[2er RPG] Burning Desire

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    • Julia stockte der Atem, als sie den edel dekorierten Raum betrat. Es kam ihr so vor, als würde sie eine andere Welt betreten. Ohne es zu merken, trat sie ein wenig Näher an Carson heran, da ihr die Blicke der anderen Anwesenden etwas unangenehm waren. Sie glaubte förmlich zu spüren, wie die Leute sie musterten und beurteilten.
      Deshalb war es auch eine willkommene Abwechslung, als Chloe sich zu ihnen gesellte. "Der ganze Saal sieht aus wie die Kulisse zu einem Film. Also passt das doch.", gab sie zurück und lächelte schüchtern. Es war ihr etwas peinlich, dass Chloe ihr Outfit so sehr lobte, aber auf der anderen Seite erleichterte es sie auch, dass sie Carson nicht blamierte.
      "Hoffentlich bin ich nicht Cinderella, sonst müssen wir vor Mitternacht wieder gehen.", sagte sie leise zu Carson und kicherte, um ihre Nervosität zu überspielen.
    • "Wir können sicher ein paar Minuten überziehen, wir wohnen ja nicht weit weg", gab Carson zurück und führte die drei Damen an den vorbereiteten Familientisch. Hier trafen sie auf Chase und Anhang - aber ohne Baby.
      "Sond Mom und Onkel Charles noch nicht da?", fragte Carson, als er Julia den Stuhl zurecht rückte.
      "Nein, sie kommen nach. Claire brauchte mal wieder länger für ihre Haare", antwortete Chase.
      "Sture alte Frau", kam es von Chloe, wofür sie sich einen bösen Blick von Carson einfing.
      Er mochte es gar nicht, wenn man gegrn seine Mutter schoss.
      Mit einer gemurmelten Entschuldigung setzte sich Chloe. Carson tat es ihr gleich und legte prompt seinen Arm auf die Rückenlehne Julias Stuhles. Er mochte es nicht, wenn seine Mom zu spät kam. Da machte er sich immer gleich viel zu viele Gedanken. Es könnte ja alles mögliche passieren in dem Alter und dann auch noch im Rollstuhl!


    • "Ich mache mir eigentlich eher Sorgen darum, dass Cinderella um Mitternacht ihr Kleid verliert...", flüsterte Julia Carson zu, während sie durch den Saal an ihren Tisch geführt wurden. Sie wusste, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt für solche Scherze war, doch ihre Nervosität sorgte dafür, dass ihr Mund sich schneller bewegte, als sie denken konnte.

      Es erleichterte die junge Frau, als sie am Tisch auf noch zwei bekannte Gesichter stieß. Sie lächelte Chase und Angelica an, bevor sie neben Carson Platz nahm. Chloe setzte sich neben sie und nutzte die Gelegenheit, um den Stoff von Julias Kleid aus der Nähe zu begutachten. "Wirklich hübsch.", kommentierte sie, nachdem sie anscheinend mit der Qualität zufrieden war. "Irgendwann musst du mich wirklich mal was für dich nähen lassen, Juli." Die Angesprochene nickte artig. Doch bevor sie etwas erwidern konnte, kam bereits ein Kellner an ihren Tisch geeilt, um jedem von ihnen ein Glas Champagner zu reichen. Sein Anzug war farblich an das Thema des Raumes angepasst und man konnte ihm förmlich ansehen, wie nervös er war, weil er den Veranstalter bedienen musste. Julia lächelte zu ihm hinauf. "Vielen Dank.", sagte sie, auch wenn sie ahnte, dass der Mann lieber ein Lob von Carson erhalten hätte.
    • Ohne groß darauf zu achten griff Carson nach dem Champagner-Glas. Es war ein Automatismus, den man sich in seiner Gehaltsklasse einfach angewöhnte. Sein Blick huschte immer wieder zum Eingang, in der Hoffnung, seine Mutter würde endlich in den Saal rollen. Er würde nicht von sich behaupten, dass er nervös war, aber das war er definitiv. Er war nur zu stolz, um es zuzugeben.
      "Und es waren wirklich nur die Haare?", fragte er, ohne jemand spezifisch anzusehen.
      "Vielleicht auch das Outfit. Carson, jetzt beruhige dich doch. Sie werden schon kommen. Dad ist doch bei ihr."
      Chases Worte erreichten den Geschäftsmann kaum. Er machte sich nun einmal Sorgen um seine Mutter! War das so schlimm?

