern zu finden waren. Vielleicht irrte sich der Elf.
      Aber, was er dann noch erwähnte, ließ sie aufhorchen. "Was? Elfische ... Vorfahren? Du glaubst wirklich, das in meiner Familie Elfenblut existieren könnte? Nun, hehe, da muss ich dich enttäuschen. Unser Stammbaum ist im Haus verzeichnet und auch in einem Schriftstück sicher verwahrt. Wir haben nicht einmal nahe Verwandschaft zu den Waldelfen vorzuweisen, was mich also zu einer reinblütigen Menschenfrau macht. Ja, auch wenn ich die Gabe der Magie geerbt haben sollte, anstatt sie mir durch Bücher anzueignen. Aber es gibt genügend andere Menschen, welche Magie und Zauberei ohne Taschenspielertricks umsetzen können."
      Auch wenn Flora dabei zugeben müsste, das diese das auch nur durch Studium erlangt haben. Kein Mensch kam je mit angeborener Magie zur Welt. Erst wenn man sie sich aneignete, erhielt der Körper auch Zugang zum Manafluss, der allgegenwertig auf dieser Welt vorhanden war.
      Es interessierte sie auch nicht, das der Elf ihre Künste gern sehen, aber keine Zeit dafür hätte. Sie hätte ihm gern sofort eine Wasserkugel ins Gesicht gefeuert. Vielleicht konnte sie ihm sein arrogantes Auftreten aus diesem heraus waschen. Aber vermutlich hätte er dann mit trocknem Laub gekontert. Oder Codren hätte zuvor ihre neue Hand ausprobiert und ihn auf Abstand gehalten. Danach wären sie vermutlich im nächsten Kerker gelandet, oder man hätte sie aus dem Wald geschleift.
      So war das also. Man wollte sie ggf. los werden. Aber, es hätte auch eine Form der Unterstützung sein können. Vermutlich lagen Stolz und Ehre im Weg, dieses offen zuzugeben. Aber, jede andere Bastion wäre vermutlich besser als dieser Ort hier.
      Flora stimmte zu. Weitere höhere Soldaten Brerandts waren womöglich der Schlüssel, um mit dem Herrscher selbst direkt in Kontakt zu treten. Flora würde ihn schon dazu überzeugen. Und sei es nur eine Anfrage per Brief.
      Was die Sache mit der Ausbildung betraf, vielleicht konnten sie dort auch noch was lernen. Und Codren könnte ihrer Technik noch einen Feinschliff geben.
      Grundkenntnisse hatte Flora ja von ihr gelernt, sich selbst brachte sie den Kampfstil des Goldenen Lichtes bei. Aber es konnte auch nicht schaden, weitere Kenntnisse übers Kämpfen anzueignen, um sich selbst besser verteidigen zu können. Sie würde den Kommandanten um ein paar Lehrstunden in der Defensive bitten.

