[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Naira O’Connor

      Ein Seuftzen verließ ihre Lippen, als ihr Freund Alex doch noch einmal ansprach. Naira war bereit ihm zu erzählen, was er ihr vorgeworfen hatte und womit sie konterte, aber letztendlich hörte sie ein Schnarchen und war sich dessen bewusst, dass ihr Freund gerade eingeschlafen war. Sie lächelte ein wenig, fuhr ihm weiter über die Haare und gab ihm sogar einen Kuss auf die Stirn, obwohl er es mit Sicherheit nicht bemerkte. Naira selbst konnte nicht schlafen, sie war mit ihren Gedanken noch ganz wo anders. Der Tag war schön und schrecklich zugleich gewesen.. eine Angst machte sich breit, sie könnte vielleicht ganz kalt werden, es war ihr nämlich nach der Bedenkzeit ganz leicht gefallen einfach alles zu ignorieren und nicht mehr wütend zu sein. Vielleicht würde es ja wie bei ihrer Mutter werden..irgendwann war sie still geworden und regte sich nicht auf, seit diesem Moment an akzeptierte sie alles, was Nairas Vater tat, bis er dann fort war... aber das war eine andere Geschichte..

      Eine oder vielleicht auch zwei Stunden lag Naira wach da, bis sich Victor auf die andere Seite drehte. Er ließ sie damit locker und die Frau konnte sich erheben, um ins Bad zu laufen. Ihr Bein schmerzte, ihr Kopf auch, noch war sie nicht nüchtern, aber sie fühlte sich schon deutlich besser.
      Nach dem Toilettengang lief sie an Victor vorbei, um in die Küche zu gehen. Der Drang nach einer Zigarette war da, sie schnappte sich auch eine und öffnete das Fenster, um zu rauchen. Victor hatte noch die zwei Stunden Schlaf, die sie ihm lassen würde, er musste ausnüchtern..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor bemerkte wahrlich nichts mehr um sich herum. Ein betrunkener Schlaf war für ihn schon immer einer der besten gewesen. Niemand störte ihn und nichts und niemand wollte ihn auch stören. Denn er schlief...und das war der Moment wo er nichts sagen konnte oder meckern durfte. Das Schnarchen verging, nachdem er sich auf die andere Seite drehte und Naira losließ, weil ihm unteranderem auch zu warm wurde. So zu schlafen, gab ihm die Möglichkeit einfach nur zu schlafen und nicht von damals zu träumen. Schüsse hallten zwar leise in seinem Traum, aber sie vergingen, wechselten sich mit Hundeknurren ab, bevor es dann wieder ganz still wurde.
      Nach 4 Stunden Schlaf wachte er auf. Trockener Mund, bitterer und saurer Geschmack auf der Zunge mit dem Bewusstsein schrecklichen Mundgeruch zu haben. Aber das war schon okay. Zähne putzen, ein wenig Essen und ein Kaffee würde ihn wieder auf die Beine stellen. Nicht ganz nüchtern, aber es würde reichen. Er drehte sich auf den Rücken und merkte im nächsten Moment, dass der Platz neben ihm leer war. Seine Herzfrequenz wurde laut und schnell. Er griff an seine Seite, zog sich hoch zum Sitzen und sah sich in der Wohnung um. In seinem Kopf erinnerte er sich, dass er die Nacht gestern noch mit Naira verbracht hatte. Sie lag an seiner Seite und dann...Ein Schamgefühl machte sich in seiner Brust breit, weil er einfach so eingeschlafen war. Und er fasste sich ins Gesicht, schnell bemerkend, dass er immer noch lädiert war und sein Knochen immer noch schmerzte. Sollte da wirklich ein blauer Fleck sein, dann wusste er an diesem Tag auch warum. Sein Gedächtnis gab ihm zumindestens die Chance sich daran zu erinnern und an den Arsch, der sich an seine Freundin rangemacht hatte.
      Nach 5 Minuten durchschnaufen und Gedanken sammeln, kam Victor schwankend auf seine Beine und atmete schwerfällig aus. Ihm war übel und ins Bad zu gehen wäre sein erster Gedanke, aber er wollte Naira erst sehen und wissen, dass sie bei ihm war. Nur ein kleiner Komplex, den er seit ihrer ersten Freiheitsberaubung mitgenommen hatte.
      "Naira?", fragte er mit kratziger Stimme.
    • Naira O’Connor

      Es war ihr zweitliebster Ort in der Küche am Fenster mit einer Zigarette in der Hand, noch lieber hatte sie aber das Bett in ihrem Schlafzimmer, aber nur wenn ihr Freund auch darin war. Draußen war es kalt, Naira machte die Kälte am Fenster kaum was aus, sie saß auf einem der Stühle und lehnte den Kopf an die Wand, während sie immer wieder an der Zigarette zog. Die Nacht war ruhig, ihr Freund schlief, dass durfte er auch, eine angenehme Stille breitete sich in der Wohnung aus.
      Ihr Handy vibrierte, für einen Moment dachte sie, es wäre nur ein Traum, aber sie bekam tatsächlich eine SMS von der ihr unbekannten Nummer. Es war klar, wem sie gehörte.

