[2er RPG] Burning Desire

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    • Carson schnurrte, als er diese Worte hörte.
      "Ich liebe dich auch", antwortete er.
      Der Rest lag in Schweigen. Das angenehme Pochen unter seinem Ohr, das sanfte Auf und Ab von Julias Atemzüge lullten ihn ein und beruhigten seine wirren Gedanken. Alles schien ganz weit weg, weit genug, um alle Wichtigkeit zu verlieren.

      Carson schlief den Schlaf der Gereichten in den Armen der Frau, die er liebte. Er schlief sehr lange. Obwohl er bereits um elf einschlief, erwachte er nicht vor zehn. Es war, als hole er sich alles zurück, was er in der vergangenen Woche hatte auslassen müssen. Elf Stunden waren aber nicht genug. Er erwachte müde, ausgelaugt wie am Abend zuvor. Heute würde er sich wohl gerade so aus seinem Anzug schälen können, in dem er auf Julias Couch eingeschlafen war.


    • Eingelullt von Carsons Wärme und seinem ruhigen Atem, war auch Julia irgendwann eingeschlafen. Jedoch wurde sie wesentlich früher wach als ihr Freund. Einige Zeit lang lag sie unbeweglich auf der Couch, da sie ihn nicht wecken wollte. Lediglich ab uns zu strich sie mit ihrer Hand vorsichtig durch sein weiches Haar. Es war das erste Mal, dass Julia vor Carson aufwachte und das zeigte deutlich, wie nötig der Geschäftsmann diesen Schlaf hatte.

      Aber irgendwann sorgte der Ruf der Natur dann doch dafür, dass Julia sich vorsichtig aus den Armen ihres Freundes befreien und aufstehen musste. Sie breitete noch eine Wolldecke über Carson aus, bevor sie ins Bad verschwand.
      Da sie Carson nicht wecken wollte, nahm Julia eine sehr ausgiebige Dusche und machte dann in der Küche einen kleinen Obstsalat und Kaffee. Jedoch war es letztendlich ein Vorteil, dass Julias Kaffeekanne gleichzeitig eine Thermoskanne war. Denn selbst einige Stunden später war Carson immer noch friedlich im Land der Träume unterwegs. Julia hatte es sich mit ihrem Kaffeebecher auf einem Sessel im Wohnzimmer gemütlich gemacht und las in einem Buch. Carsons Tasse stand zusammen mit der Thermoskanne auf dem Couchtisch und wartete nur darauf, dass der Geschäftsmann aufwachen würde.

      Als Carson sich nach einer weiteren Stunde endlich regte, legte Julia ihr Buch zur Seite. "Guten Morgen.", sagte sie sanft, als er die Augen geöffnet hatte.
    • Müde rieb er sich über die Augen und rollte sich auf den Rücken. Ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er Julia erblickte.
      "Morgen", murmelte er und nahm all seine Kraft zusammen, um sich aufzusetzen.
      Carson griff nach dem Kaffee und nahm einen großen Schluck. Er wusste, dass er verschlafen hatte und zumindest einmal einen Blick auf sein Smartphone werfen sollte, doch das tat er nicht. Stattdessen legte sich sein Augenmerk wieder auf die Herrin des Hauses.
      "Du willst also wirklich mit mir ins Königreich der schlechten Nachrichten und des Stresses kommen?", fragte er nach einer kleinen Überlegung.
      Er wusste selbst nicht ganz, ob er Julia lieber so nahe wie möglich bei sich oder so weit weg von sich wie es nur ging haben wollte. Beides erschien ihm passend, um sie schützen zu können.


