[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

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    • Killians Gemütszustand fuhr gerade Achterbahn. Alles um ihn herum drehte sich und ihm war kotzübel. Ja, John Astolfo hatte ihm verziehen aber zu welchem Preis? Er hatte das Gefühl das er sprichwörtlich wieder ganz am Anfang war. Er hatte so viele Jahre so vieles getan, fragte sich manchmal wie er überhaupt noch so überheblich morgens in den Spiegel sehen und konnte und nun kostete ihn ein einziger Fehltritt alles? Ja, dank seiner Erfolge und seines Talents war er mal eben keinen Kopf kürzer gemacht worden. Natürlich wusste er das sein Verhalten unverzeihlich war und das er Anisa wirklich in Gefahr gebracht hatte, aber dieses Gefühl in ihm machte ihn verrückt. Plötzlich erschien es ihm so, als würde sein ganzes Leben und all seine Taten vor seinem inneren Augen vorbei ziehen. Bereute er es gerade wirklich, dass er seinen ´Monster´Titel nicht behalten hatte, weil er versagt hatte? Was für ein Abschaum war er eigentlich geworden? Da er keine Schwäche vor anderen Leuten zu lassen wollte, nickte er Anisa auf ihre Frage hin zu und lief schweigend mit ihr durch den großen Hausgang. Er hatte sie zwar zärtlich am Handgelenk geschnappt um sie von dort weg zu holen, aber er zog sie hinter sich her, weil er schnell hier weg musste. Das ihm ausgerechnet jetzt Isabella über den Weg laufen musste, sorgte nicht gerade zu Besserung bei. "Hey Babe. Lass dich ansehen ...", die brünette Schönheit bekam allerdings nicht die Gelegenheit dazu, denn selbst wenn er es nicht gewollt hätte, war er direkt an ihr vorbei gelaufen und hatte ein "Jetzt nicht.", geknurrt. Perplex starrte Isabella den beiden hinterher, ehe sich das sonst so freundliche Gesicht der attraktiven Frau verfinsterte. So sie durfte ihm also keine Gesellschaft leisten, aber dieses rothaarige Flittchen? Das würde sie bereuen, ihn ihr weggenommen zu haben. Das Spiel hatte gerade erst begonnen und verlieren tat sie nie. Daraufhin machte sie auf Absatz kehrt und lediglich die hohen Schuhe hörte man den Marmorboden entlang klappern. Killian hatte nicht die Nerven für irgendjemanden aus diesem Haus, er wollte nach Hause. Kaum hatten sie die Villa verlassen, lies er Anisa mit einem "Entschuldige, dass ich dich so heraus gezerrt habe." los und zündete sich direkt eine Zigarette an.


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    • Anisa wurde regelrecht von Killian gezerrt, dieses prunkvolle Gebäude zu verlassen. Das Gespräch mit ihrem Vater schien wohl nicht ganz so erfreulich geendet zu haben, wie es sich der Dunkelhaarige wohl gewünscht hatte. Jedenfalls folgte die Rothaarige Killian stumm, während sie mit Schmerz verzerrten Gesicht auf seine Hand starrte, die ihre Wunde umfasste. Es tat bei weitem nicht so weh, wie am gestrigen Abend, allerdings war ein angenehmes Gefühl etwas ganz anderes. Beschweren tat Anisa sich jedoch nicht, starrte weiterhin auf seine Hand und zum Boden, damit man ihr Gesicht nicht sofort erkennen konnte. Sogar Isabella hatte Killian ignoriert, war an ihr vorbeigerauscht und ließ sie auf der Stelle, an der sie zum Stehen kam, zurück. Anisa beachtete die Brünette nicht, folgte weiterhin Killian, der sie erst dann los ließ, als sie aus den großen Türen der Villa traten. "Schon in Ordnung.", antwortete Anisa untypisch kleinlich und umfasste ihr Handgelenk, an dem Killian sie hinaus geführt hatte. "Ist alles in Ordnung? Ich habe versucht ihm zu erklären, das es meine Schuld war. Aber du kennst meinen Vater, über dieses Thema lässt er nicht mit sich reden.", sagte Anisa dann und blickte sich nach dem Auto um, mit dem sie auch hier her gefahren waren. Wenn sie diese Wunde unter ihren zarten Fingern spürte, konnte sie sich noch ganz genau an die Schmerzen erinnern, die ihr zugefügt wurden. Man hatte ihr nicht nur ins Gesicht geschlagen und Anisa hätte schwören können, ihre Nase wäre gebrochen, zu ihrem Glück war es aber nicht so. Die schöne Rothaarige hatte man ordentlich zugerichtet.
    • Es wirkte sicherlich schrecklich und kalt, aber in diesem Augenblick war es Killian egal ob er Anisa damit nun weh getan hatte oder nicht. Er musste aus diesem Haus, bevor er sich auf dem überteuerten Marmorboden übergab. Killian hatte auch nur wenig Lust, wenn man ihm dabei zusah. Zwar war der Dunkelhaarige bereits an einem Punkt angekommen, in welchem ihm nichts mehr peinlich war und demütigen konnte man ihn auch schon lange nicht mehr, aber Schwäche zeigen war eine Sache mit der er sich nicht arrangieren konnte und wollte. Es schockierte ihn, wie sehr ihn dieses Versagen und die Reaktion von John Astolfo aus der Bahn warf. Er klammerte sich an eine so grausame und menschenwidrige Arbeit, als wäre es sein einziger Lebensinhalt. Nun vielleicht war es das auch? Killian hatte etwas gefunden, in dem er gut war und zu dem er sich zugehörig fühlte. Er hatte keine Lust weiter als Hure zu enden und an seiner eigenen Schwäche zu Grunde zu gehen. Darum war er doch so stark geworden, darum war er doch durch die Hölle gegangen. Er klammerte sich an dieses Dasein als Monster, dass ihm vor sich selbst schlecht wurde. Sein Magen drehte sich in alle Himmelsrichtungen und er blickte auf seine Hände vor sich. Überall klebte gedanklich Blut an ihnen, über all an ihm und es störte ihn nicht. Es störte ihn nicht ...
      Schnell zog er erneut an seiner Zigarette, atmete tief ein und aus und hätte sich fast an dem Qualm verschluckt. Sein Blick wanderte zu Anisa die mit ihm sprach, während die Hälfte irgendwie an ihm vorbei zog. "Es geht mir gut.", war die einzige Antwort welche Killian von sich gab, während er den Wagen ansteuerte mit welchem sie herkommen waren. Gerade als er mit der Hand den Türgriff hob und bemerkte wie plötzlich alles vor seinem Inneren Auge wackelte und dunkel wurde, war ihm jemand auf den Rücken gesprungen. Da es sich dabei um ein vertrautes Gesicht handelte, wohl auch das einzige Gesicht dem er vertraute, hatte sein Körper wohl entschieden auf Stand by Modus zu schalten und brach zusammen.
      Glücklicherweise hatte der junge Mann, welcher Killian angesprungen hatte, den dunkelhaarigen aufgefangen und seufzte schwer. "Killchen, ehrlich schon wieder?" Obwohl Lev sehr zierlich und klein war, konnte er problemlos Killian auf die Arme nehmen. "Wie eine Prinzessin.", kicherte der Schwarzhaarige amüsiert und parkte Kill auf den Rücksitz, ehe er sich zu Anisa wandte. "Lassen wir ihn schlafen kleine Lady. Ich bringe euch beide zu ihm, steig ein.", entgegnete der junge Russe mit einem Akzent welchen er nach all den Jahren in Italien immer noch nicht los geworden war und stieg in den schwarzen Wagen auf die Fahrerseite. Killian hatte er zuvor die Wagenschlüssel gekonnt aus der Hosentasche gezogen und startete den Wagen.