      "Nun, Botschafter Rhyge, wir haben es eilig. Ich denke wir sollten dann schnellsten die Burg aufsuchen. Außerde muss meine Leibwächterin ja noch mit ihrer neuen Hand trainieren. In einer Burg gibt es dafür sicher bessere Möglichkeiten, als hier in dieser Kleinstadt. Ihr könnt also sofort die Kutsche bereitstellen lassen."
      Der Elf sah sie wieder so seltsam an, als hätte sie ihn beleidigt. Hatte er überhaupt zugehört? Egal, sollte er sich gern beschweren.
      "Ach, ehe ich es vergesse. Solltet ihr auf einen etwas dunkelhäutigeren Elfenmann stoßen, welcher auf den Namen Corin hört, schickt ihn doch bitte auch zur Burg."
      Sie kniff die Augen zusammen. "Auch ich habe .... Fragen ..."
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    • Noch am selben Tag tauchte ein füllig gebauter Kutschführer auf, dessen dicke Wampe gerade noch so in der Hose steckte, dass es alles zusammenhielt. Allerdings sah es so aus, als müsste er nur eine falsche Bewegung machen, um den Hosenknopf mit beachtlicher Geschwindigkeit in die Luft zu katapultieren. Immerhin machte er aber einen recht vernünftigen Eindruck und stierte keiner einzigen Frau nach, die an ihnen vorbei ging. Alles in allem war er wohl ein anständiger Mensch. Er erzählte ihnen, dass er noch diese Woche in der Burg ankommen wolle, da man mit Stürmen rechnete und die Straßen dann alle von dem vielen Dreck ganz unbefahrbar werden würden.
      "Wegen dem ganzen Auf und Ab der Felder ist der Boden ganz unregelmäßig. Je schneller wir das hinter uns lassen, desto besser."
      Er arbeitete mit geschickten Händen an den Riemen des Wagens und machte sich dann abfahrbereit. Codren und Flora nahmen im Innenraum Platz.
      Codren hatte seit dem Aufwachen ihrer Hand mehr Beachtung geschenkt als allem anderen. Sie starrte ständig fasziniert zu ihr hinab, als könnte sie sich von dem Anblick gar nicht satt sehen und bewegte erst einen, dann zwei und dann alle Finger gemeinsam. Sie hörte auf das ferne Rattern, das jedes Mal erklang, wenn sich die winzigen Teile im Einklang miteinander bewegten. Fast konnte sie behaupten, dass sie den Verlust ihrer Hand nicht betrauerte, aber auch nur fast.
      Der Kutschführer brachte sie, nach eigenen Angaben, auf schnellstem Weg zur Burg Viasyl. Über Tage hinweg reisten sie auf gut besuchten Straßen, bis sie bald in einem Waldstück den festen Trampelpfad verließen und eine Hügelkuppe erklommen, die durch einen Kiesweg einigermaßen befahrbar war. Es dauerte sie mit der Kutsche zwei weitere Stunden, bis sie oben angekommen waren und die Burg Viasyl sich dort wie ein großes, schlafendes Ungetüm vor ihnen erhob. Man hatte die Umgebung so weit gerodet, dass man zu allen Seiten 200 Meter weit blicken konnte, ehe die Bäume wieder anfingen und der Boden beim Abhang wieder tiefer wurde. Die Burg selbst war in eindrucksvollem Stil gebaut, mit groben Steinmauern und langen Wehrgängen, die sich einmal um den ganzen Innenhof zogen. Die Burg war nicht gerade hoch, dafür aber breit und in einzelne Stückchen geteilt, die alle wohl einem unterschiedlichen Zweck dienten. Die Baracken im Innenhof bestanden alle aus dem gleichen dunklen Holz, das man den Künsten der Elfen zuordnete. Beim näherkommen ertönte von irgendwo her eine helle Glocke und das Tor wurde bereitwillig geöffnet, ohne, dass sie stehenbleiben mussten.
      Der Innenhof war gefüllt mit Rekruten, die alle dieselbe Uniform trugen, entweder als Kettenhemd oder Lederrüstung, je nachdem, welcher Spezialisierung sie nachgingen. Die Luft war erfüllt von dem Schlagen von Holz auf Holz, dem Geschrei der Ausbilder und dem Keuchen der Schüler, alles vermischt mit dem Geruch nach Schweiß und Arbeit. Niemand drehte sich zu der Kutsche um und all jene, die es taten, mussten zur Strafe 20 Liegestütze absolvieren.
      Am Ende des Weges, den die Kutsche zwischen den Gruppen hindurch beschrieb, stand der einzige Mann mit einem echten Schwert an der Seite und einer silbernen Uniform, die auch für jeden Laien - wozu auch Codren und Flora sich zum Teil zählen mussten - eindeutig zeigte, dass er von höherem Stand war. Neben ihm stand ein deutlich älterer Mann mit einem Gehstock in der Hand und eine Frau, die ein wenig zu viel Speck auf den Hüften trug. Die drei beobachteten in einvernehmlichen Schweigen, wie der Kutschführer Flora und Codren aus der Kutsche half.
      "Willkommen auf Vaisyl", verkündete der Mann in silberner Uniform kühl, der dann wohl wahrscheinlich Zephyr war. Er hob die Hand und bedeutete ihnen einzutreten, dicht gefolgt von dem Trio.
      "Vaisyl hat einst dem Grafen von Vaisylis gehört, der sich hier in Sommernächten niedergelassen hat, wenn er in der Nähe gejagt hat. Seine Kinder haben die Burg bei einem Glücksspiel verloren und der neue Besitzer war gezwungen, den Grund an Brerandt zu übergeben, als man im Boden wertvolle Pilze gefunden hat und Brerandt sie seinem Eigentum zuschrieb. Seitdem wird die Burg als Trainingslager für alle angehenden Soldaten genutzt", erklärte der silberne Mann und führte sie durch eine schlichte Halle hindurch zu einer Wendeltreppe. Auch hier saßen Rekruten herum, aber hier gab es keine Aufpasser, die ihnen auf die Finger schlagen würden, wenn sie sich umdrehten. Man beobachtete den Neuzugang und schien einschätzen zu wollen, welcher Gruppe sie wohl zugeteilt werden würden.
      "Vaisyl war zu seiner Zeit ein angesehener Ritter mit großer Gefolgschaft und dementsprechend großem Einfluss. Wenn er sich nicht gerade seinen Vergnügungen hingegeben hat, dann hat er die Wälder ausgekundschaftet und sich an Streifzügen beteiligt. Sein Erbe ist bis heute noch umfangreich, wobei das meiste durch seine Kinder verloren gegangen ist."
      Der Mann redete mit einer solchen Selbstverständlichkeit, als müsste sich jeder, der die Burg betrat, automatisch für dessen Burgherren begeistern. Die anderen beiden Begleiter blieben stumm, während sie ein kleines Arbeitszimmer anstrebten. Drinnen wurden ihnen Stühle angeboten, noch während der Mann weiterredete.
      "Neben seinen Streifzügen war er sehr erfolgreich bei der Jagd. Sein Hauptaugenmerk lag auf Hirschen und Wildschweinen, die er beide um ihre Hörner beneidete. Die Schweine hat er hinterher noch zum Kochen genutzt, die Hirsche um die Hunde zu füttern. Von dem gesammelten Material hat er sich eigene Bögen und Jagdspeere erstellt."
      Der Mann lehnte sich vor ihnen gegen den Schreibtisch, die Frau blieb bei der Tür, der Alte ließ sich mit einem leisen Geräusch hinter dem Schreibtisch auf einem Stuhl nieder.
      "Heute gibt es einige seiner Jagdtrophäen noch in der großen Halle. Ihr seid also Codren und Flora Goldfield? Botschafter Rhyge hat uns bereits informiert. Ich bin Herrolt Viasylis, Burgherr von Vaisyl und Erbe seines Vermächtnisses. Nichts geschieht hier, ohne dass ich davon erfahre. Dort hinten steht Hilde Wegnin, die Haushälterin und oberste Bedienstete. Wenn ihr ein Anliegen habt, wendet ihr euch an sie oder ihre Angestellten. Und das ist Kommandant Zephyr von der nördlichen Garde, Schutzherr der Burg und Aufseher sämtlicher Rekruten."
      Codren war überrascht, dass der Alte der Kommandant war. Sie hätte Herrolt gerne mit "Zephyr war Kommandant" korrigiert, fürchtete aber, dass sie sich damit keinen Gefallen tun würde. Zephyr sah jedenfalls nicht mehr so aus, als könnte er ein Schwert schwingen. Die knochigen Finger hatte er um den Gehstock geschlungen.
    • Flora und Codren verließen in der Kutsche die Kleinstadt und wurden von einem fetten Kutscher durch die Wälder Brerandt gefahren. Die Fahrt dauerte ein paar Tage, schon weil eine Kutsche in der Regel eh länger benötigte, als ein einfacher Reiter. Die Tiere mussten mehr Kraft aufwenden und die Fahrt war daher langsamer und Kräftesparend.
      Unterwegs hielten sie in Ortschaften und übernachteten in Gasthäusern. Einmal aber war es eine Scheune auf einem Hof. Ja, das gute alte Stroh und der Geruch von Tieren. Das war ihnen nicht unbekannt. Schon kurz nach Reisebeginn erlebte Flora so einiges in der Welt da draußen.
      Dann endlich erreichten sie die besagte Burg und man hieß sie willkommen. Das war einfacher als gedacht, und ein Soldat in silberner Rüstung empfing sie und stolzierte wie ein Hahn, der seinen Stall präsentierte, mit ihnen durch einige der Gänge und Räume, bis sie schließlich ein kleines Arbeitszimmer erreichten, wo man ihnen einen Sitzplatz anbot. Unterwegs durften sie sich Geschichten über Burg und Besitzer anhören. Aber was dann folgte, war selbst für Flora schon fast ein Schock. Ungläubig spähte sie zum alten Mann, der neben einem jüngeren Krieger saß, und keiner wäre auf die Idee gekommen, das der Alte mit dem Gehstock der Kommandeur dieser Einrichtung war. Aber sie blieb gelassen. Oft täuschte wohl der Titel über manche Dinge im Leben hinweg. Ältere Meister in Kampfkünsten trainierten ja auch junge Schüler anhand ihres Wissens, auch wenn sie selbst kaum noch laufen könnten. Vielleicht trainierte er diesen Herrolt, und der widerum gab das Wissen an die neuen Rekruten weiter?
      Flora räusperte sich und nickte leicht den Kopf zum Gruß, sprach dann zwar zum Kommandanten, sah aber auch zu Herrolt im Wechsel hinüber.
      "Kommandant Zephyr, vielen Dank für die freundliche Aufnahme. Und ja, ich bin Flora Goldfield, die Tochter des Grafen. Ihr müsst mich jedoch nicht wie eine Prinzessin behandeln. Seht mich einfach als Kriegerin an. So auch meine Begleitung Codren Goldfield. Mein persönlicher Geleitschutz. Und, es gibt da ein paar wichtige Dinge zu besprechen. Der Botschafter war wenig behilflich in dieser Sache. denn auch wenn ich mit der Tür ins Haus falle, so hoffen wir, direkt mit Brerandt sprechen zu können. Es betrifft ganz Taranoke. Wäre dies wohl machbar?"
      Flora dachte sich, das es wohl besser wäre, mal direkt anzusprechen, was sie vor hat. Aber, sie rechnete mit Widerstand. Warum sollte man sie zum Herrscher lassen? Welchen Grund gäbe es, seine wichtige Arbeit von einer einfachen Prinzessin der Landwirtschaft unterbrechen zu lassen? Aber, auch da würde Flora sich schon durch beissen. Sie hatte bereits einen Plan erarbeitet, wie sie den Kommandanten überzeugen könnte. Aber, jetzt saß hier ein alter Mann, der vermutlich bald nicht einmal mehr mit dem Stock gehen könnte.
      So musste sie ihren Plan erstmal abändern. Sie würde anfragen, ob sie wenigstens in der Zeit ihres Aufenthaltes, ein wenig Sondertraining erhalten könnten. Sie verschwir nicht Codrens neue Hand. Sie erwähnte sogar den Leibwächterdienst, so das sie ihn noch besser ausführen könnte, bis sie wieder sicher daheim wäre. Ebenso sie selbst. Nachhilfe wäre von nöten und wenn man schon die Chance hat, vom großen und mächtigen Hause Brerandt zu lernen ......

