[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Naira O’Connor

      Es war merkwürdig, Victor so überrascht zu sehen, aber es gefiel der Frau sehr. Es war eine andere Art an ihrem Freund, es war ihm scheinbar doch nicht immer alles egal, wie er es sagte und oft auch tat. Er hatte auch Gefühle, die sie selbstverständlich respektierte und oft auch sah, aber Naira musste noch lernen damit umzugehen und es richtig einzuschätzen. Sie brauchten beide Zeit in dieser Beziehung, mussten sich aufeinander einstellen, das kleine Rollenspiel war vermutlich schon der nächste Schritt.. apropos Rollenspiel..
      Victors Frage riss die Frau aus ihren Gedanken. Sie sah zu ihm und musterte sein Gesicht, bevor der Mann seinen Kopf auf ihre Schulter legte. Behutsam strich eine ihrer Hände durch das rote Haar, es war lang aber es stand dem Mann sehr gut. Er sah damit anders aus.. „Ich weiß nicht, wenn ich keine Lust mehr habe werde ich es dir sagen..“, antwortete die Dunkelhaarige und lehnte ihren Kopf ein wenig vor, um ihrem Freund einen Kuss auf den Kopf zu geben. „Du gibst mir einfach die Schlüssel, ich fahre uns nachher heim und dann darfst du auch trinken..“. Fahren würde die Frau hinkriegen. Sie lehnte sich vor, damit ihr Mund an seinem Ohr war. „Aber wenn du das tust, darfst du mir die Strümpfe nachher nicht ausziehen.. und auch das Kleid nicht..“, flüsterte Naira, legte einen verführerischen Unterton dazu, während ihre Hand mit seinem Haar spielte. „und du darfst es mir auch nicht besorgen.. ich werde dann einfach schlafen gehen..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es war dieses nölende Verlangen in ihm, dass nach dem Alkohol schrie und Victor dazu zwingen wollte etwas zu trinken. Einfach nur damit jegliche Gedanken von ihm verstummten und er sich nur noch um banale Dinge kümmern musste, wie seiner Freundin hinterher zu laufen oder allen zu zeigen, dass sie sich nicht mit ihr einlassen sollten. Sie war sein...Sie sollte es auch bleiben und selbst wenn Captain Ramirez ihnen nicht ihren "Segen" erteilt hätte, indem sie von ihrer Existenz als Paar überhaupt wusste und als süß betitelte, hätte er alles daran getan, dass er mit ihr alles durchleben wollte.
      Das sanfte Streicheln durch seine Haare beruhigte ihn, wie jedes Mal, wenn sie anfing damit zu spielen. Die rhythmischen Bewegungen und das sanfte Ziehen lenkten ihn gar ab, während er mit geschlossenen an ihrer Schulter lehnte. Erst als sie den Kopf zu ihm senkte und er ihre warme Stimme am Ohr wahrnahm überkam ihn ein warmer Schauder und alles in ihm spannte sich schlagartig an.
      "Ich darf nicht?", fragte er sinnloser weise und öffnete lediglich die Augen. Sie so nah bei sich zu haben, ließ ihn ihr Parfüm riechen und das Shampoo. Sie kehrten wieder zu dem Spiel zurück, dass sie angefangen hatten, nur weil Victor ihr gebeichtet hatte, wie dominant seine erste Freundin war und dass er deswegen wohl auf so frivoles Zeug wie Rollenspiele stand. Victor kaute auf der Unterlippe und grinste dann belustigt in sich hinein.
      "Jetzt bin ich mir uneins...", er hob den Kopf an und sah ihr in die Augen, "Betrunken sein hat seine Vorteile...der Morgen danach ist nur grauenvoll...Aber auf dich warten heißt nervige, betrunkene Kollegen aushalten zu müssen, bevor ich meinen Spaß habe...", auch wenn es wahrlich wohl nicht um seinen Spaß direkt ging, eher um ihren. Victor beugte sich vor um kurz vor ihren Lippen anzuhalten, als könne er sie damit locken ihn zu küssen. Die Entscheidung war nicht wirklich so schwer, wie er tat, auch wenn ihm das Trinken wahrlich geholfen hätte die Gedanken zu glätten..
    • Naira O’Connor