    • Julia legte leicht den Kopf zur Seite und ihr Lächeln wurde ein wenig schmaler, als sie bemerkte wie viel Mühe es Carson kostete aufzustehen. Außerdem hatte sie das Gefühl, dass er etwas blasser war, als gewöhnlich. Am liebsten hätte sie ihn sofort ins Bett gesteckt, bevor er sich wieder überanstrengte und krank wurde. Aber sie hatte sich vorgenommen ihn nicht mehr zu bevormunden und versuchte deshalb ihre Sorge nicht zu zeigen.
      "So lange es dein Königreich ist, gehe ich gerne dorthin. Ich bin schließlich deine Prinzessin.", gab sie lächelnd zurück und spielte damit auf das kleine Märchen an, das sie sich für ihn ausgedacht hatte.
      Sie erhob sich von ihrem Sessel und setzte sich neben ihren Freund auf das Sofa. "Ich möchte dich gerne unterstützen, es gibt nur leider nicht viel, was ich tun kann.", sagte sie sanft. "Du hast mal gesagt, dass du ruhiger bist, wenn ich bei dir bin und du besser schlafen kannst. Deshalb lass mich bitte bei dir sein und einen kleinen Beitrag leisten. Du musst das nicht alleine schaffen, du hast mich und darfst dich ruhig ein wenig auf mich verlassen."
    • Einen Augenblick lang sah Carson die Frau seiner Träume nur stumm an. Dann legte er ihr eine Hand an die Wange, lehnte sich vor und küsste sie. Sie war wirklich das Beste, was ihm je passiert war.
      "Dann werde ich mein Bestes tun, dich nicht wie Rapunzel in meinem Turm einzusperren", sagte er sanft, als er sich wieder von ihr löste, den Blick auf ihre Lippen gerichtet.
      "Du machst mich komplett...", murmelte er, strich mit dem Daumen über ihre Unterlippe und küsste sie erneut, diesmal begieriger, besitzergreifender.

      Nach dem kleinen Frühstück rief er Austin an. Der Linebacker fasste schnell alles zusammen, was Caraon verpasst hatte, dann machte er sich daran, Jake auf den Weg zu schicken. Austin selbst blieb lieber im Tower, um seine Arbeit zu erledigen. Caraon legte sein Leben nicht gern in die Hände eines anderen, auch wenn es nur eine Autofahrt war. Jake aber hatte er das Leben von Julia anvertraut, daher wusste er, dass er ihm vertrauen konnte. Zumindest nahm er das an.
      "Dreißig Minuten", informierte Carson, als er aus dem Bad kam, " dann ist Jake hier."


    • Julia nickte stumm, als Carson sie darüber informierte, wie viel Zeit ihr noch bleiben würde. Sie gab ihm lediglich im Vorbeigehen einen Kuss auf die Wange.
      Da sie bereits gestern beschlossen hatte, Carson in zurück zum Tower zu begleiten, hatte sie den Morgen genutzt, um schon einmal einige Sachen zusammen zu packen. Deshalb dauerte es auch nur eine Viertelstunde, bis eine ordentlich angezogene Julia ihren Koffer ins Wohnzimmer trug und ihn neben der Haustür abstellte. "Ich habe ein paar Sachen mehr eingepackt, weil ich dachte, ich könnte schon etwas bei dir lassen. Ich hoffe, das ist in Ordnung.", erklärte sie, als müsste sie sich für ihr Gepäck rechtfertigen. Normalerweise hätte sie nicht so viel mitgenommen, da sie bei Carson bereits die Kleidungsstücke hatte, die er ständig für sie kaufte. Doch da sie sowieso irgendwann bei ihrem Freund einziehen wollte, beschloss sie, dass sie genau so gut nach und nach einige Dinge bei ihm unterbringen konnte. Sie wusste zwar nicht, wann es soweit sein würde, aber selbst wenn sie im Moment nur als Gast bei ihm lebte, konnte sie es sich genauso gut gemütlich machen.
      Zuletzt stellte sie noch ihre Laptoptasche neben den Koffer, in der sich alles befand, was sie brauchte, um von zuhause aus arbeiten zu können. Dann kehrte sie ins Wohnzimmer zurück. "So, ich bin fertig, um ins Davis-Königreich aufzubrechen.", sagte sie lächelnd.

