[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Der kleine Seitenhieb brachte Alex zum Grinsen. Er vermisste ein wenig die Naira, die es faustdick hinter den Ohren hatte und auch einmal offen war für den ein oder anderen Witz gegen ihn oder ihre Kollegen. Stattdessen wurde sie sehr viel kühler und resignierter und Alex glaubte es lag an Victor, dessen Art einfach nur sehr abweisend war. Je länger man mit einem Menschen gemeinsam Zeit verbrachte, desto eher wurde man auch mal zu ihm. man nahm gerne Floskeln und Makel auf von Freunden. Alex sah für die Zeit zu Victor, der seine Aufmerksamkeit lieber der Wand widmete, als sich mit den beiden unterhielt. Ihm waren diese kleinen Smalltalk Elemente nicht wichtig. Er konnte mit ihnen nichts anfangen, wenn er sich in einer Gruppe befand. Hätte es sich nur um eine Person gehandelt, nur um Naira, dann hätte er mit ihr geredet. Aber sie hat ja Alex zum Reden.
      Der Rothaarige horchte erst dann auf, als sie anfing über ihre neuen Erkenntnisse zu reden und das all diese Zeitungsartikel an der Wand mit aller hoher Wahrscheinlichkeit nur auf einen einzigen Mörder verwiesen. Und da diese Hinweise auch noch so wirkten, als seien sie von ihrem Thomas, fiel eben der Glaube nicht weit ab zu denken, es sei ihr Mörder und alles war verbunden.
      Victor verschränkte die Arme und grummelte unzufrieden.
      "Er spielt...es ist definitiv sein Spiel und wenn er will, dann gibt er uns Informationen und wir folgen diesen jämmerlichen Brotkrumen, die er uns da hinterlässt.", sagte Victor unzufrieden, während er sich auch den anderen von Naira hingewiesenen Artikel besah.
      "Sollte das alles zu Thomas gehören...Heilige Scheiße hat der Kerl Erfahrung...Das wird kein Spaziergang."
      "Wird? Wir sind mittendrin, Victor."
      "Ja, sage ich ja."
      Alex schmunzelte und trat nun selbst an einen Tisch in dem Keller und beugte sich über diesen. Da die Spurensicherung bereits alles verzeichnet hatte und die Bilder genommen hatte, war es nicht mehr so schlimm, wenn sich etwas verschob oder sie Dinge hier anfassten.
      "Die Frage ist doch...wie bringen wir ihn dazu uns mehr Informationen zu geben? Offensichtlich will er mit dir reden...Ich will nicht sagen, dass er mit dir spielen will, das klingt grauenvoll.", Alex wandte sich wieder Naira zu.
      "Alex...Du kannst heute nochmal die Akten durchgehen über vermisste Menschen. Wir müssen sie an das Alter und das Aussehen von Naira anpassen...Und vielleicht vor allem auf Kinder schauen.", Victor wurde ernster bei seiner Aussage. Er beobachtete dabei Naira: "Was glaubst du, was wir unter dem Baum finden...wenn wir etwas finden und wie lange das ungefähr her ist, deine Erinnerung?"
    • Naira O’Connor

      Sie runzelte ein wenig die Stirn und schüttelte den Kopf. „Er hat genug mit mir kommuniziert.. er wird es wieder tun, wenn er es will.. er wird uns keine Informationen einfach so rausrücken, aber ich werde nicht in meinem Niveau absteigen, nur um an welche zu kommen“,erklärte Naira kurz und sah wieder zu den Zeitungen, die die Wand zukleisterten. Sie überlegte und das wirklich gründlich, immerhin wollten sie alle eine Antwort haben, oder wenigstens etwas, an was man sich Heften würde.
      „Das bringt nicht, wenn wir danach suchen, wer mir ähnlich aussieht.. viel eher sollte man die Profile der Menschen durchsuchen, die er schon vorher getötet oder entführt hat.. ich bezweifle, dass auch nur jemand ansatzweise mit ähnlich aussieht, ich glaube ihm geht es um was ganz anderes“. Die Frau machte wieder einmal eine Pause, sie blickte von der Seite zu Victor und musterte ihn kurz. „Ich glaube, es ist eher eine Botschaft.. oder viele kleine Botschaften, wir müssten nur herausfinden, wer die Personen waren und was sie miteinander zu tun hatten.. denn wenn man sich das früheste Datum ansieht, war ich dort vielleicht zwölf Jahre alt..“.
      Ihre blickte trafen sich, nachdem Naira den Kopf ein wenig geschüttet und wieder zu ihrem Partner gesehen hat. Für einen kurzen Moment sprang ihr Herz ein wenig schneller, nur weil sie nach außen hin keine Gefühle zeigen würde, konnte sie im Innern noch alles fühlen, was sie wollte. „Ich vermute, wir werden die Überreste eines oder vielleicht auch mehrerer Menschen finden.. ich erinnere mich nicht großartig an die Nacht, aber der Müllsack sah so aus, als wäre er groß genug für eine Leiche“. Ihre Augen sahen auch kurz zu den Blonden, um seine Reaktion abzuwarten, aber all die positiven Gefühle in ihrer Brust verschwanden, als sie ihn ansah. Die Dunkelhaarige seufzte, bevor sie vom Platz trat und sich in der zweiten Hälfte umsehen wollte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Ob du willst oder nicht...Unser Niveau ist ab da gesunken, als wir vor ihm in der Hütte standen.", Victor wurde ungemütlich und seine Laune sank um einige Punkte. Er rümpfte die Nase und las sich einen Artikel durch über ein verschwundenes Kind. Nein, sie hatten vielleicht nicht alle mit ihr Ähnlichkeiten, aber es gab, wie Naira sagte Verbindungen.