      Victor war wie eine Katze, er schnurrte und war zahm, wenn man ihn kraulte, konnte aber auch bissig und frech werden, wenn man mit ihm spielte. Er nahm seinen Kopf hoch und Nairas Augen betrachteten seine. Ihre Finger fuhren sangst über seine Wange, bis hin zum Ansatz des Bartes, bevor sie wieder nach oben wanderten. Der Mann wagte es tatsächlich ab, was ihm lieber war, aber sie war sich sicher, dass er es nicht ernst meinte. Er spielte genauso mit ihr, wie sie mit ihm.
      Victor kam ihr näher, die Dunkelhaarige musste schwerer atmen, ihr Brustkorb hob und sank deutlich schneller, ihr Herz raste plötzlich. Mit einem der Daumen strich sie sanft über seine Lippen, fuhr drüber und folgte dem mit ihren Augen. „Du musst dich entscheiden.. ich könnte meinen Einsatz auch ein wenig erhöhen.. wenn du brav bist und nicht weiter trinkst.. würde ich dich nicht nur mich ausziehen und verwöhnen lassen.. ich würde auch.. die Oberhand nehmen und reite dich gerne“.
      Ihre Augen fuhren sofort zu seinen, während sich Naira sanft auf die Lippen biss. Einen Moment blieb sie so, dann beugte sich die Frau weiter nach vorn, um die letzten Zentimeter zu überbrücken. Ihre Lippen lagen aber nur sanft auf seinen, bevor der Kuss nämlich weiter gehen konnte waren Gelächter im Treppenhaus zu hören. Schritte folgten, die Leute kamen wieder hoch. „Bier zählt nicht dazu“, flüsterte Naira noch mit einem Zwinkern und griff zu ihrer Flasche, um zu trinken.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Wenn sie nur wagte so weiter zu reden, wie sie es gerade tat, hätte er sie direkt auf der Bar genommen. Aber er konnte nicht einfach so. Nicht weil sie die Oberhand über ihn haben durfte an diesem Abend, sondern weil das nervige Gelächter der Kollegen bereits das Treppenhaus hoch kam und die offen stehende Tür der Wohnung, es unglaublich laut vorkommen ließ. Victor stahl ihr einen Kuss, nachdem sie sogar eine Erlaubnis aussprach gegenüber dem Bier. Es war eine Leichtigkeit sich mit diesem zu betrinken und nicht mehr ansprechbar zu sein, aber er wollte nicht übertreiben. Sein Kopf musste frei genug sein für sie und ihre Bedürfnisse.
      Noch bevor die Kollegen hoch kamen und sie entdecken konnten, brachte Victor wieder Abstand zwischen die beiden, um nicht auffällig zu sein. Er musste sich am Kinn kratzen und hoffte, dass die Hitze in seinem Gesicht nicht zu erkennen war. Naira ließ er dabei aber nicht aus seinem Blick. Sie wollte ihn und dieses Verlangen machte ihn rasend: "Ich nehme den Deal an...", raunte er heiser, bevor er sich abwandte und in Richtung des Badezimmers verschwand. Er schloss es ab, ignorierte das Gelächter und die lauter werdenden Stimmen.

      Alex polterte lachend und mit nassen Haarspitzen in seine Wohnung hinein. Der Champagner klebte an ihm und seinem weißen Hemd. Sein Gesicht zeigte wie überaus glücklich und erleichtert er war. Aber vor allem wie erfreut, er sein konnte, Naira auf seiner Bar so sitzen zu sehen. Sofort strich er die Haare zurecht und kam zu ihr, um sich locker anzulehnen. Dabei verfehlte er knapp die Theke und hätte fast das Gleichgewicht verloren, hätte er sich nicht mit der zweiten Hand noch festgehalten.
      "Ups. Na, du?", fragte er dann mit einem schelmischen Grinsen und erlaubte es sich mit seinem Glas und ihrer Flasche zu toasten. "Schade, dass du nicht mit runter bist! Ich hätte dich auch getragen! Aber dann hätte mir Parker wohl den Kopf abgerissen...", lallte Alex vor sich hin.
    • Naira O’Connor

      Zwischen ihren Beinen breitete sich wieder eine gewisse Hitze aus und Naira war sich sicher, dass sie es nicht mehr lange aushalten würde, jedoch mussten die Kollegen ja irgendwann auch wieder hoch kommen. Victor stahl sich noch einen Kuss, nahm das Angebot an und verschwand, seine Freundin sah ihm mit einem Seufzer nach. Er ließ sie zurück, mit der Gefahr, dass sich ihr blonder Kollege gerne an Sie ranmachen würde, wenn er nur die Möglichkeit hätte. Er tat es auch, auch wenn sein Auftritt mehr als nur peinlich war.
      „Es ist auch besser so..“,sprach die Dunkelhaarige und nippte ein wenig an ihrer Flasche, während ihr Kollege noch näher zu ihr kam. „Du weiß, dass ich nicht gerne hochgenommen werde..“. Die Frau hatte ja auch eine Höhenangst und selbst wenn es nicht allzu hoch war, wenn man angehoben wurde, es war dennoch ein gewisser Angstreflex da.

      Naira stellte ihr Bier ab und glitt von der Bar runter, bevor sie sich ihr Kleid richtete. Es war leicht hochgerutscht, aber viel war nicht zu sehen gewesen. Dennoch haftete Alex Blick an ihren Beinen, während seine Augen größer wurden. „Du hast dich ja wirklich schick für mich gemacht..“,murmelte er und musste sich zusammenreißen, um Naira wieder in die Augen zu blicken. Sie hob wiederum ihre Augenbraue an und musterte den Kerl. „Du spinnst wohl..“. Eigentlich wollte Naira auch nur an ihm vorbei, um die Flasche wieder wegzustellen, aber Alex hatte wohl viel zu viel getrunken und schnappte sich ihren Arm, um sie zu sich zu ziehen. „Du lügst..“, raunte er ihr ins Ohr, während er sie mit einem Arm an sich drückte. Das war der Punkt, an dem sie am liebsten ausgerastet wäre, aber die Frau atmete tief durch. „Lass mich los, Alex..“. Er war immerhin betrunken.
      Doch der Mann nahm nur einen Arm runter und strich sanft über ihr gesundes Bein, entlang der Strümpfe. „Du hast sie schon mal getragen, ich erinnere mich.. Mhmm.. das war eine.. sehr heiße Nacht gewesen..“. Seine Hand fuhr entlang der Spitze an ihrem Bein. „Du lässt mich los Alex, oder ich werde nicht für mich garantieren können..“, ihr Tonfall machte nur allzu deutlich, dass es besser wäre, sie loszulassen, aber der Blonde dachte nicht dran.
      „Ich muss mich an unsere Beziehung zurück erinnern.. weiß du, ich dachte schon, ich sollte aufgeben.. aber die Strapsen heute, zeigen mir nur.. wie sehr du mich vermisst..“. Seine Hand fuhr noch höher und bevor sie hoch genug war schaltete sich Nairas Abwehrmechsnismus ein. Er war betrunken, aber in diesem Moment war es der Frau auch schon egal, sie ließ definitiv nicht so etwas mit sich machen. Sie handelte schnell, schubste den Mann weiter an die Bar, um genug Raum zu haben, damit sie mit ihrer Faust ausholen und ihm mitten ins Gesicht schlagen konnte.
      „Fuck!“. Alex hielt sich das Gesicht fest, während seine Augen verwirrt nach einer Antwort in Nairas Gesicht sahen. Diese war wütend, mehr als nur wütend, bewegte sich aber nicht, sondern starrte ihren Kollegen nur an. In dem Raum wurde es still, alle Kollegen brachen ihre Gespräche ab und sahen zu den beiden, vor allem aber zu der Detective.

