[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

    • Killian wusste das wenn er zulassen würde, dass ihm all das zu Nahe ging er daran zerbrechen würde. Er hatte eine Möglichkeit gefunden wie er mit all dem umgehen konnte und er hatte es lernen und finden müssen. Vielleicht wäre aus ihm sonst irgendein kranker Psychopath geworden, wer wusste das schon. Das er nicht ganz normal war, dass war natürlich klar und auch nachvollziehbar. Nach so einem Leben konnte man nicht psychisch gesund bleiben. Dennoch war Killian nicht der Mann der sich brechen lies, er durfte nicht brechen, weil er sich sonst niemals wieder zusammen setzen konnte. Vielleicht hatte John aus ihm einen kalten Mörder gemacht, ihn geschaffen und heran gezüchtet, aber er hatte ihm neben all seinen Fehlern auch etwas Kostbareres gelehrt: Geistige Stärke. Killian schaffte es einfach nicht in diesem Mann nur das Schlechte zu sehen. Er war alles was er kannte, alles was ihm vor gelebt wurde. Von Kindesbeinen an hatte man ihn trainiert, geformt und das konnte man nicht so einfach abschütteln. Bezüglich ihres Vaters hatte sich Killian nicht geäußert. Natürlich wusste er, dass es nicht richtig war was John mit ihm tat, aber was sollte er dazu sagen? ´Ja ich weiß, dass dein Alter ein kranker Bastard ist, aber ich lebe ja noch und die anderen haben weiß Gott Schlimmeres getan als er?´erschien ihm nicht gerade die passende Antwort, weshalb er es vor zog zu schweigen. Er nickte bezüglich der Frage was den Knast anging. Nun war alles raus, was sollte er also noch verheimlichen? Killian hatte Anisa nie angelogen, er hatte ihr einfach nichts erzählt. Demnach konnte man dem Brünetten nicht vorwerfen ein Lügner zu sein, denn Lügen hasste er selbst wie die Pest. "Wie gesagt, so etwas erzählt man nicht einfach so. Es ist mir nicht egal was die Leute tun, aber wenn ich mir erlaube einzuknicken, werde ich mich davon nicht mehr erholen. Mir ist nicht geholfen, wenn ich in Selbstmitleid versinke. Alles was ich tun kann ist aufzustehen und weiter zu machen. Ich habe gelernt die Begierde der Leute zu meinem Vorteil zu nutzen.", als selbst bemerkte wie traurig und eingetrichtert diese Worte eigentlich klangen, blickte er einen Moment zur Seite. "Anisa... ich habe immer geglaubt, dass mir dieses Leben nicht nur Negatives bringt, dass ich irgendwann meinen Platz im Leben finde." Daraufhin wanderten seine Augen zu Anisa. Es war deprimierend, dass er gerade in so einer traurigen Situation sein wohl schönstes Lächeln zeigte, weil er diese Worte vollkommen ernst meinte. "Ich bin nicht unglücklich, warum auch? Ich habe einen Menschen gefunden der mich aufrichtig liebt. Eigentlich sehe ich mich als echten Glückspilz, ich habe dich." Daraufhin wollte er sie wenigstens bezüglich ihres Vaters mehr oder weniger beruhigen. "Dein Vater hat mich lediglich immer nur angesehen, mir aber nichts getan, das versichere ich dir. Ich bin für ihn so etwas ein Schmuckstück, einfach nur hübsch anzuschauen."


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    • Anisa kämpfte mit ihren Emotionen. Sie wollte schreien, weinen und ob sie über die jämmerliche Tatsache gar lachen sollte, das ihr Vater auch nur ein grausamer Mensch war, wusste sie noch nicht. Es klang einfach so lächerlich. Ihr gesamtes Leben wurde sie bezüglich Killian belogen und alle erdenklichen Dinge verschwiegen. Das Killian selbst nicht mit ihr sprach, verletzte sie. Als er in Rom, im Gefängnis gewesen war, hatte man ihm schreckliche Dinge angetan. Hatte sie nicht Verletzungen auf seinem gesamten Rücken entdeckt? Stammten sie von dieser Misshandlung? Alles in Anisa zog sich zusammen und glaubte, nicht mehr richtig atmen zu können. "Das ist doch nur eine jämmerliche Ausrede, Killian! Wenn du mich nur helfen lassen würdest. Du gehst noch viel früher daran kaputt, wenn du alles über dich ergehen lässt, ohne das Geschehene zu verarbeiten. Dir ist auch nicht geholfen, mit Fremden ins Bett zu steigen.", Anisa schüttelte ihren Kopf, dann wandte sie sich endlich Killian zu. Ihre Augen spiegelten ihre gesamte Trauer, den Schmerz und die Enttäuschung, die sie verspürte. Für Anisa war es unverständlich, sich selbst so aus den Augen zu verlieren. Seinen Körper zu benutzen und solch Dinge zu tun und das auch noch, während sie eine Beziehung führten? Hatte Killian bereits schon mit Jemandem geschlafen, obwohl sie eine Beziehung führten? Nun, abgesehen von dem, was im Gefängnis passiert war. Das allerdings war nicht das, woran sie jetzt dachte. Auch wenn Killians nächsten Worte vermutlich einer der schönsten Geständnisse war, die er aussprechen konnte, war Anisa schlecht. Sie wollte wissen ob ihr Vater ihn ebenfalls misshandelt oder gar nur anzüglichen Körperkontakt gesucht hatte, wenigstens diese Frage hatte er ihr irgendwie erleichternd beantworten können, auch wenn sie verstörend war. "Das ist krank! Das ist absolut krank! Und verdammt nochmal du machst es? Du ziehst dich vor ihm aus?!", sagte sie entsetzt. "Warum tust du dir das alles selbst an. Das musst du doch nicht tun, du dummer Idiot.". Dann fuhr sie sich überfordert durch das Haar. Wie sollte sie jemals wieder ihrem Vater in die Augen sehen?