      ‚Kannst du etwa nicht schlafen..?‘
      Sie wunderte sich kaum noch darüber, dass Thomas so etwas wusste, wahrscheinlich stand er irgendwo an der Straße und sah das offene Fenster ihrer Wohnung, damit war klar, dass er noch immer nicht locker ließ. Aber Naira antwortete ihm nicht, lieber wartete sie ab und rauchte ihre Zigarette weiter. Es dauerte nicht lange, da kam schon die nächste SMS:
      ‚Ich habe einen Vorschlag für dich.. ich könnte komplett aus der Bildfläche verschwinden, wenn du es magst.. willst du den Vorschlag hören?‘

      Naira überlegte kurz, ob sie wirklich wissen wollte, was der Mann zu sagen hatte, aber es könnte vielleicht interessant werden. Klar, es war mit etwas verbunden, was sie tun müsste, aber sie konnte ja auch noch nein sagen.
      ‚Schieß los..‘, antwortete die Frau kurz, aber es dauerte nicht lange:
      ‚ich verschwinde von der Bildfläche, tauche auch nicht wieder auf.. ich lass die Leute in Ruhe, aber dafür, bekomme ich dich und nicht der Rotschopf..
      Kurz verschluckte sich die Frau an ihrer eigenen Spucke und hustete um die Wette. Niemals, niemals würde sie freiwillig zu ihm in seine Hände gehen!
      ‚Vergiss es‘. Es war eine klare Antwort, dafür brauxhte sie auch eine weitere Zigarette.
      ‚Du wirst dich noch umentschieden..‘

      Naira wollte noch etwas drauf antworten, aber sie hörte Victor und fuhr hoch. Das Handy war verschwunden, stattdessen sah sie zu ihm, der in die Küche kam. „Victor?“,fragte sie und warf ihre Zigarette weg, um das Fenster anschließend zu schließen. „Guten morgen..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie saß in der Küche und auch wenn das Fenster offen gewesen ist, roch er den kalten Rauch ihrer Zigaretten an denen sie seit einigen Wochen Gefallen gefunden hatte. Er trat an den Tisch, um sich abzustützen und musterte sie, wie sie das Fenster schloss und ihm einen Guten Morgen wünschte. Er brummte verschlaffen und rieb sich den Nacken, um die Versteifung ein wenig zu lösen, aber es half nichts. Er hatte nicht gut gelegen und so ganz ohne seine Freundin fühlte er sich auch nicht ausgeschlafen. Zu mindestens schob er diesen Grund auf ihr Fehlen neben ihm. Nachdem er also sicher war, dass sie noch in der Wohnung war, schlürfte er rüber ins Badezimmer mit einer kurzen Bemerkung, dass sie gleich Frühstücken könnten. Es war keine Aufforderung welches zu machen oder dergleichen. Er wollte hauptsächlich bescheid geben, dass er überhaupt anwesend war, trotz des Alkohols. Seine Brust fühlte sich schwer an, ebenso wie der Kopf. Sein Herz schlug wild, um gegen die Vergiftung des Körper anzukommen und er spürte kalten Schweiß an seinen Händen. Aber nichts, dass eine gute Dusche nicht lösen konnte. Im Bad packte er seine Sachen aus, die er gestern erst geholt hatte und putzte sich die Zähne, stieg unter die Dusche damit und wusch sich gründlich, bevor er rauskam und sich den Bart stutzte, um ordentlicher auszusehen, als zu vor. Es half aber nichts.

      "Ich seh scheiße aus...", grummelte Victor typischerweise, als er seine Haare zurückstreicht und sich dabei auf einen der Stühle am Küchentisch fallen lässt. Sein Blick geht zu Naira, die nicht ausgeschlafen aussah: "Hast du...denn gar nicht geschlafen?", fragte er leise und räusperte sich, um das Kratzen in der Kehle loszuwerden.
    • Naira O'Connor

      Selbst mit dem Restalkohol und so verschlafen sah Victor noch immer wirklich süß aus, jedenfalls fand es seine Freundin. Sie hätte ihm gerne durch das zerzauste Haar gestrichen, aber der Mann verschwand im Badezimmer, ließ seine Freundin alleine. Naira seufzte leise, lief ins Schlafzimmer, um sich umzuziehen. Ihr Hund wurde wach, Spike folgte ihr sofort und wartete darauf, dass sich sein Frauchen umzog, um begrüßt zu werden. Sie kraulte ihren Hund, begrüßte ihn und nahm ihn anschließend in die Küche mit, in welcher die Frau seinen Napf fühlte. Der Hund war versorgt, da überlegte sie sich, was sie denn zum Frühstück machen konnte. Ein wenig übel war es ihr nach dem Alkohol schon, was leichtes würde sie mit Sicherheit nicht dazu bringen, alles wieder rauszukotzen. Sie entschied sich dazu, Kaffee zu kochen und Brot und Müsli hinzustellen.

      Victor tauchte wieder auf, er grummelte wieder etwas, da lehnte sich Naira gegen die Arbeitsplatte und musterte ihn. Ein sanftes Lächeln war auf ihren Lippen zu sehen.. "Ich finde dich süß..", sprach sie und wartete darauf, dass die Kaffeemaschine fertig wäre. "Ich konnte nicht einschlafen.. Ich bin dann irgendwann aufgestanden, damit ich dich nicht wecke..".
      Der Kaffee war fertig, die Kanne brachte sie mit auf den Tisch, bevor sie sich ihrem Freund gegenüber setzte. "Ich habe nichts großes gemacht.. Damit nichts schwer auf dem Magen liegt..".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor machte es sich gemütlich auf seinem Stuhl sofern es gemütlicher werden konnte. Dabei hing er nur halber über der Lehne und beobachtete Naira, als sie ihn "süß" nannte und dabei lächelte.
      "Mhh...du bist doch was besonderes...", nuschelte er angestrengt und sah zu der Kanne, die sie gleich darauf an den Tisch brachte. Brot und Müsli stand ebenfalls bereit. Victor entschied sich dabei lediglich dafür eine Scheibe Brot zu essen. Was anderes kam ihm gerade eh nicht mehr in den Sinn und es wurde sehr anstrengend es im Magen zu behalten. Brot ging aber immer. Es war trocken genug, um keinen Würgereiz hervor zu bringen.

