[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Vielleicht wenn Victor endlich einmal aufhören würde über zu viele Dinge auf einmal nachzudenken und weniger um sich und sein Problem kümmerte und dabei ein wenig Empathie an seine Freundin gab...Ob das aber irgendwann der Fall sein würde, konnte er nicht wirklich sagen. Eigentlich war ihre Beziehung frustrierend und doch war es das beste, dass ihm seit so langer Zeit mal wieder passiert ist.
      Grimmig stieg er die Treppen hoch und öffnete die Tür für Naira. Schlaf konnten sie beide gut vertragen und auch wenn sie nicht wirklich gemütliche Schlafplätze hatten, so konnten sie wenigstens in Ruhe in dem Zimmer ausschlafen, dass eigentlich ihr Büro und Besprechungsraum sein sollte. Zwischen all den Hinweisen und Notizen fiel ihnen vielleicht im Schlaf etwas ein.
      "Wie? Nein...ich habe nicht vor Alex mit ins Bett zu nehmen...", erklärte er trocken auf ihre Frage hin, denn vorerst wollte er lediglich daran denken, dass er das Fläschchen öffnete und einmal kippte. Zusammen mit zwei Schmerztabletten würde er sich eines eifnachen und angenehmen Schlafs erfreuen. Dass er auf ihre Frage nicht mehr ernsthaft antwortete, hätte einen sogar wundern lassen, ob er es einfach nur falsch verstanden hätte oder ob er einfach keine Lust darauf hatte nachzudenken.
      Als sie aber in dem Besprechungszimmer waren, saß Alex bereits mit seiner Jacke und einer grauen Decke des Reviers auf einem der Stühle und döste vor sich hin. Nur ein müdes: Macht das Licht aus...Kam von ihm, bevor er wieder dem ruhigen Schlaf verfiel. Victor musterte den blonden und sah dann zu Naira. Er wollte nicht mehr fahren, auch wenn das Bett gemütlicher wäre.
      "Duschen gibt es hier immer, aber keine Betten für die Armen...", witzelte Victor mürrisch und chnappte sich ebenfalls einen der gemütlicheren Rollstühle, dann eine Flasche Wasser und ließ sich in den Stuhl fallen, um schließlich die Beine hoch zu legen.
      "Nur eine doer zwei Stunden...", nuschelte er müde und trotzdem abwartend. Er wollte sich vergewissern, dass Naira schlief, bevor er verbotener weise trank. Oder er ging dafür einfach auf die Toiletten...Das wäre einfacher.
      Bei dem Gedanken stand er auf und sagte nichts, hob nur die Hand, um zu zeigen, dass er kurz weg sei.

      Abgeschottet von allen anderen mit dem Blick auf das eigene Spiegelbild gerichtet und dem kalten Licht auf dem Gesicht, konnte er sich dann dabei beobachten, wie er mit kalten Fingern das kleine Fläschchen öffnete und ohne groß zu zögern an die Lippen legte, um es mit einem runter zu kippen in die Kehle. Zwei Tabletten schmiss er direkt danach hinterher. Der Arzt hatte sie ihm mitgegeben, sie sollten den Schmerz lindern und jegliche Art von Fieber, die auftauchen könnten.
    • Naira O’Connor

      Naira betrachtete den schlafenden Alex und schüttelte ein wenig den Kopf. Es würde einem Selbstmord gleichen, wenn sie sich jetzt auf einem der Stühle gemütlich machen würde um zu schlafen. Das würde ihr Bein ihr sicherlich nie verzeihen, aber andererseits gab es nichts anderes mehr.. auf Alex Wunsch hin schaltete sie das Licht aus und überlegte in den Gedanken, was sie anderes tun könnte. Wenn sie nicht schlafen würde, dann würde sie sicherlich unachtsam sein, aber wenn sie schlafen würde, könnte es die Gefahr geben, dass der Schmerz sie später nicht denken lassen würde. Wieder einmal seufzte sie und ging kopfschüttelnd aus dem Versammlungsraum. Für einen Moment sah sie Victor nach, dann entschied sie sich aber in ihr Büro zu laufen und sich an den Schreibtisch zu setzen. Zuvor war sie noch einmal im Versammlungsraum drinnen und nahm den Stapel mit. Wenn sie nicht schlief, konnte sie wenigstens ein wenig arbeiten.. Zum Wohl aller würde sie damit sogar ein wenig abseits sein und die Jungs konnten in Ruhe schlafen, denen würde das gut tun.

      Naira klappte ihren Laptop auf und ließ ihn hochfahren, während sie sich alles auf dem Schreibtisch ordnete. Sie nahm einen Teil des Stapels vor sich und den Rest legte sie zur Seite, griff noch zu einer der Schubladen nach durchsichtigen Folien. Ihre Gedanken schrieb sie gerne nieder und es direkt auf den Beweisstücken zu machen war ein wenig dumm. Kaffee brauchte sie nicht, sie fand noch Koffeintabletten in einer anderen Schublade, sie gaben eine schnellere, bessere Wirkung.
      „Dann wollen wir mal..“,murmelte sie zu sich selbst und loggte sich im System des Reviers ein. Sie fing mit dem ersten Zeitungsartikel an, sie ließ es durch, überlegte was ihr dazu einfiel und kontrollierte alles im System und im Internet. Allein das zu anfangen fühlte sich besser an, als schlafen zu gehen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor fuhr sich über das Gesicht, wusch es sich und legte den Kopf angestrengt in den Nacken. Kopfschmerzen stiegen hoch, doch mit den Tabletten sollte es in 5 bis 10 Minuten besser werden und das runterschlucken mit dem Alkohol würde ihn sowieso entspannen. Eine gute Weile stand er noch über dem Waschbecken da und versuchte den Blick nicht von seinen müden Augen zu wenden. Etwas war in dem Schnee versteckt gewesen und er wollte es finden. Man würde nicht einfach so Hunde auf sie losschicken...Thomas war zwar ein mieses Arschloch und unberechenbar für einen normalen Durchschnittsmann, aber er blieb ein Psychopath. Er war rational und teilte sich seine Stärken und Sorgen ein.