    • Natürlich konnte er ihre Wut vollkommen nachvollziehen. Er hatte nicht erwartet dafür Verständnis zu bekommen und ehrlich gesagt, wüsste Killian nicht ob er dafür Mitgefühl aufbringen konnte. Warum auch? Er war nichts weiter als ein Mörder und ein Sexobjekt für den Teil, der ihn eben nicht umbringen würde. All das hatte er bislang tapfer ertragen und es hingenommen. Das war die Welt in welcher er lebte, er hatte entweder die Möglichkeit daran zu zerbrechen oder zu überleben und er hatte sich für letzteres entschieden. "Ich habe mit niemanden mehr geschlafen, seit ich dich habe. Das verspreche ich dir...bis auf diese Gefängnisgeschichte, aber das war nicht freiwillig.", murmelte er. Natürlich war das ein jämmerlicher Trost, aber er hatte nichts was er ihr in diesem Moment sonst anbieten konnte. An ihrer Stelle wäre er ohnehin schon längst davon gelaufen. Kill empfand sich nicht als jemand den man lieben konnte und er hatte auch nie erwartet jemanden zu finden, der es tun würde. Das hatte er ihr auch so geschildert, aber Anisa musste zu viel verdauen, um sich irgendwie ein untypisch romantischen Worten von dem Dunkelhaarigen zu erfreuen. Bezüglich ihrer Frage hin seufzte er leise und blickte dabei zur Seite. Wahrscheinlich würde seine Antwort darauf einfach nur traurig werden, jämmerlich und traurig. "Ich habe dabei nichts empfunden. Nach allem was er für mich getan hat, ist das ein kleiner Preis. Er verlangt nichts schlimmes von mir. Ich habe mich einfach damit abgefunden...."


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    • Langsam begann Anisa damit, auf und ab zu laufen. Wenn sie sich nicht sofort in Bewegung setzte, dann würden vermutlich ihre Beine nachgeben und sie somit einfach nur zu Boden sinken. Das durfte sie einfach nicht zulassen, sonst glaubte sie, sie wäre diejenige, die an allem zerbrechen würde. Anisas psychischer Zustand war alles andere als Stabil und wenn solch schreckliche Wahrheiten ans Licht kamen, nun dann schaltete bei ihr alles ab. Weshalb sie aber sofort Killians Worten glauben schenkte, wusste sie selbst nicht. Man hatte sie so lange angelogen, ihr so vieles verschwiegen, weshalb sollte er nicht jetzt, um sie zu 'schützen', so wie sie es alle nannten, nicht anlügen. Vielleicht war es die Hoffnung, die tiefgründigen Gefühle, die Liebe oder die Verzweiflung, die ihr erklärten, das er nicht log. Und das mit ihrem Vater... Gott, das würde dauern, bis sie das verdaut hatte, verzeihen würde sie ihm allerdings niemals. Wie viele Jahre ging dieses Spiel nun schon? Was war das für eine Bindung, die ihr Vater zu Killian spürte? "Du hast dich damit abgefunden...", murmelte Anisa fassungslos und rieb sich über das Gesicht. Wie konnte man sich mit sowas schrecklichem abfinden? "Das solltest du nicht tun... Das kannst du nicht tun.", meinte Anisa und starrte wieder nur auf den Boden vor ihren umher wandernden Füßen. Ihre Gedanken schweiften wieder zu Killian und der Tatsache, das er mit seinen Opfern schlief um sie darauffolgend zu töten. Dieses Gefühl, sich bald übergeben zu müssen, wurde immer schlimmer und die Rothaarige hoffte, es endlich hinter sich bringen zu können. Sie wollte ihren Vater anschreien, ihm sagen, was sie von ihm hielt und auch Killian wollte sie anbrüllen und dann wollte sie einfach nur von hier weg. Weg von diesem Ort, weg von ihrem Vater und auch weg von Killian... Nun brauchte Anisa Zeit, um alles verdauen zu können. Wieder wurde ihre Atmung schneller und unregelmäßiger, bis sie wieder das Zittern in ihren Händen spüren konnte und sich letztendlich auf eine kleine Mauer setzte, die ein winziges freistehendes Blumenbeet umrahmte. "Bitte geh. Lass mich allein.", meinte sie mit zittriger Stimme und schluckte schwer. Ihr Hals fühlte sich trocken an und als steckte ein großer Kloß darin, den sie nicht hinunter schlucken konnte.
    • Vielleicht war es besser, wenn sie ihn nun endlich begann zu hassen. All das wäre nie passiert oder ihr so nah gegangen, hätten sie diese Beziehung nicht geführt. Killian war nach wie vor der festen Überzeugung, dass er Anisa nicht verdient hatte und er sie ohnehin nur ins Unglück stürzen würde. Es hatte sich bewahrheitet und das war genau das, wovor Killian seine Freundin ständig gewarnt hatte. Er würde ihr weh tun und das war leider unvermeidbar. Er hasste sich selbst dafür, aber ob sein Selbsthass größer werden konnte als er ohnehin schon war, dass wusste der Dunkelhaarige nicht. Kill wollte sie umarmen, wusste aber das es eine schlechte Idee war. Anisa brauchte Ruhe, Ruhe vor ihm und vor allem Zeit. Ob sie ihm das verzeihen konnte? Vermutlich nicht. Am liebsten hätte Killian in seiner Verzweiflung gelacht. "Verstanden.", antwortete er ihr auf ihre Bitte hin, drehte sich um und ging, allerdings konnte und wollte er sie nicht allein lassen. Das er aufgerechnet Ihn darum bitten musste, dass passte Kill überhaupt nicht, aber er wusste das Jaden sie beschützen würde. Vielleicht war sie auch mit ihm besser dran. Er war zwar ebenso ein Profikiller,aber Kill bezweifelte stark das sein Bruder so einen schrecklichen Hintergrund hatte wie er ihn hatte. Killian wusste eigentlich überhaupt nichts mehr. Seufzend schrieb er Jaden eine Nachricht.
