[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

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    • Victor war wohl nicht gerade der beste darin seine Gefühle zu verbergen. Erst recht nicht, wenn es um eine Frau ging. Konnte er nie, würde er auch nicht. Wenn er jemanden nicht leiden konnte, dann zeigte er das auch direkt. Da musste man entweder damit lernen umzugehen oder ihm aus dem Weg gehen. Dummerweise war Naira eine sehr sture Frau. Sie ließ es nicht so einfach auf sich sitzen, auch wenn sie es wohl lange Zeit abgeschoben hatte. Lang genug, dass es zumindest den Rotschopf aufregen konnte.
      Die kalte Luft draußen kühlte jedoch sein Gemüt für den Zeitraum, indem er wieder an seine Arbeit denken wollte und alles was irgendwie mit einer möglichen Beziehung zu tun hatte, bei Seite schieben konnte. Das war aber auch nur er. Für Naira stand die Arbeit noch nicht an, auch wenn er sich sicher sein konnte, dass sie mindestens genau so viel darüber nachdenken wird wie er, wenn sie zu Hause waren. Nur jetzt nicht. Sie trat an ihn heran und sprach die meist gehasstesten Worte aus, die es auf der Welt geben konnte. Wir müssen reden...
      Instinktiv verzog Victor sein Gesicht und spannte sich unwillkürlich an. Eine Reaktion, die er nicht verbergen konnte und ausleben musste. "Aha...", kam es trocken von ihm erst zurück, noch bevor sie darauf zu sprechen kam, dass sie wissen wollte was genau mit ihm los war und was sie getan hat.
      Victor fluchte innerlich und wandte den Blick von ihr ab, um nicht ratlos zu schauen. Entweder war es ihr so egal, was sie miteinander hatten oder sie erinnerte sich auch nicht...Wobei letzteres nicht sehr möglich erschien. Sie hatte kaum was getrunken, nicht mit ihren Medikamenten.
      Victor räusperte sich und war kurz davor zu sagen, dass es nicht sei, doch wie lange konnte er so weitermachen ohne den Fall zu gefährden oder gar die Beziehung zu Naira.
      "Du schiebst es so leichtfertig von dir...das zwischen uns...", gab er schließlich von sich. Dadurch, dass er nicht direkt laut aussprechen wollte, was ihn wirklich betrübte, war seine Stimme tiefer und rauer und damit auch ein wenig unverständlich. Als wäre er nicht sicher mit seinen Worten sah er zu Boden. Er hätte ihr mehr erzählen können, sogar sollen, doch er verblieb nur bei den wenigen Worten. Vielleicht kam sie drauf, vielleicht auch nicht.
    • Naira O'Connor

      Sie hatte schon eine Reaktion wie diese erwartet, Männer sprachen meistens nur ungerne über Beziehungen und über Gefühle, aber es war deutlich besser als einfach nichts zu tun. Naira wollte nur ungern das alles auf Spiel setzen, es ging ab morgen nämlich nur noch um den Fall und die Arbeit, bis dahin wollte sie so einiges klären.
      Ein wenig verwundert war sie schon, als Victor endlich aussprach, was ihn so sehr störte. Ihre letzte Nacht war so lange her, eigentlich dachte sie, er hätte sich damit abgefunden. "Victor..",murmelte sie und sah zu ihm. Sie runzelte die Stirn, weil so ganz konnte sie es nicht nachvollziehen. Warum kam es jetzt wieder auf diese Sache zurück? Vielleicht kratzte es ja sein Ego..
      "Das ist doch schon etwas her..", entgegnete sie. Die Dunkelhaarige versuchte es, sich die Worte im Kopf zu suchen, die richtigen zu finden. Es war verdammt nicht einfach über so etwas zu reden, vor allem wusste sie nicht, wie sanft sie mit Victor umgehen musste. "Wir haben doch schon damals beschlossen, dass wir zwei erwachsene Menschen sind, die sich für nichts schämen müssen.. Sag mir also bitte, was dein Problem ist.. Stört es etwa dein Ego? Soll ich nach mehr fragen? oder soll ich dich jetzt anhimmeln, weil wir Sex miteinander hatten?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Diese Reaktion hatte Victor nicht erwartet. Er sah sogar ein wenig dumm aus der Wäsche, als Naira erst sanft zu ihm war und dann meinte es sei so lange her. Sein Blick ging zu ihr und er runzelte die Stirn.
      "So lange ist das nun auch nicht her...", grummelte er, wie ein kleines Kind, dem man vorwarf das alles viel zu drastisch zu sehen und nur aus eingebildetem Anlass so ein Theater zu machen. Sofort sah er auch wieder runter und senkte den Blick auf den Boden. Es war kein angenehmes Thema und darüber wollte er nicht reden, aber es musste sein und das wusste er wohl genau so sehr wie Naira. Die Gefühle würden ihnen im Weg stehen, wenn sie arbeiten mussten und damit fiel er in dieselbe Kategorie Mann, wie Alex...Abserviert wegen der Arbeit, unfähig ihr Partner zu sein, weil er Gefühle für sie hegte. So ein Blödsinn. Victor zischte leise, als sie was von Anhimmeln für den Sex meinte und sprach davon, dass sie mehr fordern sollte. Alles Fragen, die er nicht unbedingt verneinen wollte. Es wäre ja eigentlich ganz schön wieder regelmäßig...Victor schüttelte kräftig den Kopf.
      "So ist das nicht gemeint.", erwiderte er und leckte sich kurz über die Lippen, bevor er den Kopf nach hinten warf und tief durchatmete, um sich sammeln zu können, bevor er mehr von sich und seinem Inneren preisgab.
      "Es gefällt mir nur nicht, wie du es handhabst.", Victo war sich dessen bewusst, dass er damit jegliche Schuld versuchte von sich zu weisen, "Einmal ist keinmal, das versteh sogar ich. Nur zweimal...", Victor schüttelte abermals den Kopf und sah wieder zu Boden, dabei schmollte er sogar ein wenig. Die richtigen Worte fand er nicht und gefühlvoll konnte er das auch nicht wirklich rüberbringen.
      "Keine Ahnung...Bist du mit Alex genau so umgegangen? Hälst ihn wahrscheinlich ja auch an der kurzen Leine. Falls mal wieder die Hormone verrückt spielen, mh?"
      Freundlich waren seine Worte nicht, doch als er sie aussprach, bereute er es sofort.
    • Naira O'Connor

