[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Naira O'Connor

      Victor murmelte irgendetwas, was mit dem Fall zu tun hatte. Ja, er musste eine Verbindung zu Naira und ihrer Familie haben, aber die Frau wusste nicht wirklich, wer es wirklich sein sollte. Sie erinnerte sich nicht daran, Thomas je zuvor gesehen zu haben, sie hätte sich doch sonst daran erinnern können, oder nicht? Immerhin war ihr Gedächtnis sehr gut und sie war noch jung, somit sollte es doch kein Problem darstellen, sich an ein Gesicht erinnern zu können.. Dennoch klappte es nicht. Naira konnte nicht sagen, wer Thomas wirklich war und ob er irgendwie zur Familie gehört hatte.. An ein Trauma dachte sie nicht.. Warum auch?
      "Beruhige dich.. wir kriegen es schon irgendwie heraus..", sprach die Dunkelhaarige und sah zu ihrem Partner, der am Laptop herumhantierte. " Beziehungsweise ihr.. Ihr kriegt das schon hin und werdet ihn kriegen.. Ich kann dafür auch gerne den Köder spielen, wenn ich nicht mehr an dem Fall arbeite..". Sie meinte es ernst, deshalb war ihr Blick auch ernst und betonte ihren Vorschlag. "Kannst ja darüber nachdenken, ob es euch was bringt.".
      Naira konnte sich gut zurückhalten aus dem Fall, sie tat es jetzt schon, auch wenn es sie in den Fingern juckte, weiter zu arbeiten. Am liebsten hätte sie den Kerl persönlich geschnappt, aber es war nicht möglich, jetzt nicht mehr..

      Eine Stunde saß sie an der Verteilung und wartete darauf, dass Ramirez zur Arbeit erschien. Sie tat es zunächst nicht, auch wenn die Uhrzeit dafür sprechen würde. "Komisch.. Ramirez kommt normalerweise immer früher..",murmelte die Frau und lehnte sich ein wenig zurück, ihr Blick hing dabei auf dem Flur. "Hatte sie gestern irgendetwas erwähnt, dass sie heute später kommt?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor verzog das Gesicht und sah aus dem Augenwinkel zu Naira. Ihr Vorschlag war nicht dumm, aber ihm gefiel er nicht. Sie als Köder fungieren zu lassen klang für ihm so, als würde er damit leben müssen, dass sie A entweder von dem Typen gefangen genommen wird oder B sich selbst weh tun muss. Das schlimmste wäre ja nicht einmal, dass sie ihrem Partner oder Alex etwas antäte auf Geheiß des Verrückten. Es war einfach dieses Bild von ihr mit der Waffe an ihrem Kopf. Victor lehnte sich zurück, als er eins der Videos im Schnelldurchlauf durchging, in der irrationalen Hoffnung ein Gesicht darin wieder zu erkennen, dass nicht mit den Kollegen zu tun hatte, sondern mehr mit ihrem Mörder.
      "Ich werf' dich dem ...", Victor konnte noch nicht einmal gerade ein gutes Schimpfwort für Thomas aus dem Kopf kramen, "zum Fraß vorwerfen.", war alles was er darauf noch zur Antwort gab. Dann arbeiteten sie stumm an ihren Sachen weiter und immer wieder sah sich Victor in einer Sackgasse wieder, wobei ihm die Frage auf blitzte, was genau einer wie Thomas eigentlich haben wollte. Was für einen Sinn konnte es geben. Gut, die anfänglichen Morde waren lediglich dafür da, damit sie ihre Aufmerksamkeit auf ihn lenkten. Aber alles andere?

      Victor sah von seinen Arbeitssachen auf, als Naira in den Flur sah. Er schüttelte auf ihre Frage lediglich den Kopf. Er war wohl der letzte, den man fragen sollte ob der Captain auftauchen würde: "Sie hat die letzten Tage auch ordentlich lange gearbeitet für uns, mit uns. Wie auch immer...", Victor atmete hörbar durch und versuchte beide Arme über den Kopf zu strecken, was aber nur im Fluchen endete und er sich seine Verletzung hielt. "Sie hat sich vielleicht freigenommen oder sowas..."
    • Naira O’Connor

      Sie seufzte und schloss die Augen für einen Moment. Es konnte nicht sein, dass Ramirez nicht bei der Arbeit auftauchte, normalerweise waren ihre freien Tage immer groß ausgehangen und bekannt gegeben, aber vielleicht war es auch eine spontane Entscheidung, mal einfach liegen zu bleiben. Nairas Schädel pochte, sie war so müde und wäre am liebsten selbst ins Bett gekrochen. Die Einteilung war fertig, so konnte sie für einen Moment ihre Augen schließen und einfach mal durchatmen.
      „Ich frage mich die ganze Zeit, was seine Intention ist..“, sprach die Frau einfach und hielt die Augen geschossen. Nun, sie wusste letztendlich, was er wollte, er hatte es ihr vor wenigen Stunden deutlich gesagt, nur konnte Naira nicht glauben, dass es wirklich nur das war.