      Es dauerte noch geschlagene zwanzig Minuten, bevor Clair von Charles in den Saal und an den richtigen Tisch geschoben wurde. Sie sah atemberaubend aus für ihr Alter. Wie immer gab sie sich die beste Mühe für die Gala ihres einzigen Sohnes.
      Kaum hatte er sie erblickt, war Carson auf den Beinen und nahm sie seinem Onkel ab, nachdem er sie umarmt hat.
      "Jag mir doch nicht so einen Schrecken ein, Mom."
      "Ach was. Du weißt, dass ich manchmal ein paar Minuten länger brauche, wenn ich mich für eine deiner Feiern fertigmache. Ich will meinen Jungen doch nicht bloßstellen."
      Claire nahm die ganze Sache genauso entspannt wie alle anderen des Davis-Clans. Nur Carson war nicht zufrieden damit.
      "Und ich werde mich jedesmal wieder sorgen. So wie immer."
      Er schob sie an ihren Platz am Tisch - gleich zu seiner Linken, wie immer. Jetzt beruhigte er sich und binnen weniger Minuten war vollkommen entspannt. Er verfiel in seine übliche Gala-Routine und war wieder ganz er selbst. Und das hieß für seine Hände, dass sie auf Wanderschaft gingen. Rauf und runter ging es das freie Stück Haut zwischen Julias Schulterblättern. Er strich ihr vom Nacken bis zum oberen Ende der Rückenlehne und wieder zurück. Hin und wieder spielte er auch ein bisschen mit dem Verschluss der Kette, die er seiner Angebeteten geschenkt hatte.


    • Julia betrachtete das Verhalten ihre Freundes besorgt. Es kostete sie einiges an Überwindung, um nicht zu zeigen, dass sie seine Reaktion etwas überzogen fand. Doch da sie ihn nicht blamieren wollte, ließ sie sich nichts anmerken und ließ sich stattdessen von Chloe in ein Gespräch verwickeln. Dabei störte es sie nicht einmal, dass es schon wieder um irgendwelche Designer und Kleider ging, wovon sie selbst nicht viel verstand. Wieder einmal stellte sie fest, dass sie eigentlich nicht in diese Welt passte, aber inzwischen hatte sie genug Übung, um es sich nicht anmerken zu lassen.

