[2er RPG] Killer Instinct

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    • "Interessant..."
      John vermerkte das geistig in seinen Studien, die er dann heute Abend wieder in seinem Tagebuch festhalten würde.
      "Ich bin zwar Antiquitätenhändler mit Leib und Seele, aber ich habe einige Kontakte geknüpft. Unter anderem Kontakte, die in der Lage sind, das doch recht schwache Sicherheitssystem der Polizei zu hacken. Ich wusste, wer an meinem Fall arbeitet, wie weit die Ermittlungen sind und wer die Verdächtigen sind. Ich wusste, dass mein Name auf der Liste stand in dem Augenblick, in dem du ENTER gedückt hast. Und damit begannen meine Vorbereitungen für den Augenblick, indem du dich entschlossen hast, mir einen Besuch abzustatten. Ich wusste nicht, ob du gekommen warst, um mich festzunehmen oder nur eine Aussage von mir zu holen. Ich konnte mir nicht sicher sein, also bin ich vorsichtig gewesen und habe sofort zugeschlagen. Den Rest kennst du ja. Ich bin dran: Was hast du gesehen, nachdem du meine Kunst erkannt hast?"
      Dieses Spielchen machte doch tasächlich Spaß. Es gewährte Einblicke, die später vielleicht hilfreich sein könnten. Aber im ALlgemeinen schien es wohl erst einmal einfach nur interessant zu sein. Und wenn John ehrlich war, dann war er auch flücklich mit jedem Stückchen Information, dass er von und über Vincen erhalten konnte.


    • Vincent zog die Augenbrauen zusammen. Er hätte sich denken können, dass John auch damals schon an die Polizeiakten kommen konnte. Immerhin hatte er ihm auch die aktuellen Ermittlungsakten im Puppenspielerfall besorgt. Die Frage hätte er wohl besser nutzen können.
      "In jedem von deinen Kunstwerken liegt etwas Persönliches, wie gesagt. Dass du ein sehr ordentlicher Mensch bist, dürfte noch jedem Hobby Profiler klar gewesen sein. Darauf deutet vieles hin, nicht zuletzt, dass du gründlich alle Beweise vernichtet hast. Auch wenn man sich die Leichen genauer ansah. Die Symmetrie, wenn welche vorhanden war, war auf den Millimeter genau perfekt. Noch etwas, das leicht herauszufinden war. Perfektionist. Der Rest war etwas subtiler, zusätzlich wollte kaum jemand deine Kunstwerke studieren, beziehungsweise viele behaupteten, du wolltest einfach nur besonders brutal sein.
      Ich weiß nicht recht worauf du mit der Frage hinaus willst, aber hier meine Antwort: Ich habe einen Menschen gesehen der für seine Kunst lebt. Nicht viel anders als andere, auch berühmte Künstler, nur das Medium war ein Anderes. Ich sah deinen Perfektionismus und deinen Ordnungszwang, eigentlich untypisch für das typische Bild eines Künstlers. Ich habe die Liebe fürs Detail gesehen und ich habe gesehen, dass du ich inspirieren hast lassen, wie viele Künstler. Ich weiß nicht ob absichtlich, oder unterbewusst. Ich sah einen Menschen, kein Monster. Und Menschen sind keine geschlossenen Systeme. Menschen werden durch ihre Umwelt geprägt. Auch du." Vincent sah John in die Augen. Er wollte Johns Reaktion sehen, so subtil sie auch sein würde. Ob er dem zustimmte, oder es anders sah. Egal was.
      "Okay, meine Frage: Hattest du wirklich vor für mich aufzuhören zu töten?"
    • "Ich habe doch aufgehört."
      Er betrachtete Vincent. Es war leicht zu erkennen, dass er ihn beobachtete, irgendetwas erwartete, eine Reaktion. John lächelte sanft.
      "Ich weiß nicht, ob ich es geschafft hätte. Als Profiler kennst du sicher das Prinzip der Eskalation. Die Abstände zwischen den Morden werden kürzer, die Morde brutaler und schlampiger. Ich bin nie eskaliert. Ich bin einem inneren Bedürfnis gefolgt. Nenne es einen Hunger, wenn du willst. Ich wusste, dass ich in regelmäßigen Abständen töten musste, um den Hunger unter Kontrolle zu halten. Kontrolle sorgt dafür, dass man nicht erwischt wird. Also habe ich den richtigen Rhythmus gefunden. Mal eine Woche mehr, mal eine Woche weniger, aber immer ungefähr gleich. Drei Monate sind einfach. Sechs fangen an zu stören. Nach neun Monaten verliere ich den Verstand. Ich wurde einmal beinahe erwischt, als ich eine lange Durststrecke in einem Blutbad beendete. Nicht meine beste Stunde, aber ich habe es geschafft, das ganze einem Sexualstraftäter anzuhängen, der daraufhin von den Straßen genommen wurde. Ich hätte also aufgehört, ja. Aber es hätte nur maximal neun Monate gehalten, bevor ich den Verstand verloren hätte. Und mit dir in meiner Nähe... du wärst ein leichtes Opfer gewesen."
      Er überlegte ein bisschen, was er nun fragen sollte. Was wollte er über seinen Lieblingspolizisten in Erfahrung bringen?
      "Während ich im Gefängnis war: Wovon handelten deine Träume?"