      ´Bitte pass auf Anisa auf.´
      Danach lief er aus der Wohnung, steckte sich eine Zigarette an und lief die Straße entlang.


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    • Ob Anisa sogar enttäuscht war, das Killian wirklich ging, ohne zu murren oder sich zu erklären? Das es nicht viel zu begründen gab, das wusste auch Anisa, das er aber ging... Es brach ihr das Herz. War das nicht typisch Frau? Sie sprechen etwas aus, obwohl sie das genaue Gegenteil meinten. Womöglich hätte Anisa Killian vermutlich aber auch von sich gestoßen, wäre er ihr nun näher gekommen und das schien er wohl zu wissen. Sie wollte ihn in ihrer Nähe haben, allerdings schmerzte diese Nähe im Moment schrecklich. Es würde eine lange Zeit dauern, bis Anisa sich von dieser Nachricht erholen und Killian verzeihen würde. Ob sie ihm überhaupt verzeihen konnte, wusste die Rothaarige nicht. Wie hätte sie an seiner Stelle reagiert? Hätte sie das Gleiche getan? Überfordert raufte sie sich durch das volle Haar. Nein, das hätte sie nicht. Sie hätte Killian von diesen Vorfällen berichtet und selbst ihren Körper niemals für solch schreckliche Taten genutzt. Das Killian mordete, war der Rothaarigen völlig bewusst gewesen, das er manch Arbeiten aber auf diese Art vollführte... Nun, daran wollte sie nicht weiter denken. Ihrem Vater allerdings konnte und wollte sie nicht verzeihen. Wie viele Jahre musste es jetzt wohl schon so gehen, das er Killian befahl, sich auszuziehen, nur um ihn anstarren zu können. Killian war erst seit wenigen Minuten verschwunden und schon vernahm sie Schritte in ihrer Nähe. Es handelte sich um Jaden, der die Nachricht von Killian erhalten hatte und nach diesem Vorfall Anisa nicht aus den Augen gelassen hatte, er war lediglich versteckt gewesen und durch sein Visier seines Scharfschützengewehres einiges beobachten können. Er hatte gesehen, das Anisa und Killian wohl eine Auseinandersetzung erlitten, was sie allerdings besprochen hatten, wusste er nicht. "Hallo, meine Schöne.", hörte sie den Blonden. "Darf ich?", fragte Jaden und zeigte auf die Mauer, woraufhin Anisa stumm nickte und Jaden platz nahm. "Wie wäre es mit einem Kaffee?", fragte Jaden dann mit einem warmen Lächeln. "Oder einem Tee? Ich weiß auch, wo es die beste heiße Schokolade gibt.", fügte er aufmunternd hinzu. Jaden war ein guter Kerl und seine Gefühle gegenüber Anisa waren aufrichtig, weshalb er nun auch alles daran setzen würde, das sie dieses trübe Gesicht verlor.
      'Das werde ich.', hatte Jaden dann nur noch geantwortet seinem jüngeren Bruder und widmete sich Ansia zu.
    • In diesem Augenblick wollte auch Killian allein sein. Er wollte in diesem Augenblick nicht einmal Lev sehen, weswegen er direkt aus seinem eigenen Zuhause verschwunden war. Das Jaden einer Bitte nach kam, hatte Kill nicht unbedingt verwundert. Er wusste welche Gefühle Jaden für seine Freundin hegte, aber in diesem Moment vertraute er dem blonden Idioten gerade deswegen. Sein Bruder würde Anisa mit seinem Leben beschützen. Die wohl einzige Gemeinsamkeit neben ihrer Arbeit, welche die beiden besaßen. Ihn als Bruder zu sehen fiel Killian nach wie vor schwer, aber das war momentan seine wirklich geringste Sorge. Schweigend lief Killian die Straße entlang, welche von seinem Haus weg führte, rauchte direkt die zweite Zigarette nachdem er die erste vernichtet hatte und schmunzelte leicht. Er war nicht gemacht für Happy Ends, das war er nie und früher oder später musste dieser schöne Traum enden, den er träumen durfte. Es war eine wunderschöne Zeit gewesen die er mit Anisa verbracht hatte. Eigentlich war es die schönste Zeit seines Lebens und nun musste er wieder in die Realität zurückkehren. Das war genug oder? Er durfte wenigstens ein wenig glücklich sein, bevor er wieder seine Arbeit aufnahm und sein altes und kaltes Leben führte. Vielleicht würde seine Freundin, wenn sie das überhaupt noch sein wollte, einen neuen Bodyguard bekommen, jetzt wo die größte Gefahr vorüber war, welche auch die Schuld von Killian war. Vielleicht war all das auch besser so...
      Was hatte Killian ihr auch schon bieten können außer eine Menge Leid und Tränen? Es war in Ordnung, mehr durfte Killian nicht verlangen. Es wurde ihm gestattet eine Zeit glücklich zu sein und das war mehr als er sich in seinem Leben hätte erträumen können. Vielleicht sollte er sich jetzt mehr auf die Arbeit konzentrieren. Etwas anderes als seine Arbeit würde er immerhin niemals sein können. Das Anisa nämlich über all das hinweg sah und ihm sein Wesen verzieh, dass glaubte Killian in 100 Jahren nicht.


