[2er RPG] No Good For You

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Sein Blick konnte sich von ihren Augen wenden, in denen er sich doch immer wieder verlor und gleichzeitig irgendwie selbst fand, denn ihre Mundwinkel erhoben sich. Sie hatte mit der Nachricht, sie würden hier einfach etwas gemeinsam machen, war sie glücklich gewesen. Sicher hatte sie hier deutlich Langeweile gehabt, wenn sie einfach nur im Bett lag, für sich war und sonst doch die Spannung und Action gewohnt war. Es war ja schon bewundernswert, denn der Blonde konnte sich vorstellen, mit den Schmerzmittel intus hätte er den Locos bereits einen Besuch erstattet. Doch sie blieb hier, zum Glück, sonst hätte er sie wieder hier hin geschleppt, es gäbe kein Entkommen. Sonst hatte das Aufpassen immer ihr Bruder übernommen, er nahm sich jetzt aber wohl eine Art Urlaub davon, denn er hatte keine Nerven mehr dafür. Einige Male hatten sie bereits gestritten, dabei war Anthony nicht allzu lange im Haus gewesen.
      Er sah ihr in der Ruhe zu, wie sie ihre Sachen wegpackte und wollte schon fragen, ob er helfen solle, doch es waren sowieso nur die beiden Dinge auf dem Bett. Dafür sah er sich um, ob nicht doch noch etwas herumlag, was sie von ihrem Platz aus nicht erreichen konnte, doch es gab nichts. So wie das Zimmer, war auch ihr Bett sauber gewesen. Da sie schnell fertig war, sprach sie bereits darüber, dass sie doch dachte sie würde ihn im Gefängnis nur nerven. Aber es war genau andersrum gewesen, denn es nervte ihn wohl alles andere, außer ihre Anwesenheit und ihre Worte. Es war was anderes, wenn sie Mist baute, denn alle Probleme und Beschwerden kamen immer auf ihn zu, da sie zu seiner Station gehörte. Da war ihr Bruder braver gewesen, er schien aber auch gar nicht interessiert an den meisten gewesen. Kamila war anders gewesen, sie hatte es in einem geringen Zeitraum mit den beiden Männern und der Kampflesbe mit ihren beiden Barbiepuppen, die stets an ihren Schultern hingen. Schon fast amüsant war es, ständig den Beamten beim anlaufen zu zusehen, denn ihre Gesichtszüge hatten ihm ja schon erzählt, dass einer seiner Manschaft wieder Mist baute. Der Blonde hatte da aber nicht wirklich Interesse gezeigt oder daran Spaß gehabt, die Strafen auszuteilen, dass durften dann die schadenfrohen Kollegen für ihn machen, die dankten ihm dafür immer. Bei Kamila hatte sich der eine aber vergriffen, denn sie war gefährlicher als die anderen Damen im Gefängnis. Sie hatte sich aber Gedanken darüber gemacht, ob sie ihn nervte, dabei hatte sie mit ihm trotzdem eine schöne Zeit gehabt. So empfand er es auch, seine letzten Tage waren dort angenehmer gewesen.
      Für ihn klopfte sie auf den Platz neben ihr, er sah sie fragend an, doch sie sagte ihm bereits, er sollte neben sie kommen. So war es auch angenehmer für ihn, weswegen er einfach neben sie rutschte und belächelte, dass sie dieses Mal das Kissen richtete. Er legte sich sogar etwas hin, hatte nicht mehr viel Lust gehabt, herumzusitzen. Sie schlug vor, dass sie die beiden Dinge einfach nacheinander machen und er willigte mit einem Nicken an, es war ein guter Plan gewesen. Sie fragte nochmal, ob er doch wirklich bereit sei, da nickte er nochmal, schon breit am lächeln, denn scheinbar hatte sie bereits eine Frage ausgesucht. Als er letztendlich ihre Worte erhörte, schloss er die Augen und seufzte kurz, während seine Mundwinkel noch oben waren. " Verdammt.. ", sprach er in einem etwas leiseren Ton, bevor er die Augen öffnete und neben sich sah. " ..Nur drei? ", erweiterte er, als hätte er deutlich mehr Eigenschaften auf dem Schirm. Er schüttelte jedoch den Kopf, sah zur Decke, um sich an paar Dinge zu erinnern, wo er sie unmöglich fand. Er verengte die Augen ein wenig, es war anstengend gewesen, wenn man bei ihr sowieso nur die guten Eigenschaften richtig wahrnahm. Es dauerte einen Moment, danach atmete er nochmal kurz durch, bevor er an seine Antwort ging. " Du bist unberechenbar, bei dir kann man sich alles, aber auch überhaupt gar nichts denken.. Weil du immer was anderes, als die anderen im Kopf hast. ", begann er und dachte weiter nach, denn ihm fehlte eine dritte Eigenschaft. " Du bist unberechenbar und denkst an keine Konsequenzen, das macht es noch schwieriger darüber Bescheid zu wissen, was du vor hast.. Man darf dir hinterher laufen, damit dich überhaupt irgendwer aufhalten kann. ", waren die weiteren gewählten Worte und er schloss mit einem Grinsen die Augen, war ja schon fast am warten, bis er den ersten Schlag abkriegt. Aber er war am überlegen, denn ihm fehlte immer noch ein Teil. Dabei musste er gar nicht lange darüber nachdenken, es war ja schon fast offensichtlich. " Und du.. blockst ziemlich vieles einfach ab. " Anthony ging gar nicht weiter darauf ein, denn er dachte, sie würde wissen was er gerade meinte. Jetzt war er aber wieder mit einer Frage dran, ihm fiel aber keine fiese Frage ein.. Der Blonde sah sich dabei Kamila an, ob er nicht noch irgendeinen Punkt erkennen würde, aber er konnte an nichts denken. Er seufzte kurz, bevor ihm wohl aber dann was einfiel. " Wann hast du das letzte Mal geheult und warum? "
    • Kamila Kayla Redstone
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      Es erfreute ihr kleines Herz, dass sich Anthony dazu entschloss sich neben sie hinzusetzen, weshalb sie ihre Aufregung auch ein wenig zurückhalten musste, um nicht aufzufliegen. Ihre Augen beobachteten, wie sich der Mann zu ihr setzte und lange dauerte es nicht, da entschloss sich Kamila den Abstand ein wenig zu minimieren und tat so, als würde sie sich ein wenig gemütlicher machen wollen, rutschte damit etwas mehr zu ihm rüber. Ihre Beine berührten seine, aber sie wollte nicht allzu aufdringlich werden, ein wenig Platz blieb zwischen den beiden noch. Ihre erste Frage kam auch sehr schnell, die Reaktion des Mannes zauberte ihr ein breites Grinsen auf die Lippen. Kamila zögerte auch nicht lange, um Anthony sanft auf den Oberarm zu schlagen, auch wenn seine Bemerkung gar nicht so schlimm war, immerhin gab ihr seine weitere Reaktion deutlich, dass es vielleicht doch gar nicht so einfach war, wie sie sich das vorstellte. Eigentlich dachte Kamila, dass die drei Eigenschaften rausgehauen kommen würden, ohne groß darüber nachzudenken, aber dem war es nicht so. Ihre grünen Augen musterten den Mann dabei, wie er nach drei schrecklichen Eigenschaften suchte.. Es kam was, auch wenn die Frau es schon fast aufgegeben hatte und zu einer neuen Frage greifen wollte.
      Die erste Eigenschaft war... Gar nicht so schlimm, wie die Frau fand. Sie war unberechenbar.. Das sagte er sogar zwei Mal! Und sie war anders, als die anderen.. Achtete nicht auf Konsequenzen und.. Sie blockt vieles ab. Sie seufzte innerlich, das letzte war etwas, was ihr nicht so ganz geheuer gewesen ist. Ja, natürlich blockte die Brünette ab, aber sie hatte ihre Gründe dafür und deshalb durfte sie doch nicht schlecht sein.. Vielleicht würde sich diese Eigenschaft ändern, wenn Anthony Bescheid wissen würde, was der Grund dafür war.. Sie blockte nicht ab, weil sie es wollte, es war nun einmal so..was sollte sie dagegen machen? "Das war's?", fragte sie und versuchte es ein wenig runter zu spielen. Kamila schmunzelte. "Ich finde, es ist gut, dass ich anders bin.. Dann bin ich wenigstens nicht langweilig! Und ja.. Ich bin ein wenig kindisch.. Manchmal". Das konnte sie auch zugeben, es war ja auch etwas, was die Frau wusste. "aber ich danke dir für deine Ehrlichkeit". Um es deutlich zu machen klatschte Kamila in die Hände und deutete eine Verbeugung an, bevor es dann weiter ging. Dieses Mal war Anthony dran, er schaffte es die Frage ein wenig in die andere Richtung zu lenken, eine willkommene Abwechslung, wenn sie diese Frage nicht ins Grübeln bringen würde. Sie seufzte, lehnte sich zurück und blickte von Anthony weg, stattdessen sah sie vor sich hin auf die Wand gegenüber, auf der ein Fernseher hing. Wenn sie so richtig darüber nachdachte.. Sie weinte nicht sehr oft.. "Also.. Das letzte mal.. Bevor ihr mich im Wald gefunden hattet.. Nach dem Unfall.. Aber es war nicht absichtlich quasi.. Da hat mein Körper einfach nur alles rausgelassen, aus Angst.. Ich würde euch viel zu früh aufhören zu nerven".
      Kamila grinste leicht und zuckte mit den Schultern, bevor sie zu Anthony sah. "Und das letzte richtige Mal.. Ist ein wenig sehr lange her..", sie seufzte, nahm den Blick wieder runter. "Da ist.. Meine beste Freundin vor meinen Augen gestorben.. Vor gut.. Sechs Jahren". Einen Moment lang herrschte eine Stille, Kamila wurde nachdenklich, aber bevor sie den recht schönen Abend ruinieren wurde, zuckte sie wieder mit den Schultern. "Ich weine nicht oft.. Im Gegensatz zu anderen Frauen". Da war wieder ein Schmunzeln auf ihren Lippen. "Aber jetzt darf ich was fragen". Ja, das durfte sie.. Sie wollte sehr vieles wissen, aber was stellte sie wohl als erstes als Frage? Irgendetwas über Anthony musste es sein.. "Du hast mir.. Nur wenig über deine Vergangenheit erzählt... Also ich weiß, wo du gearbeitet hast und das du keinen Bock drauf hattest.. Aber was ist mit dem Rest? Wie sah dein Leben sonst aus, bevor ich aufgetaucht und es komplett durcheinander gebracht habe". Die Frau sah zu ihm und lächelte breit, sie meinte natürlich damit die Arbeit, die er jetzt machen durfte.. Es war ja was komplett anderes, als das vorherige Leben..
