[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Naira O'Connor

      Ihr Herz ging auf, als Victors Lippen auf ihren landeten und er ihr ganz besonders zeigte, wie sehr er sie liebte. Ja, der Mann war schon etwas Besonderes, er war wie er war, aber er liebte sie definitiv, es hätte ein Blinder gesehen. "Mhmm..", murrte sie, als er den Kuss unterbrach, um ihr deutlich zu machen, dass er keine andere ansehen wollte. "Ansehen ist in Ordnung, Detective Parker..", murmelte sie und lächelte ihn charmant an. Ihre Finger strichen über seinen Bart. "Man darf sich ja Appetit holen.. Aber gegessen wird zuhause..Dafür habe ich viel zu viel Lust auf sie, um sie jemanden anderen abzugeben". Für einen Moment verharrte Naira so, sie strich über die Wange und beobachtete seine Züge, ihr Herz erfreute sich an dem Ausgang des Abends und ihre Brust fühlte sich warm an.
      Nairas Züge lockerten sich. "Kraulst du mir den Kopf und ich versuche zu schlafen?". Sie war müde und noch immer aufgeregt, aber sie würde es versuchen, ein wenig Schlaf nachzuholen, dafür legte sie ihren Kopf auf seine Brust. "Und bleib diese Nacht bitte bei mir.. Deine Arbeit läuft dir nicht weg, auch wenn du es noch so oft versuchst es zu verstehen". Es war ein Rat, oder viel mehr die Botschaft, dass er sie ein wenig vernachlässigte. "Und wenn es morgen gut läuft, lade ich dich zum Essen ein.. Wenn es schlecht laufen sollte.. Auch.. Um meinen Frust wegzukriegen.. Bist du dabei?". Sie schmunzelte, blickte noch einmal zu dem Ring an ihrem Finger und ließ die Hand auf seiner Brust, bevor ihre Augen schwer wurden und sie endlich einschlief.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ein wenig tat es ihm leid, dass er daran dachte sie alleine zu lassen und er sich eigentlich viel mehr für die anstehende Arbeit interessierte. Diese machte er ja auch tatsächlich viel lieber in seiner freien Zeit, denn die Stunden im Büro bestanden meist darin mit unzähligen Leuten zu reden und sie anzuweisen oder irgendwohin zu fahren. Zu Hause konnte er sich alles in Ruhe ansehen ohne gestört zu werden. Nun, zumeist. Denn Naira wagte es vielleicht einmal zu oft in sein Büro zu streunen und ihn von seiner Arbeit abzuhalten. Ausnahmsweise wollte er heute aber nicht so sein. Victor atmete tief durch, bevor er seine Hand auf ihren Kopf legte und es sich gemütlich machte. Falls Naira einschlief, dann schlief sie hoffentlich ihre Stunden bis zum nächsten morgen durch. Aber das hieß auch, dass er liegen bleiben musste. Er konnte es sich wenigstens gemütlich machen dabei. Mit langsamen Bewegungen kraulte er ihren Kopf und ließ den Blick auf das banale Fernsehprogramm fallen. "Ich bin bei dir...Schlaf ruhig. Und morgen wird alles gut...und dann stillen wir deinen Hunger...", flüsterte Victor während er selbst dann nach zehn Minuten die Augen zu machte und sich damit zufrieden gab ebenfalls ein paar Stunden Schlaf einzuholen. So konnte er sich ja auch um sich kümmern. Auch wenn in seinen Augen die Arbeit vorgehen sollte.
      Nach weiteren fünf Minuten war Victor sogar selbst eingeschlafen und seine Hand ruhte auf dem Kopf seiner Frau.
    • Naira O'Connor

      Der Hörsaal füllte sich immer mehr und die Aufregung, die vermutlich kaum noch größer sein konnte, stieg mit jeder weiteren Person,die reinkam. Die Presse war da, darauf war Naira nicht vorbereitet, sie wäre am liebsten aufgestanden und gegangen, hätte den Vortrag sausen lassen, aber es war nun zu spät, sie musste es durchziehen. Zum Glück funktionierte die Technik und im Hintergrund war das Thema der Vorlesung zu sehen: "Wie fange ich einen Psychopathen". Es war ein Vorschlag von Ramirez gewesen, mit der sie noch letzte Woche darüber telefoniert hatte, sie brauchte ein paar gute Ideen.
      Naira saß auf dem Schreibtisch und blickte sich um, langsam strömten immer weniger Menschen rein und letztendlich wurde die Tür auch komplett geschlossen, scheinbar waren alle da, es war auch jeder einzelne Platz besetzt, manche standen auch an der Wand und warteten, bis der Vortrag anfangen würde. Es erinnerte die Dunkelhaarige an ihre damaligen Vorträge in der Uni, als sie noch in der Ausbildung zur Polizistin war, sie erinnerte sich aber nicht daran, ob der Hörsaal jemals so voll war, wie er es jetzt war. Sie räusperte sich, die Augen waren auf sie gerichtet, alle Blicke ihr gewidmet. Neben ihr auf dem Schreibtisch stand ihr Laptop, mit einem Nicken startete sie die erste Folie, auf der ein Bild von Thomas, aus seinen besten Jahren zu sehen war. Es war sehr vulgär, die Präsentation damit anzufangen, viele der Menschen hielten hörbar die Luft an, Naira selbst blickte kurz zur Leinwand hinter sich, bevor sie ihren Mut rausholte und den Vortrag anfing: "In jedem von uns steckt ein Fünkchen eines Psychopathen..sicherlich hat jeder von uns diese Gelüste, manchmal etwas zu tun, was anderen vielleicht nicht gefallen würde..oder ihnen wehtun würde.. Es heißt jedoch nicht, dass wir dazu in der Lage sind, soweit zu gehen, wie es einige andere getan haben..Charles Manson, Andrej Tschikatilo, Jeffrey Dahmer.. Es sind nur einige Namen der wohl bekanntesten Psychopathen, die unsere Welt gesehen hat.. grausam, bereit alles zu tun, was ihnen in den Kopf fiel und vor allem gefühllos.". Sie klickte weiter und die Fotos der bekanntesten Psychopathen der Welt wurden angezeigt.