    • "Ich schätze... dann ist es gut, dass ich mich Montag daran setzen kann, dir dein nächstes Opfer zu suchen, nicht wahr? Bis dahin muss ich wohl hoffen, dass du mich nicht umbringst.", lächelte Vincent ehrlich. Es war vielleicht erschreckend wie ruhig er das sagte, Beide Teile. Auch wenn das Opfer ein Killer sein würde, Mord war Mord. Aber es war Vincent egal. Ebenso egal, wie wenn John ihn schließlich doch töten würde. Natürlich, wollte er nicht unbedingt sterben, aber wenn es doch dazu kam, dann war es wohl nur sein Schicksal. Er konnte sich gar nicht vorstellen anders zu sterben, als durch Johns Hand.
      "Um ehrlich zu sein habe ich diese Bitte bereut, sobald ich sie ausgesprochen habe...", erklärte er, bevor er sich Johns nächster Frage zuwandte, sein Brustkorb zog sich ein wenig zusammen. Er konnte nicht alles hinter sich lassen, bei Weitem nicht.
      "Unterschiedlich... meistens kamst du darin vor, nicht immer. Vieles davon waren eher Erinnerungen, manchmal auch verzerrt. Manchmal habe ich von meinem Partner geträumt. Manchmal lagst du auf dem Tisch und ich hatte das Skalpell in der Hand. Manchmal lag mein Partner auf dem Tisch und ich habe dir zugesehen was du mit ihm gemacht hast. Davon habe ich in Wahrheit nichts gesehen, nur das Ergebnis, aber es war als hätte ich jeden Schnitt sehen können. Ab und zu habe ich geträumt ich stände bei der Beerdigung meines Partners... seine Familie gab mir die Schuld. Ich habe nie mit ihnen gesprochen, vielleicht tun sie das. Schon komisch... seit wir hier sind kann ich mich nicht an meine Träume erinnern, wenn ich aufwache..." Vincent wich Johns Blick aus und sah an ihm vorbei an die Decke. "Oft habe ich geträumt wie ich keine Luft bekomme. Und es war nicht nur die Folter von der ich geträumt habe... auch... die Belohnungen." Der Verlust seines Partners setzte ihm zu und die Gedanken an den Vincent von vor einigen Monaten ebenso. Es schien als kam alles wieder in ihm hoch, was er versuchte zu vergraben. Seine Zweifel, an sich selbst, an John, an seinen Gefühlen. Sein Kampf mit sich selbst, das Gefühl alles falsch zu machen, das Gefühl verrückt zu werden. Das Gefühl, dass seine Gefühle nicht okay waren.
      "Als du mich in deinem Apartment zurück gelassen hast... als du gesagt hast du würdest nicht mehr töten, all das... war das kalkuliert? Weil du wusstest, ich würde merken, dass ich dich vermisse? Dass ich mich entscheiden muss? Die Anrufe danach, waren sie für dich? Weil du meine Stimme hören wolltest, oder weil ich deine Stimme hören sollte um dich nicht verdrängen zu können? Das Messer, das ich immer bei mir tragen sollte, war es nur als stille Erinnerung an dich gedacht, die immer bei mir sein sollte?"
    • "Das waren sechs Fragen, mein Lieber. Das ist gegen die Regeln, die du selbst aufgestellt hast", tadelte John.
      Er strich Vincent durch die Haare, doch plötzlich packte er sie unsanft und beugte sich dicht vor Vincents Gesicht.
      "Du weißt, dass ich sowas nicht mag. Aber ich vergebe dir."
      Er ließ los und lehnte sich wieder zurück. Als wäre nichts passiert, strich er wieder duch Vincents weiche Haare und dachte nach, wie er mit diesem Regelverstoß umgehen wollte. Würde er nur eine Frage beantworten? Würde er dann selbst gleich sechs hintereinander stellen? Schwierige Entscheidung...
      "Kalkuliert ist das falsche Wort. Ich kann Menschen lesen wie Bücher, dich eingeschlossen. Ich wusste, dass ich dich zurücklassen konnte, ohne mir um dich Gedanken machen zu müssen. Du würdest zurückkommen. Du konntest gar nicht anders. Die Telefonate waren eher für mich, als für dich, aber sie halfen dabei, dich daran zu erinnern, wo du hin gehörst. Und das Messer...", er lächelte stolz, "das war nicht für Erinnerungszwecke gedacht. Es war mehr ein Experiment meinerseits. Ich wollte sehen, was du tust, wenn ich dir die Mittel gebe von denen du weißt, dass ich sie nutze. Hättest du dir selbst eines gekauft, wäre es bloß ein Messer gewesen. Aber weil es von mir kam, hatte es eine Bedeutung für dich und damit wurde es mehr als bloß ein Messer."
      Er zuckte mit dem Schultern.
      "Offen gesagt ist alles, was ich hier tue, nichts weiter als ein Experiment. Du weißt, dass ich mit meine Zeit für meine Werke nehme. Aber mehr als ein paar Wochen hat bisher noch keiner überlebt. Außer dir. Du überlebst mich nun schon seit weit über einem Jahr. Ich kann gar nicht anders, als mich auszuprobieren. Und du lässt es so bereitwillig zu..."
      Er schnurrte und beugte sich erneut vor, doch diesmal küsste er Vincent, inig und begierig.