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    • Es ging alles so schnell, das Anisa gar nicht erklären konnte, was gerade geschehen war. Killian hatte ihr so kalt und so desinteressiert geantwortet, das sie sich davon schon erschreckte. Man war es von Killian gewohnt, das man nur solch antworten erhielt, kalt, desinteressiert oder auch respektlos. Aber hatte er jemals so mit Anisa geredet? Eigentlich handelte es sich bei der Rothaarigen um eine starke, selbstbewusste Frau, allerdings war sie es seit dieser Entführung nicht mehr. Gebrochen, zerbrechlich und in Angst lebend, das gehörte nun zu Anisa und deshalb konnte sie sich auch nicht damit zurechtfinden, wie Killian sie im Moment behandelte. Er zerrte sie an ihrem verletzten Handgelenk hinaus und antwortete ihr nur kalt und desinteressiert. Das Kilian unerwartet vor ihren Augen zusammenbrach, war zu viel. Sie wollte nach ihm schreien, die dritte Person allerdings, die sie auch am vorherigen Abend gesehen hatte, hinderte sie mit seiner Anwesenheit daran. Ungläubig betrachtete sie den Dunkelhaarigen, wie er zusammenbrach und reglos in den Armen von diesem jungen Mann lag, der ihn sofort auf den Rücksitz setzte. Nur ungläubig beobachtete sie Killian, der wohl sein Bewusstsein verloren haben musste und wandte erst ihre Aufmerksamkeit ab, als Lev die Hintertür zuschlug. "Ja.", murmelte sie nur überfordert und stieg auf der anderen Seite ein, neben Killian auf dem Rücksitz. Anisa wollte ohnehin kein großes Gespräch beginnen, viel mehr interessierte sie sich für den Dunkelhaarigen, den sie noch nie in so einem Zustand erblickt hatte. Nachdem sie ihren Gurt geschlossen hatte, schloss sie auch vorsichtig den von Killian, damit er nicht im Auto herumgeschleudert werden konnte, falls ihnen etwas zustoßen würde, worauf Anisa nicht hoffte. Scheinbar war es auch für Killian zu viel geworden, vielleicht konnte auch er dem ganzen Druck nicht standhalten?
      Jedenfalls sprach Anisa während der gesamten Fahrt nur wenig, bis gar kein Wort und fand sich bald auch schon in der Wohnung des Dunkelhaarigen wieder.
    • Alles um ihn herum war dunkel, eine finstere Leere. Das Schwarz schien die Umgebung zu verschlucken und doch hörte man die Finsternis kein Geräusch von sich geben. Er war barfuß und unter ihm befanden sich runde Steinplatten, welche jeweils einen Meter voneinander entfernt waren auf einer Wasseroberfläche. Das Wasser war so dunkel, dass man nichts erkennen konnte. Warum träumte er so etwas und warum war er in seinem Traum plötzlich wieder ein Kind, welches von einer Steinplatte zur anderen sprang? Er hörte ein leises weibliches Lachen und folgte der Stimme in die weitere Dunkelheit.

      "Er ist ganz schön zerbrechlich unser Killchen. Wie eine Topfpflanze.", murmelte Lev, während er geschmeidig durch die Straßen fuhr und sich offenbar seine eigenen Verkehrsregeln zurecht machte, wie es ihm gerade passte. Natürlich hupten die anderen Autos um ihn herum wie verrückt, aber solange der junge Russe an sein Ziel kam interessierte es ihn nicht wirklich. Er wollte sich ohnehin auf den Weg zu Killian machen, auf die Art ging es auch. Im Rückspiegel betrachtete er die Rothaarige, welche so geschunden aussah wie Lev sie noch nie gesehen hatte. Nun die Wattekugel von Daddy war wohl dahin, bitter das die Kleine diese Erfahrung ausgerechnet so erleben musste. Der Schwarzhaarige hätte er ihr ein deutlich anderes Schicksal gewünscht, weit weg von all dem hier. Lev hielt sich aus der Angelegenheit der Mafia, soweit es Killian nicht betraf komplett heraus. Er kümmerte sich lediglich um die Technik und war ansonsten ein Informant für den brünetten Auftragskiller. Dieser Job war schon schwer und gefährlich genug, da wollte er sich nicht auch noch mit John Astolfo herum ärgern müssen. Da er aber so talentiert war, verzichtete man eben ungern auf den Mann aus Moskau und schleppte ihn doch immer wieder in die Prachtvilla, die er ohnehin nur dann besuchte wenn Killian auch anwesend war. Da man das wusste, teilte man ihm demnach auch die Termine so mit. Früher war der Amerikaner deutlich häufiger in der Villa was Lev ziemlich genervt hatte, da er deswegen ebenfalls öfter antanzen musste. Nun die Zeiten änderten sich offenbar. Lev parkte den Wagen in der Tiefgarage des Hauses von Killian, lief gemütlich zur Beifahrertür um Anisa die Tür zu öffnen, ehe er sich erneut Kill schnappte und auf die Arme hob. Man sah ihm deutlich an, dass er das nicht das erste Mal tat und den Weg mit verbundenen Augen beherrschte. Er lief zielsicher zur Wohnung von Killian, gab den Code ein, lies Anisa zur Tür hereinkommen, verschloss diese wieder und legte den jungen Auftragskiller auf das Sofa. "Tee?", hakte Lev nach und machte sich auf den Weg in die Küche von Killian. Er hatte keine Antwort von Anisa abgewartet, sondern setzte eine volle Kanne Schwarztee für sie beide auf, während er sich mit dem Tee zum ziehen wieder in das angrenzende Wohnzimmer begab und sich setzte.
      "Das ist nicht das erste Mal, dass das passiert. Killchen hat eine unglaublich schlechte Ernährung, arbeitet zu viel und wird sich irgendwann mit den Dingern hier zu Grunde richten.", dabei hob er eine von Killian Zigarettenpackungen in der Hand und zerdrückte diese.


