[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

    • Widerwillig hatte Killian seine Waffe sinken lassen. Ihm war es absolut nicht Recht das Anisa ohne ihn zu fragen einfach diesen Kerl her geschliffen hatte. Sie bekam eine Abfuhr und schnappte sich schon den nächsten? Natürlich wirkte das auf jeden in diesem Moment so, wer hätte schon damit rechnen können weitere Einzelheiten seiner Vergangenheit zu erfahren und das man mal eben einen verschollenen Bruder hatte. Lev wusste das Killian ein sehr misstrauischer Mensch war, wer konnte es ihm nach allem was er erlebt hatte schon verübeln. Allerdings war diese so absurd, dass sie tatsächlich wahr sein könnte und offenbar hatte der Dunkelhaarige denselben Eindruck. Killian starrte Jaden an, unfähig irgendetwas zu sagen. Konnte sein Leben eigentlich noch merkwürdiger werden? Karma ist echt ein verdammtes Miststück, womit hatte er das jetzt verdient? Gerade als Killian glaubte sein Leben mehr oder weniger auf die Reihe zu kriegen, folgte schon das nächste Ereignis das ihm in die Fresse schlug. Lange und schweigend starrte Killian den Blondschopf an. Er hätte jetzt mit allem gerechnet, selbst mit John Astolfo der in einem rosa Kleid an ihm vorbei rannte nur um die Krankenschwestern und Ärzte abzulenken, aber nicht hiermit. "Beschissen ist gar kein Ausdruck.", antwortete Killian knapp und erhob sich von dem Krankenbett. "Ich brauche eine Zigarette.", murmelte er und griff erneut unter sein Kopfkissen. Glücklicherweise hatte John die Angewohnheit ein Feuerzeug in der Schachtel zu lassen. Ihm war es herzlich egal, das er nicht aufstehen sollte und man in einem Krankenhaus nicht rauchen sollte. Mal ehrlich, das konnte ihm doch jetzt keiner verübeln oder? Mehr schlecht als Recht war er zum Fenster gewankt und hatte dieses geöffnet, während er sich seine Kippe ansteckte. Ihm war schwindelig, schlecht und er hatte das ungute Gefühl er hätte die Infusion tatsächlich einen Tag länger in seinem Arm lassen sollen. Könnte aber auch an den brandneuen Neuigkeiten liegen, welche er mal eben übermittelt bekommen hatte. Gott, er fühlte sich wie in einer schlechten Dailysoap. "Ihr wollt mich doch fucking nochmal alle verarschen.", fluchte er leise und schlug mit der Faust gegen die Wand. "Verschwindet. Raus hier."

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    • Während Anisa noch immer den Drang verspürte, ihren Vater und auch Killian anzuschreien, bis sie die Stimme verlor, sprach Jaden weiter über seine Vergangenheit. Erzählte Killian das, was er auch schon Anisa und Lev erzählt hatte. Er verstand, das Killian diese Worte erst einmal verdauen müsste, er hatte doch selbst erst diese Information verdauen müssen. Und das Elaine nun tot war... Das war etwas, wofür er wirklich eine lange Zeit gebraucht hat, um darüber hinwegzukommen. Erst antwortete Jaden nicht auf seine Worte, aber als Killian meinte, eine Zigarette zu benötigen, konnte er die Anspannung von Anisa deutlich spüren. Nicht nur eine Pistole, sondern auch Zigaretten hatte ihr Vater dem Dunkelhaarigen zurück gelassen. Was war noch passiert? Hatte er ihm wieder irgendwelche Aufträge gegeben? Killian könnte hier nicht so schnell raus, aber seinen Worten zu urteilen, die er ihr vor dem Krankenhaus noch zugeworfen hatte, plante er bereits eine frühere Entlassung. Egal wie sehr Killian die Rothaarige verletzt hatte, sie konnte nicht einfach dabei zusehen, wie sein Zustand sich wieder verschlechtern würde, nur weil ihr Vater der Meinung war, ihn für seine Arbeit wieder einzuspannen. Aber das war etwas, das jetzt noch Zeit brauchte. Killian müsste erst die Worte des Blonden verdauen, verstehen, das er die Wahrheit sagte und erst dann, würde sie versuchen, mit ihm zu reden. Auch mit Lev, sie teilten sich ihre Meinung und waren beide nicht sonderlich darüber erfreut, was John eigentlich mit Killian anrichtete. Jaden musterte Killian noch einige Sekunden stumm, bis er wortlos den Raum verließ. Es machte nun keinen Sinn, mit Killian zu diskutieren. Und selbst wenn er es darauf anlegen würde, es gab nichts zu bereden. Er hatte Killian von seiner Vergangenheit erzählt und nun lag es an dem Dunkelhaarigen, diese ganze Sache erst einmal zu verdauen. Im Gegensatz zu dem Blonden, war Anisa nicht so leicht der Überzeugung. So sehr sie auch wollte, ihn einfach zu hassen, konnte sie es nicht. Wieder begann sie sich, um Killian zu sorgen. Ihre Gefühle hatte sie so schlecht unter Kontrolle, vermutlich, weil sie sich einfach noch immer in einem schlechten Zustand befand. Aber auch sie wusste nicht, was sie im Moment für den Dunkelhaarigen tun sollte. Vielleicht war sie sogar die letzte, deren Anwesenheit er nun wollte. Bevor Anisa irgendetwas unüberlegtes tat, entschied sie sich dann doch dazu, den Raum mit einem Seufzen zu verlassen.