      "Ich werde Ihnen ihre Fragen vorweg beantworten.. Nein, Sie werden in meinem Seminar ganz sicher nicht lernen, wie ein Psychopath zu denken und Sie werden auch sicherlich nicht mehr Verständnis dafür entwickeln, denn ich kann Ihnen sagen, es ist nicht möglich, wenn man nicht selbst einer ist.. Aber anhand meines letzten Falls werde ich ihnen deutlich machen, wie wenig solche Menschen davor zurückschrecken alles zu tun um das zu bekommen, was sie letztendlich haben möchten.. Ich werde den Fall mit Ihnen von Anfang bis zum Ende durchkauen, damit Sie sich letztendlich ein Bild davon machen können, wie schwierig es ist, so etwas zu verallgemeinern und zu bekämpfen".

      Spätestens nach der Einführung zitterten ihre Hände nicht mehr und der Text saß gut. Naira führte die Menschen durch den komplexen Fall ihres Onkels, führte sie durch sein Profil und vor allem durch seine Taten, bis hin zu dem Tag, an dem sie ihm den Rest gegeben hatte. Oftmals staunten die Menschen über die Vorgehensweisen des Mannes, die realen Bilder des Falls, die sie sich extra besorgen ließ untermauerten alles noch gründlicher und ließen die Zuhörer sich ein eigenes Bild über alles machen. Letztendlich waren sechs Stunden und die beiden Pausen rum, es war zu Ende und die Dunkelhaarige erschöpft, aber sie war stolz darauf, es getan zu haben.
      Die Presse hatte zwischendurch Fotos gemacht, sie wollten einen Artikel über Naira veröffentlichen, aber sie nickte dankbar ab und versicherte, mal darüber nachzudenken, ob sie bereit zu so einem Schritt war.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Detective Parker?"
      Der Name hallte noch durch seinen Kopf, als er versuchte sich zu konzentrieren. Doch es fehlte ihm an der Motivation und an der Konzentration. Sein Team war weiterhin mit den Akten beschäftigt. Zwei waren sogar raus, um sich weitere Zeugen zu angeln und ein weiteres Team war unterwegs zu dem zuständigen Präsidium, welches den Fall anfangs angenommen hatte. Doch diesmal war es keiner der jungen Teammitglieder, die ihn stören wollten. Es war Becca. Eine hübsche rothaarige, mit Sommersprossen im Gesicht. Ihre Haare hatte sie hochgesteckt, kämpfte aber wohl jeden Tag mit der wilden Mähne an krausem Haar. Victor sah auf, lehnte sich mit einer Hand noch halbwegs vom Tisch. Der Anblick der Kollegin rührte ihn an sich nicht. Es war eher ihr Blick. Ihr zuhören wollte er auch nicht, doch ihre Worte kämpften sich durch, weil sie vorschlug etwas kurzes zu essen und einen Kaffee gemeinsam zu trinken. Dann könne er noch einmal über das Papier schauen, dass sie zusammengestellt hatte für ihn.
      "Ja...Warte. Ich glaube das tut mir gut.", er schnappte sich seine Jacke und ging raus. Gerade als er die Türe zumachen wollte, rannten zwei Uniformierte an ihnen vorbei und stießen ungewollt Becca bei Seite. Wie es schien ging ein ernster Notruf ein und da waren Kollegen einfach nicht mehr so viel wert. Becca wäre gestürzt, wenn Victor sie nicht festgehalten hätte. Sie drehte sich mit einem Lächeln auf ihren blass rosa Lippen: "Danke, Detective."
      "Ugh...", grunzte Victor, "Nenn mich Victor. Das ganze Anrede Ding ist nicht mein Fall...", selten dass er jemandem freiwillig das anbot, aber Becca war nett und sie kümmerte sich eigentlich gut um sein Team und ihn natürlich.

      Draußen auf der Terrasse ihres Stockwerks konnte man kilometerweit sehen. Aber Victor hatte den Blick ständig auf das Schulgebäude.
      "Du bist so abgelenkt. Sieht man selten.", Becca stieß ihn sanft an, woraufhin Victor nur grummelig eine Augenbraue anhob: "Ja...Naira hält heute ihren Vortrag." Warum er sie bei ihrem Namen nannte und nicht als seine Frau betitelte wusste Victor nicht. Es war eher ein Zufall. Ein Gefühl.
      "Oh, der Fall über den Familien Psychopathen der O'Connors in Anchorage."
      "Mhm..."
      "Warum bist du nicht dabei?", fragte Becca und lehnte sich über die Brüstung. Victor konnte nur mit den Schultern zucken. Nach einer knappen Unterhaltung mit ihr, ging er auch irgendwann hinein, sah noch die gewünschten Papiere durch und setzte seine Unterschrift darunter, bevor er davon ausging, dass er sich nun zu ihr trauen konnte. Wer ihn erreichen wollte kannte seine Dienstnummer und sowohl Marke als auch Dienstwaffe, waren immer an seiner Seite. Es gab keinen Grund nicht rüber gehen zu können. Außerdem hatte er das gefühl, dass er Naira damit eher einen Gefallen täte. Er schnappte sich auf dem Weg Kaffee to go und wartete draußen im Gang. Die Menschen fingen nach 10 Minuten an laut zu klatschen und verließen kurz darauf in Scharen den Vorlesungssaal. Ihm selbst wurde keine große Beachtung mehr zu teil. Es war alles so oder so Nairas Arbeit gewesen. Und nun hielt er sie davon ab mehr aus sich zu machen, als nur die kleine Professorin auf der Polizeiakademie.
