[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

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    • Alex beendete seinen Satz und bekam das zurück, was er sich eigentlich hätte auch schon denken müssen. Naira war nie jemals jemand gewesen der man was sagen konnte und sie machte es dann. Sie war stark und dafür liebte er sie...Wenn, dann auch bis heute. Er bewunderte sie regelrecht dafür. Aber bis zu diesem Fall nur. Sie übertrieb es und er machte sich große Sorgen um sie und ihr Wohlbefinden. Ein wenig empört war er dann schon, als sie sagte er solle aussteigen oder gar zurücktreten. Alex musste zusehen,d ass ihm das Gesicht bei ihren Forderungen und der Einstellung nicht entgleiste.
      "Was zum. Naira!", er trat näher, als sie sich die zweite Zigarette anstecken wollte. "natürlich wurdest du Detective, um dich für die einzusetzen, die es nicht für sich können. Ich bin es auch deswegen geworden! Ich werde dir in dem Fall auch nie das Wasser reichen...", er legte die Hände zusammen, auch wenn ihm sehr stark danach war ihre Hand zu ergreifen und sie wach zu schütteln. Sie ganz, damit sie endlich wach wurde und den Blick von ihrem Fall löste.
      "Wir arbeiten für das Volk, aber...Wir dürfen uns doch nicht selbst vergessen! Vergiss dich nicht, Naira!", jetzt konnte er es nicht aushalten und legte beide Hände an ihre Schultern und wandte sie zu sich. Er ließ sie nicht los, sondern sah ihr direkt in die Augen.
      "Ich verstehe dich, Naira! Ich habe dich schon immer verstanden! Die Welt stand schon immer für dich still, wenn du an einem Fall saßt...", Alex sah sie ein wenig weicher an, "Ich mache mir doch nur Sorgen...ich will dich doch nur beschützen, egal wie sehr du dich hasst. aber wenn du so weiter machst, dann wird dein letzter Fall werden!"
    • Naira O’Connor

      Beeindruckt war sie nicht wirklich, sie war eher genervt davon, dass Alex ihr noch eine Rede auftischte. Er merkte es wirklich nicht, dass er unerwünscht war, oder?
      „Du sollst mich nicht beschützen, Alex“,sprach Naira in Ruhe und warf die angefangene Zigarette weg. „Und wenn du mal klar überlegst.. was wäre dir lieber? Zu wissen, dass dieses Arschloch noch frei am rumlaufen ist und ebenfalls zu wissen, dass keiner da etwas gegen tut oder zu wissen, dass sich jemand für eure Ärsche opfert?“. Um es zu betonen zeigte sie noch deutlich auf Alex, als sie es sagte. „Das mit uns ist schon längst vorbei und du weiß auch ganz genau warum.. also hör bitte auf Dir irgendwelche Hoffnungen zu machen und lass mich einfach arbeiten.. wenn es mir zu viel wird, dann wirst du es schon mitbekommen.. aber sag mir nicht, wie ich meine Arbeit zu erledigen habe!“.
      Ihr Ton war ziemlich scharf, die Frau gab sich aber auch keine Mühe etwas anderes zu tun. „Selbst wenn es mein letzter Fall sein sollte.. ich werde definitiv weiter machen.. und wenn du vor hast, mir im Weg zu stehen oder meine Entscheidungen zu hinterfragen, dann würde ich mich lieber an deiner Stelle versetzen lassen.. denn ich werde dir das Leben zur Hölle machen, wenn du mir noch ein mal so einen Vortrag halten wirst..“. Sie meinte es definitiv ernst, auch wenn sie es nicht hätte sagen müssen..
      Naira schüttelte noch kurz den Kopf und nahm Alex arme runter, um wieder rein zu gehen. „Entscheide dich einfach, auf wessen Seite du stehst.. entweder mit mir oder gegen mich“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alles was er sagen wollte und tat, prallte einfach an ihrem eisernen Vorhang ab. Sie war kalt geworden, dabei hatten sie damals so schöne Momente mit einander feiern können. Er und sie...Sie passten so gut, viele von den Kollegen waren dieser Meinung gewesen. Naira vergriff sich seiner Meinung nach im Ton. Ihm passte es nicht wie sie sprach und doch konnte er doch schon lange nichts mehr dagegen tun. Er ließ sie los, trat zurück und schüttelte heftig den Kopf: "Seit dem du diesen Amerikaner an der backe hast, der sich selbst nicht unter Kontrolle halten kann, verfällst in wirklich unschöne Muster, Naira und das tut mir weh...Ja es mag schon lange her sein, das zwischen uns, aber ich kann Gefühle nicht so einfach vergraben wie du!", er trat ein paar Schritte herum, knetete die Hände und warf die Faust zur Seite. Draußen ohne Jacke zu stehen war wirklich nicht einfach. Es wurde kalt und der eisige Wind machte es noch unangenehmer.
      "Ich werde immer auf deiner Seite stehen Naira, ob es dir gefällt oder nicht! Und deinen amerikanischen Bimbo kannst du vergessen...der wird nichts machen können, eher versäuft er sich..." Alex ging noch vor ihr durch die Tür. Er hätte ihr liebend gerne ncoh mehr an den Kopf geworfen, doch er musste sich beruhigen. Außerdem hatte er aus dem Augenwinkel gesehen, wie Ramirez vorfuhr. Sie wurde ihm zu gefährlich. Bereits damals hatte sie alles daran gesetzt einen Keil zwischen ihn und Naira zu treiben, damit er sie nicht mehr beunruhigte.