      Sanft strich Kamila mit ihrem Finger an Anthonys Bein, an der Seite entlang, ohne großartig die Hand bewegen zu müssen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er war gespannt auf ihre Antwort gewesen, denn er konnte sich wirklich nicht vorstellen, wann es wohl das letzte Mal war. Sie war deutlich härter als alle anderen Frauen gewesen, da würde sie auch nicht durch die einfachste Dinge einen Heulkrampf erleiden, da war er sich schon fast sicher gewesen. Sie war einfach anders gewesen, sie selbst war etwas besonderes, sie hob sich von den anderen ab. Was doch irgendwie beleidigend angenommen werden kann, war wohl alles andere. Denn sie war nunmal eine angesehene, schöne Frau, sie zieht die Männer schon mit ihren Blicken aus, wenn sie denn den Männern den Blick schenken würde. Es gab vieles, was sie so interessant mache, dazu gehörte nicht mal nur ihre Karriere dazu, die auch spannend war. Überraschenderweise war ihr letztes Weinen gar nicht so weit her gewesen, sogar nur einige Tage entfernt, als sie mit dem fremden Auto kollidierte. Sie sprach aber davon, dass es eher eine körperliche Reaktion war, sie war vermutlich mit der Situation sehr gestresst und überfordert gewesen, schließlich war sie ja alleine. Da bereute er es wieder, mit zur zerbrannten Zentrale gefahren zu sein, doch da konnte jeder etwas bereuen. Sie lockerte es aber wieder ein wenig, denn sie hätte damit doch viel zu schnell damit aufgehört, sie zu nerven. Ein Schmunzeln überkam ihn, auch wenn sie doch gar nicht so nervig war, anstrengend passte da defintiv eher rein. Darüber sollte er aber erst gar nicht sprechen, konnte er auch nicht, denn sie sprach über die wirklichen, zuletzt verheulten Tränen. Es war dunkler als er überhaupt denken konnte, kurz blieb sein Atem stehen, denn er sorgte sich darum, ob er damit nicht eine Wunde aufriss. Sie ist etwas darauf eingegangen, zumindest hatte sie ihm noch erzählt, wann es denn geschah. Doch er wollte nicht weiter darauf eingehen, sie hatte das Thema selbst schnell abgeschlossen, wollte selbst nicht darüber sprechen. Da hatte er sich wieder ans Atmen erinnert, zog deswegen kurz die Luft ein, machte sich mit dieser neuen Informationen ein wenig Gedanken, die mit ihren weiteren Worten aber verschwand. Jetzt war sie wieder dran gewesen, sie hatte nicht viel Zeit zum nachdenken gebraucht. Diese wenigen Sekunden, Minuten hatte er wieder zum Umsehen benutzt, letztendlich stockte er wieder mit dem Moment, wo ihre Frage begann. Seine Augen richteten sich an Kamila, die doch nun deutlich näher aussieht, als sie vorhin noch war. Sie ist sicher verrutscht, womöglich hatte sie es so aber auch einfach gemütlicher, da sie sich doch noch vorhin darum bemühte. Er wäre aber der Letzte gewesen, der sich darüber beschweren würde, er würde sie sogar eher noch mehr zu sich ziehen, wenn ihre Verletzungen nicht wären. Doch das würde irgendwann kommen, wenn ihre Genesung fortschritt. Kamila wollte mehr über ihn und seine Vergangenheit erfahren, da war er selbst schon am überlegen, was sie wohl am meisten interessieren könnte. Sie sprach noch davon, dass sie sein Leben komplett durcheinander gebracht hatte, war wohl eher mit den Gedanken bei der Arbeit, wobei sie doch auch recht hatte. Anthony war aber selbst sicher, dass lag nicht nur einfach an dem Jobwechsel, an dem Seitenwechsel, da war noch die Brünette ein hoher Faktor für das Chaos in ihm. Er stieß ein wohles Seufzen aus, bevor er kurz nachdachte, wo er wohl beginnen sollte. Doch er spürte ihren Finger am Bein, zu welchen er wortlos blickte, den Kopf dahin drehte. Wieder eines der Momente, die doch zeigten, dass sie nicht durchgehend hart war, vorallem nicht bei ihm, denn zu solchen Gesten kam es zwischendurch bei ihr. Weiter darauf eingehen wollte er aber nicht, außer das er mit einem zarten Lächeln auf den Lippen betrachtete, während sich sein Herz wieder wärmte..
      Aber da war noch ihre Frage gewesen, die er beantworten wollte, dazu aber noch ein paar Schlüsselwörter brauchte. Lange brauchte er aber nicht, denn es waren schließlich seine eigenen Daten, mit denen sollte er sich ja gewöhnlich auskennen. " Ich komme aus einer eher wohlhabenderen Familie, habe zwei Schwestern, Ivory und Elaine. ", begann er und hatte dabei sofort schmunzeln müssen, als er die Beiden wieder vor seinem Auge hatte. " Zwei kleine Gören, die nicht anstrengender werden konnten.. Aber wir waren nur zu dritt, meine Eltern waren viel unterwegs, am arbeiten. Sie hatten viel Geld für uns ausgegeben, trotzdem hatten wir strenge Regeln zu befolgen und Erwartungen zu erfüllen, die nicht zu erreichen waren. " Kurz seufzte er hörbar aus, war aber schnell wieder beim Erzählen gewesen. " Als Kinder hatte es uns nichts ausgemacht, das war ein Ersatz für die fehlende Erziehung gewesen, mit dem Alter war es aber unzumutbar. Wir sollten die höchste Klasse beenden, danach irgendeinen Mist jahrelang studieren, der viel Geld einbringt. Kurse mussten wir besuchen, etwas Wohltätiges tun, sonst wäre ihr Ruf gefährdet. " Er war selbst am Überlegen gewesen, wann er dann wohl für sich den nächsten Schritt machte, der ihn überhaupt so weit brachte. " Wir hielten uns daran, zumindest eine Zeit, aber das war nicht ich gewesen. Ich hatte ein zweites Leben nachts angefangen, mit ein paar Freunden irgendwelchen Leuten aufs Maul gegeben, richtige Kämpfe ausgetragen. Das erste Mal fühte sich etwas richtig an. " Sein Blick war wieder an ihre Hand gerichtet, die Berührung gefiel ihm, da müsste er was zurückgeben, so dachte er zumindest gerade. Sie schien für ihn aber gerade so zerbrechlich wie Glas, er konnte nicht wissen, ob er ihr damit einen Gefallen tun würde.
      " Da hat irgendwas Klick gemacht und im nächsten Moment habe ich mich jeglichen Dingen auch tagsüber widersetzt, krumme Dinge waren plötzlich so interessant gewesen, ich hab die Schule geschmissen, jedes Nein war ein Ja gewesen.. Man hatte keine Kontrolle über mich gehabt und das war es gewesen, was mir immer fehlte. Ich hatte ein eigenes Leben gehabt und habe es dann in einer anderen Stadt für mich weitergeführt. "
      Das war es doch gewesen, so hoffte er doch selber, es müsste doch reichen. Sonst würde es wohl einfach weiter in einer ihrer anderen Fragen kommen. Er dachte selbst kurz nach, denn nach dem Umzug hatte sich wieder alles gelockert, er kam in eine Normalität zurück. Da hatte er aber wieder seine Freunde gehabt, dann begann bei ihm erst in der Nacht der richtige Tag, damit hatte er wieder seinen Ausgleich gehabt. Einen solchen Ausgleich hatte er hier aber nicht gebraucht, was ihn erleichterte. Mit dem vielen Erzählen fühlte er sich ein wenig entblößt, doch das würde sich mit seinem Zug wieder einrenken, er überlegte. Sie hatte ihn etwas gefragt, was eher ins Kennenlernen ging. Da hatte er die Möglichkeit gehabt, über ihre Vergangenheit zu sprechen, denn er hatte die Fotos gesehen. Aber mit der Information, ihre beste Freundin war verstorben, war nachfragen nicht das Richtige gewesen. Kurz räusperte er sich, bevor er sich zu ihr drehte. " Hast du noch andere Interessen, wenn es denn nicht um Arbeit geht? "

    • Kamila Kayla Redstone
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      Es war nicht so, dass sie nicht darüber reden wollte, was in der Nacht passiert war, als sie ihre beste Freundin hat sterben sehen, okay vielleicht stimmte es ein wenig, es war vielmehr die Tatsache, dass sie womöglich doch zu viel verraten könnte, was sie in ein noch schlechteres Licht rücken würde, als bisher. Natürlich, Kamila war definitiv nicht perfekt und sie war sich auch sicher, dass sie nie perfekt sein wird, aber sie war anders und das war das Wichtigste für sie gewesen. Schon immer wollte sie sich von den anderen distanzieren, anders sein und vor allem anders denken, als die meisten. Vielleicht war sie deshalb so ein guter Boss? Vielleicht war es nicht nur ihre charmante Art und ihr Aussehen, sondern auch die Tatsache, dass sie allem und jedem, der anders war die Arme öffnete und ihm ein Zuhause gab. Wenn sie sich so ihre Männer ansah.. Von ihnen war keiner normal, wirklich keiner.. Und trotzdem waren sie alle für sie wie ihre Familie, eine, die sie nie hatte.. Bis auf Mike vielleicht. Wo steckte er eigentlich? Wollte er nichts gegen Abend wieder zurück sein?
      Die Frage nach seiner Vergangenheit schien Anthony zwar zum Nachdenken zu bringen, er war aber nicht abgeneigt davon gewesen ihr auf diese Frage zu antworten. Sie war gespannt, natürlich hätte Kamila sich auch ihre Informationen anders beschaffen können, es gab hier und da Mittel und Wege, aber sie wollte es gerne von ihm erfahren.. Einfach, weil sie sich beide kennenlernen wollen.. Natürlich war es ein wenig unbedacht, denn so hatte er die Chance ihr genau die gleiche Frage zu stellen, da müsste sie auch drauf antworten, denn nur so war es wirklich fair gewesen, auch wenn Anthony es vermutlich verstehen würde, dass sie kneifen wollen würde. Er fing an zu erzählen.. Damit es gemütlicher wurde nutzte Kamila auch die Gelegenheit und drehte sich ein wenig auf die Seite, es war zum Glück die, die ihr nicht so sehr schmerzte. Ihre Augen betrachteten den Mann, der davon erzählte, wie er sich gegen alles wehrte, um sein eigenes Ding durchzuziehen. Die Frau hörte nicht auf sein Bein weiter sanft zu streicheln, dabei dachte sie sich nicht einmal etwas, sie mochte es genau das zu tun.. Ihm etwas Gutes zu tun, ohne etwas zurück zu fordern. Selten, dass sie zu so etwas bereit war..
      Ihr Grinsen wuchs mit jeder Stufe der Erzählung, sie hatte ihn doch nicht schlecht eingeschätzt, ein Punkt an ihr gutes Gespür. "Der böse, kleine Anthony", sagte sie dazu und schüttelte sanft den Kopf. "Jetzt kann ich auch nachvollziehen, woher du dich so gut mit Fäusten wehren kannst.. Ich meine, dass wird niemals in der Ausbildung zum Wärter beigebracht..". Sonst wäre es im. Gefängnis deutlich schmerzvoller gewesen, so oft, wie sie die Wärter provoziert hatte, wenn Anthony mal nicht da war.. Das waren aber auch keine Vorzeigewärter gewesen. "Ich kann dir aber sagen.. Ich hatte schon eine kleine Vorahnung, als du in den Bus gesehen hattest, mit dem ich transportiert wurde.. Und mein Gefühl täuscht mich selten! Wie ein Scheiß Talentscout.. Vielleicht sollte ich umschulen?". Nein, das würde sie definitiv nicht, aber man könnte es ja später in Betracht ziehen. Kamila hatte einfach ein Gespür dafür, ob jemand gut war oder nicht.. Bei der Flachzange.. Ah den wollte sie von Anfang an umbringen!