      Nur eine Sache behielt Flora für sich. Am letzten Tag, bevor man sie in der Kutsche wieder nach Hause fahren würde, nach dem man sie hier in der Burg unter Kontrolle an Ort und Stelle hielt, würde sie den besten Krieger dieser Burg zum Duell herausfordern. Wüerde sie gewinnen oder ihn zumindestens zu Fall bringen, dann sollte man sie anerkennen und direkt zu Brerandt führen. Ansonsten würden sie den Weg nach Hause antreten .... und dann wieder nach Brerandt reisen. Notfalls per Schiff über einen Umweg. Oder mit Hilfe der Waldelfen. Aber jene, mit denen man reden kann, ohne das einem Haare ins Gesicht wehen.


      Mehyve
      Prinz Zane

      Prinz Zane saß gerade im Palastgarten und genoss einige Sonnenstrahlen. Der Sommer zog auf und täglich wurde es wärmer. Bald würde es wieder Tage geben, an denen man verzweifelt kühlen Schatten suchte, besondern wenn es recht windstill war, und die Hitze sich staute. Der Garten war groß und galt auch schon für seine Eltern als Ort der Ruhe und zum Nachdenken. Zane selbst tat dies ebenfalls. Bedienstete hatten Gebäck und etwas Wein auf den Tisch gestellt und sich dezent in den Hintergrund zurückgezogen, blieben aber in Hör oder Sichtweite, um jederzeit für den Prinzen wünsche zu erfüllen.
      Vor ihm auf dem Tisch lagen einige Karten und Schriften. Sie betrafen den momentanen Status seines Planes, Taranoke einestages zu beherrschen. Die Piraten berichteten von erfolgreichen Schmuggelfahrten zu den Barbaren. Zudem wurden Brerandts und Vultjags Schiffe beschäftigt, um davon abzulenken, das Piraten in die Häfen der Barbaren fuhren. Alles wirkte bis auf wenige Ausnahmen wie sonst auch auf den Meeren. Nur wer die größeren Offensivaktivitäten und Flottensammlungen der Piraten beobachtete, würde sich um der Gründe Fragen stellen.
      Und an Land? Vultjag hatte sich wie erwartet im Kernland eingenistet und blockierte nun den Handelsweg. Und Zanes Truppen blockierten Landwege durch Camisse. Und dabei waren sie selbst doch auch Abnehmer. Und sie lieferten Waffen. Jedoch nur noch an jene die am Meisten bieten würden. Die Lager waren voll von frisch geschmiedeten Waffen. Wann würden sie endlich zum Einsatz kommen? Zane wusste es nicht. Er musste warten, bis die erste Schlacht geschlagen war. Vultjag würde zweifelsfrei gewinnen, und nur Mehyves Waffen könnten dagegen mithalten. Er vermutete, das Lyxaxu bald Boten und Anfragen schicken würde. Tains Gold war sehr willkommen.
      Bequem im Sessel, eine Hand stütze den Kopf, die andere hielt eine Karte, begutachtete er die verzeichneten Stellen des Gegners. Aber die Ruhe wurde gestört, denn irgendwo im Garten schien es etwas lauter zu werden. Er horchte auf, und schmunzelte, als er eine gewaltige rötliche Axtschneide hinter Büschen erspähte. Scarlett Vermell. Kam sie nur zu Besuch, oder gab es ein wichtiges Anliegen? Und da war noch wer ... er hörte, wie Scarlett mit einer weiteren Person sprach, die aber nicht zu sehen war. Die Büsche waren zu hoch. Aber sie kamen näher.


      Scarlett Vermell

      "Sieh an, sieh an, wenn das nicht das arme Püppchen Miaka ist. Was zum Teufel willst du denn hier im Palast? Hast du keinen Hof zu verwalten?"
      Sie hielt kurz inne, und tat überrascht, als wäre die Erkenntnis erst eben über sie gekommen. "Ach ja, richtig. Du hast ja keinn Hof mehr, hahaha. Deshalb lungerst du hier also rum."
      Sie hielt an, beugte sich leicht vor und sah Miaka in die Augen. "Versuchst du dir etwa Zugang zu Zanes Bett zu erbetteln? Ich denke uns beiden ist doch wohl klar, wer das Anrecht dazu hätte, nicht wahr, kleine Frau?"
      Miaka war 13 cm kleiner als Scarlett, also ungefähr einen halben Kopf. Sie stand also auch körperlich über ihr. Vermutlich war ihre Arroganz zu einem gewaltigen Berg angehäuft und überflügelte sogar jene vom Prinzen selbst.
      In Miaka konnte sie keine ebenwürdige Anwärterin auf den Thron sehen. Sie war einfach nur Arm. Das sie sich Zugang zum Palast erkämpft hatte und selbst Zane sie wohlwollend in den höheren Reihen seiner Untergebenen aufgenommen hatte. Es ärgerte Scarlett, das eine dahergelaufene hier einen Teil der Armee kommandierte. Was konnte sie schon bieten?
      Stolz marschierte Scarlett einfach weiter Richtung Treppe, die etwas weiter nach unten in den Garten führte, während sie Miaka quasi abfällig stehen ließ, bevor sie antworten konnte.
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    • Miaka.jpg
      anime-rpg-city.de/index.php/Attachment/22500-Miaka-jpg/[/i]

      Name: Miaka Caroll
      Alter: 26
      Größe: 1,65m
      Herkunft: Berranth - Etwas außerhalb auf einem Hof

      Die junge Dame kommt aus sehr armen Verhältnissen. Ihre Eltern sind schon lange tot. Bei einem Feuer welches auf dem Hof ausbrach. Dieser brannte komplett ab, wobei ihre Eltern nicht überlebten. Aus diesem Grund lebte sie mit ihrer 10 Jahre älteren Schwester auf den Überresten des Hofes. Die beiden sind fast immer für einander da. Leider wurde ihre Schwester vor ungefähr einem Jahr auf dem Schlachtfeld getötet. Sie sollte teure Wahre überbringen. Seither schwört Miaka Rache. Weshalb sie nur noch stärker Kämpft und trainiert. Ihre Waffe lässt sie nie unbeaufsichtigt. Sie will unbedingt auf den Thon, da sie so genug zu sagen hatte und besser herausfinden konnte, wer den Brand gelegt und wer ihre Schwester getötet hatte. Irgendwann würde sie diese erwischen und bis es soweit war, würde sie immer kämpfen und jeden mit ihrer Axt vernichten der es nicht Wert war zu überleben.

      Ausrüstung:
      Bloody Rose
      Sie kämpft immer mit einer Axt. Diese ist zwar nicht sehr groß, aber sie kann mit dieser. Denn auch wenn sie nicht viel Geld hat, bekam sie diese einmal von jemanden Unbekannten.
      Die Waffe ist zwar nicht so wie die von den Adligen, aber dennoch so gefährlich. Jedenfalls wenn sie diese Schwingt.