      Sobald er die erste Wirkung spürte, nickte Victor seinem Spiegelbild entgegen, als würde es etwas dafür können. Dann erst verließ er mit ruhigeren Schritten die Toiletten und kehrte in den Besprechungsraum zurück, wo er aber niemanden bis auf Alex vorfand. Naira war nicht da und selbst wenn sie kurz auf die Toilette gegangen war oder unter die Dusche, dann hätte sie zurück sein müssen. Er wusste, dass er lang genug weg war. Alex schlief derweil tief und fest und würde in 2 Stunden der einzige sein, der wirklich ausgeschlafen war.
      Victor ging raus und fragte bei den anderen nach, ob sie seine Partnerin gesehen hätten und eine der Kollegen konnte auf ihr Büro zeigen. Victor ging hin, klopfte nicht sondern lief sofort rein. Sie hätte ja schon schlafen können und da müsste er sie nicht wecken. Stattdessen fand er sie mit Licht an über ein paar eingesammelten Beweisen hocken.
      "Wieso schläfst du nicht?", fragte er ruhig und trat hinter sie, um ebenfalls einen Blick darauf zu werfen. "Kannst auch meine Jacke haben...", schlug er vor, damit sie sich so wenigstens eine Decke machen konnte oder eine Ablage, um sich hinzulegen mit dem Bein. Aber arbeiten sollte eigentlich keiner von ihnen jetzt.
    • Naira O’Connor

      Sie hatte ein ordentliches Tempo zum Arbeiten eingenommen und schaffte es, die ersten drei Artikel durchzugehen. Naira markierte sich alles wichtige, hielt auf einem extra Blatt Papier das wichtigste zusammen und sortierte die Artikel dann nach dem Inhalt. In zwei Stunden hätte sie sicherlich mindestens die Hälfte geschafft und den Jungs somit die Arbeit fast erspart, aber die Tür ging auf und sie wurde in ihrem Vorhaben gestört. Sie brauchte nicht aufzusehen um zu merken, dass es Victor war, der reintrat. Doch im Gegensatz zu ihrer Erwartung sprach er relativ ruhig mit ihr, er schlug ihr sogar vor, ihr seine Jacke zu geben. Ein Schmunzeln bildete sich auf ihren Lippen und für einen Moment fühlte es sich alles ganz normal an.. Kurzerhand beendete die Frau ihre Arbeit und drehte sich mit dem Stuhl, um ihn anzusehen, sie seufzte innerlich.
      „Es wird einem Selbstmord gleichen.. wenn ich auf einem der Stühle schlafen werde..“, antwortete sie ein wenig ironisch und lehnte sich etwas zurück. „Ich krieg das mit dem Bein nicht hin, da arbeite ich lieber ein wenig.. außerdem glaube ich nicht dass es meinem Kopf jetzt gut tun würde, wenn ich Zeit zum Nachdenken habe..“. Naira griff mit ihren Fingern nach dem Saum seiner Jacke und musterte sie für einen Moment, sie driftete in Gedanken beinahe schon wieder ab, es müsste dringend die Beschäftigung wieder her.„Ich näh sie Dir zuhause.. wenn wir irgendwann wieder zurück sind..“. Das Wort ‚Zuhause‘ hörte sich dabei so vertraut an.. da wäre sie jetzt am liebsten,unter einer dicken Decke, mit Spike und Victor.. vielleicht wäre Aufhören doch besser?
      „Aber du solltest dich ein wenig hinlegen.. den Arm ausruhen..“. Sie sah wieder zu ihm hoch und sogar ein sanftes Lächeln war auf ihren Lippen zu sehen. „Ich wecke dich dann in zwei Stunden“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie drehte sich zu ihm um und legte trat ein wenig näher, ohne ihrem Bein weh zu tun. Dabei sah er sie fast schon vernarrt an und das zu so einer Zeit. Sie alle waren müde, die meisten waren über die Feiertage nicht da und sie wollten es aber...Victor streichelte ihr sanft über die Wange. Alkohol brachte wunder in ihm hervor. Erst wurde er ruhig, dann konnte er aufdrehen und wieder wachwerden. Sein Gehirn war nicht mehr so angestrengt, wie vor wenigen Stunden und selbst die grimmige Stirnfalte, war geglättet dadurch. So alleine im Stillen mit ihr zu sein, rief ein Gefühl von Gemütlichkeit in ihm auf. Ihre netten Worte bändigten sogar das mürrische Tier in ihm. Sie war die einzige, die dies überhaupt vermochte.
      Ihr Vorschlag die Jacke zu nähen, rang ihm ein Lächeln ab und er zog sie sich von den Schultern, um sie Naira umzulegen. Er hielt es für...süß oder zumindest ansatzweise nett gemeint.
      "Mach dir darum keine Sorgen...dem Hund, der es gemacht hat, geht es nicht mehr so gut.", sprach er ruhig und strich ihr eine Strähne zurück, mit der er zuvor einen Augenblick gespielt hatte.
      Dass sie aber weiterhin sagte, dass sie nicht schlafen werde, stimmte ihn missmutig: "Wenn du nicht schläfst, dann werde ich das auch nicht. Das wäre nicht fair...", er sah kurz zur Türe, dann wieder zu ihr und beugte sich runter, um ihr einen Kuss erst auf die Wange zu setzen und dann sich weiter bewegte zu ihren Lippen. Sie hatten einen Moment allein und er wollte noch immer den Kuss, nach dessen Verlangen er am Nachmittag hatte.
    • Naira O’Connor