      Victor hatte von all dem zum Glück nichts mitbekommen. Er trank seinen Kaffee und schrieb einen der Berichte wenigstens fertig, um ihn bei Seite legen zu können. Dann schnappte er sich die anfänglichen Fundorte. Park, See...Nichts besonderes. Was der Bürgermeister wohl mit dem Captain besprach, wegen der langen Zeit, die sie brauchten um den Mörder seiner Tochter zu finden?

      Ramirez stieg aus dem Wagen und zog den Mantel hinter sich her. Sie erhaschte noch einen Blick auf Naira und hob die Hand. Die Szene von gerade eben hatte sie nicht mitbekommen, aber sie sah ihr die schlechte Laune direkt an.
      "Guten Morgen, Naira.", sie begrüßten sich freundschaftlich, doch kurz darauf sah sie ihren Detective wehleidig an: "Ich habe schlechte Nachrichten gestern erhalten. Ist Detective Parker da?"
    • Naira O‘Connor

      „Ich habe verdammt nochmal keine Gefühle für dich Alex!“,sie rief es ihm so deutlich entgegen, dass es vermutlich alle drinnen hören konnten. „Und ich verfalle nicht in unschöne Muster, das bin die wirkliche ich! Die echte Naira, du kannst es nicht wissen, weil Ich zwei Jahre lang nicht mit dir geredet habe!“. Sie vergriff sich ihrer Meinung nach überhaupt nicht im Ton, sie hatte jegliches recht dazu, so etwas zu Alex zu sagen.
      „Sei froh, denn seit der Amerikaner da ist rede ich wieder mit dir!“.
      Da war Alex dann weg, ließ Naira vor der Tür stehen. Er hatte Angst vor Ramirez, sie hatte damals dafür gesorgt, dass der Blonde seine Kollegin endlich in Ruhe lässt und Ihr nicht mehr nachstellt. Aber sie war auch diejenige, die ihn davor bewahrt hat vor Gericht zu landen. Die Frau konnte Naira davon überzeugen nicht gerichtlich gegen Alex vorzugehen, dennoch hatte der Mann ein Problem. Ein großes Problem.

      „Morgen..“, begrüßte Naira ihre Chefin und nickte ihr zu. „Victor sitzt drinnen..“,antwortete sie dann und wollte schon nach der Tür greifen, aber Ramirez hielt sie auf. „was war das gerade?“, fragte sie besorgt.
      „Ah, Alex hat wieder eine seiner Phasen.. ich glaube es wäre besser gewesen.. hätte ich von Anfang an eine Verfügung gegen ihn beantragt“.
      Die Chefin sah nicht sehr zufrieden aus, aber sie hatte wohl genug schlechte Neuigkeiten für den einen Tag gehabt, dabei fing er erst an. Naira hielt ihr die Tür auf und zeigte ihr, wo sich Victor befand, bevor sie sich an ihren Laptop zurück setzte, in der Jacke, denn es war verdammt kalt.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alex raufte sich beim Reingehen die Haare. Diese Frau war unglaublich! Er ärgerte sich zutiefst, dass er sie hatte einfach so gehen lassen. Es war doch so klar gewesen, dass wie für einander bestimmt waren, aber nichts davon, hat sie wirklich beeindruckt. Alex kaute auf der Unterlippe und ignorierte die fragenden Blicke. Seine Gedanken waren nun nicht bei all den, die sich ihre Mäuler über sie zerreißen wollten, sondern einzig und allein bei Naira. Grübelnd setzte er sich auf seinen Schreibtischplatz und sah rüber zum Gang, der direkt vor dem Eingang war und von seinem Platz aus sichtbar. Mit verschränkten Armen und vorgeschobenem Unterkiefer beobachtete er diesen und wie der Captain und der leitende Detective des neuen Falls das Revier betraten.
      Sie wird das noch verstehen, dass sie sich zu viel schulterte und schon bald unter diesem Gewicht niedergehen wird. Und dann wäre einzig und allein Alex noch fähig ihr zu helfen. Victor war für ihn ausgeschlossen. Egal was da zwischen den beiden vor sich ging und egal, dass sie ihn für den Grund hielt, warum sie mit ihm sprach. Wobei er da nur zustimmen konnte. Mit einem wie Victor Parker konnte man sich doch auch nicht unterhalten. Nicht richtig.

      Victor sah von den Papieren auf, als Naira wieder kam und hinter ihr auch Captain Ramirez reinkam. Sie grüßte den zweiten Detective freundlich und öffnete erst einmal den schweren Mantel, bevor sie sich die Wand ansah und langsam vor diese trat. Doch auch ihrem Gesicht zeichnete sich keine Hoffnung ab und Victor befürchtete bereits was kommen mochte.
      Ramirez seufzte lautstark und sah sich nach Alex um, doch dieser schien wohl freiwillig eine Auszeit zu nehmen. Was nur gut war, denn sie musste mit den Detectives alleine sprechen.
      "Da ihr beide ziemlich Hand in Hand arbeitet, kann ich euch das beiden mitteilen...", fing sie an und räusperte sich noch einmal. "Leider, habe ich gestern keine guten Nachrichten erhalten.", sie machte wieder eine Pause, als wäre es notwendig die Spannung aufrecht zu erhalten. Zuerst hatte die Frau den Boden gemustert, doch dann erhob sie den Kopf und sah sie beide abwechselnd streng an.
      "Ich weiß es ist kurz vor Neujahr. Aber wir...sind schon viel zu lange an diesem Fall und von oben kam der Befehl, es so schnell wie möglich zu beenden. Man gibt euch noch 2 Wochen."
      Victor zuckte nicht mal mit den Wimpern, sondern lehnte sich zurück, faltete die Hände auf dem Bauch zusammen und musterte die Papiere vor sich auf dem Tisch. So etwas war ihm doch gerade erst gekommen und er konnte es voll und ganz nachvollziehen.
      "Das sind knapp bemessene Fristen...", brummte er, jedoch in seinem typischen unzufriedenen Ton.
    • Naira O’Connor