    • Naira O'Connor

      Sie sah zufrieden aus, weil die Menschen, die sich in den Saal gedrängt haben zufrieden ausgesehen haben. Den Fall auf sechs Stunden zu ziehen war viel, aber letztendlich hatte sie keinerlei Langeweile bemerkt, was ihrem Selbstbewusstsein mitten im Vortrag gut tat. Der Direktor persönlich war ebenfalls vorbei gekommen, es war immerhin sein Vortrag gewesen und die Frau war ihm dankbar. Er brachte ihr eine Blume mit sich zum gelungenen ersten Vortrag und klopfte ihr väterlich auf die Schulter, wie es wohl ihr eigener Vater hätte tun sollen. Auch ihre weiteren Kollegen reihten sich an, um naira zu gratulieren, sie waren wohl zwischendurch reingekommen, um sich es anzuhören.
      Die Presse verteilte ihr Visitenkarten und machte noch Fotos, Naira war gespannt wie sehr sie diese auch auffressen würde, in den nächsten Tagen. Sie sahen zwar alle zufrieden aus, aber die Presse war immer sehr negativ eingestimmt, jedenfalls hatte Naira seit ihrer Arbeit bei der Polizei immer das Gefühl gehabt, dass sie gerne etwas kritisierten, wenn es nur möglich war. Sie war gespannt, wie es wohl enden würde.

      Die Blumen legte sie alle auf den Schreibtisch und seufzte zufrieden, dann wollte sie alles abbauen, als ein Räuspern sie halt machen ließ. "Muss O'Connor?", fragte eine zarte Herrenstimme, die Naira kurz nachdenken ließ. Sie wenigsten nannten sie noch bei ihren richtigen Nachnamen, es würde sich die nächsten Tage aber ändern. Bei dem Thema Hochzeit wurde es ihr aber übel, weshalb sich die Frau mit einem sanften Lächeln auf den Lippen umdrehte und einem jungen Mann Beachtung schenkte. Er stellte sich vor und lobte den Vortrag, auf den er gespannt war. Er betonte auch, dass er den Vorfall seit Anfang an in den Medien verfolgt hatte und daran geglaubt hatte, dass Naira ihren Onkel fassen würde. Sie wurde ein wenig rot um die Wangen bei der Menge an Komplimenten, aber sie hielt sich zurück.
      "Ich würde Ihnen gerne anbieten ein Buch über das Ganze zu veröffentlichen".
      Naira runzelte die Stirn und kreuzte die Arme vor der Brust, während sie sich gegen den Schreibtisch lehnte. "Ein Buch?", fragte sie ein wenig ungläubig nach. "Ja, ein Buch! Es gibt wahnsinnig viele Menschen, die es interessieren würde, was Sie eigentlich gefühlt haben! Vor allem was da in der Hütte passiert ist! Warum sie ihren Partner da rausgezerrt haben und wie sie ihren Onkel das Handwerk gelegt haben.. Es hätte Potential für einen Bestseller!". Naira lachte ein wenig und schüttelte den Kopf sanft." Ich denke nicht, dass es die Menschen interessieren würde, was ich in diesem Moment gedacht habe.. Die meisten waren abgeneigt mir darüber zuzuhören". Damit deutete sie auf einige, vor allem auf Victor oder Alex, die damit nicht klar kamen. "Dann haben sie nicht mit den Richtigen gesprochen.. Ich an deren Stelle hätte Ihnen jedes Detail aus den Lippen ablesen wollen". Für so einen jungen Kerl hatte er aber viel Mumm, sich sowas zu trauen. Er holte seine Karte raus und drückte sie Naira in die Hand, die nächste an diesem Tag. "Überlegen Sie es sich.. Ich wäre bereit es zu veröffentlichen und Ihren Ghostwriter zu spielen.. Tag und Nacht, wann immer Sie arbeiten möchten". Die Dunkelhaarige lächelte dankbar und verabschiedete sich von dem Herren, der dann ebenfalls den Hörsaal verließ und sie alleine ließ. Sie widmete sich schließlich dem Abbau der Geräte, um ihren Laptop nachher mitzunehmen und die Reinigung reinzulassen. Sie hatte ein mulmiges Gefühl nach dem Gespräch mit dem jungen Kerl, aber sie lächelte dennoch ein wenig vor sich hin. Es freute die Frau, dass sie jemand für die harte Arbeit wertschätzte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor schätzte ihre Arbeit auch. Sehr sogar und er war ihr mehr als dankbar dafür, dass sie nicht versuchte wieder als Detective zu arbeiten. Ja, sie war großartig und wahrscheinlich ein viel besserer Detective als es Victor jemals sein konnte. Gemeinsam waren sie unglaublich gewesen. Victor lehnte sich an die Wand und steckte die Hände in die Hosentaschen seiner Jeans. Er hätte auch bei sich im Büro warten können, wie abgemacht, aber es erschien ihm nach dem unschuldigen Gespräch mit Becca gar nicht mehr so gut, wenn seine zukünftige Frau diese...Schwingungen mit bekam. Victor war ja nicht blöd. Er spürte es, aber er hatte Naira. Er brauchte keine zweite...Nicht jetzt. Victor seufzte, fuhr sich durch die Haare und strich sie sich zurecht, bevor er den Kopf zur Seite legte und den jungen Mann ansah, der zuletzt allem Anschein nach den Saal verließ. Er schien glücklich zu sein. Sein Lächeln zog sich über beide Ohren und er hatte einen federnden Gang aufgelegt. Victor sagte er nur kurz Hallo und verschwand. Ein wenig schade, war es ja schon, dass man so schnell vergessen hatte, wer für alles zuständig gewesen ist. Nicht nur Naira alleine...Aber sie verdiente die Aufmerksamkeit. Victor hatte es schließlich in letzter Zeit nicht geschafft. Victor sah dem Mann hinterher und musterte ihn. Er sah gut aus. Attraktiv, er strahlte Intelligenz aus. Wahrscheinlich genau Nairas Ding. Mit einem mulmigen Gefühl in der Brust trat Victor an die Tür und betrat den Saal. Man kam ganz oben rein und durfte über alle Sitzplätze hinweg nach unten zum Dozentenplatz hinuntersehen. Das alles war für sie voll besetzt gewesen.