      Ihre Rüstung ist in einem Blutrot. Da sie für den Thron kämpft. Ist diese in genau dem Stiel gestaltet worden. Damit man auch einen gewissen Respekt vor der Dame bekommt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sayo ()

    • Zephyr blickte auf einen Punkt zwischen Floras und Codrens Köpfen, der nur für ihn sichtbar zu sein schien. Sein Blick war abwesend, seine grauen Augen hatten das trübe Aussehen wie die Augen eines alten Mannes und seinen Gehstock hielt er noch immer am Knauf fest, so als könne er sich nicht entscheiden, ob er nicht doch noch einmal aufstehen wollte. Sein Rücken war gekrümmt, seine Schultem herabgesackt von Jahren der Erfahrung, womöglich des Kampfes und des Leids. Er sah aus wie ein Mann, der sein bestes Leben bereits hinter sich hatte.
      "Den Umständen entsprechend", räusperte Herrolt sich und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf sein verkniffenes Gesicht, mit dem er seinen Ärger nicht verstecken konnte, "Werde ich dafür Sorge tragen, dass Seine Majestät von eurem Anliegen erfährt. Ich werde jemanden schicken, aber ich kann nicht versprechen, dass er euch auch empfangen wird. Immerhin wisst ihr um die momentane Lage in Taranoke."
      Dem plötzlich garstigen Tonfall zu urteilen, fühlte sich der Burgherr in seiner Ehre beleidigt, als Flora es bevorzugt hatte, den Kommandanten persönlich anzusprechen. Aber das war es auch, was Codren so sehr irritierte, denn schließlich hatte Ryghe vom Kommandanten gesprochen und nicht von irgendeinem Burgherrn, und sei es noch der tatsächliche Erbe; Aber natürlich erwähnte sie das mit keinem Wort.
      "Habt Dank."
      Sie deutete ein Nicken an und dachte sich, nach einem zweiten Blick auf die silberne Robe von Herrolt, dass er jetzt, da sie wussten, dass er nicht der Kommandant war, viel zu schnöselig aussah. Das wäre auch die Erklärung dafür, dass er schnell beleidigt werden konnte.
      "Sagt, gibt es eine Möglichkeit in der Wartezeit am Training teilzunehmen? Wie wir gesehen haben, wird im Innenhof fleißig geübt."
      Herrolt straffte sich.
      "Die Rekruten, die wir in dieser Burg aufnehmen, haben bereits eine Aufnahmeprüfung bestanden und sind mit den Grundkenntnissen ausgestattet worden, um von uns ordnungsgerecht ausgebildet zu werden. Wir nehmen niemanden auf, der noch nie in seinem Leben ein Schwert in der Hand gehalten und wir nehmen erst recht keinen auf, der sich als zu schwächlich erweist."
      "Wollt Ihr auf etwas bestimmtes hinaus, Vaisylis? Ihr könnt ruhig direkt reden, es besteht kein Grund zur Geheimnistuerei. Wenn Ihr auch nur einen kurzen Blick auf unseren Besitz geworfen habt, was ich Euch nicht unterstellen möchte, wird Euch aufgefallen sein, dass sich zwei Schwerter in unserem Besitz befinden - und ich kann Euch garantieren, dass meine Begleiterin nicht mit zwei Waffen, die in Größe, Material, Herstellung, Gewicht und Handhabung nicht unterschiedlichet sein könnten, auf einmal kämpft. Außerdem denke ich, dass Schwäche ein persönliches Problem darstellt und für Euch nicht von Belang sein dürfte."
      "Ihr seid Gäste auf meiner Burg. Werdet ihr verletzt, kommt das dem Ruf meines Hauses zu Schaden."
      "Im Innenhof habe ich ausschließlich Holzschwerter gesehen."
      "Auch Holzschwerter können Splitter haben."
      "Ich gehe davon aus, dass die Burg Vaisyl Wert auf hochwertige Übungsschwerter legt?“
      "... Und dennoch Prellungen verursachen."
      "Eine Prellung hole ich mir auch, wenn ich eine Treppe hinunterstürze. Und davon gibt es hier reichlich.“
      Herrolt streckte sich und warf Codren einen giftigen Blick nach dem anderen zu.
      ”Ich werde sehen, was sich tun lässt."
      "Ich erwarte Eure Auskunft bis zum Ende der Woche."
      "Sehr schön."
      Es war nicht schön. Herrolt war angefressen.
      "Hilde, geleite die Damen auf ihre Kammer."
    • ( Was geschah kurz vor Floras Ankunft in der Burg Vaisyl )

      Vultjags Truppen

      Es waren schon einige Tage in Land gegangen, und der Sommer erblühte mehr den je. Und das war nun auch einer der Gründe, warum Trakur seinen ersten Befehl zum Angriff aus rief. Nicht nur seine Leute waren ungeduldig geworden, auch er selbst fragte sich, was die anderen so lange trieben. Kein Bote wurde geschickt, obwohl die Händler unlängst Bericht erstattet haben mussten. Kein Versuch ein Abkommen auszuhandeln, was zumindestens der Handelsnation freies Gelit sichern könnte. Nicht einmal das Aufmarschieren feindlicher Armeen.
      Die Lager Vultjags waren riesig. Tausende, zehntausene Zelte erstreckten sich am Rande eines Flusses, der fast mittig durch die Ost West Passage führte. Viele Pferde grasten auf den spärlöichen Wiesen, die am Rande des Gewässers wuchsen, auch wenn es hier längst nicht so trocken war, wie in fast ganz Vultjag oder zum Teil auch in Mehyve.
      Feuer brannten, versorgten die Krieger mit Licht und wohlschmeckenden Wildtieren, die auf Spießen darüber rösteten. Gesänge, Zweikämpfe oder ungeduldiges Warten waren ihre täglichen Begleiter. Doch nun wurde selbst das zu eintönig. Ihre Felder, ihre Höfe, sie konnten weder bestellt noch gepflegt werden, da es nun zur Trockenzeit, zur extremen Trockenzeit kam. Genug Zeit, sich alles nötige vom Feind zu holen, in der Regel in Kämpfen mit den Barbaren. Jetzt aber waren andere Mächte das Ziel. Ganz neue Herausforderungen. Und jene die zurückkehrten würden Höfe und Weiber der Gefallenen übernehmen und reichlich Nachwuchs zeugen. Jedes Jahr kamen so neue Krieger naxh und auch n diesem Krieg gab es wieder blutjunge Krieger, die endlich das Blut des Krieges schmecken wollten.
      Trakur war gnädig und sorgte gleichfalls dafür, das sich wohl bald etwas regen würde. Hunderte junge Krieger, angeführt von Erfahrenen, waren schon im Morgengrauen los geritten, um das erste Blut zu vergießen, welches nicht von Händler oder Reisenden stammte.


      Die Grenze zu Brerandt
      Der Rabonewald war in der Ferne schon zu erkennen, jedoch war er nicht das Ziel. Eine Ortschaft von Brerandt, die hier an der Grenze erbaut wurde, und Reisenden einen sicheren Ort bot, hingegen schon. Alarmglocken der Kapelle erklangen, ein Horn wurde geblasen. Dann ertönten auch schon die Kriegshörner Vultjags, um jenes armseliges Horn aus der Ortschaft zu übertönen, und hunderte Reiter preschten durch die Straßen. Mann, Frau, Kind und Vieh, nichts blieb verschont. Die Häuser gingen in Flammen auf, wurden niedergerissen und geplündert. Wer fliehen konnte wurde verfolgt und zu tode gehetzt, letzteres ggf. auch, indem mn sie einfing und an einem Seil bis zur Ortschaft zurückschleifte, nur um die geschundenen leblosen Körper dann aufzuknüpfen.
      An mehreren Galgen wurden 40 Bewohner über einem Feuer mittig im Dorf aufgehängt und ihre Körper rösteten in der Hitze, trieben den Gestank des Todes in dunklen Wolken in den Himmel.
      Jubelgebrüll über den Erfolg des Überfalls und dessen Ausbeute war laut und kraftvoll. Schätze, Nahrung, sogar noch brauchbare Tiere wurden auf geplünderte Wagen verfrachtet und zurück zum Lager gebracht. Die wenigen Händler die dort gastierten, verloren alles - Leben und Handelsgut.
      Vultjag würde es gut zu gebrauchen wissen .....