      "Ich würde die Spur nicht kalt lassen. Ich lasse jemanden durch die Datenbanken gehen und nach den kürzlich verschwunden Menschen schauen. Und...Ich kann nur vorschlagen, dass ich mich dann an die alten Vermisstenakten hänge. Ich...glaubte nicht, dass du willst, dass einer im Revier da wieder alles durchwühlt.", schlug Alex vor und beobachtete Naira, wie sie langsam humpelnd durch den Raum von einer Wand zur anderen lief. "ich mein...du hast nicht gerade zufrieden ausgesehen, als ich da ran wollte."
      "Glaube nicht, dass sie es jetzt noch will.", kam Victor von der Seite. Er wollte Naira nicht schützen oder ihre Interessen. Er wollte lediglich zurecht rücken, dass Alex weiterhin nicht ihr liebster Ausweg war.
      "Aber ich gehöre zum Team Victor und so kindisch wie du dich verhälst, kann ich das langsam nicht akzeptieren."
      Victor knurrte und hob einen Mundwinkel an: "Ach ja?"
      "Ja.", Alex klang nicht einmal wütend oder enttäuscht von der Reaktion, er war lediglich müde und ein wenig bittend, als er Victor ansah, so dass dieser nicht einmal etwas erwiderte. Es war seine Art von Aufgeben. Er würde sich nicht entschuldigen, aber er würde auch nicht weiter darauf bestehen, dass Alex Abstand hielt zu allen Informationen. Wenn sie weiter kommen wollten, waren immerhin drei Hirne besser als nur zwei. Alex konnte es noch nüchtern betrachten.
      Vielleicht war das ja der Gedanke von Ramirez hinter allem. Alex würde sie auf der Spur halten wollen, damit sie nicht zu emotional wurden wenn es soweit war.
      Alex quittierte ebenfalls die knappe Auseinandersetzung mit einem Seufzer, dann trat er an Nairas Seite: "Sagen dir die Namen der Vermissten oder Opfer etwas? Hast du sie gekannt oder kennen können durch deinen Vater oder so?"
    • Naira O‘Connor

      Letztendlich war es ihr egal, wer sich die Akten ansehen würde, deshalb hielt sie sich auch komplett aus dem kleinen Streit raus und kümmerte sich lieber um die anderen Sachen. Es nervte sie jedenfalls, zu dritt in so einem kleinen Raum gefangen zu sein, während beide Männer schlechte Laune hatten. Naira seufzte noch einmal und wand sich letztendlich ab, um nach dem Rest zu sehen. Der Schrank stand noch immer halb geöffnet und selbst dort stand noch alles so, wie es sein sollte. Die Frau versuchte sich irgendwie an Irgendetwas zu erinnern, aber in ihrem Kopf herrschte eine schwarze Leere. Hatte es alles wirklich nur mit ihr zu tun? Waren nicht vielleicht auch die anderen irgendwie daran beteiligt?
      Naira sah zu dem Blonden, als er mit ihr sprach, drehte den Kopf aber genauso schnell wieder zurück. „Es ist zwölf Jahre her, ich habe nicht einmal eine Ahnung was für Menschen das waren, zumal nicht alles in Anchorage passiert war“, antwortete sie, ließ aber die schlechte Laune ein wenig zur Seite. Viel lieber zog sich die Frau ihre Handschuhe an und ging an den Mantel dran, um ihn vorsichtig zu durchsuchen. „Mein Vater hat mir von der Arbeit nichts erzählt, in meinem Gedächtnis rumzuirren bringt gar nichts“. Sie war ein wenig abgelenkt, allein deshalb hielt sich ihre schlechte Laune in Maßen, mal sehen wie lange..
      Sie ging letztendlich auch auf Alex nicht mehr wirklich ein, konzentrierte sich lieber auf den Mantel und alles, was man drinnen finden konnte. Ein Knopf war abgefallen, er steckte in einer das Taschen, die anderen äußeren waren leer, aber der Mantel hatte auch noch Innentaschen. Ein Taschentuch war zu finden, total bröselig und veraltet. „Alex? Wie lange kann eine DNA an etwas heften bleiben? Und wie lange ist sie dann noch verwertbar?“. Er war der Spezi von solchen Sachen..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Nairas Gedächtnis schien eine Sackgasse zu werden. Dabei war die Frau auch noch ihr einziger Anhaltspunkt, der noch mit ihnen reden wird und erklären könnte wie es mit ihrem Vater zu tun haben konnte. Victor war zwar dem Mörder begegnet, aber er hatte kaum den Kopf dazu und auch wenn er die Akten durchgesehen hatte, fiel ihm wohl nicht viel mehr ein, als das was er bereits verlauten ließ. Ihr Mörder war ihnen mehrere Schritte voraus, die es aufzuholen galt. Alex blieb bei Naira, auch wenn sie nicht mehr wirklich weiter auf seine Fragen eingehen wollte. Stattdessen durchsuchte sie den Mantel, der in dem Schrank zu finden war.
      Victor ignorierte die beiden zum größten Teil und sah sich die Artikel selbst weiter an, mit dem Versuch etwas zu verstehen. Leider würde er wohl noch einiges an Zeit damit verbringen. Doch er horchte auf, als Naira nach DNA-Haltbarkeit fragte.
      Alex hob interessiert die Augenbrauen und sah sich an, was Naira da aus einer der Innentaschen hervor holte. Es war trocken und alt...Eigentlich perfekt.
      "Nun, kommt natürlich darauf an, wie lange es her ist. Aber wichtiger ist, wie feucht es geworden ist hier unten.", erklärte er schließlich.
      Er ließ sich aber nicht zwei Mal sagen, was er zu tun hatte und holte seine Tasche nach vorne, raschelte darin und brachte dann zwei durchsichtige Plastiktüten hervor. Dann zog er sich weiße Handschuhe über und holte aus einer der Tüten einen weißen Tupfer heraus.
