Der kleine Junge wurde unsanft hinter seinem Vater hergezogen, machte sich aber nichts daraus. Er versuchte einfach nur, so gut es ging Schritt zu halten und nicht über seine eigenen kleinen Füße zu stolpern. Er sagte nichts, während der Mann leise vor sich hinfluchte, versunken in seine wütenden Gedanken. Als sie beim Familien eigenen Laden ankamen, stoppte der Mann kurz und sah durch das Fenster. Dann seufzte er, ließ seinen Sohn los und ging in die Hocke, um mit ihm auf Augenhöhe reden zu können.
"Tut mir leid, Johnny. Geht's dir gut?"
Der Junge nickte und drückte seinem Vater eine Saftpackung in die Hand. Der Mann lächelte und öffnete sie für seinen Sohn, der stumm daran nuckelte. Der Mann betrachtete den Jungen kurz, dann wuschelte er ihm durch die Haare.
"Du bist clever, das weißt du."
Wieder nickte der Junge.
"Das hier ist für dich. Es ist vielleicht ein bisschen kompliziert, aber bei dir weiß man ja nie."
Er drückte dem Jungen ein Buch in die Hand. Es dauerte einen kleinen Augenblick bis der Knirps den langen Titel gelesen hatte. Dann rannte er in den Laden und krabbelte unter einen alten Tisch, den niemand haben wollte, ganz hinten und begann zu lesen. So lief das immer ab, wenn ihn sein Vater genervt von der Schule abholte. Er schenkte ihm ein Buch, sagte ihm wie clever er sei und dann stritten sich seine Eltern im Laden, wenn niemand da war, während er ungesehen im hinteren Teil des Ladens seine Bücher las und die Streit mitbekam.
"Du warst schon wieder bei dieser Schlampe!", schrie eine Frauenstimme durch den Laden.
"Und deswegen rennst du gleich zu Thomas?!", entgegnete der Mann.
So ging das einige Zeit lang hin und her und hin und her. Wüssten sie, dass ihr Sohn all das hörte, würden sie sich nicht streiten. Sie stritten sich nie vor ihm. Sie stritten sich nie in der Wohnung über dem Laden, denn die Wände waren dünn, man konnte leicht mithören.
Der Junge betrachtete die Bilder in dem Buch, das ihm sein Vater gegeben hatte. Normalerweise bekam er keine mit Bildern drin. Das waren keine Bilder für einen Siebenjährigen. Das war kein Buch für einen Siebenjährigen. Es waren nie Bücher für sein Alter, aber für gewöhnlich waren es keine derartigen Bücher. Der kleine Junge saugte auch die Luft aus seiner Saftpackung, während er fasziniert die Bilder aufsog wie ein Schwamm. Als er eine Tür knallen hörte, bildete sich eine Idee in seinem Kopf. Immer wenn er eine Idee hatte, setzte er sie auch um. Er hatte keine Impulskontrolle. Noch nicht. Er krabbelte aus seinem Versteck, warf die Packung weg und schlich sich mit dem Buch aus dem Laden. Er wusste, dass zwei Straßen weiter hinter dem Restaurant immer dieser fette Waschbär auf Beutezug war. Er musste nur lange genug warten....
In der Gasse fand er einen zerbrochenen Spiegel. Das sollte reichen. Er versteckte sich mit einer der größeren Scherben in der Hand und wartete. Die Sonne ging schon unter, als der Waschbär endlich auftauchte. Das Tier hörte ihn nicht kommen, war zu sehr mit fressen beschäftigt. Der kleine Junge rammte die Scherbe in den Nacken des dicken Tieres. Es kreischte auf, zappelte herum und kratzte ihn am Arm. Dann bewegte es sich nicht mehr. Der kleine Junge betrachtete den leblosen Körper. Er bekam plötzlich Angst und rannte nach Hause. Seinen Eltern erzählte er, er habe sich an einem Zaun geschnitten. Sie schöpften keinen Verdacht. Und nachts, seine Eltern schliefen schon, da las der kleine Junge weiter in dem Buch, das überhaupt nicht für kleine Jungs gedacht war...
John schlug die Augen auf und streckte sich. Auf einer Couch zu schlafen war unbequemer als auf einer Pritsche im Gefängnis. Neben sich sah er Vincent sitzen, die Augen geschlossen. Der Polizist schlief nicht, das konnte er ihm ansehen.
"Na? Spaß gehabt, von dem guten Dwayne ignoriert zu werden?", säuselte John und drehte sich um, damit er den Kopf auf Vincents Schoß legen und zu ihm hinauf sehen konnte, "Wie viele Männer hat er abgestellt, den Park zu überwachen? Vier? Fünf?"
Er kicherte leise, wurde dann aber wieder ernst.