      Was ihm aber eher Sorgen machte, war Nairas Zustand. Sie hatte nicht geschlafen und ihm kam nach und nach alles hoch, was sie gestern angesprochen hatten und was nicht. Victor knabberte an der Brotrinde und schenkte sich etwas Kaffee ein, bevor er die Beine auf einen der freien Stühle legte und schnaubte: "Dabei dachte ich gestern ich werde nicht schlafen...Aber Alkohol ist das einzige, dass mich nicht wirklich träumen lässt...", sprach er leise am Tisch aus, bevor er das letzte Stück zerkaute und mit einem großen Schluck Kaffee runter spülte.
      "Willst du dich wenigstens nicht jetzt noch einmal hinlegen...Oder...hast du irgendwelche Bedenken?", er schnappte sich ein zweites Stück vom Brot, rupfte aber lediglich ein Stück von ab und knabberte motivationslos auf diesem herum, während seine Augen die Frau nicht losließen. "Ist was passiert? Hat er wieder geschrieben?".
    • Naira O’Connor

      Ihr Lächeln wurde noch viel breiter, als Victor sie als besonders bezeichnete. Für ihn war sie vielleicht etwas besonderes, selbst empfand es die Frau nicht wirklich, sie war etwas durchschnittliches, ihrer Meinung nach, aber sie hatte ihren Freund wirklich gern und zeigte es ihm auch gerne. „Was heißt hier doch?“,fragte sie gespielt zickig und hob ihre Augenbraue hoch.
      Naira nahm ein wenig Müsli und etwas Naturjoghurt, um es letztendlich zu vermischen und einen Löffel in den Mund zu nehmen. Sie wartete ab, ob das Essen sich wieder zurück kam, aber noch war nichts zu spüren. Victor hingegen war schon fertig, er sah sie ein wenig besorgt an, dabei gab es doch nichts, womit er sich sorgen konnte. „Wir müssen ins anderthalb Stunden auf dem Revier sein, ich denke.. ich fühle mich schlechter, wenn ich jetzt noch schlafe..“. Sie schüttelte ein wenig den Kopf und aß einen weiteren Löffel vom Müsli. „Warum sollte ich Bedenken haben?“. Sie musterte ihren Freund, welche Bedenken sollte die Frau haben? Sie war doch sicher in den Armen ihres Freundes und sie war auch sicher in der Wohnung, solange er hier war. Er sah sie an,ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen und sie schüttelte den Kopf. „Ah, der gleiche Kram wie immer“, antwortete sie ihm. Er musste von dem Vorschlag nichts wissen, den Thomas ist angeboten hatte, das würde Victor nur verstören. „Geht es dir denn gut? Du kannst dich noch ein wenig hinlegen..wir könnten etwas fernsehen.. oder irgendetwas anderes machen“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Jemanden als besonders abzustempeln musste nicht immmr gleich heißen, dass er nett oder positiv gemeint war. Wobei Victor sicherlich seiner Freundin nichts Schlechtes vorwerfen wollte. Sie mochte hier und da sehr eigenwillig sein und ebenso anstrengend, wie auch lieb und zart. Victor stützte sich mit einem Ellenbogen auf dem Tisch ab und legte den Kopf in die Hand, um sie weiter beim Essen zu beobachten. An sich hätte er das auch den ganzen Tag machen können, aber dabei kam er sich seltsam vor. Als wäre er auch einer dieser Stalker...wie Alex oder wie Thomas selbst, der fragwürdiger weise immer wusste, was sie taten und wo sie waren. Das war nicht nur mehr besorgniserregend, sondern hochgradig falsch. Victor schluckte schwer das letzte Stück seiner Scheibe brot runter und nahm sich den Kaffee, um diesen nach und nach leer zu machen. Jetzt war an Schlaf nicht mehr zu denken und eigentlich wäre es ihm lieber, wenn sie bereits zur Arbeit fahren konnten.
      "Ich habe einen ordentlichen Kater...ist aber nicht das erste Mal, dass ich noch halb betrunken auf der Arbeit auftauche...", erklärte er mit dem Becher noch am Mund und sah dabei zum Fenster, dass sie vorhin geschlossen hatte.
      "Sag mal...", fing er an, "Du hast gestern gemeint...dass du zurücktreten willst. Heute?", Victor warf ihr nur einen vorsichtigen Seitenblick zu. Nicht, dass er persönliche Bedenken hatte. Sie war eine gute Detective, eben nur zu persönlich in diesen Fall verwickelt. Sich da rauszuhalten war nicht falsch, dennoch wollte er eine so gute Arbeitskraft nicht vermissen bei diesem Fall. Denn auch wenn sich die Hinweise häuften und die Daten, so fanden sie trotzdem nichts stichhaltiges. Als hätte es diesen Mann nie wirklich gegeben.

