[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

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    • Victor hielt sich den Kaffeebecher vor die Nase. Der heiße Dampf und der Geruch von gerösteten und gemahlenen Bohnen weckte ihn ein wenig auf. Auch wenn er wusste, dass es mit aller höchster Wahrscheinlichkeit nur Pulver war, er konnte damit leben und die Illusion willkommen heißen, einen teuren und guten Kaffee zu haben. Er schmiss auch kein Zucker oder Milch hinein, die die Jungs sogar mitgebracht haben in ihrer kleinen Vorratskiste. Mit den Handschuhen an den Händen, dem heißen Becher in der Hand, konnte er beruhigt den anderen zusehen, wie sie nach und nach die Erde abtrugen und tiefer kamen. Alex gefiel es wohl auch für einen Moment nur daneben zu stehen und darüber nachzudenken, was er als nächstes sagen konnte.
      Deswegen war er sogar recht froh, dass Naira leise etwas in ihre Richtung sagte. Das konnte er aufschnappen und wiederum etwas erwidern. Ein Lächeln auf den Lippen und er blickte über seinen Kaffeebecher in ihre Richtung. Er wollte nicht aufdringlich sein, es war doch lediglich ihre Anziehungskraft, die sie so unwiderstehlich machte.
      "Kannst ja früher zurückfahren, wir haben ja dann noch einen Wagen und machen uns einfach nicht so breit, nicht wahr?", er machte den Versuch und stupste Victor von der Seite an, der nur grummeln auf Alex nieder sah und wieder zu den Kollegen, die schnaufend bereits den Versuch starten wollten ihre Schals auszuziehen. Dumme Idee, dachte sich Victor und ignorierte einfach Alex, warf Naira aber einen knappen Seitenblick zu. Sie hatte jetzt nicht viel zu tun und eine wirkliche Sitzgelegenheit hatte sie auch nicht. Sie sollte nicht so lange stehen...Bedenken kamen auf, aber Alex war schneller im Reden, als Victor, der sich erst einmal einen Satz zu recht legen musste im Kopf.
      "Soll ich dir einen Stuhl holen von drinnen? Ich mein...Du kannst mit dem Bein bestimmt nicht solange stehen...oder besser gesagt du solltest nicht.", an sich war Alex ja nur nett und dachte an sie. Eigentlich ja ganz nett.
      Victor grummelte und schluckte einen Kommentar mit heißem Kaffee herunter, trat dann an das Loch und sah den Jungs dabei zu, wie sie arbeiteten. Damit nahm er nicht nur Abstand von Alex, sondern auch von Naira, um nicht zu ausfällig zu werden oder gar sich zu verraten und sie.
    • Naira O’Connor

      Seine bloße Anwesenheit störte die Dunkelhaarige enorm, denn die Aura des unlieben Kollegen war dunkel, jedenfalls empfand sie es so. Alex wollte sich einschleimen, selbst ein Blinder würde es sehen können, er wollte sich im guten und Victor im schlechten Licht stehen lassen. So ein Verhalten nervte Naira einfach nur, aber sie hielt den Mund zunächst und betrachtete die jungen Burschen, die doch erstaunlich viel Arbeit leisteten. Erst bei Alex Angebot, einen Stuhl zu holen sah sie wieder auf und betrachtete den Blonden für einen Moment. Sie biss sich auf die Zunge, aber ihre Worte waren deutlich schneller draußen. „Wenn ich deiner Meinung nach mit dem Bein den Wagen fahren kann, dann kann ich wohl auch ein wenig stehen.. wenn ich was brauche melde ich mich schon“. Es war nicht einmal ein unfreundlicher Ton, der aus ihrem Mund kam, die Worte waren schon genug, wie die Frau es fand. Es war einer der Gründe für das scheitern ihrer Beziehung mit Alex, er war viel zu überfürsorglich und wollte Naira einfach alles abnehmen. Victor könnte auch sehr überfürsorglich sein, aber er hielt wenigstens seine Klappe und wollte nicht alles für sie erledigen. Alex ging damit einfach zu weit, der Blonde würde bestimmt auch für sie atmen und schlafe , wenn dies auch möglich wäre. Es ging bei ihm einfach über das gesunde Maß hinaus..
      Die Stimmung war bedrückt, deshalb schnappte sich die Dunkelhaarige ihr Gewehr und pfiff ihren Hund zu sich. „Ich geh mich mal umsehen!“. Es war ja nicht so, dass sie sich rechtfertigen musste, wohin sie ging, sie informierte damit die Jungs.. vor allem Victor, dass er sich nicht allzu sehr sorgte, dass sie nun einfach abhaute. Spike folgte ihr liebend gerne, er konnte so noch ein weiteres Stück Wald erkundigen und mit dem Gewehr in der Hand der Frau konnten sich beide sicher fühlen. Naira nahm es letztendlich auch unter den Arm und zündete sich eine Zigarette an, während das Geräusch der schaufelnden Jungs immer leiser wurde und weiter in den Hintergrund rückte. Spike war nur noch zu hören und die unberührte Natur zu sehen. Die Frau zog gerne an der Zigarette und genoss die Ruhe, die sich ihr anbot.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alex sah Naira ein wenig verletzt, aber ebenso irritiert hinter her, als sie ihn einfach anblaffte und kurz darauf entschied, dass sie sich umsehen wollte. Victor warf dabei nur einen kurzen Blick zu ihr, wandte sich aber wieder ab und hob eine Hand, um zu zeigen, dass er verstanden hatte. Das würde schon so passen. Sie war erwachsen nicht war und eigentlich auch besser dazu geeignet, um alleine im Wald herum zu laufen, als irgendeiner der Männer, die sich gemeinsam um ein Loch kümmern sollten.
      Alex trat also ebenfalls heran und seufzte leise: "Kann ich helfen? Lasst wechseln. So werden wir nicht zu müde und schaffen es tiefer.", erklärte er und streckte dabei schon die Hand nach einer der Schaufeln seiner Kollegen aus, der ihm diese auch freiwillig überließ. Im Gegensatz zu Alex hatten nun alle Handschuhe an, denn sie waren klug genug gewesen welche mitzunehmen. Der blonde stieg den Meter hinab, den sie bereits abgetragen hatte und lenkte sich nun mit der Arbeit, die er sich selbst auferlegte ab. So war das besser. Er musste nicht zu viel über Naira nachdenken und dass sie sehr aggressiv, ja fast schon vorwurfsvoll ablehnend gegenüber ihm war.