"Du siehst erschöpft aus, mein Hübscher. Willst du nicht doch ein bisschen schlafen? Ein Powernap. Ich wecke dich in neunzig Minuten. Ich kann auch bei dir bleiben, kein Problem. Für Lesestoff hast du ja gesorgt."
"Tut mir leid, Johnny. Geht's dir gut?"
Der Junge nickte und drückte seinem Vater eine Saftpackung in die Hand. Der Mann lächelte und öffnete sie für seinen Sohn, der stumm daran nuckelte. Der Mann betrachtete den Jungen kurz, dann wuschelte er ihm durch die Haare.
"Du bist clever, das weißt du."
Wieder nickte der Junge.
"Das hier ist für dich. Es ist vielleicht ein bisschen kompliziert, aber bei dir weiß man ja nie."
Er drückte dem Jungen ein Buch in die Hand. Es dauerte einen kleinen Augenblick bis der Knirps den langen Titel gelesen hatte. Dann rannte er in den Laden und krabbelte unter einen alten Tisch, den niemand haben wollte, ganz hinten und begann zu lesen. So lief das immer ab, wenn ihn sein Vater genervt von der Schule abholte. Er schenkte ihm ein Buch, sagte ihm wie clever er sei und dann stritten sich seine Eltern im Laden, wenn niemand da war, während er ungesehen im hinteren Teil des Ladens seine Bücher las und die Streit mitbekam.
"Du warst schon wieder bei dieser Schlampe!", schrie eine Frauenstimme durch den Laden.
"Und deswegen rennst du gleich zu Thomas?!", entgegnete der Mann.
So ging das einige Zeit lang hin und her und hin und her. Wüssten sie, dass ihr Sohn all das hörte, würden sie sich nicht streiten. Sie stritten sich nie vor ihm. Sie stritten sich nie in der Wohnung über dem Laden, denn die Wände waren dünn, man konnte leicht mithören.
Der Junge betrachtete die Bilder in dem Buch, das ihm sein Vater gegeben hatte. Normalerweise bekam er keine mit Bildern drin. Das waren keine Bilder für einen Siebenjährigen. Das war kein Buch für einen Siebenjährigen. Es waren nie Bücher für sein Alter, aber für gewöhnlich waren es keine derartigen Bücher. Der kleine Junge saugte auch die Luft aus seiner Saftpackung, während er fasziniert die Bilder aufsog wie ein Schwamm. Als er eine Tür knallen hörte, bildete sich eine Idee in seinem Kopf. Immer wenn er eine Idee hatte, setzte er sie auch um. Er hatte keine Impulskontrolle. Noch nicht. Er krabbelte aus seinem Versteck, warf die Packung weg und schlich sich mit dem Buch aus dem Laden. Er wusste, dass zwei Straßen weiter hinter dem Restaurant immer dieser fette Waschbär auf Beutezug war. Er musste nur lange genug warten....
In der Gasse fand er einen zerbrochenen Spiegel. Das sollte reichen. Er versteckte sich mit einer der größeren Scherben in der Hand und wartete. Die Sonne ging schon unter, als der Waschbär endlich auftauchte. Das Tier hörte ihn nicht kommen, war zu sehr mit fressen beschäftigt. Der kleine Junge rammte die Scherbe in den Nacken des dicken Tieres. Es kreischte auf, zappelte herum und kratzte ihn am Arm. Dann bewegte es sich nicht mehr. Der kleine Junge betrachtete den leblosen Körper. Er bekam plötzlich Angst und rannte nach Hause. Seinen Eltern erzählte er, er habe sich an einem Zaun geschnitten. Sie schöpften keinen Verdacht. Und nachts, seine Eltern schliefen schon, da las der kleine Junge weiter in dem Buch, das überhaupt nicht für kleine Jungs gedacht war...
John schlug die Augen auf und streckte sich. Auf einer Couch zu schlafen war unbequemer als auf einer Pritsche im Gefängnis. Neben sich sah er Vincent sitzen, die Augen geschlossen. Der Polizist schlief nicht, das konnte er ihm ansehen.
"Na? Spaß gehabt, von dem guten Dwayne ignoriert zu werden?", säuselte John und drehte sich um, damit er den Kopf auf Vincents Schoß legen und zu ihm hinauf sehen konnte, "Wie viele Männer hat er abgestellt, den Park zu überwachen? Vier? Fünf?"
Er kicherte leise, wurde dann aber wieder ernst.
"Du siehst erschöpft aus, mein Hübscher. Willst du nicht doch ein bisschen schlafen? Ein Powernap. Ich wecke dich in neunzig Minuten. Ich kann auch bei dir bleiben, kein Problem. Für Lesestoff hast du ja gesorgt."