      Es war erleichternd, als Claire endlich auftauchte und dadurch dafür sorgte, dass Carson langsam wieder zu seinem alten 'ich' zurück fand. Julia begrüßte die Frau höflich, schaffte es jedoch nicht lange Blickkontakt zu halten. Sie war sich immer noch nicht sicher, ob die Frau sie leiden konnte und das Verhalten des Geschäftsmannes zeigte, dass er im Zweifelsfall immer auf der Seite seiner Mutter sein würde - genau so wie es auch sein sollte. Sollte Clair also eines Tages entscheiden, dass Julia nicht die richtige für ihren Sohn war, war ihre Zeit im Davis-Clan vermutlich vorbei. Der Gedanke war so schmerzhaft, dass Julia kurz befürchtete sich übergeben zu müssen.
      Aber als sie Carsons Hand zwischen ihren Schulterblättern fühlte, verwarf sie diese Sorgen wieder. Sie würde ihre Zeit mit ihm einfach so lange genießen, wie es möglich war.
    • Jetzt, wo der Abend so war, wie er sein sollte und alle wichtigen Personen anwesend waren, war Carson so entspannt wie immer. Er unterhielt sich mit allen Familienmitgliedern, konnte seine FInger nicht von Julia lassen und genoss es einfach. Er wusste, dass er in etwa einer Stunde noch einmal kurz 'arbeiten' musste. Es waren seine Gala, sein Spendenfond und sein Name stand auf allem drauf, was wichtig war, daher war eine Rede unausweichlich. Ihn störte das nicht, er war daran gewöhnt. Hin und wieder kam jemand an den Tisch, grüßte einen oder alle vom Davis-Clan. Es war das übliche Gala Prozedere. Solche Gespräche hielten aber alle professionell kurz, denn niemand wollte groß Zeit mit dem eigenen Geschäft verbringen. Vor Carsons Geburtstag war es das letzte Mal, dass sie alle auf diese Weise zusammenkommen konnten. Und danach würde es noch ein wenig länger dauern, bevor sie sich wiedersahen. Sie wollten das alle ausnutzen.
      Nach einer knappen Stunde kam einer der Organisatoren an ihren Tisch und bat Chase und Carson hinter die Bühne, wie es jedes Jahr war.
      "Bin gleich wieder da", verabschiedete sich Carson mit einem Kuss von Julia, ehe er sein Jackett zuknöpfte und dem Organisator folgte.
      Chase kam ebenfalls und gemeinsam verschwanden sie kurz in den uneinsehbaren Tiefen hinter einem Vorhang an der Bühne. Sie besprachen kurz ein paar Dinge, dann trat Chase auf die Bühne und hielt eine kleine Lobesrede auf Davis Industries und Carson, ehe er ihn groß ankündigte und nun auch Carson unter Applaus auf die Bühne trat. Er hatte das schon hunderte Male getan. Mit einem charmanten Lächeln und dem omnipräsenten Selbstvertrauen stellte er sich ans Mikrophon und zog sein Ding durch. Er bedankte sich bei den Gästen, erklärte, wozu der Fond da war, was sie schon alles erreicht hatten und was ihre aktuellen Ziele waren. Dazu noch ein paar Bilder vom Meister selbst bei der Arbeit, wie er in Afrika an einem Brunnen und an einer Schule arbeitete, wie er mit den Kindern spielte und ihnen Geschenke wie neue Schuhe mitbrachte. Die Meute liebte ihn.
      Alles in allem dauerte das Ganze vielleicht zehn Minuten, dann kamen er und Chase zurück an den Tisch, während alle anwesenden ihre Checkbücher zückten und sich überlegten, wie sehr sie sich dieses Jahr bei Carson einschleimen wollten.
      "Da bin ich wieder", begrüßte Carson die Liebe seines Lebens, küsste sie und setzte sich wieder. Seine Hand landete direkt wieder in Julias Rücken.

      Es gab ein fünf Gänge Menü vom Feinsten - der Nachtisch war einer von Julias Favoriten, genau wie Carson es wollte. Alle schienen sich zu amüsieren, sofern man das auf einem Spendenevent machen kann. Wie immer, endete die Gala recht früh. Sie dauerte immer nur drei, vielleicht vier Stunden. Das war Taktik, denn auf diese Weise hatten die Leute nicht viel Zeit, über einen Betrag nachzudenken und zahlten einfach. Carson war sich nicht zu schade, hier seine gewinnmaximierenden Techniken anzuwenden. Im Gegensatz zu jeder anderen großen Firma wollte er nämlich was tun und nicht nur sein Image polieren. Dafür war er auch bekannt, was lustigerweise dafür sorgte, dass sein Image ziemlich gut war. Wenn er sagte, Davis-Industries spendet die größten Summen für wohltätige Zwecke, dann stimmte das auch und die Welt glaubte es - zurecht. Carson war sehr genau mit seinen Zahlen, ganz besonders, wenn es um sowas ging.

      Am Ende des Abends saß der Davis-Clan allein an dem großen Tisch, während sich die Angestellten daran machten, aufzuräumen. Sie alle genossen noch einen Caramell-Puddin, so wie sie es jedes Jahr taten. Jetzt waren sie unter sich und konnten sich erzählen, was ihre Pläne waren, bis sie sich wiedersahen, was sie so an Silvester machen wollten und dergleichen.
      "Und ihr?", fragte Angelika, als sie enthüllt hatte, dass sie ihre Pappnasen mit in eine Blockhütte weitab von allem entführen würde.
      "Naja...", began Carson und lächelte in Julias Richtung, "Wir werden uns ein Nest im Schlafzimmer bauen und die Aussicht genießen. Zumindest ist das mein letzter Informationsstand. Du weißt, ich bin offen für alles."
      Der letzte Satz war an Julia gerichtet, aber keine Anfeindung oder sowas. Das könnte Carson gar nicht.