      Fast eine Stunde später trafen sie endlich auf etwas. Victor und Alex waren gerade am Graben gewesen und schnauften, wie Lastenpferde, als sie die letzte Schippe Erde hoch schmissen. Sie waren drei Meter tief gekommen, die Erde war hier kaum noch am Nachgeben und sie kamen nur mit einer Leiter wieder heraus.
      Ihr Fund war wie von Naira vorgewarnt ein schwarzer Sack gewesen. Doch eine glänzende Mülltüte allein, die man sonst so kannte. Sie war an einigen Ecken bereits aufgerissen und zerfleddert und darunter befand sich ein weiterer schwarzer Stoff, der an die Leichensäcke aus der Pathologie erinnerte. Victor schüttelte den Kopf: "Wir kommen damit ein wenig näher...", doch nun hieß es so vorsichtig wie möglich diesen heraus zu graben und dann gemeinsam hoch zu bringen. Das würde auch noch einmal einen Akt darstellen, der die zwei Männer zum schwitzen brachte. Eine ganze halbe Stunde später lag der Sack endlich oben zwischen den Polizisten. Er war gut 1,80 lang...Leider so unnachgiebig wie ein Brett.
      "Wollen wir schon mal reinschauen oder lassen wir die Spurensicherung noch einmal anfahren?", warf Alex hechelnd in die Runde.
    • Naira O’Connor

      Die Frau hatte ihre bestimmten Gründe so mit dem blonden Kollegen des Teams umzugehen und eigentlich sollte er auch genau wissen, warum, anstatt sie so vorwurfsvoll anzusehen. Wenn sie einfach so tun würde, als wäre alles in Ordnung würde es womöglich noch schwieriger werden, als es jetzt schon war, aggressiv war sie aber auf jeden Fall nicht. Wenn er es so empfand dann war es so..

      Spike lief gerne vor und tobte sich in den Schnee aus, während sein Frauchen ein wenig mehr Zeit brauchte. Es gab viele umgefallene Äste oder kleinere Bäume, einige andere Hindernisse, aber bis auf ein paar Abdrücke der Tierpfoten war die Natur wirklich unberührt. Die Hütte verschwand im Hintergrund, im weißen Nebel und auch die Geräusche wurden immer weniger. Naira war froh ein wenig Zeit für sich und die Gedanken zu haben, sie kam ein wenig zur Ruhe und ordnete alles, was sich in ihrem Kopf befand. Sie war aufgeregt und hatte Sorge,was sich in dem Loch wirklich befand. Ihre Erinnerungen waren manchmal so klar, es machte ihr aber viel mehr die Sorge, wenn es sich bewahrheiten würde, was sie gesehen hatte. Wer war aber der Mann, der das Loch gegraben hatte? Sie erinnerte sich kaum, während sie ihn beobachtet hatte, hatte sie nur eines gesehen.. das leichte Grinsen, welches seine Lippen umspielt hatte.
      Die Frau stoppte. Sie musste die Erinnerungen noch einmal in den Kopf rufen, aber anstatt den Mann zu sehen, der das Loch gegraben hat stand jemand komplett anderes im Schnee nicht weit von ihr. Thomas sah sie an, er grinste breit über das Gesicht und stand einfach nur da. Im ersten Reflex zog die Frau das Gewehr an sich und entsicherte es, bevor sie zielte. Sie war bereit zu schießen und ihr Leben zu sichern, aber er stand zunächst da. Einige Augenblicke verharrten beide so, bis sich der Mann regte und bewegte, aber Naira war schneller. Sie schoss direkt auf den Mann und wollte nachladen, aber in den Augenblick, in welchem sie wieder aufsah war keiner mehr da. Sah sie etwa Geister..?
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie standen zu fünft um den schwarzen Sack und legten die Köpfe schief. Die jungen Polizisten wollten keine Meinung dazu abgeben, allein weil sich schon Alex nicht ganz sicher war und Victor erst recht nicht antwortete. Er verzog nur das Gesicht schief und kratzte sich am Bart, bevor er sich das Gesicht müde und erschöpft rieb.
      "Ich weiß es nicht", wollte er sagen und damit dem anderen so mitteilen, dass er das gar nicht übernehmen wollte. Liebend gern hätte er nun Naira an seiner Seite, die ohne zu Murren einfach den Sack aufgemacht hätte und das obwohl sie wohl eher berechtigt dazu war Panik zu haben. Aber sie war nicht da, sondern rannte irgendwo da draußen alleine im Wald herum. Wohin sie gegangen war, konnte keiner von ihnen ahnen und so ohne eine Antwort, gefiel Victor die Situation zunehmend nicht.
      Der Schuss war dann schließlich sein Zeichen. Alle Männer reckten die Köpfe in die Richtung und sie waren bereit ihre Waffen zu ziehen. Victor übernahm die Befehlsgewalt ohne lange darüber nach zudenken. Für diese Momente wurde er ausgebildet und für diese Momente wurde er gelobt. Dann wenn sein gehirn abseits aller Erschöpfung und Müdigkeit noch einmal aufdrehte und wichtige Entscheidung richtig traf. Er befahl den Neuzugängen hier zu bleiben und sich in Schutz zu begeben, aber um so wichtiger war es auch ihren Fund zu schützen. Alex befahl er mit ihm zu kommen und entsicherte die Waffe aus dem Holster seiner Hose.
      Beide Männer rannten los in die Richtung aus der der Schuss gekommen war und dann auch wieder verstummte. Es war nur ein einziger...Es hörte sich zwar nach dem Gewehr an, dass Naira bei sich trug, aber dass es hier Jäger gab, hatte sie ja bereits gesagt und niemand von ihnen war wirklich unterwegs mit einer bunten Schärpe oder einer leuchtenden Farbe, die bescheid gegeben hätte, dass sie Menschen waren und keine Beute.
      Und dann war da noch die Option, dass Thomas in ihrer Nähe war. Victor rannte schneller als Alex voraus und hätte Naira fast um gerannt, als er sie so im Schnee stehen sah. DIe Waffe im Anschlag scannte er die gegend und Alex gab ihm gezielt Rückdeckung, bis sie bei Naira ankamen. Alles war still und ruhig. Sie waren verdammt weit gerannt und die Hütte sah man schon gar nicht mehr.
      "Naira...", Victor trat vor sie, "Alles in Ordnung, hey? Hier ist nichts...", er legte sanft eine Hand auf ihre, die noch das Gewehr hoch hielt.
    • Naira O’Connor