      "Es sieht trocken aus...und es könnte gut möglich sein, dass wir was finden!", Alex war der optimistische und freute sich gleich darauf, dass man so etwas gefunden hatte. In eine der Tüten steckte er den Tupfer, der falls es noch Feuchtigkeit gab an der Probe, sie durch den selbsttrocknenden forensischen Tupfer verschwinden wird. In die andere Tüte, die er Naira vorhielt, sollte das Taschentuch hinein, dann beschriftete er sie brav mit dem Fund.
      "Aber gut möglich, dass die Spurensicherung, das alles bereits gefunden hat. Ich werde nachfragen im Revier, ob dabei was rausgekommen ist oder ob es noch in Bearbeitung ist."
      "Kannst auch gleich sagen, sie sollen sich beeilen.", gab Victor von der anderen Seite von sich zu hören. Er hatte den Fund mitbekommen. Das brachte sie vielleicht weiter. Wenn sie Glück hatten.
    • Naira O'Connor

      Es war gut zu wissen, dass Alex etwas aus dem Taschentuch machen konnte, welches die Frau gefunden hatte. Sofort griff er zu einer durchsichtigen Tüte und steckte das Beweisstück weg. Naira war zufrieden, dass sie etwas gefunden hatte, so lenkte sie von der eigentlichen Situation ab, die hier stattgefunden hatte. Die Jungs konnten sich mehr darauf konzentrieren, endlich der Arbeit nachzugehen und sich nicht mehr um den Alphamännchenkampf zu kümmern.
      "Ich hoffe, dass wir etwas darauf finden, was uns endlich weiterbringt", sprach sie und seufzte ein wenig. "Wenn die das hier gelassen haben, denke ich nicht, dass sie das mitgenommen haben": Andererseits konnte sich die Frau nicht vorstellen, dass die Forensik so etwas übersehen würde. War Thomas vielleicht noch einmal hier gewesen und hatte sich darum gekümmert, dass noch mehr Beweise gefunden werden...? Sie schüttelte innerlich ein wenig den Kopf, wahrscheinlich hatte es jemand einfach nur eilig und übersah dieses Taschentuch.
      Alex ging nach oben, um das Revier zu benachrichtigen und zu klären, ob so etwas schon gefunden wurde, da seufzte Naira hörbar und schüttelte den Kopf. "Ich kann mich gerade so zusammenreißen..",murmelte sie und trat wieder an die Wand mit den Zeitungen, um sich zu überlegen, ob man sie wirklich abnehmen sollte. Sie sah kurz zu ihrem Partner.
      "Ich würde sagen, wir nehmen sie alle mit und untersuchen sie..? Oder denkst du, die Fotos davon sollten reichen?". Sie waren ein Team, deshalb würde die Dunkelhaarige nicht einfach über den Kopf des Rotschopf hinweg einfach entscheiden, ob sie es wirklich abnehmen sollte. Lieber hätte sie so etwas in der Hand, als Fotos, auf denen vielleicht etwas nicht scharf genug abgelichtet ist.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Wäre natürlich irrsinnig komisch, wenn die Spurensicherung für sie alles noch einmal an den selben Ort gelegt hätte. Jedes kleine bisschen an Beweisen, dass sie nun gemeinsam fanden, bedeutete entweder eine schlechte Arbeit aus der Seite der Spurensicherung, oder eben dass ihr lieber Thomas noch einmal hier war, um alles durcheinander zu bringen und wieder seine Spielchen mit den Detectives zu treiben. Nachdenklich legte Victor die Stirn in Falten und betrachtete einen der Fälle, in denen es um eine lang vermisste Frau ging, die man letztendlich für tot erklären musste. Irgendwann musste man alles für tot erklären. So ging es schneller und die Leute kamen schneller über den Hass und die Trauer hinweg.
      Victor seufzte leise und fuhr sich erschöpft durch den Bart. Seine Hände waren wieder warm, er konnte mit Alex also weiter und noch einmal versuchen die kalte Erde aufzubrechen, um an das mögliche etwas zu kommen, was Naira als Kind beobachten konnte. Er sah zu ihr und in ihr liebliches Gesicht, dass so angestrengt und entnervt aussah. Er hatte sie bei ihrem ersten Treffen für schwach gehalten, weil sie eine Frau war. Manchmal glaubte Victor aber, dass sie um einiges stärker war, als er. Sie hatte Biss...er dagegen war träge geworden.
      "Die Spurensicherung wird genug Fotos gemacht haben, so dass wir digital das ganze durchlesen können.", erwiderte er schließlich auf ihre Frage hin und ließ den Blick noch einmal über die mit Zeitungsausschnitten gefüllten Wände gleichten.
      "Aber wir sollten sie trotzdem mitnehmen...Alles Grobe packen wir in den Wagen. Ich will wissen, ob sich noch einmal etwas ändern wird, wenn wir ihm zeigen, dass wir seine Anwesenheit spüren.", schlug der rothaarige vor und sah wieder auf, als Alex langsam wieder die steile Treppe herunter kam.
      "Die Spurensicherung hat kein Taschentuch aus einer Jacke in ihrer Datenbank und sie haben das Haus auf den Kopf gestellt. So die Worte von Tom...Also...", Alex schnaufte und landete mit den schweren Schuhen auf dem Holzboden, der knarzend nachgab unter seinem Gewicht, "Wir nehmen es mit und ich lass die Jungs und Mädels drüber schauen...Vielleicht finden wir ja etwas. Aber ein paar Tage müsst ihr ihnen schon geben."
      "Hast du ihnen gesagt, dass das schneller gehen soll?", fragte Victor unzufrieden, über die Verzögerung.