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    • Für Anisa war es nicht einfach gewesen, sich von Killian fern zu halten, allerdings benötigte sie die Zeit, um über alles nachzudenken. Es waren bereits Tage vergangen, in denen Anisa nur das Nötigste mit Killian gesprochen hatte. Ob er sich ihr jemals ganz öffnen konnte? Ließ er ihr jemals die Möglichkeit, ihm eine Stütze zu sein? Es fiel ihr alles andere als leicht, denn sie wollte ihn in ihre Arme ziehen, ihn vor dieser Gewalt schützen und ihm zu flüstern, das bald schon alles verarbeitet war. Killian musste sich mit diesen Dingen auseinander setzen, denn es benötigte nur noch Kleinigkeiten, bis auch er zerbrechen würde. Ein Mensch allein konnte so vielem Leid nicht standhalten, wenn er sich aber helfen ließ, dann schon. Dann hatte er Anisa an seiner Seite und sie würde ihm den Halt geben, den er brauchte, um alles durchzustehen. Killian zu sehen, ohne ihn zu berühren machte sie fertig, es zerbrach ihr das Herz. Und wenn sie wieder in die Villa mussten und Killian hinter den großen Türen in dem Büro ihres Vaters verschwand, wurde ihr ganz schlecht. Was wenn er ihn wieder darum bat, sich auszuziehen? Nur um ihn zu betrachten... Das ist doch krank. Ihr eigener Vater! Und dann auch noch bei dem Mann, den sie so sehr liebte.

      Das sie ausgerechnet nun ihrem Vater beim Abendessen gegenüber sitzen musste, war anstrengend. Seinen Blicken wich sie schon seit Tagen aus und selbst seitdem Isabella endlich aus der Welt geschaffen wurde, hatte sie kein weiteres Wort mehr zu ihm gesprochen. Das Killian ebenfalls am Tisch saß, machte die ganze Sache nicht besser. Weshalb John überhaupt wollte, das sie gemeinsam zu Abend aßen, war der Rothaarigen nicht bekannt. Sie wollte weg von diesem Ort, wollte Killian wieder nah sein können und ihm helfen, das Schlimme zu verarbeiten. "Wie läuft es in der Uni, Schätzchen?", fragte John seine Tochter, die weiterhin in ihren Pasta herumstocherte, ohne eine Gabel davon gegessen zu haben. "Es könnte nicht besser laufen.", gab sie kühl zurück, ohne ihren Blick zu heben. "Ich habe das Gefühl, etwas stimmt nicht mit dir, Anisa.", seufzte John und fügte dann hinzu: "Ich habe euch hier her gebeten, weil ich eine Änderung für euch habe. Anisa, dir wird ein neuer Bodyguard für dich einteilen werde. Killian wird für andere Dinge benötigt.". "Für andere Dinge also?", brachte Anisa dann zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor. "Möchtest ihn für dich alleine haben? Soll er dir jetzt etwa doch als Hure dienen, nachdem du ihn Ewigkeiten angestarrt hast? Reicht dir das etwa nicht mehr?". Es platzte einfach so aus hier heraus. Anisa konnte ihre Worte nicht mehr stoppen, viel zu lange hatte sie sie zurück gehalten. John's Augen hatten sich für einen kurzen Augenblick schockiert geweitet, dann aber nahm er seine undurchdringliche Miene wieder an, die er immer trug. Für gewöhnlich zeigte er keine Emotionen, jedoch war er doch überwältigt über die Worte seiner Tochter. "Was redest du für einen Unsinn?", gab er Stirnrunzelnd zurück, woraufhin Anisa wütend aufsprang. "Du weißt ganz genau, wovon ich spreche! Isabella hat mir alles erzählt, bevor sie starb!", brüllte sie ihm entgegen, woraufhin auch er sich von seinem Platz erhob, ebenso wie seine Hand, diese allerdings nach einem schweren Atemzug wieder sinken ließ. "Du widerst mich an.", sagte sie abfällig und verschwand wutentbrannt aus dem Raum. Sie konnte ihm nicht weiter ins Gesicht sehen, sie musste verschwinden, bevor sie noch etwas tat, das sie bereute.
    • Killian war in der Zeit in der Anisa nicht an seiner Seite war wieder zu seinem alten Ich geworden. Isabella hatte es wohl tatsächlich geschafft. War es nicht das was sie all die Zeit wollte? Ihren alten Killian? Nun wo auch immer sie nun sein mochte, sie freute sich sicherlich darüber. Killian hatte Anisa alle Zeit der Welt gelassen, hatte sie nicht belästigt oder irgendwie gedrängt. In seinen Augen war das Thema ohnehin abgehackt. Sie hasste ihn und damit würde sie auch sicher vor ihm sein. Ihm den Mörder ohne Reue vor irgendetwas. Er war nicht gut für sie. Er war Gift und das wusste sie. Je schneller sie sich von ihm entgiftete umso besser für das Mädchen. Sie konnte trotz ihres Familienhintergrundes ein normales Leben führen. Jaden machte seinen Job als heimlicher Beschützer ziemlich gut. Killian hatte ihn gebeten auf Anisa aufzupassen, auch wenn er es im Stillen ebenfalls weiter tat. Sein Bruder hatte all das nicht hinterfragt, aber Kill waren die mitleidigen Blicke ihm gegenüber nicht entgangen. Langsam aber sicher hatte der Blonde denselben Blick wie Lev drauf. Und der Russe? Dieser versuchte wie damals irgendwie Essen in ihn hinein zu bekommen und dafür zu sorgen, dass Kill wenigstens etwas langsamer machte mit dir Arbeit. Es war alles wie immer. Sein Blick war so kalt wie früher, sein Mundwerk genauso unverschämt und außer Lev hatte er für niemanden mehr ein gutes Wort übrig. All das Nette das er von Anisa hatte, war verschwunden. Er hatte sich um sich vor seinem eigenen Liebeskummer(er war erstaunt, dass jemand wie er überhaupt jemals Liebeskummer haben konnte), sich konstant in Arbeit gesteckt. Er nahm einen schweren Job nach dem anderen, kehrte wie immer Blut überströmt zurück und John erfreute sich daran seinen besten Auftragskiller zurückbekommen zu haben. Er machte seinen Job wieder perfekt. Er funktionierte und das war die Hauptsache nicht wahr?