      Ihr Herz pochte laut und schwer in ihrer Brust, während sie versuchte einfach tief durchzuatmen. Geister gab es nicht, es war eine Phantasie in ihrem Kopf gewesen, aber sie war so klar und deutlich. Angst machte sich in ihr breit, sie nahm den zarten Körper ein und wollte ihn kaputt machen, aber Naira ließ es nicht zu. Naira hob das Gewehr wieder und wartete, während ihre Augen angestrengt das Ziel erfassen wollten, welches gar nicht da war. Einige Momente verharrte sie so, einige lange Sekunden, doch es kam ihr wie die Ewigkeit vor.
      Es regte sich nichts, selbst Spike war nach dem Schuss stehen geblieben und starrte sein Frauchen an, welches jeden Ihrer Muskel anspannte. Hätte man sie jetzt geschubst, wäre sie sicherlich in ihrer Position einfach umgefallen und liegen geblieben, so krampfhaft waren ihre Muskeln angespannt. Ihre Angst war jedoch real, denn der Mann, den sie gesehen hatte war gefährlich. Er würde ihr mit Sicherheit wieder etwas antun, wenn sie nicht schneller sein würde.

      Die Angst wurde nicht weniger, als sie Schritte hörte, etwas lief auf sie zu. Ehe sie die Waffe in diese Richtung drehen könnte erkannte Naira schon,wer da auf sie zugelaufen kam. Victor stellte sich vor sie, er versperrte ihr den Blick auf das, was sie sehen wollte, aber ihre Augen fokussierten dann seine. Die Worte brauchten einen Augenblick, bis sie auch wirklich zu der Frau durchdrangen und letztendlich nahm sie das Gewehr auch runter, sank auch den Blick, damit sie das Gewehr wieder entsichern konnte. Ein Gefühl der Erschöpfung machte sich breit, dazu noch eines, als hätte sie verloren. Es gab doch gar nichts zu verlieren.
      „Habt ihr was gefunden?“, fragte Naira und lenkte gezielt von ihrem Thema ab, während sie sich das Gewehr wieder umlegte und ihre Augen zu Victor sahen. Sie wurde langsam wirklich verrückt.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alex und Victor waren zwar erleichtert Naira alleine vorzufinden, doch sie beide verstanden nicht recht, was geschehen war und Naira schien sie nicht einweihen zu wollen. Ohne ein weiteres Wort, als wäre nichts gewesen, ging sie wieder auf den Fall ein und wollte darüber reden was sie gefunden hatten.
      Victor hatte zwar einen Moment gebraucht, aber ihm war sehr wohl aufgefallen, wie Naira erst etwas anders im Augenschein hatte, bevor sie ihn überhaupt wahrnahm vor sich. Victor ergriff sie an den Schultern. Trotz ihrer Worte hatte er sich Sorgen gemacht und das Adrenalin, dass sie ihm verschafft hatte, schmeckte bitter und bereitete einem Kopfschmerzen. Er sah zurück und schweifte mit dem Blick noch einmal über das ganze Gelände. Doch da war nichts. Er sah zumindestens überhaupt nichts.
      Wieder drehte er sich um zu Naira und hatte sie bis dahin nicht los gelassen. Auch Spike hatte sich nicht geregt gehabt. Der Schuss war entweder eine Warnung oder Naira hatte etwas gesehen und Victor wollte keine Spielchen treiben. Sie hatte ein geladenes Gewehr in der Hand...
      Alex kam den beiden näher, nachdem er die Gegend als ungefährlich eingestuft hatte und sah Naira besorgt an, doch er sagte nichts. Denn er sah die Sorge und die Skepsis in Victors Gesicht und hielt sich diesmal sogar zurück. Es war nicht an ihm sich um Naira zu kümmern. Diese Erkenntnis schmerzte, aber was anderes konnte er nicht fordern. Er war nicht mehr ihr Partner und als er es war, hatte das ganze Überhand genommen.
      Victor versuchte Nairas Blick aufzufangen und ihren zu halten. Er wollte in ihren Augen sehen, ob es ihr gut ging.
      "Lenk nicht vom Thema ab.", meinte er schließlich schroff, "Warum hast du geschossen?"
    • Naira O’Connor