      Es waren Momente wie diese, die die Frau beruhigten und ihr ein Gefühl gaben, welches ihr zuvor niemand geben konnte. Victor konnte sehr einfühlsam sein, ihr das Gefühl geben sie wäre sicher bei ihm und er konnte vor allem das Herz in ihrer Brust zum Schlagen bringen. Es raste wie wild, als seine Finger ihre Wange berührten und für einen Moment schloss sie sogar ihre Augen, um sich dem Gefühl hinzugeben. Für wenigstens einen Augenblick war ihr Kopf befreit von all den Gedanken, die sie plagten.
      Victor überraschte seine Freundin schon ein wenig, als er sich die Jacke auszog und ihr umlegte. Sie roch nach Blut, nach Hund und irgendwie auch nach Wald, aber irgendwo konnte Naira auch ihn riechen, was ihr ein breiteres Lächeln auf die Lippen zauberte. Für so einen Romantiker hatte sie ihn wirklich nicht gehalten und war schon fast der Meinung, die vielen Emotionen heute hätten einen ganz anderen Menschen aus ihm gemacht..
      Mit ihren Händen zog sie sich die Jacke ein wenig mehr über die Schultern, es würde ihr mit ihr definitiv wärmer werden. „Ich habe gesehen, wie du mit ihm am Boden gekämpft hast“, kommentierte sie Victors Aussage und schmunzelte. „Man könnte dich glatt mit Hercules verwechseln.. nur mit sehr viel Schnee um dich herum“. Da war sogar ein Spaß bei ihr drin, er war wirklich wie Balsam auf ihrer Seele, die kaputter scheinbar nicht sein könnte. Vielleicht war eben das der Grund, weshalb sie zusammen gekommen sind? Sie zerstörten sich zwar gegenseitig, aber irgendwie bauten sie sich auch auf..
      Ein wenig runzelte Naira die Stirn, als ihr Partner meinte, auch nicht schlafen zu müssen. Sie hätte auch schon etwas dagegen erwidert, aber sie wurde bei seinem Blick zur Tür stutzig und erst recht, als seine Lippen ihre Wange striffen. Ihr Körper wurde warm von innen heraus und wenn sie gestanden hätte, wären ihre Knie sicherlich weich geworden. Das hatte sie definitiv nicht erwartet und erst recht nicht seine Lippen auf ihren zu spüren. Kurzerhand legten sich ihre Hände auf seine Wangen und zogen ihn noch ein wenig näher, ehe sie den Kuss erwiderte. Es traf sie jedoch die bittere Enttäuschung. Es war der Nachgeschmack von Alkohol, den sie rausspüren konnte. Um ehrlich zu sein war es ihr schon fast egal, ob Victor trank oder nicht, er war erwachsen und konnte es selbst entscheiden, aber sie bekam irgendwo die Angst, es würde vielleicht wieder so enden, wie das letzte mal. Und daran erinnerte sie sich nicht gerne..
      Ihr Herz brach an einer kleinen Stelle, er hatte ihr versprochen es nicht mehr zu tun und das vollkommen von selbst, wobei ihr am meisten die Tatsache schmerzte, dass er scheinbar Alkohol brauchte, um ihr seine Gefühle zu zeigen, aber Naira machte es nicht bemerkbar.. Stattdessen erwiderte sie den Kuss sehr leidenschaftlich und ließ Victor irgendwann los, um ihm in die Augen zu sehen. Sie würde ihn sicherlich nicht davon überzeugen können, schlafen zu gehen.. „Magst du dir einen Stuhl holen? Wir könnten zusammen ein wenig über die Zeitungsartikel sehen..“.
      Die Dunkelhaarige strich über sein Oberteil und musterte es für einen Moment, bevor ihre Augen wieder zu seinen sahen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Der Vergleich von Victor mit dem großen Hercules, erschien dem Rothaar lächerlich, aber er ignorierte es einfach und nahm es als Kompliment hin, dass er nicht abschlagen konnte. Wenn sie ihn so sah, dann hatte er wohl etwas richtig in seinem Leben gemacht und gegen eine Töle zu kämpfen, die gute 40 Kilo wog, war nicht gerade einfach. Diese Hunde hätten jeden von den Beinen reißen können. Egal wie groß oder stark derjenige war.
      Den Kuss aber genoss er. Er wollte es so und niemand sollte sie nun dabei stören. Ramirez ließ ihnen ihren Freiraum damit sie sich ausruhen konnten und die anderen wollten sowieso nichts mit den kaputten und überforderten Detectives zu tun haben. Die Spurensicherung und ein Team zur Unterstützung vor Ort würden sich nur bei Alex melden, wenn sie etwas wichtiges hätten. Sie waren also theoretisch frei für die Zeit.
      Victor hielt die Augen geschlossen, als sie sich küssten und er hätte gerne weiter gemacht. Das Zögern von Naira, dass er trotzdem verspürte, ignorierte er so gut, wie die Sache, dass ihm hätte klar sein müssen, dass sie den Alkohol schmecken wird. Aber es war ihm nun egal. Ihn getrunken hatte er nun schon. Erst jetzt aber wurde ihm klar, dass der Alkohol mit den Schmerztabletten und auf leeren Magen ziemlich schnell eine Wirkung entfalteten. Er schnaubte leise, als sich ihre Lippen lösten und er erwiderte ihren Blick. Ihr Vorschlag sich zu ihm zu setzen, nahm er gerne an. Er leckte sich über die Lippen, um den Nachgeschmack von ihr in dem Fall nicht zu verlieren. Dann ging er aus dem Zimmer und kam kurzerhand mit einem Rollstuhl wieder.
      Er setzte sich neben sie an den Tisch und drückte den verletzten Arm kurz. "Die Tabletten wirken wenigstens...Er tut nicht mehr weh..."
      Mit dem Stuhl kam er ein wenig näher und nahm Nairas Notizen in die Hand, um sie durchzulesen, aber der Blick verschwamm ein wenig. Er konnte sich nicht gut konzentrieren für den Moment, aber er wollte sie auch nicht davon abhalten zu arbeiten, wenn es sie denn wirklich ablenkte. So ganz ohne Jacke war ihm zwar ein wenig frisch, aber er musste sich erst einmal akklimatisieren, also lehnte er sich zurück mit den Notizen und legte den Blick auf seine Freundin. Dabei kaute er nachdenklich auf der Unterlippe.
      "Es....ist der Reiz der Gefahr...nicht wahr? Warum wir...immer noch Polizisten sind...Viel unterscheidet uns nicht von Adrenalin Junkies...", fing er leise an, lehnte sich auf einen der Armlehnen ab und kraulte sich selbst durch den roten Bart.
    • Naira O‘Connor