      Ramirez betrat das Revier wütend und fluchte, während sie in ihr Büro trat. „Alles okay?“,fragte die leitende Detective und drehte sich ein wenig mit dem Stuhl.
      „Gar nichts ist okay! Irgendein Vollidiot hat mit meine Reifen zerstochen!“,rief der Captain aus ihrem Büro heraus. Naira wartete nicht lange, sie erhob sich und deutete Spike mit einer Handbewegung an, auf sie zu warten. Er erhob sich kurz, legte sich dann aber hin, während sein Frauchen rüber lief.
      „Ich muss mal mit dir reden..“,sprach die Dunkelhaarige, bevor sie die Tür hinter sich schloss und ihre Vorgesetzte ansah. Diese war hektisch und wütend, legte sich irgendwelche Sachen zurecht und ging auf Naira gar nicht ein. „Ich will aussteigen.. aus dem ganzen Fall“.
      Erst bei diesen Worten machte Ramirez halt und betrachtete die Detective. Einen Moment herrschte Stille, dann ergriff auch sie das Wort: „Du willst mich wohl verarschen, oder?“. Es war vielleicht nicht der beste Zeitpunkt für dieses Gespräch. „Zuerst kämpfst du darum, unbedingt den Fall zu behalten.. jetzt sagst du mir, zwei Wochen vor der Deadline, dass du aussteigen willst?“. Naira schluckte schwer und sah ein wenig beschämt auf den Boden. „Ich glaube, es ist für uns alle besser..“.
      Ramirez setzte sich und fuhr sich über ihr Gesicht. „Du kannst nicht aussteigen.. überlege mal, wie ich darstellen werde.. ich habe noch extra gekämpft, dass ihr mehr Zeit bekommt und setze mich für euch ein.. wenn du aussteigst werde ich zur Lachnummer..“. Jetzt klangen ihre Worte ernst, nicht mehr wütend.. fast schon verzweifelt. „Es sind zwei Wochen Naira.. ich bitte dich, von mir aus musst du es nicht zu Ende durchziehen.. es glaubt sowieso keiner daran, dass ihr ihn bekommt.. aber sei wenigstens bitte anwesend.. ich frage dich als Freundin, nicht als deine Vorgesetzte..“. Ja, Ramirez war eine sehr gute Freundin der Dunkelhaarigen, sie war da gewesen, als Nairas Vater verschwunden war. „Überlege es dir, bitte..“.

      Mit einem Nicken trat Naira aus dem Raum, um zu seufzen und sich letztendlich wieder auf den Stuhl zu setzen. Sie würde dann nun arbeiten, wenn es Ramirez so wollte..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Mit dem Kopf auf einer hand abgelehnt starrte Victor das wohl 20ste Video in der Reihenfolge an und die Gesicht vor seinen Augen verschwammen. Er bekam kaum mit, dass Ramirez wieder da war und seine Freundin den Raum verließ, um mit ihr zu reden. Er konzentrierte sich viel lieber auf das Video und wusste ja, weswegen Naira mit ihr reden musste. Der Gedanke sie gehen zu lassen aus dem Fall erschien ihm nicht richtig, aber wenn er ehrlich zu sich war, dann konnte er sie auch nicht hier behalten. Er hatte schließlich bereits sein Einverständnis gegeben, dass sie sich abzog.
      Leider bewirkte das stille da sitzen vor dem Bildschirm auch nicht mehr, als dass er immer eher in einen kurzen Schlaf versank. Die Augen waren geschlossen und der Fall für wenige Minuten an diesem Tag auch wieder vergessen und bei Seite geschoben. Sie hatten eh nur noch bis um 15 Uhr hier sein müssen. Danach war die Anordnung klar und deutlich, dass alle Detectives gehen konnten. Nur wenige Auserwählte würden bleiben müssen, um auf das Revier acht zu geben und den unzähligen Anrufen in der Silvesternacht entgegen zu wirken. Das Nutzen eines Detectives hier, war sowieso sinnfrei.
      In seinem Halbschlaf kamen ihm seltsame Bilder vor das Auge, die vor allem eine schneeweise Landschaft abbildeten, die vor seinen Augen rauschte, wie eine schlechte Satellitenverbindung beim Fernseher. Eine einzelne Person stand erst da in der Ferne, dann kam eine zweite hinzu...
      "Hm?", Victor wurde aus seinem Tagtraum gerissen, als er wieder das Geklacker auf dem Laptop neben sich hören konnte. Naira war wieder zurück. "Warum...arbeitest du weiter?", fragte er sie mit einem schief gelegten Kopf.
    • Naira O’Connor