    • Trotz der glamourösen Umgebung und den ungeheuren Geldsummen, mit denen die Gäste um sich warfen, schaffte Julia es den Abend zu genießen. Vor ein paar Monaten hätte sie sich nie träumen lassen, dass sie einmal auf so einem Event landen würde, doch nun schien es beinahe schon zu ihrem Alltag zu gehören. Zwar war sie immer noch ein wenig nervös, doch so lange Carson bei ihr war, fühlte sie sich sicher. "Das war eine beeindruckende Rede.", lobte sie den Geschäftsmann, als er zurück an den Tisch kam. Natürlich wusste Carson dies bereits selbst, doch Julia war immer wieder fasziniert wie charmant er mit anderen Menschen umgehen und die Massen um seinen Finger wickeln konnte.

      Nach dem hervorragenden Essen lehnte Julia sich ein wenig auf ihrem Stuhl zurück und lauschte der Unterhaltung der anderen Anwesenden. Zu den meisten Themen konnte sie nichts beitragen, doch im Grunde war ihr das ganz recht. Denn so lange sie nichts sagte, konnte sie sich auch nicht blamieren...
      Allerdings dauerte es nicht lange, bis sie doch in ein Gespräch verwickelt wurde. "Nun ja...", begann sie zögerlich. Sie glaubte die Blicke aller Anwesenden am Tisch auf sich zu spüren und fragte sich, was diese wohl gerade dachten. Glaubten sie, dass Julia Carson herumkommandierte, oder hielten sie sie einfach für langweilig, weil sie Sylvester auf keiner Party verbringen wollte? Beide Gedanken waren nicht sehr schön.
      "Es war eigentlich nur ein Vorschlag, dass wir uns das Feuerwerk von deiner Dachterrasse aus ansehen, weil ich die Aussicht dort so mag.", sagte sie schließlich und lächelte Carson schüchtern an. "Es würde mir nichts ausmachen, wenn du lieber etwas anderes machen würdest. Wie feierst du denn sonst?"
    • "Ja, Carson. Was machst du sonst so an Sylvester?", fragte Chloe mit einem breiten, schelmischen Grinsen im Gesicht.
      Sie lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie wusste ganz genau, was ihr Cousin normalerweise so machte. Und Carson wusste ganz genau, dass sie wollte, dass er sich schämte. Dumm nur, dass er gegenüber Julia schon immer offen gewesen war.
      "Normalerweise suche ich mir eine dekadente Party und beende den Abend in einer luxuriösen Hotelsuite mit einer Frau, die ich nie wiedersehe", gestand er schmerzhaft ehrlich.
      Seine Mutter senkte bloß den Blick und nippte an ihrem Tee. Auch sie wusste um Carsons Offenheit. Das hieß aber nicht, dass sie es guthieß. Alte Schule eben. Man redete nicht über das, was man im Schlafzimmer tat.
      "Das kommt also keinesfalls in Frage", fügte der Geschäftsmann hinzu und küsste Julia auf die Schulter, "Ein Nest auf der Dachterrasse klingt perfekt. Ich koche uns was Nettes und um Mitternacht stoßen wir mit einer Flasche Champagner an."
      Chloe schien enttäuscht, dass ihr kleiner Versuch nach hinten losgegangen war.
      "Also ich finde, das klingt nach einem wundervollen Plan. Auch wenn ich dich so handzahm irgendwie seltsam finde", kicherte Angelika, "Daran gewöhnen könnte ich mich trotzdem."