    • Vincent zuckte bei dem plötzlichen Ruck an seinen Haaren zusammen, was ihm sein Körper nicht gerade dankte. Er sah John an und brachte ein demütiges "Es tut mir Leid." hervor, ohne seinem Blick auszuweichen. Vor ein paar Wochen noch wäre er trotzig gewesen, vor ein paar Monaten hätte er Angst gehabt. Jetzt fühlte er sich einfach nur, als hätte er das eben verdient gehabt, obwohl er manchmal vergaß, dass John ein Psychopath war wie er im Buche stand und Vincent mit sowas jederzeit rechnen musste.
      Ob er das nun getan hatte, weil er etwas demonstrieren wollte, oder weil er tatsächlich wütend war konnte Vincent nicht sagen. Jedenfalls antwortete er Vincent nun und dieser hörte zu.
      Es stimmte, er ließ das alles zu, er wollte es sogar. Immerhin hatte er John gestern sogar dazu aufgefordert an seinem Körper zu experimentieren. Vincent hatte ja auch etwas davon, auch wenn es vielleicht war, weil John ihn so konditioniert hatte, ob absichtlich oder nicht. Trotzdem hatte es für Vincent immer einen bitteren Beigeschmack, wenn John aussprach, was sie Beide sowieso wussten.
      John küsste Vincent und obwohl es nicht sollte, beruhigte es den Ermittler schnell wieder.
      Ihm kam ein Gedanke... ob er sich absichtlich so verwundbar und beeinflussbar machte? John würde ihn ohnehin manipulieren, es war einfacher für ihn, wenn er sich nicht wehrte, oder? Spielte er sich selbst etwas vor? Nein... in dem Fall hätte er John einfach sterben lassen können, er hatte zwei Mal die Gelegenheit dazu gehabt und hätte bei einem Mal nicht einmal etwas dafür tun müssen.
      Hör auf zu denken Vincent..., ermahnte er sich selbst und erwiderte den Kuss. Er wurde gieriger, er brauchte den Kuss. Er hatte es über eine Woche ohne Zweifel an John und sich selbst geschafft, wieso fing das jetzt wieder an? Er dachte er hätte es gestern wieder in den Griff bekommen. Er wollte nicht zurück in sein altes Verhaltensmuster fallen.
      Als sie sich wieder voneinander lösten holte Vincent Luft, dann blickte er John wieder an. "Du warst einfacher, als du dich noch nur für deine Kunst interessiert hast, ohne dabei ein untypisches Interesse für einen Polizisten zu entwickeln. Das passt nicht ins Muster..."
    • John grinste, als sei diese Aussage ein Sieg. Sanft strich er über Vincents Wange.
      "Vielleicht liegt das daran, dass ich nicht eskaliere? Ich entwickle mich weiter. Ich verfeinere meine Technik. Ich lerne, jemanden so sehr zu bearbeiten, dass ich sehr viel weniger töte. Weniger Spuren... Vielleicht werde ich das ultimative Raubtier. Ichhabe bereits jetzt hunderte Leichen auf meinem Konto und niemand kennt auch nur ein Viertel davon. Ich erinnere mich an jeden Namen, an jeden Tod, an jede Ablagestelle. Ich wurde nur erwischt, weil ich mich gestellt habe. Jetzt stell dir mal vor, wie viele Menschen ich in meinem Leben hätte töten können, wenn ich einfach weiter gemacht hätte und mich auf diese Art weiterentwickelt hätte? Der Polizei immer einen Schritt voraus. Nicht einmal ein bruchteil meiner Tötungen fällt auf. Ich wäre eine Legende, nicht nur eine gruselige Geschichte in einem FBI-Studiengang. Wäre das nicht grandios? Man wird mich niemals in einem Atemzug mit Da Vinci nennen. Aber auch nicht im gleichen Atemzug wie Manson. Ich wäre besser als beide! Wärst du nicht auch gern eine Legende? Teil meiner Legende?"