      Eine halbe Minute hielt sie in ihrer Position, bevor die Dunkelhaarige kopfschüttelnd aus dem Raum lief. Erinnerungen schossen ihr vor das geistige Auge hoch, sie wollte sich nicht erinnern, definitiv nicht.. in Windeseile waren ihre Schuhe angezogen und sie hatte nach ihrer Jacke gegriffen, dann war sie auch schon aus der Wohnung verschwunden.
      Nicht einmal die Wunde schmerzte mehr, als sie die Treppe runter rannte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor öffnete den Wasserhahn und füllte seine Hände mit dem kalten Wasser, dass er sich sogleich ins Gesicht klatschte, um ein wenig von der Hitze zu verlieren und wacher zu werden. Naira hielt ihn auf Trab und ihre Gespräche alleine machten ihn geil. Aber das Wasser brachte wieder die Nüchternheit hervor. Noch einmal füllte er eine Hand und benässte damit seinen Nacken. Unruhig und murrend streckte er den Kopf in den Nacken und schloss die Augen dabei. Nur ein wenig wollte er der Hitze entkommen, die sich zwischen ihnen gesammelt hatte. Da hörte er wie still es außerhalb des Badezimmers wurde. Da das Bad an der gegenüberliegenden Wand war, hatte er nichts vom Fluchen und der Unterhaltung mitbekommen. Aber die plötzliche Stille machte ihn stutzig. Also schloss er das Wasser wieder und rieb sich mit einem Handtuch das Gesicht und den Nacken trocken, bevor er es auf den Rand der Badewanne warf.
      Mürrisch und verwirrt, trat er heraus. Die Kollegen starrten alle gebannt an eine Stelle, wo Alex noch mit der Hand an seiner Wange stand und in Richtung der Wohnungstür starrte. Victor sah sich fragend um. Den Gesichtern konnte er aber nichts entnehmen und keiner der Personen wollte ihm direkt erklären was geschehen war. Victor brauchte einen Moment bis er verstand, dass Naira nicht anwesend war und sofort dachte er dass es etwas mit Alex zu tun hatte, der da wie ein begossener Pudel die rote Wange rieb. Der Blonde fing seinen Blick auf und schnaubte: "Schau nicht so! Naira hatte schon immer einen ordentlichen Bumms drauf!", lallte er laut genug. Victor ging direkt ein Licht auf und er bleckte instinktiv die Zähne: "Du kleiner Wichser...", knurrte er, während einige Kollegen sich bereit machten, um dazwischen zu springen, wenn es ausartete. Nicht alle waren mit der Art einverstanden, die Alex betrunken an den Abend legte, aber kaum einer war wirklich noch nüchtern. Viele fanden es auch nur unterhaltsam und einige hatten nicht einmal den unverschämten Versuch sich an die Detective heranzumachen gesehen. Aber Victor warf seinem Kollegen nur einen wütenden Blick zu und lief zum Ausgang. Nairas Schuhe waren nicht da, er zog sich schnell seine über und knallte die Tür hinter sich zu. Das war alles vielleicht ein wenig zu dramatisch und nicht unbedingt notwendig gewesen. Aber nach und nach war es Victor dann doch egal. Er hatte mit Alex geredet und dass er sich zusammenreißen sollte, weil es weder ihm noch Naira gefiel, wie er sie manchmal umspielte.

      Victor kam schnaufend unten an und neben der kalten Luft stieß ihm auch der rauchige Geruch direkt in die Nase. Noch immer knallten Feuerwerkskörper in die Luft. Er sah sich nach Naira um und suchte ihren Wagen auf, weil er sich gut vorstellen konnte, dass sie nach der Aktion nach Hause wollte, oder zu mindest irgendwohin wo sie an Geborgenheit denken konnte.
      "Naira?", unsicher trat Victor an den Wagen und legte eine Hand auf die bereits kalt gewordene Motorhaube.
    • Naira O‘Connor

      Hätte sie vorher eingreifen sollen? Hätte sie sich von Anfang an entziehen sollen und ihrem Kollegen klare Grenzen weisen? Es war sicherlich nicht richtig, dass sie zugeschlagen hatte, aber Naira war selbst darüber wahnsinnig schockiert. Sie hatte aus Reflex gehandelt, Alex hatte es wieder einmal übertrieben und das war nicht das erste mal. Er hatte der Detectiv in seinem betrunkenen Zustand so einiges angetan, was sie lieber vergessen wollen würde, aber es war geschehen und sie konnte es nicht rückgängig machen, jedenfalls sagte es sich die Frau immer wieder.
      Jeder hatte so seine Geheimnisse, vor allem auch dunkle Geheimnisse und auch Alex hatte eine Menge davon. Er war anders, wenn er betrunken war und davon musste Naira in ihrer Beziehung einiges ertragen, einer der Gründe, weshalb sie gegangen war. Dieses Mal ging sie auch, bevor es noch weiter ausarten konnte. Bevor sich Alex lächerlich vor all seinen Kollegen machen würde. Bevor sich noch Victor einmischen und ihn erst recht verprügeln würde.