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    • Während Juliana packte, lief Carson in ihrer Küche auf und ab, das Smartphone am Ohr. Er telefonierte mit Chase, der diesen Stress gerade überhaupt nicht gebrauchen konnte, angesichts der Tatsache, dass der Geburtstermin immer näher rückte. Die beiden diskutierten über ihre Möglichkeiten. Carson würde heute noch eine Konferenz halten müssen, um das irgendwie in den Griff zu bekommen. Nur hatte er noch keine Ahnung, wie und improvisieren lag ihm nicht unbedingt. Er mochte es nicht.

      Als es klingelte, zuckte er leicht zusammen und beendete das Gespräch. Er küsste Julia flüchtig auf die Wange, dann schnappte er sich ihre Taschen und ging runter zu Jake, der alles in den Kofferraum packte. Auf ddm Rücksitz tippte er wie wild auf seinem Smartphone herum, schrieb Nachrichten an alle möglichen Leute. Er hatte leider keine Zeit, sich mit Julia zu unterhalten. Alles, was er tun konnte war, ihre Hand zu halten, während er sich die Antworten auf seine Nachrichen durchlas. Er musste arbeiten, da führte nichts drum herum.


    • Julia saß still neben Carson im Wagen und sah aus dem Fenster. Doch sie bemerkte die Häuser und anderen Autos kaum, die man draußen sehen konnte. Ihr Blick war auf das Spiegelbild des Geschäftsmannes gerichtet, während sie ihren Gedanken nachhing. Es gefiel ihr nicht Carson so gestresst zu sehen und dass sie nichts daran ändern konnte, frustrierte sie zusätzlich. Kurz überlegte sie, ob es vielleicht besser gewesen wäre, wenn sie zuhause geblieben und Carson mehr Raum für seine Arbeit gelassen hätte. Dann musste er sich zumindest nicht auch noch um sie Gedanken machen.
      Doch letztendlich schaffte sie es nicht ihre Entscheidung zu bereuen. Sie konnte zwar nicht viel für ihren Freund tun, aber so ersparte sie ihm zumindest die Fahrt zu ihrer Wohnung. Wenn er sie brauchte, würde sie da sein. Egal was es auch war.

      Unbewusst strich Julia mit ihrem Daumen über den Handrücken ihres Freundes. Auch wenn die Situation nicht gerade schön war, so war sie doch glücklich, dass sie bei ihm sein konnte. Und sie würde sich Mühe geben, damit Carson niemals bereute, dass er ihr erlaubt hatte ihn zu begleiten.
    • Carson ließ das Smartphone sinken und lehnte den Kopf nach hinten gegen die Lehne. Für einen Augenblick schloss er die Augen und ging den Plan für heute durch. Er war nocht voll, aber er würde trotzdem gestresst sein wie ein Reh, das Scheinwerfer sah. Er senkte den Blick auf Julias Hand, die seine festhielt, beobachtete die leichte Bewegung ihres Daumens. Er spürte eine Wärme in seinem Inneren und fühlte sich gleich besser. Für einen kurzen Augenblick fragte er soch, obobas damals auch so gewesen war. Er fand keine Antwort auf die Frage und ließ den unangenehmen Gedanken an die Vergangenheit ziehen. Das war das letzte, was er jetzt brauchte und Julia hatte diesen Vergleich nicht verdient. Sie war praktisch eine Heilige. Nichts konnte ihr das Wasser reichen.
      "Ich werde dich nachher allein lassen müssen", sagte er schließlich, den Blick noch immer auf ihre Hände gerichtet, "Krisensitzung. Danach wird es hoffentlich etwas ruhiger und kann alles weitere Austins Leuten und der PR-Abteilung überlassen."
      Er seufzte und sah zu Julia auf. Es war, als scheine die Sonne nur für sie. Ihr Kopf wurde von einem sanften goldenen Licht umrahmt. Sie war wirklich eine Heilige. Seine Heilige.
      "Ich liebe dich, Juli. Für alles, was du bist und nicht bist."