      Das er nun ausgerechnet am Tisch zusammen mit Anisa und dem Alten sitzen musste, hatte etwas schrecklich degoutantes. Lustlos stocherte Killian in seinem Essen herum, wie er es schon seit Tagen tat. Jetzt wo Anisa sich nicht um ihn kümmerte, hatte er auch wieder kaum gegessen und nur gearbeitet. Man könnte meinen er wäre ein Kind ...
      John hatte ihn mal wieder in einen atemberaubend schönen schwarzen Anzug gesteckt und selbst sein Haar wurde her gerichtet. Er war eine gefährliche menschliche Puppe. Konnte glatt ein Horrorfilm sein. Killian schwieg und war für seine Verhältnisse erschreckend brav. Er aß zwar nicht, saß aber wie es von ihm verlangt wurde am Tisch.
      Erst als Anisa plötzlich ausfallend wurde und die Bombe förmlich platzen lies, war Killian die Gabel aus der Hand gefallen.
      Während die Rothaarige aus dem Zimmer gestampft war, war der Blick von Kill zu John gewandert ehe er sich erhob. Die Tatsache das er nicht mehr Anisas Bodyguard sein durfte war ein schwerer Schlag für Kill, aber er wusste das es für Anisa besser war.
      "Ich habe noch Arbeit.", war alles was Killian sagte und nun ebenfalls den Raum verlassen wollte.


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    • Für Anisa war es mehr als nur befreiend, ihrem Vater endlich entgegen zu brüllen, das sie wusste, wie er Killian ansah. Am liebsten hätte sie noch weiter gebrüllt, ihm an den Kopf geworfen, was sie von ihm hielt und wie wenig sie für ihren eigenen Vater noch übrig hatte. Er war widerwärtig... Das Killian aber wieder zu dem geworden, der er vor ihr gewesen war, war Herzzerbrechend. Erst recht, nachdem sie ihm wieder so nah war. Nachdem sie wieder neben ihm, an diesem riesigen Esstisch sitzen musste. Wieder war es in einem der schicken Anzüge gesessen, den vermutlich ihr Vater ausgesucht hatte und Killian vielleicht sogar befohlen hatte, ihn von ihm anzuziehen. Gott, der Gedanke allein brachte sie zum Würgen. Killian sollte nicht wieder dieser eiskalte Mensch werden, der er vor ihr gewesen war. Anisa sah in ihm noch viel mehr potenzial, als nur einen gut aussehenden Mörder...
      Fluchend stampfte die Rothaarige den Flur entlang, bis sie merkte, das eine weitere Person den Raum hinter ihr verlassen hatte. Einen kurzen Blick über die Schulter verriet ihr, das es Killian war, der den Raum verließ und ebenfalls den Flur entlang steuerte, um womöglich durch den Ausgang hinaus zu gelangen und erneut in einen mörderischen Auftrag zu stürzen. Das konnte sie nicht zulassen... Killian durfte nicht wieder zu dem werden, das er selbst hasste und wenn Anisa ehrlich zu sich war, dann konnte sie diese Trennung nicht weiter ertragen. Alles was passiert war, war bereits geschehen und nicht mehr zu ändern, aber es ließ sich die Gegenwart und die Zukunft ändern. Sie selbst konnte dafür Sorgen, das Killian solch schreckliche Ereignisse nicht mehr erleben musste und andere besser verkraften konnte. Ein kurzer, kontrollierender Blick nach links und nach rechts, dann wanderte ihre Hand ohne große Überlegung zu Killians Handgelenk, öffnete die Tür einer kleinen Besenkammer und zerrte den Dunkelhaarigen hinein. Sie musste mit ihm allein sein, so konnte sie nicht weiter machen und so durfte sie ihn auch nicht weiter machen lassen. Ihr Herz schlug heftig gegen ihre Brust und ihre Atmung verschnellte sich. Etwas in ihrer Magengegend begann zu kribbeln und es fühlte sich an, als wäre sie ihrem jahrelangen Schwarm das aller erste Mal so nah. Ihre schlanken Finger wanderten in der Dunkelheit vorsichtig zu seiner Hand, streichelten einen kurzen Augenblick seine weiche Haut und wanderte dann langsam hinauf zu seiner Wange. "Ich kann das nicht mehr.", flüsterte Anisa, "Ich brauche dich.".
    • Er war müde, er war von all dem müde geworden. Er hatte es zugelassen sich einem Menschen zu nähern, Gefühle zu entwickeln und ihm zu schaden. War es das was er wollte? Nicht wirklich. Aber er dachte darüber nicht schlecht. Die Zeit mit Anisa war die Schönste in seinem Leben und er würde diese Zeit hüten wie einen Schatz. Diese Erinnerung war das Einzige das ihn dazu animierte weiter zu machen, es wie immer zu verkraften und auszuhalten. Es gab ihm Kraft und er freute sich so ungemein darüber, dass er obwohl er so ein schlechter Mensch war solch ein Glück empfinden durfte. Ja, eigentlich war er ein wirklich glücklicher Mensch. Es war in Ordnung so, er hatte eine schöne Zeit gehabt und nun war es Zeit auf zu wachen. Als er den Raum verlassen hatte, hielt ihn John nicht auf sondern nickte lediglich, während er ihm nach sah. Mit den Händen in der Hosentasche und einem kalten und leeren Blick wie er ihn einst jeden Tag besaß, lief er den langen Hausflur der Prachtvilla der Astolfos entlang. Die schicken Schuhe ließen sogar Männerschuhe auf dem harten Boden widerhallen. Nun es waren elegante Lederschuhe, die hatten nun mal eine harte Sohle. Er hatte die Dinger immer gehasst. Das er damit aber in dem Anzug gut aussah, dass konnte er nicht abstreiten. Während Killian gedanklich also versuchte nur an seine nächste Arbeit zu denken oder sich eben welche geben zu lassen, hatte er nicht erwartet das Anisa ihn abfing. Aufgrund seiner Verwirrung hatte es die Rothaarige auch locker geschafft ihn mit sich zu zerren und ihn in eine Besenkammer zu verfrachten. Wäre er im Moment nicht so leer, hätte er darüber garantiert einen Witz gerissen, aber er sagte nichts, sondern blickte die schönste Frau die er je gesehen hatte nur fragend an. Ihre Worte allerdings brachten ihn dazu seine goldenen Augen perplex drein schauen zu lassen. Nein, eigentlich starrte er Anisa viel mehr an. "W..was?" er musste sich verhört haben. So viel Glück würde er nicht noch einmal erleben dürfen.