    • Julia zog leicht die Mundwinkel nach unten. "Nein, das kommt wirklich nicht in Frage.", stimmte sie zu, musste dann jedoch lächeln, als Carson ihre Schulter küsste. Dieser Mann hatte sie einfach zu gut im Griff.
      Nachdem der Geschäftsmann nun seine Sylvester-Pläne verraten hatte, wandte sich das Gespräch der anderen Tischgäste schnell neuen Themen zu. Julia folgte dem Gespräch nur halbherzig. Stattdessen griff sie unter dem Tisch nach Carsons Hand und verschränkte ihre Finger miteinander. "Danke für den schönen Abend.", sagte sie leise zu ihm. Sie wusste zwar, dass er nicht alleine für die Planung des Events verantwortlich war, doch sie war sich sicher, dass sie ohne ihn hier keinen Spaß gehabt hätte.
    • Abgesehen von der Gala am letzten Weihnachtsfeiertag verlief der Rest des Jahres mehr als nur friedlich. Carson war es nicht gewohnt, so viel frei zu haben. Normalerweise war er jetzt auf dem Weg in irgendein anderes Land, um dort besagte dekadente Party zu besuchen. Stattdessen lag er morgens im Bett und beobachtete Julia beim Schlafen, ehe er aufstand und ihnen ein gemeinsames Frühstück machte. Er gab sich alle Mühe, jeden Morgen etwas anderes zu machen. Ricardo hatte er Urlaub gegeben. Es war wirklich seltsam, selbst einkaufen zu gehen. Aber nicht in schlechtem Sinne. Es fühlte sich auf eine ganz eigene Weise gut an. Carson genoss diese seltsame Woche.
      Wie versprochen machte er keine Pläne für Silvester, außer ein ordentliches Abendessen. Er bestand auf teuren Champagner für Mitternacht, aber ansonsten richtete er sich voll und ganz nach Julia, was meistens hieß, ein bisschen runterzuschrauben. Er machte sich nicht einmal besonders schick für diesen Abend - zumindest nach normalsterblichen Standarts. Er trug immer noch ein Hemd unter einem Strickpullover und ordentliche Hosen, die Haare perfekt gestylt und eine teure Uhr am Handgelenk. Die FlipFlops an seinen Füßen waren ein wenig irritierend, passten aber überraschenderweise irgendwie zum Outfit, wenn man sich daran gewöhnt hatte.
      Für den Abend hatte er nichts großes besorgt. Kein Feuerwerk oder sowas. Aber er hatte sich die Mühe gemacht, die Dachterrasse ein wenig herzurichten, sodass sie in allen möglichen bunten Lichtern glitzerte, wenn er auf den Knopf einer Fernbedienung drückte. Damit hatte er die letzte Woche hauptsächlich verbracht. Und Julia hatte es nicht sehen dürfen. Sie wusste nur, dass er da oben irgendwas gemacht hatte, aber nicht was.
      Zum Abendessen verband er ihr dann die Augen und führte sie hinauf in den Dachgarten. Er hatte ihnen ein schickes Candle Light Dinner vorbereitet, umgeben von einem Lichtermeer, das auf der Terrasse startete und sich in der ganzen Stadt fortzusetzen schien. Mit einem breiten Lächeln nahm Carson seiner Angebeteten die Augenbinde ab.
      "Hab ich ein gutes nest gebaut?", fragte er scherzhaft.


    • Den letzten Tag des Jahres verbrachte Julia größtenteils im Wohnzimmers, was hauptsächlich daran lag, dass Carson ihr verboten hatte auch nur in die Nähe der Dachterrasse zu gehen und Julia sich selbst nicht in Versuchung führen wollte. Denn sie war unglaublich neugierig, was er dort vorbereitete.
      Zum Glück sorgte Leah dafür, dass Julia zumindest für eine kurze Zeit abgelenkt war. Die andere Frau hatte einen Bericht über die Gala gelesen und hatte es sich natürlich nicht nehmen lassen, ihre Freundin anzurufen und ihr wieder einmal vorzuschwärmen, was für ein hübsches Paar Julia und Carson waren. Die Blondine hatte sich inzwischen an die Begeisterung gewöhnt und insgeheim freute es sie sogar, dass jemand fand, dass sie zu dem Geschäftsmann passte.