      Victor ließ nicht locker, was der Frau eigentlich klar sein sollte. Seit dem sie mit ihrem Partner eine Beziehung eingegangen war, hatte er sich schon ein wenig verändert. Er sagte ihr klar und deutlich, was er von manchen Sachen hielt und das tat er auch jetzt wieder. Sie gestattete ihm einen Blick in ihre Augen, während sie selbst in seine sah. Naira seufzte und nahm kurz den Blick, um den Kopf zu schütteln und ihre Gedanken zu ordnen. Wenn sie jetzt nicht die Wahrheit sagen würde, würde sie spätestens im Wagen nach dem Feierabend Schwierigkeiten bekommen. Sie wollte es definitiv nicht, es würde ihre Beziehung in Schwierigkeiten bringen, das wollte sie einfach nicht riskieren, die beiden hatten einen guten Start, das zu versauen wäre dumm. Deshalb verabschiedete sich die Dunkelhaarige von den Gedanken und hob den Blick wieder, um Victor in die Augen zu sehen.
      „Ich habe mir nur etwas eingebildet..“,sprach sie und behielt den Blick in seine Augen. Sie wusste, dass ihm die Antwort nicht ausreichen würde, aber die Worte wollte sie nicht so schnell aussprechen. Einige Momente verharrte sie so, bevor sie wieder seufzte. „Ich habe mir eingebildet, dass er da steht und sich auf mich zubewegt, deshalb habe ich geschossen“. Da kam es raus und Naira konnte hören, wie Alex die Luft scharf einzog. Sie schüttelte trotzdem leicht den Kopf und seufzte noch einmal. „Es ist alles gut, wirklich.. ich glaube,der leere Magen und die Kälte stiegen mir zu Kopf“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor war geduldig und ließ sie nicht los, bis sie ihm die Wahrheit sagte und als sie es tat, zeigte er sich nicht sehr zufrieden. Die Antwort war knapp und nicht befriedigend. Sie hatte sich etwas eingebildet und dieses Etwas war Thomas. Auch wenn sie ihn nicht beim Namen genannt hatte, Victor wusste um wen es hierbei ging. Selbst Alex zog die Luft scharf ein. Vielleicht nicht weil er ebenso bedenken hatte bei Thomas, aber Naira gab zu, dass sie sich etwas eingebildet hatte.
      Das würde alles schwieriger machen. Victor hielt ihren Blick so lange, wie sie es ihm erlaubte und versuchte ihre Worte zu akzeptieren, so wie sie sie gesagt hatte. Doch es war nicht einfach und alles in seinem Kopf schrie danach, dass er ihr seine Meinung darüber sagen musste und sie umgehend ins Revier oder gar nach Hause fahren wollte. Aber er konnte das nicht vor Alex machen, weswegen auch sein Blick zum blonden Kollegen fiel und der wohl eine Reaktion von ihm erwartete, sehr wohl wissend, dass keiner von den beiden einen Vorschlag von ihm akzeptierte. Er lernte nun einmal auch schnell...
      Victor streichelte sanft über Nairas Oberarm, als er sie wieder losließ und trat zur Seite, um einmal tief durch zu atmen. Problem an allem war auch noch, dass sie es sich zwar eingebildet haben konnte, aber er traute es auch Thomas zu, hier gewesen zu sein. Unsicher beobachtete er ihre Umgebung. Dann seufzte er lautstark und genervt: "Dann bringen wir dich zurück..."
      Victors Tonlage allein sagte bereits aus, dass ihm nichts an dieser Situation gefiel und er konnte es einfach nicht verstecken. Er hielt die Hand an Nairas Rücken und bat sie somit voraus zu gehen. Alex verstand auch, dass sie zurückgingen und er stellte sich an die andere Seite, selbst noch einmal einen Blick um sich werfend. Beide Männer hatten ihre Waffen noch nicht gesichert und wieder in das Holster gesteckt. Noch lag der kurze Stress und die Angst um Naira in den Knochen.
      "Wir ...", Alex lief langsam mit Naira und Victor mit, "haben einen schwarzen Müllsack gefunden, darin befindet sich so etwas wie ein Leichensack, wie wir ihn von unseren Docs kennen...Und...wir haben es noch nicht aufgemacht.", erklärte er und wollte damit die angespannte Haltung beider ein wenig lockern. Victor murrte, sein Blick hatte sich bei Nairas Worten schlagartig verdunkelt. Natürlich war er aufmerksam geworden und fürsorglich, aber sein launisches Gemüt blieb ein Teil von ihm und konnte eben auch durch einfache Worte und all die Gedanken, die seinen Kopf nun belagerten, umspringen.
    • Naira O’Connor

      Sie verstand die Sorge, die den beiden Männern anzusehen war, aber es gefiel ihr nicht, wie sie damit umgingen. Vor allem Victor war es anzusehen, wie wenig ihm die Situation gefiel und wie sehr es ihm auf den Geist ging. Naira war bereit sich die Standpauke anzuhören und sie auf sich zu nehmen, aber von Victor kam lediglich die Aussage, dass sie sie zurückbringen würden. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich, er wurde leicht wütend, gar entsetzt und sie war auch kurz davor zu protestieren mit der Erklärung, es wäre die dümmste Idee überhaupt, aber die Dunkelhaarige schwieg. Sie presste ihre Lippen einfach aufeinander und gab der Hand in ihrem Rücken nach, jedoch nicht ohne zuvor nicht ihren Hund mitzunehmen. Nach diesem hatte sie gepfiffen und erst dann regte sich der Hund aus seiner Starre heraus und folgte den drei. Naira gefiel es noch immer nicht, aber sie sagte dazu kein Wort, solange Alex da war. Sie konnte nachher mit ihrem Partner darüber diskutieren, wie unsinnig diese Entscheidung war.
      Die Frau wurde neugierig und sah auf, als Alex vom Fund erzählte, den die Männer gemacht hatten. Sie musterte den blonden Kollegen und ordnete sich die Worte im Kopf. „Warum habt ihr ihn noch nicht aufgemacht?“,fragte sie mit ein wenig Elan und sah auch zu Victor, um eine Antwort zu bekommen. Die Frau nahm nun auch an Tempo zu, sie wollte möglichst schnell an dem Fund sein und in den Sack reinsehen. Es war zwar mehr als zehn Jahre her, aber vielleicht würde man trotzdem etwas in dem Sack finden, was auf eine Leiche hindeuten würde. Das würde schon einmal ein Hinweis sein, etwas was sie weiterbringen würde. Deshalb beeilte sich die Frau und lief auch auf den Sack zu, als die Hütte in Sicht war. Sie konnte auch gleich zurück fahren, der Fund war nun um einiges wichtiger..
      Was alle drei aber übersehen hatten waren die Schuhabdrücke neben dem Baum, an dem sie gestanden hatten..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es mochte einfach ihre Art und Weise sein, wie sie das Leben handelten oder ihre Beziehungen. Sie konnten wahrscheinlich gar nicht anders, als ständig über jede Entscheidung, die sie für jemanden oder für sich trafen, durch diskutieren mussten. Victor war wieder auf Krawall aus und all die guten Vorsätze nett zu sein gingen über Bord. Das war er nicht und das konnte er nicht sein. Die Kälte fraß sich durch die Kleidung und sein Kopf sagte ihm er sei zu müde für das alles. nichts wollte wirklich stimmen. Thomas wurde gefährlicher und sie alle bemerkten es nicht. Dabei standen sie ständig unter Beobachtung des älteren Mannes, der sich seinen Spaß daraus machte Naira durcheinander zu bringen.
      Auf ihre Frage, warum sie den Fund noch nicht näher untersucht hatten, brummte Victor: "Wollten dir die Überraschung nicht nehmen...", es war sarkastisch und keinesfalls irgendwie lustig gemeint. Auch nicht freundlich. Alex sah zu dem rothaarigen Kollegen und seufzte. Er selbst war nicht unbedingt bereit dafür, um mit Victor zu streiten, allen voran weil er wusste, dass dieser eher handgreiflich wurde, als dass er wirklich argumentierte. Ein Zeichen für einen schwachen Geist, dachte sich Alex insgeheim: "Wir waren gerade dabei. Haben überlegt, ob wir nicht erst die Spurensicherung anrufen oder so...Dann haben wir den Schuss gehört. Also...das du die Leitung bist, wirst du wohl die Entscheidung fällen.", Alex lächelte besänftigend.