      Grenze zu Lyxaxu
      Zwei Tage später erreichte ein weiterer Angriffsrupp Vultjags auch Lyxaxus Außenbezirke. Auch hier waren die Ergebnisse ähnlich wie in Brerandts Ortschaft. Nur wurden hier zwei kleinere Dörfer dem Erdboden gleich gemacht. Lyxaxu galt als reichstes Land auf Taranoke, weshalb Vultjags Krieger ein Zeichen setzen. Sie würden dem Volke alles nehmen was sie besaßen, weshalb sie hunderte nackte Leichen auf kümmerlichen Holzkreuzen am Fluss aufstellten, und leere Kisten davor stellen. Es waren Truhen aus den Häusern, in denen die Bewohner Geld oder andere Wertsachen lagerten, darunter Verträge oder Besitzurkunden.
      Doch die Truhen waren nicht leer. Verkohlte Körper lagen in ihnen. Waren es die Neugeborenen gewesen? Ja, selbst ihnen hatte man alles genommen was sie hatten - selbst ihr Leben.
      Wenn ein Lyxaxu diesen Ort aufsuchte, würde er ein Bildnis des Schreckens vorfinden. Das allein müsste doch genügen, um Tain dazu zu bringen, endlich ihre Soldaten ins Gefecht zu schicken. Die Ortschaften an den Grenzen würden bald in Angst und Schrecken leben, da ihnen jederzeit dasselbe widerfahren könnte.
      Und so sollte es auch Brerandt tun. Vultjag wartete nur darauf, sie alle auf dem Felde niederzumetzeln .....



      Flora

      Die Frau namens Hilda hatte Ihr und Codren eine Doppelkammer zugeteilt. Immerhin waren sie vom Adel und man stellte ihnen bestmöglichen Komfort zur Seite. Zumindest das, was diese Burg zu bieten hatte. Zwei Nieschen, in denen die Betten eingebaut waren, mit großen Vorhängen davor. Ein Fenster, das mit Holzklappläden verschlossen werden konnten. Das Glas war eher trübe und dick, und der Wind pfiff etwas durch die Fensterritze, aber es spendete Licht am Tage, und eine gute Übersicht zum Innenhof, den vorderen Wehrmauern und dem dahinter liegenden Wald und Landgegebieten.
      An den Wänden hingen Felle, ein Fellteppich am Boden zwischen beiden Betten. Mittig im Raum ein Tisch und zwei Stühle. Seitlich an den Wänden neben der Tür gab es noch Schränke und jeweils eine große Truhe für Habseligkeiten. Eigentlich recht gemütlich.
      Flora schon einen der Vorhänge beiseite. Sie hatte sich für das rechte Bett entschieden und begutachtete es. Das Kissen war weich und prall gefüllt mit Federn. Die Decke war eher eine Variante für den Sommer. Gut, denn es wurde ja täglich wärmer. Schwitzen würden sie wohl nicht des Nachts.
      Flora stellte ihr Schwert ab und rückte sich einen Stuhl zurrecht und ließ sich auf diesen fallen. Codren hatte gerade das Fenster geöffnet und etwas frische Luft reingelassen. Von draußen ertönte der Klang von Holzschwertern und Rufen.
      Flora seufzte.
      "Das wird langsam ganz schön anstrengend. Sind wir dem Tode schon wieder im letzten Moment von der Schippe gesprungen?",meinte sie beiläufung und lächelte müde. Sie waren immerhin schon recht nah an Brerandts Hausherren. Tains Armee hatte sie schon im Rücken. Fehlte noch jene von Brerandt, um Vultjag aus der Mitte zu vertreiben. Und Camisse? Wie lange könnte Mehyve Das Land für sich beanspruchen? Lyxaxu könnte vom Küstenbereich westlich einmarschieren, unfd Brerandt östlich Mehyve später direkt angreifen und Nachschub unterbinden. Zumindest über den Landweg. Und wenn Lyxaxu mit ihren Schiffen die Küsten Camisses blockieren würde, müsste Mehyve Camisse aufgeben. Zudem müsste Flora sich in Camisse einschleichen und mithilfe von Codren einen Aufstand anzetteln. Gegen drei Gegner konnte Mehyve sich nicht halten.
      Aber, erstmal würde Flora nach der Aufgebe hier zurück nach Garlingen reisen. Ein Besuch zuhause. Außerdem will sie die Armee ihres Vaters mobilisieren, damit sie Lyxaxu und Brerandt gegen Vultjag unterstützen kann. Schließlich musste sie ja auch ihr Erbe verteidigen. Und ihr Vater? Der saß gemütlich daheim und wühlte in seinen Geschäftsbüchern herum. Er sah nichts anderes mehr, solange seine Felder ertragreich wuchsen und geerntet wurden. Was kümmerte ihn der Rest Taranokes, wenn er doch so bisher ganz gut leben konnte.
      Er wusste nichts von der Welt dadraußen. Flora wusste es nun besser. Sie würde ihn einestages ablösen und viel bessere Geschäfte ausführen können. Im Grunde war sie schon dabei.
      Sie sah zu Codren und kicherte. "Dein erstes Training mit dem Burgherren hast du wunderbar gemeistert. Für jeden Schlag den er ausführte, direkt gekontert. Er musste wohl deinen Sieg anerkennen.", womit sie sich auf die letzten Worte mit Herrolt, der wohl sehr froh war, das die beiden Damen das Arbeitszimmer verließen. Es musste ihm etwas kleiner vorgekommen sein.
      "Ob es deiner Ausbildung zu verdanken ist, das deine Zunge öffters mal etwas locker sitzt?"
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    • Die Kammer war durchaus bequem, etwas klein, aber ordentlich, mit eigenen Betten, die Codren sehr befürwortete. Sie war es langsam leid, in Betten anderer zu schlafen, wenn sie denn bei ihrer Reise überhaupt welche bekamen, und nun - wenn auch für kurze Zeit - eigene zu haben, munterte sie automatisch ein wenig auf. So trat sie ans Fenster um frische Luft hereinzulassen, und blieb gleich dort stehen, als sie entdeckte, dass sie von dort einen Blick auf den Innenhof und seine Rekruten hatte. Der Lärm wehte gleich mit zu ihnen herein, aber gedämpft, durch die Entfernung.
      "Wir haben wohl einen Schutzengel an unserer Seite. Vielleicht wacht Fenris über uns." Sie lächelte, drehte sich aber nicht um, weil sie die Soldaten weiter beobachten wollte. Jeder von ihnen trug dieselbe Ausrüstung, ein langes Holzschwert mit verstärktem Griff und ein Holzschild, das in der Mitte durch eine Eisenkugel zusammengehalten wurde. Das Ächzen, Stöhnen und Geplärr zog sie in den Bann. Sie sah kurz zu ihrer Hand, ließ die Finger kreisen und spürte das Jucken, das sie niemals kratzen können würde.
      "Ob es meiner Ausbildung zu verdanken ist? Nein, nein. Bei uns ist jeder so. Du hättest es dort gemocht. Meine Mutter sagte immer, wenn du nicht schlagfertig bist, wirst du auch keine Kriege gewinnen. Gespräche sind schon die halbe Miete. Kein König entscheidet sich, in die Schlacht zu ziehen, ohne vorher mit seinen Beratern und Kommandanten gesprochen zu haben. Der eigentliche Krieg beginnt lange vor der Schlacht, alles was danach kommt, ist nur der Nachhall von verlorenen Kriegen. Das hat sie immer gesagt, oder zumindest so ähnlich, ganz genau weiß ich es nicht mehr. Sie war eine Schildmaid, wusstest du das? Das sind die, die in der Schlacht ganz vorne stehen und den Schildwall aufrecht erhalten, während hinter ihnen die Bogenschützen schießen. Sie hat so lange gelebt, bis der König sie von ihrem Dienst freigesprochen hat. Sie hat mich in letzter Sekunde bekommen, kurz bevor sie unfruchtbar geworden ist, das nenne ich mal Glück. Oder Schicksal. Glaubst du an das Schicksal, Flora?"