      Anthony war mit fragen dran und er wählte zum Glück nicht die Frage nach ihrer Vergangenheit, wofür sie dankbar war. Er fragte nach ihren Hobbys, da lächelte die Frau ein wenig und blickte zu ihrer Hand runter, die sich entschied ein wenig mehr zu streicheln. "Meine Arbeit ist mein Hobby", sagte sie und blickte zu dem Mann nach oben. "Aber.. Ich habe in der Tat andere Interessen.. Ich lese sehr gerne, wenn mir die Vollidioten die Zeit und Ruhe dafür geben". Sie grinste breit, ja.. Die Herrschaften waren oft sehr laut. "Sonst habe ich verdammt gerne Spaß jeglicher Art.. Egal ob feiern, saufen.. Oder auch Bettsport". Sie zwinkerte ihm zu. "Ich esse gerne gutes Essen.. Ich reise gerne.. Und mein größtes Hobby - wenn man das so überhaupt nennen kann - ist einfach nur in Ruhe draußen zu sitzen und sich die Natur anzusehen.. Mit voller Ruhe.. Und Zeit.. Einfach über alles nachdenken, während die Natur einen umhüllt". Es sollte nichts neues für Anthony sein.. Wie oft er Nachts die Frau draußen angetroffen hat, er sollte es schon wissen, nichtsdestotrotz wurde sie wieder ein wenig sensibel, was sie so überhaupt nicht mochte.. Deshalb schüttelte Kamila sanft den Kopf und wollte diese Stimmung wieder vertreiben. Sie war mit einer Frage dran.. "Okay.. Wir hatten deine Vergangenheit.. Jetzt fragen wir nach deiner Zukunft.. Wie hast du dir deine Zukunft vorgestellt, bevor du hier gelandet bist? Frau und Kinder? Mit einem Haus in der Vorstadt?". Da war auch wieder ein Schmunzeln auf ihren Lippen zu sehen, so schätzte sie Anthony überhaupt nicht ein, aber sie war offen für jegliche Überraschungen.. Ihre Hand wanderte derweil ein wenig höher und spielte mit dem Saum seines Oberteil, während die Augen der Brünette immer wieder für einen Augenblick dahin sahen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ihm entkam ein leises Lachen, als sie ihn als böse bezeichnete, zumindest sein jüngeres Wesen. Er war wirklich böse gewesen, wenn er sich an die Zeit erinnerte, das lag nicht mal nur an den ausgetragenen Straßenkämpfen, die nicht immer ein Zuckerschlecken waren. Eine kurze Zeit war es gewesen, die ihn vielleicht noch viel früher in diese Branche bringen konnte, doch so wie es war, war es gut. Denn so wäre er erst gar nicht bei Kamila gelandet, wäre vielleicht schon unter der Erde, wenn er es überhaupt bis dahin geschaft hatte. Er hätte sie als Rivalin haben können, eine Vorstellung, die vorallem mit seinem eigenen Zustand nicht zu vereinbaren war. Die Brünette hatte aber zu Beginn bereits Potential in ihm gewesen, und wenn er wieder an dieses Wort dachte verbunden mit ihrer Idee, sich zum Talentscout umzuschulen, war es wieder witzig gewesen. Der damalige Wärter hatte zählen müssen, wie oft er doch dieses Wort zu hören bekam..
      Aber scheinbar hatte sie wirklich ein gutes Gespür gehabt, denn er hatte sich nicht wirklich in den ersten Momenten dem hingegeben, ihr irgendwie zu gefallen oder seine beste Seite zu zeigen. Das hatte er vermutlich seit Jahren im Strafvollzug nicht mehr gemacht, ihn ließ einfach alles unbeeindruckt, auch wenn es doch interessant war, dass jemand wie die schwarze Witwe in eines dieser Busse zu sehen wäre.
      Nun ging es aber an ihre Interessen, er hatte sich bereits zu ihr gedreht und genoss ihre leichte Berührung, während sie darüber sprach. Er wäre mit allem zufrieden gewesen, denn es reichte ihm bloß ihre Stimme zu hören, die die Stille im großen Raum unterbrach. Mit ihren Hobbys ließ sich vielleicht aber auch etwas machen, falls es dann dazu kommen müsste, dass er sie von sich überzeugen musste. Das sie für Spaß zu haben war, war ja nichtmal so überraschend, denn sie hatte viele dumme Ideen gehabt, die jedoch den meisten Spaß bereiteten. Da wurde jedoch auch schon ihr sogenanntes Bettsport genannt, wo auch Anthony die letzten Mal teilnahm. Sie zwinkerte ihm zu, weswegen sich ein Grinsen zeigte. Danach ging es aber wieder lockerer zu, denn sie sprach die Ruhe an, die sie in der Natur fand. Er hatte sie bereits öfters Mal draußen auf dem Steg gesehen, er gesellte sich ja auch einige Male zu ihr, da er auch die Ruhe in der Nacht genoss. Zwischen dem Arbeiten brauchte wohl auch sie eine Zeit für sich, in einer Ruhe, in der sie einfach denken konnte.
      Lange darüber nachzudenken, war aber nicht drinne, dafür hatte er sich einfach darum gekümmert, dass er sich das Ganze einprägt, um es wenn nötig wieder rausholen zu können. Sie fragte ihn nach seinem damaligen Zukunftsplan, da war er selbst kurz am blinzeln, hatte er sowas überhaupt gehabt? Sie gab ihm ein paar Anreger, ein paar Beispiele, aber das war ja nicht er gewesen. Aber da hatte er sich wieder ein wenig daran erinnert, was er damals so vorhatte, er hatte es aber nie an die große Glocke gehangen. " Ich wollte eher für mich in Ruhe leben, vielleicht mit einem Hund.. Das verdammte Gefängnis wechseln und da wieder den Miesepeter spielen, bis ich dann abends in mein Loft kann ", erzählte er mit einem sachten Grinsen, er hatte nicht wirklich großes geplant gehabt. Sie sprach darüber, dass sie wissen wollte, was er damals noch wollte. Aber wenn er jetzt darüber nachdachte, was er womöglich jetzt alles haben wollte, da musste er etwas ergänzen. " Aber.. Ich hätte wahrscheinlich eine Frau in meinem Leben vermisst. ", erzählte er zum Ergänzen, wobei seine Augen auf ihre trafen. Es war aber auch nur eine gewesen und da sie nun bei ihm lag, war die Sorge nicht mehr berechtigt. Er konnte sich gar nicht vorstellen, was sie für eine Lücke in seinem Leben hinterließ, wäre er nicht mitgegangen.. Aber es war nicht mehr darüber zu reden, was er sonst noch haben wollte, denn es gab nichts anderes. Deswegen machte er sich lieber ans Fragen, bevor irgendwie darüber gesprochen werden konnte, wen er denn missen würde, wenn es denn nicht schon deutlich war. Anthony sah an sich runter, ihre Finger spielten mit dem Stoff seines Oberteils, was ihn wieder erfreute. Es schien irgendwie was besonderes zu sein, sie machte es ohne Aufforderung oder deutlich zu sagen, was sie dafür als Gegenleistung wollte, auch wenn es nunmal eine Kleinigkeit war. Angenehm war es neben ihr zu liegen, es war schließlich auch etwas, was er sich wünschte. " Du hast so viele Verehrer.. Gab es von ihnen schon einen, dem du dein Herz geschenkt hast? "
    • Kamila Kayla Redstone
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      Sie konnte es nicht vorstellen, dass Anthony sich so etwas wünschen würde, wie ein Haus am Rande der Stadt, mit drei Kindern, der selben Arbeit.. Einer Frau, die ihm warmes Essen vorbereiten würde, wenn er von der Arbeit kommen würde.. Es war eine Vorstellung, die Kamila auch nicht ganz willkommen hieß, sie könnte nicht die Frau sein, die hinter dem Herd stehen und den ganzen Tag den Haushalt schmeißen würde, dafür war sie einfach nicht gemacht, sie war lieber die, die nach einer harten Arbeit in die Badewanne stieg und es sich gut gehen lässt, weil ihr einfach alles egal sein würde. Sie war aber auch die Art von Frau, die sich dessen nicht einmal sicher war, ob sie denn überhaupt nach Hause kommen würde, oder nicht eine Party doch noch interessant werden könnte, sie war unberechenbar, wie es Anthony schon erwähnt hatte.. Einfach anders und besonders, aber genau das war das, was die Brünette ausmachte und ändern würde sie sich nicht.
      Der Mann sprach von einem Hund, der gleichen Arbeit und Ruhe, die er haben wollte, da schmunzelte Kamila doch noch einmal, während ihre Finger weiter an dem Saum seines Oberteils spielten. Es war natürlich auch nicht schlecht, vor allem dabei für sich selbst zu sein, doch Anthony korrigierte sich schnell, er würde eine Frau in seinem Leben vermissen. Sofort blickten die grünen Augen zu ihm nach oben und trafen auf seine, während sich ihre Brust wieder zusammenzog. Er meinte sie.. Das war nicht zu übersehen oder zu überhören, obwohl er das gar nicht richtig ausgesprochen hatte. Sie spürte es, dass sie gemeint war, denn.. Vorher war er der Meinung gewesen, dass nur One-Night-Stands in sein Leben passten, wie auch sie es fand.. Das hatte sich dezent geändert, denn Kamila hatte es versucht und sie machte einfach nichts anderes mehr glücklich, als es der Blonde vor ihr war. Der Sex mit ihm war so.. Anders. Er war was besonderes, er war für sie da und irgendwie war sie sogar bereit auf jegliche andere Männer zu verzichten, diese Art der Bindung war für sie in Ordnung.
      Seine Augen wanderten runter, da stellte er auch schon die nächste Frage. Sie war sicherlich nicht böse gemeint, er war interessiert, vermutlich um seine Chancen einschätzen zu können, es konnte aber auch nur die Neugierde sein, es war dennoch eine Frage, die die Brünette in ihre Vergangenheit versetzte. Es gab nur einen einzigen Mann, dem sie ihr Herz geschenkt hat, das Ende davon lag genau vor Anthony auf dem Bett.. Kamila seufzte, ihre Augen blickten zu ihren Händen, die für einen Moment Halt machten. Nachdenklich nickte sie sanft. "Einen einzigen", sagte sie und versuchte die Trauer in ihrer Stimme ein wenig zu unterdrücken. "Und er hat es komplett ausgenutzt, um das Monster zu erschaffen, welches ich heute bin". Sie kaute ein wenig nachdenklich an ihrer Wange, Erinnerungen kamen hoch, es sollte doch eigentlich so schön werden.. "Er versprach mir.. Ein besseres Leben.. Als das, was ich auf der Straße führen musste.. Er versprach mir, die Sterne vom Himmel zu holen und ich naives Ding fiel voll drauf ein". Ihre Hände spielten wieder weiter mit dem Oberteil, sie strich langsam über die Haut, die sich darunter befand. Kamila wollte ehrlich sein, sie hatte es ihm von Anfang an gesagt, dass sie ehrlich antworten wird bei ihrem Spiel. Die weitere Wahrheit wollte nicht über ihre Lippen kommen, es war schwer, dennoch fühlten sich die vorherigen Worte so.. Unerfüllt an, als würde etwas fehlen. Tief holte sie Luft. "Und anstatt der Sterne oder eines besseren Lebens.. durfte ich meinen Körper verkaufen, um ihm Geld zu bringen, von dem ich nichts weiter gesehen habe".
      Es war ein erleichterndes Gefühl es ausgesprochen zu haben, auch wenn sie es sonst niemandem, bis auf ihren Bruder erzählt hatte...aber Anthony war etwas besonderes für sie, auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollte. "Naja..", sie blickte wieder hoch zu ihm. "Wie viele Beziehungen hast du denn in deinem Leben geführt?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es gab wohl schon jemanden, der dem Blonden nur den Platz warm machte, denn wenn er sich überhaupt zu diesem Platz hochkämpft, würde er von dort nicht mehr rausgeworfen werden. Er war da um zu bleiben, auch wenn das Interesse und die Lust von Kamila nach einer Zeit immer noch dazu gehörte, doch über die Zukunft konnten die Beiden nicht wirklich viel sagen, auch wenn sie sich etwas zusammenreimen und ihre Zukunftspläne fest hatten, es würde nichts bringen, es war nämlich nie klar, was im nächsten Moment passieren könnte. So schlimm schien es doch gar nicht zu sein, denn wer brauchte die Zukunft, wenn er sie jetzt schon bei sich hatte, sie ihn mit kleinen Zärtlichkeiten beglückte, die jedoch mit der nächsten Frage aufhörten. Sie war wohl am nachdenken gewesen, sammelte die Worte zusammen, die sie für ihre Antwort benötigte. Seinen Blick behielt er währenddessen auf ihre Hände, die mit ihrem Tun stoppten, doch das änderte sich dann, nachdem sich ihre Lippen zu einem Spalt öffneten. Anthony sah zu ihr hoch, denn sie hatte die Stimmung schnell umändern können mit dem, was sie weiter beichtete. Sein Platz wurde nicht wirklich gewärmt, eher kälter gemacht oder verworfen, denn wenn man ihr weiterhin zuhörte, machten einige Dinge nun eher Sinn. Eine Beziehung konnte man es nicht nennen, da waren die Beiden sogar gerade näher daran gewesen, als der Kerl, welchem er in den wenigen Sekunden nur Hass zusprechen konnte.