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    • Während der Autofahrt sprach Anisa kein Wort, blickte nur aus dem getönten Fenster und warf hin und wieder ein kontrollierenden Blick zu Killian, dessen Kopf zur Seite lag. Nur wenn Killian seine Augen geschlossen hatte und kein Ton von sich gab, wirkte er so friedlich, als könne er niemandem etwas zu leide tun. Nur leider, entsprach das nicht der Wahrheit, Killian tötete ohne mit der Wimper zu zucken, er war zu einem Killer erzogen. Es war etwas beunruhigend, das Lev dieses Auto fuhr und sich nicht unbedingt an die Verkehrsregeln hielt, um genau zu sein, rein gar nicht. Der junge Mann fuhr, als würden ihm diese Straßen gehören, was allerdings beeindruckend war, dass er keine Unfälle verursachte. Anisa war ein großer Fan der Schnelligkeit und liebte schnelle Autos und fuhr dementsprechend auch auf den Straßen, jedoch nicht ganz so verantwortungslos wie Lev. Es dauerte also nicht lang, bis sie sich in der Tiefgarage des Wohngebäudes wiederfanden und Anisa die Tür geöffnet wurde. Zögernd stieg sie aus dem Auto, als sie sah, wie Lev ohne große Mühen Killian auf seine Arme hob und sie ihm dann folgte, um in seine Wohnung zu gelangen. Wie sie es schon so oft von Killian gesehen hatte, gab auch der Schwarzhaarige den Code ein, damit sich die Wohnungstür öffnete. Schnell war die Tür auch schon hinter der Rothaarigen geschlossen und der neue Code eingegeben, ehe Lev den Dunkelhaarigen auf das Sofa legte. Aus Gewohnheit zog Anisa ihre Schuhe aus und ließ sie im Eingang stehen und konnte Lev gar nicht schnell genug antworten, als sie ihn bereits hörte, wie er das Wasser aufkochen ließ. Demnach sparte sie sich ihre Worte und setzte sich neben Killian auf die Kante und strich sanft mit ihrem Handrücken, die wilden Haarsträhnen die sich aus seiner Friseur gelöst hatten, aus seiner Stirn. Erst als die dunkle Stimme, mit dem russischen Akzent, erneut ertönte, wandte sie sich an Lev, der aus der Küche kam. Ein betrübtes Lächeln zierte ihre Lippen als sie sah, was Lev da hochhebte und folglich zerdrückte. Sie hatte Killian schon einige Male darauf hingewiesen, das Rauchen ungesund sei. Die ungesunde Ernährung hatte Killian selbst erwähnt und seine pausenlose Arbeit, war ihr bereits aufgefallen. "Das hab ich ihm auch schon gesagt.", flüsterte sie und sah wieder in Killians schönes Gesicht. Auch wenn sie mit sich selbst einiges zu kämpfen hatte, nach diesen Vorfällen, machte sie sich Sorgen um ihren Bodyguard. In so einem Zustand hatte sie den Dunkelhaarigen noch nie gesehen. "Er braucht eine Pause. Von allem.", begann sie dann, "Aber so wie ich meinen Vater kenne, wird er diese nicht bekommen. Und so wie ich Killian einschätze, wird er diese Pause auch gar nicht wollen, auch wenn er sie benötigte. Erst recht nicht nachdem er sich diese Vorwürfe macht.".

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    • Lev war ein eigensinniger und merkwürdiger Charakter. Er machte sich meistens seine eigenen Regeln, lebte sein Leben wie es ihm gefiel und schob Sorgen und Probleme meistens von sich. Den einzigen Menschen, den er allerdings nicht ganz von sich schieben konnte war Killian. Er hatte an dem jungen Mann einen Narren gefressen, im Gegensatz zu den meisten anderen aber nicht im sexuellen Sinne! Die beiden hatten sich als Kinder angefreundet und da Kill einen ebenso fragwürdigen Charakter hatte wie er, hatte Lev ihn als interessant einkategorisiert und war ihm nicht mehr von der Seite gewichen. Was in dem Kopf des jungen Russen genau vor sich ging, verstand keiner so richtig und weil er ein wenig anders war wie die meisten, mied man ihn, falls man nicht gerade sein Genie benötigte. Aber eigentlich war der finster aussehende Schwarzhaarige ein ganz netter Kerl, zumindest zu den Personen bei denen er es sein wollte. Leute aus dem Untergrund waren wohl meistens ein wenig merkwürdig und Lev war da nun mal keine Ausnahme. Da sich der Mann aus Moskau in den vier Wänden seines Freundes ebenfalls heimisch fühlte, wusste er auch wo sich alles befand, fragte nicht ob er sich bedienen durfte, sondern tat es einfach. Etwas das Killian bereits gewohnt war und für Lev meistens Tee im Haus hatte. Lev hatte demnach auch direkt welchen aufgesetzt, sparte sich die Frage an Anisa und setzte sich ihr gegenüber. Obwohl er und Anisa praktisch gleich alt waren, wirkte er deutlich jünger, was vielleicht auch an seiner mangelnden Körpergröße lag. Noch ein Grund weshalb er Killian mochte war, dass er die anderen verprügelt oder bedroht hatte, wenn sie Lev deshalb aufgezogen hatten. Schmunzelnd blickte der Russe zu seinem Freund und beobachtete Anisa wie sie ihm liebevoll durch das Haar strich. Eine Geste welche der viel zu junge Auftragsmörder nicht kannte. Lev seufzte leicht und setzte sich der Rothaarigen gegenüber. Er mochte Anisa, auch wenn man ihm solche Dinge meistens nicht wirklich ansah, da er sich außer zu Killian zu jedem gleich verhielt. Lev konnte die Prinzessin der Astolfos aber sogar ziemlich gut leiden! Vielleicht hätte er ihr das einmal sagen sollen? Nun auch egal.
      Als er mit Anisa sprach und sie ihm antwortete, rührte Lev in seinem Tee und schob ihr ihre Tasse entgegen. "Unserem Schönling hier muss man so etwas schon einprügeln, anders versteht es der hübsche Kopf nicht. Allerdings glaube ich, dass er uns dann als Geist heimsucht und das wäre weniger schön.", murmelte Lev und reichte Anisa etwas Zucker. "Zucker?" Sein Blick wanderte wieder zu Killian. "Wusstest du das er jeden Tag so aussah wie du jetzt? Er hat sich meistens vor dir versteckt, weil der Boss also dein Vater nicht wollte das du ihn so siehst. Ich glaube ich habe Killian in unserer ganzen Kindheit nie ohne blaue Flecke gesehen.", murmelte der Russe und lehnte sich auf dem Sofa zurück. "Unglaublich wenn man ihn so sieht, inzwischen kommt er aus seinen Aufträgen meistens ohne einen Kratzer zurück. Könnte daran liegen, dass er gelernt hat sein Aussehen einzusetzen. Er ist wunderschön und tödlich, vielleicht zieht das die Leute so in den Bann, wer weiß." Lev nippte an seinem Tee, während er weiterhin Anisa beobachtete. Ein leichtes Lächeln zierte seine Lippen. "Du magst ihn auch nicht wahr? Es ist schön, dass er mal von jemanden gemocht wird der ihm nicht schadet."