      Sie lehnte sich zurück, konnte sich kaum erklären, was die Captain wirklich von Ihnen wollte. Ramirez war zunächst still, musterte die Wand vor sich, auf der alle Hinweise zu sehen waren, die sie bisher zusammengetragen hatten. Es war eine Menge, mitten drin befand sich auch das Bild ihres Psychopathen, der sie verfolgte und ihnen die Nerven raubte.
      Naira lehnte sich zurück, während ihr Laptop aufblinkte und sie sich einloggen konnte. Dennoch, ihre Aufmerksamkeit galt dem Captain, die endlich das aussprach, was die leitende Detective schon länger befürchtet hatte. Kaum waren die Worte ausgesprochen schon fuhr Nairas Augenbraue hoch und sie musste sich zurückhalten, um nicht komisch zu reagieren. Victor sagte zuerst etwas, er klang unzufrieden wie immer, darauf machte sich nicht Frau nichts..
      „Zwei Wochen?“,fragte sie ein wenig empört und runzelte die Stirn. „Die wollen allen Ernstes in zwei Wochen Ergebnisse haben? Und was wenn nicht? Werden sie dann freudig bei Thomas klopfen und ihn darum bitten sich selbst zu stellen?“. Ein wenig sarkastisch klang es schon, sie gab sich aber auch nicht die Mühe den Ton zu wechseln, anderseits konnte Ramirez auch nichts dafür. „Aber okay.. zwei Wochen.. und du wirst Ergebnisse auf deinem Schreibtisch liegen haben“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Beide hatten es ja befürchtet, dass man ihnen schon bald alle Mittel streichen wird. Sie waren mit all den Verletzungen einfach zu lange an dem Fall und die äußeren Behörden hatten wohl alles Recht dazu ihnen die finanziellen Mittel zu kappen. Sie haben keine Fortschritte gesehen und es interessierte sie nicht, wie viel Naira und Victor dann doch letztlich durchmachen mussten, um überhaupt an die wenigen Informationen zu kommen. Am liebsten hätte Victor ja den Tisch umgeschmissen, gefordert mit diesen Bürohengsten zu sprechen und ihnen mal die Meinung gegeigt, aber er war der allerletzte, dem man so eine Aufgabe übertragen sollte. Ramirez hätte ihn nirgendwohin gehen lassen.
      Victor hielt sich also ruhig und drückte die Hände zusammen, um nichts falsches zusagen. Naira übernahm es schließlich für ihn. Sie konnte es ja aber auch einfach raushängen lassen. Niemand würde ihr das übel nehmen in diesem Zustand.

      Ramirez nahm ihr Schimpfen entgegen, hielt ihr aber in allen Dingen stand.
      "2 Wochen, Detectives. Dann geht der Fall ad acta."
      Sie führte es nicht weiter aus, sondern nickte nur vergebens, denn auch ihr war die miserable Lage klar. Aber sie konnte ihre Detectives auch in anderen Fällen gebrauchen.
      "Ich hoffe ebenfalls, dass ihr ihn dran bekommt.", damit verließ sie ihren Raum und ging in ihr Büro. Sie würde noch handeln wollen und vielleicht bekam sie ein oder zwei Tage länger, aber sie konnte es niemandem versprechen,w eswegen sie es auch nicht aussprach.

      Victor knurrte und hob einen Arm um ihn hinter den Kopf zu tun. Hätte er zwei übrig, würde er sie dahinter vreschränken, aber sein Arm schmerzte. "Das ist Bullshit...bull...shit...", er rang damit nicht den Tisch umzustoßen.
    • Naira O’Connor

      Kopfschüttelnd sah Naira ihrem Chef nach und lehnte sich wieder zurück, bevor sie sich mit der Hand durchs Gesicht fuhr. „So ein scheiß..“,murmelte sie und schloss für einen Moment die Augen, während sie mit zwei Fingern um ihren Nasenflügel griff, um ihn festzuhalten. Es war zum kotzen, zwei Wochen waren nicht viel, es war sicherlich eine Ewigkeit für manche, aber nicht für die beiden.
      „Das ist auch bullshit..“, bestätigte die Dunkelhaarige, nachdem ihr Partner sich äußerte. Sie öffnete die Augen wieder und lehnte sich vor, um sich auch in der Software des Reviers einzuloggen. „Nur scheiße heute seit wir hier sind..“,murmelte sie weiter. „Alex kriege ich auch nicht mehr in den Griff, er benimmt sich wie eine Diva.. und ist der Meinung, ich würde Gefühle für ihn haben, das ist auch bullshit..“. Wieder einmal schüttelte die Frau den Kopf und öffnete die Kartei des Reviers. „Ich frag Ramirez in einer Stunde, ob sie und Leute gibt.. wenn sie zwei Wochen haben wollen, dann werden wir die finanziellen Mittel komplett ausschöpfen... die werden es bereuen,mir eine Frist für den dämlichen Fall gesetzt zu haben“. Klar, wenn sie nicht so persönlich in den Fall verwickelt sein würde, wäre ihre Reaktion sicherlich anders ausgefallen, aber so konnte Naira definitiv nicht verstehen, warum ihr eine Frist gesetzt wurde. „Aber gut, zwei Wochen .. die werden zwei Wochen bekommen“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor spitzte die Ohren, als sie über Alex anfing zu reden. Sie nahm nämlich Gefühle und Alex in dem selben Satz in den Mund, was ihn bereits tief ausholen ließ und seine Gedanken vor dem Zug rannten. Aber dann realisierte er, was sie gesagt hatte und in welchem Kontext. Er lehnte sich ein wenig entspannter zurück und musterte sie. So gut der Morgen auch war, so scheiße verlief auch alles andere. Die zwei Wochen waren mehr oder minder ein Todesurteil für sie beide und den Fall an sich. Thomas gewann dann automatisch, wenn sie es nicht lösen könnten.