    • In Killian brodelte es, er hatte das Gefühl durchzudrehen. Von allen Seiten redeten Stimmen auf ihn ein und er wusste einfach nicht mehr auf welche er nun hören sollte. Ihm war schlecht, sein Kopf drehte sich und er hatte das Gefühl er würde den Boden unter den Füßen verlieren. Vielleicht hätte er unter anderen Umständen diese Neuigkeit, dass er plötzlich einen Bruder besaß anders verdaut, aber jetzt kam plötzlich alles zusammen. Das war selbst einem so starken Menschen wie Killian zu viel. Die Zigarette half nicht, er hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und wollte eigentlich nur das sie alle aus dem Raum verschwanden. Ausnahmslos alle. Er war froh, dass Jaden seiner Bitte ohne zu Murren nachkam, sicherlich hätte er auch nicht anders als Killian reagiert. Anisa brauchte zwar eine gefühlte Ewigkeit, aber glücklicherweise verließ auch sie den Raum. Kill konnte nicht anders als seinen besten Freund flehend anzusehen. "Bitte geh.", bat er ihn mit einem leisen Flüstern und der junge Russe folgte. Kaum hatte er die Tür hinter sich geschlossen, erlaubte Kill sich auf den kalten Krankenhausboden sinken zu lassen. Das war zu viel eindeutig. Natürlich könnte der Blonde ihm auch gerade eiskalt ins Gesicht gelogen haben, immerhin kannte man Killian überall. An Informationen über ihn zu kommen war keine Kunst, aber was wenn er die Wahrheit sagte? Lev hatte ihn sprechen lassen, also musste der Russe recherchiert haben bevor er gestattet hatte das Jaden überhaupt zu dem Dunkelhaarigen durfte. Wenn Lev die Geschichte schluckte, dann musste sie wahr sein oder? Er hatte doch schon alle Mühe seine eigene Vergangenheit ruhen zu lassen, jetzt musste er sich mit Anisas Geständnis, den Anforderungen von dem alten Sack, seinen Schmerzen, dem knappen Tod und noch einem plötzlichen Bruder herumschlagen. Euer fucking ernst? Panisch drückte sich Killian an die Wand, versuchte gleichmäßig ein und aus zu atmen. Er kannte solche Anfälle und wusste wie er damit umzugehen hatte. Das allerdings eine Träne seine goldenen Augen verließ, das war neu. Wie lange war es her das er geweint hatte? Er dachte wirklich er hatte es verlernt. Aus lauter Verzweiflung begann er zu lachen und seinen Kopf auf seine Knie zu betten. Vielleicht wäre es besser gewesen, hätte Isabella bessere Arbeit geleistet und die Waffe wäre geladen gewesen. Langsam aber sicher wollte er nicht mehr.
      Nein ...
      Nein, so durfte er nicht denken. Tief atmete er ein und aus, wischte sich mit dem Handrücken über die Augen und versuchte sich zu beruhigen. Er war stark, er war nicht schwach und er wollte leben. Scheiß egal, wenn sein Leben minderwertig in den Augen anderer erschien, er hatte ebenso das Recht hier zu sein. Ob er geboren werden wollte, hatte ihn schließlich niemand gefragt. Also würde er auch niemanden um Erlaubnis fragen zu existierten. Seine Augen nahmen glücklicherweise den üblichen Glanz und Ausdruck in den Augen an, mit welchem er arbeiten konnte. Ruhe, völlige Ruhe. Er würde sich noch eine Nacht hier geben und dann verschwinden. Mit oder ohne der Hilfe von John.
      Eine Nacht und dann war er hier weg.


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    • Anisa war nicht gerade Wohl bei dem Gedanken, Killian allein zu lassen. Aber was sollte sie schon tun? Es war nicht zu übersehen, das er im Moment seine Ruhe brauchte. Er musste das, was Jaden ihm gerade gestanden hatte, verdauen. Er hatte geglaubt, das die Familie, die er sich gewünscht hatte, nicht weiter existierte. Genau genommen hatte sie nie existiert, es war nur seine Schwester, die ihn vor so vielem beschützt hatte. Aber das Auftauchen von Jaden, brachte seine Welt zum beben. Von Anfang an besaß er einen Bruder, von dem er bis heute nichts gewusst hatte. Und dann handelte es sich auch noch ausgerechnet um einen Kerl, den er vom ersten Augenblick an nicht ausstehen konnte. Anisa zog den Blonden mit sich, einige Meter weg von dem Zimmer, indem sie Killian allein gelassen hatten. Sie hatte es nicht gewagt, Lev in die Augen zu sehen. "Es ist besser, wenn du jetzt gehst.". "Ist alles in Ordnung?", fragte Jaden und zog eine seiner Augenbrauen hinauf. Nein, ganz und gar nicht. Im Moment war rein gar nichts in Ordnung. Aber was sollte sie schon tun? Jaden in die Arme fallen und erneut anfangen, wie ein Schlosshund zu heulen? Es brachte sie nicht weiter, auch wenn sie in den schlaflosen Nächten nichts anderes mehr tat. Das Geschehene konnte sie nur schlecht verarbeiten und gab sich noch immer für alles die Schuld. Ob diese Therapie überhaupt etwas bringen würde, glaubte die schöne Rothaarige nicht. Sie hatte erst eine Sitzung hinter sich, aber in keiner Sekunde hatte sie eine andere Meinung über all das gebildet. Sie glaubte noch immer fest daran, das all das nicht passiert wäre, wäre sie nun nicht am Leben. Das einzige was sich geändert hatte, war, das sie vielleicht Killian einen Gefallen getan hatte. Jetzt würde es noch schwer sein und Jaden als seinen Bruder zu akzeptieren, aber vielleicht würde er es irgendwann anerkennen. Womöglich verstünden sich die zwei Männer irgendwann sogar. "Alles in Ordnung. Es ist einfach nur sehr viel passiert.", erklärte sich die Rothaarige knapp, was Jaden mit einem Seufzen beantwortete und sie daraufhin in seine Arme zog. "Du Dickschädel.", flüsterte er, "Wenn etwas sein sollte, dann zöger nicht, mich anzurufen.", mit diesen Worten verabschiedete sich der Blonde und verließ das Krankenhaus. Anisa wusste es zu schätzen, aber im Moment wollte sie nicht seine Nähe. Sie wollte nicht, das er sie tröstete. Wieder einmal überfordert fuhr sie sich durchs Haar und setzte sich auf einen der Stühle neben dem Zimmer. So schwer es ihr auf fiel, in Killians nähe zu sein,sie hatte ihm versprochen, für ihn da zu sein, falls er jemanden benötigte, der ihm zuhörte. Vielleicht passierte es ja früher, als erwartet? Nun, falls das der Fall sein sollte, wollte Anisa Killian nicht verpassen.
    • Lev hatte kein gutes Gefühl seinen besten Freund jetzt allein zu lassen. Irgendetwas sagte ihm, dass der Dunkelhaarige damit nicht umging wie er sollte und sich sicherlich wieder ein Schalter umlegen würde, damit er sich vor allem und jeden schützen konnte. Lev erinnerte sich noch sehr gut daran, als er Killian kennen gelernt hatte. Er würde diese Augen niemals vergessen. Sie waren kalt, aggressiv und er hatte alles und jeden gehasst. Außer John hatte sich ihm niemand genähert oder näher wollen. Es war fast amüsant zu beobachten, wie ein kleiner 8 jähriger Junge großen Männern Angst einjagen konnte. Als der junge Russe aber erfuhr, weshalb Kill sich so verhielt war ihm einiges klar gewesen. Er war viel mehr erstaunt, dass Killan damit auf diese Art umging. Er machte weiter, er zeigte nicht einmal als Kind eine Form von Schwäche und gab sich seiner Angst nur hin, wenn er glaubte das ihn niemand sah. Lev hatte alles getan um sich mit ihm anzufreunden, was ihm viele Beleidigungen einbrachte und zig Nerven gekostet hatte. Erst als sich ein ehemaliger Bodyguard von John an dem Jungen vergriffen hatte, hatte Lev die Chance gehabt sich Killian zu nähern und das auch nur, weil er derjenige gewesen war der den verstören Jungen splitternackt und mit einer Waffe in der Hand entdeckt hatte. Das war das erste Mal das Lev ihn hatte weinen sehen und seitdem war er an seiner Seite geblieben. Lev wusste inzwischen wie Killian mit Schmerzen umging, er sperrte sie weg und wurde wieder der Mensch der er früher war. Kalt und nur auf seine Arbeit fixiert, es würde Ewigkeiten dauern ihn wieder normal zu bekommen und genau das fürchtete der Schwarzhaarige in diesem Augenblick. "Ich frage mich ob das eine gute Idee war.", flüsterte Lev leise als er sich neben Anisa auf einen der Stühle hatte sinken lassen. "Ich glaube das war im Moment zu viel für ihn, auch wenn er sich das vor uns niemals eingestehen wird." Sein Blick wanderte zu Anisa, ehe er ihr leicht durch das Haar wuschelte. "Sag mir was zwischen euch passiert ist. Du kannst es nicht verstecken und ich habe Killians Augen gesehen, als er dich in das Zimmer hat kommen sehen. Ich habe gelernt Menschen zu lesen, er kann es also verstecken wie er will. Irgendetwas ist bei euch beiden vorgefallen."