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    • Von einer Sekunde auf die Andere hatte sich die Wut, die in Anisa brodelte in schmerzende Trauer verwandelt. Der Gedanke, das Killian wieder der wurde, der er so viele Jahre hatte sein müssen, wieder genau dieser Mensch wurde, verursachte der Rothaarigen einen Kurzschluss und hatte sich und den Dunkelhaarigen in eine dunkle Besenkammer befördert. Selbst als sie den Lichtschalter betätigte, war es noch immer schrecklich dunkel in der kleinen Kammer. Nur eine alte Glühbirne, die gerade Mal so viel Licht in die Kammer brachte, das sie Killian gerade so erkennen konnte, erhellte mehr oder weniger den kleinen Raum. Anisas schlanken Finger glitten zu der weichen Haut seiner Hand und fast spürte sie in ihrem gesamten Körper etwas wie einen Stromschlag, als sie ihn endlich wieder berührte. Der Gedanke schmerzte, das Killian wieder zu diesem eiskalten Menschen wurde, denn sie wusste, das sein eigentliches Wesen ganz anders war, als man von ihm verlangte. "Ich kann nicht ändern, was bereits geschehen ist und ich kann dich nicht für etwas bestrafen, für das du nichts kannst. Das du dein Äußeres derart benutzt... das war ein heftiger Schlag, auch, das du mir nichts von Rom erzählt hast. Ich verstehe, das du mich beschützen wolltest, aber dadurch gehst du doch nur kaputt. Siehst du denn nicht, das ich dir helfen möchte? Lass es endlich zu, Killian. Lass es endlich zu, bevor es zu spät ist und du nicht mehr zu retten bist, denn ohne dich kann ich nicht mehr. Wie mein Vater dich ansieht... Ich ertrage es nicht und ich ertrage es auch nicht zu hören, wie du dich in den letzten Tagen wieder verändert hast. Bitte, vertraue dich mir endlich an und lasse mich dir helfen.".
    • Die kleine dunkle Besenkammer hatte etwas merkwürdig angenehmes. Die seichte Beleuchtung der unpassenden Glühbirne welche nicht einmal einen Lampenschirm besaß passte so überhaupt nicht in diese prunkvolle Villa. War es ein merkwürdiger Gedanke, wenn er sich damit selbst verglich? Ganz gleich in welche hübschen Anzüge man ihn stecken würde, ganz gleich wie man ihm die Haare frisierte oder mit teuren Schmuck überhäufte, es würde nicht ändern was er war. Eine kleine Glühbirne in einem Meer aus Kronleuchtern. Sein Leben war ein einziger Akt der Stärke, er hatte sich nie erlaubt Schwäche zu zeigen, da ihm eine einzige Schwäche zerbrechen lassen würde. Diese Scherben könnte er niemals wieder aufsammeln, also hatte er einfach weiter gemacht. Immer weiter und weiter. Irgendwann hatte er in seiner Arbeit seinen Lebenssinn gefunden. Er wurde gebraucht, er konnte etwas und er wurde gefördert. Man nahm ihn war und er war nicht mehr der schmutzige Straßenjunge, der den Leuten die Brieftasche klaute, er war jemand: Killian Darkbloom, der beste Auftragsmörder ganz Italiens. Nein, er würde lügen würde er behaupten sein komplettes Leben zu hassen. Das Anisa ihn aber plötzlich wieder zu sich zog, mit ihm sprach und ihm helfen wollte, war etwas das seine ganze Welt direkt wieder ins Schwanken geraten lies. Er vernahm zwar was sie sagte und das sie ihm helfen wollte, passte einfach so gut zu der Rothaarigen das es ihn nicht wunderte. Es war viel mehr etwas anderes, dass ihm einfach nicht in den Kopf wollte. "Du ... Du willst an meiner Seite bleiben? Nach all dem, willst du bei mir sein?", fragte er sie verwundert und konnte nicht anders als sie anzustarren. Das konnte sie nicht meinen oder? Anisa war einfach nur viel zu hilfsbereit und würde selbst Abschaum wie ihm helfen wollen.