      "Ich...kann ihn gerne für dich verhauen.", sagte Victor nach einer langen Weile in der er sie einfach nur angesehen hatte, wie sie sich einloggte und arbeiten wollte. Er selbst hatte ja schon ein wenig erledigt, demnach konnte er ruhig sie beobachten. Außerdem waren sie ja alleine. Sein Vorschlag Alex zu verhauen, kam nicht zum ersten und natürlich auch nicht zum letzten Mal.
      "Aber gut...das würde uns vielleicht eher Steine in den Weg legen.", Victor beugte sich wieder über die Akte und ging sie ein weiteres Mal durch und schrieb sich dabei ein paar Dinge raus. Er versuchte in dem Moment so rational zu sein wie möglich. Auch wenn es recht schwierig war.
    • Naira O’Connor

      Victor sagte etwas essenzielles, was Nairas Laune automatisch ein wenig hob, er verteidigte sie und das als Freund,nicht als Partner. Er schlug ihr vor, den blonden Kollegen zu verhauen, da wurde es der Frau schon ein wenig warm ums Herz, auch wenn sie ihr schmunzeln versteckte. Das war nicht der richtige Zeitpunkt für so etwas.
      Erst, als Victor sie nicht mehr ansah, sah sie zu ihm rüber. „Du kannst es tun, wenn die zwei Wochen vorbei sind und wir wirklich vor haben von hier abzuhauen“. Es war eine sehr nette Option, die sie ihm da anbot und auch wenn sie aus der Wut entstand, die Naira gerade wegen der ganzen Welt verspürte, nur nicht Victor, irgendwie steckte da auch ein Fünkchen Wahrheit drin, sie hätte es gerne, wenn Alex endlich erfahren würde, dass ihr Herz für Victor schlug. Aber so schnell der Gedanke auch kam so schnell war er wieder weg, denn Naira sah wieder auf ihren Laptop. Sie sah sich in der Kartei, was im Lager alles aufgelistet war. Es gab einiges, was sie hätten gebrauchen können, um rüber zu fahren.

      Letztendlich lief die Stunde rum und die Frau erhob sich, ehe sie den Laptop wieder schloss, um zu ihrer Vorgesetzten zu gehen. „Ich bin gleich wieder da..“,sagte sie noch zu Victor, dann lief sie auch schon auf das Büro von Ramirez und klopfte an. Ihre Chefin war im Büro, sie bat sie rein und sah auf, als sie Naira erkannte.
      „Ich brauche eine Genehmigung und ein paar Leute“, fing diese an, ohne groß was anderes zu sagen. Ramirez erstand nicht ganz und sah ein wenig verwirrt aus
      „Wir möchten unserem Gesuchten noch mehr auf die Pelle rücken und zu der Hütte fahren, in welcher wir festgehalten wurden.. da ich mir vorstellen kann, dass jegliche weitere Verletzungen unsererseits zu einer Kürzung des Falls führen möchte ich ein paar Leute haben, die ich hier vorbereite und die und Deckung geben, egal was da draußen auf und wartet“. Der genervte Ton war wirklich nicht zu überhören.
      Ramirez ließ sich Zeit, sie überlegte und betrachtete Naira dabei. Sie hatte aus ihren Fehlern gelernt, wollte nun Leute haben, die sie begleiteten, damit nicht noch einmal etwas passiert. Sie nickte letztendlich. „Geht klar“, war die Antwort dann. „Ich gebe dir acht Mann, du weiß wo der Schlüssel zu dem Lager ist“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Das Angebot stand also immer noch. Sie würden fliehen von hier und endlich all die schlimmen Dinge hinter sich lassen. Nachdem Naira das Zimmer verlassen hatte, lehnte sich Victor weit in dem Stuhl zurück und drehte sich zur Tür, sah sie lange an ohne irgendwie groß zu reagieren. Ob das wirklich so geschehen wird, konnte er nicht sagen. Er würde auch nicht wissen, ob es klug wäre zu gehen. Er musste es einfach nur ausprobieren. Aber mit Naira an seiner Seite konnte an sich ja nichts schiefgehen. So fühlte er sich zumindestens. Unbesiegbar und standhaft, wie noch nie... Außer vielleicht damals, als er seinen Höhenflug hatte und sich für den größten Hengst an der Akademie hielt, weil er klug war. Dumm und jung war er. Wobei die Dummheit wohl nicht verschwunden ist. Er ist lediglich älter geworden.

      Die Stunde war also schneller vergangen, als sie es bräuchten und schon bald sammelte sich Victor mit acht weiteren Kollegen im großen Vorraum. Naira stieß schon bald zu ihnen und wies das Team ein. Victor blieb zwei auf ihrer Höhe, mischte sich aber bei der ganzen Sache nicht ein, sondern ließ sie ruhig machen. Die Leute mussten nicht von ihm verschreckt werden. Sie sollten ruhig erst einmal zu hören und sich an sie wenden können, bevor er alle wieder zurück auf ihre Plätze scheuchte. Nach der Einweisung und der Aufteilung aller Männer und Frauen, ging es runter ins Lager. Diesmal waren sie mehr, also musste sich ejder selbst seine Ausrüstung holen. Bestehend aus Schutzwesten, Gewehren und genug Munition für jeden.