      Kamila war mit ihrer Aussage anders gewesen, nicht nur, weil er mit den Worten sie ein wenig in einem anderen Licht erkennen konnte. Sie hatte vieles hinter sich, auf der Straße hatte sie wohl auch schon gelebt, da schien es wie Glück, solch einen Mann kennengelernt zu haben. Viel ins Detail ging sie nicht, was wohl so daneben an ihm war, wie es überhaupt zwischen den Beiden verlief und wie es endete, doch das war auch nicht seine Frage gewesen, er hätte sich dafür deutlicher stellen müssen. Doch zuvor hatte er keine Ahnung davon, er hatte nur zwei der Bilder gesehen, welche er für sie aus ihrem Tresor holen sollte. Da erinnerte er sich wieder an das seltsame Bild, welchen er keiner normalen Situation zuordnen konnte, es war anders, als wären die Beiden feiern gegangen. Darüber würde er aber keine Frage stellen, er war mit den Fragen bereits zu fies gewesen, wie er nun feststellte, denn einen trauernden Unterton erkannte er in ihrer Stimme. Als sie zu Ende sprach seufzte er selbst hörbar, hatte seinen Blick ein wenig gesenkt, fragte sich, ob trösten gerade gut wäre. Soweit kam er jedoch nicht, sie sprach weiter, etwas unerwartetes. Es hatte jedoch das Bild ein wenig erklärt, es hatte so ein Gefühl gegeben, als wäre es bei ihr alles andere als in Ordnung gewesen. Ihren Körper musste sie für ihn verkaufen, da blitzten seine Augen schon zu ihr auf, wie lange sie es wohl durchzog? Es hinterließ fragen, die aber extra unbeantwortet bleiben sollten, um bei ihr nicht irgendeine Wunde aufzureißen, die womöglich schon abheilte, zumindest zu heilen begann. Denn er konnte nicht sagen, was alles vor ihm geschah, in welchem Zeitraum.. Es konnte Jahre her sein, es konnten aber auch paar Monate sein, er wüsste es nicht.
      Aber sie hatte das Thema gewechselt mit einer neuen Frage, nachdem sie mit ihrem 'Naja' jegliche Gefühle abschüttelte. Da er aber nicht weiter nachhaken wollte, schüttelte er innerlich auch einfach alles ab, was damit zu tun hatte. Der Kopf des Blonden hatte sich jedoch immer noch damit beschäftigt, lange für seine eigene Antwort brauchte er nämlich nicht. " Es swaren zwei, sind nichts besonderes gewesen.. ", begann er, dachte noch ein wenig nach, ob er sich überhaupt an irgendwas erinnern konnte. " Lange hielten sie nicht an, Pflichten waren auch einfach nicht meins gewesen. ", beendete er die Antwort mit einem Schmunzeln, auch von den Beiden hatte er sich nicht viel sagen lassen. Es galt eher darum, in der Beziehung etwas vom anderen nehmen zu können, von dem man nicht genug hatte. Da hatte er recht schnell im Sinn gehabt, dass er das auch einfach in One Night Stands konnte, danach hatte er sich auch nicht mehr nach Liebe gesehnt, er brauchte es einfach nicht.. Nun war er wieder mit Fragen dran, doch er dachte noch, ob er nicht damit wieder irgendeinen Fehler begehen würde. Vielleicht war es auch einfach besser gewesen, wenn er mit ihr einen Film sah und er sie damit auf eigene Art irgendwie trösten konnte, ohne das es so offensichtlich wäre. Er seufzte, bevor er wieder in das Grün ihrer Augen sah. Das konnte er auch gleich, vielleicht war es zu früh gewesen, das ganze zu beenden. " Was ist dein größter Traum? ", fragte er nun nach, denn so schnell kam er auf keine dunkle Antwort, die man ihm damit geben könnte. Kamila war aber auch immer für eine Überraschung gut gewesen, doch sie würde wohl irgendwas anderes antworten, so hoffte er doch. Sein Blick glitt kurz an ihr vorbei, er wollte das Cover des Buches ansehen, doch er erkannte es von seinem Standpunkt nicht ganz. Damit war er wieder bei der Brünetten gewesen und während sie antwortete, hatte er die Strickjacke an ihrem Körper ein wenig gerichtet, damit sie es warm hatte.
    • Kamila Kayla Redstone
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      Kamila war sich nicht sicher, ob es gut war, dass sie Anthony so etwas erzählt hatte. Es war ein großer Teil von ihr, es war der Grund, weshalb sie so war, wie sie war und es war der Grund, weshalb sie keine Beziehung mit ihm eingehen würde, egal sie sehr er es sich erhoffen würde. Sie würde einfach weiterhin sich selber über ihre Gefühle belügen und sie war auch bereit zur Not alles zu verlieren, denn schlimmer ging es sowieso nicht als das, was sie bisher schon erlebt hatte. Vielleicht sah sie es deshalb so locker, dass sie beinahe gestorben war, vielleicht verstand sie deshalb auch nicht die Sorge, die ihr Bruder um sie hatte. Ihr ging es gut und sie lebte, das war doch das wichtigste, man brauchte sich nicht weitere Sorgen zu machen und darüber nachzudenken, was wäre, wenn.. Wenn sie sich jedes Mal hinsetzen und so darüber nachdenken würde, dann wäre sie nicht soweit, wie sie es zur Zeit war.. Dann wäre sie vermutlich schon wirklich tot.
      Mit der Erinnerung an den gewissen Mann gab es eine noch ganz andere Erinnerung. Der Unfall erschien vor Kamilas Augen, sie war wieder im Wagen und eine Kleinigkeit ließ sie nicht los.. Sie hatte ihre Angreifer deutlich gesehen und wenn sie näher darüber nachdachte, fiel ihr sehr schnell ein, wer es gewesen ist. Eine Gänsehaut bildete sich auf ihrem Körper, die Angst wollte sie überkommen und ihr die Nerven rauben.. Aber sie war standhaft, sie musste einfach nur mit Mike darüber sprechen, dass es vielleicht doch mehr Probleme gab, als anfangs angenommen. Er würde aber mit Sicherheit auch eine Idee haben, denn wenn nicht.. Dann würde es schwierig werden.

      Anthony holte die Frau wieder zurück aus ihren Gedanken, ihre Augen sahen sofort zu ihm, sie hatte ihm ja eine Frage gestellt. Zwei Freundinnen hatte er also.. Und sie waren beide nichts besonderes, da war er tatsächlich nicht der Typ für Beziehungen, sondern eher für One Night Stands, aber es war wieder eine Gemeinsamkeit, die sie beiden besaßen. Es gab inzwischen schon einige davon. Sie waren beide nicht die Beziehungstypen, waren beide stur, mochten die Natur.. Sie mochten Spaß und Feiern, außerdem auch gutes Essen, wie Kamila feststellen musste.. Aber die größte Gemeinsamkeit war, dass sie beide auf ihre eigene Art verkorkst waren und das so sehr, dass sie überhaupt nicht zueinander passten, dennoch.. Ihre Herzen schlugen beide viel zu schnell, wenn sie zusammen waren. Wir auch jetzt.. Sie lagen beide auf einem Bett, nah beieinander.. Konnten sich in die Augen sehen und währenddessen nutzte die Brünette den Moment, um über die Haut des Blonden zu streicheln. Sie wagte es das Oberteil auch noch ein wenig höher zu ziehen, um mehr von der nackten Haut zu sehen, vor allem das Tattoo wollte sie noch einmal sehen, das war ihr in Erinnerung geblieben.
      Seine nächste Frage war ein kleiner Gefühlsumschwung, jetzt durfte Kamila darüber nachdenken, was ihr größter Traum war. Sie schmunzelte, so richtig sicher war sie sich das nicht.. Ihre Augen erblickten wieder die seine, da geriet ihr Nachdenken zum stocken, denn Anthony deckte sie mit der Strickjacke ihres Bruders noch mehr zu. Sie nutzte es aus, rutschte noch ein wenig, wenn auch vorsichtig zu dem Blonden, achtete jedoch auf die Rippen, die ihr wieder langsam Schmerzen bereiteten, aber es war okay.. Die Brünette wollte ein wenig mehr Nähe, sie wollte Wärme spüren, seine Wärme, deshalb rutschte sie noch mehr an Anthony, um dann zufrieden zu lächeln. "Mein größter Traum..", fing sie an und dachte wieder darüber nach, was es eigentlich war. "Nun.. Ich glaube, einfach nur glücklich zu sein.. Ich brauche die ganzen materiellen Dinge nicht, an sich.. Auch wenn ich gerne mein Geld ausgebe.. Aber mein Größter Traum ist es glücklich zu werden.. Und meinen inneren Frieden zu finden". Frieden, den sie spürte, wenn er bei ihr war.. "Und es wäre jetzt langweilig dir die gleiche Frage zu stellen", stellte sie fest, bevor sie ihren Kopf anhob, um ihm anzusehen. "Was hast du für Drogen jemals ausprobiert? Hast du überhaupt welche ausprobiert?". Sie beließ ihren Kopf gestreckt, um Anthony anzusehen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Anthony konnte seine gute Laune, das breite Lächeln auf den Lippen gar nicht mehr bändigen, als sie mit dem Moment in welchem er sie mit der Strickjacke zudeckte, weiter an ihn rutschte. Es hatte ihn gezeigt, dass sie gut vertraut miteinander waren, doch das schien schon beim ersten Aufeinandertreffen der Augen so zu sein, denn zu den ersten Fragen dauerte es ab dort nicht mehr. Sie hatten gar ehrlich geantwortet, als wären sie schon miteinander bekannt, als hätten sie schon eine Zeit lang zusammen verbracht. Dem war jedoch nicht so, das Gefühl trügte nur, trotzdem fanden sie sich hier gemeinsam auf dem Bett vor. Dabei fand er es zum dahinschmelzen, dass sie sich ihm so näherte, ohne es zu einem großen Geheimnis zu machen. Denn die Nähe hatte man bereits erkannt, wie auch die Lücke zwischen ihnen immer kleiner wurde. Damit war er sich aber auch wieder sicher, was sie vermutlich von ihm wollte. Da wartete er nicht mehr, bis sie sich dazu entschieden einen Film zu gucken, doch er betrachtete noch kurz ihren Körper, wo sich ihre Verletzungen befanden. Während der Dusche konnte er sich diese auch kurz ansehen, ebenso beim Anziehen, also wusste er die ungefähren Stellen, die auf Berührungen womöglich empfindlich reagieren würden. Der Blonde rutschte damit ein paar Zentimeter auf und ließ selbst auch den Abstand geringer werden, wenn man überhaupt noch von Abstand sprechen konnte..
      Mit ihrer Antwort blieb er mit seinen Bewegungen stehen, hatte ihr zugehört, bevor einer seiner Arme sich wieder unter ihr Kissen schlich, damit er ihrem Kopf nicht irgendwie Schaden anrichtet könnte, und der andere bereits dabei war, ihre Seite entlang zu streicheln. Da wunderte er sich wieder, war er wirklich kein Beziehungsmensch gewesen, oder hatte er einfach die falschen Frauen gehabt? Denn wenn er so mit ihr im Bett lag, in so einem großen Zimmer, in welchem man sich mit allem anderen beschäftigen konnte, so entschieden sie sich trotzdem wieder füreinander und spendeten dem Gegenüberen die Wärme, die er benötigte. Ihr Traum war es wohl, einfach glücklich zu sein und ihren inneren Frieden gefunden zu haben.. Ein einfacher Traum, welchen er nur belächeln konnte, das hatte er bei der Brünetten gar nicht gedacht. Es war zwar schon erklärlich, doch wenn sie so in ihre Arbeit vertieft war, so könnte ein Traum auch in diese Richtung gehen. Sie entschied sich aber dagegen, sie blieb bei ihrem Traum. Die gleiche Frage wollte sie jedoch nicht stellen, er fänd es dabei gar nicht so katastrophal, doch sie hatte schon eine andere Frage gefunden, den er Beachtung schenkte. Sie sprach über Drogen, da schüttelte er nur schmunzelnd leicht seinen Kopf. " Ich habe nie welche genommen.. ", beantwortete er ihre Frage knapp, denn viel konnte er nicht dazu sagen. Er hatte keine Möglichkeit dazu gehabt, schon gar nicht in seiner Ausbildung, in welchem ständig Bluttests gemacht wurden. Danach fingen ja die unendlichen Überstunden an, da konnte er nichts nehmen, auch wenn er es sich wohl wünschte.