      Während Carson in der Küche fuhrwerkte, machte Julia sich für den Abend fertig. Obwohl sie nur ein schlichtes, kurzes Kleid trug - das natürlich zu dem Schmuck passte, den Carson ihr geschenkt hatte - ließ sie sich extra lang Zeit, um Carson seine Überraschung nicht zu verderben.
      Trotzdem war sie froh, als er endlich fertig war und sie auf die Dachterrasse führte. Den ganzen Tag lang hatte sie versucht sich auszumalen, was ihr Freund dort oben aufgebaut hatte, aber als Carson ihr die Augenbinde abnahm, stallte Julia fest, dass keine ihrer Phantasien dem gerecht wurde, was er in der Realität geschaffen hatte. Mit großen Augen sah sie sich um und es dauerte einige Sekunden, bis sie ihre Sprache wieder fand. "Das ist unglaublich schön.", sagte sie ehrlich, bevor sie ihre Arme um Carson schloss und ihn in eine Umarmung zog. "So etwas schönes hat noch nie jemand für mich gemacht. Vielen Dank."
    • Carson erwiderte die Umarmung. Es war einerseits schade und er konnte nicht verstehen, wieso Julia bisher von allen so... vernachlässigt wurde. Er würde das niemals tun. Das hier war gerade gut genug für sie und er würde sowas ständig machen. Denn sie war es wert.
      "Setz dich. Ich hol das Essen. Und zieh mir ein paar wetterfeste Schuhe an."
      Er drückte Julia einen Kuss auf die Schläfe und ließ sie kurz allein. Er hatte vorgesorgt und ihnen beiden eine Decke aufden Stuhl gelegt. Noch ging es, aber der Abend war ja noch jung und hier oben konnte es jederzeit schnell windig werden.
      Carson bereitete die Teller für sie beide vor und kam damit wieder hinauf. Er hatte Julia tagelang damit genervt, was sie gern essen wollte. Er musste wirklich rausfinden, was ihr Lieblingsessen war. Aber dank ihres idiotischen Ex-Freundes mussten sie das nun wohl zusammen tun. Wenn er nur an diesen Typen dachte, begann sein Blut zu kochen. Aber das war ein Thema für einen anderen Tag.
      Er stellte die Teller auf dem Tisch ab und setzte sich.
      "Ich hoffe, es schmeckt dir."


    • Während Carson wieder im Appartement verschwand, ließ Julia ihren Blick über die Dachterrasse schweifen. Die Lichter gaben dem Ort etwas magisches und ließen den Blick über die Stadt noch schöner wirken. Die junge Frau lächelte leicht, während ihr einmal mehr bewusst wurde, was für einen besonderen Menschen sie in dem Geschäftsmann gefunden hatte. Sie kannte niemanden, der sich für sie so viel Arbeit gemacht hätte. Doch Carson behandelte sie wie ein Prinzessin, obwohl er all ihre Fehler kannte.
      Kurz schoss Julia durch den Kopf, dass Carsons Verlobte sehr dumm gewesen war, als sie diesen Mann einfach so hergegeben hatte. Aber schnell verwarf sie diesen Gedanken wieder. Sie wollte sich nicht mit der Frau vergleichen, die Carsons Herz gebrochen hatte.

      Inzwischen war Julia schon daran gewöhnt, dass Carson ein wesentlich besserer Koch war als sie. Trotzdem merkte man, dass er sich heute besondere Mühe gegeben hatte. "Es ist wirklich süß, wieviel Mühe du dir machst. Ich fühle mich etwas schuldig, weil ich nichts für dich habe.", sagte sie, nachdem sie die ersten Bissen gegessen hatte. Sie streckte eine Hand aus und strich dem Geschäftsmann kurz mit den Fingerspitzen über die Wange, während sie ihn verliebt ansah. "Vielen Dank für alles.",fuhr sie fort, bevor sie die Hand wieder sinken ließ. "Es klingt zwar kitschig, aber ich bin sehr glücklich, dass wir heute zusammen sind. Auch wenn es vielleicht nicht so aufregend ist, wie deine anderen Feiern. Ich bin froh, dass du die letzte Person bist, die ich dieses Jahr sehe und die erste, die ich im neuen Jahr sehe."
    • "Ach was. Ich war doch nur auf diesen Feiern, weil sich jemand bei mir einschleimen wollte und ich an Silvester nicht arbeiten kann."
      Carson zuckte mit den Schultern. Selbstverständlich war es auch ganz nett gewesen, etwas Druck abbauen zu können, aber das konnte er tun, wann immer der Druck da war. Er hatte es oft genug getan und es hatte ihm nie etwas bedeutet.
      "Aber du hast es wundervoll formuliert. Mir geht es nicht anders. Wir sind also beide ziemlich kitschig, was das angeht."
      Er zwinkerte Julia zu, dann widmete er sich wieder dem Essen.
      Sie würde wohl kaum die vollen fünf Stunden bis Mitternacht hier draußen verbringen. Was sollten sie schon tun? Carson hatte zwar eine Idee - keine jugendfreie, wie immer - Aber auch das dauerte nicht solange. Wenn doch, dann hatten sie definitiv keine Energie mehr, um das Champagnerglas zu heben, wenn das Feuerwerk losging.