      Victor sah Naira unten noch ihre Kabel zusammen packen. Er sagte nichts, beobachtete sie lediglich ob es ein Anzeichen für Misstrauen für ihn gab. Doch er sagte sich auch immer wieder, dass er nicht so eifersüchtig sein sollte. Wie oft musste und hatte Naira ihm ihre Liebe gestanden und bewiesen. Es reichte...
      Als sie sich wohl zum Gehen aufmachte, hob Victor zur Begrüßung seine Hand: "Ich dachte ich erspare dir den Weg ins Büro."
    • Naira O'Connor

      Durch die Worte, die ihr der junge Herr gesagt hatte kam Naira schnell ins Grübeln und hinterfragte die Situation. Sie war sich nicht sicher, ob Victor je mit ihr über die Situation sprechen wollte, oder ob er wirklich jeden ihrer Versuche abwimmelte. Er konnte scheinbar über so etwas nicht sprechen, aber so wirklich wusste die Frau auch nicht, ob er es jemals versuchte. Sie seufzte. Letztendlich blieben ihr ihre heimlichen Besuche bei einem. Psychiater, wenn es wirklich nicht mehr ging und die Alpträume zu viel für sie wurden, in der letzten Zeit hatte sie ihn aber auch nicht gebraucht.
      Naira nahm ihre Sachen zusammen, nachdem sie das Licht ausgeknipst und alles ausgemacht hatte, sie wollte ihre Sachen in ihr Büro bringen und dann ihren Mann abholen, um mit ihm gemeinsam was zu essen. Sie hatte es sich so gewünscht und wenn der Mann sich dafür nicht frei genommen hatte, dann würde sie die dominante Seite seiner Zukünftigen wieder in Erinnerung rufen. Es überraschte die Frau jedoch, als sie seine Stimme vernahm und sie blickte hoch. Ein Lächeln bildete sich sofort auf ihren Lippen, auch wenn ihre Wangen noch immer leicht rötlich waren. "Der Detective kann ja wirklich an seine Frau denken". Sie neckte ihn ein wenig und nahm die Treppe, um ihm entgegen zu kommen. Auf einer Stufe unter ihr kam Naira zum Stehen, sie war damit deutlich kleiner, als ihr Verlobter. Sie blickte zu ihm hoch, suchte den Augenkontakt mit dem Mann. Er wirkte irgendwie.. Unglücklich.
      "Was ist los, Vic?". Sie legte ein wenig den Kopf schief und hätte ihre Hand auf seine Wange gelegt, wenn sie die Hände nicht voll hätte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie aus der Ferne zu beobachten erinnerte Victor an damals, als er seine erste Woche in Anchorage angefangen hatte. Es hatte geschnien, es war kalt und er war noch immer betrunken gewesen. All die Zeit beim Therapeuten, die man ihm damals aufgebrummt hatte, war vergeudet gewesen. Aber die Zeit mit Naira gab ihm die Zuversicht alles zu schaffen. Warum er aber nicht ihr einmal zu hören konnte, konnte er nicht sagen. Es schmerzte einfach so sehr. Es machte ihn unruhig und er konnte kaum noch seinen Verstand ordnen, wenn er auch nur einmal daran dachte. Sie wäre ihm entglitten und er konnte nichts für sie tun. Als sie ihn bemerkte, atmete er tief durch, hielt die Luft an und ließ erst raus, als sie die Treppen zu ihm hoch nahm. Er lächelte schief. Als sie in seiner Nähe war, nahm er ihr einen Teil ihrer Unterlagen ab. Und es war Blödsinn, dass er spürte, wie ihm plötzlich warum und schlecht wurde. Aber die Erinnerungen schlichen sich von hinten an, als seien sie durch die Akten übertragbar.
      "Alles gut, ich wollte dich nur holen.", er beugte sich vor und gab ihr einen knappen Kuss auf die Lippen. Lediglich eine knappe Berührung. Jetzt wo sie Mann und Frau wurden, konnte er das auch hier machen. Schließlich kannten sie sich noch bevor sie angefangen hatten hier zu arbeiten.
      "Du siehst gut aus. Lief es denn so wie du es wolltest?", Victor nickte in Richtung des Ausgangs. Er konnte sich denken, dass die Frau ihre Sachen erst einmal zum Büro bringen wollte. Er konnte sie ja begleiten. Ein wenig zeigen, dass diese Frau nicht alleine war. Manchmal hatte er das Gefühl, es immer wieder unter Beweis stellen zu müssen.
    • Naira O'Connor

      Der knappe Kuss auf ihren Lippen brachte ein sanftes Lächeln mit sich, auch wenn es eher sanft und unschuldig war. Naira hatte einen Arm frei, da ihr Mann ihr einen Teil abnahm, da konnte sie über seine Wange streicheln und ihm etwas Liebe von sich geben. Der junge Herr war auch schon wieder vergessen, sie konzentrierte sich nur noch auf ihren Mann. "Es ist mir eine Ehre, dass du mich holst..", sie meinte es nicht einmal böse, es war zum necken. Auf die Andeutung zu gehen nickte sie und setzte sich in Bewegung. "Es war.. Erstaunlich gut..", antwortete sie auf die Frage, wie es gelaufen war. "Der Anfang war schwer, aber nach der Einleitung waren alle zufrieden Und ich lockerer.. Es gab wahnsinnig viele Fragen zum Ende hin gewesen.. Die Presse hat viele Fotos gemacht und ich habe Anfragen für Interviews.. Letztendlich war der Saal komplett voll, es standen sehr viele..". Es war eine kurze und knappe Zusammenfassung, aber mehr würde Victor vermutlich nicht interessieren. "Und es gab einen Herren, der daran interessiert ist ein Buch von mir zu veröffentlichen! Er würde sich als Ghostwriter anbieten und es groß rausbringen.. Ist der Meinung, dass es die Menschen interessieren würde, was mir widerfahren ist, denn nicht jeder schafft es zu meinem Vortrag". Sie blickte zu ihrem Mann und schmunzelte, bevor sie mit den Schultern zuckte. "Ich finde, es ist Quatsch.. Es interessiert die Menschen ja, aber ein Buch? Weiß nicht.. Vielleicht könnte es aber gutes Geld für uns geben!".