      Sie waren beide von den Ereignissen so müde, dass ihnen die Augen zufielen, kaum legten sie sich in die weichen Federbetten. Sie verpassten das Abendessen, weil Hilde es nicht wagte sie zu wecken und wachten auf, kurz bevor die Sonne aufging. Während sie sich wuschen und anzogen, fiel Codren der Elf wieder ein.
      "Was ist mit Corin? Wir sollten ihn suchen gehen. Vielleicht ist Herrolt so freundlich und überlässt uns zwei Pferde, wenn wir ihn danach fragen. Er kann ja selbst mitkommen, wenn er Angst hat, wir würden ihm davon reiten." Sie grinste frech und zog sich den Handschuh über, mit dem es so aussah, als ob sie auf beiden Händen Eisenhandschuhe tragen würde. Dann schnallte sie sich ihr Schwert um.
      "Und auf dem Weg könnten wir nachsehen, in welche Richtung Brerandt's Thron liegt."
    • Flora antwortete nicht wirklich auf Codrens Frage, ob sie an das Schicksal glaubte. Vermutlich tat sie es. War es Schicksal, das ihre Mutter brav als Hausdame den Hof verwaltete, um dann schwächlich zu sterben ohne sich wehren zu können? Haus und Familie im Stich zu lassen? Ihren Vater zu einem Arbeitsversessenen Geschäftsmann werden zu lassen, der möglichst alles daran setzt, das Flora niemals mit Waffen und Gewalt in Berührung käme, und sich ebenfalls nur auf Zahlen und Bücher stürzt, um mit möglichst vielen Gewinnen überleben zu können? Überleben? Nein, Flora wollte leben, nicht überleben. Auch wenn sie dabei schon ein paar mal die scharfe Schneide der Todessense an ihrem Halse spüren konnte.
      Es war wohl ihr Schicksal, Goldfields Besitztümer und Garlingen selbst zu beschützen, zu verstärken. Ja, so wird es sein. Bald war die goldene Mitte der Insel nicht mehr nur wegen ihrem Ernteertrag und dem Weizen berühmt und begehrt.
      Ein eigenes kleines Reich das sie erben wird, welches auch durch andere Taten glänzt.

      Den Abend verpasssten beide. Die Betten waren gemütlich und der kurze geplante Schlummer verwandelte sich in einen erholsamen Schlaf auf einer Burg, in der Der Menschen für blutige Schlachten trainiert wurden.
      Es war noch recht still, als Flora die Augen aufschlug. Ein paar Vögel zwitscherten nahe des Fensters. Es war recht dunkel. War es schon nAcht? Sie schob den Vorhang beiseite und schälte sich aus der Decke, lief zum Fenster und sah die ersten Anzeichen eines baldigen Sonnenaufgangs. Der Himmel strahlten in schönsten Violettblauen und orangeroten Tönen, untermalt von Wolkenbändern. Ein herrlicher Anblick.
      Codren kam auch hervor. Tja, offenbar hatten beide die ganze Nacht durchgeschlafen. Dafür waren sie nun frisch und munter. Aber auch ebenso hungrig. Floras Magen knurrte wie ein garstiger Hund, der einen Dieb vertreiben wollte.
      Zeit die Gastfreundschaft weiter auszuloten, und auch die Mahlzeiten der Burg zu prüfen. Flora rechnete mit Broten und irgendwelchen Hafersuppen. Egal wie es schmecken würde, so hoffte sie wenigstens auf Tee mit etwas Zucker oder Honig. Dann würde auch trocknes Brot rutschen.
      Codren fragte nach Corin. Flora schnaufte. "Der Typ hat sich schnell aus dem Staub gemacht. Sollten wir ihn als Verräter hinstellen, wird er sich vielleicht selbst richten. Daher warten wir einfach besser nur ab, bis er sich wieder bei uns einfinden. Es müssen eh ein paar Dinge geklärt werden. Du hast es auch gehört, oder? Corin hat wohl ein Geheimnis, das er besser mit uns teilen sollte. Und blind durch einen riesigen Wald reiten, um einen Elfen zu suchen, der überall sein könnte, wird nichts bringen. Das kostet nur Zeit und birgt die Gefahr, weiteren Besuch von Vultjag zu bekommen. Wir bleiben hier und versuchen uns ein paar Tricks von der Asbildung abzugucken. Wenn ich das mit meinem Kampfstil verbinde, müsste ich mich bessern können."
      Dann drehte Flora sich zu Codren und musterte ihre Hand, zeigte dann auf diese. "Was gedenkst du diesbezüglich zu tun? Wirst du lernen mit der anderen Hand zu kämpfen, oder versuchen diese ganz normal zu nutzen, wie bisher?"
      Damit war natürlich auch das Führen eines Schwertes gemeint. "Außerdem frage ich micj, ob du in der Läge wärst, mit der Hand einen Schwerthieb abzuhalten."
      Flora begutachtete ihre Klinge. Die Schneide war scharf und unversehrt. Die Magie der Waffe wirkte. Sie ließ das Schwert angewinkeln am Rücken in die Halterung gleiten, die so angefertigt war, das sie kaum auffiel, das Schwert sicher und fest hielt, aber flexibel genug war, dieses aus verschiedenen Winkeln herauszuziehen, ohne diese zu beschädigen. Der Griff ragte über ihre rechte Schulter hinaus, so das sie dieses gut greifen konnte.
      Dann waren beide fertig und traten aus der Kammer aus.
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    • Codren fragte sich selbst, ob sie jemals wieder ein Schwert führen würde, oder sich nach der Erkenntnis, dass ihre linke Hand niemals mithalten können würde, für eine andere Berufung entscheiden müsste. Aber was würde dann mit Flora werden? Wenn sie Flora nicht mehr beschützen könnte, könnte sie auch nicht von ihr erwarten, dass sie sie weiter mit sich nahm. Würden sich ihre Wege dann trennen? Codren suchte nach einer Antwort in Flora's neugierigen Augen, die auf sie gerichtet waren, und fand doch keine, mit der sie sich auseinandersetzen wollte.
      "Wir werden sehen, was das Training mit sich bringt."