      Sie verstand es erst, als Victor es aussprach und da wurde ihr so einiges klar. Victor war scheinbar viel zu betrunken, um sich daran zu erinnern, was gestern war, aber er dachte, dass zwischen ihnen wieder etwas passiert sei. Naira schüttelte den Kopf und musste breit grinsen, sie war schon kurz davor zu lachen, doch so schnell die gute Laune gekommen war, so schnell verschwand sie auch wieder. Victor musste schon wieder mit dem selben Thema anfangen.. "Wir hatten gestern nichts miteinander..",sagte sie deutlich und sah wieder zu ihrem Partner. "Du warst ein ziemliches Arschloch, als du betrunken warst.. Ich musste dich schlagen, damit du wieder zur Besinnung kamst..",sagte sie kopfschüttelnd und streng und sah zu ihrem Hund, der im Schnee weiter tobte. Sie kochte ein wenig innerlich, natürlich vor Wut. Eigentlich hatte Naira gehofft, dass Victor solche Bemerkungen nur machen würde, wenn er betrunken war. "Du wolltest über mich herfallen und ich habe dich schlafen gelegt.. Mehr war da auch nicht, aber ich habe keine Ahnung, was du für ein Problem mit Alex hast.. Es sollte dir scheiß egal sein, was ich mit ihm hatte und wie ich mit ihm umgegangen bin.. Auch meine scheiß Hormone sollten dir egal sein..Also komm auf dein Leben klar...".
      Naira erhob sich und pfiff nach ihrem Hund, der sofort zu ihr her kam. "Du bist echt ein Arschloch..",war das letzte, was sie sagte, bevor sie mit ihrem Hund los zog und mit langsamen Schritt den Weg nach Hause nahm.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Grantig und verletzt sah er zu ihr, als sie grinste. Hielt sie das für witzig, wenn er nicht ganz darauf klar kam, wie sie ihre Beziehung handhabte? Doch das verflog schnell und er erkannte warum sie lachte. Das hätte er wahrscheinlich sogar selbst gemacht, wenn er an ihrer Stelle wäre. Das verletzte ihn aber nur und die Schamesröte stieg ihm ins Gesicht. Er war so betrunken gewesen, dass er nicht einmal mitbekommen hatte, dass sie gar keinen Sex hatten. Peinlich, wenn man von sowas ausging und eigentlich hätte das Thema damit gegessen sein können, doch Victor setzte das Thema Alex drauf und das gefiel Naira überhaupt nicht. Sie wurde wütend, wenn sie es denn nicht bereits vorher war.
      Dadurch dass sie ihm überhaupt erzählte, dass er über sie her gefallen war, schien es ihm ganz logisch vor den Kopf zu stoßen, wie dumm er sich verhalten hatte und auch jetzt nicht gerade den besten Menschen von sich gab. Dass sie ihn auch geschlagen hat, war ihm zwar entgangen an dem Abend, aber das machte ihn auch nicht wütend. Er wusste, wie unglaublich nervig und aufdringlich er sein konnte. Da war es nur richtig, wenn sich Naira wehrte.
      Kurz darauf pfiff sie ihrem Hund zu und machte sich auf fort zugehen. Erst verstand Victor nicht was sie als nächstes vor hatte, doch dann bemerkte er, dass sie nicht vor hatte stehen zu bleiben, sondern mit einer Beleidigung abziehen wollte. Natürlich folgte Spike ihr auf Schritt und Tritt und sah noch nicht einmal zurück zu Victor. Dieser ließ sich erst einmal zurück gelassen.
      "Ja, verzieh dich jetzt. Großartig.", er warf die Hände in die Luft und sah ihr wütend nach, "Du kannst ja nichts anderes. Ist das dein Ding? Benutzen und dann Gehen?", er fühlte sich missverstanden in diesem Moment, aber gleichzeitig verstand er sich selbst nicht einmal.
      Ihm war nicht egal wie sie über ihn dachte, wie Alex über sie dachte...
      "Geh doch zu deinem Scheiß Alex!", doch sich halten konnte Victor auch nicht mehr in der Wut, "Scheiß Schlampe..."
      Victor war weniger wütend über sie und wie sie fortstapfen wollte, mehr über sich und dass er nicht wusste, wie er mit ihr umgehen sollte.
    • Naira O‘Connor