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    • Ob es doch ein Fehler gewesen war? Früher oder später hätte Killian doch ohnehin von Jaden erfahren. Anisa hatte nicht weiter darüber nachgedacht, war verzweifelt, verletzt und fühlte sich einsam. Von ihrem Vater belogen, betrogen und von ihren eigenen Gedanken eingekesselt. Sie wollte die Distanz, die sie Anfangs hatten, wieder aufbauen, aber sobald sie in diese goldenen Augen sah, konnte sie sich nur schwer beherrschen. Ihr Herz hämmerte wie wild gegen ihre Brust, ihre Hände wurden feucht und die Tränen kämpften sich hervor, die sie mit Mühe zurückhielt. Und nun saß sie vor diesem Zimmer, während Killian sie alle hinaus geschickt hatte um allein zu sein. Er brauchte nun Zeit für sich, etwas das Anisa vollkommen nachvollziehen konnte, aber verdammt nochmal, sie bereute es! Eigentlich wollte sie ihn nicht überfordern oder in irgendeiner Hinsicht weh tun. Aber sie war verletzt und wollte keinerlei Zuneigung mehr zulassen. Und doch saß sie nun hier und hoffte, das Killian auf ihr Angebot zurückkam und mit ihr redete. Ihr sein Herz ausschüttete. All die Gedanken, die ihn überforderten oder bedrückten. Sie wollte diejenige sein, die für ihn da sein konnte, auch wenn er dies nicht wollte. "Ja...", murmelte Anisa nur geistesabwesend vor sich hin und raufte sich durch das Haar. Hasste es sie nun? Die plötzliche Berührung von Lev, riss sie aus ihren Gedanken und blickte perplex zu ihm. Wann genau hatte er sich neben sie gesetzt? Seufzend starrte sie dann zu Boden, als sie verstand, was Lev gerade fragte. Das ihre veränderte, kühle Art auffallen würde, war ihr bewusst, aber nicht, das sie heute schon damit konfrontiert werden würde. "Ich...", begann sie zögernd, "...Ich habe ihm meine Gefühle gebeichtet. Ich bin so blöd gewesen und habe ihm erzählt, das ich mich ernsthaft in ihn verliebt hab. Er hat meine Gefühle nicht erwidert, ich hatte es gehofft, aber... Gott...", nervös erhob Anisa sich und lief einige Male auf und ab, bis sie sich dann doch wieder hinsetzte. "Ich bin einfach so dämlich.". Verzweifelt rieb sie sich über das Gesicht und stützte ihre Ellbogen auf ihren Knien. "Ich konnte den Gedanken einfach nicht ertragen, das er hätte sterben können. Ohne zu wissen, das es Menschen gibt, die ihn wirklich lieben. Er glaubt, es gibt niemanden auf dieser Welt, der ihn jemals aufrichtig lieben würde. Scheinbar bin ich doch nur ein Teil seiner Arbeit.", fügte sie bedrückt hinzu.
    • Es war ein Trauerspiel. Lev saß neben Anisa und sah die zierliche Rothaarige eine ganze Weile lang einfach nur an. Hatte sie tatsächlich geglaubt, dass würde funktionieren? Killian war der skeptischste Mensch den Lev kannte und ihm seinen vermeintlichen Bruder vorzustellen würde nicht dafür sorgen, dass sie sich weinend in die Arme fallen. Natürlich war es richtig ihm dies zu offenbaren, aber der Zeitpunkt war denkbar schlecht. Allerdings ... gab es für so etwas überhaupt einen richtigen Zeitpunkt? Der junge Russe hatte das Vorhaben unterstützt, also konnte er dieses Desaster nicht auf Anisa abwälzen, es war auch seine Idee gewesen. Auch Lev hatte ein klein wenig daran geglaubt, dass es funktionieren könnte. Das jemand aus seiner Familie existierte, dass er nicht allein war, aber offenbar hatte Kill die ganze Sache so umgehauen, dass er sie aus dem Zimmer schmeißen musste, damit sie nichts von seinen wahren Gefühlen mitbekamen. Ob er weinte? Ob er verzweifelt war? Er würde wieder alleine kämpfen, so wie er es seit Kindesbeinen an tat. Und Anisa? Sie war zuvor schon ein nervliches Frack, aber heute war das schon eine ganz andere Dimension. Glaubte sie wirklich ihr Schauspiel würde nicht auffallen? Einen auf Kalt zu machen, wenn sie zuvor so liebevoll mit dem Brünetten umging, würde jeden stutzig werden lassen. Und ihre Augen? Ja diese schönen Diamanten sprachen ihre eigene Sprache. Natürlich wusste der junge Russe, dass ihn das Ganze nichts anging, aber er hatte Anisa lieb gewonnen. Irgendwie waren sie doch so etwas wie Freunde oder? Wenn er schon nicht an Killians Seite sein konnte, dann wollte er wenigstens den Menschen beschützen, welchen Kill unter Einsatz seines Lebens schützen wollte. Als er sich bei Anisa dann genauer erkundigte, wirkte sie überrascht das er sie darauf ansprach. Glücklicherweise war sie aber jemand der reden konnte, eine Eigenschaft die Lev sehr begrüßte. Aufmerksam hörte er ihr zu, ehe ein schweres Seufzen seine Lippen verließ. Oh Gott das auch noch...