      Victor schlief ein wenig, als die Frau unzufrieden den Raum betrat und sich wieder hinsetzte. Die erste Zeit über starrte sie ihre Unterlagen nur an und fuhr sich unzufrieden übers Gesicht. Es dauerte einen Moment, dann griff sie zu dem Laptop und arbeitete weiter. Ein Zwischenbericht musste her und sie wollte sich ein wenig Gedanken zu den Orten machen, die Alex eingekreist hatte. Victor wurde jedoch wach und bemerkte ihre Tat..
      Sie sah ihn nicht an, es wäre ihr schwerer gefallen es ihm zu sagen, wenn sie ihn ansehen würde, deshalb machte Naira halt und seufzte,den Blick behielt sie auf dem Bildschirm. „Ich habe in Gespräch gemerkt, wie dumm diese Entscheidung war.. es sind nur noch knappe zwei Wochen, das werde ich doch wohl noch schaffen können, oder nicht?“. Sie traute sich letztendlich doch, zu Victor zu sehen und musterte ihn. „Ich werde einfach nur einen Gang zurück schrauben“. Ein sanftes Lächeln war auf ihren Lippen zu sehen, dann widmete sich die Frau wieder der arbeit zu. Klar war es nicht die ganze Wahrheit, aber Naira würde ihre Vorgesetzte und eine gute Freundin nicht einfach so verkaufen.. immerhin war Ramirez immer da gewesen, als Naira sie gebraucht hatte, vor allem bei der Sache mit Alex. „Wollen wir heute Abend eigentlich wirklich hin?“. Sie wollte nur auf Nummer sicher gehen. „weil.. dann muss ich mich ja schick machen, oder nicht?“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ihre Antwort klang schlüssig. Es störte ihn auch nicht wirklich, dass sie doch auf einmal weiter arbeiten wollte. Es war nur eben sehr schnell und etwas musste in dem Büro geschehen sein, dass sie so drastisch ihre Antwort geändert hatte. Er ließ die Augen nicht von ihr, auch nicht, als sie ihn für einen Bruchteil ihres Gesprächs ansah und musterte. Sein Unterbewusstsein erinnerte ihn schnell daran, wie schön sie war und vor allem mutig. Viel mutiger und selbstbewusster als er selbst.
      Victor rieb sich die Augen und warf selbst einen Blick auf seinen Bildschirm, der sogar ausgegangen war, weil er zu lange nicht betätigt wurde. Er grummelte auf die Tatsache nur. Arbeiten war schwer, wenn man einen Kater hatte. Die frische Luft und der Kaffee taten zwar gut, aber er fühlte sich gerädert. Warum Naira das nicht tat...obwohl sie überhaupt nicht geschlafen hatte, konnte er nicht nachvollziehen.
      "Hmpf...Zurückschrauben...Mal sehen, wie gut du das hinbekommst.", es war kein wirklicher Vorwurf, auch wenn seine Tonlage definitiv nach einem klang. Er wusste aber einfach genau so gut wie sie, dass das Zurückschrauben nicht funktionieren wird. Sie waren alle müde gewesen und sie an der Grenze zum Übermüdeten.
      Sie arbeitete dann weiter und er konnte sie einfach in Ruhe dabei beobachten und zu sehen, wie sie alle Gefühle in sich zusammenriss, nur um jetzt nicht auseinander zu brechen. Er mochte nie viel über sie erfahren wollen, aber die Hälfte sah er ihr doch an. Die Frage, ob sie wirklich hingehen wollten, riss ihn aus seinen melancholischen Gedanken und er legte den Kopf schief: "Warte...für eine Party von dem Kerl muss man sich schick machen?", er verzog sogleich das Gesicht. Wirklich viel Lust hatte er nicht darauf, wenn er ehrlich war.
    • Naira O'Connor

      Sie konnte sich nicht konzentrieren und die Wort vor ihr auf dem Bildschirm verschwammen leicht, weshalb die Frau mehrmals blinzeln musste. Es war hart, wieder einmal nicht wirklich geschlafen zu haben, aber es war ihre Idee gewesen und so musste sie da wohl oder übel durch. Noch mehr wurde sie aber nicht von der Müdigkeit abgelenkt, sondern von ihrem Partner, der sie die ganze Zeit beobachtete. Hatte Naira etwa etwas im Gesicht?
      Sie sah auf zu ihm und musste den Kopf ein wenig schütteln. "Ich kenne das Wort 'Zurückschrauben' nicht wirklich..", damit bestätigte sie eigentlich seine Worte und seinen kleinen Vorwurf, den sie ihm aber nicht irgendwie böse nahm. Er durfte ihr von ihr aus auch alles mögliche Vorwerfen, solange er es sachlich tat und sie nicht anschrie.. Die Frau versuchte es noch einmal, sich zu konzentrieren und den Zwischenbericht zu ende zu schreiben, aber sie scheiterte und schloss den Laptop, bevor sie sich zurücklehnte. Ihr Partner war wohl mit der Aussage, sie müsse sich schick machen nicht ganz einverstanden..
      "Nun, es ist eine kleine Party, ich denke schon.. dass ich da nicht mit einer Jogginghose auftauchen sollte.. Ich gucke mal, ob ich überhaupt etwas anderes anziehen möchte..". Mit den Worten lehnte sie sich zurück und schloss die Augen, die Füße landeten auf dem Tisch. "Und nun denke ich, ich schlafe einfach, bis Mittag ist.. Wir schaffen heute sowieso nichts mehr..". Kurz öffnete sie die Augen doch noch. "oder sollen wir nach Hause fahren? Das Bett wäre so viel gemütlicher..".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie gab zu, dass das mit dem weniger Arbeiten und sich weniger Einmischen nicht klappen wird. Daraufhin schnaubt Victor nur belustigt und kraulte sich nachdenklich im Bart. Naira anzusehen machte sie wohl nervös, was ihn ein wenig schmunzeln ließ. Sie bekam die Gedanken nicht zusammen oder war bereits fertig, weswegen sie ihren Laptop zuklappte und die beine auf den Tisch legte.
      Victor lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und drehte sich ein wenig zu ihr, kurz ging sein Blick zur Tür. Wirklich arbeiten taten sie ja nicht und sich dabei erwischen zu lassen, war wohl ebenso unpassend, vor allem mit einer Deadline, die jeder im Revier mitbekommen hatte.
      "Ich meine nicht dich jemals in einer Jogginghose gesehen zu haben...", merkte er dann an und sah an ihre Beine herunter. Sie trug die typische Jeanshose, mit der er sie auch damals kennengelernt hatte. Es gab nichts was angenehmer war und vor allem rational und pragmatisch gesehen das effizienteste Kleidungsstück für den Unterkörper. Er selbst trug gerne Jeans.
      "Sich schick zu machen, bedeutet für mich, dass wir Abendgarderobe irgendwoher nehmen sollen...Wobei mir das zu viel ist. Hemd und Jeans sollte doch reichen.", Victor zuckte mit den Schultern.
      Sie dabei zu beobachten, wie sie sich zum Schlafen hinsetzte und zurecht legte. Der Vorschlag nach Hause zu fahren ließ ihn den Blick nach draußen Schweifen. Der Himmel war grau und dunkel, so wie es sich für den Winter gehörte.
      "Ich kann dich hinfahren. Außerdem wolltest du noch zum Tierarzt wegen Spike...", er nickte zu dem Hund am Boden.
    • Naira O‘Connor