      Die Frau lief auf ihren Wagen zu, während sie innerlich vor Wut kochte. Die Kälte war ihr in dem Moment egal, selbst ihr Bein schmerzte nicht wirklich, alles war angespannt, jeder einzelne Muskel. Naira lehnte sich mit dem Rücken zu der Eingangstür an den Wagen an und fuhr sich mit den Händen über das Gesicht. Hätte Victor ihr die Schlüssel gegeben, wäre sie schon längst abgehauen, nach Hause gefahren, aber sie wartete die ersten paar Minuten, atmete tief durch und unterdrückte ihren Drang nach Zigarette. Die Packug war in ihrer Jacke, oder vielleicht lag sie noch oben bei Alex, da würde sie aber definitiv nicht noch einmal hoch laufen.. die Wartezeit kam ihr wie eine Ewigkeit vor, sie wusste irgendwann auch nicht mehr, warum sie wartete. Woher wollte die Frau wissen, dass ihr Freund ihr folgen würde? Er hatte jetzt den Freifahrtschein er durfte trinken soviel er wollte und das noch mit Alex zusammen!

      Naira zuckte zusammen, als sie Victors stimme vernahm und sie blickte zu ihm. Er war hier, nicht da oben und trank sich auch nicht die Birne voll. Er war ihr gefolgt.
      Sie schluckte schwer, so langsam drang auch die Kälte zu der Frau durch.. sie kühlte ab „Victor..“, murmelte sie, bevor sie letztendlich beschloss, ihre Maske abzulegen und kam auf ihn zu. Sie tat nichts anderes, als ihren Kopf auf seine Brust zu drücken und ihre Arme um ihn zu legen. Genau das brauchte sie jetzt in diesem Moment. „Der Widerling hat mich.. angefasst“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Kaum war er am Wagen angelangt, kam Naira auf ihn zu. An ihrem Gesicht konnte er bereits erkennen, dass die Frau fertig mit ihren Nerven war. Sogleich drängte sie sich an seine Brust, umarmte ihn und ließ ihn verwirrt stehen, bis ihre Stimme überhaupt an seine Ohren drang und was er hörte gefiel ihm ganz und gar nicht. Hätte er das ein oder andere Bier mehr intus gehabt, dann hätte er sich von ihr abgewandt und wäre schnurstracks nach oben gegangen, um Alex von den Beinen zu reißen und solange in sein Gesicht zu schlagen, bis ihn jemand von ihm runterholte. Victor wurde wütend und war für die erste Zeit aber dennoch sprachlos. Was sollte er seiner Freundin in dem Moment sagen, wenn sie bei ihm Schutz suchte. Er schlang die Arme um sie und drückte sie fest an sich, dabei konnte er nicht recht sagen, ob er so fest drückte, weil er ihr Halt geben wollte oder weil er seine Wut damit kompensierte und sich zurückhielt nach oben zu rennen und Alex ordentlich die Meinung zu geigen. Der wenige Alkohol in seinem Blut war nicht genug, um die Emotionen zu entfesseln, die Victor in sich tragen konnte. Stattdessen blieb er doch recht ruhig und gefasst, wie sonst auch immer. Als würde es ihn nicht interessieren, was andere Leute dachten und taten. Aber das konnte er nicht so stehen lassen, schließlich musste er Naira zeigen, dass er immer für sie da war: "Alles gut...du hast ihm ordentlich eine verpasst, wie es schien...", sagte er leise und drückte ihren Kopf sanft an sich und strich durch die Haare. Vorsichtig zog er sie von sich und legte beide Hände an ihre Wangen, um ihr Gesicht sehen zu können und vor allem in ihre Augen zu sehen: "Wenn du willst...ich kann ihn verschlagen, bis er nichts mehr sieht...", schlug er ihr mit ziemlich ernstem Gesichtsausdruck vor, "Aber dann kündigt man mir, lande im Knast...Alex im Koma...und wir beide können nicht alleine fort in 14 Tagen. Und alle würden wissen was ich für dich empfinde...", er zählte ruhig die Konsequenzen so einer Handlung auf, als müsse er sie davon überzeugen ihn nicht nach oben auf Alex loszuschicken. "Wir fahren einfach nach Hause...Einverstanden, scheiß auf ihn." Mit den Daumen streichelte er ihr sanft über die weichen Wangen.
    • Naira O’Connor