    • Vincent schnaubte amüsiert. "Mein Name wird nur als Fußzeile auftauchen, ich bin nur eines deiner Opfer. Und dass du es bist der mein Leben beendet steht fest, wann auch immer und wie auch immer. Aber du wirst es nehmen. Es wäre nur anders gelaufen, wenn Williams nicht so ein naiver Träumer wäre.", erklärte Vincent kopfschüttelnd. Er wusste selbst, dass er sich auch naiv verhielt, aber stimmte das, wenn er wusste worauf er sich mit John einließ? Er war wohl eher einfach nur nicht ganz dicht.
      "Deine Meinung über ihn würde mich interessieren, vielleicht ist das Essen doch keine schlechte Idee...nur vielleicht nicht gerade in den nächsten paar Tagen. Ich hatte eigentlich das Gefühl er traut mir nicht und ich glaube auch nicht, dass er mich anfangs besonders gut leiden konnte. Vielleicht hat ihn mein Pragmatismus umgestimmt... ich glaube er ist sehr viel emotionaler als er sich gibt..." Vincent machte eine kurze Pause. "Denkst du die Organisation war hinter dir her als ich es auch war? Vielleicht bin ich ihnen damals zuvor gekommen..."
    • "Wie gesagt: Ich kann niemanden in dieser Organisation besonders gut einschätzen. Ich brauche mehr Kontakt als ein paar gebrüllte Befehle an Wärter, die mich von A nach B transportieren sollen. Allerdings würde ich sagen, dass sie wirklich hinter mir her waren, wahrscheinlich sogar länger als meine Existenz bekannt war. Aber sie haben weniger Fortschritte gemacht als du, also können sie gar nicht so gut sein. Den Puppenspieler mussten wir ja auch zusammen hochnehmen und die haben erst danach wirklich weitergeholfen. Von der Qualität dieser 'Shepherds' muss mich erst noch jemand überzeugen. Allerdings spricht für sie, dass sie den großen Francis Ackerman jr. auf ihrer Seite haben. Selbst wenn er gezwungen wurde, ist das immer noch ein großes Stück Arbeit, das da geleistet werden musste. Ich hielt ihn immer mehr für ein Tier als einen richtigen Menschen..."
      John ging noch einmal seine mentalen Profile der anderen durch, ohne dabei zu einer neuen Erkenntniss zu gelangen. Es war ein bisschen frustrierend. Aber sobald sein Körper weit genug verheilt war, wurde er diese Fußfessel los und konnte sich endlich freier Bewegen und mehr Informationen einholen. Wie immer würde er wohl auf Zeit spielen müssen. Aber das machte ihm nichts aus. Er war ein sehr geduldiger Mann.
      "Spielen wir eigentlich noch oder ist das jetzt in eine normale Konversation übergegangen?"