      „Jogginghose nicht, aber in einer leggins.. und das kommt ihr schon ziemlich nah..“, entgegnete die Frau und lächelte ein wenig vor sich. Vielleicht würde sie ja ein Kleid anziehen? Schon lange keins angehabt, wenn sie so recht darüber nachdachte. „Für einen Mann reicht immer eine ordentliche Jeans und ein Hemd.. man erwartet selten etwas mehr von einem Mann, aber von einer Frau schon eher.. ich besitze tatsächlich Abendgarderobe.. und du hättest auch was zu gucken..“. Sie zwinkerte ihm zu und lachte für einen Moment. Naira besaß jetzt keine großen Ballkleider, aber was schickes fand sich auch in ihrem Kleiderschrank.

      Victor sprach den Tierarzt an, es war eine gute Gelegenheit von hier zu verschwinden. „Dann komm.. wir gehen und arbeiten einfach morgen weiter, dass hier wird sowieso nichts bringen.. ich brauche Schlaf, du siehst auch so aus, als würdest du ihn brauchen und wenn ich ehrlich bin habe ich keine Lust..“. Sie erhob sich dann, um ihre Sachen zusammen zu packen. „Wir müssen sowieso noch ein paar Sachen bezüglich des Umzugs in dein Haus klären..“. Spike wurde hellhörig und erhob sich, da sein Frauchen die Sachen zusammen packte. Er wusste, dass es nun irgendwo hin ging.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Interesse wurde in Victor geweckt, als sie von Abendgarderobe sprach und das lenkte ihn sogar davon ab, dass er sich nicht mal recht erinnern konnte, wann sie Leggings angehabt haben sollte, denn sowas musste einem Mann doch sicherlich auch auffallen...Wohlgeformter Körper in hautengen Hosen...Victor schüttelte den Kopf und musterte seine Freundin bei der Aussage, dass er was zu schauen hätte, wenn sie das trug und das bei Frauen immer ein wenig mehr Arbeit hinter der Kullisse steckte, um so auszusehen, wie sie es taten. Daraufhin konnte er nur mit den Schultern zucken: "Ich seh dich ohne Make Up...ohne Aufbrezeln...Ich finde das ist doch gut...mehr als notwendig.", er schweifte mit der Hand aus, um zu unterstreichen, dass sie sonstiges hätte anziehen können, es wäre ihm entweder nicht aufgefallen oder er wäre ein typischer Kerl gewesen und hätte es als nicht notwendig abgestempelt. Andererseits machte es ihn doch neugierig. Seine Freundin ganz schick zu sehen...Ein normales, ja gar langweiliges Leben mit kleinen Dates, an denen sie sich hübsch machten gemeinsam und sie ihm den Atem raubte...Victor verschwand wieder in einem kleinen Tagtraum.
      Als Naira aber aufstand und Spike sich auch kurz darauf bewegte, woraufhin sein Halsband klirrte, öffnete Victor ein Auge und sah sie an. Bewegung war die Hölle und auch wenn es sein Vorschlag im Moment war, sie zum Arzt zu fahren, hatte er nur selten Lust dazu. Tief und hörbar schnaufte der rothaarige, als er sich am Tisch hochdrückte und die Jacke umständlich über die Schultern warf.
      "Ich wäre lieber unterm Bett verschwunden...unter dem im Haus...da kann ich das wenigstens. Heute geht nichts in den Kopf und wenn der Captain so genervt ist, dann ist es besser man verschwindet schnell...", nuschelte Victor und kruschtelte in der Jacke nach dem Autoschlüssel, um mit Naira dann raus zu gehen.
      "Mhh Umziehen...Arzt...Irgendwelche Feiern bei Leuten, die man nicht mag. Klingt wie ein stinknormales Leben.", sagte er noch, als er hinter Naira die Tür abschloss und nach draußen zum Wagen ging.
    • Naira O’Connor