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    • Wie genau Anisa damit umgehen sollte, das nun Lev mit ihr sprach, wusste sie noch nicht wirklich. Viel hatten sie nicht miteinander zutun, abgesehen in den jüngeren Zeiten, als Anisa immer wieder versucht hatte, mit Killian in Kontakt zu treten. Und als Killian sich immer mehr zurück zog und Anisa ihn immer seltener zu Gesicht bekam, sah sie auch Lev immer seltener. Und umso älter Anisa wurde, umso mehr hatte sie versucht, seltener diese Villa zu betreten. Wenn sie wusste, das Killian von einer Mission zurück gekehrt war, hatte sie versucht sich nach ihm zu erkundigen. In diesen Fällen oder auch wenn John nach seiner Tochter rufen ließ, betrat sie die Villa. Umso älter sie wurde, umso seltener wurden ihre Besuche. Vorsichtig fuhr Anisa mit ihrem Handrücken sanft über seine Stirn, um die wilden Strähnen aus seinem Gesicht zu streichen, dann glitt sie zu seiner Wange, bis Lev ihre Aufmerksamkeit mit seinen Worten erlangte. "Irgendwann können wir ihn sicher davon überzeugen.", antwortete Anisa mit einem trüben Lächeln, als sie den erschöpften Dunkelhaarigen betrachtete und wandte sich wieder zu Lev, der ihr die Tasse mit der dampfenden Tee hinüber schob. "Ja, danke.", murmelte sie nickend und warf die den Würfelzucker in ihren heißen Tee, den Lev ihr reichte. Das der Schwarzhaarige aber so redselig wurde, hatte sie nicht erwartet, jedoch hörte sie ihm aufmerksam zu und musste gestehen, das sie ihm innerlich dankte, für die Informationen, die sie von Killian zu hören bekam. Schon damals hatte sie eine Menge von Killian wissen wollen und das hatte sich bis heute nicht geändert. "Als Kind habe ich ihn nur ein einziges Mal verletzt gesehen. Ich habe meinen Vater gefragt, weshalb er so zugerichtet war. Vermutlich war es ab diesem Zeitpunkt, das Killian sich mir nicht mehr zeigen durfte, wenn er verletzt war.", antwortete Anisa etwas überrascht, als sie ihren Blick wieder zu Killian schweifen ließ, dessen Kopf neben ihr, auf einem Kissen lag. "Ich habe schon immer gesagt, das er dieses Leben nicht verdient hat. Er kettet sich zu sehr an die Worte meines Vaters. Während er versucht all das Lob und die Aufmerksamkeit zu bekommen, die er sich damals von seinem eigenen Vater gewünscht hatte, zu erlangen, vergisst er ganz auf sich selbst zu hören. Oder auf die Menschen, die ihn nicht vergessen haben.", sagte sie, während sie das schöne Gesicht betrachtete. Als Lev aber plötzlich Worte aussprach, die Anisa nicht erwartet hatte, schnellten ihre Augen zu ihm. "Aber er sieht es nicht.", flüsterte sie kaum hörbar und blickte zu ihrer Tasse hinunter, die sie noch nicht angerührt hatte. Seufzend hob sie ihren Blick und griff nach der Tasse, "Vermutlich sieht er mich nur noch als die verwöhnte Tochter seines Bosses. Alles andere verdrängt er doch nur noch. Selbst seine eigenen Bedürfnisse und Gefühle, lässt er nicht heraus. Er braucht dringend eine Pause von all dem, sie ihn dir nur an...".
    • Wenn man Lev so beobachtete und ihm zuhörte, könnte man daraus schließen das er eigentlich ein sehr gesprächiger und kontaktfreudiger Mensch war. Dem war überhaupt nicht so. Eigentlich sprach der Schwarzhaarige kaum, außer er sprach mit Killian. Anisa hatte er allerdings ins Herz geschlossen, allein schon deshalb weil er genau in ihren Augen sehen konnte, welche Absichten sie hegte. Ihre Augen waren klar und ehrlich. Eine Eigenschaft welche Lev so sehr an der Menschheit vermisste. Aus seiner Sicht war die Rothaarige immer noch das kleine niedliche Mädchen von damals, welche mit ihren Zöpfen durch die Villa rannte. Lev hatte ihr sehr oft die saftigsten und schönsten Äpfel aus dem Garten der Villa geklaut und mitgebracht. Sicherlich erinnerte sich Anisa daran nicht mehr, aber der junge Mann war jemand der so gut wie nichts vergaß. Er hatte ein fotografisches Gedächtnis, prägte sich Dinge in Sekunden ein und erinnerte sich auch Jahre später noch daran, vorausgesetzt es war ihm von Interesse. Aufmerksam beobachtete er die einzige Tochter der Astolfolinie, wie sie zärtlich Killian durch das Haar strich. Lev blickte von seiner weißen Teetasse mit dem goldenen Rand auf, beobachtete jede Bewegung von ihr und betrachtete das schlafende Gesicht seines Freundes, während sich die beiden unterhielten. "Das war der Zeitpunkt.", nickte Lev auf die Aussage von Anisa hin. "Er hatte Killian verboten, dass du ihn siehst wenn er so aussah und ich durfte darüber kein Wort verlieren.", erklärte der Schwarzhaarige und lehnte sich an die weiche Sofalehne. Im Hintergrund vernahm man die leise Atmung von Killian, wie dieser weiterhin schlafend neben Anisa lag und offenbar auch nicht vor hatte so schnell wieder aufzuwachen. Der Schlaf würde ihm jedenfalls gut tun, weshalb Lev ihn auch nicht wecken würde. Lev seufzte leise und stellte die Tasse auf seinen Schoß ab, während er mit seinen langen und dünnen Fingern den Henkel der Tasse hob. "Der Vater von Killchen war ein Bastard, der meines Erachtens nach den Tod verdient hat. Er hat ihn jeden Tag geschlagen, zum klauen auf die Straße geschickt oder ihn angeschrien und beleidigt. Seine Mutter war nicht besser, sie hat ihn nicht einmal umarmt oder für ihn gekocht. Ein jämmerlicher Anblick diese Familie, auch wenn sie zugegeben alle verdammt hübsch waren. Ihr Charakter war es nicht. Nun abgesehen von seiner Schwester natürlich.", murmelte Lev nachdenklich. "Erinnerst du dich an Carlos? Diesen Spanier welcher der Leibwächter deines Vaters war? Man hat dir nie erzählt warum er eigentlich verschwunden ist. Killchen war ungefähr 10, als er von ihm missbraucht wurde. Dein Vater hat Carlos daraufhin umbringen lassen. Das war das erste Mal das sich jemand dafür eingesetzt hat wie es Killchen geht. Das ein Verbrechen bestraft wurde. Ihm hat das sehr viel bedeutet. Er hat von dem Boss viel Lob bekommen, wurde geliebt, bekam Zärtlichkeiten geschenkt und das war etwas das er nicht kannte. Fremdland, so zusagen. Ich kann unserem Schönling nicht verdenken, dass er sich so sehr an deinen Vater klammert,obwohl ihn seine Arbeit oft genug in solche Situationen wie mit Carlos gebracht hat. Das sind allerdings Themen die bislang immer vor dir verschwiegen wurden, was ich aber nicht richtig finde. Du sollst sehen wie dreckig dieses Geschäft ist.." Lev nahm noch einen Schluck von seinem heißen Tee und offenbarte Anisa das er sehr wohl wusste, wie er ihre Blicke zu Killian zu deuten hatte. Mit ihrer Antwort hatte er gerechnet und ehrlich gesagt, hatte Lev Mitleid mit er schönen Rothaarigen. "Kleine Lady, ich denke er hat Angst es zu sehen. Ihm wurde beigebracht, dass jeder Tag seiner letzter sein könnte und darum geht er auch keine Bedingungen ein. Sie machen ihn verletzbar und angreifbar. Dieser Zustand gerade ist nicht das erste Mal. Er ernährt sich schlecht, sein Schlafrhythmus ist lausig und so traurig es auch klingt, ihn macht nicht die Arbeit so kaputt. Ich wette er hatte Angst vor der Reaktion deines Vaters und nun hat er eine Antwort bekommen, welche ihn nicht zufrieden gestellt hat." Sein Blick lag weiterhin auf Killian, während Lev nachdenklich wirkte. "Was allerdings wirklich in seinem Kopf vor sich geht, wird wohl keiner so genau erfahren."