      Sie war nicht weit mit ihrem Bein gekommen, als sie stehen blieb, durch den Schnee war das Gehen auch sichtlich erschwert für das krüppelige Bein. Ihr Herz fing an zu rasen, als sie Victors Worte deutlich hörte und Wut stieg wieder in ihr. Victor hatte sie bisher nur grausig behandelt und nun stieß er nur noch Beleidigungen hinterher.
      „Mein Ding ist es, mich nicht von einem Mistkerl wie dir fertig zu machen!“,rief Naira laut und drehte sich um, um auf ihren Partner noch einmal zuzulaufen. „Sag mal, merkst du gar nichts mehr?!“. Sie wollte sich eigentlich nur die Schlüssel schnappen, mit dem Auto würde er jetzt definitiv nicht mehr fahren und Zutritt zu ihrer Wohnung würde ihm auch verwert bleiben. Aber mit seinen nächsten Worten rechnete Naira ganz bestimmt nicht, doch noch weniger rechnete sie mit ihrer Reaktion auf die Worte. Die Dunkelhaarige hatte die Hand zu einer Faust geballt und zugeschlagen. Zugegeben, es war nicht die feine englische Art, aber es brachte vielleicht Victor wieder auf den Boden der Tatsachen. „Schlüssel!“,rief sie laut und hielt ihre Hand offen, um diese zu kriegen. Ihre Wangen hatten sich rot vor Wut gefärbt und ihr Herz raste, während sich Tränen in ihren Augen gesammelt haben. Noch nie hatte sie Hand gegen irgendjemanden erhoben, aber der Rotschopf hatte nichts anderes verdient.
      Kaum hatte sie die Schlüssel in der Hand gehabt schon verschwand die Dunkelhaarige in einem schnelleren Tempo mit ihrem Hund. Sie wollte nur noch nach Hause und von Victor ganz sicher nie wieder etwas hören.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er hatte übertrieben und es hätte auf keine Art und Weise passieren müssen oder sollen. Der Schlag direkt auf die Nase hatte gut gesessen. Naira war nicht schwach auf der Brust, erst recht nicht wenn man sie wütend machte oder in die Ecke drängte. Victor wich sofort zurück, als ihm der Schmerz direkt ins Gehirn schoss. Das war genug für heute, dabei dachte er man könnte es lösen, einfach mit einander reden...Er...Er konnte nicht reden.
      Leise stöhnend und sich noch die Nase haltend griff er in die Jackentasche und drückte ihr die Schlüssel in die Hand. War wohl sein Glück, dass sie ihm nicht Spike auf den Hals gehetzt hatte.
      "Fuck...", Victor nahm die Hand vom Gesicht und erkannte das Blut daran. Es war ein Schlag gewesen, der ihm die Nase zwar nicht gebrochen hatte, aber gut angeknackst, dass ihm nun das Blut herauslief. Wütend sah er ihr nach und drehte selbst in eine andere Richtung ab. "Ja...mach doch was du willst...was andere denken ist ja auch egal...Ich hatte von anfang an Recht...Eine Frau als Partner ist schlecht.", grummelte er vor sich hin und kontrollierte noch einmal, ob der Schmerz in der Nase denn wirklich nur von einer Verstauchung kommen konnte.

      Das war absolut alles andere als gut gelaufen und der einzige, der sich an diesem Theater erfreut hatte, war ihr Thomas. Der Mann, der unentwegt und leise ihren Fußstapfen folgen konnte ohne aus dem Schatten zu treten. Er schmunzelte und ließ es sich nicht nehmen für später eine SMS vorzubereiten, die er seiner lieben Naira O'Connor zu senden würde. Er hatte ja recht gehabt. Victor war keiner mit dem man eine Beziehung führte. Er konnte übertreiben und war selbst nicht erwachsen genug, um mit den Gefühlen umzugehen, die sich in ihm aufstauten.

      Victor trottete bei dem Wetter zu sich nach Hause. Noch einmal umkehren und sich für seine Worte entschuldigen, die er vielleicht nur im Eifer des Gefechts so meinte, konnte er nicht. Naira war wütend und das war es für heute. Sie mussten wohl damit leben. Das meinte er zumindest vorerst. Victor schmiss seine Haustüre zu und kickte die Schuhe von den Füßen durch den halben Flur, bevor er sich seiner Jacke entledigte und sofort bemerkte, dass das Haus kalt war. Er war schon so lange nicht mehr hier gewesen wegen ihr...
      Flüche kamen über seine Lippen und Beleidigungen. Halb über sich, halb über die Situation. Sein erster Weg führte ihn ins Bad, wo er noch einmal nach seiner Nase sehen konnte.
    • Naira O’Connor

      Sie war nicht weit gekommen, als sie sich an eine der Hauswände lehnte und tief durchatmete. Er war ihr nicht nachgelaufen, ein Glück für ihn, denn sie hätte gerne noch ein zweites Mal zugeschlagen für die Worte, die er gewählt hatte, doch andererseits hätte sich zumindest ihr Herz gewünscht, dass er ihr nachlaufen würde. Natürlich wusste Naira irgendwo tief in sich, dass es alles nicht ernst gemeint sein konnte und das auch der Schlag viel zu übertrieben war, aber sie war noch nicht bereit, dies einzusehen.
      Als sie sich sicher sein konnte, dass Victor verschwunden war nahm sie den Weg zum Revier zurück, um in das Auto zu steigen. Ihr Hund hatte sich die ganze Zeit nicht von ihrer Seite bewegt und war ein wenig skeptisch, als die Dunkelhaarige den Wagen startete, aber sie würde zu Fuß ganz sicher nicht nach Hause kommen. Tief atmete Naira mehrmals durch und startete den Wagen, um ihn langsam von dem Parkplatz zu rollen und heim zu fahren. Das Autofahren hatte sie nicht verlernt, aber unschöne Erinnerungen machten sich breit, während sie das Steuer immer fester umklammerte.
      Sie kam heile und sicher auf dem Parkplatz vor ihrer Wohnung an, aber es fühlte sich nicht gut an. Naira selbst fühlte sich so leer, als hätte man ihr die Seele aus dem Körper entrissen. Sie nahm den Weg zu ihrer Wohnung, schloss hinter sich die Tür ab und marschierte in das Schlafzimmer, um sich anschließend wie ein steifes Brett auf das Bett zu werfen. So langsam verwandelte sich die Wut in Trauer und Verzweiflung, während von Schuldgefühlen nichts zu spüren war. „Warum..?“,fragte sie sich laut, als ihr Hund sich zu ihr aufs Bett legte. „Ich weiß, du kannst es mir auch nicht beantworten..“.
      Das Handy vibrierte und eine kleine Hoffnung machte sich in ihr breit, die erhoffte sich eine Nachricht von Victor. Die Enttäuschung kam aber genauso schnell, als es jemand anderes war..