      "Anisa...", flüsterte er leise und wusste gar nicht wo er so genau anfangen sollte. "Er hat dich gern, dass sehe ich. Wie tief seine Gefühle für dich reichen, kann ich nicht genau sagen, aber sie gehen tief. Er sieht dich schon lange nicht mehr nur als seine Arbeit an." begann er und lehnte sich an die harte Lehne des Stuhles zurück. "Killchen davon zu überzeugen, dass es jemanden gibt der ihn ohne Hintergedanken liebt ist schwierig. Selbst vor Freundschaften hat er Angst und er schließt sie doch. Er zieht die Leute an wie ein Leuchtfeuer, ob er es will oder nicht, die Menschen folgen ihm. Genauso ging es mir auch und nun kann ich nicht mehr von seiner Seite weichen. Gib nicht auf, nur weil er dich einmal abgewiesen hat. Du willst nicht wissen wie oft er das bei mir getan hat.", schmunzelnd legte er einen Arm um ihre Schulter und zog sie zögerlich an sich. "Er lügt nicht, aber er meinte einmal, dass er lügen würde um jemanden vor etwas Schlimmen zu beschützen. Hast du vielleicht daran gedacht, dass er dich vor sich selbst ebenfalls beschützen will?"


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    • Ob Lev's Worte nun beruhigen sollten oder nicht, wusste Anisa noch nicht so ganz zuzuordnen. Sie hörte ihm einfach nur zu und hoffte, nicht erneut enttäuscht zu werden. Allerdings verwirrten seine Worte sie noch viel mehr. Eigentlich war es eine klare Schlussfolgerung. Wenn Killian sie nicht liebte, aber sie auch nicht mehr als seine Arbeit sah, dann waren sie wohl Freunde. Aber genau das, wollte die schöne Rothaarige nicht. Sie wollte mehr und nun zu akzeptieren, das aus ihnen niemals mehr werden könnte, musste sie erst einmal verkraften. Sie musste sich an die Distanz gewöhnen, sie musste sich dazu zwingen, ansonsten würde sie es nicht lange aushalten. Zumindest nicht, wenn Killian immer in ihrer Nähe war und als Bodyguard, tut er nunmal nichts anderes, als nicht von ihrer Seite zu weichen. Im Moment war die Situation etwas anders, denn Killian steckte in diesem Krankenhaus fest und Lev sorgte für ihre Sicherheit. Die unerwartete Berührung des jungen Russen, machten die grünen Augen aufmerksam und blickten zu ihm hinüber. Anisa ließ die Annäherung zu, rückte mit dem Stuhl auf und legte ihren Kopf auf seiner Schulter ab. "Vor sich selbst schützen?", wiederholte Anisa flüsternd. "Ist mein Leben nicht schon Chaos genug? Mein Vater ist ein verdammter Mafia-Boss, einer der gefürchtesten Männer in Italien, wenn nicht sogar der Gefürchteste! Ich bin praktisch ein Ziel für jedes verdammte Arschloch! Und Killian ist durch seine Arbeit ohnehin an meiner Seite! So schön es auch klingt, das kann ich mir einfach nicht vorstellen... Es wäre doch nichts anders, wenn wir zusammen wären, oder?". Anisa konnte es nicht verstehen. Was brachte es Killian? Sie könnte in seinem Leben eine große Bereichung sein! Zumindest war sie davon überzeugt, ihm eine Hilfe zu sein. Nicht nur, das er endlich wieder wirkliche Liebe spürte, sondern auch zu einer gesunden Ernährung kommen würde, nach und nach würde sie auch das Rauchen mindern, ebenfalls wie diese ganzen Aufträge und irgendwann könnten sie gemeinsam von vorn beginnen. Ja, ganz sicher. Ein neues Leben, auch wenn Anisa ihr Leben zuvor aufgeben müsste.
    • Lev wusste nicht ob er mit seinen Worten nicht noch mehr Chaos anrichtete. Er wusste nicht wie es in dem chaotischen Kopf von Killian aussah, eigentlich wusste das niemand. Aber er wusste das er Anisa mochte,ob man von Liebe sprechen konnte das konnte Lev nicht sagen, aber zumindest das sie ihm wichtig war. Natürlich war es nicht seine Aufgabe, in dem Leben seines besten Freundes herum zu experimentieren. Aber verdammt, Anisa war vielleicht der erste Mensch welcher ihn einfach nur seiner selbst willen liebte und nicht ausnutzen wollte. Lev sah sich zwar auch nicht so, aber das war ein anderes Thema. Mal ehrlich die Leute um Killian herum wollten ihn entweder vögeln, töten oder ihn für sein Talent haben. Es gab nichts anderes, jeder hegte irgendwelche Hintergedanken. Wenn Anisa wirklich aufrichtig war, dann sollte sie in seinem Leben bleiben und ... vielleicht war es deswegen? Vielleicht wollte Kill sie gerade deswegen nicht so nah an sich heran kommen lassen, weil er Angst hatte sie zu enttäuschen? Gott, kapier einer den Kerl Lev tat es nicht. Er versuchte es so gut es ging für ANisa schön zu reden, aber nur Killian konnte dieses Gefühlschaos lösen und nicht er. Er konnte leider nicht mehr tun als für sie beide da zu sein. Als er einen Arm um Anisa gelegt hatte und versuchte wenigstens das zu äußern, was durch seinen Kopf ging, stellte ihm die Rothaarige eine Frage, die ihn leicht schmunzeln lies. Dieses Mädchen konnte keine Hintergedanken haben, nicht wenn sie so naiv und so rein eine solche Frage stellen konnte. Davon war Lev zumindest überzeugt.
      "Anisalein, du weißt schon wer Killchen ist oder? Es gibt so viele Menschen welche hinter ihm her sind. Du bist bislang aus absolut allem in der Mafiawelt herausgehalten worden. Dein Vater hat diesbezüglich auch wenn ich es ungern zugebe, ganze Arbeit geleistet. Du hast keine Ahnung was eigentlich in dieser Welt gespielt wird. Die Erfahrungen die du gerade gemacht hast, sind nur ein Bruchteil von dem was Killchen tagtäglich erlebt. Mit ihm an deiner Seite, mehr an seiner Seite wirst du das nicht können. Als dein Bodyguard kann er dich beschützen, aber wenn du seine Freundin bist, wirst du in all das wirklich hinein gezogen. Du wirst den Mörder in ihm mit anderen Augen sehen, du wirst sehen was er für seine Arbeit alles tun muss und tut. Du wirst vielleicht mehr als nur entführt, weil man durch dich nicht nur an deinen Vater sondern auch an ihn herankommen will, wenn man weiß welche Rolle du in seinem Leben spielst. Bist du für so ein Leben bereit?" Er seufzte leicht. "Allerdings weiß ich nicht was in seinem schönen Kopf vor sich geht, das weiß niemand. Er könnte auch ganz andere Gründe haben. Vielleicht rede ich aber auch gerade nur wirres Zeug, weil ich versuche zu helfen und mich in etwas einmische, aus dem ich mich besser heraus halte. Der einzige Mensch der dir all diese Dinge beantworten kann ist er. Aber strafe ihn nicht, indem du so tust als wäre er dir egal oder in dem du versucht abweisend zu sein. Es wird nicht funktionieren, dazu hat er zu viel mitgemacht. Bleibe bitte an seiner Seite, auch wenn es nur aus Freundschaft ist. Er hat außer uns niemanden."