      Die beiden betraten Nairas Büro und sie schloss es auf, bevor sie ihre Sachen verstaute und ihre Tasche nahm. Sie lehnte sich etwas gegen den Schreibtisch und sah zu Victor." Also, mein geliebter fast Ehemann.. Wo sollen wir essen gehen? Ich dachte an ein typisches Diner? Mit hübschen Frauen in kurzen Kleidchen.. Guten Burger und paar Pommes.. Wir könnten auch ins Kino.. Oder vielleicht ein Sexkino?". Sie kicherte und zwinkerte ihrem Mann zu.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor lauschte ihrer Antwort. Und er erwischte sich dabei, dass er hoffte, dass Naira nichts weiteres annehmen würde. Weder Interviews, noch irgendwelche sinnlosen Buchverträge, die dann jeder von ihnen beiden ausbaden müsste. Doch er sagte nichts, auch wenn es ihm auf der Zunge lang ihr von seiner Meinung zu erzählen. Stattdessen beglückwünschte er sie: "Gut zu hören, dass auch dir es Spaß gemacht hat. Weniger Stress machen dann, wenn es wieder zu so einem großen Vortrag kommt.", er lächelte und legte ihre Akten bei Seite, wo sie ihm sagte, dass sie hin gehörten. Dann trat er bei Seite und steckte die Hände wieder in die Hosentaschen.
      Ihre neckische und laszive Art überraschte ihn immer wieder. Er sah sie fragend an, musste dann aber prusten: "Ein Sexkino?", fragte Victor kritisch, "Ich dachte solche Dinger gibt es in diesem Jahrhundert gar nicht mehr."
      Es war weder eine Zusage noch eine Absage. An sich war ihm nicht einmal nach Sex oder irgendwelche intimen Praktiken mit seiner Frau. Vielleicht ließe er sich noch im Laufe des Abends zu anderem überreden. Aber vorzeitig, war er froh genug mit ihr einfach nur essen zu gehen.
      "Burger und Pommes klingt klassisch amerikanisch. Dem kann man wohl nicht widerstehen...", er trat an sie heran, legte die Hände auf ihre Knie und streichelte sanft hoch, noch immer ein wenig zu nachdenklich, zu unschuldig für seine rabiate Art, die er meist bei so einem Thema anlegen konnte: "Es war dein Tag heute und lass es auch dein Abend sein. Ein wenig schmuddelig oder ganz klassisch mit Wein und Lagerfeuer. Ich bin dabei. Ich will heute nur mal Augen für dich haben. Und den Kopf.", erklärte er ihr und beugte sich dann wieder zu ihr vor, um einen Kuss zu stehlen.
    • Naira O'Connor

      "Oh es kommt noch vor.. Mindestens vier Mal sind ausgebucht.. Ich weiß nicht, woher die ganzen Leute kommen". Naira seufzte und schüttelte ein wenig den Kopf, aber das nächste Mal würde es deutlich entspannter für sie laufen, wie sie sich nun dachte. Sie legten die Sachen ab und Naira schlug etwas lockeres vor, eigentlich wollte sie ihrem Mann nur ein Lächeln auf die Lippen zaubern, aber er sprang nicht darauf an, was sie da von sich gab. Er trat aber dennoch an sie heran, Nairas Art lockere sich jedoch nicht, als ihr Mann weiter sprach. Etwas stimmte nicht und das konnte er nur äußerst schlecht verbergen, vielleicht lief der Fall schlecht und es bedrückte seinen Kopf zu sehr? Es war ihre beste und einzigste Erklärung darauf.
      Die Dunkelhaarige ließ sich in einen Kuss ziehen, legte dabei ihre Hände auf seine Wangen und hielt ihn bei sich fest. Sie schenkte ihm die Aufmerksamkeit und Liebe, bevor sie den Kuss beendete und in Victors Augen blickte. "Für wen haben sie also noch Augen, Detective Parker?". Sie neckte den Mann wieder einmal und hoffte, dass er sich dieses Mal vielleicht ein wenig lockern konnte, letztendlich nahm sie aber ihre Arme runter und seufzte. "Was ist los, Vic? Ist die Arbeit zu stressig oder hab ich was falsch gemacht? Wir müssen heute nicht ausgehen, wenn dir nicht danach ist.. Ich weiß selbst, wie das im Revier läuft.. Du muss einfach Nur mit mir reden.. Dann können wir uns irgendwo Essen zum mitnehmen nehmen.. Uns auf die Couch werfen und einfach den Abend genießen..". Sanft Strich ihre Hand durch seine Haare, ihre Züge waren locker, auch wenn ihre Augen ein wenig fragend zu ihm blickten.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er genoß sichtlich ihre kleinen Streicheleinheiten und auch beim Kuss ließ er sich von ihr bei ihr behalten, bis es ihr genug war. Jedes Mal, wenn er sie küsste gingen die Lichter aus, neue gingen an und es war still in seinem Kopf. Wenn seine Lippen ihre verließen kamen die Gedanken wieder. Dass er schlecht darin war seine Gefühle zu verbergen war ihr wohl am besten klar und deswegen bohrte sie vornehmlich nach. Doch er schmunzelte nur und legte den Kopf in ihre Richtung gelehnt: "Es ist nichts...ist einfach etwas zu viel im Büro gewesen."
      Er konnte ihr ja nicht sagen, dass er ein unter zwei Augen Gespräch hatte mit einer Kollegin, die mindestens genau so gut aussah wie Naira. Nicht dass er glaubte, dass sie eifersüchtig wurde, schließlich war ja nichts geschehen. Aber Victor kannte sich selbst sehr gut und an ihrer Stelle wäre er wütend geworden und hätte sie schon zu zu vielen Dingen verurteilt. Um nicht weiter den Kopf dieser Sache zu zu wenden, ergriff er ihre Hand, drückte einen Kuss darauf und schüttelte einmal den Kopf kräftig aus: "Lass uns essen gehen. Der Detective bleibt heute mal im Revier und...Victor führt die tolle Lady aus...", er lächelte, bemühte sich darum das Spiel zur guten Miene zu machen.