      ‚Ich hab’s dir doch gesagt.. hättest du einfach auf mich gehört, wäre alles gut gegangen.. aber sauberer Schlag! Vielleicht brachte ihn das endlich zur Besinnung..T‘‘[\i]

      Naira hatte kaum noch Kraft, sich dagegen zu wehren, viel lieber gab sie auf und ließ ihren Gefühlen den freien Lauf. Tränen liefen ihr über die Wange, während sie stumm auf dem Bett den restlichen Vormittag verbrachte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Du siehst beschissen aus...", sagte er zu sich selbst in den Spiegel. Es waren diese tiefen Schatten, die roten Augen und die trockene Haut, die ihn aussehen ließen, wie zwei Wochen nicht geschlafen. Effektiv geschlafen, musste man wohl dazu erwähnen. Nur an ihrer Seite hatte er sich wohl genug gefühlt.
      Das Blut, welches auf dem Weg nach Hause er sich unter der Nase verschmiert hatte und es getrocknet ist, wusch er sich gründlich mit lauwarmen Wasser ab und versuchte sich gleichzeitig aufzuwärmen. Es war erst kurz vor 12 und er wusste nicht recht wohin mit sich. Nairas Schlag hatte ihm zugesetzt. Nicht weil er stark genug war, um ihm die Nase anzuknacksen, mehr weil sie es überhaupt getan hatte. Wenn er ihren Worten glaubte, musste sie es bereits letzte Nacht getan haben, als er betrunken "über sie hergefallen " ist. Zutrauen würde er es sich. Betrunken konnte er so einiges schaffen, dass anderen Leuten nicht gefiel. Deswegen war es ja nur richtig, dass sie ihn auch da geschlagen hatte. "Fuck...Du bist ein Arschloch...". Erschöpfung und Enttäuschung mischten sich in seiner Brust, als er sich selbst wieder ansah im Spiegel. Genug davon gehabt, knallte Victor die Badezimmertüre hinter sich zu und verschwand in die Küche. Er kämpfte damit sich ein Taxi zu nehmen oder gar zu Fuß zum nächstbesten Supermarkt zu laufen, der ihm erlaubte wieder eine Flasche Scotch zu kaufen. Er ließ es. Auch wenn er üblicherweise nicht hinterherrannte, so hatte er sich gegenüber Naira schon des Öfteren anders verhalten. Er musste es also tun. Er musste noch einmal seinen Charakter brechen und zu ihr zurück. Doch das war eine leise Stimme im Hintergrund, der er nicht besonders viel Aufmerksamkeit schenken wollte in dem Moment. Stattdessen machte er sich einen Kaffee und warf sich dann auf das Sofa.

      Der Kaffee war kalt geworden und er hatte kaum zwei Schlücke aus der Tasse genommen. Die Füße hatte er gegen den kleinen Tisch davor gestemmt und starrte fortwährend auf den Boden. Es war leise in seiner Wohnung. Victor konnte kaum sagen, wie lange er so da saß und über die Situation nachdachte. Es musste Stunden gewesen sein und trotzdem war der Sonntag noch immer nicht vorbei.
      Erst als die Abendstunden anbrachen, kämpfte er sich aus seiner Position. Der Hunger nagte an seinem Inneren und ließ ihn nicht mehr gerade aus denken können. Nur noch eine Sache blieb ihm und die hieß: Geh zurück zu ihr. Entschuldige dich.
      Und trotzdem, auch der einzigen Stimme in seinem Kopf vermochte er nicht direkt zuzuhören. Victor wanderte unruhig im Haus herum und brauchte noch eine Stunde bis er sich entschied, dass er letztendlich doch aufstehen und etwas tun musste.

      Der Schmerz in der Nase war verflogen nachdem er das Haus verlassen hatte. Die Temperaturen waren wieder gefallen und er merkte, wie ohne etwas zu Essen im Magen er anfing zu zittern. Dabei schaffte er gerade einmal den Weg hin zum Supermarkt. Nicht um eine Flasche Scotch zu kaufen...oder doch? Sie würde ihn für heute umwerfen und er brauchte sich keine Gedanken machen...Nicht heute. Lass es auf morgen verschieben, dachte er, doch entschied gegen die böse Stimme im Kopf und lief daran vorbei zu einer kleinen Ecke, die mit Blumensträßen bestückt war. Viel von Pflanzen verstand er nicht. Er konnte sie gießen und ihnen dabei zu sehen wie sie starben...Das reichte oder nicht? Seinem Geschmack nach nahm er sich den schönsten von allen, bestehend aus unterschiedlichen kleinen gelben Rosen Zierpflanzen und ein paar Gänseblümchen. Der Strauß war nicht zu bunt, wie alle anderen und er konnte ihn durch die Kälte tragen ohne wie ein Vollidiot zu wirken.
      Nachfolgend rief er ein Taxi, welches er mit einer Karte zahlen musste, weil er sonst kein Bargeld an sich hatte. Den Weg hin zu Nairas Wohnung fand sich leicht, doch zu klingeln und zu hoffen, dass sie auch wirklich die Türe aufmachte?...Die Schlüssel zu der Wohnung hatte er ja nicht mehr. Victor zögerte und lief immer wieder ein paar Schritte bei Seite.
    • Naira O’Connor