    • Julia drehte den Kopf, als sie Carsons Stimme hörte. Ihr Blick traf auf seinen und einen kurzen Moment lang hielt sie inne. Es fiel ihr immer noch schwer zu verstehen, wieso dieser Mann sie so sanft ansehen konnte, obwohl er einige Sekunden zuvor noch ein geschäftliches Telefonat geführt hatte. Doch diesmal lag noch ein anderer Ausdruck in seinen Augen, den sie nicht ganz deuten konnte. "Ich liebe dich, Juli. Für alles, was du bist und nicht bist." Die junge Frau blinzelte einmal, bevor sich ein sanftes Lächeln auf ihre Lippen legte. Auch wenn sie fand, dass Carson gerade übertrieb, ließen seine Worte doch ein warmes Gefühl in ihr aufsteigen. "Ich liebe dich auch.", gab sie zurück und legte ihre freie Hand auf seine, so dass sie seine zwischen ihren eingeschlossen hatte. "Ich liebe dich genauso wie du bist und deshalb bin ich sehr dankbar, dass du mich bei dir sein lässt."
      Kurz sah sie an Carson vorbei aus dem Fenster. Sie konnte bereits den Tower sehen, der immer näher zu kommen schien. Es würde nicht mehr lange dauern, bis sie ihr Ziel erreicht hatten und wieder zurück in ihre beiden verschiedenen Welten gehen mussten. "Ich werde auf dich warten. Also mach dir keine Gedanken um mich, sondern konzentriere dich auf deine Arbeit. Und wenn du nach hause zurück kommst, werde ich da sein."
    • Carson hob Julias Hände an deine Lippen und küsste sie. Wortlod lehnte er sich wieder zurück. Er schwieg die restlichen Minuten, die sie zum Davis Tower brauchten, der wie ein Obilisk gen Himmel empor ragte.
      Jake fuhr den Wagen in die Tiefgarage und sah sich genau um, bevor er Carson zunickte und Julia die Tür öffnete. Austin trat ebenfalls an den Wagen heran, wich Carson nicht von der Seite. Die beiden Linebacker führten ihre Schützlinge die wenigen Meter zum Aufzug und fuhren auch mit ihnen nach oben. Carson ließ Julias Hand nur zum Aussteigen los, danach nicht mehr. Sie war sein Anker. Und bis jetzt hatte er nicht gemerkt, wie sehr er sie in diesen stürmischen Zeiten brauchte.

      Oben im Penthouse trafen sie auf Chase und einen jüngeren Mann mit dunkelroten Haaren und gepflegtem Bart. Die beiden Männer lehnten über Papierkram, jacketts und Krawatten beiseite gelegt, die Hemdsärmel hochgekrempelt.
      "Carson! Sir haben da eine Idee, wegen..."
      Chase hielt inne, als er Julia erblickte. Er schien zu überlegen, wie viel er sagen konnte und wie viel Julia wusste.
      Carson nickte ihm leicht zu und sagte: "Wir reden gleich."
      Chase nickte und kehrte zu seiner Arbeit zurück. Carson führte Julia hinauf ins Schlafzimmer, wo er sich für einen Augenblick auf das Bett setzte.
      "Wenn du irgendetwas brauchst, lass es mich wissen, ja? Oder Dana. Wenn du irgendwo hin willst, dann bleib bitte in Jakes Nähe. Ich will nicht, dass dir etwas passiert."
      Er seufzte und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht und durch die Haare.
      "Ich werde so schnell wie möglich wieder hier sein. Ricardo soll uns ein ordentliches Abendessen machen. Verrat ihm doch, was du am Liebsten isst. Egal was."