      "Natürlich...Aber die paar Tage brauchen sie eben, bis alle Tests durch sind. Eile mit Weile, Victor..."
      der rotschopf schnaubte unzufrieden und richtete sich noch einmal die Jacke, bevor er in Richtung der Treppe ging: "Dann sollten wir noch kontrollieren was sich unter der Erde versteckt da draußen und...Naira. Du sammelst am besten die Artikel ein. Dann kannst du ja hoch kommen."
    • Naira O'Connor

      Als Victor der Meinung war, die digitalen Kopien der Zeitungsausschnitte würden reichen wollte sie schon protestieren und reinwerfen, dass sie viel lieber etwas in der Hand hielt, anstatt ständig nur auf das Tablet oder den Computer zu schauen und sich die Augen damit noch weiter kaputt zu machen, aber Victors Idee war keine so schlechte und davon profitierte auch Naira selbst, auch wenn ihre Idee dahinter eine ganz andere wäre. Ihr Blick glitt für einen Moment von der Wand zu ihrem Partner, um ihm zuzunicken. "Würde mich auch interessieren..",stimmte die Dunkelhaarige kurz zu, als sie jedoch aus dem Augenwinkel den Blonden Herren die Treppe runter laufen sah, nahm sie den Blick wieder auf die Zeitungsausschnitte vor sich. Das war sicherlich eine Menge Arbeit gewesen, sie abzuhängen, aber da die Jungs sie scheinbar damit alleine ließen, würde sie wenigstens ihre Ruhe von Alex haben..
      "Viel Spaß beim erfrieren", sprach die Frau zur Verabschiedung und hob die Hand, um den Jungs zuzuwinken, während ihr Blick weiterhin auf die Zeitungswand gerichtet war. Innerlich verdrehte sie die Augen über die Zankereien der beiden Männer, aber sie waren erwachsen und die Frau musste sie ganz sicher nicht babysitten. Wenn sie sich stritten, dann sollten sie es aber auch weit weg von Naira, am besten Draußen in der Kälte, in der sie den ganzen Wald für sich hatten. Kaum waren die Jungs fort fing die Frau an, die Zeitungsausschnitte nach und nach abzuhängen. Es waren hunderte Sicherheitsnadeln, die sie abmachen musste, aber nach und nach kam etwas zusammen. Der Stapel wurde langsam größer, während es draußen dunkler wurde, irgendwann war sie auch fertig und nahm ihren Hund und den Stapel mit nach oben, um zu sehen was die Jungs bisher geschafft haben. Vielleicht würde sie auch nur auf zwei Leichen treffen..? Wenn sie sich nicht eingekriegt haben.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Trotz der Zankereien zwischen Victor und Alex schafften es die zwei Herren sich zusammen zu raffen und den bereits befreiten Boden in Angriff zu nehmen. Doch es wurde nicht einfach. Schnell merkten beide, dass egal wie trainiert sie beide gewesen wären, keiner von ihnen kam mit den Ersatzschaufeln wirklich tief und so mussten sie sich etwas überlegen, während Naira in Ruhe, die Artikel abhängen konnte.
      Victor fuhr sich mit dem Handrücken über die nasse Stirn und schnaufte erst einmal tief durch. Dieser Sport machte ihm wirklich zu schaffen, das wollte er aber nicht zu geben und stellte sich gerade hin.
      "Tief kommen wir nicht."
      "Nein...und wenn Nairas Vermutung stimmt und jemand hier einen schwarzen Sack versteckt hatte, groß genug für eine erwachsene Person...Dann müssen wir tiefer kommen als nur ein Meter."
      "Was meinst du wie viel?"
      "Na...Ungefähr 6!...oder so...je nachdem, aber wenn all die Zeit sich nie jemand gemeldet hat, weil er stank oder wegen Wildtieren...Dann wird das Loch tief genug sein, um eine Leiche auch zu erhalten."
      "Ach scheiße...", Victor knurrte und rammte die Schaufel tief in die Erde neben sich. Doch die hielt nicht lange und fiel sofort wieder um. Der Boden war zu kalt. Sie mussten wohl oder übel einen Bagger holen oder ein paar freiwillige Anfänger, die den Boden in ein paar Stunden aufbekommen konnten. Das Bellen eines Hundes ließ Victor aufsehen und Naira und Spike wahrnehmen, die sich langsam um die Ecke fort bewegten, um sich zu ihnen zu gesellen. Er schmunzelte kurz bei dem Anblick. Er freute sich, wenn er sie sehen konnte, da konnte er nichts gegen das instinktive Lächeln tun. Derweil war Alex ein wenig abseits und telefonierte wieder. Zu ihrem aller Glück hatte er ein Funkhandy dabei. Falls sie hier keinen Empfang hatten, hätten sie Alex immer noch gehabt.
      "Und?...Hast es geschafft im Gegensatz zu uns?", fragte Victor während sie noch gemeinsam auf Alex warten mussten, der sich mit Ramirez in Kontakt setze.
    • Naira O'Connor

      Im Gegensatz zu ihren Erwartungen waren die Jungs gar nicht so weit gekommen, wie sie es eigentlich vor hatten. Von Weitem sah Naira schon, dass Alex nicht bei Victor stand und dieser auch nichts tat, während das Loch fast unberührt schien. Spike lief sofort vor und rannte ein wenig herum, um sich die Beine zu vertreten, während sein Frauchen ein wenig länger für die Distanz brauchte. Sie sah ihrem Hund nach, bevor ihr Blick zu Victor glitt, der sie...anlächelte? War das etwa gerade wirklich ein Lächeln auf seinen Lippen gewesen?! Unwillkürlich musste sie selbst lächeln, ihr Herz fühlte sich plötzlich so warm an, weil es seine Arbeit beschleunigte. Aber lange konnte sie das Lächeln nicht aufrecht erhalten, Alex sollte nichts mitbekommen. Ihr war es fast schon egal, wer von ihrer Beziehung mit Victor wusste, aber es würde schwieriger werden, wenn es jemand wissen würde. Alex durfte gerne etwas ahnen, aber wissen sollte er noch nichts.