      Sie kamen am Fundort wieder an. Die Hütte stand noch immer stumm und still auf ihrem Platz, während die drei jungen Kollegen auf der Stelle traten, weil ihnen kalt war. Sie hielten alle einen dampfenden Kaffee in der Hand. Victor war bereit sie anzublaffen, warum sie nicht in Achtung-Stellung waren, aber es gab wohl keinen Grund dafür. Er selbst nahm die Waffe hoch und sicherte sie. Einer der jungen Polizisten begrüßte sie unterschwellig: "Keine sonderbaren Vorkommnisse..."
    • Naira O’Connor

      Es war nicht so, dass sie sich gerne mit Victor stritt, aber sie war von Natur aus sehr dominant und behielt deshalb gerne die Oberhand. Victor behielt sie ebenfalls gerne in es wurde zur Herausforderung, wer sie nun wirklich in der Hand hielt, aber irgendwie gefiel es der Frau. Bei Alex musste sie nur etwas sagen und er tat es, er gab nach, Victor hielt dagegen stand und das war unter anderem sicherlich der Grund dafür, warum sie so sehr an ihm interessiert war.
      Es war aber auch so, dass seine Bemerkungen sie einfach nur zur Weißglut brachten, wenn er mal wieder diese Anti-Einstellung hatte. Aber dagegen fand Naira auch schnell was, nämlich ihn einfach einen Spruch zurück zu drücken. „Na vielen herzlichen Dank!“, war ihr Gegenangebot auf die sarkastische Antwort des Rothaarigen, bevor ihr Blick zu Alex ging, der sie damit vertraut machte, was es wirklich war. Sie seufzte kurz und schüttelte den Kopf. Ihre Antwort darauf wäre ziemlich kalt und vor allem auch fast schon beleidigend gewesen, deshalb antwortete sie gar nicht, sondern nahm den Weg weiter zur Hütte.

      Die jungen Polizisten waren der Dunkelhaarigen egal, aber sie hob die Hand, als einer von ihnen sprach um ihm anzudeuten, dass die still sein sollten. Ihr war es fast schon egal, aber sie wollte Victor nicht noch weiter damit füttern und ihn die Möglichkeit zu geben womöglich die schlechte Laune an ihnen auslassen. An dem Tisch und dem Kaffee ging sie vorbei,bis sie den Sack erblickte, von denen die Männer gesprochen haben. Sie stellte sich zu ihn, während ihr Atem deutlich schneller ging, es war ihr durch die Aufregung warm geworden..
      Naira inspizierte den Fund, 1.80 groß, eingepackt in einen schwarzen Sack mit Reißverschluss. Sie zögerte nicht lange und ging in die Hocke, um den Sack zu öffnen, jetzt spürte sie durch die Wut auch ihr Bein nicht mehr. Der Geruch, der ihr entgegen kam war besonders und ziemlich unangenehm, aber sie verhüllte sich aus Trotz nicht das Gesicht, viel eher öffnete sie den Sack ganz und zog ihm auf, damit sie die Leiche betrachten konnten. „Entweder er will uns auf den Arm nehmen, oder es ist weiterhin sein dämliches Spiel.. die Leiche kann keine zwölften Jahre alt sein..“. Sie war makellos, als wäre die Verwesung noch nicht eingetreten. Womöglich eine Konservierung? Aber warum tat er das überhaupt? Es war doch so lange her.
      „Jetzt kannst du die Spurensicherung anrufen“. Der Blick ging zu Alex, bevor sich Naira erhob und die Hände in die Jackentasche steckte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor war bereit einen Aufstand zu machen. Seine Disziplin sich zurück zu halten, war aber beachtlich. Die jungen Kollegen hätten es aber sicherlich vermasselt, wenn Naira ihnen nicht das Zeichen zum Stillsein gegeben hätte. Sie traten alle gemeinsam um die Leiche und sahen zu wie Naira den Sack aufzog. Während die meisten davon ausgingen, dass es interessanter wäre zu sehen was sich darin befand, ließ Victor nicht die Augen von Naira. Seine Arme hatte er eng vor seiner Brust verschränkt und die Lippen unzufrieden verzogen. Nur einmal fuhr er sich durch den Bart, um sich davon abzuhalten etwas zu sagen. Er durfte hier keine Szene machen. Sie beide durften das nicht. Verdammt...Beziehungen waren ziemlich kompliziert, warum genau war er noch einmal darauf eingegangen?