      Es war schön für die Frau zu hören, dass ihr Partner und Freund sie nicht in einer Abendgarderobe und aufgebrezelt sehen musste, um sie schön zu finden, aber Naira wollte sich gerne mal wieder schick machen, um einfach mal auch nicht wie eine strenge Polizistin zu wirken. Viel würde sie nicht machen, schminken war vor allem nicht so ihr Ding, aber wenigstens etwas anderes zum anziehen.. wenn Victor sie mal einladen würde, würde sie sich auch schick machen und mit ihm ausgehen, aber soweit musste der Kerl erst einmal kommen.
      „Ich habe nicht geschlafen.. was soll ich sagen? Wir fahren zum Arzt und dann legen für uns für vier oder fünf Stunden hin.. mein Bett ist hoffentlich auch schön warm..“. Naira besaß dicke Federdecken, die den Körper schon warm halten konnten, dafür hatte sie sie auch angeschaffen. Victors Bemerkung rang ein Lächeln der Frau ab, aber sie verabschiedete sich zunächst von Captain und nahm ihren Hund mit, bevor sie den Rotschopf an dem Auto traf. „Langweilige Leute, langweilige Party.. fehlt nur noch, dass du mich öfter irgendwo ausführst und wir nicht gerade einen Psychopathen jagen, der auch hinter uns her ist.. dann wäre unser Leben fast schon normal und langweilig..“.
      Naira zwinkerte ihm zu und schnappte sich eine Zigarette, um sie sich zwischen den Lippen anzuzünden, bevor sie auf ihrem Handy die Adresse des Arztes raussuchte. „Wir können ja schon einmal ein wenig üben, wie so ein stinknormales Leben ist.. das nächste wäre, wenn du mich einfach so jetzt hier küssen würdest!“. Natürlich neckte sie ihn, es war auch nicht wirklich ernst gemeint, aber irgendwie hatte es schon etwas. Alex war ja auch nicht da...
      Naira hielt ihrem Partner die Adresse auf dem Handy hin, während sie zu Ende rauchte. Es beruhigte ihre strapazierten Nerven, schlaf würde ihr helfen..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Der Gedanke an ein warmes Bett war wundervoll und umfasste auch Victor mit einem wohligen Schauer. Vor allem mit dem Gedanken, dass Naira an seiner Seite liegen wird. Er mochte den Gedanken, dass es ihn innerlich zusammenzog und seine Muskeln sich anspannten. Aber zeigen und sagen, waren andere Dinge. Romantik war Victor schon lange kein Begriff und Ehrlichkeit...Nun, wenigstens die Loyalität hatte er erlernt, wobei er sagen würde, er sei eher zu faul, als loyal...Ob das wirklich ein gutes Argument war. Und Einladen...ja, vielleicht wenn sie wirklich anfingen ein stinknormales Leben zu führen. In zwei Wochen. Victor versteifte sich auf diesen Zeitpunkt, weil er glaubte, dass danach einfach ein neues Kapitel anfing und dieses schreckliche und lange Kapitel endlich vorbei sein würde. Wie aus heiterem Himmel würde sich Thomas nicht mehr für sie beide interessieren und Naira war nicht der Gefahr ausgesetzt sich verletzen zu müssen.
      Sie standen draußen und während er den Wagen laufen ließ um ihn warm zu bekommen, lehnte sich Victor an den Wagen, um auf Spike und Naira zu warten, die ihrerseits doch die Zigarette rauchen musste und Spike hatte eben seinen Auslauf für einen Moment. Dem Hund ging es interessanterweise viel besser, als gedacht. Victor steckte eine Hand in seine Hosentasche und sah auf, als Naira meinte, dass er sie küssen sollte, um das nächste Stadium eines stinknormalen Lebens einzuleiten. "Oh...das ist aber viel gefragt.", antwortete er neckisch zurück und verzog dabei das Gesicht, als wäre ihre Anforderung überhaupt nicht möglich. Doch es schlich sich ein Lächeln auf seine Lippen, wie eins dass ein junger Teenager auflegen würde, wenn man ihm etwas anbot was wie eine Anforderung klang, er auch machen wollte, es nun aber zu peinlich wäre. Dabei senkte Victor den Blick und versuchte genau dieses Lächeln aus dem Gesicht zu bekommen. Alex mochte nicht mehr da sein und Ramirez wusste über sie bescheid oder konnte es sich so ziemlich denken. Aber Victor fand es sei immer noch der falsche Platz.
    • Naira O’Connor

      Victor meckerte wenigstens wegen der Zigarette nicht mehr, er wusste aber auch sicherlich, was Naira ihm dafür vorwerfen könnte, wenn er sie darauf ansprach. Es war ihre kleine Sucht, die sie davon abhielt, ihren Gefühlen einen freien Lauf zu lassen. Dann wäre sie schon sicherlich gefeuert und hätte auch sicherlich mehrere Probleme gehabt, aber so hielt sie sich gut in Schach mit der kleinen, giftigen Droge..
      Der Rotschopf war still, bis sie ihn auf den Kuss ansprach. Es war nicht ernst gemeint, irgendwie innerlich doch ein wenig, aber vielleicht wollte sie einfach sehen, wie weit sie ihn herausfordern kann. Sein Lächeln verriet einiges, bis er den Blick runter nahm und die Frau nicht mehr viel sehen konnte. Aber sie hatte gesehen, was sie wollte.. sie hatte ihn schon ein wenig gekitzelt, fehlte nur noch der Rest. „Ah, es ist zu viel gefragt?“, wiederholte sie und grinste ein wenig neckisch. „Du hast nur Schiss, dass uns jemand sieht und du es endlich offiziell machen muss, dass du jetzt eine Frau an der Backe hast“. Naira rauchte zu Ende und warf den Stümmel weg, um dann nach ihrem Hund zu pfeifen. „Dann hast du nur Angst, dass die anderen Mädels denken, dass sie keine Chance mehr bei dir haben..“. Es fühlte sich normal an, sich gegenseitig zu necken und aufzuziehen, Naira tat es wirklich gerne..