      Das Frühstück fand in einem privaten Speiseraum statt, in dem abgesehen von Herrolt zwei weitere Männer saßen, die sich als Drest Montadieu und Raaf Venast auswiesen, zwei Ausbilder, die in Vaisyl ihren Aufgaben nachgingen.
      "Man hat uns zugetragen, dass die Damen Goldfield eine Ausbildung wünschen?"‚ begann Raaf das Gespräch, ein stämmiger Kerl mit buschigen Augenbrauen, die ihm ein barbarisches Aussehen verliehen. Das Brot mit Speck, das er in seinen Händen hielt, verdrückte er binnen drei Bissen, was ganz schön faszinierend aussah. Das Ei folgte mit zwei Bissen und der Krug wurde mit einem Schluck leer getrunken, alles noch während Drest überhaupt noch darüber nachdachte, das Gespräch fortzusetzen. Neben Raaf sah Drest aus wie eine schlanke Statue, mit ähnlich ebenmäßigen Gesichtszügen wie die eines Elfen, aber trüben Augen und einer krummen Nase, ohne die er sonst recht hübsch gewesen wäre.
      "Die neuen Rekruten sind bereits im Frühling eingetroffen und die nächsten werden Ende Herbst hinzukommen. Ich würde euch empfehlen auf die nächsten zu warten, dann könnt ihr auch von Anfang beginnen."
      Herrolt sagte dazu nichts, hatte noch nicht einmal aufgesehen und rührte Iustlos in dem Brei herum, der vor ihm stand. Codren selbst bediente sich hungrig an den aufgetischten Speisen und auch Flora hielt sich nicht zurück.
      "Wir haben nicht die Absicht, so lange untätig herumzusitzen. Wir können schon kämpfen, wir wollen unsere Fertigkeiten nur ein wenig erweitern."
      "Nun", stieß Raaf hervor, der sich gerade noch einen riesigen Batzen Käse in den Mund geschoben hatte, "Woran denkt ihr? Schwertkampf? Schildkampf? Bogenschießen? Faustkampf? Lanzenreiten? Ihr müsst schon eine gewisse Vorstellung davon haben, was ihr Iernen wollt. Wir können euch nicht einfach überall mit reinstecken."
      "Warum nicht?"
      Raaf stutzte und hörte mit dem Kauen auf, der Käse in seinem Mund blieb eine zähe Masse, glücklicherweise nicht sichtbar.
      “Ähm... Naja...”
      "Wir könnten schon, aber das ist nicht der Sinn dieser Ausbildung", ergriff Drest für ihn das Wort. "Wenn ihr auch etwas mitnehmen wollt, solltet ihr euch für eins festlegen. Vielleicht der Schwertkampf? Man sagte uns bereits, dass ihr Schwerter mit euch führt."
      "Da stimme ich zu, das erscheint mir sinnvoll."
      "Was sagt der Burgherr?"
      Alle Augen richteten sich auf den miesepetrigen Herrolt, der in seinem seidenen Morgenmantel so aussah, als wolle er einen König imitieren.
      "Soll mir recht sein."
      "Dann ist es beschlossene Sache. Ihr fangt in meinem Unterricht an."
      Drest lächelte beinah fröhlich und entblößte dabei einen silbernen Eckzahn. Codren wollte nicht nach dessen Herkunft fragen.
      "Ich werde euch den Traininsplan zukommen lassen. Ich empfehle den Einstieg heute Nachmittag, dort werden die automatisierten Bewegungen wiederholt. Ihr werdet schnell reinkommen."
      Codren nickte und bedankte sich, Herrolt starrte auf seinen massigen Brei zurück und Raaf schlang eine Wurst nach der anderen herunter, dass es so aussah, als würde er gar nicht mehr kauen.
    • Corin wandelte durch den Wald und sah sich diesen genau an. Er liebte die Wälder. Dennoch war es so schwierig, da er sich so nah am Folk der Elfen befand. Er wollte dort nie wieder hin. Das hatte er sich geschworen. Immerhin konnte ihn dort niemand leiden und darum war er damals sehr gerne von dort abgehauen.
      Als er so durch die Gegend ging, wurde er am Arm von etwas gestreift. Sofort sah er auf und sah einen Pfeil am Baum hängen.
      Da scheint aber jemand sehr schlecht mit Pfeil und Bogen zu sein. Was wollen sie,“ fragte er Elf und drehte sich um.
      Eine junge Dame hatte ihn angeschossen und als er sich umdrehte war diese schon wieder verschwunden. Mit einem seufzen sah er sich den Pfeil an. Es war ganz klar einer von den Elfen, aber die Dame, wirkte nicht Elfisch. Er nahm den Pfeil an sich und ging weiter.
      Das war schon sehr merkwürdig für Corin, aber dennoch wusste er das er immer mal wieder von den Elfen angegriffen werden würde.

      Nach einiger Zeit kam er dann bei dem Ort der Elfen an. Er spürte die Blicke der anderen. Die meisten gingen in ihre Häuser und andere sorgten dafür das Kinder weit von ihm weg waren oder holten diese zurück in die Häuser. Er ging weiter und kam dann bei einem Haus an.
      Dort lehnte er sich an die Wand und dachte nach.
      Du hast hier nichts mehr zu suchen Figens. Du hast so viele Elfen getötet. Nur aus Sucht,“meinte eine Elfin und sah diesen mit wütenden Blick an.
      Corin sah dann zu der Elfin und verschränkte die Arme.
      Ich darf mich aufhalten wo ich will und wer war die miserable Bogenschützin,“ fragte Corin und die Elfin griff diesen dann einfach nur mit einem Dolch an.
      Dieser konnte ihn mit einer Leichtigkeit abwehren, was er auch machte. Sie lies dann von dem Elf ab und ging einen Schritt nach hinten.
      Verschwinde.. Wenn du nicht so dick mit unserem König wärst, würdest du dich eh nicht her trauen.. Außerdem ist dieser gerade nicht da. Oder hast du den auch schon getötet,“ meinte sie und das sorgte bei Corin für Wut.
      Sofort griff er diese mit seinem Dolch an und verletzte sie. Dann ging er an ihr vorbei und blickte sie nicht mehr an.
      Du wagst es nicht weiter zu sprechen. Wenn noch jemand so einen Satz von sich gibt,“mehr sagte er nicht und ging dann langsam wieder weiter.