      Alex kniete sich ebenfalls hin und zog schwarze Latexhandschuhe über, um nichts zu gefährden was hätte Spuren hinterlassen können. Kurz strauchelte er, als ein Windstoß von hinten ihn wegpusten wollte. Doch er hielt inne und half Naira dabei den Sack bis zu dem Zehen zu öffnen. Er legte den Kopf schief hin, als die Leiche zum Vorschein kam. Gerade mal 15 Jahre alt, vielleicht älter oder wenige Jahre jünger. Sie hatte rote Haare und die Augen geschlossen. Die Hände lagen gekreuzt vor ihrer Brust. Ihr Körper war nackt und die Haut schimmerte wächsern. Der Geruch sagte aber aus, dass die Verwesung nicht stattfand. Alex hustete und drehte sich dabei weg, bevor er tief durchatmete, um die Nase frei zu bekommen und sich dann wieder über die Leiche beugte. Gleichzeitig holte er das Handy heraus und rief im Revier an, um einen Wagen zu bestellen, der sich das alles anschauen sollte.

      Victor grummelte, verlor nur einen kurzen Blick an die Leiche, bevor er sich wegdrehte und zum Tisch ging. Dort packte er die Bänder aus und warf zwei Rollen den Polizisten zu, die es behände auffingen. Ohne ein Wort verstanden sie auch, was Victor von ihnen wollte und stellten ihre Tassen ab, um das Gebiet um sie herum abzusperren.

      Alex berührte mit den behandschuhten Händen einen Arm und versuchte ihn sachte zu lösen, doch der Körper war eingefroren oder befand sich bereits in der Starrephase: "Nein...nach 12 Jahren sieht das hier nicht aus...", Alex hob den Kopf an und musterte Naira skeptisch: "Bist du dir sicher, dass du...vorhin wirklich niemanden gesehen hast?", flüsterte er, aber auch so, dass es Victor hören konnte, weil er sich ebenfalls zu der Leiche stellte und sie musterte.
    • Naira O’Connor

      Es ergab alles einfach keinen Sinn, ein junges Mädchen, eine Leiche, die seit etlichen Jahren hier unten liegen musste hatte nicht einmal etwas dran. „Das ergibt keinen Sinn“,dachte sie laut und schüttelte den Kopf. „Der Boden sah nicht danach aus,als hätte heute früh jemand die Leiche hier vergraben.. die Leiche sieht aber aus, als würde sie höchstens ein Tag alt sein..“. Die Wut, die sie auf Victor verspürte war fort, die Frau war nur noch auf einen einzigen Mann sauer und der hieß Thomas und war definitiv nicht rothaarig. Sie seufzte und schüttelte den Kopf, während ihr Blick zu Alex ging. Er sprach das aus, was die beiden Männer sicherlich dachten. Es war unmöglich, dass jemand dort wirklich gestanden hatte.. immerhin war das Gewehr schnell im schießen und die Person wäre schicherlich getroffen, nicht einfach so weg.
      „Es muss eine Einbildung gewesen sein, er kann doch nicht einfach so auftauchen und wieder weg sein.. selbst wenn, ich hatte das Gewehr auf ihn gerichtet, nur jemand oder Verstand hätte sich bewegt, weil jeder davon ausgehen würde, dass ich schieße.. es konnte unmöglich er wirklich sein..“.
      Ihr Worte sollten beruhigen, nur war sich Naira nicht sicher, ob sie damit sich oder Alex beruhigen wollte, denn auch sie spielte mit dem Gedanken, ob es wirklich nur eine Einbildung war. Sie verschränkte aber die Arme vor der Brust und sah weiterhin runter zu der Leiche, während im Hintergrund die jungen Polizisten zu hören waren, die das Gebiet absperrten. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass er wollte, dass wir die Leiche finden.. prüfe mal, ob sich nirgendwo ein Hinweis befindet..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Jeder normale Mensch wäre vor der Mündung eines Gewehres panisch geworden...Aber vergiss nicht, dass wir Thomas suchen. Der Wichser weiß was er getan hat und wie er es tut...er kennt dich besser als wir alle hier...", Victor massierte sich die rechte Schläfe. Kopfschmerzen kamen auf, ihm war kalt und er das Adrenalin von vor wenigen ebbte wieder ein wenig ab. Er wollte nicht hören und nicht fühlen in diesem Moment. In solchen Moment wäre ihm eine Flasche mit Hochprozentigem einfach lieber gewesen. Vielleicht war es nicht dumm mal über den Gedanken einer Kündigung sich auseinander zu setzen. Aber er wollte nicht. Es gab hier so viel zu lösen und es war sein erster Fall seit langem und er sollte daran scheitern? Nein...Nicht jetzt wenn sie wieder einen Hinweis hatten.
      Alex reagierte auch nicht sonderlich überzeugt, als Naira sagte, dass es eine Einbildung sein musste. Natürlich konnte es eine gewesen sein, aber wenn sie das nicht war...Dann saßen sie hier alle wie auf dem Präsentierteller. Tief atmete Alex durch und begann schließlich die erste Untersuchung. Seine Hände waren vorsichtig, aber genau und er wusste was er tat, als er langsam den Kiefer versuchte zu öffnen oder unter die Leiche sehen wollte. Es hätten über all Hinweise sein können.
      Victor blickte zu dem dritten Kollegen, der noch ein wenig verloren, aber achtsam ihnen zu hörte.Er winkte ihn heran und ordnete ihn sich unter.
      "Ich werde noch einmal zurück gehen...Haltet die Augen offen...", meldete sich Victor ab. Dann ging er mit dem Polizisten im Rücken zurück zu der Stelle, an der sie vorhin Naira gefunden hatte. Der Wind wurde stärker und das trotz der vielen Bäume um sie, dass beide Männer ihre Kragen aufstellten. Der Polizist zog seine Waffe auf Victors Befehl und entsicherte sie. Auch Victor tat es noch einmal, als sie den Spuren im Schnee zurück folgten. "Achte auf alles was unnatürlich wirkt...jeder Schritt im Schnee kann ihn heute verraten. Wenn er da war...und ich bin mir sicher, dann wird er Spuren hinterlassen haben...Er wiegt mindestens 80 Kilo...", Victor sprach teils zu seinem Kollegen teils auch nur zu sich, um sich zu vergewissern, während er aufmerksam und mit erhobener Waffe an die Stelle kam. Alles um sie herum war weiß. Ein paar Fußspuren im Schnee waren die von Spike. Die anderen entweder ihre oder die von Naira.
      Victor hauchte in die Luft und sah in den Himmel. Sie waren einige Stunden bereits hier und es wurde wieder zeitig dunkler. Bis die Spurensicherung ankäme, wäre es bereits düster.
    • Naira O’Connor