      Auf die Frage des Rothaarigen hob Naira den Stapel mit den Zeitungsausschnitten hoch und klemmte ihn wieder unter ihren Arm. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele es waren.. aber sicherlich zweihundert Stück..",entgegnete sie und schüttelte sanft den Kopf. Sie musterte neben ihrem Partner das kleine Loch vor sich und sah zu ihm hoch. "Ich habe mir schon gedacht, dass es fast unmöglich sein wird, bei den Bodentemperaturen..". Aber wie es schien, telefonierte Alex mit dem Revier, um Leute hier her zu bestellen. Es würde sicherlich keiner die Lust haben, hier herzukommen und zu graben.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor hatte versucht es zu unterbinden, aber was konnte man gegen ein glückliches Herz unternehmen? So eine Gefühlsduselei hatte er schon lange nicht mehr empfinden dürfen und nun...nun durfte er es nicht, weil es sonst einfach nur sehr schwierig werden würde für sie. Sie dürften nicht mehr gemeinsam arbeiten oder...überhaupt im selben Revier sein. Zumindest war das Revier in Brooklyn bei dem Punkt so streng gewesen. Wer wusste es schon, wie Ramirez es handhaben wollte. Die Frau hatte die beiden noch nicht angesprochen, auch wenn sie nicht direkt die vorsichtigsten waren. Naira zeigte ihm den Stapel an Artikel, die sie sich unter den Arm klemmte und er nickte zufrieden. Das dürfte sie beide, als auch Thomas beschäftigen. Sein Blick schweifte aus in die weiße Landschaft um sie herum. Es war totenstill hier draußen, wenn man von Alex' Gerede mal absah. Vorhin hatte man auch nichts anderes gehört, als ihre vergeblichen Versuche durch die Erde zu brechen.
      Nach gut 10 Minuten von denen Alex sogar recht still am Telefon verbrachte und Victor schon glaubte, dass er keine Truppe zusammen stellen konnte, kam er wieder. Er sah erst Victor an, dann Naira und lächelte ihr strahlend entgegen, wie er es sonst auch immer tat und das trotz der negativen Haltung von Naira. Sie schob ihn weg, aber er würde nicht aufgeben, nicht so einfach, das konnte sie sich abschminken.
      "Erleuchte uns, Blondschopf.", trat Victor ran und hauchte in seine kalten Hände dabei, die bereits blauer nicht hätten sein können von der ganzen Kälte.
      "Also, Ramirez wird uns 3 Leute herbringen lassen. Die bringen die nötigen Utensilien mit. Zu sechst sollten wir es dann schaffen, dass Loch aufzubekommen."
      Victor grummelte;" Zu sechst?"
      "Na ja, der Captain meinte wohl, dass wir noch anpacken sollen. Also wir Männer. Naira natürlich nicht mit ihrem Bein."
      Das waren nur semi gute Nachrichten. Doch Victor ließ sie einfach einmal so stehen wie sie gerade waren.
      "Alles klar...Naira hast du etwas raus finden können oder ist dir etwas aufgefallen noch da drin?", Alex wandte sich an sie, ebenfalls die Hände reibend, weil sie eiskalt waren.
    • Naira O'Connor

      Allein dieses Gefühl nebeneinander zu stehen erfreute die Dunkelhaarige, sie brauchten keine Worte und auch keine Taten, es reichte nebeneinander zu stehen, jedenfalls laut ihr. Sie hielt ihre Hände in der Jacke und drückte die Arme nah an den Körper, um in der Kälte nicht einzugehen. Alex hielt still, er hörte sich scheinbar an, was das Revier ihm entgegen brachte, in der Zeit konnte sich die Frau die Geräusche im Wald anhören. Vögel, das Rascheln der Blätter und einige Tiere, die sich aber weit entfernt von der Hütte aufhielten, es war fast schon beruhigend..
      Als Alex fertig war und zurück zu den beiden ging sank Nairas Laune wieder. Er grinste sie beinahe schon an, innerlich verdrehte die Frau die Augen und schüttelte den Kopf, äußerlich nickte sie ihm einfach nur zu. "Zu sechst?",fragte auch sie ein wenig verwirrt. Natürlich, sie hatte keine Probleme damit, mit anzupacken, aber wenn sie die Schaufel nur in die Hand nehmen würde, würde es vorbei mit der guten Laune von Victor sein. Sie konnte es sich bildlich vorstellen, wie wütend er werden würde und das auch wirklich zurecht. "Es werden drei Herren geschickt.. ihr seid zu zweit, für mich sind es fünf und nicht sechs Leute..", stellte sie letztendlich fest und zuckte mit den Schultern. "Lasst uns im Auto aufwärmen, es dauert bis die drei hier sind.. Und ich will nicht erfrieren..". Sie ließ den Jungs keine Zeit,, um etwas dagegen zu sagen, sondern pfiff nach ihrem Hund und setzte sich in Bewegung. Alex stellte ihr noch eine Frage, Naira seufzte wieder einmal innerlich. "Nope, ich hab nichts neues gefunden".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alex erledigte wohl gerne Telefongespräche, ob sie dann auch wirklich gut und effektiv gelöst wurden, konnte sich Victor kaum vorstellen. Er verzog nämlich das Gesicht bei dem neuesten Ergebnis davon und fuhr sich durch die kalten Haare. Die Finger schmerzten und er wollte sich hinlegen für einen Moment, denn er fühlte sich nicht unbedingt wach oder gar aktiv genug, um nun in einer Stunde oder zwei wieder ans Loch zu gehen und zu graben.