      Er war wieder dran gewesen, ihn fiel aber keine Frage an, die er ohne nächste Gewissensbisse stellen konnte. Kurz seufzte er, schloss die Augen, ob das irgendwas an der Ideenlosigkeit tun konnte. Innerlich schüttelte er jedoch den Kopf, ihm fiel nichts ein. " Mir fällt nichts mehr ein.. ", sagte er recht schnell und öffnete die Augen, um an die Wand zu sehen. Wo er sich aber an die Männer am Mittag erinnerte, die ihm doch zuerst so unsympathisch waren, kam ihm schnell etwas in den Sinn. " Liebst du deine Kinder alle gleich? " Eine Frage, bei der doch alle wirklichen Mütter aufschreien würden. Aber wenn sie so viele hatte, gab es jemanden, dem ihr überhaupt gar nicht gefiel, der nie aufs Mamas Schoß dürfte?
    • Kamila Kayla Redstone
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      Anthony reagierte schnell darauf, dass sich Kamila ihm annäherte und nahm sie ebenfalls zu sich, er legte ihr sogar seinen Arm unter den Kopf. Die Frau seufzte zufrieden, sie lehnte ihren Kopf gegen seine Brust und schloss die Augen, um einfach nur den Moment zu genießen. Es war wirklich schön mit ihm zusammen.. Es gab ihr das Gefühl erfüllt zu sein, keine Angst haben zu müssen.. Er war in diesem Moment ihr Anker, der sie davor bewahrte unter zu gehen und womöglich zu ertrinken. Es war für sie nicht zu übersehen, dass ihr Körper verrückt spielte, wenn er in ihrer Nähe war.. Das Herz der Brünetten raste immer und ihr wurde es so warm, auch wenn es kalt um sie herum war, mit einfach seiner Nähe.
      Es war schön neben ihn und es wurde noch schöner, als er davon sprach, dass er keinerlei Erfahrungen mit Drogen hat. Kamila grinste ein wenig und blickte zu ihm hoch, auch wenn sie ihr Gesicht an seiner Brust dran ließ. "Ich finde das so süß, dass du so unerfahren unter diesem Punkt bist", sie sprach es offen aus, ohne große Probleme. "Dann kann ich dich nämlich ein wenig daran führen.. Wenn du magst natürlich! Aber ich finde, du solltest schon wissen, was wir überhaupt verkaufen.. Worin du unter anderem steckst... Und wir verkaufen ja auch nicht alles". Sie zwinkerte ihm zu, bevor sie ihren Kopf runter nahm und nach Anthonys Hand sah. Für einen Moment zögerte sie, überlegte es sich genau, ob sie ihrem Wunsch nachgehen wollte, dann ergriff sie aber die Hand des Mannes und strich sanft über die Haut. "Gras macht super entspannt.. Und auch die kleinen Tabletten sind sau gut.. Vor allem, wenn wir dann beide zusammen Scheiße bauen.. Gott.. Das wird lustig!". Sie blickte doch noch einmal zu ihm nach oben, um ihn anzugrinsen. Wie gut der Sex dabei werden würde.. Mhm.. Darüber sollte sie später nachdenken.
      Anthony war dran mit der Frage, er hatte aber keine Ahnung, damit würde Kamila leben können.. Sie könnten ja einen Film schauen, oder etwas anderes machen und irgendwann anders Fragen stellen, wenn ihm wieder etwas einfallen würde. Doch, es tauchte doch noch etwas ab und allein bei der Frage musste die Frau auflachen. "Ob ich alle meine Kinder gleich liebe.. Gute Frage". Sie schmunzelte während sie die Brust vor sich betrachtete. "Nun.. Eine richtige Mutter würde jetzt sicherlich ja schreien und beleidigt sein.. Aber ich muss sagen, nein, das tue ich nicht..". Ihre Hand strich weiter über seine. "Es gibt einige, die ich ganz dolle lieb habe.. Andere wiederum, die mir tierisch auf den Sack gehen und die ich gar nicht lieb habe..". Es war ihr so einfach das auszusprechen, weil es wie ein Witz gemeint war, aber sie stockte dennoch, um ihren Gedanken nicht zu Ende auszusprechen, es war schwierig, es zu tun. Ihre Augen blickten zu seinen, sie wurde wieder aufgeregt.. "Und einige.. ganz besonders". Kamila ergriff den Moment, während sie ihre Luft anhielt, als würde sie vergessen haben, wie man atmet, und verschränkte ihre Finger mit den des Blonden. Es war wie eine kleine Liebeserklärung, auch wenn sie immer noch der Meinung war, dass es nicht ganz Liebe war, die sie da spürte. Schon wieder wurden ihre Wangen rosiger.. Weshalb die Frau auch schnell wieder runter sah, um nicht noch komplett aufzufliegen. Sie fühlte sich wie ein Teenager an, der gerade seinen ersten Schwarm vor sich hatte. Aufregung stieg in ihr, das war genau das, was sie nicht mochte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie hatte den gleichen Gedanken wie er gehabt, denn er hatte bei einer richtigen Mutter auch erwartet, sie würde aufschreien, ihre Liebe zu allen ihrer Kinder kundtun und sagen, wie ungemein unverschämt diese Frage doch sei. Aber bei Kamila hatte er sowas nicht erwartet, es waren schließlich alles erwachsene Männer gewesen, zumindest körperlich sahen alle demnach aus. Was in ihren Köpfen abläuft, ist wieder etwas vollkommen anderes. Es war auch vielleicht gar nicht von lieben die Rede, denn sie konnte problemlos ein paar dieser Männer aus dem Weg räumen, ohne großartig weiter dadran nachzudenken. Sie würde sie auch warnen, falls es mal wieder lauter werden, und trotzdem hatte Kamila sie herzlich begrüßt, als sie aus dem Gefägnis wieder kam. Da schmunzelte er wieder, es war schon seltsam gewesen, sich das Ganze anzusehen, denn nur wenige Stunden später, hatte sie jemanden dieser erschossen. Aber das war sie nunmal und er hatte gar nichts dadran auszusetzen, sonst würde er sie gar nicht erst so lieben, wie er es in diesem kurzen Zeitraum schaffte.
      Ihre Antwort war ziemlich ehrlich gewesen, so hatten sie es auch besprochen. Trotzdem war es amüsant zuzusehen, wie er im Kopf ein paar Bilder von ein paar Männern bekommt, die in einen dieser Kategorien fallen könnten. Einige hatte er oft bei Kamila gesehen, die anderen waren jedoch eher abgeschottet, hatten sich nicht viel damit beschäftigt, sie folgten nur den Befehlen. Sie lebten aber, dafür konnten sie dankbar sein. Die Brünette hielt ihre Aussage an, womöglich war sie auch schon zu Ende, weswegen er zufrieden nickte. Sie fühlte sich nicht so verantwortlich für ihre Worte wie es vermutlich eine echte Mutter mit ihren Kindern machen würden, das hätte er auch gar nicht erst bei ihr erwartet. Sie nannte aber keine Beispiele zu den Leuten, die von ihr gemocht werden oder nicht, es wäre jedoch interessant gewesen, ein paar Namen zu kennen.. Anfangen hätte er damit jedoch sowieso nichts können, es war schlichtweg Neugierde gewesen.
      Anthony hatte sie im Blick gehabt und betrachtete sie von seiner Position, das tat er ziemlich gerne. Einfach zusehen wie sie von etwas spricht, was ihr Freude brachte oder ihren kurzen Bewegungen zu folgen, die gerade ihm gewidmet waren. Da brauchte es auch nicht lange, bis er erkannte, dass sie wieder zum Sprechen ansetzte, weswegen er wieder lauschte. Es gab einige, die würde sie besonders lieben und ihr Blick hatte ihm dabei sagen können, wer denn einer der Geliebten war. Es waren Worte, die es in sich hatten, denn sein Körper spielte wieder verrückt, wobei es sich doch gerade erst an die Nähe zu gewöhnen begann. Äußerlich gab es aber kein Aufspringen, sonst irgendeine Reaktion, die sein Inneres wiederspiegeln konnte. Bloß sind seine Mundwinkel wieder nach oben geschossen und seine Ohren fühlten sich plötzlich so warm an, er ignorierte es jedoch. Die Grünäugige hatte ihren Blick gesenkt, als würde sie ertappt worden sein. Es war wie die erste Liebe gewesen, als wären sie wieder 18 gewesen, wieder dabei die Welt zu erkennen.. Er hieß es willkommen, mit ihr fülte sich so vieles neu und frisch an, und trotzdessen war sie keinen Schritt weiter.
      Ihre Worte hatten ihn aber wieder erwärmt, er zog sie mit dem verfügbaren Arm weiter zu sich und strich ihr sanft über den Rücken. Einen weiteren Blick bekam er nicht mehr, weswegen er seine Augen schloss, während seine Finger den Weg zu ihren Haaren fanden. Durch diese strich er einige Male, sie waren so weich gewesen, dass er erst gar nicht aufhören wollte. " Ich liebe dich auch.. ", flüsterte er zurück, wenn er denn einer der geliebten Männer war. Doch das war glasklar gewesen, genau klar wie es ist, dass er sie liebte.
    • Kamila Kayla Redstone
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      Er hatte zufrieden ausgesehen, als Kamila es gewagt hatte ihm zu sagen, dass es da ganz Kinder gab,die sie ganz besonders gern hätte, wobei es nur einen ganz besonderen für sie gab. Anthony schien es verstanden zu haben, was sie damit andeuten würde und damit war auch seine Frage vorhin wieder geklärt, er hatte eine deutlichere Antwort bekommen, als sie ihm diese vorhin gegeben hatte. Ja, sie hatte ihn gern, aber darauf sollte er sich nichts einbilden.. Wobei.. Es war ihr letztendlich egal, denn der Mann zog sie noch enger zu sich, sie konnte doch ein Mal auf ihre Prinzipien verzichten und einfach nur darauf hören, was ihr Körper ihr sagen wollte.. Nun, dass es nicht nur ein Mal sein wird war in diesem Fall was anderes, aber Kamila beschloss sich mal nicht quer zu stellen sondern einfach zu machen. Vielleicht war es doch Liebe, was sie für ihn empfand, es änderte jedoch nichts an ihrer Angst, die noch größer wurde, nachdem sie sich langsam klar wurde, dass es nicht nur schwärmen war. Ihr Herz hatte sich diesen Mann ausgesucht, das war dieses Gefühl, welches sie damals gespürt hatte, als sich ihre Augen getroffen hatten.. Deshalb war er auch so besonders..
      Kamila genoss den Moment, in seinen Armen zu liegen und einfach nur dem zuzuhören, wie Anthonys Herz schlug, sie war sich eigentlich auch sicher, dass es nicht schlimm war, was sie da gerade gesagt hatte. Langsam entspannte sich ihr Körper, bis der Blonde ihr was ganz anderes zuflüsterte.. Er gestand ihr nun direkt, dass er sie ebenfalls liebte, womit jede einzelne Faser ihres Körpers sich zusammenzog und ihre Wangen nicht mehr nur rosa, sie wurden deutlich roter und fühlten sich mehr, als nur heiß an. Oh, wie viele Liebesgeständnisse diese Frau schon bekommen hatte, aber bei keinem einzigen reagierte sie so, wie es gerade der Fall war. Alles andere konnte sie immer locker wegstecken, ohne größere Probleme, nur nicht das, was ihr der Mann vor ihr sagte. Dennoch, sie grinste breit in sich hinein, es gefiel ihr irgendwie, dass Anthony ihr seine Liebe gestanden hatte, sie hatte es irgendwie doch auch getan.. Seine Hand ließ sie los, um den Arm um ihn zu legen und ihn einfach nur bei sich zu halten. Kamila könnte es ihm nicht sagen, selbst, wenn sie es wollen würde.. Es würde einfach nicht über ihre Lippen kommen.