      Er verließ das Dorf und begab sich zur Burg. Er vermutete das Tae dort war und wollte dies überprüfen. Dort war er etwas, wenn auch nur ein ganz kleines bisschen willkommener als bei den Elfen. Als er dort ankam, wurde er durchgewunken und er durfte sich bis jemand Zeit hatte, auf den Innenhof umsehen. Als er dann aber Codren und Flora sah, seufzte er. Er wusste das dies nicht gut gehen würde.
      Mit eher langsamen Schritten ging er in die Nähe der beiden Damen und lehnte sich an eine Wand. Doch sollte er die beiden wirklich ansprechen? Er war nicht wirklich scharf drauf jemanden in seine Vergangenheit einzuweihen, aber ansprechen musste er die beiden dennoch. Auch wenn er es nicht wirklich wollte.
      Na.. Was macht ihr denn hier? Ich habe nicht erwartet, das ihr es bis hier her schafft,“meinte er und verschränkte seine Arme.
    • Flora war mehr mit dem Essen beschäftigt, als mit dem Reden. Das konnten die Ausbilder wohl eh besser. Der eine sogar, während er wie ein Bär die letzte Beute vor dem Winterschlaf in sich schlang. Ob er beim Kämpfen wenigstens mal darauf verzichtete? Flora schmunzelte beim Gedanken daran, das der Typ mitten im Schlachtfeld rechts ein Schwert hielt und Hiebe austeilte, während er zur Linken eine saftige Keule hielt, und ständig abbiss.
      Kurz darauf waren sie satt und verließen den Raum. Die Stimmung hier in der Burg schien irgendwie seltsam zu sein. Vielleicht lag es an der momentanen Situation mit vultjag und der Blockade? Das meiste müsste man wohl zur See umsatteln, was durchaus schwieriger war, denn es gäbe nicht genug Schiffe für den Handelsbedarf. Außerdem fehlten nun Kunden, die man auch in mehyve belieferte, oder Waren, die von dort kamen. Obwohl Brerandt sicher in den Wäldern alles bekam. Allerdings gab es die meisten Erze in den Bergen. Nordöstlich gab es sicher ein paar Minen under Brerandts Flagge, aber dort in den Bergen lauerten auch Barbaren. Ob sie bei den Elfen geduldet waren? Oder mit ihnen handelten? Nur was sollten sie den Elfen schon geben können, was sie nicht selbst schon im Wald hatten. Erze aus Camisse gab es nun auch keine mehr. Mehyve blockierte das Land. Waffenexporte waren wohl Mehyves Ziel. Immerhin, so wusste Flora, waren sie die besten Waffenhersteller der Insel. Spätestens nach den ersten Schlachten brauchte man neue Ausrüstung. Alles sehr verdächtig.
      Importe aus Übersee waren vielleicht noch möglich, aber die Kosten sicher höher. Vultjag würde bestimmt versucheen, das zu unterbinden. Eventuell auch Mehyve?
      Während Flora sich Gedanken machte und mit Codren die Burg besichtigte, trafen sie plötzlich auf Corin, der es bis hier her geschaft hatte.
      "Was zum ...Corin!", entfuhr es Flora überrascht. Er stand da wie selbstverständlich. Sprach davon, als wären Flora und Codren unlängst unter die Wurzeln geraten. "Corin verflucht, wieso bist du in die Wälder geflohen? Währe da nicht ein Reitertrupp vorbei gekommen, dann hätten wir es sicher nicht mehr geschafft."
      Floras Blick zeugte von Wut und Misstrauen. Der Typ sprach davon Verräter eiskalt zu töten, flüchtete aber mitten im Gefecht und ließ die Begleiter zurück, überließ ihnrn ihr eigenes Schicksal.
      "Ich hoffe für dich, das du eine gute Erklärung dafür parat hast. Und solltest du uns weiterhin begleiten wollen, wirst du dein Vertrauen erneut unter Beweis stellen müssen, das ist dir hoffentlich bewusst?"
      Der Elf nickte nur leicht, als wenn er schon mit einer Standpauke gerechnet hätte. Fehlte nur noch ein dummer Spruch und alles war vergeben und vergessen? Und bevor Flora es vergessen sollte, sie hatte da etwas gehört, als sie im Wald kämpfte. Aber bevor sie weiteres dazu äußern konnte, konnte Codren sich nicht länger beherrschen, und die war wohl noch wütender. Flora hätte schließlich sterben können. Und sie war es, die Codren wieder zum Erzfeind ausrief und ihn auf seinen Rufnamen hin ansprach, was dieser wohl zu bedeuten hätte. Flora selbst wartete gespannt, als Codren mit ihrer Ansprache fertig war.
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    • Sie waren schon kurz vor dem Training, als Flora und Codren auf wahrscheinlich den letzten Menschen trafen, den sie hier erwartet hätten. Beziehungsweise den letzten Elfen.
      "Corin?!"
      Er zeigte kein großes Interesse an ihrer Gesundheit, genauso wie Codren kein großes Interesse an seiner Unversehrtheit hegte. In diesem Moment wollte sie ihn allein für ihre verlorene Hand verantwortlich machen, wo sie doch bis eben noch keine große Wut gegenüber ihrem Angreifer geschürt hatte, dem sie ihrem Verlust wirklich zu verdanken hatte, aber sie schätzte, dass die Wut sie genauso überkommen würde, wenn sie auf diesen Mann noch einmal stoßen würde. Nur war er nicht hier, dafür aber Corin.
      Sie ließ Flora gerade noch ausreden, da sprang sie mit einem Wutgeheul nach vorne und ergriff den schmalen Hals des Elfen, der zu spät reagiert hatte, und drängte ihn in einem Stück zurück. Sie hatte kein Gefühl in der eisernen Hand, sie wusste nicht, ob sie ihn fest im Griff hatte oder zu locker war, und schließlich war es die Wand hinter seinem Rücken, die sie dazu verleitete aufzuhören zu drücken und sich auf einen, scheinbaren, festen Griff zu einigen, der ihn im Schach hielt. Dass sie soviel unmenschliche Kraft in der Hand hatte kam ihr gerade recht, aber darum kümmerte sie sich nicht.
      "Du haust ab wie ein feiges Kaninchen und wagst es dann noch nicht einmal, mit einer Entschuldigung hier aufzutauchen? Ist dir klar, was für ein Leid wir ertragen mussten, weil du dich aus dem Staub gemacht hast? Sowas nennt sich Loyalität, pah! Wenn ich dich ansehe, kann ich nur an einen Verräter denken! Ihr Elfen seid wohl doch alle gleich, oder nicht? Haltet euch für die größten und dann wenn es brenzlig wird, macht ihr euch unwiderruflich aus dem Staub, das hört man ja oft! Und was ist das mit "Double-Face", häh?! "Doppelspion der Unterwelt"?! Wenn du nicht sofort Rede und Antwort stehst, werde ich dich genau hier und jetzt selbst in die Unterwelt befördern!"
      Das Geschrei zog die Soldaten an, die es aber nicht wagten, das Gespräch zu unterbrechen. Sie starrten auf Corin, tuschelten, und einige schienen sogar Wetten abzuschließen, wer von beiden den bevorstehenden Kampf überleben würde.
    • Ab dem Moment als er die beiden angesprochen hatte, bereute er es auch schon. War er denn jetzt komplett bescheuert? Jetzt konnte er sich auf einiges einstellen und er hatte recht. Es dauerte nicht mal eine Sekunde bis diese Coderen auf ihn los ging und das im wahrsten sinne des Wortes. Er wurde von ihr am Hals gepackt und das nicht gerade sanft. Er wurde nach hinten gegen die nächste Wand gedrückt und spürte den Schmerz. Dennoch war das nicht so schlimm wie das was er schon erlebt hatte. Als dann der Druck etwas sanfter wurde kam nur ein genervtes seufzten von dem Elf.
      Als diese dann zu Reden begann hörte er ihr zwar zu, aber auch nur weil ihm gerade nichts anderes übrig blieb. Nachdem diese dann fertig war mit ihrer Ansprache, sah er mit einem Emotionslosen Blick zu ihr.
      "Fertig? Gut... Also... Zu aller erst einmal... Hör sofort auf mich mit den anderen in einen Topf zu werfen! Ist das klar? Denn du brauchst dich überhaupt nicht so aufspielen. Ist zu schwach um ihrer Herrin zu helfen. Was bist du denn für eine Kriegerin. Das einzige was du bist ist ein Mensch, der nichts kann, außer ausrasten und blöd daher zu reden. Also wirklich... Du willst wissen warum ich abgehauen bin? Ganz einfach. Bei euch ist man ja in Lebensgefahr! Vor allem wenn man da zwei Kinder hat die nicht kämpfen können. Alter ich musste meine Fähigkeit einsetzen um EUCH zu helfen... Vor allem hatte ich Tae versprochen nicht ohne ihn zu sterben.. Ihr wisst nichts über mich und glaubt mir... Nur weil da hinten die Prinzessin auf der Erbse ist und du deren Dienerin hab ich sicherlich keine Angst. Auch wenn du mit der Hand jetzt etwas stärker bist. Hättest du noch lange keine Chance gegen mich... Und überlegt euch ob ihr euch die Elfen als Feinde machen wollt... Denn ich werde im Krieg mit kämpfen. Das wurde schon niedergeschrieben und wenn ich mit meiner Fähigkeit mitkämpfe. Dann gibt es Tote.. Ob ihr da dazu gehört ist eure Sache... Und die Sache was Double Face angeht... Das hat euch nicht zu interessieren... Das das klar ist. Entweder ihr nehmt mich mit meinen Schwächen oder gar nicht. Ich hab genug Scheiße erlebt.. Also," fragte er die Beiden und wirkte nur noch kalt.
      Er wirkte als habe er im Moment überhaupt kein Herz und wirkte überhaupt nicht mehr so wie er vorher war, als er noch mit ihnen gereist war.