      Sie schloss die hintere Tür, nachdem ich Hund drinnen war und stieg selbst auf den Beifahrersitz, bevor sie zu Victor sah. „Aber ich nehme es dir nicht übel.. so denken die Kollegen, sie hätten noch ne Chance bei mir“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er hätte sie tatsächlich wieder wegen der Zigarette ansprechen können, hatte sogar mit dem Gedanken gespielt, sie ihr einfach aus der Hand zu nehmen und in den Schnee rings um sie beide zu schmeißen, damit sie zischend darin ausging. Aber er hatte sein Recht darauf definitiv verwirkt. Nichts würde sie davon abhalten die Kippe wegzulegen, genau so wie ihn vorerst nichts abhalten konnte an einen schönen kühlen Drink zu denken. Und das obwohl sich ihm der Magen ein wenig drehte. Essen wird heute wohl so eine Sache an sich sein. Er wird es wollen, aber nicht schaffen.
      Manchmal konnte man seine Reaktionen nicht verbergen und vor Naira konnte er nach und nach diese unnahbaren Mauern fallen lassen, so dass sie ihn kennenlernen durfte. Und in ihm versteckte sich auch irgendwo ein schüchterner kleiner Junge, der nicht wenig Erfahrung hatte, aber ebenso noch nicht ganz wusste wie er zu reagieren hatte. Ihre Stichelei traf ihn, auch als sie sagte, dass er es nur deswegen machte, weil er sich die Optionen offen lassen wollte. Mochte auch gut stimmen, aber so mehrere Beziehungen auf einmal.."Das wäre zu anstrengend...", brummelte er abwesend in seinen Bart und seufzte lautstark, als sie sich langsam in den Wagen setzten, um zum Tierarzt zu fahren. Victor ließ Naira die Adresse ins Navi eingeben und folgte ihren schlanken Fingern. Ihr abschließender Satz ließ ihn mürrischer werden. Kollegen, die noch eine Chance haben sollen?
      "Hmpf...Und wer genau?", brummte er ebenso wie vorhin in ihre Richtung, als er aus der Parklücke fuhr und in Richtung Westen, um sich in den üblichen Verkehr einzugliedern. Ihm war nicht mehr so schwummrig und das Fahren funktionierte besser.
    • Naira O’Connor

      Zehn Minuten zeigte das Navi an und machte so deutlich, dass der Weg ein wirklich geringer war. Naira schnallte sich an und lehnte sich zurück, während Victor sprach. „Zu anstrengend mit mehreren Frauen gleichzeitig sich Vergnügen zu können? Ich meine, du suchst dir dann die aus, auf die du gerade Lust hast.. ob dick oder dünn.. braunhaarig oder blond..“, sie grinste ein wenig und sah ihren Partner von der Seite an. Er schnaufte schwer, als sie das mit den anderen Kollegen erzählte.
      „Ich weiß nicht.. ich glaube, so ein junges Ding .. um die zwanzig mit viel Ausdauer wäre für den Anfang gut..“, sie neckte ihn, aber er nahm es vielleicht ein wenig zu ernst. „Aber nee... ich habe nur Spaß gemacht, außer Dir würde ich da niemanden aussuchen“. Sie zwinkerte, dann fuhr Victor auch von dem Parkplatz runter..

      Lange dauerte es nicht, bis die beiden da waren. Spike folgte seinem Frauchen nach oben in die Praxis, in der Naira ihren Hund anmeldete, in der sie schon öfter mal mit ihm war. Jede Untersuchung machte sie brav mit und ließ keine Impfung aus, damit ihr Hund gesund blieb.
      In Dienstkleidung, mit Waffe und der Polizeijacke wirkte die Dunkelhaarige einschüchternd auf die anderen, die mit ihren Tieren auf den Arzt warteten. Es waren drei Leute vorher dran, Naira konnte aber warten und setzte sich in den Warteraum mit Spike, ließ auch für Victor noch Platz. „Ich würde so gerne schlafen..“,murrte sie, lehnte den Kopf nach hinten, während sich ihr Hund vor ihr hinlegte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lucy-chan ()

    • So toll und super es andere beschrieben, konnte sich Victor ein Polygames Leben gar nicht vorstellen. Selbst, auch wenn es eine heiße Vorstellung gewesen wäre, konnte er sich keinen Dreier mit Naira und einer zweiten vorstellen. Einfach so viel zu machen und so viel zu beachten. Er mochte es sich auf eine Frau zu konzentrieren...Vielleicht hatte ja seine erste Beziehung zu viel Einfluss auf ihn gehabt. Victor ging nicht weiter auf die Sache ein mit den jungen und ausdauernden Kollegen, die sich Naira möglicherweise schnappen konnte. Da war wieder sein Humor ein wenig trockener und er akzeptierte den Fakt an sich nicht. Bis zur Praxis fuhren sie eher still und ohne große Unterhaltung rüber. Victor parkte und lief mit Naira rein. Eigentlich hatte er sich auch gut vorstellen können im Wagen auf sie warten zu können, aber ihre Worte machten ihn unruhig...Ja sie haben von Liebe gesprochen und anderen Dingen, aber wirklich Vertrauen schenken. Victor rieb sich den Bart und die Wange danach. Es war ein schwieriger Gedanke dem er nichts abgewinnen konnte. Wann war das letzte Mal, dass er jemandem überhaupt vertraut hatte...

      Sie setzten sich gemeinsam auf einen freien Platz. Viele waren nicht da, aber die, die da waren beäugten die zwei Polizisten argwöhnisch. Spike war derjenige, der sich wohl stolz fühlen durfte von gleich zwei Detectives zum Arzt begleitet werden zu dürfen. Dabei war Victor eher wegen Naira hier. Der Hund...na, er mochte ihn klar. Aber er musste nicht hier sein.
      Bei ihren Worten sah er zu ihr hin und überlegte. Er überlegte lange und kaute auf der Innenseite seiner Wange, bis er schließlich doch einfach seine Hand auf ihre im Schoss legte und die Finger miteinander kreuzte. Er hielt einfach nur ihre Hand fest und drehte sich Blick in eine andere Richtung. Die Wanduhr wurde zu einem guten Fokuspunkt. Es war eine schwarze Katze, die bei jedem Takt mit dem Schwanz hin und her wedelte. Ihre Augen gingen dabei in entgegengesetzter Richtung zum Schwanz ebenfalls von links nach rechts.
    • Naira O'Connor

      Victor schwieg, das war sicherlich ganz normal für ihn, aber nach Nairas Bemerkung, die sie nur aus Spaß gebracht hatte machte sie sich schon ein wenig Sorgen, ob er wirklich genauso schwieg, wie sonst immer. Sie schluckte schwer und sah von der Seite zu ihrem Partner, bevor er ihre Hand ergriff und sie festhielt. Er kreuzte ihre Finger miteinander, das löste sofort eine Gänsehaut auf der Haut der Frau aus, bevor sich ihr Herz daran erfreute. Eine angenehme Wärme war in der Brust zu spüren, sie fühlte sich für einen Moment deutlich wacher und deutlich aktiver, ein Schmunzeln war auf ihren Lippen zu sehen. Die beiden waren in der Öffentlichkeit und Victor zeigte damit eigentlich jedem, dass sie ihm gehörte, Naira konnte nicht wirklich aufhören zu schmunzeln, er konnte also doch etwas romantischer sein.