      Naira wandte ebenfalls ihren Unmut ein und bestätigte so gesehen Victors Gedanken. Sie waren nicht zu sechst, sondern lediglich 5 Männer, die das Loch graben mussten, denn solange Victor noch hier war, würde er sie nicht einmal in die Nähe einer Schaufel lassen und auch nicht in die Nähe des Gedankens. Alex zuckte bei ihrer Reaktion lediglich mit den Schultern, stimmte aber nach einer kurzen Denkpause an, wo er sie beim Laufen beobachtete. "Du hast schon recht. Das werden wir alles übernehmen. Nicht wahr, Victor?", der blonde sah zurück zu seinem Kollegen, der nur mit einem unzufriedenen Knurren den Kopf hinter dem Kragen seiner neuen Jacke versteckte. Mürrisch wanderte er mit den anderen beiden zurück zum Wagen, der wie zurück gelassen über den umgefallenen Baum starrte. Kein Weg an ihm vorbei...

      Sie stiegen gemeinsam ein und Victor ließ den Motor laufen und drehte die Heizung auf, damit sie sich wärmen konnten. Jetzt bekam auch Spike wenigstens den Auslauf den er brauchte. Seine Pfoten waren bestimmt mindestens so kalt, wie die Hände seiner Zweibeiner Freunde. Still verblieben sie im Wagen. Alex versuchte aber hin und wieder etwas von sich zu geben und eine Konversation anzufachen, aber Naira und Victor waren die falschen geworden dafür. Jeder aus seinen eigenen Gründen.
      Wie versprochen hörte man nach gut 70 Minuten einen zweiten Motor durch den Schnee hinter ihnen fahren. Sie waren wohl ihren Reifenspuren gefolgt. Sie hatten alle Glück dass es nicht anfing zu schneien.
      Victor hatte es geschafft in den letzten 10 Minuten sich zu entspannen und sah aus einem Auge durch den Rückspiegel nach hinten und wie der Wagen näher kam und direkt hinter ihnen stehen blieb. Ausgestiegen kamen 3 junge Polizisten. Einem davon konnte man ansehen, dass er so etwas noch nie gemacht hatte. Victor sah zu Naira: "Du redest?", fragte er knapp. Denn eigentlich war die die Leitung des Falls. Keiner von den beiden Männern.
    • Naira O'Connor

      Es dauerte eine Weile, bis die drei Gesellschaft bekamen, die Zeit nutzen die drei eher zum aufwärmen und ein wenig ruhen. Natürlich, Alex versuchte es bei Naira mehrmals, aber sie antwortete meistens nur kurz und knapp, genoss viel lieber die Wärme und die leise Musik, die aus dem Radio kam, welches sie selbst angemacht hatte. Es hätte der Frau gereicht, wenn sie einfach nur still neben sich gesessen hätten, aber scheinbar konnte es der Blonde nicht, das nervte sie schon ein wenig.
      Ihr Blick ging immer wieder unscheinbar zu ihrem Partner, der sich irgendwann doch entspannen konnte. Leider war genau dann ein weiterer Motor zu hören und auch Naira bemerkte, dass der zweite Wagen ankam. Es stiegen drei junge Gesichter aus, sie könnten vielleicht viel Energie haben, aber ob sie mit ihren mageren Körpern auch das schaffen würden? Victor sprach mit der Dunkelhaarigen und sie blickte aus ihren Gedanken heraus zu ihm hin. Knapp nickte sie, bevor sie die Tür öffnete und aus dem Wagen in die Kälte ausstieg. Kurz zitterte sie durch, aber dann lief sie auf die drei Herren zu und begrüßte sie mit einem Nicken. "Schön, dass ihr uns gefunden habt...",entgegnete sie und blickte zu den beiden Jungs, die zu ihr gehörten. "Ihr werdet den beiden helfen ein Loch zu graben.. Wir wissen nicht ganz, was sich unter der Erde befindet, aber ich wir haben einen Grund zu einer bestimmten Vermutung.. Macht ihr es schnell, sind wir alle schnell wieder zurück". Sie erblickte die drei, die allesamt nickten und sich umsahen. "Der Rothaarige wird euch alles zeigen..". Mit einem Kopfnicken in Victors Richtung deutete sie auf ihren Partner.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Kaum waren die jungen Polizisten angekommen, wurden sie von Naira eingewiesen. Sie leitete auch direkt weiter zu Victor, der mit einem mürrischen Gesicht, die drei ansah. Die Kälte ging ihm mehr gegen den Strich, als diese jungen Kerle, die ihnen helfen sollten. Doch einer von ihnen stellte sich schnell vor und verwies dann auf den Wagen und dass der Kofferraum voll war mit ein paar Hilfsutensilien.
      "Unter anderem auch Kaffee und Tee. Captain Ramirez meinte, dass Sie schon einige Stunden hier seid und eine Aufwärmung gebrauchen könntet."
      Victor nickte zufrieden und doch war es Alex der vor rannte und es wohl kaum erwarten konnte den drei Polizisten beim Auspacken zu helfen. Woher er die Energie nahm war Victor schleierhaft, aber wenigstens war es einer von ihnen und sie mussten sich nicht alle drei so aufführen. Einer reichte für sie alle aus. Alex packte zwei weiße Plastiktische und zwei Kisten unter die Arme und schleppte sie um den Baum herum. Victor sah den anderen dreien zu und seufzte, als einer von ihnen fragte wo sie das alles hin bringen sollten. Es waren neben guten Schaufeln auch eine Maschine dabei, die einem Bohrer stark ähnelte...Auch eine Art den Boden aufzubrechen.
      "Auf die Schnelle kein Bagger?"
      "Ehm...", der junge Kollege wusste nicht, wie er auf Victors rhetorische Frage antworten sollte und warf Naira einen Hilfesuchenden Blick zu, doch auch sie war wohl so wortkarg eingestellt wie ihr Partner. Nur Alex, der es um den Baum geschafft hatte, rief: "Folgt mir! Ich bring euch hin!"