    • Julia lächelte Chase leicht zu, als sie an den beiden Männern vorbei ins Schlafzimmer geführt wurde. Sie hielt nicht inne, um ihn zu begrüßen, da dies eindeutig nicht der richtige Zeitpunkt für Smaltalk war. In seinen Augen war sie vermutlich sogar ein Störfaktor.
      Anstandslos setzte sie sich neben Carson auf das weiche Bett und sah ihren Geliebten einen Moment lang still an. Die Müdigkeit und Sorge, die sie glaubte in seinem Gesicht sehen zu können, brachen ihr das Herz. Doch sie versuchte dies nicht zu zeigen, damit Carson nicht auch noch wegen ihr ein schlechtes Gewissen hatte. Das brauchte er wirklich nicht. "Es ist alles in Ordnung, ich mache es mir hier gemütlich und warte auf dich.", gab sie sanft zurück, bevor sie Carson in eine Umarmung zog. "Bitte sei vorsichtig." Kurz schloss sie die Augen und sog seinen Geruch in sich auf. Es war, als müsste sie ein letztes Mal etwas von Carsons Nähe tanken, um die nächsten Stunden ohne ihn zu überstehen.
    • Carson lachte leise.
      "Ich geh nur ins Büro. Papierschnitte sind alles, was mir zustoßen kann", antwortete er.
      Dennoch berührte ihn die Sorge, die Julia für ihn empfand. Er schlang die Arme um sie und für einen Augenblick saßen sie beide nur so da. Was brauchte man mehr?
      Schließlich stand Carson aber auf und ging runter, um sich mit seinem Cousin zu besprechen. Danach folgte das Krisenmeeting, um alles irgendwie zu regeln. Es dauerte Stunden, aber schlussendlich hatten sie einen funktionierenden Schlachtplan, der sie über Wasser halten und aus dieser Katastrophe hinaus manövrieren würde. Sie hatten jetzt endlich eine Lösung für alle akuten Probleme.

      Carson kehrte zurück und ließ sich erschöpft auf die Couch fallen. Es war anstrengend gewesen, ja, aber dafür hatte er jetzt die Gewissheit, endlich wieder normal arbeiten zu können. Und der Gedanke, Julia hier zu haben, machte sowie so alles sehr viel besser. Seine Nase verriet ihm außerdem, dass er sich auf ein köstliches Abendessen freuen durfte.


    • Nachdem Carson gegangen war, blieb Julia einige Minuten lang still auf dem Bett sitzen. Doch diesmal lag dies nicht daran, dass sie nicht wusste, was sie tun sollte. Stattdessen dachte sie darüber nach, worum Carson sie gebeten hatte. "Mein Lieblingsessen...", murmelte sie nachdenklich, während sie feststellte, dass ihr hierzu nichts einfallen wollte. Sie hatte sich so lange vorschreiben lassen welches Essen gut für sie war, dass sie sich nicht mehr sicher war, ob sie ein Lieblingsessen hatte. Alles war in Ordnung, so lange es nur ihrem Freund schmeckte... Julia zog frustriert die Stirn in Falten. Sie hasste es Entscheidungen zu treffen, aber Carson zu liebe, würde sie sich etwas einfallen lassen.
      Einige weitere Minuten vergingen, bevor Julia beschloss all die Gerichte zu vergessen, die sie mit ihrem Ex-Freund verband und stattdessen an ihre Jugendzeit zurück dachte. Die Zeit, in der die Welt noch in Ordnung gewesen war. Und endlich fiel ihr etwas ein. Zwar war es vermutlich etwas zu langweilig für Carson, aber anscheinend würde Ricardo heute Lasagne machen.