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    • Das ausgerechnet Lev mit Anisa so offen sprach, war für die Rothaarige etwas ungewöhnlich. Zwar hatte sie als junges Mädchen immer wieder Zeit mit dem Schwarzhaarigen verbracht, auch wenn sie es nicht durfte. Das gleiche galt auch bei Killian, es war ihr nicht gestattet mit den Jungs in Kontakt zu treten, geschweige denn eine Freundschaft aufzubauen. Vermutlich war es genau das, was Lev ihr erzählte, das musste der Grund sein, weshalb sie von diesen Jungs ferngehalten wurde. Anisa wusste schon immer, weshalb sie nicht wollte, das Killian diese Arbeit ausführte und weshalb sie nichts mit dieser Branche zutun haben wollte. Aber das es so um Killian stand, das ihm so viel angetan wurde... damit hatte sie bei weitem nicht gerechnet. Durch irgendwelche Plappermäuler hatte sie immer herausgefunden, wie es dem Dunkelhaarigen ging, was für Aufträge man ihm zuteilte oder ob er heil wieder zurückkam. Während sie das Leben gehütet leben durfte, musste Killian so vieles über sich ergehen lassen. Durch Lev's Worte konnte die schöne Rothaarige deutlich besser nachvollziehen, weshalb Killian sich so an ihren Vater klammerte, aber er musste damit aufhören... Er musste an seine eigene Gesundheit denken. Und an Carlos... Natürlich konnte sie sich an diesen Mann erinnern, immerhin war Anisa oft genug in der Villa gewesen und im Büro ihres Vaters. Das Carlos verschwunden war, kam ihr nur schwer wieder in den Sinn, denn sie hatte sich nie darum Gedanken gemacht oder nachgefragt, immerhin war sie noch ein Kind. Er kamen und verschwanden immer wieder irgendwelche Männer ihres Vaters. Aber das Killian das zugestoßen war... Es war schockierend und Anisa fehlten die Worte, sie starrte Lev lediglich ungläubig an und wanderte mit ihren Augen dann wieder zu Killian, dem so viel Leid zugefügt worden war, das Anisa sich gar nicht vorstellen konnte. Das er kein leichtes Leben hatte, wusste sie, aber das es so ausgeartet war... Gott, ihr wurde bei dem Gedanken schlecht, das sie fröhlich vor sich hin gelegt hatte, während Killian so misshandelt wurde. "Das wusste ich nicht.", kam es ihr lediglich über ihre Lippen und fuhr sich mit ihren Händen durch das Gesicht, auch wenn es schmerzte. Tief atmete Anisa ein, um sich zu beruhigen und griff nach der Tasse Tee, um vorsichtig daran zu nippen. Zu viel wärme schmerzte auf ihren Lippen. Ein bedrücktes Lächeln zierten ihre Lippen, als sie ihren Blick wieder zu Killian wandte. Wenn es ihr möglich wäre, würde sie all dieses Leid, das Killian zugefügt worden wäre, auf sich übertragen. Das ihr nächstes Thema jedoch darum ging, ob sie Killian denn mochte, war etwas, das die Rothaarige belastete. Das Lev's Worte aber andere waren, die sie erwartet hatte, stimmte sie allerdings auch nicht sonderlich zufrieden. "Solange er mich am Hals hat, werde ich versuchen, ihm eine Stütze zu sein. Vielleicht kann ich ihm in irgendeiner Hinsicht helfen.", sagte Anisa.
    • Natürlich würde Killian ihn dafür schlagen, dessen war sich Lev sicher. Allerdings war das Leben welches der Amerikaner geführt hatte kein Geheimnis und lieber erfuhr Anisa die Einzelheiten von Lev als von irgendjemanden oder noch schlimmer ... dem Internet. Zwar verfolgte Lev die Seiten des Darknets regelmäßig, aber alles konnte er auch nicht von der Bildfläche löschen. Er befand es als nicht richtig, dass man Anisa von allem heraus hielt, ihr alles schön redete und man ihr nicht die Augen öffnete. Genau darum war das doch passiert! Ihr Vater packte sie in Watte und erwartete, dass Killian die Sache richtete. Das das jüngste Mitglied der Astolfo-Familie aber mehr gelitten hatte als alle anderen, das interessierte niemanden. Lev machte das wütend, aber auch unsagbar traurig. Er wollte Anisa mit diesen Wahrheiten nicht quälen, im Gegenteil. Er tat das um Killian und sie zu beschützen. Sie musste die Wahrheit hinter dem freundlichen Lächeln ihres Vaters erfahren. Sie musste das Geschäft sehen, in welches Killian sich stürzte. Die schöne Rothaarige durfte nicht weiter im Dunkel tappen, unfähig all das zu verstehen um sich davor beschützen zu können. Natürlich sah er das schockierte Gesicht von Anisa und natürlich tat es ihm weh, aber er wusste das er richtig handelte. "Es war nicht nur einmal. Viele aus der Familie, die heute nicht mehr hier sind hatten ihr Auge auf Killchen geworfen. Bei seinen Aufträgen ging es nicht anders zu. Vergewaltigungen, Gewalt, Mord nichts was eine so zarte Seele verkraften würde. Dein Vater hat ihn in all das gestürzt, aber dein Vater hat ihm beigebracht sich zu wehren. Ohne John wäre Killchen schon lange tot und genau das ist es, was ihn so an den Boss heftet. Er liebt deinen Vater so sehr, dass ein böser Blick reicht um seine ganze Welt zum einstürzen zu bringen. Er zeigt es zwar nicht, aber unser Hübscher hier hat Angst davor abgewiesen zu werden und zu sterben ohne das es je jemanden interessiert." Lev nahm einen erneuten Schluck seines Tees und sah Anisa ernst an. "Weißt du warum ich dir all diese Dinge erzähle?", daraufhin stand der junge Russe auf und lief auf Anisa zu. "Du wusstest so vieles nicht und du weißt immer noch rein gar nichts. Bleib bei ihm." er schmunzelte sanft und drückte Anisa einen liebevollen Kuss auf die Stirn. "Du wirst sehen, dass er es dir auf seine Art und Weise dankt. Das tut er immer." daraufhin drehte er sich um, hob die Hand und machte sich auf den Weg zur Tür. "da ßwidánja Anisotschka" (russisch ´auf wiedersehen´und Verniedlichung von Anisas Namen) Daraufhin war Lev auch schon verschwunden.