      Victor zog die Schultern an, beugte sich noch einmal ins Auto und holte die Schlüssel heraus, beziehungsweise wollte es tun, bevor ihm ein Gedanke kam und er sich wieder an Naira drehte: "Willst du hier bleiben? Wir können dir von einem der Hasen eine Tasse Kaffee bringen lassen. Hier ist es wärmer. Du kannst solange ja mal gucken, ob du etwas entdeckst...oder...Ich fahre dich ins Revier zurück und komme dann später wieder her.", er wollte ihr lediglich helfen, merkte aber schnell, dass er wie Alex gerne ein wenig Extra arbeitete, um sich ihre Gunst zu bekommen.
    • Naira O’Connor

      Sie wollte schon fast schmunzeln, als Victor wieder einmal eine seiner typischen Bemerkungen machte, aber das würde Unprofessionalität zeigen, deshalb blieb ihre Miene weiterhin neutral und sie zuckte mit den Schultern. Innerlich schmunzelte sie dann aber schon, so langsam fand sie gefallen an Victors Humor, vermutlich eine der Sachen, die Alex so gar nicht gefiel, aber das war Naira ziemlich egal, was ihm gefiel und nicht gefiel.
      Der Blonde nahm die Führung an sich, auch wenn Naira sie ihrem Partner gegeben hatte. Sie tat es aus Absicht, um Alex noch mehr Desinteresse an seiner Person zu zeigen. Währenddessen lehnte sich die Dunkelhaarige an den kalten Wagen und wartete, bis auch Victor fertig war und sie den Männern folgen könnten. Seine Worte ließen ihr Herz fast schon schmelzen, manchmal konnte der Rothaarige sehr fürsorglich sein und das im guten Sinne. Bei ihm fand sie es noch in Ordnung, bei Alex war es definitiv zu viel, er schleimte sich dabei noch ein... Victor brauchte das gar nicht. „Du willst dich doch nur von dem Graben abhalten“, kommentierte Naira mit einem breiten Schmunzeln und schüttelte den Kopf. Aus dem Schmunzeln wurde ein sanftes Lächeln, die Gefühle konnte sie dann doch nicht vollständig zurück halten,wie der ursprüngliche Plan gewesen war. „Ich würde verrückt werden wenn ich jetzt einfach nichts tun würde.. also kann ich euch Jungs ein wenig bei der Arbeit zusehen“. Sie zwinkerte ihrem Partner zu und stellte sich wieder hin, die Hänse glitten automatisch in ihre Taschen. „Aber du kannst mir die Schlüssel geben und ich geh zum Auto wenn’s mir zu kalt wird, okay?“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alex führte die drei Neulinge rüber zu der Stelle unter dem Baum, kaum ein paar Schritte entfernt von der Hütte. Ihre Augen glitten sofort umher und sie wirkten nervös, suchten fast schon nach einer Bestätigung dafür, dass es hier nichts Schlimmes zu erwarten gab. Alex grinste ihnen entgegen und stellte schnaufend die Tische auf und die zwei Kisten, um daraus die große Thermoskanne zu holen und aufzustellen. Becher hatten sie auch mitgebracht, das machte den Blonden glücklich. "Macht euch keine Gedanken. Wisst ihr warum ihr hier seid?"
      "Na ja...um ein Loch zu graben hieß es."
      "Wow, man hat euch ja super eingeweiht...", aufgrund von Alex lockerer Art mit den Kollegen umzuspringen sah man ihnen eine gewisse Erleichterung an. Sie konnten sich einfacher auf ihn verlassen oder mit ihm reden, als mit den anderen beiden, die noch etwas nachhingen.
      Alex weihte sie kurz und knapp ein, meinte damit auch sie vorzuwarnen, dass sie vor allem mit dem Boden aufbrechen vorsichtig sein sollte. Ihr einziges Glück könnte sein, dass wenn sie etwas ansatzweise lebendiges da drin fanden, es eingefroren war durch die Temperaturen, aber das konnte er auch nicht versprechen.

      Victor packte den Schlüssel ein und ließ die Tür des Wagens ins Schloss fallen. Möglich, dass er gerade extra ein wenig länger gebraucht hatte, damit die anderen außer Sichtweite kamen. Möglich, dass er seit er seine Gefühle gestanden hatte, eine rosarote Brille trug, aber er sah Naira und ihre Worte und Handlungen mit anderen Augen und reagierte anders auf sie. Ihr Lächeln erwiderte er ansatzweise bevor er mit einem leisen Huster und der Hand vor dem Mund zurück sah, um sicher zu stellen, dass sie keiner sah. Eigentlich hatte er das Verlangen danach sie zu küssen und sein Blick sagte das aus, als er sich wieder zu ihr drehte...Doch er ließ es sein. Drückte ihr nur die Schlüssel in die Hand: "Ich kann von ausgehen, dass du nicht mehr mit dem Beim Autofahren wirst oder?", dabei verwies er natürlich auf ihre letzten zwei Versuche alleine mit einem Auto zu fahren.
    • Naira O’Connor

      Die Frau entdeckte ganz andere Züge an ihrem Freund, seit er ihr seine Gefühle offenbart hatte. Er war fürsorglicher und vor allem deutlich entspannter, als er es vorher war und dazu noch seine Blicke.. Naira hoffte wirklich, dass Alex es nicht mitbekam und hier nicht gleich auch noch einen Aufstand startete, sie war lieber unter sich mit ihrem Partner. Das Lächeln blieb auf ihren Lippen, nachdem Victor sich geräuspert hatte, aber das Lächeln hatte sie gesehen, wenn auch nur kurz, weil sich der Mann zu den anderen umdrehte. Sie waren nicht sichtbar.. ganz sicher.