    • "Konversation...", antwortete Vincent. "Außer du willst weiter spielen, dann hast du aber wohl ein paar Fragen gut." Er rief sich Francis Ackermann noch einmal ins Gedächtnis. Er war ruhiger gewesen als er erwartet hätte, obwohl seine Größe und sein Körperbau alleine schon einschüchternd genug waren. Er und sein Bruder hatten eine eigenartige Beziehung...
      "Ich glaube nicht, dass Ackermann durch jemand anderen 'gezähmt' hätte werden können als durch seinen Bruder. Selbst Tiere fühlen eine gewisse Verbundenheit gegenüber ihren Verwandten. Natürlich fressen sie sich gelegentlich gegenseitig, aber trotzdem. Und wenn du dein Leben von einem Fremden beeinflussen lässt, warum sollte Williams das nicht bei seinem Bruder schaffen? Nicht, dass ich viel davon verstehen würde... ich bin ein Einzelkind."
      An der Kompetenz dieser Organisation zweifelte Vincent allerdings auch. Wer war verrückt genug Vincent eine solche Stelle anzubieten? Aber was war von jemandem zu erwarten, der gleich zwei legendäre Killer anstellte...?
      Seine Gedanken schweiften zurück zu Johns Beweggründen für... alles was er das letzte Jahr getan hatte. Die Besessenheit die er für Vincent empfand war verrückt und kaum zu übersehen. Er erinnerte sich an ihr letztes richtiges Gespräch, bevor John ihn alleine gelassen hatte. Er hatte John nie wieder so gesehen und würde es vielleicht auch nie. Prüfend blickte er den Killer an und fühlte wie die Stelle an seiner Schulter kribbelte, in der das Messer gesteckt hatte. Ob John sich damals nur entschuldigen wollte? Oder wollte er tatsächlich 'normal' fühlen. Was empfand er wirklich für Vincent?
      Ich habe mich immer gefragt, wie es sich anfühlt, jemanden zu lieben.
      Vincent fragte sich ob er jemals wieder beobachten konnte, wie John so etwas wie einen Gefühlsausbruch hatte, während die Worte des Killers ihren Weg in Vincents Gedächtnis fanden. Er sollte aufhören sich über so etwas Gedanken zu machen...
      "Also... hast du noch eine Frage?"
    • "Nein", antwortete John.
      Er hatte hunderte Fragen, tausende. Aber jetzt gerade war ihm das alles egal. Er hatte keine Lust mehr auf dieses Spiel. Zumal diese Fragen sich hauptsächlich auf andere Dinge bezogen, die aktuell wenig wichtig waren, zumindest nicht in dieser Situation. John hatte zwar gern alle Informationen zur Hand, aber manchmal musste man eben zurückstecken.
      "Allerdings gefiel mir dieses Frage und ANtwort Spiel. Wir können das gern wiederholen."
      John ließ die Haare des Polizsten in Ruhe und widmete sich dessen Schultern. Er massierte sie leicht und nutzte dabei eine Technik, die die Verletzung Vincents entlastete und sogar den Schmerz ein wenig 'wegschob' Es war faszinierend, was man so mit dem menschlichen Nervensystem anstellen konnte.
      "Du musst ja morgen ins Büro. Könntest du mir ein paar Bücher mitbringen, wenn du wieder nach Hause kommst? Ich schreibe dir eine Liste. Schließlich muss ich den Großteil der nächsten Woche allein zu Hause verbringen. Wir wollen ja nicht, dass ich mich langweile."