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    • Langsam aber sicher wurde Anisa das alles zu viel. Nicht nur das ihr Vater sie glauben ließ, dieses Geschäft wäre bei weitem nicht so schlimm wie sie dachte, sondern auch Killian in diese ganze Sache hinein stürzte. Er war doch noch ein Kind, wie also konnte man ihm das alles nur antun!? Wäre Killian nicht in ihre Welt getreten, hätte sie an seiner Stelle sein sollen, außer ihre Mutter Camilla hätte den großen John Astolfo vom Gegenteil überzeugen können. Wie nur kam ihm der Gedanke, das er sein eigenes Kind, in diese Welt freiließ? Liebte ihr Vater ihn denn wie einen Sohn? Oder sah er nur das, was Killian in diesem Geschäft leistete? Auch wenn sie Lev dafür dankte, das er ihr so vieles offenbarte, konnte sie sich mit diesen Worten noch nicht anfreunden, auch wenn dieses Schicksal schon lange besiegelt war. Es mag sein, das ihr Vater Killian somit das Leben gerettet hatte, aber war es das wirklich Wert? War dieses Leben, das Killian nun führte, wirklich all das Wert? All die Jahre hatte sie nichts gemerkt, obwohl sie sich so ins Zeug gelegt hatte, um Killian in irgendeiner Weise helfen zu können. Und was hatte sie erreicht? Rein gar nichts. Vermutlich wusste ihr Vater bereits, was ihre Absichten waren, das sie gegen ihn spielte. Hatte er sie all die Jahre an der Nase herum geführt, nur um die Wahrheit vor ihr zu verbergen? Anisa konnte es nachvollziehen, das er als Vater wollte, das sie das Leben führen konnte, das sie sich immer gewünscht hatte. Aber war es richtig, sie so im Dunkeln zu lassen, über das, was er tat? Das Killian wirklich glaubte, das sein Tod kein Leid hinterlassen würde... Da irrte er sich vollkommen. Es drehte ihr doch jetzt schon den Magen um, wenn sie nur daran dachte, was man ihm alles angetan hatte und dabei musste sie wirklich kämpfen, das ihr die Tränen nicht in die Augen stiegen. So sehr Anisa sich auch den Menschen kalt zeigte, innerlich war sie voller Emotionen und Mitgefühl, das es an ein zerbrechliches Mädchen erinnerte. Stumm sah sie den jungen Mann ihr gegenüber an, horchte seinen Worten und sagte kein Wort, sie wusste ohnehin nicht, was sie noch zu all dem sagen sollte. Auch als Lev sich erhob und auf sie zusteuerte, sagte sie nichts und genoss seine Geste. Lev war einer der wenigsten, die Anisa schon damals gemocht hatte, sie hatte nur positive Erinnerungen an ihn. Und wenn er ein guter Freund von Killian war, konnte Anisa ihn nicht verabscheuen. "Danke.", murmelte sie, als Lev sich zum Gehen abwandte und hinter der Wohnungstür verschwand. Schwer seufzend fuhr sie sich durch die Haare, blickte zu Killian und spürte wie ihr die zurück gehaltenen Tränen nun über die Wangen fließen. "Es tut mir so leid.", flüsterte sie kaum hörbar und kniete vor dem Sofa. Vorsichtig griff sie nach einer seiner langen Strähnen, wickelte sie um ihren Finger und betrachtete seine seidenen Haare. Von Anfang an hatte sie versagt. Egal wie lange Killian nun seinen Schlaf nachholte, Anisa tat genau das, was Lev ihr geraten hatte. Sie blieb bei ihm und wich keine Sekunde von seiner Seite. Auch nicht als sie die Müdigkeit einholte, da sie die gesamte Nacht keine Stunde geschlafen hatte. Ihren Kopf hatte sie ihre verschränkten Arme abgelegt, mit ihren schlanken Fingern nach seiner Hand gegriffen und saß dösend vor dem Sofa.
    • Eins war sicher, würde Killian davon erfahren was sein Freund da ausgeplappert hatte, würde der junge Russe den Morgen nicht mehr erleben! Natürlich konnte man all diese Dinge von jedem erfahren. Es war kein Geheimnis was Killian bereits erlebt hatte und das er sich einen gewissen Ruf eingehandelt hatte. Er hatte gelernt sein Aussehen zu nutzen und wenn Sex bedeutete, dass er seine Arbeit machen konnte hatte er schon lange aufgehört, sich deswegen schlecht zu fühlen. Wozu? So schnell zerbrach er nicht und niemand würde das stolze Raubtier je brechen können. Das hatte sich der attraktive Amerikaner als Kind bereits geschworen und daran hielt er eisern fest. Das allerdings die kalte Abfuhr seiner Vaterfigur solche Spuren hinterlassen würde, dass hatte er nicht geglaubt. Natürlich machte ihm sein eigenes Wesen ebenfalls zu schaffen, aber im Augenblick wusste der Dunkelhaarige nicht an was er mehr zu knabbern hatte. Gott, kotzte ihn all das an. Jetzt durfte er sich den ganzen Scheiß nochmal neu erarbeiten, er hatte bereits jetzt schon keine Nerven mehr dafür. Das komplette Gespräch der hübschen Anisa und seines neugierigen Freundes hatte er verschlafen. Er bemerkte ja noch nicht einmal die Hand welche ihn fest hielt oder all die liebevollen Berührungen. Er fühlte sich wie in einen tiefen Sog aus Finsternis gefangen. Vielleicht würde er in dieser Schwärze ertrinken. Wer wusste es schon und irgendwann war es Killian auch egal geworden.
      Wie viele Stunden genau er nun geschlafen hatte wusste er nicht, aber als er verschlafen die goldenen Augen öffnete entdeckte er einen roten Haarschopf an seiner Seite und runzelte verwundert die Stirn. "Hey Prinzessin, dass ist kein Ort für ein Nickerchen.", flüsterte er leise und strich ihr liebevoll durch das weiche Haar. Zumindest mit der Hand, welche ihm Anisa freigegeben hatte. Da er nicht wollte das sich die Kleine erkältete, hatte er ihr mit dem Zeigefinger sanft in die Wange gepiekt. "Anisa ... schlaf im Bett weiter, du wirst noch krank."


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    • Irgendwann war auch Anisa zu erschöpft um weiter ihre Augen offen zu behalten. Die letzten Tage hatten ihr ordentlich zugesetzt und der Schlaf fehlte ihr ebenfalls. So sehr sie auch versucht hatte, wach zu bleiben bis Killian wieder wach wurde, sie konnte nicht mehr. Ihr fielen die Augen zu und fand sich in einem tiefen Schlaf wieder, den ihr Körper brauchte und sich auch holte. Damals, als Kind war noch alles anders. Anisa wusste noch ganz genau, wie aufgeregt sie gewesen war, als sie auf Killian traf. Und irgendwann lernte sie auch Lev kennen. Es gab nicht viele Kinder in dieser Mafia, zumindest keine, die sich in der Villa aufhielten und mit ihrem Vater zutun hatten. Oft genug hatte sie ihrem Vater gesagt, sie wollte mit den Jungs spielen oder stolz die Kekse teilen, die sie mit ihrer Nanny gebacken hatte. Und genau daran erinnerte sie sich zurück, als sie im Land der Träume ankam. Sie besaß wieder ihre Zöpfe, die ihr über die Schulter hingen und lerne einen Jungen mit dunkelbraunem Haar und gold schimmernden Augen kennen. Diese Augen hatten sie von Anfang an fasziniert und sah in ihnen den Jungen, der Killian immer sein wollte. Einen fröhlichen Jungen, der nur wenige Jahre jünger war als sie selbst und sich eine Familie wünschte, die ihn so liebte, wie er war. Sie sah nicht das, was aus ihm geworden war oder noch geworden wäre, sie sah nur ihn, seinen Charakter und das, was sich hinter all diesen schrecklichen Ereignissen befand. Erst als sie seine Stimme hörte, viel tiefer, als sie es als Kind in Erinnerung hatte und einen sanften Druck in ihrer Wange spürte, wachte sie nur langsam auf. Müde blinzelten ihre großen Augen und blickten auf, zu Killian, der endlich wach geworden war. "Du bist wach...", flüsterte sie und fiel ihm im nächsten Moment regelrecht um den Hals. Innerlich dankte sie Lev für die Worte, die ihr die Augen langsam öffneten und die Welt zeigten, in der sie sich eigentlich befand. Sie wusste nun mehr über Killian, welch Last er auf sich zu tragen hatte und was ihm alles zugestoßen war. Anisa machte sich Sorgen, das er all dem bald nicht mehr standhalten könnte. Und ab diesem Zeitpunkt schwor sie sich im Geheimen, das sie nun versuchte ihm eine Hilfe zu sein. Damals hatte sie es nicht geschafft, also würde sie ihr bestes tun, um es heute sein zu können. "Ich hab mir Sorgen gemacht.", sagte sie ungewohnt liebevoll.