      "Ein Burger und Pommes, mit allem was du haben willst. Ich fahre dich hin wohin du willst. hast es heute schließlich verdient.", damit nahm er sie am Arm und zog sie mit hinaus, ließ ihr nur knapp Zeit die Türe ihres Büros noch zu schließen, bevor es runter zu den Parkplätzen gingen und zu dem wunderschönen Dienstwagen, den man ihm gegeben hatte.
    • Naira O'Connor

      Sie kaufte ihm letztendlich kein einziges Wort ab, was er da von sich gab, sie kannte ihren Mann immerhin schon ein wenig länger und wusste genau, wenn ihn etwas quälte, aber scheinbar wollte er nicht darüber reden, deshalb ließ sie es einfach bleiben und versuchte selbst sich etwas zu entspannen. Es war ihr dennoch nicht ganz geheuer, war eine Frau im Spiel? Er würde definitiv keiner anderen Frau schöne Augen machen und wenn es eine ihm tat, dann war es nun so, was sollte seine Frau denn gegen machen? Vielleicht war es ja der Fall, wobei er die letzten Tage nicht so drauf war, wie heute. Vielleicht müsste sie ihm mal einen Besuch in seinem Büro abstatten um zu sehen, was der Mann für ein Problem hatte.
      Letztendlich nickte Naira ihrem Mann zu und ließ sich von ihm ausführen. Ein leichtes Lächeln war auf ihren Lippen zu sehen, sie befürchtete, dass der Abend zu sehr ausarten würde. Sie stieg in den Wagen, schnallte sich an und sah noch einmal zu ihrem Mann. "Planänderung..",kündigte sie an und nahm ihr Handy raus, um nach etwas zu suchen. Sie gab ins Navi die Adresse ein und tippte dann aufs Suchen, damit der Weg angezeigt werden konnte. Es lag zwanzig Minuten entfernt, aber es war erst der späte Nachmittag, sie hatten noch viel Zeit vor sich.
      Ein Arbeitskollege hatte ihr ein gutes mexikanisches Restaurant empfohlen, nicht weit von einer Kegelbahn, zu der sie als erstes wollte. Sie wollte ihren Abend so gestalten, wie es ihr gefiel, sie durfte schließlich wählen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Manchmal glaubte Victor, dass Naira vielleicht doch mit einem wie Alex besser gefahren wäre. Er konnte es nicht ganz in Worte fassen, was er darunter zu verstehen hatte, als sie das Navi anschmiss und sie zu einer Kegelbahn führte. Victor blieb erst auf dem Parkplatz stehen und sah hinauf. Ein leuchtendes Zeichen mit drei ausgefächerten Pins und einer Bowlingkugel die zwischen den dreien hin und her hüpfte.
      Victor beobachtete das Schild eine Weile, bis er zu Naira sah: "Das ist deine Wahl, wie du den Stress abbauen magst?", fragte er und schaffte es nicht, nicht zu grinsen. Schließlich war es eigentlich gar nicht blöd und es war untypisch für die beiden. Vielleicht lenkte es sogar ihn selbst ab, so dass er nicht mehr an die unterschiedlichen Szenarien denken müsste, ob und ob nicht Naira eifersüchtig wäre. Letztlich war sie ja seine Frau. Also stiegen sie aus und er ging mit ihr hinein. Es war rappel voll zu dieser Zeit. Eine Bahn war belegt von Senioren, die wohl gemeinsam wöchentlich sich zu einer Partie trafen. Zwei weitere waren, wie es schien Geburstage.
      "Wie lange willst du spielen?", fragte Victor ohne es weiter zu hinterfragen, warum genau die Frau nun kegeln wollte. Wenn seine Kollegen doch bloß wüssten. Eigentlich sollte er über dem Fall hängen...
    • Naira O'Connor

      Victor parkte auf dem Parkplatz vor dem Bowlingcenter und die beiden stiegen aus, bevor er einen blöden Kommentar von sich gab. Naira grinste breit und sah zu ihrem Mann. "Hast du etwa Angst, dass dich deine Frau schlagen wird?", fragte sie neckisch und führte ihren Mann dann nach drinnen. Es war wahnsinnig voll, aber es befanden sich noch zwei freie Bahnen, eine davon wollte sie gleich buchen. "Wir können erst einmal eine Runde zusammen spielen und dann entscheiden, ob du eine Revanche haben willst, oder wir essen gehen.. Mein Arbeitskollege schwört auf den Mexikaner gegenüber und ich habe noch nie mexikanisch gegessen, wäre also mal Zeit für uns.. Und ich würde es mit niemanden lieber teilen, als mit dir". Sie strahlte über beide Ohren hinweg, hoffte aber, dass ihr Mann dem zustimmen würde. Naira buchte eine Bahn, sie gab die Schuhgröße von sich und ihrem Mann an, um zwei Paar Schuhe auf den Thresen gestellt zu bekommen. Hand in Hand führte sie ihren Mann zu der Bahn und blickte sich um. "Ich sollte dir nur mal verraten, dass ich keine Ahnung von Bowlen habe.. In Alaska gibt es so etwas nicht". Ein wenig schüchtern blickte sie zu ihrem Mann hoch, bevor sie sich setzte und ihre Schuhe auszog. "Ich hoffe, du kannst mir dabei helfen..". Es könnte romantisch werden, wenn er es wirklich tun würde.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Nicht, dass Victor wirklich Angst um sein Ego in so einem Ambiente hatte. Kegeln, Bowlen...war ja sowieso alles dasselbe, aber es interessierte ihn nur mässig, weswegen ihm wohl eine Niederlage gegen Naira in dieser Sportart kaum etwas anhaben konnte. Er zuckte mit den Schultern hoch und seufzte dann leise, als er stumm zustimmte eine einzige Runde erst einmal zu buchen. Das sollte ihnen reichen, um es mal zu beschnuppern.