      Urplötzlich klingelte Victors Handy und er sah dieses irritiert an. Es steckte noch in seiner Hosentasche und als er es rauszog, sah er Alex' Nummer darauf. Was nicht erklärte war er anrief, aber es musste mit der Arbeit zu tun haben. Victor ging ran und ohne eine höfliche Begrüßung ratterte Alex etwas runter. Er war aufgeregt und wahrscheinlich auf Koffein, weil er die ganze Zeit nicht geschlafen hätte.
      "Aha, danke. Wir werden gleich kommen.", erklärte Victor ohne zu verschweigen, dass er mit dem Wir sich und Naira natürlich meinte. Aber darauf konnte Alex auch nicht mehr reagieren, sondern wurde lediglich weggedrückt. "Alex hat eine Adresse gefunden, die auf einen gewissen Jefferson Thomas Clark hinweist und wohl nicht unweit von der Adresse deines Vaters sein sollte..."
      Victor seufzte, kippte den letzten Schluck Kaffee hinterher und stand langsam auf.
    • Naira O‘Connor

      Die Frau machte die Schüssel mit dem Müsli leer und seufzte, als sie sich zurück lehnte. Mit dem Kaffeebecher in der Hand betrachtete sie ihren Freund und musterte sein verschlafenes Gesicht, während seine Augen sie ebenfalls betrachteten. Er stellte ihr eine Frage, auf die sie selbst keine Antwort hatte, jedenfalls keine, die sie zufriedenstellen würde. „Ich rede heute mit Ramirez..“,antwortete sie und lächelte sanft. „aber mein Entschluss steht fest, ich will zurücktreten.. damit wird alles viel entspannter, denke ich.. und du kriegst es sicherlich mit Alex hin, Thomas zu kriegen.. vielleicht wird er aber auch lockerlassen, wenn ich zurück trete.. das würde ich mir jedenfalls wünschen“. Es waren gut überlegte Worte, denn Naira kämpfte mit dem Drang, weiter zu arbeiten. Sie konnte sich vorher nie vorstellen, von einem Fall zurück zu treten, sie konnte sich aber auch nie vorstellen, von einem Psychopathen verfolgt zu werden. So konnte sich alles ändern..

      Victors Telefon klingelte, Naira runzelte die Stirn, als sie Alex Stimme aus dem Telefon vernahm. War er wirklich so sauer auf die leitende Detective, dass er den ah so gehassten Amerikaner anrief? Lange musste sie jedenfalls nicht warten, bis ihr Partner ihr sagte, was los war. Sie runzelte die Stirn. „Jefferson Thomas Clark? Er denkt, dass das unser Thomas sein soll?“,fragte sie und kippte sich den Rest des Kaffees, um letztendlich aufzustehen und alles liegen zu lassen. Sie musste sich nur noch bewaffnen und ihre Wintersachen anziehen, dann wäre die Frau fertig. „Und von welcher Adresse meines Vaters? Doch nicht der letzten, oder? Das sind zwei Stunden von hier! Oder meint er Anchorage?“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie brauchten nicht lange, um ihre Sachen zusammen zu suchen und sich beide in voller Wintermontur wieder am Eingang zu treffen. Victor zog sich gerade die Schuhe über und machte sich auch bis dato keine Gedanken darüber, dass seine einzige Winterjacke, die Naira ihm geschenkt hatte, kaputt gegangen war. Seinen alten und dünnen Herbstmantel brauchte er nicht noch einmal anziehen, denn damit lief er bestätigter Gefahr entgegen zu erfrieren. Vor allem wenn sie wieder rausfahren mussten. Also war der Zustand einer warmen Jacke vollkommen egal. Victor rückte das Hemd unter dem Pullover zurecht und zog die Jacke zu, bevor er sich aufstelle und auf Naira wartete.
      "Alex klang eher wie ein aufgescheuchtes Eichhörnchen, das seinen Wintervorrat geplündert hat...Viel hat er nicht gesagt, nur eben die Verbindung zu deinem Vater...keine Adresse oder sonst was im Genauen.", erklärte er knapp und hielt sie auf, bevor Naira gehen konnte. Spike wartete brav neben ihnen. Er brauchte aber auch langsam seinen Auslauf.
      Victor zog Naira zu sich und gab ihr einen Kuss auf die Lippen. "Ich habe genug gesehen und...wenn du heute zurücktrittst...keiner wird es dir böse nehmen...Du hast großartige Arbeit geleistet...", flüsterte Victor leise und besah sie mit einem ernsten Blick. Sie solle sich nicht schlecht fühlen, auch wenn das zurücktreten auch ihn betreffen sollte. Schließlich konnten sie aber runter gehen zum Wagen und Victor ließ den Motor warm laufen.
      "Jefferson Thomas Clark...", flüsterte er leise vor sich hin, beobachtete Spike im Schnee und kratzte sich nachdenklich am Kinn. So einfach konnte es nicht gewesen sein. Und dass Thomas ihnen seinen richtigen Namen genannt hatte, konnte er auch nicht glauben. Oder hatte er damals einfach nur mit Nairas Erinnerung spielen wollen? Und sie hatte es nur nicht verstanden...Letztlich war Thomas ein Allerwelts Name.
    • Naira O'Connor

