[2er RPG] Burning Desire

    • "Austin hängt ja auch nicht den gesamten Tag an meinem Rockzipfel. Der gute Jake wird dich zur Arbeit fahren und wieder abholen. Und da du bald bei mir lebst, muss er auch nicht in deine Wohnung. Allerdings musst du damit klarkommen, dass er wohl hier öfter rumhängt. Nicht unbedingt im Penthouse, aber hier im Tower. Um genau zu sein auf der anderen Seite des Flurs, hinter dieser ominösen Tür. Ich war noch nie da drin..."
      Kurz versank Carson in seinen Gedanken, beendete diese kleine Odysse aber schnell wieder.
      "Wenn du mit ihm nicht klar kommst, sag Bescheid, dann suchen wir dir einen neuen. Ich will nicht, dass du deinem Leibwächter nicht vertraust. Es ist wichtig, dass du das tust. Sonst können sie ihren Job nicht richtig machen. Aber eigentlich musst du dir äber all das gar keine Gedanken machen. Diese Männer sind Geister. Schutzgeister, wenn du so willst. Sie passen auf dich auf, ohne dass du sie bemerkst."


    • Julia sah noch einen Moment lang in Richtung der Haustür, durch die ihr zukünftiger Bodyguard gerade verschwunden war. Sie wusste nicht, ob sie ihm traute, da er im Moment einfach nur unheimlich war. Doch das lag vor allem an seiner Größe und der autoritären Ausstrahlung. Und da das vermutlich Auswahlkriterien für diesen Job gewesen waren, beschloss die junge Frau Jake eine Chance zu geben und ihn zumindest etwas besser kennen zu lernen.
      Trotzdem war sie ein wenig erleichtert darüber, dass Austin sie zum Frauenhaus fuhr und sie nicht sofort alleine mit dem fremden Mann in einem Wagen fahren musste.

      Kurz zögerte Julia, bevor sie die Tür des Hauses aufschloss und Carson ins Innere ließ. Das Frauenhaus war natürlich nicht mit dem Umfeld zu vergleichen, in dem der Geschäftsmann sich gewöhnlich bewegte. Nicht nur von Außen, sondern auch von Innen sah es wie ein normales Wohnaus aus, das einer Großfamilie gehörte. Und genau genommen war es auch nichts anderes. Deshalb sah auch der Eingangsbereich aus wie ein völlig normaler Flur mit einer kleinen Garderobe, an der mehrere Jacken aufgehängt worden waren. "Du kannst deine Schuhe anlassen.", sagte Julia automatisch, so wie sie es immer tat, wenn sie jemanden hierher brach. Auch wenn es sonst Frauen waren, die das erste Mal dieses Gebäude zu Gesicht bekamen.
      Sie hatte gerade ihre und Carsons Jacke aufgehängt, als eilige Schritte zu hören waren und kurz darauf die Tür geöffnet wurde, die die Garderobe vom Wohnbereich trennte. Und schon kurz darauf fand Julia sich in der Umarmung einer leicht beleibten Frau mit lockigem, braunen Haar wieder. "Juli! Wir haben dich alle so vermisst. Ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr wieder."Die Blondine lächelte leicht und erwiderte die Umarmung, bevor sie sich vorsichtig aus dem Halt ihrer Kollegin befreite. "Es ist auch schön dich zu sehen.", gab sie zurück, auch wenn die Situation ihr etwas peinlich war. Die andere Freu lächelte breit, doch dann fiel ihr Blick auf Carson, den sie bis zu diesem Moment noch gar nicht wahrgenommen hatte. Ihre Augen weiteten sich erstaunt und es hätte nicht viel gefehlt, damit ihr der Mund aufgeklappt wäre. "Leah, das ist Carson Davis.", stellte sie die beiden einander vor, bevor ihre Kollegin etwas sagen konnte, was sie beide in Verlegenheit brachte.
      Leah blinzelte einmal, aber dann kehrte das Lächeln auf ihre Lippen zurück. "Oh, der Mann aus der Bar." Am liebsten hätte Julia sich mit der Hand vor die Stirn geschlagen. Von allen Dingen, war es ausgerechnet das, was der anderen zuerst einfiel... "Es freut mich, dass wir uns endlich einmal richtig kennen lernen, Julia erzählt mir viel zu wenig von dir." Leah schüttelte Carsons Hand, während Julia sich fragte, ob die andere Frau so uninformiert war, dass ihr der Name Davis nichts sagte, oder ob sie ihn vor lauter Aufregung verdrängt hatte. Vermutlich war es letzteres. "Leah...", setzte sie an, in einem kläglichen Versuch die Situation zu retten, kam jedoch nicht dazu ihren Satz zu ende zu sprechen. "Hast du ihn mitgebracht, um ihn Andrew vorzustellen? Ich bin so stolz auf dich, Juli." Leahs Lächeln war so strahlend, dass es problemlos den ganzen Raum erhellen könnte. "Du hast Glück, er ist schon da. Er hat nachher ein Telefonat mit einem der neuen Sponsoren und wollte sich vorbereiten." Erklärte sie, bevor sie sich abwandte und den beiden die Tür zum Wohnbereich aufhielt. "Kommt, ich mache euch einen Kaffee."
      "Es tut mir so leid.", sagte Julia an Carson gewandt, als sie ihn ins Innere des Frauenhauses führte.
    • Carson würde es niemals zugeben, aber er war ein bisschen nervös. Julia hatte erwähnt, dass die Leute dort ihre Familie waren und dass Andrew für sie so etwas wir ein Vater. Technisch gesehen wurde er jetzt also ijren Eltern vorgestellt.
      Er folgte Julia mit angemessenem Schweigen und hielt sich in allem zurück. Die Frauen, die hier lebten, hatten alles andere als Lust darauf, einem Mann zu begegnen. Würde jemand ihn bitten zu gehen, dann würde er das tun.
      Noch kam es allerdings nicht dazu. Denn erst wurde Leah von einer anderen Frau in die Arme genommen.
      "Von dir hört man auch nicht viel", gab Carson lächelnd zurück, als er die Hand dieser Leah schüttelte.
      Er zögerte kurz, in den Wohnbereich zu gehen. Er wollte niemanden beunruhigen. Doch kaum war Julia durch die Tür getreten, folgte er den beiden Damen. Er hielt sich an die beiden, immer mit Respekt gegenüber der Bewohner. Es ging hier um sie, nicht um ihn. Carson war kein reicher Sack, der nur aus Image- oder Steuergründen spendete. Gerade hier bei Safe Haven spendete er, weil er die Arbeit unterstützen wollte. Nicht selten hatte er auch schon einen Trip nach Afrika gemacht und beim Bau von Brunnen und Schulen und Krankenhäusern geholfen.
      Er legte einen Arm um Julias Hüfte und küsste sie auf die Schläfe.
      "Wofür entschuldigst du dich? Ist ganz angenehm, nicht über die Firma definiert zu werden", murmelte er grinsend, ehe er sich wieder von ihr löste.