      Victor warf sich seine Weste über, kämpfte ein wenig mit dem Arm und ließ sie sich von einem anderen richtig festziehen. Dann kam er zu Naira rüber und half ihr. "Finanzmittel über Bord werfen können wir gut...", sagte er sarkastisch und kontrollierte ihre Weste. Die Hoffnung etwas in der Hütte zu finden war nicht sonderlich groß. Er selbst bezweifelte, dass sie da etwas fanden, aber sie mussten sicher sein, dass keiner von ihnen verletzt wird.
    • Naira O’Connor

      Sie hatte ihre Leute bekommen, nachdem sie alle nacheinander ins Revier eingetrudelt kamen. Naira war eine hervorragende Leitung, sie hatte alles im Blick und konnte alles in der Hand halten, sie hatte aber auch kein Problem damit, die Meinung frei heraus zu sagen.
      Die Frau wies alle ein, sie machte ihnen deutlich, worauf sie zu achten haben und was wichtig war. Dabei stand ihr Partner gleich neben ihr, auch wenn er nichts sagte war er dennoch eine große Stütze für seine Freundin. Er war da, das war das wichtigste, das aller wichtigste! Mehr brauchte sie auch wirklich nicht, er musste sie nicht auf den Händen tragen, nicht mit ihr sprechen oder großartig was mit ihr machen, er musste nur in den wichtigsten Augenblicken ihre Hand halten und für sie da sein.

      Die Leute waren gut eingewiesen, sie folgten ihrer Leitung zu dem Lager, um sich ausrüsten zu können. Naira selbst nahm sich auch das nötigste, wenn nichts sogar mehr. Sie zog sich gerade die Weste an, als ihr Partner wieder zu ihr kam. Er übernahm es für sie, dafür war sie ziemlich dankbar, die größeren Westen waren schon ein wenig komplexer beim anziehen.
      Die Frau machte kurz über den Kommentar. „Hör mal, ich kann es noch deutlich besser.. ich habe natürlich alle vier neue Geländewagen gebucht..“. Sie grinste ein wenig, es war ihre Art und Weise den Leuten von oben den Mittelfinger zu zeigen.
      Die Weste saß, es folgte der Gurt für ihre Schusswaffen, denn Naira griff zu einer weiteren, für alle Fälle. Die Jacke ihres Vaters durfte natürlich nicht fehlen, ebenso sein Gewehr und eine Menge Munition. „Wenn ich sie nicht einsetze, werde ich eine andere Verwendung dafür finden..“. Sie zuckte unschuldig mit den Schultern und drückte ihren Partner die Schlüssel von einem der Wagen in der Hand. „Es ist mir egal was Alex sagt,er ist heute auf der Abschussliste und einen Automatik kann man auch mit einer Hand fahren..“. Sie blickte zu dem Blonden, der widerwillig seine Weste anzog. „Wenn du es nicht schaffst, kannst du sie ihm geben, aber er hat heute nichts zu sagen“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor unterdrückte ein Grinsen, dass sie ihm mit ihren Worten hervor kitzeln wollte. Finanzielle Mittel des Reviers aufbrauchen für einen Fall, der eigentlich auf der Abschuss-Liste stand, war auch in Brooklyn ein sehr großer Spaß gewesen für die Polizisten und Detectives. Und 4 neue Geländewagen mit denen sie ruhig und sicher durch die Schneelandschaft fahren konnten ohne aufgehalten zu werden war ausnahmsweise mal nicht so dumm.
      "Na, ein zweites Mal geht immer. Bis eben der Captain sagt, dass es vorbei ist.", erwiderte Victor noch und sah rüber zu Alex, nachdem er die Schlüssel bekommen hatte. An sich wäre die Polizei dran ihm die Schlüssel abzunehmen, wegen seiner Verletzung, aber Victor fuhr gerne selbst und ließ selten jemanden ran, wenn es nicht unbedingt der Wagen von jemandem bestimmten war.

      Alle anderen brauchten noch eine Weile, doch schließlich waren sie alle bereit zum Ausrücken. Eine schwarz gekleidete Front, die nun auf die Hütte zukam. Victor blieb an Nairas Seite und auch Alex lief ihnen mit kleinem Abstand hinterher und beäugte sie. Doch er hielt brav den Mund, erinnerte sich sehr genau an die Forderungen, die ihm Ramirez auferlegt hatte, nach all den Problemen, die er gemacht hatte. Er würde sich nicht noch einmal zu weit aus dem Fenster lehnen, denn zur Zeit war Naira nicht gerade gut auf ihn zusprechen oder überhaupt auf jemanden...

      Sie beluden die vier Dienstwagen und die Leute teilten sich brav in ihre Teams auf. Victor und Naira sollten voraus fahren, da sie den Weg wohl noch im Kopf hätten. Dabei würde Victor ziemlich stark sein Gedächtnis anstrengen müssen und fragte hinten rum, ob jemand die Adresse hatte. Alkohol, Stress und Angstzustände waren eben nicht gerade die besten Helfer, um ein gutes Gedächtnis zu behalten.
      Nach weiteren 20 Minuten und einem monoton sprechenden Navigationssystem fuhr Victor auf die Straße raus. Eine stille Sirene leuchtete aufgeregt auf dem Dach aller Fahrzeuge. Sie hatten keinen dringenden Grund dazu, aber die Leute machten dann einem wenigstens Platz ohne dumm nachzufragen.
    • Naira O'Connor

      Sie sah die Mundwinkel in Victors Gesicht zucken und musste selbst leicht schmunzeln, während ihre Augen dann durch die Halle sahen. Die Leute brauchten zwar einen Augenblick, aber letztendlich konnten sie alle zusammen raus laufen, damit Victor vorfahren konnte. Naira nahm sich den blonden Kollegen vor, er durfte mit ihnen auf der Rückbank mitfahren, auch wenn er ziemlich eingeschnappt war. Jeder konnte es ihm ansehen, selbst jemand, der ihn nicht kannte, Naira hatte ihm halt ziemlich viel gesagt und vor allem vorgeworfen..