      Sie seufzte in dem Moment,in welchem Victor aus dem Raum ging, um sich einen Stuhl zu holen. Die Tatsachen, die Ihr gerade bewusst wurden taten fast mehr weh,als der Verlust ihres Hundes. Es fühlte sich nach einem Verrat an, aber eher dem Verrat an sich selbst sie war wirklich dumm gewesen zu glauben, Victor würde seine Worte halten. Aber wenn sie ihn ansah fühlte sich alles ganz anders an. Er kam wieder, ihre Augen musterten ihn, wie er ihre Notizen nahm und sie sich ansah. Lange hielt er sich nicht damit ab, er sah auch wieder ab und erwiderte Nairas Blick. Sie hatte sich zurückgelehnt und ihn nicht aus den Augen gelassen. Sein Arm schmerzte nicht mehr etwas gutes hatte der Abend also doch noch.
      Seine Worte ließen auch seine Partnerin ein wenig nachdenklich werden, es war schon was wahres an seinen Worten dran. Sie ließ ihn aussprechen, legte ihre Beine auf dem Schreibtisch ab, sie könnten auch ein wenig reden, anstatt zu arbeiten. „Was anderes wäre doch langweilig, Victor..“, entgegnete sie und ein sanftes Lächeln war wieder auf ihren Lippen zu sehen. „Manchmal geht mir der Gedanke durch den Kopf, ob das wirklich das richtige ist.. aber wenn wir was anderes machen würden.. stell dir mal vor, du würdest in einem Büro arbeiten, mit langweiligen Kollegen, die sich über ihr langweiliges Leben austauschen.. du kommst nach Hause am frühen Abend, deine Frau hat gekocht du isst mit ihr und deinen Kindern.. hörst Dir an, was sie zu sagen haben.. dann legst du sie schlafen, verbringst den Abend mit deiner Frau auf der Couch und ziehst dir das Fernsehprogramm rein.. ihr geht schlafen, morgens früh klingelt der Wecker und es geht von vorne los..“. Einen Moment ließ sie ihm Zeit, um sich Gedanken über die Worte zu machen. Sie streckte ihre Hand ein wenig und strich über sein Oberschenkel, während ihre Augen ihren Fingern für einen Moment folgen. Doch Naira sah auch wieder hoch und sprach zu Ende aus: „Da werde ich doch lieber von einem Psychopathen verfolgt und riskiere mein Leben für die Menschen.. wobei ich lügen würde, wenn ich nicht zugebe, dass ich schon etwas auf das Adrenalin stehe..“. Das Lächeln wurde noch breiter. „Aber nicht auf den Schmerz“, merkte sie noch an.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Der Vorteil von Menschen ohne Stress und Problemen. Ein Leben ohne Gefahren und Angst haben zu müssen bei der nächsten Ermittlung über den Haufen geschossen zu werden. Das mit dem Hundeangriff, war ja wohl sehr selten und eigentlich auch nur beiden Drogendezernaten zu hören. Victor legte den Kopf nach hinten und schloss die Augen, als sie ihm das Leben malte, dass sie wahrscheinlich ohne ihren jetzigen Job hätten. Keiner von ihnen hätte sich so ein Leben gefallen lassen und sie wären wohl erst recht untergegangen bei so viel Langeweile und Eintönigkeit.
      Als sie ihre Hand auf seinen Oberschenkel legte, zuckte er leicht. Er mochte die Berührungen und sie weckte ihn wieder ein wenig auf, so dass er den Kopf schief legte auf der Lehne und sie musterte.
      "Hmpf...Vielleicht hätten wir uns mit so einem Leben begnügen sollen und einfach nur einen Sport gemacht...dann wren wir wenigstens fitter.", Victor schmunzelte und piekste sich selbst in den Bauch. Die Zeiten eines trainierten und flachen Six Packs war lange vorbei. Die Ausdauer war eh dahin, aber er konnte damit leben. Die Arbeit eines Detectives war meist eigentlich nur das Verbinden von unterschiedlichen Strängen einer Geschichte. Zu solchen Jagden kam es selten. Victor legte eine Hand auf ihre, die sie ihm aufs Bein gelegt hatte.
      "Mit...dir kann ich es mir aber vorstellen...", er senkte bei den Worten den Kopf. Nicht dass er direkt über Kinder nachdachte...Aber er stürzte gerne sich Hals über Kopf in Emotionen, wenn sie ihn denn übermannten. Und diese Gefühle zu Naira hörten nicht auf. Sein kleines Geständnis war also vielleicht sogar ein wenig übertrieben und zu sehr ein Wunschdenken. Er hielt ihre Hand fest, zog sie ein wenig höher zu sich. Victor warf wieder einen Blick zur Türe und fragte sich, ob jemand sein Ohr an die Tür drücken würde oder man überhaupt etwas hören würde.
      "Man kann sich das Adrenalin ja anders holen...muss ja nicht der Psychopath um die Ecke sein ..."
    • Naira O’Connor