      In den nächsten Stunden vertrieb Julia sich so gut wie möglich die Zeit und versuchte sich keine Sorgen um Carson zu machen. Das gelang ihr allerdings nicht besonders gut. Nachdem sie Andrew eine kurze E-Mail geschrieben und ihn informiert hatte, dass sie in der nächsten Woche von zuhause aus arbeiten würde, nahm sie ein ausgiebiges Bad.
      Trotzdem waren ihre Haare schon lange wieder trocken, als Carson endlich ins Penthouse zurück kam. Kaum dass Julia die Wohnungstür zufallen hörte, ließ sie ihr Buch sinken und eilte ins Wohnzimmer. "Du bist wieder da.", stellte sie unnötiger Weise fest, bevor sie an das Sofa heran trat und Carson liebevoll über das Haar strich. "Willkommen zurück."
    • Carson schloss lächelnd die Augen und genoss für einen Augenblick die simple Berührung seiner Freundin.
      "Und ich habe frei für morgen", entgegnete er, ehe er die Augen öffnete, nach Julia griff und sie küsste, "du hast mich ganz für dich allein."
      Er zog Julia auf seinen Schoß und schloss die Arme um sie, beinahe so wie es jemand mit seinem Kind tun würde. Er lehnte seinen Kopf gegen Julias Schulter und genoss die eintretende Ruhe. Für den Moment war alles gut.



      Er war nah dran. Er wusste Dinge. Er lernte jeden Tag mehr. Er hatte gedacht, er sei praktisch am Ziel, doch jetzt... jetzt bildete sich ein ganz neuer Plan in seinem Kopf. Ein sehr viel effektiverer Plan... Es warf ihn nicht einmal zurück. Es würde etwas länger dauern, ja, aber nicht zu lange. Er würde Carson Davis zerstören, nicht nur Davis Industries. Das war viel besser. Viel besser...


    • Julia lächelte sanft, als Carson sie auf seinen Schoß zog. Nun, da er wieder bei ihr war, schien die Welt um einiges besser geworden zu sein. Sie legte ihm die Arme um den Hals und küsste die Oberseite seines Kopfes. "Den freien Tag hast du dir auch verdient.", sagte sie leise. "Ich habe Andrew gesagt, dass ich nächste Woche von zu hause aus arbeiten werde. Er wird sich seinen Teil denken, aber er scheint nichts dagegen zu haben. Du hast mich also auch ganz für dich allein." Ihr Lächeln wurde etwas breiter, als sie diese Worte aussprach.
      Einen Moment lang saßen sie still zusammen. Julia schmiegte sich etwas enger in Carsons Umarmung. Obwohl sie wusste, dass sie eigentlich aufstehen sollten, da es bald essen geben würde, hatte sie keine Lust sich zu bewegen.
    • Carson regte sich nicht, bis Ricardo sich leise einmischte und sie darüber informierte, dass das Essen bereit war. Der Koch verabschiedete sich noch herzlich, nachdem Carson ihn für den Abend entlassen hatte. Allgemein sagte der Geschäftsmann nicht viel in den nächsten Stunden. Er wollte einfach nicht reden, hatte keine Worte mehr nach den schier endlosen Diskussionen über Schadensprävention und PR-Taktiken.
      Nach dem Essen machte sich Carson auch keine Mühe mehr, irgendetwas zu erledigen. Er schälte sich einfach aus seinen Klamotten und warf sich in Unterwäsche ins Bett. Er hatte weder Lust, noch Energie um etwas anderes zu tun. Er kuschelte sich an Julia, als sei sie ein großes Stofftier und fand seinen Weg in die Welt der Träume.