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    • Anisa würde ihm helfen, all das durchzustehen. Sie würde alles daran setzen, um Killian irgendwie aus diesen perversen Händen ihres Vaters zu reißen und jede einzelne Scherbe aufsammeln, die er nicht schaffte, wieder aufzuheben. Killian war nicht allein und das sollte er verstehen. Gemeinsam waren sie stärker und keiner von ihnen musste allein sein, denn sie hatten einander. Deshalb sprach sie also wieder auf ihn, versuchte ihm zu verdeutlichen, das er nicht allein war und das sie bei ihm sein würde, würde er glauben, es alleine nicht zu schaffen. Sie wollte seine Stütze sein, ihn auffangen, wenn er drohte zu fallen, ihn pflegen, wenn ein Teil von ihm brach und alles wieder zusammen fügen. Allerdings überhörte Killian ihre Worte, starrte sie noch immer so verwundert an, seit sie sich in dieser Kammer befanden und hörte damit auch nicht auf. "Schhh~", ihren schlanken Zeigefinger legte sie auf seine Lippen und flüsterte: "Sei nicht so laut, sonst hört uns noch jemand.", daraufhin glitten ihre Arme langsam um seinen Nacken und ihr Gesicht näherte sich seinem, bis ihre Lippen seine fanden. Dieser Kuss fühlte sich atemberaubend an. Als wäre es ihr Erster nach qualvollen Jahren der Trennung. Ein angenehmes Kribbeln durchfuhr ihren Körper und ihr Herz pochte schneller. Ja, nach all dem wollte sie noch immer an Killians Seite sein. Sie liebte diesen Mann abgöttisch. Das was geschehen war, ließ sich nicht ändern, aber das was noch geschehen würde, das konnten sie ändern und Anisa würde es sich niemals verzeihen, Killian in den Fängen ihres Vaters untergehen zu lassen.
    • Zugegeben hatte Killian nun alles erwartet nur nicht mit Anisa in einer Besenkammer zu stehen und so liebevoll angesehen zu werden. Sie machte sich weiterhin Sorgen um ihn, sie sah ihn an ohne diesen Blick den sonst jeder hatte: Hass oder Erregung. Nein, das war ein Blick voller Liebe und Güte. Kill wusste ja das es sich bei der Rothaarigen um einen viel zu netten Menschen für dieses harte Leben hielt, aber das sie so gut war. Gott, wollte er sie nicht beschützen? Nun rettete sie ihn, schon wieder. Wie oft hatte Anisa nun eigentlich seine kaputte Welt in Licht getaucht ohne es zu bemerken? Sah sie überhaupt was für ein reines Geschöpf sie war? Er war viel zu perplex um überhaupt vernünftig reagieren zu können, spürte den schlanken Zeigefinger an seinen Lippen und den darauf folgenden Kuss. Natürlich hätte er diesen am liebsten erwidert, sie an sich gezogen und ihr gesagt, wie sehr er sie brauchte, aber konnte nicht. Nein, etwas anderes machte sich in ihm breit und er bemerkte nur wie sich ein dicker Klos den er all die Zeit verspürt hatte löste und ihm Tränen über die Wangen liefen. Sie blieb bei ihm... nach all dem was geschehen war, nach all dem was sie wusste. Sie wusste was für ein schlechter Mensch er war, was für ein Monster und wie sehr sie wegen ihm leiden musste und doch blieb sie bei ihm. Vollkommen uneigennützig und aufrichtig. Sie blieb bei ihm. Killian konnte gar nicht anders als die Arme um sie zu legen und sein Gesicht in ihren Armen zu vergraben. "Danke. Danke Anisa...."


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    • Erst wusste Anisa nicht, wie sie auf Killian reagieren sollte. Es war, als würden ihre Lippen seine finden, diese allerdings nicht auf ihre Geste reagieren. Etwas verunsichert löste sie sich von dem Dunkelhaarigen und versuchte in dem schwachen Licht seine Mimik zu erkennen, was sie allerdings zu sehen bekam, war für sie eine lange Zeit unvorstellbar gewesen. Tränen rollten über seine Wangen und fielen wie glitzernde Diamanten zu Boden. Hatte Anisa ihn erreicht? Verstand er endlich, das er sich ihr öffnen konnte? Ihre vollen Lippen formten sich zu einem sanften Lächeln und legte wieder schützend ihre Arme um Killian, der ebenfalls seine Arme um sie legte und sein Gesicht in ihren vergrub. "Es ist Okay.", flüsterte die Rothaarige und strich ihm tröstend über das dunkle Haar. Er sollte wissen, das es in Ordnung war, zu weinen. Es zeigte keine Schwäche, es zeigte die Menschlichkeit in einer Person. "Ich habe dich so vermisst.", fügte sie kaum hörbar hinzu und schenkte ihm einen sanften Kuss auf die Stirn. In all der Zeit, der Zweifel und der Enttäuschung hatte Anisa seine Nähe schrecklich vermisst. Auch wenn es schmerzte, das Vergangene konnte sie nicht mehr ändern, allerdings konnte sie für eine bessere Zukunft beitragen und sie würde alles daran setzen, das Killian diese schrecklichen Dinge nicht mehr tun musste und auch nicht angetan wurden. Nun durfte er nachgeben, seinen Gefühlen freien Lauf lassen und sollte sich Die Zeit nehmen, die er benötige. Anisa bezweifelte, dass man sie ausgerechnet in dieser Besenkammer suchen würde.
    • Wie lange war es her, dass Killian geweint hatte? Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, aber es war ein unglaublich befreiendes Gefühl. Wenn man glaubte er weinte wegen all dem was er erlebt hatte, dann irrte man sich gewaltig. Gott, er hatte lange aufgehört wegen sich selbst zu weinen, wozu auch? Er war ein Monster und er würde immer eines sein. Nein, er weinte das es einen Menschen auf dieser Welt gab, der ihn so sehr liebte und ihm all das verzieh. Der keine Angst vor ihm hatte, mit ihm umging als hätte er nie jemanden auch nur ein Haar gekrümmt. Sie hatte ihm verziehen, sie wollte an seiner Seite sein. Bei ihm bleiben! Er durfte noch ein wenig glücklich sein. "Das ist falsch ...", schniefte er leise, konnte aber nicht aufhören sein Gesicht weiter in ihren Armen zu verstecken. "Ich tue dir weh Anisa. Ich bin ein Mörder, ich hure herum und ich werde dieses Leben nicht einfach hinter mir lassen können. Das ist das was ich bin ... ich will nicht das du wegen mir leiden musst.", stammelte er unter Tränen brüchig. Er gab sich noch einen Moment ehe er sich von ihr löste und sich mit dem Handrücken grob über die Augen wisch. Einmal kurz durch geatmet und er war gefasst wie er es immer war, ganz gleich wie sehr seine Seele innerlich tobte. Ein Schmunzeln huschte über seine Lippen. "Ich bin ein schrecklicher Egoist nicht wahr? Ich kann dich einfach nicht gehen lassen, ich kann dich nicht einfach vergessen. Ich habe dich so sehr vermisst, dass ich geglaubt habe tatsächlich daran zu sterben. Ich hatte nie vor etwas Angst, aber dich zu verlieren ... das macht mir Angst Anisa, schreckliche Angst."