    • "Klar, warum nicht?", murmelte Vincent. Kurz darauf schloss er die Augen um Johns Massage besser genießen zu können. Er schaltete seine Gedanken auf stumm und konzentrierte sich einfach auf Vincents Hände.
      Er sollte ihm Bücher mitnehmen? "Sicher. Ich bringe sie dir mit." Vincent fragte sich ob er direkt einen Fall bekommen würde, daran war John bestimmt auch interessiert.
      Vincents erster Arbeitstag also.... "Ich hoffe nur ich muss nichts unterschreiben..." Angesichts der Nervenschäddn war er nicht sicher ob er morgen einen Stift halten konnte, geschweige denn schreiben. Vielleicht konnte er es auf seine Schulter schieben. Aber er bezweifelte es, dass ihm das jemand abkaufen würde.
    • Johns Hände wanderten die Oberarme des Polizisten hinab und schließlich ergriff er dessen Hand. Auch hier massierte er den Schaden weg. Das hielt zwar nicht besonders lange, aber es beschleudigte den Heilungsprozess.
      "Ich bin mir sicher, dir wird etwas einfallen", sagte er, aber es klang, als interessiere ihn dieses Problem des Polizisten nicht.
      Er hatte das gestern Abend gewollt, also musste er auch mit den Konsequenzen leben. Das predigte John ihm immer wieder. Und er war sich sicher, dass Vincent sich bewusst war, dass es seine Schuld war. Verstand hatte der gute Mann ja schließlich immer noch.
      "Willst du deine Belohnung morgen früh, bevor du zur Arbeit muss oder erst, wenn du wieder da bist?"


    • Vincent gab einen wohligen Laut von sich als John sich seinem Arm und seiner Hand zuwandte. Er war gerade so müde, dass er sich gar nicht vorstellen konnte, dass er morgen mehr als ein Abendessen und vielleicht einen Film auf der Couch haben wollte, wenn er nach Hause kam. Trotzdem kam ihm die morgendliche Variante nicht so geschickt vor.
      "Abends...", antwortete er deshalb entspannt. Nach einer Weile schlug er die Augen wieder auf.
      "Massier nicht zu viel von dem Schmerz weg. Ich brauche das morgen, nachdem ich dich nicht mitnehmen kann." Er brauchte einen Anker, der ihn nicht wieder in die 'normale' Welt abdriften ließ, obwohl bei den Shephards wohl niemand normal war. Trotzdem... er hoffte Francis Ackerman behielt nicht recht damit, dass Vincent niemals aufhören können würde, seine Moral und sein handeln in Frage zu stellen. Bei ihm klang es, als wäre das gut für Vincent, aber der Ermittler sah das anders.
    • "Ich kann dir so viel von dem Schmerz nehmen, wie ich will. Morgen ist er nämlich wieder da."
      Dennoch hörte John auf, wie es der Polizist wollte. Er wäre der letzte, der sich darüber beschwerte, jemandem Schmerzen zuzufügen. Allein wenn Vincent aufstand und das Gesicht dabei verzog, freute es John, denn er wusste, dass das sein Werk war. Es hatte beinahe etwas von Perfomance Art. Noch etwas, was sich John auf die Fahne schreiben konnte. Sein Lebenslauf wurde ja immer länger!
      "Es ich noch nicht einmal Mittag und du willst schon ein Nickerchen machen, ts ts. Ich glaube, ich habe ein bisschen übertrieben, wenn du nicht einmal das aushälst", triezte er den Polizisten mit einem schelmischen Lächeln auf dem Gesicht.
      Er wusste genau, was er da tat.