      Sie entgegnete nichts, als Victor endlich zu Wort kam. Es war eine Provokation, jedenfalls meinte Naira eine rauszuhören und sagte deshalb kein Wort, am liebsten hätte sie sogar gelacht. Natürlich kannte Thomas sie besser, als sie alle hier.. die jungen Polizisten kannte sie selbst nicht, Alex wollte zwar alles über die Frau wissen, hatte seine Chance aber vermasselt und Victor? Ihm war es doch furchtbar egal, deshalb fragte er auch so gut wie nie und deshalb wusste er auch so gut wie gar nichts. Thomas dagegen war scheinbar aus irgendeinem Grund daran interessiert und erfuhr vieles über die Frau, auch einiges was er eigentlich gar nicht wissen sollte. Aber sie entgegnete dazu nichts, sondern biss sich auf die Zunge und hielt still. Darauf jetzt einzugehen würde eine richtige Diskussion auslösen, dieses Mal hielt sie sich zurück.
      Victor meldete sich ab und die Frau sah ihm nur kurz hinterher, bevor sie sich der Leiche wieder widmete. Er hatte jemanden dabei, deshalb musste sie sich keine Sorgen machen, andererseits hätte ihnen sonst was zustoßen können, aber der Mann wusste wohl, was er tat. Er war schließlich erwachsen.. „Ich habe keine Lust mehr auf diese Spielchen..“,murmelte die Dunkelhaarige und schüttelte ihren Kopf. Alex reagierte zunächst nicht drauf, er untersuchte die Leiche von allen möglichen und zugänglichen Seiten. Dafür trat die Frau auch ein wenig zur Seite, beobachtete aber die Gegend um wirklich sicher zu sein, dass kein fremder sich hier aufhielt.
      „Er ist wirklich schlecht gelaunt..“, kommentierte der Blonde und sah für einen Moment zu seiner ehemaligen Partnerin hoch, ehe er sich wieder der Leiche widmete.
      „Mhmm.. aber wir kennen es ja nicht anders von ihm“. Mehr würde sie auch nicht drauf antworten, sie musste sich schließlich nicht für Victor rechtfertigen.. „Hast du was gefunden?“,kam dann eher die Frage, aber der Blonde antwortete zunächst nichts. Er hielt eher den rechten Fuß der Leiche hoch, an der ein kleines Tattoo mit der Nummer zwei zu sehen war. „Ich denke nicht, dass sie alt genug für ein Tattoo war..“
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es könnte alles zu bedeuten haben, wenn man sich die kleine tattoowierte Zahl auf dem Fußgelenk ansah. Sie war lesbar und mit ruhiger Hand gestochen, doch beim näheren Hinsehen erkannte auch Alex, dass sie nicht professionell gemacht wurde.
      "Lässt seine Opfer wohl nun nummerieren wie Tiere auf der Schlachtbank...", sagte Alex angeekelt und legte ihren Fuß wieder so zurück, wie er ihn hatte vorfinden dürfen. Die Spurensicherung sollte es selbst so gut wie möglich untersuchen und ihnen dann mitteilen, was auffällig war. Vorerst konnten sie aber nicht anderes mehr feststellen.
      Alex stellte sich auf und zog die Handschuhe wieder von den Händen, um damit zu signalisieren, dass er fertig war. "Du hast nicht zufällig auch eine Zahl irgendwo auf einer ähnlichen Stelle tattoowiert?", Alex grinste ein wenig und verwies dabei auf ihr Bein. Es hätte ja sein können. Sie hatten sich schon lange Zeit nicht mehr ohne Kleidung gesehen und selbst im Sommer auf dem Revier, konnte und sollte man lange Hosen tragen. Die Arbeit war schließlich kein Zirkus und einen Polizisten in Shorts nahm keiner mehr ernst.

      Victor sah zu seiner Begleitung hin, die ihn skeptisch beäugte: "Dass Detective O'Connor sich ihn eingebildet hat, glauben Sie nicht...", wiederholte er noch einmal sein gesagtes. Victor grummelte und wandte den Blick ab.
      "Nein..Ich erwarte aber nicht von Detective O'Connor, dass sie uns gerade die Wahrheit sagt.", so genervt wie Victor war, erkannte er den Fehler in seinem Gesagten und schüttelte kräftig den Kopf darauf hin, "Sie wird es für das Wohl aller getan haben. Wir müssen auch verstehen, dass die Detective unter viel Stress gerade steht. Bei so vielen Problemen und losen Enden..."
      "Hm...Sie haben recht.", der junge Mann trat um die einen der Bäume herum, als sie sich langsam umsahen und schritt für Schritt jeden Meter untersuchten. Dann kamen sie zu dem Baum, an dem Thomas stand. Die Kugel hatte die Rinde gestreift und so den Baum für sie markiert. Fußspuren führten um den Baum herum, doch sie verschwanden urplötzlich im Nirgendwo... Der Schnee ringsum war aufgewühlt, aber nicht auf natürliche Weise.
    • Naira O’Connor

      „Du vergisst, dass seine Opfer für ihn die Beute sind.. Tiere auf der Schlachtbank.. es wundert mich nicht, dass der Fuß markiert ist, aber es wundert mich, dass da nicht noch mehr dran ist“,entgegnete Naira und schüttelte sanft den Kopf, um die Gedanken an ihren Gesuchten aus dem Kopf zu bekommen. Seit sie sich ihn eingebildet hatte wollte dieses Grinsen nicht aus ihrem Gesicht und auch die Erinnerung an den Mann, der das Loch grub hatte sich verändert. Es war Thomas zu sehen, nicht ein dunkler Schatten im Gesicht. Er saß nun auch in ihren Erinnerungen, das hatte er toll hingekriegt.
      Eigentlich hätte die Dunkelhaarige etwas richtig böses auf Alex Bemerkung erwidert, aber dieses Mal gab sie es auf. Ihre Wut war erloschen, sie war müde und wollte am liebsten ins Bett. „Du weiß doch, dass ich nicht tätowiert bin“,kam es über ihre Lippen und sie musste wohl oder übel ein wenig schmunzeln, weil sie die Anspielung sehr wohl verstand. Aber viel mehr sagte sie nicht dazu, denn auch wenn es einige schöne Momente mit Alex gab, es gab noch mehr unschöne.