      "Du haust mich sowieso jeden Tag von den Socken...", flüsterte er ihr über ihre Schulter ins Ohr, als sie die Schuhe für die Kegelbahn entgegen nahm. Wirklich heiß waren diese nicht und auch nicht sehr gemütlich.
      "Gehört wohl zu deren Marketing...Die Schuhe will man nicht den ganzen Tag tragen.", grummelte Victor, als sie sich rüber begaben zu der 7ten Bahn und sich erst einmal setzten, um die Schuhe umzuziehen. Victor beobachtete die anderen Menschen, wurde dann aber hellhörig, als Naira einen Kollegen erwähnte, der ihr ein Restaurant wohl empfohlen hatte. Ihr Satz darauf, mit ihm diese Erfahrung teilen zu wollen, ließ ihn den Blick mildern: "Ich kann dir wohl nichts mehr neues zeigen. Jetzt müssen schon andere dir zeigen, was du ausprobieren sollst.", brummte Victor, stellte seine Schuhe bei Seite und lief die neuen erst einmal ein paar Schritte ein.
      "Keine Angst. Ich habe seit Jahrzehnten nicht gespielt und ich denke Mal das eine Mal wo ich mit Freunden unterwegs war gilt auch nicht. Wir wurden an dem Abend nicht mehr nüchtern.", erklärte er und trat erst einmal an den großen Bildschirm, dessen Software sich als schwierig zu bedienen herausstellte. Es brauchte seine Weile bis er beide Namen eingetragen hatte, bevor es dann ausgelost wurde, wer zu erst anfangen sollte. Zu Nairas Glück war es Victor und er trat vor, schnappte sich eine mässig schwere Kugel und hob sie an seine Brust: "Und nun staune und ...lerne.", er versuchte es professionell zu machen, doch die Kugel rutschte keine 4 Meter auf der Bahn in die Rinne. Victor schnaubte und wartete noch mit zu Naira mit dem Rücken gewandt, auf die Kugel, dass sie ganz verschwand. Mit veralteten Soundeffekten wurde sein 'Miss' ihm am Bildschirm über der Bahn angezeigt.
      "Siehst du...wie ein Profi.", Victor versuchte zu scherzen, wandte sich von der Bahn ab und gab Naira nun den Platz.
    • Naira O'Connor

      Eine Gänsehaut bildete sich auf dem Körper der Dunkelhaarigen, als ihr Mann ihr ins Ohr flüsterte. Die Worte waren wirklich süß, es ließ sie schmunzeln und ein wenig die Wangen rot werden. Wirklich oft bekam sie so etwas nicht zu hören, vielleicht konnte deshalb Naira nicht mit Komplimente umgehen, immerhin bekam sie häufiger von ihren Arbeitskollegen welche, als von ihrem Mann, aber Victor gab sich Mühe und das sagte sie sich jedes Mal immer wieder aufs Neue. Denn das zählte am meisten, dass er sich Mühe gab toll zu sein.
      Als sie ihren Kollegen erwähnte, der ihr das Restaurant empfohlen hatte wollte sie sich am liebsten auf die Zunge beißen, sie konnte aber auch nicht erwarten, dass Victor so.. Grimmig darauf reagieren würde. Damit sank die Laune der Frau wieder deutlich, sie wollte doch keinen Streit anfangen, aber wenn der Abend so aussehen sollte, dann würde sie den Weg nach Hause laufen, auch wenn sie am anderen Ende von der Stadt waren. Oder sie würde sich ein Taxi rufen, um nicht mit Vic diese zwanzig Minuten im Auto sitzen zu müssen. Aber noch ließ sie dem Abend eine Chance, vielleicht musste ihr Mann nur ein wenig warm werden.
      Naira zog sich die Schuhe an und wartete gespannt darauf, bis Victor alles fertig gemacht hatte. Sie sah ihm dann auch zu, es sah gar nicht so schwer aus, wie sie gedacht hatte, aber die Kugel rutschte ab und landete im Graben, oder wie man es auch immer nannte. Mit einrm gespielten traurigen Gesicht sah sie zu ihrem Mann. "Und ich soll von diesem Profi hier lernen?", neckte sie ihn und zwinkerte ihm zu, bevor sie sich an die Auswahl der Kugel machte. Eine mittelschwere suchte sie sich auch und wog sie ein paar Mal in der Hand ab. "Warum sagte mir keiner, dass die so schwer sind?". Sie trug diese aber trotzdem zu der Bahn und hörte nicht weit von sich, wie eine Gruppe an einer anderen Bahn jubelten. Scheinbar konnte es ja wirklich Spaß machen.
      Naira führte die gleichen Bewegungen aus, die auch ihr Mann ausgeführt hatte, jedenfalls versuchte sie es, bevor sie die Kugel losließ und gespannt darauf war, wie gut sie nun sein würde. Die Kugel blieb auf der Bahn und nahm einen Kegel mit, daraufhin jubelte Naira für sich und drehte sich zu ihrem Mann um. "Wer ist hier der Profi?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Eine wirklich normale Beziehung konnten die beiden gar nicht zu einander führen. Sie waren geschändet im Kopf und hatten wohl selbst kaum noch wirkliche Liebe übrig. Aber so schätzte es Victor ein, was wohl der größte Grund sein mochte, warum er es nicht über sich brachte mit Naira liebevoll umzugehen. Trotzdem versuchte er es, er bemühte sich wirklich. Es waren kleine Dinge. Er hörte ihr zu, wenn es ging, legte eine Hand auf ihre und berührte sie Morgens nur ganz kurz und trotzdem zeigte er damit einiges an Zuneigung, nicht wahr? Ob jeder damit zurecht gekommen wäre nur so viel Liebe abzubekommen, sei mal da hin gestellt. Naira beschwerte sich zwar nicht sofort, aber wenn es akut war, dann wusste die Frau, wie sie den Mund aufmachen sollte.