      Er legte letztendlich seine Arme und seine Freundin und das war das beste, was er machen konnte. Naira fühlte sich geborgen, für einen Moment sogar ganz froh, draußen mit ihm zu stehen und nicht drinnen bei den anderen. „Meine Faust schmerzt .. ich muss ihn gut getroffen haben..“,murmelte die Frau und seufzte leise. Sie wollte noch etwas sagen, aber ihr Freund schob sie von sich weg und sah ihr in die Augen. Tränen hatten sich in ihren Augen gebildet, Naira hielt sie aber noch zurück, um nicht vor Victor nun zu heulen. Er reagierte wieder einmal richtig, sogar noch besser, als sich seine Freundin gewünscht hatte. Er sprach ihr gut zu, vor allem blieb er vernünftig und lief da nicht hoch, um den Kollegen zu verprügeln.
      „Ich würde ihn gerne im Koma sehen.. und es würde dich noch heißer machen, wenn ich dich im Knast besuchen müsste ...“,murmelte Naira und zog ein langes Gesicht, bevor sie sanft lächelte. Er hatte recht mit allem, was er gesagt hatte. „Aber du hast recht.. das wäre dumm.. es reicht, dass ich ihn geschlagen habe..“. Sie seufzte und schüttelte sanft den Kopf, soweit es ihr möglich war. „Ich wusste,dass es falsch war wieder mit ihm zu sprechen.. ich werde ihm die nächsten Tage den Fall entziehen lassen.. oder noch besser, ich mache ihm sein Leben zur Hölle..“. Ein freches Grinsen bildete sich auf Nairas Lippen, aber sie wurde durch den Blick in die Augen ihres Freundes wieder besänftigt. „Lass uns heim fahren, Vic..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er schaffte es sie zu besänftigen und zu beruhigen. Ihre glasigen Augen bereiteten im Schmerzen und er hoffte, dass sie nicht in Tränen vor ihm ausbrach.
      Wenn einer es nur gewagt hätte aus dem Fenster zu sehen, hätten sie die beiden gesehen und es würde den Umlauf machen. Aber zu ihrem Glück war es nur Ramirez, die sich aus dem Fenster beugte und eine Zigarette als Tarnung anzündete. Sie beobachtete die beiden, wie sie zusammen so lieblich da standen und Victor sich um seine Freundin kümmerte, ohne gleich die Wut und die Emotionen überhand nehmen zu lassen.
      Victor schmunzelte: " So ist's gut...lass ihn reden. Er hat zu viel getrunken...", ihm war klar, dass er hier auch Alex mit seinen Worten verteidigte und durch die Aussage sein Tun schon schwächte, aber er hoffte es einfach bei Seite schieben zu können und öffnete per Funkschalter den Wagen, um Naira dann die Tür aufzumachen, damit sie einsteigen konnte. Kurz bevor er die Tür des Wagens schloss, warf er einen Blick nach oben und erkannte seine Vorgesetzte aus dem Fenster lehnen. Sie winkte ihm knapp zu und Victor erwiderte die kleine Geste nicht. Stattdessen sah er nur hoch, senkte nach einer Weile den Blick und atmete tief durch. Warum musste man ihn nur nach Alaska schicken. Er war hier doch gar nicht zu Hause.
      Schließlich stieg er in den Wagen hinter das Lenkrad und ließ den Motor laufen. Kurz sah er zu Naira und legte eine Hand auf ihr Bein, um es sanft zu drücken: "Du stehst auf bad boys?", fragte er mit einem vorwurfsvollen Unterton und konnte sich ein Grinsen in dem Moment nicht verkneifen, als er den Wagen gekonnt dann vom Parkplatz brachte und nach Hause fuhr. Den ungefähren Weg hatte er sich einprägen können. Da sein verletzter Arm, aber nicht die ganze Zeit am Lenkrad sein konnte, fasste er mit beiden um diesen und achtete auf die Straße.
    • Naira O’Connor

      Sie hätte gerne etwas dagegen erwidert, dass Victor den blonden Kollegen verteidigte, aber sie schwieg und nickte einfach, denn so war es deutlich einfacher, als würde sie ein Fass aufmachen. Er öffnete ihr den Wagen, Naira bedankte sich kurz mit einem Nicken und lief um den Wagen herum, um auf den Beifahrersitz zu steigen. Im Auto konnte sie tief durchatmen, sich über das Gesicht fahren und ihre Gedanken richtig ordnen, während ihr Partner zu ihrer gemeinsamen Vorgesetzten sah. Naira hat sie nicht bemerkt, ihr Handy hatte vibriert, der Empfang war sicherlich durch das neue Jahr verhindert gewesen, es wunderte sie deshalb umso mehr, dass siebter der Nachricht nicht ganz störte. Aber zum neuen Jahr schickten sich ja alle irgendwelche Grüße.
      ‚Frohes neues Jahr, meine Liebe..‘.
      So schnell die Nachricht von Thomas war, so schnell folgte eine weitere, mit einem Anhang. Ein Bild, ein Foto.. von ihr und ihrem Freund, wie er sie festhielt und ihr in die Augen sah. Für einen Moment wurde Naira kreidebleich, sie hörte aber die Autotür und sperrte das Handy, um es wegzupacken.

      „Ein wenig..“, antwortete die Frau und lächelte sanft, versuchte es jedenfalls, aber ihr Freund konzentrierte sich auf die Fahrt. Naira war froh, dass sie endlich nach Hause fuhr, das Bild wollte sie für einen Moment vergessen.
      „Aber ich stehe auch so auf dich.. du muss dafür nicht im Knast sein..“. Sie lehnte sich mit dem Kopf seitwärts an und betrachtete den Rothaarigen von der Seite an. „Obwohl orange Dir schon stehen würde.. streifen weniger, aber die wenigsten Gefängnisse nutzen noch gestreifte Anzüge...“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Hätte er sie angesehen, hätte er bemerkt, dass sie nicht gänzlich im Hier und Jetzt war. Sie ignorierte ihn aber nicht. Victor verzog fragwürdig das Gesicht und schüttelte den Kopf. Wie sollte er denn bitte in Orange gut aussehen? "Ich steh nich' so auf Farben...", machte er ihr dann sinnloser weise klar. Sein gesamter Kleiderschrank bestand aus Grau, Schwarz, Braun und Weißtönen, um sich in der Arbeitswelt ohne großes Nachdenken zu bewegen. Die einzige Krawatte, die er besaß war schwarz und die Schuhe, die er hatte waren auch nicht weit von der Farbpalette abgesprungen. Selbst seine Unterwäsche grenzte an Langeweile aufgrund der fehlenden Farbkleckse, die das Leben bereit halten mochte.