      Eine gute dreiviertel Stunde brauchten die Fahrzeuge, ehe sie weit aus der Stadt rausgefahren waren und die Hütte in Sicht war. Sofort sprangen Naira Erinnerungen vor das geistige Auge, die nicht gerade dazu beitrugen, dass sie sich beruhigte. Sie war angespannt, denn so wirklich wusste sie nicht, was auf sie in der Hütte wartete, vielleicht war auch Thomas da und wartete nur?
      Die Wagen blieben stehen und alle stiegen mit Bedacht aus, bevor die Dunkelhaarige ihnen ein Zeichen gab, die Hütte zu umzingeln. Sie nahm selbst ihr Gewehr in die Hand, dieses Argument war deutlich kräftiger, als eine Glock , in der Hand einer zarten Frau. Sie entsicherte das Gewehr, lief auf die Tür der Hütte zu und nahm sie in Fokus. Erst, als die anderen Bescheid gaben, dass alles in Ordnung war nickte Naira und einer der Herren trat die Tür zur Hütte ein. Er lief vor, hinter ihm direkt Naira, die mitten ins Wohnzimmer stürmte, aber es war keiner hier, die Hütte schien zunächst leer zu sein. Sie betrachtete die Wände, sah sich ein Mal im kreis um und nahm ihr Gewehr wieder runter. Erinnerungen kamen hoch, sie hatte einen bitteren Geschmack von Blut auf der Zunge und in ihrer Nase stieg der Duft des Parfüms, welchen ihr Peiniger benutzt hatte. Sie musterte alles, bevor sie den Befehl gab, alles zu durchsuchen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es hatte wieder angefangen zu schneien, als sie ankamen und die Autos vor der Hütte parkten. Allein dadurch gaben sie jedem klugen Kriminellen bereits das Zeichen zum Rennen. Aber keiner würde vor einer Einheit fliehen, die gut genug ausgerüstet war, um eine ganze Gang in New York hoch zu nehmen. Victor fühlte sich sicher zwischen all den Leuten und trat neben Naira zur Hütte. Die anderen umzingelten sie, sagten per Funk den Stand durch und Naira gab das Zeichen zum Reingehen.
      Victor folgte kurzerhand. Er hatte sich gegen das lange Jagdgewehr entschieden und wie die Hälfte ihrer Truppe ein vollautomatisches Maschinengewehr mit sich genommen. Es hatte genug Schuss und würde Thomas direkt alle Gelenke zerfetzen, wenn er auch nur in Reichweite käme. Victor wollte nicht zögern, wenn er ihn das nächste Mal erkennen konnte. Egal ob Spike da stand oder nicht. Vom Hinterausgang hörte man, wie die andere Hälfte ebenfalls das Haus einnahm. Schneel schwärmten sie aus und aus den verschiedensten Räumen hörte man: "Leer!"
      "Badezimmer check!"
      "Küche sauber!" und ähnliche Rufe, die ihnen einzig und allein mitteilten, dass sie hier alleine waren. So mochte es den Anschein machen. Victor biss die Zähne zusammen, merkte aber schnell, dass ihm sein Herz bis an den Hals schlug und ihm übel war. Vereinzelte Bilder von ihrem gemeinsamen Essen und dem Cut, den er mit erleben musste, bis er Naira blutig neben sich wieder sah...
      Victors Augen sprangen zu seiner Partnerin, die nicht ruhiger aussah als er. Victor schulterte die entsicherte Waffe und ging ins Wohnzimmer. Seit ihrem letzten Besuch hatte sich gefühlt nichts verändert. Das Sofa, der Kaffeetisch...Die Unordnung vom Kampf war geblieben und auch die Blutflecken. Victor verkrampfte.
      4 Mann nahmen die Treppe im geregelten Ablauf nach oben.
    • Naira O’Connor

      Es fühlte sich alles so fremd an, obwohl alles zum greifen nah war. An jeder Ecke, in die sie hinsah gab es neue Erinnerungen an den Mann, der scheinbar zu klug für sie alle war. Er hatte nichts, aber auch nichts übrig gelassen, bis auf die Blutflecken von Naira Bein, die überall zu finden waren. Ihr wurde es übel, das Frühstück wollte wieder hoch, aber die Frau schluckte es runter und atmete tief durch, sie würde es definitiv schaffen, ob Alex an sie glaubte oder nicht. Dieser hielt sich mit den anderen Männern lieber in den anderen Räumen ab, er wollte das Blut nicht sehen, welches überall zu finden war.
      Naira überlegte einen Moment, sie folgte ihrem Partner ins Wohnzimmer und versuchte sich an den Abend genauer zu erinnern. Sie war gefesselt am Stuhl, mitten in dem Zimmer.. ihr Peiniger ging raus, er ging in den Keller und dann tauchte Spike auf, der sie irgendwie befreite. Die Frau schnappte sich eine Lampe, ging zur Treppe und wartete..
      Genau da wartete sie nun auch, aber vor einer verschlossenen Tür, das Schloss hing noch dran.
      „Aufmachen.. bitte..“. Sie deutete einem Kollegen an, die Tür einzutreten, mit ihrem verletzen Bein würde sie nur zu einer Lachnummer werden, wenn sie es versuchen würde. Der Mann rief ein paar Kollegen per Funk zu sich, alleine würde sich hier wohl niemand irgendwo reintrauen, das wollte er auch nicht. Zu dritt versuchten sie die Tür einzutreten, während Naira mit ihren Augen zur Küche sah. Sie hatten dort zusammen gegessen..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Ein einziger Alptraum...", kommentierte Victor die Hütte und folgte den Männern mit dem Blick nach oben in die zweite Etage. Dort hatte er und Naira übernachtet. Ganz einfach und ohne große Hintergedanken hatten sie geschlafen. Ihm war es sogar schon egal, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt nicht einig waren, wie sie mit ihrem ersten Mal umgehen sollten. Victor fuhr sich durch die Haare und schüttelte den Kopf, bevor er Naira folgte und dabei zusah, wie drei Männer gleichzeitig die Tür versuchten aufzubrechen. Es dauerte, bis sie schließlich mit lautem Knall gemeinsam durchfielen und nur stolpernd und knapp einem Fall über die Treppen nach unten entkamen. Einen ergriff man an seiner Weste, damit er nicht fiel.
      Victor hatte keine netten Worte übrig. Er wollte sie sich einteilen. Die meisten bekam eh Naira. Rein theoretisch gesehen, bekam sie sie alle. Denn sein Repertoire war mickrig. Die Kellertür offenbarte die Treppe nach unten in den Keller.
      "Weißt du was da ist?", fragte er schließlich Naira, denn er selbst konnte es nicht wissen. Er hatte seine Zeit unter der Treppe verbracht, halbnackt und zugedröhnt mit irgendwelchen Medikamenten, an die jedes Schulkind hatte kommen können. Er war einfach ausgeknockt gewesen...Victor wartete auf Nairas Befehl die Männer runter gehen zu lassen, doch das taten sie schließlich von alleine, sprachen sich mit knappen Handzeichen ab und traten nacheinander die Treppen runter. Der Funk knirschte. Die oberen Zimmer waren alle sauber.
    • Naira O’Connor