      Am nächsten Morgen ging es ihm besser. Er schlief wieder länger als sonst, aber nicht so lange wie am Tag zuvor. Um sieben stand er auf und gönnte sich eine ausgiebige Dusche. Rasur und Styling schenkte er sich. Ebenso jegliche Form von Bekleidung oberhalb der Hüfte. Er schlüpfte einfach nur in eine Jeans. Eine besondere Jeans, wenn man so wollte. Er hatte sie seit dem College. In ihr hatte er seine ersten geschäftlichen Entscheidungen gemacht. In ihr hatte er Stunden lang über Dokumenten und Plänen gehangen, die ihn heute hier her gebracht hatten. Die Hose hatte ihre besten Tage hinter sich. Die Knie waren aufgerissen, die Taschen waren unbrauchbar durch handtellergroße Löcher, die Nähe waren ausgeleiert, der Reißverschluss abgebrochen und der Knopf schon mehr als dreimal wieder angenäht. Es war wohl der billigste Gegenstand in Carsons Besitz. Er könnte diese Hose leicht ersetzen. Er hatte auch ohne sie genug Auswahl. Aber er konnte sich einfach nicht von dieser Hose trennen. Und nur mit dieser Hose bekleidet saß er schließlich in der Küche auf der Arbeitsplatte, einen Kaffee in der Hand, und unterhielt sich mit Ricardo, der gerade Frühstück zubereitete.


    • Als Julia am nächsten Morgen aufwachte, dauerte es einen Moment, bis ihr wieder einfiel, wieso ihr Bett viel weicher als gewöhnlich war. Müde setzte sie sich auf und rieb sich über die Augen, bevor sie sich umsah. Kurz erschrak sie, da sie Carson nirgendwo sehen konnte, doch dann hörte sie Stimmen aus dem unteren Teil des Appartements und beruhigte sich sofort wieder.
      Nachdem sie geduscht und sich eine Jeans und ein schlichtes T-Shirt angezogen hatte, gesellte sie sich zu den beiden Männern. "Guten Morgen.", sagte sie und lächelte Ricardo an, während sie ihre Hand auf Carsons Schulter legte. Dann beugte sie sich zu ihm hinunter und gab ihm einen Kuss auf die Wange. "Hast du gut geschlafen?"
    • Er hüpfte von der Arbeitsplatte und nahm Julia fest in den Arm.
      "Wundervoll geschlafen!", antwortete er, hob sie von den Füßen und drehte sich eine Runde im Kreis.
      Er setzte sie wieder ab, drehte sie herum, sodass sie Ricardo beim Kochen zusehen konnte und legte seinen Kopf auf ihre Schulter, während er seine Arme um sie schlang.
      "Keine Telefonate, keine Konferenzen, keine Akten, keine Termine. Nur du und ich und der Sonntag", erklärte er und war selbst etwas überrascht davon, dass er sich so darüber freute, nicht in seinem Büro sitzen zu müssen, "wir können alles tun, wonach dir der Sinn steht!"


    • Julia lachte leise, als Carson sie herum schwang, als wäre sie ein kleines Kind. Normalerweise wäre ihr so etwas peinlich gewesen, doch im Moment störte es sie nicht. Dafür war sie einfach zu erleichtert darüber, den Geschäftsmann endlich einmal wieder entspannt lächeln zu sehen. "Das klingt nach einem perfekten Sonntag", stimmte sie zu und lehnte sich gegen Carson, da ihr von seiner Aktion ein wenig schwindelig war.
      Sie lächelte Ricardo dankbar an, als dieser einen Becher mit Kaffee vor ihr auf dem Tresen abstellte. "Alles, wonach mir der Sinn steht?", wiederholte sie langsam, während sie nach der Tasse griff. "Wir sollten das machen, wozu du Lust hast. Immerhin hattest du viel mehr Stress als ich." Auch wenn sie diese Aussage sehr ernst meinte, befürchtete sie, dass Carson sich nicht damit zufrieden geben würde. "Wenn ich ehrlich bin, wäre mir nach einem ruhigen Tag, ohne große Unternehmungen." Tatsächlich hätte sie nichts dagegen den ganzen Tag lang nur mit Carson zu kuscheln, da sie ihn in der letzten Woche sehr vermisst hatte. Aber gleichzeitig vermutete sie, dass es auch ihrem Freund gut tun würde, wenn er einmal nicht aus dem Haus gehen und sein Image aufrecht erhalten musste.
      Auch wenn er morgen wieder arbeiten musste, hatte er es doch verdient sich einen Tag lang einfach nur zu entspannen und neue Kraft zu tanken.
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