      An einer Ampel hielt er an. Das rote Licht spiegelte sich auf der feuchten Straße und Feuerwerkskörper gingen über ihren Köpfen hoch. Alles bunte Farben, die das neue Jahr ankündigten, um es zu feiern. Victor sah zu Naira und lehnte den Kopf nach hinten gegen die Kopfstütze: "Alles in Ordnung?", argwöhnisch begutachtete er ihr Gesicht und wollte eine Hand nach ihr ausstrecken, als ein Böller direkt unter ihrem Wagen hochging und Victor daraufhin nur zusammenzuckte und sofort danach sah, woher es kam. Er knurrte. Aus dem Augenwinkel, sah man noch lachende Jugendliche, die sich in großen Jacken mit Mütze und Schal eingekleidet hatten. Einen zweiten schmissen sie unter den Wagen hinter den Detectives, woraufhin der Mann hinter ihnen aus dem Fenster sich lehnte und mit der Faust drohte.
      "Happy New Year...", brummte Victor daraufhin und drückte aufs Gas, weil sie wieder Grün hatten.
    • Naira O’Connor

      Victor witterte scheinbar etwas,als der Wagen an einer roten Ampel anhielt und er sich zu seiner Freundin drehte. Naira lächelte ihn sanft an und wollte gleich schon wieder sagen, dass er sich keine Sorgen machen sollte, dass alles bei ihr soweit in Ordnung war, da ging ein Böller unter dem Auto hoch. Natürlich zuckte auch die Detective zusammen und wollte instinktiv nach ihrer Waffe greifen, die sie jedoch nicht bei sich trug. Ein paar Jugendliche lachten über die entsetzen Gesichter, darüber konnte die Frau nur den Kopf schütteln.
      „In solchen Momenten verfluche ich mich, dass ich meine Waffe nicht mittrage..“,knurrte Naira mit einem weiteren Kopfschütteln. „Deren Gesichter würde ich dann zu gerne sehen..“. Sie war keine Spaßbremse als solches, viel eher wollte sie den Jugendlichen eine Lektion dafür erteilen, dass sie genau sie und ihren Partner nervten. Die hätten sich ruhig andere Leute aussuchen sollen..

      „Mir gehts gut.. mehr oder weniger.. ich habe noch immer das Bedürfnis ihm das Gesicht zu verprügeln..“. Eine klare Aussage, die nicht mehr gebraucht hätte, Naira musste ja von der SMS nichts sagen, bevor sie sich diese nicht näher abgesehen hätte. Sie ging davon au, dass ihr Partner das abkaufen würde, nach Alex Manöver. „Wenn ich nicht schlafen kann,packe ich meine Sachen schon einmal.. ich brauche ja nicht allzu viel, bis auf meine Klamotten..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor war derselben Meinung. Mit der Dienstwaffe auf sich gerichtet hätten die Jugendlichen gar nichts mehr zu lachen. Leider war es nicht immer notwendig oder gar erlaubt seine Dienstwaffe mit sich zu führen. Angesichts der Tatsache, dass sie beide gerade zu emotional mit allem umgingen, war es sogar ganz gut, wenn sie den Jugendlichen nichts an den Kopf werfen konnten. Victor bog mit dem Wagen auf ihre Straße ab und warf Naira einen Seitenblick zu, als sie meinte, sie sei noch immer wegen Alex aufgebracht. Wer wäre das nicht. Victor brummte und sah auf die Straße, legte lässig einen Arm oben auf das Lenkrad, solange nicht viel los war.
      Für einen Moment war Victor verwirrt, was Naira denn packen wollte, erinenrte sich dann aber an die Tatsache, dass sie aus ihrer wohnung musste und Victor ihr angeboten hatte in sein Haus umzuziehen.
      "Weck mich auf, wenn du nicht schlafen kannst...", sagte er mit einer vorwurfsvollen Miene. Er wusste, dass sie das nicht tun wird und ihm war auch klar, dass sie ihm noch einiges vorenthielt was genau geschah. Aber Victor würde sich schon bald einen Moment mit Alex nehmen, um ihm zu erklären. Sie hatten auf der Feier doch recht freundschaftlich mit einander reden können, da wurde wohl Victor wohl oder übel hinters Licht geführt was diesen Mann anging.

      Sie parkten wie üblich auf der Seitenstraße und Victor stieg aus, ignorierte den ganzen Müll, der sich durch die Feuerwerkskörper auf dem Gehweg gesammelt hatte und trat um den Wagen herum, um auf Naira zu warten. Sein Blick schweifte in den mit Rauch verhangenen Himmel. Sterne zeigten sich nur noch vereinzelt und kämpften darum sichtbar zu sein zwischen all den Wolken.
      Victor lehnte sich auf die offene Beifahrertür und musterte Naira mit einem schief gelegten Kopf: "Freust du dich darauf ganz Frau zu sein und ein ganzes Haus dekorieren zu dürfen?"
    • Naira O’Connor

      Die Jugendlichen waren eine gute,aber kurze Ablenkung von den Gedanken, die die Frau eigentlich hatte. Thomas gab keine Ruhe,er hatte einen Deal, von dem die Dunkelhaarige sicherlich nichts hören wollte, sie würde ihn schnappen und dann zu Rechenschaft ziehen, wie viel sie ihm eigentlich vorwerfen konnte. Aber genau auf diesen Moment wartete Naira. Der Moment , in welchem die Handschellen klicken würden und sie ihren gesuchten über seine Rechte aufklärte. Alleine für ihn würde sie das Siegeslächeln aufsetzen und nicht zurück halten. Danach würden beide Detective verschwinden. Ohne wenn und aber. Ohne eine Möglichkeit in Ewägung zu ziehen, womöglich mal zurück zu kommen. Sie würden sich absetzen, glücklich werden.. zu dritt mit Spike.