      Naira hatte nicht lange gebraucht, bis sie sich ihre Schuhe anzog und letztendlich auch zu ihrer Jacke griff. Sie hatte ihrem Partner viele Fragen auf einmal gestellt, aber sie wusste es doch selbst, dass Alex vermutlich nicht viel gesagt hatte, jedoch hatte sie noch so viele Fragen.. Victor hielt sie auf, als sie nach der Tür greifen wollte, ein verwunderter Blick lag auf ihrem Gesicht und sie sah zu ihrem Partner hoch, was er denn von ihr wollte. Der Kuss war zart, aber kurz, er brachte ihr kleines Herz dennoch dazu, fester und schneller zu schlagen. Seine Worte waren Musik in ihren Ohren, aber es war nicht das, was sie hören wollte.. Es war nicht ganz die Wahrheit.
      "Es wird mir keiner böse nehmen, weil sie der Meinung sind, ich wäre der Auslöser.. Ich habe keine großartige Arbeit geleistet, denn wir irren noch immer herum.. Aber ich denke, wenn ich raus bin, wirst du mit Alex bestimmt weiter kommen..". Sie lächelte breit, strich ihm kurz über die Wange, bevor sie dann beide die Treppe nach unten nahmen. Dicht gefolgt kam ihr Hund ihnen hinterher, Spike freute sich draußen auf seine Freiheit und lief mehrmals um das Auto herum in dem Schnee. Für diesen Moment lehnte sich die Dunkelhaarige an das Auto und betrachtete ihren Hund.
      Er war so freudig, musste aber unbedingt nachher noch zu einem Tierarzt. Naira pfiff zu ihrem Hund, der sofort angerannt kam und öffnete ihm die Tür zu den hinteren Sitzen, bevor sie sich selbst auf den Beifahrersitz setzte. Für einen Moment zweifelte die Frau, ob ihr Freund wirklich fahren sollte, aber nach reichlicher Überlegung nahm sie es einfach hin. Besser er, als sie mit ihrem verletzten Bein. "ich hoffe, wir kriegen gleich noch mehr Infos..".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Wirklich nüchtern war Victor nicht und das merkte er auch wieder, als er sich hinter das Lenkrad setzte und einmal tief durchatmete. Der Motor war warm gelaufen und die Scheiben waren wieder klar vom ganzen Frost und Eis, der diese befallen hatte über Nacht. Stell dich nicht so an, sprach er sich selbst zu und legte die Hände auf das Lenkrad und packte fest zu, um nicht das Gefühl zu bekommen etwas nicht unter Kontrolle zu haben, wie er es gerne hätte. Sein Herz schlug wild. Nicht wegen Naira und nicht wegen dem letzten Kuss an diesem Tag, den sie teilen konnten. Mehr noch...Es war sein Organismus der gegen den Alkohol kämpfte.
      "Ist nicht das erste Mal...", sagte er dann laut und löste die Handbremse, um dann vom Parkplatz zu fahren und sich in den Verkehr einzugliedern, der um diese Uhrzeit wie immer eher rar ausfiel. Die Straßen waren aber sauber und gestreut, weswegen sie ohne große Umwege auch am Revier ankamen. Er hatte nicht viel mehr zu Naira gesagt, als notwendig gewesen ist. Denn Seine Konzentration wurde größtenteils von vom Autofahren eingenommen. Aber, er konnte sie sicher auf den Parkplatz bringen und Naira und Spike konnten heil aussteigen.

      Alex hatte sie bereits im Besprechungszimmer erwartet und begrüßte sie beide. Dunkle Augenringe zierten sein Gesicht und er klammerte sich an eine Kaffeetasse, die noch dampfte.
      "Setzt euch...Ich habe mehrere Ausdrücke gemacht, damit ihr euch das selbst anschauen könnt...", er verwies auf die zwei dünnen Blätterstapel, die er auf die Plätze gelegt hatte, an denen sie meistens saßen. Er hüpfte von einer Seite zur anderen und nahm seine eigenen Blätter in die Hand, die bereits voller Notizen waren. Ein wenig irre sah er schon aus.
      Victor ließ sich schwer auf seinen Platz fallen und atmete erst einmal tief durch. Sein Bewusstsein ging für einen kurzen Moment flöten, aber wie ein Reboot am PC klärte sich die Sicht wieder und er nahm die Blätter in die Hand. Das erste zeigte ihnen das geschossene bild ihres Thomas, der im Schnee stand in der Ferne. Es war der Moment, nachdem Naira sich die Waffe an den Kopf gehalten hatte. Daneben war das Gesicht deutlicher abgedruckt und darunter nochmal zwei Fotos, die aber scheinbar aus einer früheren Zeit standen. Da hatte Thomas noch nicht so viele Falten und trug noch einen Schnauzer. Als wäre er den 90er entflohen. Auf dem Zweiten Blatt waren Daten geschrieben. Der volle Name, Adresse und die Tatsache, dass sich Alex die Mühe gemacht hatte die Adressen auf beiden Kopien seiner Kollegen rot zu unterstreichen und mit einem Fragezeichen zu versehen. Darunter befand sich eine Landkarte und die Stelle wurde eingekreist. Dann folgten weitere wahllose Informationen und nach und nach wurden die anderen bunt eingekreisten Punkte auf der Karte ersichtlicher. Ihre ersten Hinweise, die ersten Treffen auf Thomas...So viel wie Alex eben wissen konnte.
    • Naira O’Connor

      Alex sah genauso schrecklich aus, wie sich Naira fühlte. Sie war müde, aber ihr Kopf ratterte und war aktiv wie am Anfang des Falls. Schwer ließ sie sich auf den Stuhl fallen und griff zu dem Stapel, um sich diesen anzusehen. Thomas war zu sehen, sofort erinnerte sich die Frau an sein Angebot von vor wenigen Stunden. Sie könnte ja theoretisch alles beenden und ihre Ruhe habe, vielleicht einen Plan schmieden, um Thomas dann endlich ein für alle mal hinter Gitter zu bringen. Aber sein Angebot war so unmoralisch, er wusste es auch. Das Angebot machte deutlich, wie besessen er von der Frau war, die ihn noch immer nicht erkannte.. auch nicht auf den Bildern, die Mühe von Alex war groß, aber leider falsch. Wenn die drei so etwas nur vorher gewusst hätten..