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    • Konnte Lev nicht einfach den Mund halten? Die Trauer in ihr wandelte sich langsam in Wut. Bald könnte sie es schon nicht mehr hören. Wenn sie so unwissend ist, dann wieso Scheiße nochmal klärt sie niemand auf! Sie wollte doch mehr wissen! Mit mehr Wissen könnte sie besser für Killian da sein. Vielleicht verstand sie dann, was in ihm vorging und wie sie die ganze Last, die er allein tragen musste, lösen konnte. Sie saß einfach nur da, wartete vor dieser Tür bis Killian die Tür öffnete um ihr dann zu sagen, das er sie an seiner Seite wollte. Einfach, damit sie zuhören und Trost spenden konnte. Aber was passierte? Lev redet erneut davon, das sie keine Ahnung über die Mafia Branche hätte und Killian würde sie niemals zu sich bitten. Das wäre einfach nur erneut eine schlaflose Nacht, ohne irgendetwas erzielt zu haben. Wenn sie so weiter macht, besteht ihr Hirn nur noch aus Pudding. "Ja, schon klar.", antwortete sie nur genervt und starrte weiter auf den Boden, als hätte dieser irgendwelche Antworten. Seine nächsten Worte brachten sie dann wieder zur Verzweiflung. War Lev denn schon mal verliebt? Wusste er denn, wie weh so etwas tat? Jemandem nah zu sein, den man liebte, aber nicht lieben durfte? Einige lange Sekunden sagte sie nichts, starrte einfach weiterhin auf den Boden, bis sie dann doch den Mund öffnete. "Es tut aber so schrecklich weh.", gab Anisa mit zittriger Stimme zu. "Er hat schon wieder eine Waffe... Das stürzt ihn doch alles noch ins Verderben und ich kann einfach nichts dagegen tun, als zuzusehen. Was soll ich schon anrichten können? Alles was gut für ihn sein könnte, meidet er.".
    • Er sollte sich heraus halten. Warum hielt er nicht einfach die Klappe? Würde Killian mitbekommen, dass Lev so über ihn sprach würde er ihn eigenhändig erschießen. Er wusste doch genauso wenig wie Anisa, auch wenn er in dieser Welt lebte. "Ich rede allwissend daher und weiß selbst gar nichts.", schmunzelte Lev nach ihrer genervten Antwort und blickte sie entschuldigend an. "Es tut mir Leid. Ich glaube ich will genauso verzweifelt irgendetwas tun und mache es nur noch schlimmer." Daraufhin löste er den Arm von ihr und blickte zu der trostlosen weißen Wand vor ihnen. Er war müde. Er hatte nächtelang für Killian bezüglich Isabella recherchiert, all seine Kontakte angehalten um das nötigste herauszufinden und war auch noch hinter Jadens angeblicher Vergangenheit her. Er arbeitete im Moment ebenfalls praktisch rund um die Uhr nur um sich von all dem abzulenken. Herrje, seit wann war er als russisches Mafiamitglied so sensibel geworden? Wenn es um seinen besten Freund ging, war er leider immer so. Vielleicht lag es daran, dass Kill sein erster und einziger Freund ist? Die russische Mafia ist nicht unbedingt so herzlich wie die italienische. Wie sagte Killian immer? ´In dem Land knutschen sich immer alle. Was stimmt nicht mit Italien?´ Die Erinnerung daran lies ihn fast leicht auflachen, was in der Situation im Moment aber mehr als nur unpassend war. Eigentlich wollte Lev gehen, bevor er nur noch mehr Chaos anrichtete. Er sagte Anisa Dinge von deren Wahrheit er doch selbst nichts wusste. Er konnte hier tausende von Analysen aufstellen und doch wusste er über seinen eigenen besten Freund auch nicht mehr als alle anderen. Kills Vergangenheit war kein Geheimnis, genauso wenig wie das was ihm angetan wurde. Wie konnte Lev also glauben er wäre etwas Besonderes? Killian meinte, er sei der einzige Mensch dem er vertraut. Im Moment fühlte er sich eher davon gestoßen ...
      "Weil dein Vater ihm schon wieder den Kopf gewaschen hat.", fluchte Lev bezüglich ihrer Worte. "Und Killchen? Er ist wie ein Kind der alles dafür tut, damit er gebraucht wird. Das dein Alter ihn ausnutzt, weiß er und doch tut er es... moj Bog! ich kapiere es nicht.", sein Blick wanderte zu Anisa. "ich kann dir nicht sagen was richtig und was falsch ist. Verzeih mir Anisa. Ich glaube ich mache es nur schlimmer als das ich dir helfe."


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    • Das war wirklich nicht der richtige Moment, indem Lev versuchen sollte, ihr irgendwie zu helfen, wenn er selbst nicht mehr wusste. Anisa war ihm mehr als nur dankbar, das Lev sein Wissen bereits mit ihr geteilt hatte, das er ihr über Killian das verraten hatte, was er auch selbst wusste. Ob es wirklich sein ganzes Wissen war, wusste die schöne Rothaarige nicht, aber es war so verdammt viel, das es sie tatsächlich überforderte. Aber jetzt brauchte auch sie Zeit um endlich alles verdauen zu können. Sie hatte eine Therapie angefangen von der sie sich erhoffte, sie würde ihr helfen. Aber schon nach der ersten Stunde war sie nicht mehr so Hoffnungsvoll, wie davor. Es machte sie fertig und demnach war auch ihre Belastungsgrenze mehr als nur sensibel. "Dann hör auf mir helfen zu wollen.", antwortete sie forsch. Eigentlich wollte Anisa nicht so zickig sein, sie wollte auch nicht so unausstehlich reagieren, aber ihre Nerven lagen blank. "Entschuldige.", fügte sie nach kurzem Schweigen seufzend hinzu. Lev würde sie verstehen, ganz sicher. In der letzten Woche war es nicht anders gewesen. Sie warne sich näher gekommen und Anisa glaubte, in Lev einen guten Freund gefunden zu haben. Beide ihrer Nerven lagen blank, sie verurteilten sich nicht in dieser Zeit, die für beide schwer war. Es tat weh und das gestand die schöne Rothaarige ihrem Freund. "Das Einzige was an all dem falsch ist, ist mein Vater. Er sieht in Killian doch nur den Mann, der bei einem Finger schnippen alles tut, was er möchte. Ich wusste doch nicht, das ich ihn so falsch eingeschätzt habe. Das mein Vater zu alldem möglich ist. Es war mir klar, das er keine weiße Weste trägt... Aber das ihm Killian so egal ist! Während wir diese Woche durch die Hölle gegangen sind, hat er sich nur zweimal erkundigt, wie es ihm geht. Nur zwei verdammte mal!", für einen Augenblick verfiel sie ins Schweigen, bevor sie mit gesenkter Stimme hinzufügte: "Wir können Killian nicht schützen, er rennt in sein eigenes Verderben.".