      Victor bog in die Straße ein, in welcher sie wohnte und auf seinen Kommentar hin musste sie zu ihm sehen. „Ich beobachte dich dann lieber, wie du schläfst..“,sprach Naira und lächelte ein wenig unschuldig. „Oder ich lass dich lieber in Ruhe schlafen.. wenigstens hat dann einer von uns beiden Schlaf“. Sie könnte es nicht über ihr Herz bringen, ihn aufzuwecken, wenn es nicht dringend notwendig wäre.
      Nach dem Einparken stieg Victor aus, seine Partnerin brauchte einen Moment. Sie schnallte sich ab und öffnete die Tür, um aussteigen zu wollen, da tauchte der Rothaarige wieder auf. Ihre Beine hingen zwar schon halb raus, aber sie blieb trotzdem sitzen und betrachtete den Mann für einen Moment, wie er sich den Himmel ansah. Ihr Herz machte einen Sprung dabei, die Frau war wirklich verknallt.. auf ihrem Gesicht war ein breites Lächeln zu sehen. „Du wirst Dir wüschen, mir nie dein Haus angeboten zu haben.. es wird alles voll.. mit Kerzen, Frauenkram und Plüschkissen“. Sie grinste. Das fühlte sich wie Normalität an, mal wieder. „Und mit viel rosa und türkis..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er hatte eher erwartet, dass Naira ihm für diese Anmerkung den Vogel zeigte oder anderweitig klarstellte, dass er sich bloß nicht vorstellen sollte, wie sie eine einfache Hausfrau mimte oder zu einer Deko-vernarrten Frau wurde. Aber ihre Antwort gefiel ihm sogar mehr und er erwiderte ihr breites Lächeln mit einem knappen für ihn typisch gewordenen Schmunzeln, dass er ihr immer zu warf, wenn sie etwas sagte, was er niedlich fand. Schließlich streckte er die Hand für sie raus, damit er ihr "half" aus dem Wagen zu kommen und warf die Tür zu.
      "Rosa und Türkis...ich glaube das Haus wird uns eher rausschmeißen, als ich...", sagte er mit einem belustigten Schnauben. Natürlich glaubte er nicht an übernatürliches und die Möglichkeit, dass Häuser ihr Eigenleben führten, aber in dem Fall passte es sehr gut. Sie gingen zum Eingang des Wohnblocks und Victor stellte sich seitlich an die Tür, um Platz für Naira zu machen. Lustigerweise hatte er nie beide Schlüssel von ihr gehabt. Immer nur den Wagen oder die Haustür. Meistens behielt sie aber auch ihre Haustürschlüssel und war diejenige, die darüber entschied ob er rein durfte oder nicht.

      Ein tiefes und langes Seufzen entfuhr Victor, als sie sich auf den Weg machten nach oben in ihre Wohnung. Sie würde ihn wohl nie wecken, wenn er sie darum bat. Dabei war er damals derjenige, der sich es schwer machte mit dem Schlafen. Seit dem er naira aber kannte und bei ihr sein durfte, plagten ihn nur noch selten die Träume von damals. Er verlor sich sogar weniger in seiner Arbeit, fing lieber Streit an mit den Kollegen. Victor folgte langsam mit Abstand seiner Freundin nach oben. Ihrem Bein ging es zunehmend besser und wenn man es nicht besser wusste, hätte man es auch gar nicht sagen können, dass sie Beinverletzungen hatte.
      "Willst du noch einen Tee?", fragte Victor, als sie oben angelangt waren. Er bot sich ihr gerne an, um den ein oder anderen kleinen Gefallen zu tun.
    • Naira O’Connor

      Sie musste herzlich lachen, als Victor seinen Kommentar dazu abgab, was Naira sich für das Haus vorstellte. Mit einem Kopfschütteln ließ sie sich aus dem Auto helfen und betrachtete mit einem Schmunzeln ihren Freund. „Das Haus wird mich lieben, Vic.. mindestens genauso sehr, wie du es tust!“. Es war eine lockere Atmosphäre zwischen den beiden, sie hatten immer weniger Probleme miteinander, es waren nun nur noch andere, die die Probleme machten. Alex zum Beispiel.. oder Thomas.
      An der Tür unten öffnete die Frau diese mit ihren Schlüsseln und wollte ihren Freund vor lassen, da er deutlich schneller war, aber sie durfte mal wieder als erste laufen. Zwar bemühte sich Naira, schnell oben zu sein, aber die Schmerzen im Bein kamen wieder. Sie war vorhin die Treppe runter gerannt, keine gute Idee. Sie seufzte, aber kam irgendwann oben an und öffnete die Haustür. Der Hund kam die beiden nicht begrüßen, er schlief friedlich in seinem Körbchen. Nairas erster Blick galt ihm, dann ihrem Freund. Ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen.
      „Sehr gerne.. dann könnten wir uns gemütlich auf der Couch oder im Bett machen..“. Sie zog sich langsam ihre Sachen aus. „und danach darfst du mich ausziehen“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Ich weiß ja nicht. Ich hatte noch nie eine Freundin so weit gelassen, dass sie mein zu Hause dekorieren darf...", nuschelte Victor und schmiss die Schuhe in die Ecke im Flur, um sich dann die Jacke auszuziehen.
      "Und das Haus habe ich gerade mal...ein paar Wochen bewohnt. Am Ende mag es dich viel lieber als mich.", er schnaufte belustigt und sah sich ebenfalls knapp nach Spike um. Dieser war jedoch brav an seinem Platz. Die Beruhigungsmittel halfen dem Hund alles um sich herum zu ignorieren. Das war noch eine Zeit, als Victor selbst Tabletten hatte nehmen dürfen, um einzuschlafen. Später wurden sie mit Alkohol ersetzt und er konnte die Tabletten nicht mehr nehmen. Dafür war man am Ende dann doch zu schnell im Delirium, wenn man beides intus hatte.
      Er war bereits auf dem Weg in die Küche, da spürte er einen wohligen Schauer an seiner Brust und instinktiv sah er zurück zu Naira im Flur und musterte sie wortlos. Bevor er etwas sagen konnte, ging er rüber und füllte den Wasserkocher auf, bevor er ihn anmachte. Er selbst würde sich auch einen Tee nehmen. Vielleicht mit Schuss? Victor ließ den Blick schweifen zu Nairas kleinem Schrank mit den Spirituosen. Aber er biss sich auf die Unterlippe und schüttelte den Kopf. Lieber nicht.
      Solange das Wasser warm wurde, lehnte er sich an die Arbeitsfläche. Sie ausziehen...Das war ein schöner Gedanke und liebend gern hätte er das gemacht. Aber ihm schwirrte augenblicklich Alex im Kopf herum. Das wollte er nicht wirklich, aber ihre Worte: "Er hat mich angefasst...", gefielen ihm nicht und waren alles andere als antörnend.
      "Was für einen Tee willst du?", rief er dann aus der Küche.
    • Naira O‘Connor