      Die Stunden verstrichen einfach so weiter und Naira konnte nicht wirklich sagen,was sie in diesen wirklich gemacht hatte. Vielleicht hatte sie geschlafen und es nicht mitbekommen, vielleicht hatte sie aber auch nur die Decke angestarrt und nichts getan. Die Dunkelhaarige versuchte es, nicht allzu viele Gedanken zuzulassen, denn egal an was sie dachte es tat ihr weh. Schon lange hatte sie so einen Schmerz nicht gespürt und noch länger war es her, seit dem ihr etwas so nah ging und sie so mit sich runter nahm.
      Irgendwann rappelte sich die Dunkelhaarige auf, um ihren Hund etwas zu essen zu geben. Er war nicht von ihrer Seite gewichen, war aber sehr dankbar für das Essen, welches er gleich verschlang. Naira dagegen setzte sich an das Fenster in der Küche und spielte mit dem Gedanken zu rauchen. Eigentlich wollte sie nur ungern noch weiter der Sucht verfallen, aber wenn sie ehrlich war, war es das einzige, dass sie irgendwie beruhigte. Noch immer zitterten ihre Finger, die sich inzwischen ein wenig bläulich verfärbt hatten, und sie griff zu einer Zigarette aus der Packung. Kaum hatte diese ihre Lippen berührt, zündete sie die Dunkelhaarige an und zog mehrmals an ihr. Es war eine tödliche Droge, aber scheinbar war Victor nichts anderes, denn wenn er so weiter machen würde, würde Naira noch einen Herzinfarkt erleiden...

      Zum Abend hin zog sich der Tag immer weiter in die Länge. Eigentlich hatte Naira gehofft, dass es bald vorbei sein würde, damit sie in Ruhe schlafen gehen konnte, am nächsten Tag würde die Welt schon ganz anders aussehen. Und doch zog sich alles nur noch weiter in die Länge.
      Ihr Hund bettelte am Abend um einen Spazierganz, er hatte es sowieso schon sehr lange ausgehalten gehabt. Widerwillig zog sichere Dunkelhaarige aber an, nahm die Schlüssel und die Zigaretten und verließ langsam und sicher die Wohnung. Spike lief schon einmal vor, als Naira ihm die Tür aufhielt, während sie sich lieber eine Zigarette anzündete. Es dämpfte die Schuldgefühle um einiges, die rollten aber wieder hoch, als sie nach Spike sah und Victor erblickte. Kurz erstarrte sie, alles kam wieder hoch, aber wenn sie ehrlich war war sie ihm gar nicht so böse.. Spike hatte ihm jedenfalls schon verziehen, denn er begrüßte den Rotschopf freudig wie immer.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er war unruhig, wie ein Schulkind vor seinem ersten Treffen und tigerte umher, nicht wissend, ob er nun klingeln konnte, durfte oder gar sollte. Sollte er ihr überhaupt auf die Nerven gehen mit seinem kleinen Vorschlag? Er hielt es für so banal und dachte sogar daran die Blumen einfach draußen liegen zu lassen, zu klingeln und dann weg zu rennen. Aber das war lächerlich. Es wäre nicht richtig. Er musste mir ihr reden, bevor sie morgen sich in die Arbeit stürzten und dabei so gut es ging sich gegenseitig ignorierten. Sie würden das tun müssen, weil sonst die Arbeit darunter litte und das konnten sie sich nun nicht mehr leisten.
      Gerade als sich Victor dazu entschloss den Summer zu betätigen, wurde die Tür aufgemacht und heraussprang Spike, der in erster Linie wohl einfach nach draußen wollte. Dahinter stand Naira, die sich eine Zigarette zwischen die Lippen legte und sie anzündete. Erst dann, als sie hochsah, bemerkte sie ihn. Spike derweil wedelte stark mit seiner Rute und lief um Victor herum. Wenigstens einer der sich freute ihn zu sehen, vielleicht sollte er lieber Spike die Blumen geben.
      "Ehm...", kam es von ihm, weil es unangenehm still zwischen ihnen geworden ist und ihn das irritierte. Als er sie so sah, meldete sich seine Nase wieder. Sie war nicht stark angeschwollen, fühlte sich aber genau so an, doch man dürfte wohl nicht mehr all zu viel von dem Schlag sehen oder überhaupt darauf kommen, dass es da etwas in die Richtung gegeben hatte.
      Unsicher wo er anfangen sollte, trat er erst einmal zur Seite und hob den Blumenstrauß vor sich hoch, als würde er sich damit beschützen können vor ihr. Ungelenk streckte er ihr dann diesen entgegen. Bei den kalten Temperaturen, die draußen waren, ihm war es nicht aufgefallen, wie kalt es geworden ist und dass er überhaupt frierte, waren die Blumen ein wenig geknickt, doch noch immer frisch.
      Trotz der Mühe sich etwas im Kopf zurecht gelegt zu haben, schaffte Victor es nicht es auszusprechen. Seine Zunge drehte sich kaum im Mund und er bekam das Gefühl eher zu stottern, wenn er den Mund gleich aufmachte. Er hoffte hauptsächlich darauf, dass sie ihn irgendwie in diesem Moment verstehen konnte und seinen Wink der Entschuldigung annahm. Er war dumm und hatte bei den Worten nicht nachgedacht, sondern mehr mit dem Schmerz reagiert, als mit dem Verstand. Eine Tatsache, die er nicht mehr ändern konnte. Er war ihr verfallen, er musste es zugeben. Er konnte nicht anders, auch wenn er hoffte, dass es noch anders werden würde.
    • Naira O’Connor