      Victor kam zu ihr, noch bevor ihr Alptraum lebendig wurde. Sie sah ihn kommen, genau wie damals hörte sie die Schritte des Mannes, der nichts ahnte. Ihre Hand ballte Naira zu einer Faust, als würde sie die Lampe in der Hand halten und sie wollte zuschlagen, aber ihr Partner hielt sie mit seiner bloßen Anwesenheit auf.
      „Ich habe hier zugeschlagen, als er da hoch kam..“,erklärte Naira und sah kurz zu ihrem Partner, dann zu den Männern, die runter stiegen. „Ich dachte eigentlich, er wäre tot, aber es scheint nicht so..“. Lange hielt sich die Frau nicht auf, sie stieg die Treppe runter hinter den drei Männern und sah kurz zu Victor, ob er ihnen auch folgte.
      Der Weg war ein wenig steil, aber es machte nichts, die Frau schaffte es dennoch in den Keller, im welchen einer der Männer das Licht einschaltete. Was sie zu sehen bekamen waren sehr.. ungewöhnlich. Thomas hatte sich einen kleinen SM-Keller eingerichtet, es gab viele Foltermittel da unten, ein Kreuz an der Wand, an dem man sicherlich jemanden befestigen konnte.. einige Sachen, die Naira noch nie in ihrem Leben zu sehen bekommen hat, es gab aber auch härtere Foltermittel, Handsägen, Werkzeuge.. alles ordentlich an seinem Platz gestellt . „Mir graut es bei dem Gedanken, was er mit mir vorhatte“. Eine Gänsehaut bildete sich auf ihrem Körper, ihr wurde es noch übler als vorher und am liebsten wäre sie rausgelaufen, aber die Frau hielt es durch. Sie wollte es jedenfalls, dann klingelte aber ihr Telefon. Der Klingelton war im ganzen Keller zu hören, Thomas wusste wohl, wo sie sich befanden.
      Mit zittrigen Händen holte die Dunkelhaarige ihr Handy raus, sah kurz zu ihrem Partner und ging dann dran. Ein Atmen war auf der anderen Seite der Leitung zu hören, keine Stimme, für den ersten Moment, dann war sie so laut, es hörten die sicherlich alle im Raum... „Hast du mich vermisst, Liebes?“.
      Naira schluckte schwer, aber sie wollte nicht allzu beunruhigt wirken. „Was willst du?“, fragte sie direkt und suchte den Raum mit ihren Augen nach Kameras ab.
      „Ich dachte nur, du hättest mich vermisst, wenn du schon in meinen Privatsachen rumschnüffelst.. da verzeihe ich dir sogar dein schlechtes Benehmen von vorhin“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor sah ihnen nach, blieb aber für einen Moment oben stehen, bevor er ihnen hinterging. Ein übles Gefühl machte sich in seiner Brust breit. Er konnte nicht den Finger darauf legen was es war und ob es überhaupt etwas zu bedeuten hatte. Ihm tat sein Kopf weh und die Gedanken überlappten sich alle. Zu allem Übel erinnerte er sich nicht nur an den Vorfall in diesem Haus, sondern auch an den Tod seines damaligen Partners.
      "Ganz ruhig...", sprach er zu sich selbst und kletterte die Treppe hinunter, nachdem die anderen auch bereits unten waren. Der keller war eingerichtet wie im Traum eines Sadisten...Oder Masochisten, je nachdem ob man denn darauf stand ausgepeitscht zu werden. Das beeindruckte Victor tatsächlich nicht. Alles andere war jedoch beunruhigender. Es gab eine ganze Werkbank und eine ganze Bandbreite an verschiedenen Werkzeugen, die alle dazu dienen konnten einen Menschen zu verletzen und seinen Körper soweit zu zerkleinern, dass man ihn nicht finden konnte.
      Victor sah sich um, hielt sich aber in der Formation der anderen, um nicht urplötzlich aus einem geheimen Gang angegriffen zu werden. Er musterte die Wände, die im Gegensatz zum Keller der Jagdhütte abgedeckt waren mit Plastikplanen. Dann klingelte das Handy und sie alle horchten wohl auf, als Naira ranging und Thomas sich meldete. Seine widerliche Stimme war laut genug, dass man ihn auch ohne Lautsprecher hören konnte. victor verzog das Gesicht und sah zu Naira. Sie brauchte ihn als Stütze und er würde nicht von ihrer Seite weichen. Thomas spielte mit ihnen, man hörte sein Grinsen direkt aus dem Telefon.
      "Wir sind doch alle erwachsene Menschen.", erklang Thomas Stimme wieder, "Ich hoffe ihr versteht meine Enttäuschung über unseren gemeinsamen kleinen Trip...Ihr habt mich so schnell verlassen, wir konnten uns nicht verabschieden. Wäre es doch bloß nicht dieser Hund gewesen. Wie hieß er nochmal, Miss O'Connor?"
      Sie alle waren angespannt. Victor fluchte innerlich darüber, dass Thomas gefühlt alle Ecken in seinem Leben mit Kameras ausgestattet hatte.
    • Naira O’Connor