      Sie musterte ihren Partner für einen Moment, er sah viel lieber auf die Uhr und musterte die kleine, schwarze Katze. Innerlich seufzte die Frau, lehnte sich zu ihm vor und küsste seine Wange, bevor sie sich letztendlich gemütlich hinsetzte und seine Hand festhielt. Spike musterte die beiden anderen Hunde, die noch im Raum sahen, bevor er sich die Katze ansah, die in einem Käfig ihm knapp Gegenüber saß. Die Katze fauchte ihn an, Naira war wachsam und beobachtete, wie sich ihr Hund erhob. Spike hatte normalerweise nichts gegen Katzen, sie waren ihm egal, manchmal spielte er gerne mit ihnen, jagte sie draußen. Dieses Mal reagierte er schon fast aggressiv auf die Katze, seine Besitzerin konnte ihn gerade noch am Geschirr halten, als er zu dem Tier aufspringen wollte.
      "Spike!", rief sie ganz aufgeregt und stand auf, um ihren Hund festhalten zu können. Er bellte, ihr Hund konnte wirklich bellen.. Die Katze fauchte weiter und zum Glück war die Frau mit ihrer pechschwarzen Katze auch dran, es hielt sie jedoch nicht davon ab, der Dunkelhaarigen einen bösen Blick hinterher zu werfen.
      "Spike, aus! Sofort!". Selten musste Naira so laut werden, aber es klappte, der Husky zog seine Ohren an und legte sich wieder hin, sein Frauchen blieb aber für einen Moment noch stehen, falls er doch noch einmal auf wollte, aber dieses Mal blieb der Hund liegen.

      Seufzend setzte sich die Frau hin, sie schüttelte den Kopf. "So etwas hatte er früher nie gemacht..": Ihr Blick ging zu ihrem Partner.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er ergriff ihre Hand weil er vorhin vor dem Revier gerne auf das kleine Angebot eingegangen wäre und sie geküsst hätte. Aber hier in einem Wartezimmer vor ein paar anderen Leuten, konnte er nicht anfangen mit seiner Freundin rumzumachen. Selbst wenn es ein keuscher Kuss gewesen wäre auf ihre Lippen, er hätte es nicht als richtig empfunden. Dafür war er zu nüchtern, zu müde und definitiv nicht wirklich in der Laune. Also war es klug von ihm, wie er fand, wenigstens ihre Hand zu nehmen und sich daran zu gewöhnen, wie das Leben mit normalen Menschen in einer normalen Umgebung sein konnte. Ein wenig überraschte hob er die Augenbrauen, als sie ihm einen Kuss auf die Wange drückte. Da wo ihre Lippen seine Haut berührten prickelte es. War sein Herz einer Frau verfallen, die er vielleicht eher selbst mit runter in den Abgrund zog? Victor wandte sich nur für einen Moment zu ihr, sah dann aber schnell wieder weg und verfolgte ein paar Arzthelfer, die einen großen Bernhardiner aus dem Zimmer ließen und hinterher kam sein Herrchen, der fast schon so aussah wie sein Hund. Groß und haarig, aber irgendwie reizend und nett. Victor grummelte leise, als eine Katze in der Ecke fauchte und Spike daraufhin auf sie zusprang. Naira konnte gerade noch so reagieren. Er hatte die Anspannung in ihrer Hand wahrgenommen und in dem Moment losgelassen, als sie vom Stuhl schoß. Ihr Husky bellte aufgeregt und wütend in die Richtung der schwarzen Katze, die sich kauernd in der Dunkelheit ihres Käfigs versteckte und die spitzen Zähne bleckte. Spike hörte erst auf, als man die Frau mit der Katze ins Zimmer bat.
      So unüblich waren doch solche tierischen Auseinandersetzungen in einem Wartezimmer bestimmt nicht. Niemand, nicht einmal die Dame am Empfang schien sich wirklich schlecht zu fühlen, dass sie den Vorfall ignorierte.
      Victor war ebenfalls irritiert und sah zu Naira hoch, dann zu Spike, der aufgeregt noch hechelte und angespannt die Ohren in die Richtung drehte in die die Katze verschwunden war.
      "Ich habe ihn noch nie bellen gehört...", gab Victor zu und sah zu Naira, bat sie dann aber sich zu setzen. "Alles gut...Hast du seine Leine dabei? Ich kann ihn ja beim nächsten Mal halten...", schlug er vor. Nicht weil er sich für stärker hielt. Dafür erinnerte er sich noch zu gut daran, wie Naira ihm fast den Arm verdreht hatte. Aber vielleicht war es besser, wenn er Spike einfach bei sich hielt.
      "er war auch recht ruhig seit dem er wieder da ist...", merkte Victor leise an, als er den Hund weiterhin beobachtete, um selbst einzugreifen. Irrationalerweise kam ihm in den Sinn, dass dieser Naira aus heiterem Himmel beißen könnte. So wie eben die Hunde ihn am Arm erwischt hatten.
    • Naira O’Connor