      Seine Hand auf ihrer löste eine Gänsehaut auf dem ganzen Körper der Dunkelhaarigen aus. Es fühlte sich gut an, es war ein vertrautes Gefühl und irgendwie zeigte es ihr, dass er sie doch gern hatte. Vielleicht war er ohne Alkohol zu schüchtern, um ihr das zu zeigen, innerlich seufzte sie.
      „Wärst du mit so einem Leben wirklich zufrieden?“,frage Naira und betrachtete ihren Partner. Er pickste sich selbst in den Bauch und machte damit deutlich, dass er unsportlich war. Es war ihr selbst egal, sie hatte schon lang nicht mehr etwas für ihren Körper gemacht, war nur so dünn, weil sie in letzter Zeit so gut wie nichts aß. Vielleicht würde es ihr helfen, etwas für sich selbst zu tun.. Ein wenig verwundert sah die Frau auf und ihre Wangen nahmen eine leicht rötliche Farbe an, als sie Victors Worte im Kopf immer wieder hörte. Der Alkohol machte ihn definitiv selbstbewusster, Naira konnte sich nicht ganz einig werden ob es wohl die Wahrheit war, oder der Alkohol aus ihm sprach. „Möchtest du so ein Leben? Du muss es nur sagen, wir können dann alles liegen lassen und in ein Land fliehen, in dem uns keiner findet.. wir könnten Felder kaufen, für uns selber sorgen und weit weit von allen anderen leben“. Sie lächelte bei den Gedanken breit, sie war wirklich verknallt in den Polizisten.. vielleicht ein wenig zu sehr, aber jetzt, wenn sie nur unter sich waren musste sie es nicht verstecken.
      Sie sah auf die Hand, die von Victor höher gezogen wurde, so langsam breitete sich ein ganz anderes Gefühl in ihr aus. „Wie möchtest du denn anders Adrenalin bekommen..? Ich meine, so ein Psychopath hat sicherlich etwas gutes, er hält uns auf trab..“. Ihre Finger strichen sanft über das Bein, Naira folgte ihnen mit ihren Augen. Sie glaubte zu wissen, was der Mann meinte..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Der Gedanke an einen eigenen Hof mit großem Haus und nur sich und Naira war definitiv ein Wunschdenken, aber es war ein schöner Gedanken. einer den er schon lange nicht mehr haben konnte. Er empfand für sie genug, dass er das sogar ausgesprochen hatte...Dass sie noch einmal nach hakte, ließ ihn Grinsen müssen.
      "Sicher, dass du da mithalten kannst?", er sah belustigt auf ihre Hand auf seinem Bein und streichelte sanft über ihren Handrücken. Es war ein schöner Gedanke zu wissen, dass sie einfach aufspringen wollte, um mit ihm irgendwohin zu fliehen, wo sie keiner mehr behelligen würde, wegen irgendwelchen Psychopathen. "Ich glaube wir sollten aber zu erst den hier fangen und dann...darüber nachdenken, dass land zu verlassen...Die schaffen es doch hier nicht ohne uns...und Er...er würde uns nicht alleine fliehen lassen.", wandte Victor mit ein und sah wieder zu Naira, um sie zu mustern, und die roten Wangen, die sie gerade hatte. Sie hatte ihre Hand auf seinem Oberschenkel angesehen und nur durch diese Berührung hat sie einen einzigen Schalter umgelegt, der einen Mann dumm und achtlos werden ließ. Zumindestens einen der unter Drogen stand. Alkohol und Schmerzmittel wirkten super gerade, dass er sich sogar auf seinem verletzten Arm abstützte und sich dann zu ihr schob, um ihren Kopf anzuheben. "Mir gefällt es nicht zu wissen, dass ich dich nicht immer küssen kann, wenn ich es will...", damit beugte er sich wieder zu ihr und wollte sie küssen. 2 Stunden reichten aus.
    • Naira O’Connor

      „Selbstverständlich kann ich das..“,entgegnete Naira und schüttelte ein wenig den Kopf, während sie schmunzelte. Sie wäre bereit für ihn alles aufzugehen und sich endlich zur Ruhe zu setzen, wie sie es eigentlich schon sehr lange immer wieder vor hatte. Immer wieder, wenn es zu viel für sie wurde und sie war einfach überfordert mit der ganzen Situation war.. „du würdest aber doch nicht wirklich mit mir das Land verlassen, oder? Dann müsstest du nur noch Zeit einzig und allein mit mir oder dem Acker verbringen, damit wir was zu essen haben.. das hältst du doch nicht durch, oder?“. Sie neckte ihn ein wenig, es war liebevoll gemeint, ganz und gar nicht böse.. „wobei ich auch denke, wenn wir fliehen würden, würde Thomas uns nachkommen.. aber das wäre auch eine sehr lustige Vorstellung..“.
      Victor hob ihren Kopf wieder an und sie blickte in seine Augen. Lust machte sich in denen bemerkbar, sie verstand schon was er wirklich von ihr wollte und wenn sie ehrlich war, dann könnte es eine willkommene Abwechslung für die Frau sein. Der Kopf war gerade sowieso mit anderen Sachen beschäftigt, nur nicht mit dem Fall oder Thomas. Victor machte sich in ihren Kopf breit...
      Seine Worte lösten eine weitere Gänsehaut und ein Herzrasen aus, ihre Wangen wurden sogar noch rötlicher. Den Kuss nahm sie an, beugte sich sogar ihm entgegen, um den Kuss erwidern zu können. Zwei sehr lange Stunden warteten auf die beiden..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er hätte es getan. Er wäre mit ihr bis ans Ende der Welt an diesem Abend gegangen und das nicht nur, weil sie sich wieder liebten und eine innige Stunden der Lust nach hingen, die ihren Tribut forderte. Gemeinsam einen Hof zu führen mit ihr und nur noch um Vieh und Land sich zu kümmern, wäre ein Traum. Aber einer der noch nicht in Erfüllung gehen wird.
      Victor konzentrierte sich in dieser Stunde nur auf sie, ihre Haut und auf das süße Gefühl der Befriedigung.