      „Naira?“,hörte die Dunkelhaarige plötzlich und sah zu dem Blonden hoch, der scheinbar eine Antwort von ihr erwartete. Sie räusperte sich und schüttelte ein wenig den Kopf. „Entschuldigt, ich bin mit den Gedanken ein wenig weiter gegangen und habe wohl nicht zugehört..“. Alex runzelte ein wenig die Stirn, aber er wiederholte gerne das, was er gesagt hatte:
      „Ich denke nicht, dass der Mann einfach so unter dieser Adresse zu finden sein wird, aber wir könnten es wagen und wenigstens hinfahren, um es uns anzusehen.. man kann die Wohnung beobachten lassen..oder wir stürmen gleich direkt rein..“. Naira nickte kurz und sah sich auf der Karte den Ort an, an dem der Mann scheinbar leben sollte. Er lebte auf der anderen Seite von Anchorage, aber die Kreise, die eingezeichnet wurden kreuzten sich irgendwann mit genau dieser Adresse. „Wir können ihn beobachten.. und wenn es nötig ist eingreifen.. alles kein Problem“. Sie war so ruhig und vor allem so zurückhaltend, lag vielleicht auch daran, dass sie ihre Gedanken nicht still halten konnte. „Aber wir schicken jemanden hin, wir drei wären wohl auffällig wie sonst was.. und du gehst schlafen, Anordnung von oben..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alex hatte gute Arbeit geleistet und das wussten sie alle. Er hatte sich die große Mühe gemacht und alles tatsächlich eingetragen, was sie letztlich all die Monate gesammelt hatten. Victor beäugte Naira aus dem Augenwinkel und dann wieder die Notizen vor sich, bevor er auf dem Stuhl runter rutschte und mit aufgeplusterten Wangen hörbar die Luft zwischen den Zähnen ausstieß.
      Er wollte noch keinen Kommentar zu all dem abgeben, aber er glaubte auf jeden Fall nicht, dass sie ihren Thomas dort fanden. Aber ernüchternder Weise sah der Mann mit dem Namen "Jefferson Thomas Clark" eben genau so aus, wie ihr gesuchter. Victor blätterte zurück zu dem Bild von Thomas und legte die Blätter dann weg.
      Alex gähnte wie aufs Kommando, als man ihm anordnete schlafen zu gehen und er streckte die Arme in die Luft. Seine Hoffnung auf Naira stieg ein wenig wieder an. Lange böse sein, konnte er ihr nicht und selbst wenn sie das schrecklichste überhaupt auf der Welt angestellt hätte, er wäre der letzte der sie von der Bettkante stieß. Erst recht wenn seine Konkurrenz Victor war. Dieser sah aber auch eher schlecht als Recht aus und Naira merkte man ihre Müdigkeit ebenfalls an.
      "oh ja...Ich möchte definitiv noch ein wenig Schlaf nachholen. Habe die halbe Nacht an den Infos gesessen, sobald eben die Auswertung zurück gekommen ist. Na ja...außerdem wollte ich ab heute Nachmittag frei haben, damit ich alles für die Party vorbereiten kann.", Alex trat von einem Bein aufs andere und nestelte mit den Fingern vor dem Bauch, bevor er sich zur Ablenkung sein Handy aus der Hosentasche zog: "Wisst ihr...Ehm...Du, ob du ebenfalls kommst?", er sah sie hoffnungsvoll an, wie ein Welpe, den man auf die Straße ausgesetzt hatte.
      Victor sah von der Seite Alex an und grummelte unzufrieden. Wenn er sich doch nur nicht so gerädert fühlen würde...Konnte es sein, dass sein Kater ihm diesen mürrischen Zustand überhaupt aufgeschwatzt hat und er ohne das ständige Trinken und morgens zur Arbeit fahren, eigentlich so geblieben wäre, wie damals? Sie werden es nie erfahren. Victor schiebt die Sachen bei Seite und stand auf, um in die Küche zu gehen und Kaffee zu holen, dabei murrte er in sich hinein: "Wir brauchen alle eine Ablenkung...", dann verschwand er aus dem Zimmer in die kleine Küche. Auf dem Weg dorthin kam er an einigen Kollegen vorbei, die er nur dürftig grüßte. Bei zwei Gesichtern fragte er sich wahrlich wer das sein sollte.
    • Naira O'Connor