      Absichtlich sah sie nicht mehr zu ihm nach oben, er würde damit ihre glühenden Wangen sehen und diese Frau war eigentlich nicht so! Sie war stark und unabhängig, benahm sich jetzt mehr, wie ein kleiner Teenager, aber sie konnte jetzt wirklich nichts dafür.. Irgendwie wollte sie aber etwas tun, wenn nicht schon etwas sagen, es reichte ihr nicht, den Mann einfach nur bei sich zu halten, doch es war einfacher etwas zu tun, als etwas zu sagen, jedenfalls für sie. Ihre Augen blickten vorsichtig nach oben und nutzten den Moment aus, in welchem Anthony seine Augen geschlossen hielt, um den Kopf trotz der kleinen Schmerzen nach oben zu strecken und ihre Lippen auf seine zu legen. Wenn sie schon nichts sagen konnte.. Konnte sie wenigstens etwas tun, was ihm deutlich machen würde, dass er gemeint war. Sie küsste ihn dieses Mal liebevoll, mit Gefühl und vor allem.. Doch ein wenig Liebe.
      "Bleibst du die Nacht hier..?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Die Worte liefen wie Honig aus seiner Kehle heraus, so selbstverständlich, dass es ihn selbst für einen Moment wunderte. Doch es war nicht der Moment gewesen, irgendwas zu hinterfragen oder als etwas seltsam zu finden, denn es fühlte sich alles wie in einem Traum an, da musste er nicht mal über ihre zarte Haut, ihre seidigen Haare oder der Wärme, die sie ihm spendet, sprechen. Es fühlte sich den Moment an wieder alles richtig, in seinem Körper schien alles wieder an seinem Platz gekommen zu sein, seine Gedanken waren frei, als hätte er früher als Kamila den inneren Frieden gefunden. Er atmete hörbar aus, behielt die Augen jedoch geschlossen, damit das Ganze gar nicht erst enden würde. Er hatte das Bild fest in seinem Herzen verschlossen, es sollte dort bleiben, ob sie sich nur mehr traute oder nicht. Doch ihre Worte waren eindeutig gewesen, solange er sich doch nichts einbildete, aber darüber machte er sich keine Sorgen. Denn selbst wenn es so sein sollte, dass er einfach nur hörte was er wollte, so konnte er Kamila die Liebe selbst deutlicher gestehen. Es war weder peinlich, noch auf irgendeiner Art unangenehm gewesen, denn er fühlte sich mit ihr hier wohl, sie sollte gut über seine Liebe zu ihr wissen. Doch das hatte er schon oft gezeigt, gedeutet, indem er sie bewachte, sie versuchte gesund zu pflegen, seine Reaktionen waren anders gewesen, wenn es um Kamila ging.
      Die angenehme Stille versetzte ihn im nächsten Moment einfach nichts, er war vollkommen. Doch als er noch dachte, es würde nicht noch besser werden, hatte er ihre weichen Lippen gespürt, von denen er mit diesem Zeitpunkt nur noch mehr wollte. Doch es hielt nur einen Moment an, es reichte ihm jedoch, er lächelte breit. Seine Augen öffneten sich, er wollte sehen, wohin es für sie jetzt ging, was sie vor hatte. Der Kuss blieb jedoch wortlos, das konnte er auch, dafür brauchte man keinen Grund, keine Entschuldigung. Es diente den Gefühlen, die man überbringen wollte, was ihn wieder erfüllte. Anthony hatte sie noch vor den Augen gehabt, weswegen er die Augen auch offen behielt, denn sie fragte ihn nun etwas. Erst jetzt erkannte er das seltsame Gefühl im Magen, die Schmetterlinge im Bauch, von denen man immer sprach. Doch das war nicht das erste Mal gewesen..
      Der Blonde dachte nach, auch wenn die Antwort schon fest stand. Es dauerte keine Minute bis er schließlich ihr zu nickte, selbst glücklich mit der Tatsache. Jemand würde auf sie aufpassen müssen und dieses Job nahm er allzu gerne an, er war gerne in ihrer Nähe. " Wir haben also die Zeit der Welt.. ", sagte er nun in einem entspannten Ton, sie konnten sorglos einfach liegen bleiben, tun was auch immer sie wollten. Das Zimmer war groß gewesen, hier alleine zu sein fühlte sich vermutlich auch nicht richtig an, was er wohl verstehen konnte. Wer wüsste denn aber, wie sie dieses Zimmer hier fand, sie musste sich jedoch wahrscheinlich selbst noch umgewöhnen, wie auch er es musste. Es war aber alles nicht dramatisch gewesen, sie hatten es hier besser gehabt, Kamila war hier vor allem sicherer gewesen. Zufrieden atmete er aus, hielt seinen Blick für einen Moment auf ihre rosanen Wangen, die ihr schönes Gesicht noch schmückte. Einfach so rum zu liegen war keine schlechte Idee gewesen, sie brauchten keine Worte, um beiander zu sein, eine Bindung zwischen den Beiden zu spüren, weswegen er seine Augen wieder schloss. Seine Hand fuhr dabei wieder auf den gewohnten Platz, an ihrer Taille.
    • Kamila Kayla Redstone
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      Sein Lächeln nach dem Kuss war genau das, was sie sich erhofft hatte, denn es zauberte ihr selbst ein breites Lächeln auf die Lippen und brachte ihre Brust dazu, sich noch ein wenig mehr anzuspannen. In diesem Moment war es Kamila einfach alles egal..es interessierte sie nicht, dass die Wirkung der Tabletten langsam aufhörte, dass sie eigentlich schon gerne endlich eine Zigarette rauchen wollte.. Dass es ihr gleichzeitig kalt und warm war.. Es war für sie nur wichtig, dass sie Anthony bei sich hatte und.. Dass sie sich endlich getraut hatte einen Schritt in die Richtung zu machen, die sich so richtig anfühlte. Natürlich.. Die Liebe damals, ihre erste richtige, die fühlte sich genauso an, wenn nicht ein wenig schlechter, aber es war etwas ganz anderes, sie fühlte sich einfach wahnsinnig geliebt und musste nicht darum kämpfen, geliebt zu werden. Ihr Herz erfreute sich damit und vor allem noch viel mehr daran, dass Anthony bei ihr bleiben würde. Er würde mit ihr das Bett teilen, das große Zimmer teilen.. Einfach bei ihr sein und ihr das Gefühl geben, sicher zu sein.
      Kamila seufzte zufrieden, bevor sie ihn noch einmal in die Augen sah und ihren Kopf wieder an seine Brust lehnte. "Anthony?", flüsterte die Frau doch noch, es gab etwas, was ihr jetzt keine Ruhe ließ. "Erinnerst du dich daran... Als ich sagte.. Ich teile mein Bett nicht gerne?". Sie blickte von unten zu ihm hoch, um eine Reaktion zu erkennen. Die tapfere, vor allem schlagfertige Frau traute sich gerade etwas nicht zu sagen.. War das nicht komisch? Dazu war sie so.. Liebevoll.
      "Ich habe meine Meinung geandert". Sie schmunzelte, er sollte es schon verstanden haben, dass er gemeint war und niemand anders. Ja, bisher teilte sie ungern ihr Bett, jeden One Night Stand schickte sie weg.. aber bisher war auch nicht Anthony dabei gewesen und seit dem er das erste Mal bei ihr schlief war es anders geworden.. So und vor allem mit ihm könnte sie überall zusammen schlafen.
      Ein Klopfen an ihrer Tür riss die Brünette jedoch aus ihrer Romantik und den ganzen schönen Gefühlen, denn sie runzelte ihre Stirn und erhob sich, um zu Anthony zu sehen. Wer sollte hier auftauchen? Aber bevor Kamila auch noch was sagen konnte ging die Tür auf und ihr Bruder tauchte dahinter auf. Er hielt einen Pizzakarton in der Hand, während seine Augen die beiden auf dem Bett musterten, aber das war nicht das, was seine Schwester so skeptisch machte.. Mike hatte eine dicke,blaue Wange, noch dazu hatte er Nasenbluten gehabt, das Blut war unter der Nase getrocknet gewesen. "Mike!", kam es von der Brünette und sie erhob sich direkt, um nach weiteren Verletzungen ihres Bruders zu sehen, aber sie erhob sich ein wenig zu schnell und musste sich an die Seite greifen, um ihre Rippe festzuhalten. Sie fluchte leise, aber ihr Blick war bei ihrem Bruder, der nach ihr greifen wollte. "Was ist passiert?!". Ihr Bruder war nicht jemand, der sich groß Schläge einfing, er war dafür meistens zu groß und zu kräftig, viel zu schnell vor allem, es war selten, dass er eine Schramme mit nahm. "Mir geht's gut..", murmelte der Mann und setzte sich auf das Bett, während Kamila auf ihren Knien sitzen blieb. Irgendetwas war nicht in Ordnung. "Hast du wieder Fieber?". Er deutete auf die roten Wangen und griff zu der Stirn seiner Schwester, um nach Temperatur zu fühlen, aber sie schüttelte den Kopf. "Mike, was ist los?".
      "Ich habe dir Pizza mitgebracht". Er deutete auf den Karton, der auf dem Bett war, aber nach Essen war Kamila nicht mehr, sie runzelte lieber noch weiter ihre Stirn und ließ nicht locker. "Wo warst du?", fragte sie dieses Mal. "Was erledigen". Kamila spannte ihren Kiefer an. "Ich dachte, wir hätten uns darauf geeinigt.. Keine Alleingänge... Mike.. Ich halte mich auch dran". Er wunk es aber ab und blickte zu Anthony. "Und? Was habt ihr so gemacht?". Er wollte beiläufig das Thema wechseln, aber die Brünette würde sich nicht so einfach abspeisen lassen. Sie blickte ihren Bruder wütend an. "Iss was", sagte er zu ihr und deutete auf das warme Essen. Er wirkte.. Geknickt.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Mit jeder Minute war es schwerer, überhaupt seine Augen von ihr zu nehmen, wahrhaben zu müssen, dass auch dieser ewige Moment ein Ende finden würde. Das wollte er nicht, sie hatten jedoch auch Zeit genug gehabt, wenn er die Nacht hier bei ihr bleiben würde. Sie mussten jedoch auch schlafen, vorallem doch die Brünette, sie musste erst gesund werden. Bis dahin würde er sie in seinen Armen halten, ihr die Genesung vereinfachen, ihr bei Schritt und Tritt helfen, bis sie für sich selbst sorgen konnte. Doch solange sie an ihrem Bett gebunden war, würde das Trio das Versorgen übernehmen, zumindest solange sie nicht wieder irgendeinen Unsinn triebt, sollte es mal beim Wechsel Probleme geben. Wenn er aber so an das letzte Problem dachte, fiel ihm wieder Mike ein, der mit genervtem Gesichtsausdruck und mit ein paar Sachen das Haus verließ und bereits meldete, man hatte seine Ankunft nicht zu erwarten, erst abends wäre er da. Er nannte aber keine Zeit, womöglich war er da oder aber auch nicht, das war aber auch gerade nicht wirklich Thema gewesen. Mike konnte gut auf sich selbst aufpassen und auch er brauchte mal eine Pause, wenn seine Schwester so anstrengend ist.
      Ihre Stimme nannte seinen Namen, sie wollte irgendwas sagen, weswegen er ein leisen Laut von sich gab und die Augen leicht öffnete, um ihr damit zu sagen, er würde zuhören. Sie hatte ihn wieder zu eines der Gespräche im Gefängnis gebracht, er sollte sich daran erinnern, was sie sagte, sie wollte ihr Bett nicht teilen. Ihre Worte hatte er noch auf der Festplatte gehabt, weswegen er sachte nickte. Ihre Meinung diesbezüglich hätte sich geändert und der Grund lag nicht weit, er lag eher neben ihr. Es brachte ihn wieder zum Schmunzeln, Kamila hatte ihn wohl gerne bei sich, was er nur begrüßte. Für den Blonden gab es auch nichts besseres und es war noch schöner, das Gleiche von ihr zu hören. Sie hatte sich geöffnet, ihm Dinge erzählt, die nicht selbstverständlich waren und gar nicht erst aus dem Mund von der Brünetten zu erwarten waren. Doch das mochte er, sie überraschte ihn immer wieder positiv.