    • Während Julia das Essen genoss, ließ sie ihren Blick immer wieder über die Stadt wandern. "Es ist schade, dass man von hier aus die Sterne nicht sehen kann.", murmelte sie, doch dann wurde ihr klar, dass dies in ein paar Stunden sowieso nicht mehr möglich sein würde. Dafür würde sie aber einen Logenplatz haben, wenn es darum ging das Feuerwerk anzusehen. Diese Erkenntnis sorgte dafür, dass sich ein sanftes Lächeln auf ihre Lippen schlich und sie streckte sich eilig einen weiteren Bissen in den Mund, bevor sie sich noch einmal bei Carson bedanken konnte.

      Nachdem die Teller leer waren, musterte Julia ihren Freund einige Sekunden lang. Es sah nicht so aus, als ob Carson weitere Pläne für den Abend hatte. Nachdenklich legte die junge Frau den Kopf zur Seite, während sie überlegte, wie sie sich für all seine Mühe revangieren könnte. Natürlich wusste sie, womit sie Carson immer glücklich machen konnte, aber meistens endete das damit, dass sie völlig erschöpft war. Und sie wollte auf keinen Fall das Neujahr verschlafen. Wieso musste er auch so eine unglaubliche Ausdauer haben...
      "Es ist vielleicht ein blöder Vorschlag... aber was hältst du von einer Massage? Nach all der Arbeit hast du dir etwas Entspannung verdient.", schlug sie letztendlich vor, nachdem sie einige Zeit lang alle Optionen abgewägt hatte. Sie ahnte, dass Carson wusste, worauf das ganze hinaus laufen würde. Doch zumindest könnte sie sich etwas Zeit lassen und verhindern, dass Carson sie sofort ins Schlafzimmer entführte.
    • Carson ergriff Julias Hand über den Tisch hinweg und küsste sie auf die Fingerknöchel.
      "Keiner deiner Vorschläge ist blöd", sagte er lächelnd und stand auf.
      Er räumte das Geschirr auf dem kleinen Tisch zusammen und brachte es zurück nach unten in die Küche. Aber nicht, ohne Julia noch einen Kuss auf den Hals zu geben. Er konnte nicht genug von dieser Frau bekommen. Er räumte alles fix in die Spülmaschiene, dann war er auch schon wieder oben im Garten bei seiner Liebsten.
      Er legte Julia die Arme von hinten um die Schultern und küsste sie auf den Scheitel, dann auf den Hals. Das erste Mal seit langem hatte er nicht einmal zweideutige Hintergedanken, wenn er ehrlich war. Er war glücklich, so wie es gerade war. Nur er und Julia, die Welt zu ihren Füßen.
      "Eine Massage klingt gut", antwortete er schließlich.


    • Julia schmiegte sich in Carsons Umarmung und schloss einen Moment lang die Augen. Es gab keinen Ort, an dem sie gerade lieber wäre. Weit oben, über den Dächern der Stadt schienen alle Sorgen und Probleme ganz weit entfernt zu sein.

      Obwohl Julia sich fest vorgenommen hatte sich an diesem Abend ganz auf Carson zu konzentrieren und ihn zu verwöhnen, da er bisher so viel für sie getan hatte, blieb die Massage nicht lange so jugendfrei, wie die junge Frau es geplant hatte. Es war eindeutig ein Nachteil, dass man jemanden besser massieren konnte, wenn dieser keine Kleider anhatte...
      Aber obwohl die beiden letztendlich doch wieder im Bett gelandet waren, schafften sie es noch rechtzeitig wieder auf die Terrasse. Inzwischen schien es auf den Straßen heller geworden zu sein und man konnte die Menschenmassen erkennen, die sich an einigen Stellen der Stadt zusammengefunden hatten, um zu feiern.