      Es war besser, wenn Alex nach Hause gehen würde, anstatt weiter hier zu bleiben. Er hatte eine gute Vorarbeit geleistet, nun musste sich noch herausstellen, ob es auch wirklich so war. Naira konnte es sich nicht vorstellen, dass es wirklich so einfach war und Thomas so einfach zu finden ist. Vielleicht hatte er ihr deshalb vorgeschlagen, dass er aufhören würde.. Vielleicht wollte er sein Ziel so erreichen, bevor es nun zu Ende gehen würde?
      Alex fragte nach der Party, da war Naira ein wenig überfordert. Sie wusste nicht, ob sie wirklich dahin wollte, zumeist sie eigentlich ihren Partner mitnehmen wollte, jedoch mochten sich die beiden Männer ja nicht.. Was sollte sie nur tun? Rettung kam dann, als Victor etwas entgegnete, dass sie alle eine Ablenkung brauchten, er sagte indirekt also ja. "ich denke, wir werden auftauchen.. Wenigstens für eine Stunde.. Ablenkung wird uns gut tun..". Damit wiederholte sie die Worte ihres Freundes und Partners, bevor sie sich erhob, um ihren Laptop aus dem Büro zu holen. "Geh du nach Hause.. Wir machen das schon.. Ich werde dich auf dem laufenden halten..". Ein kleines Lächeln war auf ihren Lippen zu sehen, bevor Naira in ihrem Büro verschwand. Spike folgte ihr, legte sich auf seinem Platz und wartete darauf, was sein Frauchen wohl machen würde. Naira wusste selbst nicht ganz, was sie wirklich tun sollte und wollte..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor drückte auf die Kaffeemaschine und ließ sich heißen Kaffee in einen Pappbecher gießen. Der Geruch davon weckte ihn nur halbwegs auf. Den ersten Kaffee hatte er schon hinter sich und sich damit ein wenig mehr aus dem Betrunkensein gehoben. Der zweite sollte helfen wach zu werden. Victor grummelte, stützte sich auf dem Tisch ab und rieb sich die Augen.

      Alex fing an zu strahlen, als Naira nun doch zu sagte und zu seiner Feier kommen wollte. Ihr Lächeln, mit dem sie sich von ihm verabschiedete, ließ ihn sogar ein wenig wacher und gut gelaunter sein. Er verabschiedete sich von ihr und schnappte sich dann seine Sachen, um tatsächlich nach Hause aufzubrechen. Da sie letztens so eine Auseinandersetzung hatten, war es ihm nun viel angenehmer zu wissen, dass sie ihm noch gut gesinnt war. Zufrieden stieg er in den Wagen und fuhr weg.

      Victor hatte Alex noch weggehen sehen und seufzte schwer. Seltsamer Typ und seinem Ex-Partner so ähnlich vom Aussehen und doch war er vom Charakter eher wie Victor...Wobei letzteres der Rothaarige nicht wirklich einsehen wollte. Sie waren anders. Ganz sicher.
      Mit zwei Bechern Kaffee kehrte er zurück und stellte Naira einen hin. Selbst stellte er sich an den Platz und blätterte noch einmal durch alles durch, zog einen Laptop heran und loggte sich erst einmal ein. Er öffnete eine Karte der näheren Umgebung auf Google und zoomte rein an die Adresse, die sein "Haus" sein sollte.
      Victor brummte. Es sah aus wie ein Einfamilienhaus mitten in einem normalen Wohnort. Wer auch immer dort wohnte hatte eher ein normales Sozialverhalten. Meistens...Aber es war schwierig von dort aus Morde zu veranstalten. Jeder Nachbar hätte ein Auge auf alles. Wer sich auffällig verhielt, wurde schnell von neugierigen Freizeit-Spürnasen an die Polizei verpfiffen.
      Er ließ sich auf den Stuhl fallen und sah zu Naira auf, die wieder ins Zimmer zurück kam. Sein Blick haftete eine Weile auf ihr, dann legte er die Hände auf dem Bauch zusammen: "Wann gehst du zu Ramirez?"
    • Naira O’Connor

      Einen Augenblick lang starrte die Frau einfach auf den geschlossenen Laptop und wartete auf ein Wunder, aber es passierte nichts, die Zeit ging einfach an ihr vorbei. Ein Wunder wäre sicherlich für alle Anwesende vom Vorteil, aber sie arbeiteten auch mit dem, was ihnen gegeben wurde. Mit einem Pfiff verließ Naira ihr Büro, ihr Hund folgte ihr selbstverständlich, bevor sie sich in dem großen Raum gemütlich machte, in welchen die drei eigentlich arbeiteten. Sie setzte sich auf ihren Stammplatz, auf welchem Kaffee auf sie wartete. „Danke..“,sprach sie in Victors Richtung und schenkte ihm ein Lächeln, bevor sie ihren Laptop aufklappte. Spike machte es sich zu ihren Füßen gemütlich, er hatte genug geschlafen, dennoch gähnte der Hund und schloss die Augen wieder.