    • Glücklicherweise war Lev kein Mensch,denn man schnell verletzen konnte. Weswegen er Anisa nach ihrer forschen Antwort nur milde anlächelte. "Du brauchst dich nicht entschuldigen. Du hast ja Recht.", antwortete er ihr sanft und wuschelte der Rothaarigen liebevoll durch die volle Haarpracht. Lev wusste ja auch nicht was er tun sollte. Er wollte den beiden helfen, war im Grunde aber genauso überfordert wie sie. Es half nicht wenn er Spekulationen für Anisa anstellte, wenn er selbst über Kill praktisch gar nichts wusste. Eigentlich wusste niemand was in diesem Kopf vor sich ging. Die Vergangenheit des Brünetten war eine Sache, seine Gefühle eine ganz andere. Der junge Russe hatte geglaubt, er würde seinen besten Freund am besten kennen. Im Grunde wusste er gar nichts und das war es, was ihn so schrecklich deprimierte. Er hatte sonst keine Freunde, jetzt hatte er Anisa hinzu gewonnen und wahrscheinlich klammerte er sich darum so sehr an die beiden. Sie waren immerhin ebenfalls alles was er hatte. Seine Familie saß in Moskau und er musste hier als Verbindungsmitglied der beiden Mafiaclane leben. Er hatte es immer gehasst. "Du konntest es nicht wissen. Du hast ihn mit den Augen einer Tochter gesehen, daran ist nichts falsch. Im Grunde seit du und Killchen euch da sehr ähnlich. Er sieht John auch anders als er eigentlich ist. Ich verstehe es ja auch nicht.", murmelte er überfordert und blickte zur Tür in welcher sein bester Freund war und sich wieder allein all dem stellte. "Er wird uns nicht um Hilfe bitten, ganz gleich was wir auch tun. Vielleicht sollten wir es für heute gut sein lassen." Daraufhin stand Lev auch und reichte Anisa seine Hand. "Kommst du mit oder soll ich dich später abholen und du bleibst noch ein wenig hier?"


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    • Es war zum verrückt werden. Irgendwo in ihr brodelte die Wut, dann die Traurigkeit und irgendwo die Verzweiflung. Was sollte sie schon tun? Sie konnte doch nichts tun und rein gar nichts ändern. Killian würde weiterhin an ihrem Vater hängen, egal was sie ihm erzählen würde. Am liebsten würde sie fliehen. Irgendwohin, wo sie niemand entdecken könnte und endlich ein normales Leben führen. Das Einzige was sie aufhielt war Killian und nun auch Lev, die sie nicht einfach so zurücklassen konnte. Sie konnte nicht zulassen, das Killian weiterhin in sein verderben rauschte. Und selbst wenn sie es wirklich schaffen sollte, unbemerkt zu verschwinden, dann würden Lev und Killian sie ohnehin schneller wieder ausfindig machen, als sie es erwartet hatte. So sehr sie es auch wollte, Killian würde sie nicht einfach gehen lassen. Nicht wegen seinen Gefühlen, was auch immer er gerade für sie fühlte. Es war sein Job, es lag an dem Auftrag, den er von ihrem Vater erhalten hatte. Seufzend rieb sie sich über das Gesicht und blickte ratlos zu Lev. Er wusste genauso wenig wie sie, was sie tun sollten. Und egal was sie auch anstellten, würde es Killian wirklich zur Vernunft bringen? Auf seine Worte antwortete sie nicht mehr, schüttelte nur leicht ihren Kopf und lehnt sich auf dem harten Stuhl zurück, ehe sich Lev erhob und ihr auch schon seine Hand entgegen streckte. Sie starrte nur müde auf seine Hand und nach wenigen Sekunden zu ihm hinauf. "Ich bleibe hier. Mach dir keine Mühe, du musst mich nicht holen. Wir sehen uns morgen wieder.", sagte Anisa fest entschlossen und würde sich die gesamte Nacht keinen Millimeter bewegen. Sie würde vor dieser Tür sitzen bleiben, bis sie diese verfluchte Therapiestunde wieder antreten müsste. Vielleicht würde sich doch etwas in der Nacht rühren und wenn nicht... Nun, dann war sie wenigstens bereit dazu gewesen, ihr Versprechen einzulösen.
    • Lev hatte Anisa ihren Willen gelassen und war ohne die Rothaarige aufgebrochen. Er glaubte nicht daran, dass ihr hier irgendetwas passieren würde. Das Krankenhaus stand unter dem Schutz der Astolfos, es war also kein Zufall das Killian gerade hier her gebracht worden war. Ob Anisa das überhaupt wusste? Wie auch immer, der junge Russe war müde und wollte eigentlich nur noch ins Bett. Wenn er ganz ehrlich zu sich selbst war, dann war er müde und seine Energie hatte nachgelassen. Er konnte seinen besten Freund nicht zwingen sich helfen zu lassen, wenn er keine Hilfe wollte. Vielleicht sahen auch nur die anderen seine Lage als schlimm an und er empfand dies nicht einmal so? Vielleicht liebte er dieses Leben wirklich ...
      "Wir sehen uns.", verabschiedete er sich von Anisa und verließ Kopfschüttelnd das Krankenhaus.

      Einige Zeit später kamen einige Krankenschwestern an die Tür ihres neuen Lieblingspatientin. Etwas perplex blickten sie zu Anisa, die immer noch vor der Tür lauerte wie ein Wachhund. "Warum gehen sie nicht rein?", erkundigte sich eine freundliche schwarzhaarige Schwester bei der jungen Frau. Sie war ein wenig älter als Anisa, etwas fester an der Figur, dafür aber sehr groß und mit langen Beinen. Ihr schwarzes langes Haar hatte sie zu einem perfekten Dutt gebunden, während sie Anisa freundlich anlächelte. Ihre Kolleginnen wiederum kicherten vergnügt, als sie in das Zimmer von Killian konnten, der auf seinem Bett saß und die Damen perplex ansah. "Sie sollen sich doch nicht aufrichten Mr. Darkbloom.", ermahnte ihn die Blondine von zuvor mit einem spielerischen Unterton. "Wir werden sie jetzt zum Röntgen bringen. Würden sie sich auf den Stuhl setzen?", bat die Schwarzhaarige den jungen Mann und schob ihm einen Rollstuhl entgegen. "Ich hab nichts an den Beinen.", antwortete er knapp und stand vom Bett auf, ehe er an den Krankenschwestern vorbei ging. Wenigstens hatte Lev ihm zwischenzeitlich ein paar Klamotten gebracht und er musste nicht mehr in diesem Kittel herum laufen. In seiner grauen Jogginghose und dem engen Shirt, fühlte er sich eindeutig wohler. Nur was zur Hölle hatte sich der Russe ausgerechnet mit Hasenhausschuhen gedacht? Er würde ihn dafür später noch verfluchen.