      Als dann endlich Mitternacht herein bracht und ein Regen aus Feuerwerkskörpern den Himmel erhellten, drehte Julia sich zu ihrem Geliebten herum. "Frohes, neues Jahr.", sagte sie lächelnd, bevor sie ihre Lippen auf seine presste.
    • Nur, weil er keine Hintergedanken hatte, hieß das nicht, dass er etwas dagegen hatte, wenn es trotzdem passierte. Und dann hatte er plötzlich kein Shirt mehr an. Und keine Hosen. Es war einfach zu leicht, sich in Julia zu verlieren. Bildlich und im übertragenen Sinne.
      Sie schafften es nicht einmal zurück in ihre Klamotten. Carson steckte Julia einfach in einen Bademantel, zog ein paar Hosen an und wickelte sie beide in eine Decke, sobald sie oben im Garten waren. Es war gar nicht so kalt mit der Körperwärme.
      "Dir auch ein frohes, neues Jahr, Juliana", erwiderte er, nachdem sie ihn zu Wort kommen ließ, "Ich liebe dich."
      Er küsste sie noch einmal liebevoll, dann beobachteten sie das Feuerwerk. Es dauerte etwa fünfzehn Minuten, bis es sich langsam beruhigte. Carson schnappte sich Julia und trug sie hinunter ins Schlafzimmer, wo es warm war. Wieder hatte er keine Hintergedanken, als er sie absetzte und sich neben sie legte.
      "Wir haben noch eine Woche zusammen, bevor ich wieder arbeiten muss. Irgendwelche Pläne?"
      Er legte Julia einen Arm um die Schultern und strich ihr sanft über den Oberarm, immer in Form seines Lieblingssymbols.
      "Ein kleiner Urlaub in der Karibik? Skifahren in den Alpen? Ausflug zu deinen Eltern?", zählte er ein paar Dinge auf.
      Er würde auch einfach mit ihr zu Hause bleiben, aber sein Hirn war wieder nur unterwegs, wie er es vor ihrer Bezeihung auch immer gewesen war. Und egal, wohin sie gingen, er würde sein Workout überall durchziehen können. Die Weihnachtspfunde mussten wieder runter, sein Sixpack brauchte wieder mehr Definition.


    • "Ich liebe dich auch.", die Antwort verließ Julias Lippen wie von allein. Einen Moment lang betrachtete sie den Mann, dessen Gesichtszüge im Licht des Feuerwerks zu leuchten schienen. Einmal mehr wurde ihr bewusst, was für ein großes Glück sie hatte, dass sie so einen besonderen Menschen gefunden hatte. Und dass er ihr erlaubte ein Teil von seinem Leben zu sein, machte alles noch einmal so schön.

      Als sie später gemeinsam im Bett lagen, ließ Julia ihre Finger über Carsons Wange und durch seine Haare gleiten. Ein sanftes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, während sie realisierte, dass sie wirklich jeden Zentimeter von ihm liebte. "Karibik?", wiederholte sie. Einen Moment lang war sie von dem Vorschlag etwas überrumpelt. Obwohl sie schon länger mit Carson zusammen lebte, war es für sie manchmal trotzdem noch ungewohnt, wie viel Geld der Geschäftsmann zur Verfügung hatte.
      "Meinst du denn, du hälst es aus, mich den ganzen Tag im Bikini zu sehen?", fragte sie scherzhaft und gab ihrem Freund einen kurzen Kuss auf die Nasenspitze.
    • "Wir mieten einfach eine Privatinsel, dann ist der Bikini überflüssig."
      Carson sagte das so schlicht und sachlich, als entscheide er über etwas Geschäftliches. Dann grinste er und rollte sich herum, sodass er halb auf Julia lag und sie küssen konnte.
      "Irgendwie müssen die Feiertagspfunde doch wieder purzeln", raunte er und knabberte sanft an Julias Hals.
      Er legte seinen Kopf auf ihre Brust und lauschte ihrem Herzschlag. Es gab nichts, was ihn mehr beruhigte.
      "Manchmal frage ich, warum wir so lange gebraucht haben, um einander zu finden. Ohne dich habe ich eigentlich nur funktioniert. Du machst mich zu einem besseren Menschen."