      Die beiden lehnten sich gegen die Hauswand ab und sahen nach den Polizisten, die noch immer dabei waren die Gegend abzusperren. So viel mussten sie nun wirklich nicht sperren, aber scheinbar hätten sie sorge von einem der drei angemault zu werden. „Du.. du gehst wirklich davon aus.. dass du ihn Dir eingebildet hast?“,fragte Alex vorsichtig und wärmte sich seine Hände ein wenig auf, indem er reinhauchte. Naira starrte auf die Leiche und seufzte. „Ich habe keine Ahnung, aber meine Logik sagt mir ganz klar, dass es nur ein Hirngespenst war.. er konnte nicht real sein, andererseits könnte ich mir nicht vorstellen, jemanden so real vor mir zu sehen.. ich habe keine Ahnung Alex, aber ich würde ihm auch zutrauen, da wirklich gestanden zu haben“. Sie seufzte schwer, ihr Kopf fühlte sich so leer aber gleichzeitig so voll an. Ihr fiel auf, dass sie ihren Hund in der Gegend nicht sah, der Gesichtsausdruck änderte sich schlagartig. „War Spike mit Victor mitgegangen?“,fragte sie Alex und blickte sofort zu ihm, die Sorge war ihr im Gesicht anzusehen. Sie sorgte sich um keinen anderen mehr, als um ihren Hund.
      Kurzerhand pfiff Naira nach ihrem Hund, aber es war kein laut zu hören. War er wirklich nur mit Victor mitgegangen?
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor schob den Schnee bei Seite, als sie sich direkt auf den Haufen an umgewühlten Schnee bewegten. Es war eine Fläche von zwei auf zwei Metern und je näher sie kamen, desto seltsamer wirkte die Schneedecke auf sie. Der Kollege, gerade mal 25 vielleicht sah sich skeptisch um und auch in die Bäume rings um. Der Nebel von vorhin war verschwunden und man erkannte ein wenig die Hütte , aber das war vielleicht lediglich Einbildung, die von dem Wunsch herrührte, nicht so weit entfernt zu sein. Das Vertrauen in Detective Parker wollte und konnte noch nicht so hoch sein. Doch der grimmige Rotschopf war fixiert auf die Decke. Mit der Hand griff er in den Schnee. Es war kalt, doch er fühlte sie weicher an, als alles andere um sie herum. Seltsam...
      Einen Hund hatten die beiden aber nicht dabei. Victor hätte Spike auch nicht einfach so ohne ein Wort mit sich genommen.
      Als er gerade versuchte die Decke zu heben, die sich so unwirklich anfühlte, ertönte ein lautes Pfeifen in der Gegend und Hundegebell gleich darauf. Es waren mindestens 3, die laut bellend und aggressiv knurrend auf einmal aus allein Richtungen einströmten.
      "Fuck.", zischte Victor, als er erkannte, dass es eben doch mehr als 3 waren...Woher kamen sie zum Teufel? Ihr Fell war schmutzig und zerzaust, beim Bellen stiegen helle Wolken aus ihren Mäulern. Sie umzingelten die zwei Männer.
      Sofort ging eine Hand an den jungen Kollegen und er zerrte ihn hinter sich, "Rückendeckung...", befahl er und man verstand sofort. Sie waren hier im Nachteil und mit einer Pistole auf Hunde zu schießen war dumm...Wobei diese Vierbeiner größer und gefährlicher aussahen...Dass der Polizist an seinem Rücken ängstlich war, konnte Victor direkt an dessen Körperspannung ausmachen, dafür musste er ihn nicht einmal ansehen.
    • Naira O’Connor

      Es ertönte zunächst kein Laut, somit pfiff Naira noch einmal und wartete. Sie war von der Hauswand getreten und in Richtung des Waldes in langsamen Schritten gelaufen, aber sie hörte noch immer nichts. Langsam sah sie verschiedene Bilder von dem geistigen Auge und sah, was ihrem Hund alles passiert sein könnte. Alex hatte in der Zeit die beiden Polizisten zu sich geholt und ihnen den Befehl zu geben, bei der Leiche zu bleiben, er konnte nämlich nicht ganz einschätzen, was Naira gleich tun würde. Sie lauschte zunächst, bis ein Hundegebell zu hören war, aber das Gebell schockte sie noch mehr, als das verschwinden ihres Hundes. „Das ist definitiv nicht Spike“, hörte man von der Frau und sie schüttelte den Kopf. Es könnten Wildhunde sein, die ihren armen Hund ärgerten oder womöglich ihm noch etwas taten. Kurzerhand entschloss sich Naira das Gewehr in die Hand zu nehmen und es zu entsichern, bevor sie in den Wald zog. Alex lief ihr auch sofort nach, er nahm ebenfalls die Waffe aus seinem Halter, hatte aber die Mühe mit ihr mitzuhalten. Sie war verletzt, konnte nicht laufen, aber sie konnte an Tempo noch etwas machen. Sie war von Adrenalin gesteuert, die Schmerzen waren vergessen, auch die Kälte war nicht mehr zu spüren.. Naira war bereit sofort zu schießen, wenn es notwendig gewesen wäre, nur um ihren Hund zu retten. Dass alles anders ablaufen würde, als sie es erwartete konnte ja keiner ahnen..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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