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    • Etwas verwundert sah sie zu dem braunen Schopf in ihren Armen. 'Das ist falsch', sagte Killian, was er damit aber meinte, wusste Anisa noch nicht. War es, weil sie glaubte, das er wegen dem ganzen Druck weinte? Nun, was es auch war, sie war froh, das er sich ihr so weit öffnete, das er diese Gefühle zu ließ. Auch bei seinen nächsten Worten streichelte sie weiterhin durch sein weiches Haar und gab ihm das Gefühl in ihren Armen geschützt zu sein. Selbst Anisa wusste, das sie mit Killian vermutlich niemals eine harmonische Beziehung führen würde. Sie würde immer in Angst leben müssen, selbst auf offener Straße erschossen zu werden oder aber auch das Killian von seinen Aufträgen nicht wieder zurückkommen würde. Ersteres war eine Angst, die sie auch ohne Killian verspürte, zweiteres schmerzte nur umso mehr. Angst um die Person zu haben, die man liebte. Killian löste sich darauf von ihr, strich seine Tränen fort und erklärte, ein schrecklicher Egoist zu sein. "Dann muss ich wohl ein ebenso schrecklicher Egoist sein.", gab Anisa schwach lächelnd zurück. "Durch unsere Beziehung gefährde ich dein hart erarbeitetes Leben. Wenn mein Vater davon erfährt, wird er vermutlich alles andere als glücklich sein und dich verantwortlich machen. Ich könnte das alles verhindern, aber ich halte es nicht weiter aus, von dir getrennt zu sein, Killian.". Vorsichtig nahm sie seine Hand in ihre und umschloss sie schützend. "Du brauchst keine Angst zu haben, wenn du dich mir nur öffnen würdest. Bitte, lass mich endlich ein richtiger Teil deines Lebens sein und dir helfen. Hör auf deinen Körper auf diese Weise zu nutzen, seh nicht auf dich selbst herab, du bist viel mehr, als du glaubst.".
    • Zärtlich drückte er ihre Hand, die seine so schützend umschlossen hielt. Diese kleine zierliche Hand, die ihn beschützte. Es war schon unglaublich. Er hatte jahrelange Kampferfahrung, er hatte kein Problem damit zu morden und grausam zu sein, aber wirklich beschützt wurde er von einer jungen Frau mit einer viel zu reinen Seele. "Du bist ein Teil meines Lebens, ein so großer Teil das du auch meine einzige Schwachstelle bist. Genau das wusste Isabella und sieh was passiert ist. Sie hätte dich oft mehr als nur ein Mal umgebracht.", seufzend blickte er zu ihrer schmalen Hand hinunter. "Es ist mir egal was mit mir passiert. Sollen sie doch meinen Körper haben. Sollen sie mich doch zu einer Kampfmaschine abrichten. Solange ich dich habe, überlebe ich alles." Daraufhin blickte er fast schon ängstlich wie ein Kind hinauf. "Solange du an meiner Seite bleibst, überstehe ich alles. Ich werde dich beschützen. Ich werde dich für immer beschützen Anisa." So emotional kannte man Killian nicht und er selbst wunderte sich darüber, dass so viele Emotionen einfach aus ihm heraus platzten. Aber Anisa war sein einziges Licht in dieser Welt. Er brauchte sie und für diese Frau würde er alles tun, absolut alles. Würde man ihn noch einmal vor die Wahl stellen: Sie oder sein eigenes Leben. Er würde immer wieder den Abzug betätigen und das ohne zu Zögern. Solange es dieser Frau gut ging, war alles in Ordnung und er würde niemals zerbrechen.


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    • "Aber ich überlebe es nicht, wenn sie dir so etwas antun, Killian. Verstehst du es denn nicht?", antwortete sie fast schon verzweifelt und löste ihre Hände um seine und fuhr zu seinen Wangen und betrachtete sein Gesicht. Schon damals hatte sie ihn als attraktiv befunden, auch wenn er sich gab wie ein arrogantes Arschloch. Äußerlich konnte man nicht abstreiten, das er einfach attraktiv war und das leider für beide Geschlechter. Es hielt die Menschen nicht ab, sich das zu nehmen, was sie wollten. Ob Mann oder Frau. Aber genau das war es, das Anisa nicht zulassen konnte, sie spürte ebenso den Schmerz, wie Killian selbst. Manchmal glaubte sie sogar, es schmerzte sie noch mehr, als ihn selbst. Seine Worte hatten klangen wunderschön, wenn man nur wusste, das er diese Frau tatsächlich liebte. Diese Worte waren wunderschön und doch schmerzte es auch. Anisa wollte unter keinen Umständen, das Killian leiden musste, hierbei war es egal, um welche Art Schmerz es handelte. "Und wenn du es auch noch für mich machst, dann kann und will ich das nicht für gut heißen. Wenn du möchtest, das es mir gut geht, dann achte auch auf dich selbst. Bitte verheimliche nichts vor mir und teile mir mit, wenn dich etwas bedrückt, wir können alles gemeinsam schaffen, okay? Wir schaffen das zusammen, du musst diese ganze Last nicht alleine stemmen. Ich bin und bleibe bei dir, egal, was passiert.".
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