      Zufrieden und außer Atem setzte sich Victor zurück in seinen Stuhl und hob die Beine auf den Tisch. Den Gürtel der Hose machte er noch zu, ohne groß Acht darauf zu geben ob er richtig saß. Für die Minuten waren seine Gedanken einfach wo anders gewesen und nicht beidem Fall und all den Problemen, die ihn und sie plagen mussten. Zufrieden hielt er ihre Hand noch fest und drückte ihre Finger sich auf die Lippen, schmiegte die Wange an die Hand.
      "...Warst ja gar nicht so laut wie sonst...", kommentierte er leise, aber mit einem neckischen Ton. Victor war nun erst bereit gewesen seine Augen für eine Weile zu schließen. Die Entspannung trat ein und mit der Zeit verbesserte sich auch die Wirkung der Tabletten, so dass ihn fast nichts mehr in diesem Moment plagen konnte.
      Zu ihrer Frage, ob er es denn überhaupt mit ihr aushalten wird, beantwortete er nicht mehr. Es war für ihn aber selbstverständlich, dass er mit ihr irgendwohin rennen wird, nachdem alles vorbei war.
    • Naira O’Connor

      Es war eine sehr schöne Stunde, die sie zusammen in ihrem Büro verbracht haben. Es war schön, den Kopf ein wenig freier zu kriegen und sich einfach den Trieben zu widmen, auch wenn Naira anfangs gar nicht so überzeugt von der Idee war. Sie ließ sich dennoch fallen und musste zugeben, dass ihr dieser Victor doch mehr gefiel als der mürrische, nur die Tatsache nicht, dass er dafür Alkohol brauchte.
      Während sie sich die Hose wieder anzog und das Hemd in die Hose quetschte war ein zufriedenes Lächeln auf ihren Lippen zu sehen. Sie ließ sich wieder in den Stuhl fallen und rutschte zu Victor, der nach ihrer Hand griff. Für einen Moment beobachtete sie ihn. „Und du hast mehr Ausdauer bekommen“, neckte sie ihn zurück und schmunzelte ein wenig. Sie musste ja leise sein, das Revier war zwar schon fast vollkommen leer, es gab noch den ein oder anderen, der sie hätte hören können. „Außerdem wollte ich keine Gesellschaft bekommen, ich teile nicht gerne..“. Ihre Finger strichen über seine Wange, an der sie angelehnt waren, während ihn die Müdigkeit einholte. „Vor allem dich nicht..“.

      Der Blick auf die Uhr verriet ihr,dass sie noch eine gute Stunde hätten, vielleicht könnte Victor noch einen Augenblick schlafen. „Versuch noch ein wenig zu schlafen, ich kann die Arbeit hier machen“. Ihre Hand legte sich der Länge nach auf seine Wange und der Daumen strich drüber, während Naira den Kopf ein wenig schief legte und ihn musterte. „Ich weck dich auch nachher“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Das Angebot noch ein wenig zu schlafen, konnte er ihr nicht mehr ausschlagen, auch wenn er ihr eigentlich gesagt hätte, dass er helfen wollte. Oder wenigstens tat er so, denn letztlich war es nur ein Vorwand gewesen sich ein wenig sportlich zu betätigen und ihr kleiner Seitenstecher, ließ den schon halb dösenden Victor grinsen. Ja...Ausdauernder wurde er und geschickter was Nairas Körper anging, aber ob er jemals die Motivation eines jungen Kerl wieder bekäme...Dabei waren die zwei doch gar nicht so alt, wie sie immer taten und sich anstellten.
      Victor war tatsächlich kurz darauf eingeschlafen und das ziemlich fest. Sie war eben eine gute Ablenkung für ihn. Dumm nur, dass gerade der Alkohol ihn nur zu solchen Aktionen verleiten konnte, weil er sonst viel zu angestrengt auf alles und jeden reagierte und Naira noch nicht einmal abkaufen würde, dass sie mit ihm ausbüchsen würde. Das waren einfach zu anstrengende Zeiten, die er nicht mehr locker sehen konnte.

      Nach einer Stunde wachte auch Alex mit einem angenehmen Weckton auf und rappelte sich auf. Rückenschmerzen plagten den Blonden und er bemerkte schnell, dass sich niemand außer ihm im Besprechungszimmer aufhielt. Ihm lief er kalt den Rücken herunter, denn sein Blick fiel auf die fielen Fotos und das unangenehme Grinsen ihres Gesuchten.
      Murrend schob er sich zuerst zu den Duschen, um dadurch noch einmal richtig wach zu werden. Die zwei Stunden haben ihm wohl kaum geholfen auf die Beine zu kommen und um wieder gerade aus denken zu können. Sein Kopf hatte nicht genug verarbeiten können.