      Sie hatte alles mögliche erwartet, aber nicht, dass Victor vor ihrer Haustür aufkreuzen würde und noch dazu mit Blumen, die für sie bestimmt waren. Am liebsten hätte sie ihn angechrien und ihm vorgeworfen, was für ein Idiot er war, auch wenn sie selbst noch ein viel größerer war. Naira zog genau ein Mal an ihrer Zigerette, bevor sie diese auf den Boden warf und sie mit dem Fuß zerdrückte. Die Anspannung war mit diesem Moment einfach verschwunden und ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen, weil Victor ihr die Blumen entgegen hielt. Sie hatte schon länger keine Blumen geschenkt gekriegt und der Strauß war sogar recht hübsch.
      „Danke“, kam es über ihre Lippen, während sie die Blumen von oben musterte und das Lächeln nicht verschwand. Ja, nicht nur Spike hatte Victor verziehen.. auch wenn sich die andere Hälfte ihres Körpers mächtig dagegen wehrte. Ihr Herz schlug viel zu schnell, aber dessen war sie ja schon gewöhnt.
      Ihre Augen sahen wieder auf zu Victor und musterten ihn und vor allem die Nase. Zum Glück war sie nicht geschwollen, damit würde es keinen Stress bei dem Captain geben, dass würde den beiden noch fehlen.. „Ich hätte nie gedacht,dass du mir Blumen schenken würdest“, sagte die Dunkelhaarige und musste ihr Schmunzeln unterdrücken. Im Gegensatz zum Victor wusste sie genau, was sie sagen sollte...
      „Es tut mit leid, dass ich dich geschlagen habe“. Ihr Blick senkte sich, die Schuldgefühle rollten wieder hoch, auch wenn die andere Seite ihr noch immer deutlich machte, dass sie keine bräuchte. „Also.. meiner Meinung nach hast du es wirklich verdient, aber ich hätte dich wirklich nicht schlagen sollen.. das war sehr dumm..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es war nicht einfach in diesem Moment etwas zu sagen oder überhaupt ein Geräusch über die Lippen zu bekommen, dass nicht nach einem hilflosen Schrei von Aufmerksamkeit ähnelte und dabei versprühte wie unglaublich fragwürdig er diese Situation empfand. Naira nahm ihm diesen Part aber ab. Sie lächelte und nahm die Blumen entgegen, die in ihrer Hand um einiges besser aussahen, als in seinen. Froh darüber, dass sie sie annahm musste auch er unwillkürlich das Lächeln erwidern, welches am Ende sogar eher ein Grinsen wurde, weil sie sich für den Schlag entschuldigte, gleichzeitig ihn aber rechtfertigte. Ja, manchmal verdiente er einen guten Schlag auf den Hinterkopf, aber nicht unbedingt auf die Nase. Er sah wieder zu Boden und räusperte sich in der Hoffnung, dass ihm jetzt ein kluger Satz über die Lippen kommen konnte. Victor musste sich ein zweites Mal räuspern, um den Mut zu finden für seine Fehler einzugestehen.
      "Du...hast schon...recht damit gehabt mir ... hier und da eine zu verpassen...", fing er an, leise und unsicher, doch er sagte es wenigstens.
      "Ich...ich weiß auch nicht...", Victor schüttelte den Kopf wieder und fuhr sich über das Gesicht, um sich irgendwie etwas einfallen lassen zu können. "Ich dachte nur...Na ja, theoretisch dachte ich überhaupt nicht.", daraufhin verschränkte er typischerweise die Arme und sah vorsichtig wieder hoch zu ihr.
      "Ich hoffe nur, dass wir nochmal anfangen können? Ohne...den ganzen Blödsinn? Wir...", er dachte daran ihr zu sagen, dass ihm seine Gefühle im Weg standen, doch ob er bereit dafür war dergleichen zuzugeben, konnte er nicht so recht sagen, deswegen blieb er still und änderte die Worte schnell und unbedacht auf: "müssen morgen arbeiten und...es wäre nicht richtig, wenn uns...all das im Weg stünde. Ich denke du wirst der selben Meinung sein."
    • Naira O’Connor