      Die Dunkelhaarige musste sich leicht auf die Lippe beißen, als er sich zurück drehte und sie so ansah. Am liebsten wäre sie ihm um den Hals gefallen, aber das war nicht der richtige Ort für so etwas.. Sie nahm einfach die Schlüssel an und fuhr mit ihren Fingern sanft über seine Haut. „Du magst doch, wenn ich böse bin.. “,grinste sie, aber lange konnte sie es nicht halten, was wenn Alex es doch sehen würde..? „Keine Angst, ich habe dir doch versprochen, ich mache keine Dummheiten mehr“. Um es deutlich zu machen hob die Frau zwei Finger in die Höhe. „Pfadfinder Ehrenwort“. Sie musterte ihren Partner einen Moment und wollte sich abwenden, aber ihr fiel noch was ein.
      „Übrigens.. damit dir nicht die fing abfallen“. Aus ihrer großen Jackentasche holte sie ein paar Handschuhe heraus und hielt sie dem Rothaarigen hin. „Ich brauche deine Hände noch.. und der blonde kann selbst gucken, wie er klar kommt“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie würden es schwieriger haben denn je ihre Gefühle unter Dach und Fach zu halten, solange sie arbeiteten. Victor verstand schon, warum man solche Beziehungen nicht zu ließ. Er war damals ja auch kein Freund davon, aber es war ja immer anders, wenn es einen selbst betraf.
      Belustigt schnaubte Victor auf, als man die Schlüssel aus seiner Hand nahm: "Ja, tu ich. Aber ohne Schläge zu kassieren. Weder von dir noch von Ramirez, weil du irgendwann Meterweise Erde auf deiner Leiche deswegen liegen haben wirst."
      Seine Prophezeiung klang schroff, aber er meinte es ernst. Als sie ihm dann das Pfadfinder Ehrenwort gab, nickte er einverstanden. Er wollte sich auf sie verlassen und nicht zu sehr, wie das Huhn mit dem rohen Ei sein. Sie war erwachsen und konnte schon ihre Worte einhalten, wenn nicht würde es eben Konsequenzen geben, so wie es sich nun einmal gehörte.
      Tief atmete Victor durch, sich darauf gefasst machend, dass er ebenfalls graben musste. Doch zuvor bekam er noch von Naira Handschuhe an die Brust gedrückt und er sah sie fragend an: "Du...brauchst meine Hände noch?", unweigerlich stahl sie ihm ein Grinsen, denn er konnte nicht anders, als an dem Moment an ihre innigen Stunden gemeinsam zu denken. Kurz darauf schüttelte er aber den Kopf und wollte den Gedanken nicht weiter ausweiten und zog sich die Handschuhe über, um rüber zu gehen. Diesmal ließ er sich Zeit und lief den Weg um den Baum herum, um so mit Naira anzukommen.

      Von weitem hörte man tüchtiges Maschinenarbeiten. Was sich ihnen dann bot war aufgebrochene kalte Erde an der Stelle, wo sie vorhin noch versucht hatten durch zu kommen. "So lässt es sich doch arbeiten...", meinte Victor und sah den zweien zu, die an dem Loch weiter gruben und die Erde weiter hinten aufhäuften im Schnee. Alex stand derweil mit einer heißen und dampfenden Tasse Kaffee daneben.
      Als er die beiden aus dem Augenwinkel sah, bot er ihnen sofort welchen an. "Wir werden abwechselnd graben, damit uns die Hände nicht abfrieren. Wer weiß, wie tief wir müssen oder gar...wie oft wir graben müssen.", erklärte er den beiden. Victor nickte nur und ließ sich von Alex eine Tasse Kaffee einschenken.
    • Naira O’Connor

      Ein Gefühl des Triumphes machte sich in ihrer Brust breit, als sie Victor tatsächlich zum Grinsen brachte. Es war ihr Ziel gewesen, ihn wenigstens richtig Lächeln zu sehen und nun grinste er sogar für einen Moment. Das war wirklich schön, ihre Laune steigerte sich augenblicklich,obwohl die Kälte um sie herum immer noch nicht wirklich erträglich war.
      Naira machte sich mit ihrem Partner auf und sie liefen in ihrem Tempo um den Baumstamm herum, um langsam auf die Truppe der Jungs zu kommen. Spike hatte sich in verschiedenen Ecken getrieben und folgte seinem Frauchen letztendlich, als dieses sich fort bewegte. Der Hund war schlau, er wusste wie viel er durfte und wie viel nicht, was auch die harte Arbeit mit ihm bewirkt hatte. Jahrelanges Training..
      Die Frau lehnte sich an die Hauswand der Hütte an,als sie bei den Jungs ankamen und schüttelte zunächst den Kopf auf Alex Angebot ihr Kaffee einzuschenken. Sie brauchte es noch nicht, noch war ihr Körper standhaft, kalte Temperaturen gehörten schließlich zu ihrem Leben schon seit immer dazu, aber irgendwann würde die Standhaftigkeit nachlassen und sie würde sich Kaffee einschenken.. Da das Gewehr ein wenig störte zog Naira es aus und lehnte es neben sich an die Hauswand, immer noch griffbereit, falls was passieren sollte. Sie war bereit alles zu vertreiben, was sich der Gruppe zu sehr nähern würde, dabei waren Bären das kleinste Übel. Viel lieber würde sie auf etwas menschliches Treffen, Thomas zum Beispiel.. sie schüttelte leicht den Kopf bei dem Gedanken.
      „Ich hoffe, dass wir nicht bis mitten in der Nacht hier bleiben müssen“, kommentierte sie irgendwann und sah sich die beiden Herren mit den Tassen an. Dann würde die Kälte unerträglich sein.. andererseits, was würden sie morgen hier finden, wenn sie heute Abend einfach fahren würden..?
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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