      Victor ließ sich nur mit zerknautschtem Gesicht und einem genervten Stöhnen aus dem Schlaf holen. Mit einem Schmatzen bemerkte er den unangenehm bitteren Geschmack auf der Zunge und wie sein Arm ganz heiß wurde, als er ihn bewegte. Dann erst öffnete er ein Auge und sah zu Naira, die ihn geweckt haben musste.
      "Scheiße...", fluchte Victor. Der Schlaf hatte die romantische Seite an ihm wieder vertrieben.
    • Naira O’Connor

      Ihr Partner schlief tatsächlich ein und Naira verabschiedete sich von ihm mit einem Kuss auf seinen Scheitel und deckte ihn mit einer der bereitgestellten Decken, damit er auch nicht fror. Es waren Momente wie diese, die ihr zeigten, dass es doch das Richtige war, eine Beziehung mit ihm einzugehen. Irgendwie beruhigte es die Frau enorm und gab ihr auch das Gefühl, wichtig für jemanden zu sein.
      Während Victor schlief, setzte sich Naira an den Schreibtisch und versuchte weiter zu arbeiten, aber sie verlor die Lust. Viel lieber wollte sie etwas zum Vorbereiten machen. Wenn sie zurück in den Wald gingen, dann nur bewaffnet, um im Falle eines Falls sich verteidigen können. Da würden normale Pistolen sicherlich nichts bringen.
      Sie nahm sich den Schlüssel zu der Waffenkammer und schaltete dort das Licht an, bevor sie sich umsah. Es gab einiges, was sie gerne mitgenommen hätte, aber letztendlich beließ sie es bei zwei weiteren Gewehren und der dazugehörigen Munition. Ihr Handy vibrierte, auf dem Weg aus der Kammer raus, es war ihr aber schon klar, wer ihr schrieb. Für einen Moment blieb sie stehen und holte das Handy raus, um draufzusehen.
      ‚Ich habe ein Angebot für dich..‘
      Ein Angebot? Lächerlich.. kurz wollte sie lachen, aber stattdessen drückte sich das Handy wieder weg und brachte die Waffen in die Eingangshalle. Sie überprüfte diese, lud sie aber nicht nach, ließ sie stattdessen liegen. Die Stunde war vorbei, deshalb machte sich die Frau dazu auf, ihren Partner zu wecken. Einen Moment lang überlegte sie, ob sie ihn sanft wecken würde, aber seine Laune würde sicherlich vorbei sein. Sie versuchte es dennoch nicht allzu grausig zu machen.
      „Victor?“,fragte sie, als er wach wurde und zunächst anfing zu fluchen. „Ich habe in der ersten Schublade noch was gegen die Schmerzen.. in zwanzig Minuten in der Halle, okay?“.
      Naira wartete gar nicht auf seine Antwort, sie lief in das Bad, um sich das Gesicht zu waschen. Nach der Nachricht war alles wieder hochgekommen, ihr Hass vor allem. Aber sie versprach sich, den Kerl zu finden und ihn fertig zu machen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Wenn es doch nur für die Ewigkeit war, dieses Gefühl von Freude und Gelassenheit. Die Geborgenheit, die sie einander schenken konnten. Aber das war es nicht. Victor plagten Kopfschmerzen, ein übler Geschmack und die Schmerzen seiner Wunde. Da war auch der Anblick von Naira, nicht mehr so besänftigend. Allen voran nach nur einer Stunde Schlaf. Willkommen im Alltag hieß es und sie war auch bereits zurück im Alltagsleben. Sie waren Detectives und sollten sich auch so verhalten. Kein Wenn und Aber.
      Victor schob sich aus dem Rollstuhl und wäre fast hingefallen, weil dieser unter seinem Hintern wegfuhr, doch er konnte sich noch halten und schüttelte nur den Kopf über sein blödes verhalten. Naira sagte ihm, dass Tabletten noch in ihrem Schrank waren und er sagte nicht nein, suchte nach ihnen und nahm gleich ohne was zu Trinken zwei Stück auf einmal. Das sollte helfen, plus die Kälte draußen...

      Einen Moment ließ er sich noch, um das Gleichgewicht zu bekommen, dann trat er raus aus dem Zimmer und blickte in die hellen Flurleuchten. Naira hatte ihn rausbestellt und wie es schien kam auch Alex schneller dazu als gewollt und musterte den grimmigen und verschlafenen Victor: "Und ich dachte, dich gibt es nicht in schlecht gelaunter."
      "Fick dich...", knurrte Victor und schüttelte den Kopf noch einmal, um die Schmerzen und das Genervtsein los zu werden Er wusste, dass diese Art von Kommunikation nicht gerade hilfreich war. Vor allem nicht, wenn sie nun aufbrechen wollte. Ihre Schutzwesten lagen auf dem Tisch, genau so wie Gewehre und die bestimmte Anzahl an Munition.
      Alex musterte das alles auf dem Tisch: "hast du denn gar nicht geschlafen, Naira?", fragte er, auch wenn er sich die Antwort bereits denken konnte. Also winkte er noch im Voraus ab und nahm sich die Weste, um sie sich mit Ächzen umzulegen.
      Victor griff nach seiner und stellte sich trotz des verletzten Arms nicht so blöd an, wie man gedacht hätte. Captain Ramirez, mindestens genau so müde wie sie alle, aber vor allem besorgt, kam aus ihrem Büro und stellte sich mit verschränkten Armen vor die drei Ermittler.
      "Wehe euch, wenn keiner zurück kommt..."
      Victor sah auf und schnallte dann den letzten Riemen fest: "Wir werden an die selbe Stelle fahren. Es sind eigene Männer noch vor Ort und haben das Gebiet gesichert."
      Zwar hatte ihm Alex das alles nicht erzählt, aber es war auch nicht falsch. Trotzdem waren Victors Gedanken erst, seinen Captain zu besänftigen, damit sie los konnten.
    • Naira O’Connor

      Der Ausdruck in Victors Gesicht verriet ihr sofort, dass die schöne, romantische Zeit für die nächste Zeit vorüber war. Irgendwie war es weniger schlimm für die Frau, sie hatte ihn für eine Stunde für sich gehabt und war damit relativ zufrieden.. vor allem wenn sie an die letzte Stunde zurück dachte, was er alles mit ihr agnestellt hatte.. da grinste sie innerlich schon ein wenig.