      Wirklich Zeit äußerlich darauf zu reagieren hatte er aber nicht, denn man ein Klopfen an der Tür, es waren nichtmal die Schritte zu diesem zu hören. Dabei war es so still gewesen, die Beiden waren aber auch so vertieft, sie hätten es auch einfach ausgeblendet gehabt. Fragend sah Anthony zur Tür, Kamila warf ihm auch einen unsicheren Blick zu, den er nur mit einem Schulterzucken beantworten konnte. Deswegen erhob er sich selbst, sie warteten einfach darauf, wer sich gleich zu ihnen gesellen würde. Dabei ahnte er schon, dass es Mike war, er wollte ja am Abend da sein. Sicher würde er da noch einen Abstecher bei seiner Schwester machen, sie war schließlich immer noch verletzt gewesen. Die bekannte Statur kam dann auch hinter der Tür hervor, auch wenn erst die Pizzaschachtel zu sehen war. Sein Gesicht zierte dieses Mal jedoch Blut, welches doch nach seinem aussah. Seine Nase war geziert von Blut, die Wange war blau, da runzelte der damalige Wärter die Stirn. Das er sowas anrichtet, hatte er jetzt nicht mit seiner Abfahrt erwartet, aber er war auch noch nicht lange mit Mike bekannt. Kamila sah sich das auch kurz an, doch bei ihr stieg die Sorge sofort auf und sie hatte sich aus dem Bett bewegt, ein wenig zu schnell. Er seufzte kurz, doch er selbst war auch daran interessiert, war er angestellt hatte. Mit den roten Wangen hatte auch wieder Mike Sorgen gehabt, doch das lag defintiv nicht am Fieber. Kurz sah sich der Blonde das hin und her an, welches keine Antworten deutete, da wurde auch schon mit ihm das Thema gewechselt. Er fragte was sie gerade noch taten, doch dadrauf antwortete Anthony nicht, denn die erste Frage war nicht beantwortet. Anthony schüttelte die Frage einfach ab, er verließ das Bett. " Ich hol ihm was.. ", meldete er kurz, bevor er verschwand. Damit wollte er den Beiden auch einen kurzen Moment gewesen, womöglich würde die Zweisamkeit ihnen weiterhelfen, was er doch schwer hoffte.
      Sein Weg führte ihn in die Küche, er holte ihn ein nassen Lappen, damit man schonmal grob das Blut wegwischen konnte und was zum kühlen. Damit erhob er sich wieder in Kamilas Zimmer, gab Mike beide der Sachen. " Was hast du angestellt? ", fragte er dieses Mal nach, er hatte ihm doch gesagt, er sollte nichts unüberlegtes machen..

    • Kamila Kayla Redstone
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      Es herrschte eine Stille in der sich Kamila eine Antwort von ihrem Bruder erhoffte, aber der große Mann regte sich überhaupt nicht, er wollte scheinbar gar nicht reden. Stattdessen erhob sich Anthony und durchbrach die Stille, weshalb die Brünette zu ihm blickte und ihm sanft zunickte, während ihre Augen ihm zusahen, wie er das Zimmer verließ. "Wo warst du?", fragte Kamila noch einmal und erblickte dabei ihren Bruder, ihr Hauptaugenmerk war ja durch die Tür verschwunden. Mike seufzte, er sah sich lieber in dem Zimmer um, als wäre er das erste Mal dort. "Seit wann wirst du rot, neben einem Mann?", fragte er im Gegenzug und hob seine Augenbraue, während er seine Schwester musterte. Diese verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf. "Darüber reden wir wann anders.. Mike.. Was ist passiert?". "Gott Kamila.. Es ist alles okay, okay?". Sie verstummte wieder. "Es ist gar nichts okay Mike.. Wo warst du?". "Nirgends, man!", dieses Mal erhob er seine Stimme, woraufhin seine Schwester ihn entsetzt ansah. Mike hob selten seine Stimme gegen sie, aber bevor Kamila dazu was sagen konnte trat Anthony auch wieder ins Zimmer rein und übergab dem großen Mann die Sachen. Das zum kühlen packte er sich direkt auf die Wange, aber es nervte den Mann schon wieder, dass er überhaupt so oft gefragt wurde. Kamilas Blick glitt kurz zu Anthony, sie wollte ihm zulächeln, aber sie war nicht in der Verfassung dafür. "Verdammt. MIKE.. guck dich an.. Wo warst du?". Die Verletzungen waren für ihn schon was großes. "Ich habe einfach ein wenig Stress gesucht!". "Und ich bin kein Junkie!", seine Schwester fing an lauter zu werden. "Möchte noch jemand irgendetwas loswerden?!". Jetzt platzte aber auch Mike der Kragen. "Es geht euch nichts an! Okay?! Es ist meine Sache!". Sein Blick war wütend, er hatte sich erhoben und seine Aussage war mit Sicherheit auch unten zu hören. Kamila war für den Moment entsetzt, aber sie konnte sich fassen.. Noch.. Langsam ballte sie ihre Hand und erhob sich trotz Schmerzen langsam. "Es geht mich nichts an?", sie sprach recht ruhig, aber ihr Blick hätte getötet, wenn sie es könnte. "Kamila..", ihr Bruder versuchte es zu retten, aber sie hob ihre Hand und deutete ihm an, still zu sein. "Ich bin dein fucking Boss.. Mike... Es geht mich was an, wo du bist und was du machst.. Und wenn dir das nicht ausreicht.. Dann bin ich verfickt nochmal auch deine Schwester.. Und mache mir Scheiße Sorgen um dich, weil du mir wichtig bist! Aber es geht mich nichts an! Natürlich! Es geht niemanden was an, was der Herr anstellt, wenn er nicht zuhause ist! Das war schon immer so und wird für immer so sein!". Trotz der Schmerzen lief Kamila dem weiteren Gespräch fort, sie lief in das Bad, dessen Tür offen an einer der Wände stand. Mit einem Ruck war die Tür komplett zugeknallt, erst hinter der Tür hielt sich die Frau ihre Seite fest und biss sich auf die Lippe, um den Schmerz zu unterdrücken.
      Währenddessen blieb Mike wie angewurzelt stehen, er hatte seinen Mund geöffnet und konnte nichts mehr rausbringen. Er brauchte einen Moment, dann blickte er zu Anthony, sein Blick war geschockt, als hätte er einen Geist gesehen.. "Sie.. Hat mir gesagt.. Dass ich ihr wichtig bin.. Und dass sie sich Sorgen macht". Er runzelte die Stirn und sah noch einmal zur Tür des Bads". "Was hast du mit ihr gemacht?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Anthony konnte nichts anderes tun, als das Gespräch zu verfolgen, oder eher dem zweiten Part des heutigen Streits mitzuerleben. Vieles blieb ihm nämlich nicht übrig, vorallem würde er aber nicht stören oder der Brünetten ins Wort fallen, wenn sie außer sich ist. Den Mund aufzumachen hatte sie auch ihrem Bruder mit einer Handbewegung verboten, was jedoch verständlich war, denn wirklich hatte er nicht für einen Fortschritt des Gesprächs gesorgt. Er war weiter entfernt von ihrem Gestreite, er wollte sich auch gar nicht erst aufs Bett setzen, bevor er noch mit reingezogen wird und irgendeiner Seite beistehen muss, damit die eine Seite mehr Anhänger hätte. Er verschränkte nur schnauben die Arme vor der Brust, gerade war es noch so entspannt und sorglos, jetzt brach wieder die natürliche Unruhe ein, dabei musste Mike nur kurz sagen, wo er war und was er machte. Dies hatte er ja bereits halbwegs genannt, damit wäre Anthony zumindest zufrieden gewesen, Kamila hatte da aber anderes im Kopf gehabt, als hätte er gelogen.
      Dieses Mal brüllte Mike nicht zurück, konnte er auch mit dem Verbot seiner Schwester erst gar nicht, er hörte ihr genauso wie der Blonde einfach zu, was sie so zu sagen hatte. Es ging aber schnell in eine andere Richtung, als das die Beiden wieder ihren Hass aufbereiteten, hatte die Grünäugige sowas wie Sorge für ihren Bruder gezeigt. Darauf reagierte der Blonde aber nicht, ihm schien alles so normal, da sie auch gerade im Bett so zärtlich war. Deutlich schockiert hatte es aber den Braunhaarigen auf dem Bett, während die Beiden zusahen, wie Kamila auf das offene Bad zulief. Die Tür wurde jedoch schnell zugeknallt und obwohl er das kommen sah, zuckte er kurz auf. Danach war sein Blick auf Mike gewesen, er würde nochmal versuchen mit dem Sturkopf zu sprechen, womöglich war es einfach was anderes, als seiner Schwester irgendwas beichten zu müssen. Mike ergriff aber in dem stillen Moment das Wort, sah entgeistert zu dem Blonden, was er nur mit einem Stirnrunzeln erwiderte. Er nickte ihm zu, er soll sprechen, was ihn doch gerade so verwirrte. Der Grund war ihren Worte gewesen, dass sie sich doch um ihn sorgte, dass er ihr wichtig war.. Aber trotzdem konnte er erst nichts mit seiner Antwort anfangen, bis er dann doch wieder auf den Boden der Tatsachen kam und fast gleichzeitig mit dem Herren neben sich zur Tür zum Bad sah. Er stellte ihm eine wichtige Frage, die er aber selbst nicht beantworten konnte. " Das weiß ich doch nicht.. ", antwortete er auf seine Frage, eher zögernd und langsam selbst verwirrt. Es blieb wieder kurz still, bevor er zum Braunhaarigen sah. Ihm kam etwas in den Sinn, wie sie sich zuvor noch bei ihm verhielt, aber war es wirklich so schlimm, so besonders? Er wusste aber nichts, er fragte sich selbst, was gerade los war. Aber er kam lieber auf die richtige Frage, denn das Gestreite würde sich noch weiter langziehen, wenn bald keine Antwort in der Luft schwebt. Also seufzte er, trat etwas näher an Mike an, bevor er diesem ernst in die Augen sah. " Damit ist es doch umso wichtiger, dass du mit der Wahrheit rausrückst.. ", sprach er an, denn er wollte es einfach schnell klären, auch wenn er vielleicht die Ruhe zuvor nicht wieder bekommen würde. Er machte sich aber Hoffnung. Wenn seine Rede aber nicht bereits Früchte trug, dann würden es doch hoffentlich seine weiteren Worte machen, denn er erkannte die Sorge bei Mike am vorherigen Tag. " Sonst kriegt sie sich nicht ein und du darfst verantworten, dass sie nicht gesund wird. ", er warf Mike einen warnenden Blick zu, er sollte seinem Rat folgen. Aber er konnte nichts selbst ändern, er war nur sowas wie der Spielleiter, vielleicht aber auch ein Streitlichter, wer weiß. Anthony deutete zur zugeknallten Tür, bewegte sich aber selbst zu einer der grauen Wänden, um sich an diese zu lehnen. Damit hatte er seinen Part gemacht, Mike musste nur seinen Part machen, wenn er denn überhaupt wollte. Vertragen würden sie sich sowieso, es war nur die Frage, wann es sonst sein sollte. Der Blonde atmete wieder aus, seine Ruhe mit Kamila zu haben, es war auch zu schön um wahr zu sein.
    • Kamila Kayla Redstone
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      Kamila hatte sich gegen die Wand gelehnt und ihre Seite weiter festgehalten, während sie sich versuchte zu entspannen. Sie war impulsiv, war aber schneller in ihrer Tat gewesen, als es ihr lieb war, denn sie hätte gerne vorher nachgedacht, ob es denn richtig war rauszustürmen in ihrem Zustand. Klar war, dass es das Beste war, um den Streit nicht noch eskalieren zu lassen, aber es war nicht schlau bei den Verletzungen und der abnehmenden Wirkung der Medikamente das zu tun. Das bereute die Frau auch, sie war mit sich am kämpfen und versuchte auf den Beinen zu bleiben, denn wenn sie jetzt nachgab und womöglich noch auf dem Boden landete, dann würde sie wieder ans Bett gefesselt und zum Schlaf verdonnert werden, was sie gar nicht wollte. Allein aus diesem Grund hielt sie ruhig und atmete einfach tief durch, um nicht irgendwelche Geräusche von sich zu geben.