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    • Anisa war dankbar, das Lev nicht anfing mit ihr zu diskutieren. Sie hatte nicht die Kraft dazu und eigentlich sollte sie sich ebenfalls hinlegen um zu schlafen. "Danke.", murmelte Anisa nur und blickte dem Schwarzhaarigen nach, als dieser den Gang entlanglief und irgendwann verschwand, als er zum Ausgang abbog. Seufzend lehnte sie sich wieder zurück und starrte hinauf zur Decke. Das würde eine lange Nacht werden. So sehr Anisa sich auch erhoffte, Killian würde ihre Anwesenheit irgendwie bemerken und sie dann zu sich bitten, zweifelte sie daran. Sie hoffte es, das er sich ihr öffnen würde und doch zweifelte sie so stark an ihrer Hoffnung, das sie glaubte, das es ohnehin nicht gestehen würde. So wie sie Killian kennen gelernt hatte, glaubte sie, das er dieses Zimmer die gesamte Nacht nicht mehr verlassen würde, wenn er nicht musste oder er aber komplett aus dem Krankenhaus verschwand. Killian konnte nicht stillsitzen und erst recht hatte er keine Geduld, bis seine Wunde endlich verheilt sein würde. Anisa verbrachte ihre Zeit auch lieber gern außerhalb eines Krankenhauses aber wenn es nun mal nötig war, dann war es das auch. Und außerdem würde sie, was sie inständig hoffte, in einem Krankenhaus als Ärztin arbeiten dürfen.
      Anisa war so in ihren Gedanken vertieft, das sie gar nicht die Krankenschwestern bemerkte, die an ihr vorbei liefen. Erst als sie eine von ihnen ansprach, weshalb sie sich vor der Tür aufhielt, blickte sie perplex zur Schwarzhaarigen. Sofort aber gleitete ihr Blick zur Blondine, der man schon ansehen konnte, wie fröhlich sie war, endlich wieder in dieses Zimmer gehen zu können. Dieses Mädchen sollte arbeiten und nicht schwärmen! Am liebsten würde Anisa sich selbst dafür Ohrfeigen, das sie in so einer Situation sowas wie Eifersucht spürte, aber was sollte sie schon tun? Er hatte ihr Herz gebrochen und jede Annäherung einer anderen Frau, verursachte ein Stich in ihrem Herzen. "Ich...", begann Anisa zögerlich und richtete ihren Blick wieder auf den Boden. "Das hat seine Gründe.", antwortete sie dann nur. Was hätte sie auch sagen sollen? Das sie in Tränen ausbrechen würde, würde sie ihn nun sehen, weil er ihre Liebe nicht erwidern konnte? Gott, reiß dich zusammen, Anisa! "Es ist alles in Ordnung.", fügte sie dann mit einem erzwungenem Lächeln hinzu, ehe sie sah, wie Killian das Zimmer verließ. Sofort war ihr Lächeln erloschen und erspähte die blonde Krankenschwester, die dem Braunhaarigen hinterher dackelte und den Rollstuhl schob. Vermutlich hatte sich Killian hineinsetzen sollen und so wie Anisa ihn kannte, hatte er sich dagegen gesträubt. Und dann fiel ihr Blick auf diese Hausschuhe. Ohne es zu wollen gingen zeigten Mundwinkel nach oben und musterte das ganze Bild. Killian in diesen Hausschuhen? Ein verdammt gutes Bild! Sie beobachtete ihn nur, starrte auf diese Hausschuhe und ignorierte die Blondine, die ihn mit glänzenden Augen bestaunte, als ihren Job zu erledigen. Anisa hielt ihren Mund und hoffte, das die Frauen ihn zum Röntgenraum brachten, so wie sie es gehört hatte und verlor kein Wort. Die Distanz wahren...
    • Die Schwarzhaarige lächelte milde und wollte gerade etwas zu Anisa sagen, da war die Tür schon aufgeflogen und Killian aus dem Raum spaziert. Seiner Meinung nach brauchte er keinen Rollstuhl, wenn seine Beine noch wunderbar funktionierten. Natürlich war er etwas wacklig, aber er würde den Teufel tun und sich diese Schwäche eingestehen. Allerdings wirkte er in diesen Hasenhausschuhen alles andere als seriös. Gott, er würde Lev dafür töten. Das war garantiert seine Rache für das ganze Drama. Er kannte den Russen und das passte einfach so perfekt zu ihm, dass er sich fragte warum er nicht damit gerechnet hatte. Er ignorierte die Blondine die ihm nach lief gekonnt, während er an Anisa vorbei lief. Er hatte sie gesehen, aber was sollte er sagen? Ganz gleich ob er sie bitten würde nach Hause zu gehen, sie würde es nicht tun. Ihr Dickschädel war so groß wie ganz Italien und dafür hatte er einfach heute nicht mehr die Kraft. Die schwarzhaarige Krankenschwester wandte sich entschuldigend von Anisa ab und rannte den beiden hinterher. "Sie können doch nicht einfach .... bitte setzen sie sich...", versuchte sie ihn verzweifelt dazu zu bewegen, ihr zuzuhören. "Du siehst doch das ich das kann." Natürlich musste genau in diesem Augenblick seine Lieblingskrankenschwester auftauchen. Die ältere schwarzhaarige Schwester mit dem strengen Gesicht, die direkt ihre Arme verschränkte. "Die Hexe hat mir gerade noch gefehlt.", brummte Kill leise und flüchtete sich schnell in den Fahrstuhl, woraufhin die Blondine nur perplex zu ihren beiden Kolleginnen blickte. "Der Junge macht mich wahnsinnig.", seufzte die Ältere und rieb sich die Schläfen. "Aber ist er ist wirklich süß.", kicherte die Blondine und brachte dann den Stuhl zurück, während Killian die Röntgenstation auch selbst fand. Immerhin war in dem Krankenhaus alles ausgeschrieben.