      In der Eingangshalle wartete Naira auf die beiden Jungs und zog sich schon einmal die Weste an, damit sie etwas zu tun hatte. Die beiden Herren kamen so gut wie gleichzeitig in die Halle, es gab schon die ersten Probleme zwischen den beiden, aber darauf hatte die Frau wirklich keinen Nerv. Sie lehnte sich gegen die Theke in der Halle und betrachtete beide Männer, wie sie sich die Westen anzogen. Alex fragte die Frau beiläufig, ob sie nicht geschlafen hatte, aber bevor sie irgendetwas entgegnen konnte, kam Ramirez raus. Sie war müde, aber ihre Gedanken galten den Fall und ihren drei Detectives.
      Naira ignorierte sie zunächst und schüttelte sanft den Kopf, gab beiden Männern jeweils ein Gewehr.
      „Kurzeinweisung in das Gewehr“, fing sie an und griff ihr eigenes. Sie wusste, dass zumindest Alex keine Ahnung davon hatte. „Zwei Kugeln pro Schuss.. zwei Kugeln pro Munition.. zwei Munitionen passen rein..ihr könnt zwei mal schießen,bevor ihr nachladen müsst“. Sie zeigte ihnen im Schnelldurchlauf, wie man die Waffe nachlud und sie entsicherte, wie man sie auch wieder sicherte. „der Nachdruck ist ungewohnt, vergisst ihn aber nicht und wenn ihr zielt, dann ein wenig versetzt vom Ziel bitte.. noch fragen?“.
      Naira sah beide Herren noch einmal gründlich an und sicherte ihr Gewehr, bevor sie sich es umlegte. Beiden Männern gab sie ein wenig Munition und sah dann zu Ramirez. „Wir kriegen das hin.. versprochen..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • So wie die zwei die lange Waffe ansahen, konnte sich Ramirez aber nicht vorstellen, dass es klappen wird. beide Männer waren eher skeptisch und auch wenn Victor mal ein Gewehr in der Hand hatte und es letztlich nur eine Schusswaffe war, konnte er sich nicht mehr an das Gefühl erinnern, wie es in seinen Händen lag. Aufatmend hob er die Waffe an, machte die Bewegungen mit, die Naira ihnen vorgezeigt hatte und bekam es auch beim zweiten Mal reibungslos hin, die Waffe zu sichern und zu entsichern, als auch Munition nach zu legen. Der Druck der Waffe wäre größer natürlich, als bei einer einfachen Dienstwaffe. Die Gewehre kamen an sich ja auch nur gegen Tiere zum Vorschein...Nicht einmal wenn man einen Menschen beruhigen wollte.
      Aber sie würden mit den Gewehren sich besser wehren können, gegen die Hunde, die wahrscheinlich immer noch in der Gegend um den neuen Fundort tummelten.
      Kaum dachten sie daran, klingelte auch schon Alex Handy, als hätten sie nur darauf gewartet einen ausgeschlafenen Ermittler anzurufen.
      "Ja? Aha...Ach du...", sofort legte er auf und sah bedeutungsvoll in die Runde: "Wir müssen los. Unsere Kollegen haben draußen tatsächlich die Käfige oder Gänge gefunden aus denen die Hunde letztens gerannt kamen."

      Victor nickte, warf sich das Gewehr um und sah zu Naira. Es tat ihm ja doch schon leid, dass er so ein Arsch war und so kindisch in manchen Momenten, aber er konnte nicht anders, er war einfach schlecht gelaunt und besser würde es wohl heute auch nicht mehr werden. Außer sie konnten den Durchbruch schaffen.
      "Aber wir sollten uns beeilen. Die wissen nicht so recht, ob da noch die Hunde sind oder nicht...Victor du wirst ihnen wohl zeigen müssen, wodurch die überhaupt freigelassen wurden."
      Victor grummelte. Das konnte er nicht so recht sagen, aber er hatte eine Vermutung: "Probieren wir es drüben aus..."
    • Naira O’Connor

      Ihre Laune war gar nicht mal so mies dafür, dass sie seit mindestens zwanzig Stunden nicht schlief.. bei dem was sie heute alles erlebt hatte waren es sogar sehr lange Stunden, schlaf wäre da sicherlich die beste aller Lösungen gewesen, aber sie hielt sich noch wacker auf den Beinen.
      Alex hatte einen Anruf entgegen zu nehmen, währenddessen besorgte sich Naira noch ein paar Walkie Talkies, die hinter der Theke waren, händigte sie auch an die Männer aus. „Falls wir uns trennen müssen..“, kommentierte sie es, damit die Jungs sie nicht für blöd hielten. Naira brauchte keine blöde Kommentare, sie war ein wenig angespannt, noch viel mehr nach dem Anruf, den Alex bekommen hatte.
      „Ich ruf dich an..“, rief die ihrem Captain noch entgegen und wunk ihr beim rausgehen zu. Das Fahrzeug stand noch immer an der selben stelle, an der Alex es geparkt hatte. Die Frau stieg nach hinten auf die Rückbank, auf welcher sie es versuchte sich gemütlicher zu machen. Sie wollte das Bein nicht zu sehr einschränken, aber auf der Rückbank konnte sie für einen Moment die Augen schließen, ohne dass es auffiel. Sie konnte außerdem auf ihr Telefon schauen, denn es hatte wieder vibriert.

      ‚Schlechte Entscheidung.. ganz schlechte Entscheidung..‘
      Naira seufzte und schnallte sich an, während ihr Blick aus dem Fenster glitt. Sie war angespannt, deshalb schmerzte ihr auch das Bein..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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