      Sie fand es schon Süß, wie Victor versuchte die richtigen Worte zu finden. Naira war eine Frau, konnte deshalb ganz gut zwischen den Zeilen lesen und damit die Botschaft, die ihr Victor eigentlich sagen wollte entziffern. Er hatte es vermasselt, das war sicherlich das, was er eigentlich sagen wollte und die Dunkelhaarige hatte ihm verziehen, doch noch wollte sie es nicht aussprechen. Sie wollte ihn ein wenig quälen ,oder zumindest ein wenig reden lassen. Fast schon hatte sie eine klare Botschaft erwartet, aber wie immer wich er aus und lenkte ein anderes Thema ein. Schon wieder schmunzelte die Dunkelhaarige und schüttelte ein wenig den Kopf.
      „Victor, du bist viel zu ernst und viel zu angespannt“,sagte Naira klar und hielt seinen Blick ganz gewiss stand. Das war er auch viel zu oft. „Du hast dich entschuldigt, ich habe mich entschuldigt, ich habe dir verzeihen, damit ist die ganze Sache wieder vergessen, wir brauchen da nicht wieder von vorne anzufangen“. Ihr Schmunzeln wurde zu einem Lächeln und ein wenig schüchtern war sie dann doch, um die nächsten Worte auszusprechen. Sie waren vielleicht sehr direkt, aber Naira war genau das Gegenteil vo Victor und eigentlich hatte sie auch keine Probleme mit so etwas. Doch da standen ihre Gefühle ein wenig im Weg..„Es wird alles gut, solange du deine Eifersucht unter Kontrolle bringst, oder sie zugibst“. Ihr Lächeln war ganz schüchtern und zurückhaltend, ganz anders als sonst, aber so wirklich wusste sie nicht, wie er reagieren würde.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Nachdem die Worte über seine Lippen gekommen waren, konnte er aufatmen. Naira wurde nicht wütend oder genervt, nein, sie lächelte sogar und dieses Lächeln nahm ihm eine Tonne an Problemen von seinen Schultern, so dass sich Victor sogar aufrichtete.
      Es hätte alles von Anfang an so einfach und entspannt sein können, doch das Leben war nie einfach, nicht wahr? Victor versuchte sich zumindestens zu entspannen, als sie ihm sagte, dass er nebst der Spannung auch immer sehr ernst war. Das hatte er seiner Vergangenheit zu verschulden und um die noch einmal aufleben zu lassen, das würde ihm nicht gut tun. Deswegen hob er nur leicht die Schultern an, als würde er nichts dagegen einzuwenden haben. Hatte er theoretisch auch anfangs nichts und er glaubte sogar, dass sich damit das alles gelegt hatte. Sie haben sich gegenseitig verziehen, er ihr natürlich von Anfang an. Er konnte nicht einmal wütend gewesen sein, es hatte nach dem Schlag einfach nur weh getan, das war alles gewesen.
      Dann kam sein Lieblingsthema. Alex...Wobei sie nicht einmal seinen Namen erwähnte, sondern lediglich sagte, er solle seine Eifersucht in den Griff bekommen. Victor schnaubte: "Ich habe sie im Griff...", meinte er nur trotzig und er war überzeugt davon, dass das was er gegenüber Alex rausließ und auch gegenüber Naira, wenn sie mal zu viel ein Lächeln an den Typen schenkte. Grummelnd senkte er aber ergeben den Kopf. Er konnte ihr nicht widerstehen und alles was auch nur ansatzweise zwischen sie geriet, musste er aus dem Weg schaffen. Es war seine Art, ihr zu zeigen, dass er sich um sie sorgte und dass er sie gern hatte. Mehr als das.
      "Schon gut...", er hob beschwichtigend die Hände, bevor sie was sagen konnte, "Ich...halte es in Grenzen...Außer jemand kommt dir zu nahe...Einverstanden?", Victor streckte ihr die Hand entgegen, als müssten sie diese Worte mit einem Handschlag beide akzeptieren.
    • Naira O’Connor

      Ein Schmunzeln bildete sich auf ihren Lippen, als Victor ihren Worten gar nicht zustimmte. Natürlich war er der Meinung, er habe alles im Griff, aber dem war es ganz sicher nicht so, sonst hätte er die Faust nicht ins Gesicht bekommen. Doch bevor Naira irgendetwas in diese Richtung sagte, gab sich ihr Partner doch geschlagen und ging auf das Thema ein. Aus dem Schmunzeln wurde ein ehrliches Lächeln, er bot ihr wirklich eine Abmachung an.. das war mehr als nur süß, fand sie jedenfalls.
      „Abgemacht..“,bestätigte die Dunkelhaarige und streckte ihre Hand ebenfalls aus, doch sie hatte keinen Handschlag im Sinne.. sie zog Victor zu sich und schloss ihn in eine Umarmung. Das brauchte die Frau gerade dringend.. nicht nur, da es ihr kalt war, sie brauchte gerade diese Nähe, vor allem die Nähe zu Victor.
      „Mich stört die Eifersucht gar nicht“, hauchte Naira und schloss die Augen, während sie den Rotschopf noch immer fest hielt. „Außer du wirfst mir so komische Sachen an den Kopf.. aber von mir aus, kannst du zu den anderen, die mir zu nahe kommen ein Arschloch sein..“. Sie wussten beide genau, wen sie meinte und den Namen musste die Dunkelhaarige auch nicht aussprechen. Es war vermutlich der Anfang ihrer Beziehung, wenn man das so nennen konnte, jedenfalls war es der Moment, in dem beide scheinbar ihre Gefühle füreinander zugegeben hatten, auch wenn es keiner so richtig ausgesprochen hatte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ein Handschlag wäre distanziert und eigentlich Körperkontakt genug für den nüchternen Detective. Doch indem Moment, als sie seine Hand ergriff, wusste er, dass das nicht reichte und so war er still und heimlich glücklich darüber, als sie ihn an sich zog und die Arme um ihn legte. Victor war kurz überrascht, aber er ließ sich schneller darauf ein, als sonst. Den Kopf leicht an ihren geschmiegt, konnte er sie mit beiden Armen an sich drücken und die Wärme genießen. Sein Herz machte einen Luftsprung.
      Wann war eine Umarmung bei ihm je so ehrlich gewesen und wann war er überhaupt dazu übergegangen andere menschen zu umarmen? Andere vielleicht nicht...Naira reichte ihm.
      Auch er schmunzelte zufrieden, als sie hinzufügte, dass sie die Eifersucht nicht störte und dass er gegenüber allen anderen ein Arschloch sein durfte. Natürlich nur nicht zu ihr und da musste er ihr recht geben. Es war nicht fair gewesen von außen betrachtet ihr etwas vorzuwerfen, wenn es eigentlich immer nur die anderen waren...Vor allem immer nur Alex.
      Dass dies endlich mal wieder eine Beziehung sein konnte mit einer realen Frau, konnte sich Victor noch nicht einmal denken. Er war überwältigt davon, dass man ihm überhaupt die Chance gab, nach allem was er angerichtet hatte.
      Vorsichtig drückte er sie noch einmal ran und wollte eigentlich nicht loslassen, da ihm viel zu kalt geworden war, doch Spike drängte sich zwischen die beiden und tippelte auf den Vorderpfoten. Er sah zwischen den beiden zu ihnen hoch und ließ die Zunge raushängen.
      "Spike gefällt das wohl auch mh...", Victor senkte sich zu dem Hund. Nach all den Monaten gab er dem Husky das was er von Anfang von ihm hätte bekommen sollen. Ein ordentliches Kraulen hinter den Ohren.
    • Naira O’Connor