      „Es wird mich mehr lieben, als dich.. ganz sicher..“, kommentierte Naira und grinste ein wenig breiter. Sie folgte mit ihrem Blick ihrem Freund und versuchte ihn nicht allzu lange anzustarren. Er sah kurz zurück, die Frau wurde rot und sank den Blick für einen Moment, dann bewegte sie sich auf ihren Hund zu. Den kraulte sie, fuhr ihm durch das Fell, bevor ihr Weg sie in die Küche führte. An der Tür lehnte sich Naira am Rahmen und musterte ihren Freund mal wieder. „Einen Kräutertee.. bitte.. mein Magen muss sich ein wenig beruhigen..“.
      Die ganze Aufregung tat ihr nicht gut, es brachte sie dazu, noch weniger zu essen und noch dünner zu werden, sie war schon so dünn. Einen Moment betrachtete sie ihren Freund, dann wandt sie sich ab, um im Flur in ihrer Jacke nach den Zigaretten zu suchen. Kurz fluchte die Frau, dann lief sie zurück zu ihrem Freund. „Ich habe meine Zigaretten bei Alex gelassen.. jetzt wird sie Ramirez leer rauchen..“. Sie seufzte, lief dann rüber zu dem Mann und lehnte ihren Kopf an seinen Rücken. „Ich würde dich ja fragen, ob du mir welche holst.. aber.. du wirst es nicht gerne tun.. deshalb werde ich wohl oder übel heute nicht rauchen..“. Sie seufzte noch einmal.
      „Also musst du mich ablenken.. meine Gedanken vor allem.. ich kriege sein widerliches Grinsen und diese Hand an meinem Bein nicht los.. kannst du nicht deine drauflegen, damit es sich schön anfühlt?“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor räusperte sich und nahm sich die Zeit langsam und gemütlich nachdem Tee umzusehen und dann eine Tasse für sich und sie zu holen. Ohne groß zu überlegen schmiss er sich ebenfalls einen der Kräuterteebeutel hinein, auch wenn er kein großer Fan davon war. Aber zwei Gründe waren wohl genug, um sich den Kopf nicht darüber zu zerbrechen, was er stattdessen haben wollte. Erstens, er konnte ihn nur schlecht mit einem Schuss Rum versüßen. Das würde grauenvoller schmecken, als Absinth, den er einmal in seinem Leben hatte probieren wollen. Zweitens, seine Freundin wollte einen Kräutertee, also musste der Mann wohl mitgehen. Sie erledigte das denken und er die Ausführung der Aufgabe. Zu mindestens haben seine Eltern immer nach diesem Prinzip gelebt. Auch wenn seine Mutter eine ziemliche Vollblut-Hausfrau war.
      Victor füllte beide Tassen mit heißem Wasser, als er Naira hinter sich spürte. Keine Zigaretten bedeuteten für sie wohl genau so sehr das Aus, wie für ihn, wenn er nichts hatte trinken dürfen damals. Ein wenig schmunzelte er ja darüber, dass es doch Parallelen gab und das obwohl es unterschiedliche Suchtmittel waren. "Ist gut, dass sie weg sind...Dann riechst du nicht nachdem Rauch...", Victor drehte sich um und nahm Naira in den Arm, so dass sie ihren Kopf wieder auf seine Brust legen konnte. Er mochte sie so nah bei sich zu haben. Auch wenn ihre Worte eher seine Stimmung weiter trübten. Das Rollenspiel drängte sich in den Hintergrund, auch wenn er sich vorhin noch so sehr darauf gefreut hatte. Nun, hatte es Alex einfach zerstört. Aber wie konnte er seiner Freundin einen Wunsch abschlagen.
      "Das willst du?", fragte er leise und strich ihr über den Kopf und durch die Haare. Mit der offenen Mähne war sie so schön und die Hände ließen sich wunderbar darin vergraben.
      "Alex kann einem echt die Laune vermiesen, mh?", ein wenig melancholisch schon, schob er ihr eine Strähne aus dem Gesicht und streichelte über ihre Wange.
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