    • Im ersten Moment nahm Killian überhaupt nicht wahr, dass er Zuhause war. Er registrierte es zwar, aber offenbar war sein Hirn noch im Tiefschlaf und die Information brauchte eine Weile bis sie auch die letzte Zelle erreicht hatte. Erst als er Anisas besorgtes Gesicht sah und überfordert in seine Arme blickte, als ihn die schöne Rothaarige umarmte, bemerkte er langsam was vorgefallen war. "Hey, es geht mir gut.", flüsterte er ihr leise in ihr Ohr und drückte sie mit einem Arm vorsichtig an sich. "Wie bin ich hier hergekommen?", fragte er sie dann und sah sich in seiner Wohnung um. Tatsache das ist sein Wohnzimmer und das sind seine dreckigen Fenster, die eindeutig wieder gewaschen werden mussten. "Anisa ..." er strich ihr mit der Hand leicht durch das lange Haar, lies die seidigen Haarsträhnen welche an das heißeste Feuer erinnerten durch seine langen und schlanken Finger gleiten. Killian wusste ehrlich gesagt nicht so genau was eigentlich passiert war. Der Reaktion von Anisa zu urteilen, konnte es aber nichts allzu positives sein. Er erinnerte sich noch an die pompöse Villa, das Gespräch mit dem Alten, wie er aus dem Haus praktisch gerannt war und dann Nichts. Eine Leere durchzog ihn, die er noch nicht so ganz einzuschätzen wusste. Sie zog allerdings auch nur an ihm vorbei, denn kaum war der attraktive junge Mann wieder bei vollem Bewusstsein, warf sein Kopf schon Fragen auf. Wie ging es weiter, was würde noch passieren und vor allem welchen Stand hatte er nun bei dem Oberhaupt der Astolfo-Mafia? All das was ihm zuvor durch den hübschen Kopf gegeistert und seine Gedanken vergiftet hatte, holte ihn wieder ein.


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    • Für Anisa war es eine riesengroße Erleichterung, das Killian endlich wach geworden war. Wie lange sie noch wach gewesen war, bis sie selbst aber zum Schlaf fand, wusste sie gar nicht. Die junge Studentin fiel dem Dunkelhaarigen regelrecht um den Hals und konnte ihre Tränen, die sie vor ihrem Schlaf geweint hatte, auch nicht bekämpfen. Die ein und andere Träne fanden ihren Weg über ihren Wangen, bis zu ihrem Kinn und lösten sich dann von ihr. Tropften auf das Sofa oder auf den Hals, an dem Anisa ihr schönes Gesicht drückte. Seine ersten Worte hatte sie lediglich mit einem kurzen Schluchzen beantwortet, fing sich aber schnell wieder. Ihre Gefühle waren in den letzten Tagen nichts, was sie gut unter Kontrolle hatte, immerhin war so viel passiert. Viel zu viel, als das Anisa das alles auf einmal verdauen könnte. Und das dann auch noch Killian Ohnmächtig wurde... Das war etwas, das an den Kräften der Rothaarigen nagte. Sie hatte versucht an seiner Seite zu sein, hatte immer versucht, ihn von diesem ganzen Fern zu halten und versagte kläglich. Jetzt aber, nach Lev's Worten, wollte sie nicht weiter versagen, sie wollte es ändern, wollte Killian helfen, soweit es ihr möglich war. Und währenddessen sie versuchen würde, eine Hausfrau zu mimen, musste sie die Gedanken an die letzten Stunden neu sortieren und verdauen. Erst auf seine Frage hin, löste sie sich wenige Zentimeter von ihm, um ihn deutlich antworten zu können und endlich wieder nach ordentlich Luft zu schnappen. "Lev hat brachte uns zu dir.", antwortete sie mit zitternder Stimme und klammerte sich wieder an ihm. Keine Reaktion, die man von der sonst so starken Anisa kannte. Aber sie konnte nicht mehr, das Killian das Bewusstsein verlor, war zu viel. Was der junge Auftragskiller in ihr ausgelöst hatte, war ihm scheinbar nicht bewusst. Erst nach einigen Minuten konnte Anisa sich von Killian lösen, auch wenn sie nicht wollte, das er aufhörten, so tröstlich durch ihre Haare zu streichen, wie es auch ihre Mutter getan hatte.
    • Als Killian etwas Nasses an seinem Hals entlang laufen spürte, bemerkte er erst das Anisa weinte. Hatte sie so eine Angst um ihn gehabt? Was genau war eigentlich passiert? Er äußerte sich nicht zu ihren Tränen, behielt sie lediglich schweigend im Arm und strich ihr beruhigend durch das lange feuerrote Haar. Wie sehr er ihr Haar liebte. Er hatte als Kind schon den Glanz und vor allem die Farbe bewundert. Rot gehörte ohnehin zu seinen Lieblingsfarben und an Anisa wirkten diese Flammen unglaublich beeindruckend. Seiner Meinung nach spiegelten sie ihren Charakter perfekt wieder: stürmisch, leidenschaftlich und temperamentvoll. Ihre Augen wiederum den anderen Teil ihrer Seele. Ihre verletzliche, sanfte und fast schon unsichere Art. Killian besaß wie bereits oft erwähnt eine unglaublich gute Menschenkenntnis. Er wusste eigentlich meistens wie er sich in einer Situation verhalten musste, aber oft handelte er dann doch anders. Er war es nicht unbedingt gewohnt nett zu sein, aber er hatte es gelernt von seiner Schwester. Sicherlich hätte Sie Anisa geliebt und umgekehrt. Warum brachte er nur so oft die Mafiaprinzessin mit seiner Schwester in Verbindung? Es machte ihm Angst und vielleicht versuchte er gerade deshalb nicht zu nett zu Anisa zu sein. Er wollte sie nicht auch noch verlieren. Als Anisa ihm verraten hatte wie sie beide hier hergekommen waren, war er beruhigt. Er konnte Lev vertrauen ... eigentlich war er auch der einzige Mensch dem er vertraute, wie auch immer der Russe das angestellt hatte. In das Mädchen in seinen Armen allerdings setzte er dieses Vertrauen langsam auch und das beunruhigte ihn. Dennoch wollte er daran im ersten Moment nicht denken, behielt Anisa in den Armen und seufzte leicht. "Lass mich raten, er hat dir irgendetwas erzählt oder?", hakte er dann nach und wartete geduldig bis die hübsche Rothaarige bereut war sich von ihm zu lösen. Als sie dies tat, strich er ihr vorsichtig die letzten Tränen von ihren Wangen, fing diese mit dem Fingerrücken auf und schmunzelte leicht. "Es ist alles in Ordnung Anisa."