    • "Das nennt man Siesta...", antwortete Vincent verteidigend, aber lächelnd. "Du warst mit Lesen beschäftigt, ich wollte dich nicht stören. Und ich habe auch nicht wirklich etwas zu tun, zum Lesen bin ich zu müde und mit dem Fernseher wollte ich dich nicht stören." Nachdem Vincent jetzt aber tatsächlich schon eine Weile einfach nur dagelegen hatte, richtete er sich langsam auf. Was auch immer John da getan hatte, es hatte funktioniert. Zwar war da immer noch ein Schmerz, aber er war lange nicht mehr so intensiv. Angenehm und Schade zugleich.
      "Ich frage mich ob du es aushalten würdest...", lächelte er kopfschüttelnd und streckte sich ein wenig, am Ende taten ihm sonst auch noch seine Gelenke weh.
      "Hast du denn einen Vorschlag womit ich meine Zeit besser verbringen kann?"
    • "Lernen", antwortete John schlicht und deutete auf eine Fachzeitschrift auf dem Tisch, die sich mit Medizin beschäftigte.
      Es war eine Ausgabe die unter dem Thema 'natürliche Heilmittel und Gifte' lief. Sehr aufschlussreich.
      John griff wieder nach seinem Buch, schlug zielicher die richtige Seite auf - er benutzte nie ein Lesezeichen - lehnte sich zurück und las weiter. An sich war dieses Tagebuch recht trocken geschrieben und viele Informationen interessierten John auch gar nicht richtig. Er las dennoch alles, was der Ermittler geschrieben hatte, um ein GEfühl für ihn, seine Methoden und sein Leben zu bekommen. Es war immer gut, den leitenden Ermittelnden genauso gut zu kennen wie den Killer. Das konnte hintenraus vieles klären und erleichtern.
      John war eine Informations-Bestie. Es war seine liebste Ressource, wenn er jemanden in den Wahnsinn treiben wollte, ob nun körperich oder geistig. Wissen war Macht und John hatte gern die Macht über andere.


    • Vincent seufzte leise, aber verzichtete darauf sich zu beschweren, ehrlich gesagt traute er sich das nicht. Er beugte sich also mit einem leichten Zucken nach vorne, um sich die Zeitschrift zu nehmen. Er blätterte ein wenig durch, bis er schließlich willkürlich anfing einen Artikel zu lesen. Es war erstaunlich wie viele giftige Pflanzen es gab, alltägliche Pflanzen noch dazu. Der Fingerhut ist ja weitreichend bekannt. Trotzdem fand Vincent die Artikel weit nicht so interessant wie John es vielleicht gerne gehabt hätte, er hatte aber auch nichts Besseres zu tun und es lenkte seine Gedanken ab.

      Nachdem er die Zeitschrift von vorne bis hinten gelesen hatte, wobei er manches eher überflogen hatte, legte er sie zurück auf den Tisch. Dann stand er langsam auf, um das Essen vorzubereiten. Heute fing er lieber extra früh damit an. John brachte er eine Kanne Tee. Er überlegte eine Weile was er aus dem Fleisch zaubern konnte und suchte sich schließlich ein Rezept im Internet.
      Andrew hatte Vincent außerdem geschrieben, dass er um 8:00 im Büro erscheinen sollte... Vincent wachte meistens weitaus früher auf. Er würde wohl erst einmal Zeit bekommen sich dort zurecht zu finden, außerdem wartete noch eine psychologische Evaluierung auf ihn, die aber kurzfristig wohl keine Auswirkungen hatte. Etwas spät waren sie damit auch dran, dachte Vincent.
      Er war wohl für jeden dort ein offenes Buch, wirklich gut darin zu verbergen was er dachte war er ja scheinbar nicht. Er musste nur aufpassen sich in diesem neuen Leben nicht zu wohl zu fühlen.