      Wie sehr sie es genoss, als Victor seine Arme um sie legte und sie an sich drückte. Es war lange her, seit dem sie jemand so ehrlich in den Arm nahm und sie es genießen konnte. Sofort machte ihr Herz einen Sprung und beschleunigte die Arbeit um das dreifache. Es fühlte sich wirklich gut an und am liebsten würde sie ihn nie wieder loslassen. Warum war er sonst nie so liebevoll zu ihr? Warum ließ er seine Gefühle sonst nie zu? Dabei würde sein Leben definitiv anders aussehen.. wenn er sich einfach auf Naira einlassen würde.
      Spike störte die Umarmung der beiden, aber er dürfte das auch, immerhin gehörte er dazu, auch wenn Naira es noch nicht wirklich namentlich benennen konnte, was das zwischen den beiden war. Sie ließ Victor auch nur halb los, als er den Husky hinter dem Ohr kraulte, denn es war wirklich kalt geworden. Die Blumen würden bald auch eingehen, wenn es weiterhin so kalt in Ihrer Umgebung blieb. Für die hatte sie aber auch schon einen Platz in Aussicht.
      „Wollen wir hoch?“,fragte die Dunkelhaarige und sah von ihrem Hund zu ihrem Partner hoch. Sie bemerkte gar nicht, dass die drei beobachtet wurden, wie in letzter Zeit der oft. Jemand erfreute sich so gar nicht daran, dass der Streit der beiden Detective nur wenige Stunden gedauert hat.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Das was sie zwischen sich hatten, war etwas besonderes. Eine Sache, die die beiden nicht richtig benennen konnte, aber die Frage war auch, ob sie es schon mussten. Victor lebte schließlich gerne ohne sich zu stark an Menschen zu binden. Die Angst sie kurzdarauf wieder zu verlieren war zu groß, als er sich darauf einlassen konnte. Er wollte nicht noch einmal verletzt werden.
      Spike bekam sein richtiges Streicheln und Naira eine richtige Umarmung. Es fühlte sich gut an. Langsam stellte er sich wieder auf und warf Naira einen zufriedenen Blick zu: "Klingt gut...Ich spüre meine Füße nicht mehr...", gab Victor zu und warf noch einmal einen Blick nach hinten, bevor er den Weg antrat in das Haus.

      Hinter ihnen erklang der Shutter eines Handys. Kurz darauf meldete sich Nairas Handy. Thomas war nicht zufrieden. Es hätte länger anhalten müssen, um die Gruppe auseinander zu reißen und seinen Spaß länger zu haben. Er hätte nie geglaubt, dass Victor so einfach aus seiner Rolle fiel und meinte, er musste sich nun entschuldigen.
      >>Vorsicht...verbrenn dich nur nicht...<<, schrieb er in die SMS und schickte sie hinterher. Naira tanzte noch nach seiner Pfeife. Sie würde ihm noch danken, wenn er sie vor Victor warnte.

      Victor half Naira als erste in die Wohnung und trat dann hinter her, schloss die Tür und schüttelte sich kurz durch, um die Kälte aus dem Körper zu bekommen. Nur schwerfällig konnte er die Schuhe von den Füßen ziehen. Wieder zurück in ihrer Wohnung fühlte sich Victor besser. Es war angenehmer als das Haus, dass er besaß und er fühlte sich hier drinnen willkommen... Nachdenklich sah er durch diese, als hätte er sie lange nicht mehr gesehen. "Vielleicht sollte ich mein Haus verkaufen...", warf er in den Raum und das weniger mit dem Gedanken, dass er dann bei ihr einzog, sondern dass er sich eine eigene Wohnung holte, denn das Haus war ein reiner Verzweiflungsakt gewesen. Allein ließ sich nun einmal ein Haus nicht füllen.
    • Naira O‘Connor

      Ihr Handy vibrierte mal wieder und die Dunkelhaarige musste den Drang unterdrücken, sich umzusehen, um Victor nicht irgendwie zu beunruhigen. Sie wusste aber, dass sie jemand beobachtete und sie wusste auch wer dieser jemand war. Sie verhielt sich lieber ruhig und ging die Treppe zu ihrer Wohnung nach oben. Das Gefühl der Unruhe kehrte wieder, selbst wenn sich Naira sagte, dass er nur spielen wollte und sie sich zusammenreißen sollte.
      In der Wohnung angekommen zog sie sich ein wenig Gedankenverloren die Klamotten aus. Zunächst bemerkte Naira gar nicht, dass Victor mit ihr sprach, doch als sie dies realisierte und sich seine Worte durch den Kopf gehen ließ war sie wieder voll da. „Dein Haus verkaufen?“,fragte sie kopfschüttelnd und nahm die Blumen mit in die Küche. „Das ist aber so schön das Haus! Wenn ich das Geld hätte würde ich mir selber eines kaufen!“. Sorgfältig schnitt Naira die Blumen an den Enden zu und stellte sie in eine Vase, die auf dem Wohnzimmertisch Platz fand. „Vielleicht brauchst du ein wenig andere Einrichtung? Damit du dich wohler fühlst!“. Sie blickte zu dem Rotschopf mit einem Lächeln und überlegte, was sie als nächstes machen wollte. „Wollen wir was essen?“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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