      Victor schnaubte gespielt beleidigt: "Das war ein 1A Wurf von mir.", sagte er und trat bei Seite, um Naira nun zu zusehen. Gerade noch wollte er ihr sagen, dass sie auch gerne eine leichtere Kugel nehmen konnte, doch er ließ sie erst einmal machen. Im Gegensatz zu ihm blieb ihre Kugel auf der Bahn und auch wenn sie dann nur einen Kegel umstieß, so war sie damit in Führung. Victor konnte ihr aber nicht wütend sein. Er lachte innerlich sogar, weil Naira sich so sehr freute über den kleinen Sieg.
      "Irgendwann wird auch der Lehrling den Meister übertreffen müssen, oder?", er wechselte wieder mit ihr Positionen und versuchte sein bestes nicht mehr im Hintergrund stehen zu bleiben. Mit einer guten Ausführung und Glück blieb die Kugel nun auf der Bahn. Er schaffte ein Split. Dabei waren die mittleren Kegel von der Bahn gefegt worden und die seitlichen blieben stehen. Das erlaubte ihm noch einmal werfen zu dürfen. Doch sehr erfreut war er über diese Punkte nicht. Seine zweite Kugel verschwand im Loch hinter der Bahn ohne einen weiteren Kegel berührt zu haben.
      Er zuckte mit den Schultern und drehte sich zu Naira um: "Das schaffen nur die Profis.", sie machten sich natürlich nur darüber lustig und so nach und nach hatte Victor auch kein Problem damit sich darüber lustig zu machen und die Stimmung lockerte sich.
      "Mexikanisch danach klingt wirklich verlockend...Mh. Darf ich heute zwei scharfe Dinge vernaschen.", es kam mehr aus Versehen aus ihm heraus, als er das sagte. Sogar sein Gesichtsausdruck war überrascht, dass er das laut von sich gegeben hatte, doch niemand außer ihm und Naira hörte zu, also würde es bestimmt durchgehen.
    • Naira O'Connor

      Es fing an Spaß zu machen, denn auch Victor lockerte sich endlich und zeigte das, was sie so sehr an ihm liebte: den normalen Victor, der tief verborgen unter einer dicken Schicht des mürrischen Victor steckte. Sie beide könnten so viel Spaß haben, wenn er sich einfach öfter fallen lassen würde, es war ja schließlich nur mit ihr und niemanden anderen. Kurz überkam sie der Gedanke, ob er vielleicht nur nicht mit ihr so locker sein konnte, aber sie vergaß es auch schnell wieder, ihr Mann war ihr defitiv treu und wollte sich mit ihr amüsieren, dass redete sie sich ein.
      Naira wollte nach ihm werfen, nachdem er sich als Profi bezeichnet hatte, er führte auch zur Zeit, aber seine Bemerkung über das Essen und darüber, dass er Naira scharf fand brachte sie für einen Moment aus dem Konzept. Ihr Mann sagte sowas normalerweise nur, wenn sie unter sich waren, aber sie hatte, wenn sie ehrlich war, kein Problem so etwas öfter zu hören zu bekommen. Die Frau stellte die Kugel für einen Moment ab und nahm den kurzen Weg zu ihrem Mann, um vor ihm stehen zu bleiben und zu ihm hoch zu schauen. "Du willst mich also heute noch vernaschen?", fragte sie verführerisch und strich ihrem Mann sanft über die Brust. "Dann streng dich mal an, wenn du gewinnst kriegst du auch eine Belohnung". Sie zwinkerte ihm zu, grinste ihn an, bevor sich auch Naira der Kugel widmete und sie mit Schwung warf. Ein Strike, daraufhin gab es einen Jubel ihrerseits. "So macht man das, Looser!". Grinsend blickte sie zu ihrem Mann, es war mehr Glück, als Verstand gewesen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er hatte es ja selbst nicht erwartet, dass er ihr so etwas in der Öffentlichkeit sagte. Sie war heiß und sie gehörte ihm und sie war die einzige und bliebe es auch, in deren Nähe er er selbst sein konnte. Das stachelige und mürrische Dasein hatte bei ihr ein Ende. Zwar nicht immer, denn dieser Stachelmantel legte sich nur sehr schwer ab, aber er schaffte es immer öfter und wie es schien lernte er auch, dass nicht alles so schlimm war, wenn er nur mal versuchte. Eben wie jetzt mit dem anzüglichen Kompliment. Er wollte es schon ignorieren, doch Naira reagierte sehr positiv darauf. Sie legte sogar die Kugel bei Seite und trat an ihn heran. Er sah zu ihr runter, genoß ihre Worte und musste sich instinktiv über die Lippen lecken, als sie ihm klar machte, dass er für seine Belohnung kämpfen musste. Er war mit Tatendrang in der Brust bereit gewesen seine nächste Runde anzugehen. Da warf Naira einen Strike und ließ ihren Mann mit offenem Mund stehen. Sie jubelte und das sei ihr auch vergönnt gewesen.
      "Das war doch nur Glück...", brummelte er daraufhin und trat an ihr vorbei, um sich eine Kugel zu schnappen. Diesmal konzentrierte er sich und legte all sein Wissen, was gerade mal eine handvoll darstellen würde, in den Wurf. Die Kugel rutschte über den polierten Boden und traf wieder die Pins in der Mitte und ließ die außen stehen. Victor schnaufte. Sein zweiter Wurf traf wenigstens noch eine Seite und es fehlten nur 2 Pins.
      Er drehte sich um zu Naira: "Ich werde dich schon noch einholen. So ein Angebot lasse ich mir nicht entgehen."
      Es war eine gute Idee gewesen frei zu nehmen und sich um sie zu kümmern, statt um die Arbeit. Für die Spielstunden gemeinsam konnte einfach abschalten und es plagte ihn kein schlechtes Gewissen, auch wenn ihm sehr wohl klar war, dass früher oder später ihn dieses übermannen würde.
    • Benutzer online 3

      3 Besucher