      Naira schaffte es gerade mal sich einzuloggen, da sprach ihr Partner auch schon wieder mit ihr. Sie blickte ihn an. „Ich warte, bis sie zum Dienst kommt..“, antwortete sie kurz und sah auf die Uhr. Es war gerade mal fünf Uhr morgens, Ramirez kam immer irgendwann zwischen sechs und acht Uhr. „Währenddessen kann ich mich ein wenig nützlich machen.. ich teile gleich die Schichten ein, wir werden den Kerl und das Haus nicht aus den Augen lassen, bis irgendetwas zu finden ist.. und wenn Ramirez mich austreten lässt, musst du die Arbeit nicht mehr machen.. du kennst die Leute auch kaum..“. Es war eine Feststellung, kein Vorwurf, aber Naira fühlte sich innerlich irgendwie schlecht damit. Sie wollte alles zwei Kerlen überlassen, die miteinander nichts anfangen konnten. Einer von ihnen hatte wenig Erfahrung, der andere kannte sich hier kaum aus.. und es flogen immer wieder Fetzen zwischen den beiden, das könnte lustig werden.
      „Aber sonst hat Alex eine gute Arbeit geleistet.. ich mache die Einteilung, schreibe den Zwischenbericht und rede mit Ramirez.. dann kann ich ja mit Spike zum Arzt fahren“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor nippte am Pappbecher und leckte sich dann über die Lippen, während er Naira beobachtete. Sie antwortete ihm ohne Umschweife und legte ihm dar, was sie vor hatte. Er schnaubte leise und kratzte sich am Bart, bevor er Spike ansah. Dem Hund ging es besser als jedem anderen hier. Wahrscheinlich dachte Victor das aber auch nur, weil Spike sich nicht artikulieren konnte.
      "Hm...Ja...", er wandte den Blick wieder ab. Sie würde alles erledigen, bevor sie alles was sie noch übrig hatten, zwei Männern überließ, die so überhaupt nicht in ihrem Element waren. Noch ein wenig verloren stützte sich Victor wieder vor und rieb sich den Nacken: "Das werden wir hin schon regeln...", gab er schließlich von sich mit rauer Stimme zu hören. Wirklich glauben konnte er nicht daran, aber er musste es wohl, denn es hing nicht das Leben einer einzelnen Person daran. Sondern, dass eines ganzen Reviers. Nur noch 2 Wochen, das wiederholte er wieder in seinem Kopf, bevor er aufstammt und zu Naira rüber wanderte, um die karte aus ihrem Stapel herauszuziehen. Victor tippte auf die Stelle an der das Haus markiert wurde. Die Nachbarschaft am Rande von Anchorage.
      "Bevor du gehst...sagen dir die Stellen etwas? Es ist klar, dass wenn man alle Fundorte zusammenzieht sie sich alle seltsamer kreuzen an der Stelle. Ist aber noch ein einfaches Rätsel...wenn es denn überhaupt etwas bedeuten soll...", er stützte sich mit einem Arm auf dem Tisch ab, den anderen winkelte er an. Die Wunde pulsierte heiß.
      "Eine Überwachung mit zwei Leuten wird wohl das höchste der Notwendigkeit sein."
    • Naira O'Connor

      Sie würden es nicht schaffen, aber sie mussten es wenigstens die zwei Wochen durchziehen.. In zwei Wochen war die Deadline, da aber Naira aussteigen wollte würde niemand die Männer auch irgendwie beschuldigen. Es würde alles auf die Frau fallen, die sie alleine gelassen hatte, wie konnte sie doch nur? Es war egal, was sie nun wirklich tun würde, am Ende würden sie die Löwen fressen.. Würde sie bleiben, würden alle ihr Vorwerfen, dass sie geblieben ist und damit das Leben von vielen Menschen riskierte.. Ging sie, würden alle ihr vorwerfen, die beiden Männer allein gelassen zu haben.. damit riskierte sie ebenfalls ihre Leben..
      Ein wenig verwundert war sie dann schon, als sich Victor erhob und zu ihr kam. Er zeigte auf die Karte, auf der Alex alle möglichen Orte eingezeichnet hatte. Sie kreuzten sich an dieser einen Stelle.. Er machtre ihr ein wenig Druck, wollte wissen, ob ihr die Stelle denn auch irgendetwas sagte.. Naira dachte ein wenig nach, sah sich die Straßen an, aber es war nichts da.. Kurzerhand öffnete sie Google Maps und tippte die Adresse ein, um ein wenig hin und her zu scrollen.
      "Da hat mein Vater gewohnt..", sagte sie und zeigte auf ein Haus gegenüber. "Als meine Eltern sich getrennt hatten.. Aber das ist auch schon ewig her.. Er hat eine Wohnung bewohnt, in der obersten Etage..".
      Ihre Augen sahen zu ihm hoch, sie seufzte leise. "In drei Schichten wird das Haus überwacht.. Ich richte es ein..".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es war alles so rätselhaft. Victor sah Naira dabei zu, wie sie die Adresse in Google eingab und dabei erklärte wo ihr Vater gewohnt hatte nach der Scheidung. Victor grummelte. Viel ist das nicht, aber all diese Hinweise auf Naira und ihren Vater...
      "Thomas hat eine Verbindung zu euch...", murmelte Victor und trat wieder an seinen Platz und pinnte seine Karte an die Wand zu all den anderen Hinweisen, die sie bereits hatten.
      "Es geht mir nicht aus dem Kopf, dass er dich schon viele...zu viele Jahre kennt...ebenso deine Familie.", er sprach mehr mit sich selbst, als mit Naira, denn er konnte sich vorstellen, dass sie jetzt mit dem Druck zu gehen oder nicht zu gehen, mehr als genug zu tun hatte. Sie kümmerte sich wenigstens um die Schichten, das konnte sie vielleicht einigermaßen ablenken.
      "Hmm...Ein Nachbar...ein alter Jagdfreund...Jemand der nah sein konnte...Immer und der Familie näher kommen durfte ohne eine Gefahr zu sein.", Victor fuhr sich durch die Haare, schnappte sich dann seinen Becher Kaffee und sah wieder zu seiner Freundin und dem Hund, der neben ihr lag. So ganz ohne sie den Fall nun abschließen zu müssen würde schwer werden. Er mochte sie und ihre Ideen. Außerdem hätte die Polizei es ohne sie nie näher geschafft.
      "Bullshit...", knurrte Victor und wandte sich wieder seinem Laptop ab, suchte nach dem Namen von Nairas Vater und ging vielleicht bereits das 4te oder 5te Mal durch dessen Artikel. Er zog Videos hervor bei der man sehen könnte ob Familienangehörige dabei waren oder Freunde. Meistens waren es aber nur Arbeitskollegen, alles Uniformierte Männer und Frauen. Irgendwo dazwischen Captain Ramirez noch sehr jung und ohne Rang.
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