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    • Dieses kurze 'Wiedersehen' war für Anisa schrecklich unangenehm. Am liebsten hätte sie irgendetwas zu Killian gesagt. Sich für irgendetwas entschuldigt oder sich nach ihm erkundigt, aber wenn er nun auch damit anfing, sie anzuschweigen, dann würde sie tatsächlich noch verrückt werden, wenn sie es nicht ohnehin schon war. Lev hatte ihr gesagt, sie solle ihn nicht ignorieren, auch wenn es schwer für sie war. Seit dem gestrigen Tag zeigte sie ihm die kalte Schulter, versuchte ihre Besorgnis zu unterdrücken, auch wenn sie nun schon wieder vor diesem Zimmer saß und auf etwas hoffte, das nicht passieren würde. Aber was sollte sie schon tun? Was hätte sie sagen sollen? Ihr fielen keine passenden Worte ein und soweit sie es richtig verstanden hatte, sollte Killian ohnehin zum Röntgen. Wenn ihr also etwas eingefallen wäre, hätten sie ohnehin keine Zeit gehabt, ein Gespräch zu führen. Aber diese blonde Frau... Am liebsten hätte sie ihr den Mund gestopft und sie verflucht, das sie zu inkompetent war, um ihre verdammte Arbeit zu erledigen. Killian lief allein, während sie den Rollstuhl schob und damit beschäftigt war ihn anzuhimmeln. Mit dieser Frau dürfte sie sich also auch noch herumschlagen, wenn sie ihre Arbeit vernachlässigte, nur weil sie dem Mann hinterher sabberte, in den Anisa verliebt war. So gut es konnte ignorierte Anisa allerdings die Situation, blieb auf dem harten Stuhl sitzen und würde geduldig warten, bis Killian wieder zurück sein würde, während ein Arzt bereits auf Killian wartete. Perplex stellte der ältere Mann fest, das sein nächster Patient ohne ärztlicher Begleitung das Zimmer betrat. "Junger Mann, sollten Sie nicht begleitet werden?", fragte er und deutete Killian auf der Untersuchungsliege platz zunehmen, wo er mit den Röntgenaufnahmen beginnen könnte.
    • Er hatte gewusst das Anisa vor seinem Raum saß, inzwischen kannte er sie gut genug um zu wissen das ignorieren der schönen Frau nicht lag. Zumal man es ihr ansah, wie schlecht es ihr ging. Killian hatte die Hoffnung, dass dies nur eine Phase war wie bei den Meisten oder das sie beginnen könnte ihn zu hassen. Würde Anisa ihn hassen, wäre sie deutlich sicherer. Das Wiedersehen war auch für den jungen Auftragskiller alles andere als angenehm gewesen, aber er behielt seine Reaktion für sich. Selbst wenn er etwas sagen hätte wollen, er wusste nicht was. Jedes weitere Wort würde es schlimmer machen und eigentlich war bereits alles gesagt, was gesagt werden musste. Killian war nicht dazu gemacht aufrichtig geliebt zu werden. Lieber konzentrierte er sich auf die peinlichen Schuhe, das war eine eindeutig ziemlich gute Ablenkung. Verdammter Lev! Killian hatte sich allein auf den Weg zum Röntgen begeben, zwar war er im Moment nicht so elegant und leichtfüßig unterwegs wie sonst, aber er konnte immerhin ohne Hilfe laufen. In diesem Punkt war er genauso stur wie Anisa es war. Die Schmerzen versuchte er dabei zu unterdrücken. Als er den Raum betrat, entdeckte er einen Mann mittleren Alters offenbar sein Arzt. Ob er auch sein Lebensretter gewesen war, wusste Killian nicht. Er schien mehr als nur erstaunt darüber, dass der Dunkelhaarige sich alleine zu ihm begeben hatte. "Nun ... Wunder dieser Welt nicht wahr?", antwortete Killian amüsiert mit einem Grinsen, folgte aber der Anweisung des Arztes und legte sich so auf die Untersuchungsliege wie es der Mann von ihm verlangte. "Hey Doc, waren sie eigentlich derjenige der mich wieder zusammen gebastelt hat?"


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    • Warum hatte sie sich auch dazu hinreißen lassen und ihm ihre Gefühle gestanden? Dieses verdammte ignorieren und diese nervige kalte Art, die sie auflegen musste, wäre nicht geschehen, hätte sie einfach ihren Mund gehalten. Sie sollte lernen, einfach mal den Mund zu halten, auch wenn es schwer sein würde. Vielleicht würde sie sich damit selbst auch nicht mehr so schaden, wenn sie nicht so viel redete, sich Sorgen machte und sich einfach um sich selbst kümmerte. Aber das war schwerer als getan. Zumindest hatte sie lange genug Zeit um die Nacht darüber zu grübeln, es würde nämlich eine viel zu lange Nacht werden.
      In der Zwischenzeit hatte Killian bereits den Röntgenraum gefunden, indem bereits ein Arzt wartete. Seine kurz geschnittenen, braunen Haare, durchzogen bereits weiße und graue Strähnen. Er hatte auf Killian gewartet und war sichtlich perplex, ihn ohne Krankenschwestern zu sehen. Und sonderlich begeistert war er auch nicht. Er hatte ihn sofort dazu angewiesen, sich zur Untersuchungsliege zu begeben, damit er mit den Röntgenaufnahmen beginnen könnte. "Bitte, entkleiden Sie ihren Oberkörper.", forderte der Arzt Killian auf und ignorierte somit erstmals seine Frage. Er wies ihn noch daraufhin eine möglichst gerade Körperhaltung einzuhalten und sobald er ihm es sagte, solle er langsam ein- und wieder ausatmen. "Gut.", sagte der Arzt dann, auf dessen Namensschild 'Dr. White' gedruckt stand. "Bitte nicht bewegen, ich gehe nun in das Nebenzimmer und beginne mit den Röntgenaufnahmen.", sagte Dr. White höflich und begab sich in das besagte Nebenzimmer. "Nun atmen Sie langsam ein- und wieder aus.", hörte man seine raue Stimme sagen und als Killian seiner Anweisung folgte, setzte er seine Arbeit fort. Es dauerte nur wenige Minuten, bis Dr. White die Röntgenaufnahmen hatte, die er brauchte und kam wieder aus dem Nebenzimmer. "Sehr gut, Herr Darkbloom. Wir sind hiermit fertig mit den Aufnahmen, Sie können wieder gehen.", sagte er mit einem schwachen Lächeln auf den Lippen.
      "Und, Herr Darkbloom...", sagte der Arzt plötzlich, bevor Killian den Raum verlassen konnte. Das Lächeln des höflichen Arztes war verschwunden. "Befolgen Sie den Anweisungen unserer Schwestern. Ihre Freunde waren aufgelöst und beunruhigt, nachdem Sie hier eingetroffen sind. Der junge Mann und Ihre Freundin hatten sich keinen Millimeter von Ihrer Tür bewegt, bis Sie aufgewacht sind. Tun Sie Ihrer Familie einen Gefallen und schonen Sie sich.", mit diesen Worten schickte Dr. White Killian wieder fort und beantwortete somit im heimlichen seine Frage, die Killian ihm gestellt hatte. Dr. White war es, der Killian gerettet hatte und er war es, der Lev und Anisa die Nachricht überbracht hatte, als er den OP-Saal verlassen hatte.
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