      Sie schloss ihre Augen und atmete tief durch, während Thomas weiter mit ihr sprach. Es war nur ein verdammt blödes Spiel, mehr auch nicht.. jedenfalls sagte sie es sich so.
      „Spike..“,antwortete Naira und hielt sich für einen Moment den Nasenflügel mit zwei Fingern fest. Der Mann war wirklich widerlich. „Dann stell dir mal vor, wohin ich ihn überall bringen konnte.. er ist so ein lieber Hund, er wollte sofort zu seinem Frauchen rennen, als er sie sah.. aber ich habe ihm ein wenig mehr Benehmen beigebracht“.
      Wut stieg in der Frau hoch, sie hätte ihn am liebsten aus seinem Versteck gezerrt und mit den bloßen Händen bearbeitet, damit sein dämliches Grinsen aufhört. „Ich will meinen Hund wieder.. und das jetzt!“. Jede Faser Ihrer Muskel war angespannt, die Frau hielt es so gut es ging zurück, aber sie wollte am liebsten durchdrehen. Sie sah auf, suchte die Ecken wieder nach Kameras ab und bewegte sich ein wenig im Raum. „Das sind aber keine guten Manieren..“. Eine gespielte Enttäuschung war rauszuhören. „Wie heißt das Zauberwort denn?“. Naira fand sie, die kleine unscheinbare Kamera in der Ecke des Raumes, sie trat näher ran, sah direkt in diese, als könnte sie somit ihren Angreifer sehen. „Sofort..“, sie betonte jede Silbe extra und griff nach ihrer Dienstwaffe. „Was willst du damit, Liebes?“. Das Grinsen war wieder definitiv rauszuhören. „Oh, ich kenne ein gutes Spiel! Dabei nimmst du alle Kugeln bis auf eine raus und schießt auf deine Kollegen.. wenn die es überleben, gut für sie und wenn nicht, macht es doch noch mehr Spaß, oder nicht?“.
      Er lachte. Er lachte wirklich herzlich und in diesem Moment zog sich alles in Nairas Bauch zusammen. Wieso kam ihr das Lachen so bekannt vor, er hatte doch bisher nicht gelacht, er hatte nur gegrinst. Ihre Wut stieg noch mehr.
      „Du wirst mir auf der Stelle sagen, wo sich mein Hund befindet..“, unterbrach ihn die Frau und befüllte ihre zweite Waffe mit Munition. „Sonst was? Wirst du mich dann erschießen? Soll ich etwa Angst bekommen?“. Sie würde am liebsten ihre ganze Munition an ihm leer machen, dafür hatte sie so viel mitgenommen. Dieses Mal würde sie auch nicht zögern, sondern sofort schießen. Aber sie hob die Waffe nicht gegen ihn, sie hob sich die Waffe an den Kopf und starrte in die Kamera. „Neein.. das wäre viel zu einfach.. ich erschieße einfach ..mich.. deine Hauptfigur in diesem beschissenen Spiel!“. Thomas war still, genauso wie alle anderen in diesem Raum, aber die Emotionen, die sich in Naira gesammelt haben waren ein sehr schlechter Cocktail.
      „Liebes, das würdest du nicht tun..“, hörte man etwa einen Hauch Unsicherheit in seiner Stimme? Naira hielt es nicht ab, sie entsicherte die Waffe und starrte in die Kamera. „Wollen wir wetten?“, jetzt klang ihre Stimme ruhig und sicher, sie würde es tun.
      „Du wirst dich doch nicht vor allen deinen Kollegen erschießen? Willst du es Parker noch einmal antun?“. Er spielte nun eine Psychologiekarte aus, aber Naira war sich sicher, ihren Willen bekommen zu können. Wie sagte nicht, ihr Finger ging zum Abzug und wollte ihn betätigen, ihr Herz schlug so laut, dass es sicherlich die ganze Welt mithören konnte, aber Thomas hielt sie tatsächlich auf.
      „Nein, nein, nein, nein.. wir können doch noch über alles reden, Miss.“.
      „Ich will meinen verdammten Hund wieder“.
      Er schwieg, seufzte dann und schüttelte hörbar den Kopf. „Du kannst ihn Dir abholen.. Spaßbremse..“.
      Mit der Waffe in der Hand schoss Naira auf die Kamera in die Ecke des Raumes, in welche sie hinsah und kappte damit das Bild für den Mann. Sie seufzte erleichtert, nachdem er auch aufgelegt hatte und sah in die Gruppe, ganz besonders zu Victor. Sie wollte was sagen, aber eine SMS kam auf ihr Handy. Die Koordinaten, wo sich ihr Hund befinden sollte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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