      Mike hatte sich angehört, was Anthony zu sagen hatte und er musste zugeben, dass die Wut aus ihm verschwunden war, nachdem seine Schwester diese.. 'Tabu-Worte' aus ihrem Mund hat kommen lassen. Bisher hatte sie es nie so offen erwähnt, dass er ihr wichtig war, es hatte das Herz des Mannes erwärmt und ihm das Gefühl gegeben, dass er Scheiße gebaut hatte. Die hatte er nämlich wirklich gemacht, aber der Blonde brachte ihn auch schon dazu, es laut auszusprechen. Zunächst seufzte der Mann jedoch und fuhr sich sanft durch das Gesicht. "Kamila..",entgegnete er und blickte zu der Badezimmertür. Ja verdammt, Anthony hatte recht, wenn Mike da jetzt nicht was tun würde, damm würde es Kamila noch schlechter gehen und sie würde nicht gesund werden. Daran wollte er jetzt nicht wirklich schuld sein, deshalb seufzte er noch einmal laut. "Ich war raus gefahren und wollte mir die scheiß Spanier schnappen.. Jedenfalls ein paar davon, um aus denen Informationen rauszubekommen..", er wirkte geknickt. "Aber da war ein Bulle.. Noch größer als ich es war und das hatte ziemlich wehgetan..". Ein wenig unangenehm war es dem Mann schon, er ließ sich doch sonst nicht schlagen.
      Kamila hörte seine Worte hinter der Tür und seufzte selber. Schon wieder war er alleine gefahren, um etwas zu erledigen.. Aber ihr ständig sagen, sie würde übertreiben. Einen Moment ließ sich die Frau noch, dann holte sie tief Luft und stellte sich wieder auf, sie brauchte wieder etwas Schmerzmittel. Langsam öffnete sie jedoch die Tür und blickte zu den beiden Männern raus, sah zunächst Anthony, dann Mike an. Die Brünette sah nicht gerade zufrieden aus. "Wir haben uns geeinigt.. Keine Alleingänge..",sprach sie ruhig und fixierte ihren Bruder. Er nickte und seufzte wieder einmal. "Ich weiß.. Aber.. Ich war so wütend heute früh.. Und.. Keine Ahnung.. Ich habe dir Pizza mitgebracht, als Entschuldigung". Die Frau sah zu dem Karton, sie könnte sich noch einmal aufregen, aber.. Sie wollte eigentlich den Abend mit Anthony zusammen verbringen, noch dazu schmerzte ihr alles. "Mit extra Käse?", fragte sie nach und blickte zu ihrem Bruder, de ebenfalls zu ihr sah. Er schmunzelte, dann nickte er. "So wie du es magst", bestätigte er. Kamila seufzte, sie kam aber aus dem Bad raus, um vor allem Schmerzmittel zu nehmen. Sie griff zu der Schublade, in der sie diese versteckte und nahm zwei, auch wenn sie mehr nehmen wollte. Der drang war groß. "Wir sollten Anthony als unseren Streitschlichter einstellen", stellte sie fest, während sie die Tabletten mit Wasser runter schluckte. Sie hatte jedes Wort gehört..
      "Aber ich verzeihe dir nur, weil ich Hunger habe".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Anthony hatte erleichtert kurz die Augen geschlossen, als er erkannte, dass er begann zu seiner Schwester zu sprechen. Es war ein Fortschritt gewesen, ein verdammt großer, denn da lag ihr Problem drinne. Er flüchtete ohne ein weiteres Wort am Morgen, sie konnten nichts klären und wie üblich schaukelte sich dann damit wieder alles hoch, was alles wieder schlimmer machte. Sie kratzen aber die Kurve, Mike ging auf sie zu und erklärte sein Verschwinden, wobei er selbst kurz irritiert hoch sah. Er hatte sich einfach auf die Suche nach den Spaniern gemacht, wollte sich zumindest mit ein paar von ihnen anlegen, allein? Kamila hatte jedoch bereits etwas dazu gesagt, es gäbe keine Alleingänge zwischen ihnen und das sollte so bleiben, wer hätte nämlich denken können, wozu der Polizist noch alles fähig war, auf was der Kräftige gar nicht gewappnet wäre. Es ging aber gut, zumindest kam er zu Hause an und es waren nur ein paar Gewalteinwirkungen zu sehen, sonst wäre die Situation noch schlimmer ausgegangen und es gäbe entweder die nächste Suchaktion oder den nächsten Gefängnisausbruch, der dafür noch geplant werden musste. In diesem Moment blieb aber der Blonde still, er hörte einfach nur den Beiden zu, wie sie langsam wieder aufeinander zu gingen. Damit hatte er sich auch selber weiter geholfen, denn wütend wäre Kamila erst gar nicht ins Bett zu bringen. Das Übernachten wäre hier dann auch wieder abgebrochen, denn sie würde sich erst wieder beruhigen müssen, doch mit der Vernunft von Mike musste es erst gar nicht weiter dazu kommen.
      Mit seiner Erklärung ging auch langsam wieder die Tür des Badezimmers auf und Kamila war im Spalt zu erkennen, sie sah sich die beiden Männer nacheinander an. Anthony erwiderte ihren Blick, doch hatte er noch etwas anderes im Kopf gehabt, genauso wie sie selbst es tat. Die Beiden machten sich daran sich zu versöhnen, dafür war auch schließlich die Pizza da gewesen, als Entschuldigung. Zu dieser sah er kurz, schmunzelte bei ihrer Nachfrage, ob es denn auch mit extra Käse war. Sie traute sich wieder aus dem Bad herausgekommen, war jedoch nur auf dem Weg gewesen, ihre Schmerzmittel zu nehmen. Nun wusste er selbst zumindest wo sie waren, für den Notfall. Sie nahm dieses Mal bloß zwei, was besser als ihre ehemaligen drei waren. Deswegen beschwerte er sich einfach nicht, er blieb einfach still und für sich und schaute den Beiden zu. Er hatte sich eins mit der Wand gemacht, zumindest bis Kamila ihn als Streitschlichter vorschlug. Wirklich viel hatte er doch nicht beigetragen, nur kurz Mike ins Gewissen geredet, davon konnte sie doch aber nichts wissen, wenn sie doch im Bad war.. Oder war es wirklich so gut zu hören?
      Letztendlich war es aber egal, denn die Beiden hatten sich versöhnt und hatten zumindest ein Pizzastück gemeinsam verputzt, bevor sich Mike vom Bett erhob und sich von dannen machte. Es war gut zu sehen, dass Kamila gut aß, mit ihren Schmerzmitteln hatte sie auch vermutlich keine großartigen Probleme gehabt. Mike verabschiedete sich von den Beiden und verschwand aus der Tür, ehe er diese hinter sich wieder zuschloss. Anthony stieß ein Seufzen aus, sah zu Kamila, ob ihr Plan immer noch stand. Danach kam ihm aber anderes im Sinn, weswegen er leicht grinste. " Streitschlichter sagst du.. ", wiederholte er ihre Worte, während er wieder auf das Himmelbett zuging und sich in dieses fallen ließ. Seine Augen waren mit dem Moment wieder geschlossen, jedoch nur für einen kurzen Moment zum durchatmen.
      Es schien ja so zu sein, als hätte ihr gemeinsames Kind Albträume gehabt und hätte sich hier die Zeit vertrieben, bis er sich wieder schlafen legen würde.. Nun waren sie aber beide wieder alleine gewesen, weswegen er zu Kamila linste. " Sehen wir uns einen Film an? "
    • Kamila Kayla Redstone
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      Es passte der Frau überhaupt nicht, dass Mike allein gezogen war, aber es passte ihr noch viel weniger, dass unter den Locos scheinbar Polizisten dabei waren. Klar, Kamila hatte auch die ein oder andere Beziehung, selbst bei der Polizei, aber es könnte sehr gefährlich für sie werden, wenn es wirklich wahr war, dass die Polizei ihre Finger im Spiel hatte. Sie brauchte wieder ein Handy und das sehr schnell, die Jungs mussten davon erfahren.. Vielleicht war der Alleingang ihres Bruders ja doch zu etwas nutze, aber sie würde es dennoch nicht gut heißen und ihm definitiv noch Mal etwas sagen, wenn es so weit war. Es war zu gefährlich, wenn er meinte, alleine etwas durchziehen zu müssen, ohne wenigstens ein paar der Jungs mitzunehmen.. Wenn sie wenigstens zu dritt gewesen wären, da würde sich Kamila eher mit dem Gedanken anfreunden, als damit, dass ihr Bruder alleine gegen alle anderen stand. Er war gut, keine Frage, er hatte ihr alles beigebracht und stets dafür gesorgt, dass sie gefordert wurde, um besser zu werden, in ihren Augen war er wirklich der Beste, aber so einfach war das nicht, gegen eine Meute Polizisten alleine anzukämpfen.. Kamila seufzte innerlich, sie musste sich den Kopf unbedingt noch ein wenig darüber machen, aber ihre Augen registrierten da was ganz anderes, es war Anthony, der sich aufs Bett fallen ließ.
      Die Brünette saß im Schneidersitz auf ihrer Seite und lehnte sich zurück, um sich mit dem Rücken ein wenig anzulehnen. Die Schmerzmittel wirkten langsam, vor allem, nachdem sie etwas gegessen hatte. Ein Stück der Pizza nahm sie sich noch, dann hielt sie den Karton dem Blonden hin, mit der Frage ob er auch noch etwas wollte, bevor sie diese wegstellen würde. Er sprach den Streitschlichter an, da musste sie selbst schmunzeln. "Ich hatte immerhin dieses Mal nicht das Bedürfnis ihm eine Waffe an den Kopf zu halten", gab sie zu und zuckte mit den Schultern, bevor sie Frau ihr Stück Pizza aß. In dem kurzen Moment der Ruhe überlegte Kamila jedoch wieder, es juckte ihr in den Fingern, sich sofort darum zu kümmern. Es war wichtig und essentiell, aber letztendlich war sie doch eigentlich mit Anthony mehr oder weniger verabredet.. Was war das jetzt zwischen ihnen? War es überhaupt etwas? Am liebsten hätte sie genau das gefragt, aber ihre Angst war groß, dass es ihr vielleicht ausgesprochen gar nicht gefallen würde, deshalb nahm sie es einfach hin, das war sicherlich die beste Möglichkeit.
      Anthony wartete auf eine Antwort, er schlug vor einen Film zu sehen, woraufhin Kamila wieder aus ihren Gedanken raus kam. Sie nickte sanft, bevor ihre Mundwinkel wie von selbst ein Lächeln formten. "Können wir gerne machen.. Aber ich sehe so wenig Filme, dass ich gar nicht wüsste, was". Sie aß das Stück Pizza zu Ende, bevor sie dir Krümmel auf den Boden beförderte, um die Decke ein wenig zu richten. "Auf dem Laptop?", fragte sie noch, die andere Alternative war der Fernseher, ihr war es recht egal, worauf sie etwas sehen werden. Das Kribbeln von vorhin kam wieder.. Es war im Bauch zu spüren und eine kleine Aufregung kam wieder. Irgendwie fühlte es sich gut an, dass Anthony hier blieb. "Du kannst was raussuchen und ich ziehe mir was anderes an, okay?". Sie schenkte dem Mann noch ein Lächeln, bevor sich die Frau erhob und langsam zu der Kommode lief, die unter dem Fernseher stand. Ihre Rippe schmerzte nicht mehr all zu sehr, es war dennoch nicht gerade angenehm zu gehen, dann rieb alles an den Nerven unter den Rippen. "Ich wurd schon mehrmals angeschossen.. Aber eine gebrochene Rippe ist deutlich schlimmer".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."