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    • Nicht nur Erleichterung fand bei Anisa platz, auch die Unsicherheit wie die Zukunft aussah, machte sie verrückt. Was als nächstes passieren würde und ob Killian sie weiterhin beschützen konnte. Das sie nur auf seine Bitte hin auf diese Party ging und dadurch die jüngste Entführung erstanden war, warf sie dem Dunkelhaarigen nicht vor. Er versuchte nur seine Arbeit zu erledigen und zu einem Bodyguard war Killian nicht ausgebildet. An dem ganzen gab Anisa sich die Schuld. Sie war davon gerannt, obwohl sie an seiner Seite hätte bleiben sollen. Nunja, was geschehen war, war geschehen, allerdings bedeutete es nicht, das es für die schöne Rothaarige einfach war, das alles zu verdauen. "Natürlich hat er mir etwas erzählt.", antwortete Anisa schniefend ehrlich. Nur zaghaft konnte sie sich von ihm lösen. Aufgewühlt und mit verweinten Augen sah sie den Dunkelhaarigen vor sich an, ehe sie auch schon einen schlanken Finger spürte, wie er ihre Tränen auffing. "Es ist gar nichts in Ordnung!", meinte sie. "Sieh nur was geschehen ist! Ich spüre noch immer diese ekelhaften Finger auf mir, mein Gesicht schmerzt, genauso wie meine Handgelenke und meine Knöchel! Und du? Du verdammt führst ein so beschissenes Leben, das du nicht verdient hast.", ihren letzten Satz sprach sie leiser aus und so aufgebracht. Lev hat ihr erzählt, was vorgefallen war. Was man Killian angetan hatte. Und Anisa wettete darauf, das es noch vieles mehr gab, als das bisschen, was ihr der Schwarzhaarige gebeichtet hatte. Noch immer kniete sie vor dem Sofa, blickte Killian an und sprach Worte aus, die sie zerfraßen. Diese Hände auf ihrem Körper, diese lustvollen Blicke und Killian, der das alles nicht verdient hatte. Es wurde ihr alles zu viel, weshalb sie auch diesen Gefühlsausbruch nachgab. Sie konnte nicht mehr. Innerhalb dieser wenigen Tage hatte man aus ihr eine ganz andere Frau gemacht.
    • Natürlich hatte Lev ihr etwas erzählt und Killian konnte sich schon genau ausmalen was es war. Es war zwar besser Anisa erfuhr die Geschichten die man über den Auftragskiller ohnehin kannte von jemanden, der es gut mit ihm meinte als das sie es von einem Feind erfuhr. Dennoch wäre das doch echt nicht nötig gewesen. So sehr der Dunkelhaarige seinen Freund auch liebte, in seinen Augen mischte sich der Kerl in eindeutig zu vieles ein. Okay, er war Informant und das war sozusagen eine Berufskrankheit, etwas das Killian besser verstand als jeder andere und doch machte ihn das gerade so sauer, dass er sich schwer beherrschen musste nicht sofort aufzuspringen und Lev seinen hübschen Kopf anzureißen. "Ich bringe ihn um.", seufzte Killian schwer und fuhr sich durch sein dunkles Haar ehe er Anisa ansah, die so aufgelöst wirkte das er seine Mordgedanken lieber auf einen anderen Zeitpunkt verschieben sollte. Sie zu beruhigen war offenbar ebenfalls ein Schuss in den Ofen gewesen. Er konnte verstehen das die rothaarige Schönheit im Moment nicht zu beruhigen war. "Komm her.", flüsterte er leise und zog sie vom Boden an dem sie kniete zu sich nach oben auf das Sofa in seine Arme und mehr oder weniger auf seinen Schoß. "Du wirst es mir vielleicht nicht glauben, aber trotz allem liebe ich mein Leben.", erzählte er ihr dann und strich ihr sanft durchs Haar. "Ich habe so oft die Möglichkeit all dem ein Ende zu machen. Es gibt Tage da spiele ich mit dem Gedanken und es gibt Tage so wie heute an ... Nein, lassen wir das. Jedenfalls komme ich zurecht, auch wenn dir mein Leben als schrecklich erscheint und du dir nicht vorstellen könntest es zu führen.", versuchte er sie erneut zu beruhigen. Er log in diesem Moment nicht und hoffte das er damit die Sache wenigstens etwas besser machte. Er hatte ihr sanft die Tränen aufgefangen, entschied dann aber lieber mit den Daumen die Tränen fort zu streichen, statt sie nur zu berühren. "Was dir widerfahren ist, ist schrecklich. Aber auch wenn das jetzt sehr oberflächlich von mir klingt, versuche es nicht zu sehr im Negativen zu sehen. Es ist nichts weiter passiert. Sie haben dich nicht vergewaltigt, sie haben dich nicht umgebracht. Ich war zwar zu spät, aber ich war hier.", sprach er dann zu ihr und schloss die Arme nun erneut um sie. "Ich werde nicht zulassen, dass so etwas noch einmal passiert."


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    • Es war nicht Anisas Absicht gewesen, Killian zu verärgern, immerhin konnte sie nichts für die informierenden Worte des jungen Russen. Sicherlich war es auch nicht seine Absicht gewesen Killian zu verärgern, er wollte ihr lediglich die Augen in diesem Leben, in dem sie sich nun befand, öffnen. "Sei nicht sauer auf ihn.", sagte Anisa bedrückt. Immer wieder sagte sie es sich: Während Killian so einem Leben ausgesetzt wurde, lebte ich fröhlich meines weiter. Natürlich konnte Anisa nichts dafür, aber dieser Gedanke machte sie verrückt. Ihr eigener Vater hatte ihr all das verschwiegen. Wollte er ihre Gedanken und ihre Seele schützen? Oder war es doch etwas anderes? Sie wusste es nicht, glaubte auch nicht daran, es jemals herauszufinden. Schwer seufzend gab Anisa den Worten des Dunkelhaarigen nach und folgte seiner ziehenden Berührung bis sie regelrecht auf seinem Schoß saß. Aufmerksam hörte sie ihm zu, wie er ihr erklärte, das er sein Leben gar nicht so hasste, wie sie es glaubte. Nur seine streichelnden Berührung durch ihr seidenes Haar, ließen ihre Atmung gleichmäßiger werden und ihre Tränen stoppten ebenfalls. Anisa hatte es schon immer geliebt, wenn man ihr durchs Haar strich oder sie sogar kämmte, so wie es eins ihre Mutter tat. "Nimmst du dieses Leben nur so hin oder bist du wirklich damit glücklich? Tust du es, weil es dir richtig erscheint? Weil du glücklich damit bist? Oder weil du meinen Vater beeindrucken möchtest?", stellte Anisa ihre Frage. Sie wusste nicht, was sie mit diesen ausgesprochenen Worten anrichten würde. Aber war Killian sich wirklich im Klaren, was er wollte? Als sie dann zu einem anderen Thema schweiften, wollte Anisa eigentlich nicht weiter darüber reden. Sie spürte nur umso intensiver den Schmerz in ihrem Gesicht und ihren Wunden an Handgelenken und Knöcheln. Die Stirn legte sie in Falten, als Killian sprach, ließ sich aber dann ohne Murren in seine Arme ziehen. Auch sie schlang ihre Arme um ihn, schloss ihre Augen und atmete seinen Duft ein. Sie genoss sichtlich seine liebevolle Art, die sie erst neu an ihm kennen lernte. "Ich vertraue dir.", flüsterte Anisa.
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