      Die Frau setzte sich noch immer entsetzt, war aber bereit ihren Hund sofort festzuhalten, wenn er es nur wagen würde aufzustehen. Spike sah zu seinem Frauchen und blickte in ihr besorgtes, aber auch wütendes Gesicht, er merkte, dass etwas nicht stimmte und legte sich hin, bevor er die Ohren anzog. Am liebsten hätte Naira ihn sofort in den Arm genommen, aber dieses Verhalten durfte nicht noch einmal vorkommen, deshalb belohnte sie ihren Hund nicht, sondern war achtsam.
      „Ich habe keine Leine für ihn.. Spike brauchte noch nie eine Leine, er hört normalerweise aufs Wort..“. Ein wenig verärgert war sie schon, schüttelte aber letztendlich den Kopf und sah von ihrem Hund zu ihrem Freund. Ihr Herz schlug noch immer wie wild, das Adrenalin in ihrem Körper war noch nicht ganz abgebaut, wie es schien. „Er macht sich auch normalerweise nichts aus Katzen.. außer sie ein wenig zu ärgern vielleicht..“. Ihr Blick ging wieder runter und nur mit Mühe konnte sich Naira beruhigen und wieder zurücklehnen. Die beiden anderen Herrschaften hatten ein wenig blöd zu ihr geschaut, wollten sie scheinbar mit ihren Blicken dafür bestrafen, dass die ihren Hund nicht im Griff hatte. Dabei könnte die Frau wetten, dass ihr Hund besser erzogen war als irgendein anderes Tier, aus der Stadt. Das lag aber bestimmt auch an deren gemeinsamen Geschichte, Spike hätte nie Naira und Naira fast nur ihn. Nun war auch Victor da..

      Die Dunkelhaarige fuhr sich übers Gesicht und seufzte leise, bevor sie ihre Hände wieder ruhig im Schoß ließ. „Ich hoffe,dass hat er jetzt nicht für immer.. ich werde den Bastard kriegen, wenn Spike irgendetwas mitgenommen hat..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor räusperte sich und rutschte auf dem Stuhl ein wenig nach unten, um es sich gemütlicher zu machen. Wirklich gerade sitzen und sich damit okay finden konnte er nie. Er war eher der unanständige, der breitbeinig mit den Händen auf dem Bauch sein Gegenüber begutachtete. Spike blieb ruhig und auch Naira beruhigte sich. Die Blicke der anderen mussten sie über sich ergehen lassen, wie alles andere nun einmal auch. Sie waren nicht umsonst Detectives geworden. Die meisten Reaktionen von Normalsterblichen waren eben genau so...Ob nun wegen eines Hundes, der sich nicht benehmen konnte oder weil sie wild gestikulierend und fluchend in ein Zimmer eintraten, obwohl sie Mitgefühl für ihr verschwundenes Kind zeigen mussten.
      "Das wird schon...", nuschelte er und legte eine Hand auf ihr Knie, dass er nachdenklich tätschelte, während sie darauf warteten zum Arzt zu dürfen. Es dauerte noch gut eine halbe Stunde in der sie nur da sitzen konnten und Naira wohl noch immer recht angespannt war, weil sie glaubte, dass Spike im selben Moment aufsprang, wenn sie es wagte sich endgültig zu entspannen. Dass sie natürlich nie eine Leine hatte für Spike war fragwürdig in Victors Augen, aber der Hund gehörte ihr und nicht ihm und wenn sie glaubte, dass das schon so richtig sei, dann würde es auch so sein.

      Schließlich rief der Arzt sie auf. Victor stand mit auf, merkte aber schnell, dass er ja gar nicht mit musste und steckte die Hände in einem Anflug von Ahnungslosigkeit was er machen sollte in die Hosentaschen. "Ehm...Nun...Viel Spaß euch.", sagte er noch brummelnd und sah ihnen nach als sie in das Zimmer verschwanden. Er selbst entschied sich dafür im Wartezimmer zu bleiben und holte sein Handy heraus. Es hatte gerade mal noch 7% Akku...Wirklich genutzt hatte er das Ding auch nicht und wenn er es sich so überlegte, dann brauchte er es auch nicht. Notfalls konnte man ihm ja...eine Brieftaube schicken oder sowas. Würde schließlich auch ankommen. Wahrscheinlich zur selben Zeit in der er Victor mal auf sein Handy sah.

      Während Naira mit ihrem Hund beim Arzt war, kam ein Vater mit seiner Tochter rein und meldeten ihr Kaninchen an. Die kleine schien sehr besorgt, trotz ihrer heiteren Zöpfe, die sie links und rechts hinter ihre Ohren geklemmt hatte. Sie meinte auch, sie wolle nicht das Mr. BugsBunny auf dem Boden saß, sondern hievte ihn mit Hilfe ihres erschöpften Vaters auf den Stuhl zwischen sich und sie. Victor beobachtete die beiden eine gute Weile und ignorierte sogar, dass er anfing zu starren, weil es ihm ungeahnte Sehnsüchte auftat. Etwas dass er noch nicht benennen konnte, aber das kleine Mädchen war süß. Sie kicherte und fütterte ihrem Hasen sachte ein Leckerli nach dem anderen, dass sie durch das Gitter steckte. Victor musterte dann den Hasen, der wahrscheinlich viel zu dick war für seine Rasse und bereits den ganzen Käfig unweigerlich allein ausfüllen konnte. Armes Ding...
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