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    • (Logan? xD)



      John las sich zufrieden durch seine antiquarische Lektüre. Er brauchte zwar noch einige Stunden an Lesezeit - altenglische Schreibschrift und das auch noch per Hand war nicht leicht zu entziffern, wenn er Schreiber ene Sauklaue hatte wie dieser Polizist - aber sie war doch äußerst aufschlussreich und informativ. Da hatte Vincent wirklich einen guten Fund gemacht. John würdezugern die entsprechende Buchhandlung von innen sehen, aber darauf musste er wohl noch warten. Dem Händler würde er sicherlich nicht verraten, welche Schätze er da in seinem Laden verschleuderte. Es war besser billig ranzukommen und es teuer zu verkaufen, als jemandem die Genugtuung zu verschaffen, etwas Wertvolles in Besitz zu haben und es dann teuer erwerben zu müssen. Man musste kein Eigentümer eines Antiquitätenladens sein, um dieses Geheimnis zu kennen.
      Als er sich zu Genüge mit den Gedanken eines weiteren Polizisten beschäftigt hatte, legte John das Buch weg und machte sich dasran, seine Liste für Vincent zusammenzustellen. Es waren einige Bücher und er musste eine zweite Liste erstellen, auf der er alles sortierte. Vielleicht hatte er es ein bisschen übertrieben.
      "Hier", sagte er, als er Vincent die Liste auf dem Esstisch zeigte, "lass dich nicht davon erschlagen, ich zwinge dich nicht zum Muskeltraining. Das ist bloß interessante Lektüre, die mir dabei helfen könnte, die Zeit totzuschlagen. Bring mit, was immer du willst. Und wenn du etwas totschlagen möchtest, dann empfehle ich dir, vorher diese Bücher zu lesen", er deutete auf Spalte Nummer zwei, "und ich würde mich sehr freuen, wenn du eine Möglichkeit findest, mir den Buchladen, in dem du dieses wundervolle Tagebuch entdeckt hast, von innen zu zeigen. Dann wird die Liste eventuell noch ein wenig länger..."


    • (Fuck xD Wundert mich, dass es mir nicht schon früher passiert is xD Hab auch mal nen Post auf englisch geschrieben und dann musste ich alles umschreiben T_T)

      Vincent sah sich die Liste an, es kam ihm nicht wirklich etwas davon bekannt vor, aber nicht alles davon sah uninteressant aus. Dann sah er wieder zu John auf. "Du kannst bald mit mir hingehen wohin du auch willst, ich werde dich nicht einmal davon abhalten alleine in den Buchladen zu gehen. Ich vertraue darauf, dass wir uns einig sind, dass es gerade zu gefährlich ist jemanden umzubringen. Und ich vertraue auf deine Selbstkontrolle.", erklärte er und schnappte sich die Liste. Er faltete sie zwei Mal zusammen und ging dann zur Eingangstür um den Zettel in seine Jackentasche zu stecken. Andernfalls hätte er die Liste morgen bestimmt liegen lassen.
      "Du kannst von mir aus den ganzen Buchladen kaufen, an Geld mangelt es mir jetzt jedenfalls nicht.", lächelte er am Rückweg in die Küche. Er holte die Spieße die er mit einigen kleineren Restfleischstücken und etwas Gemüse garniert hatte und stellte den Teller stolz auf den Tisch.
      "Da! Wenn ich das schaffe, schaffe ich auch einen Arbeitstag!", lächelte er stolz und setzte sich. Etwas selbstgemachtes Tsatsiki stand auch bereit.
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