    • Julia schloss kurz die Augen, als sie Carsons Lippen auf ihrer Schläfe spürte. Doch schnell löste sie sich wieder von ihm, da Leah diese Geste mit einem entzückten "Awww"-Laut kommentierte.
      Im Wohnzimmer saß nur eine Frau auf der Couch, an den Geräuschen, die aus der Küche zu ihnen drangen, schloss Julia, dass die meisten von ihnen gerade entweder das Geschirr abwuschen oder noch frühstückten. Im Moment lebten nur acht Frauen in dem Haus, wieso es sehr familiär bei ihnen zuging. Die Frau auf dem Sofa ließ ihr Strickzeug sinken, als die Neuankömmlinge den Raum betraten. Sie lächelte Julia an, aber dann fiel ihr Blick auf Carson und ihr dünnes Gesicht schien etwas blasser zu werden. Die Hände, die noch immer die Stricknadeln hielten, begannen leicht zu zittern und sie zog die Schultern nach oben, als versuchte sie in dem weichen Untergrund zu versinken. "Sieh nur, Maria. Julia hat ihren Freund mitgebracht.", auch Leah hatte die angespannte Haltung der Frau bemerkt und versuchte sofort die Stimmung wieder zu heben. Marias große Augen lösten sich von Carson und wanderten zurück zu Julia. "Ein Freund?" Ihre Stimme war leise, was jedoch nichts außergewöhnliches für sie war. Julia nickte und lächelte warm. "Ja, auch wenn ich mir wünschen würde, dass Leah es nicht so herausposaunt. Ich bin hier, um ihn Andrew vorzustellen." Das entsprach zwar nicht ganz der Wahrheit, aber die Blondine wollte nicht noch mehr Aufregung verursachen, als sie es sowieso schon getan hatte. Maria schien einen Moment lang über die Antwort nachzudenken, doch dann nickte sie kaum merklich. "Wenn er dein Freund ist, ist er sicher nett." Es war eine simple Feststellung, aber Juliana wusste, wie viel Überwindung die andere Frau dieser Entschluss gekostet hatte.

      "Ist Julia wieder hier?" "Was habe ich da von einem Freund gehört?" Julia machte einen gequälten Laut, als in diesem Moment zwei andere Frauen in den Türrahmen traten, der zur Küche führte. Im Gegensatz zu Maria sahen sie den Neuankömmling mit unverholener Neugierde an. "Leah, wir gehen kurz zu Andrew. Wolltest du nicht Kaffee kochen?" Julia warf ihrer Kollegin einen strafenden Blick zu. Aber diese grinste nur und zog von dannen. "Ich hab euch ja gesagt, dass er gut aussieht...", konnte man sie leise zu den anderen Frauen sagen hören, bevor sie endgültig in der Küche verschwand.
      Julia seufzte. "Siehst du, was ich meinte, als ich sagte, dass sie mich wie eine kleines Schwester behandeln? Niemand hat Respekt vor mir.", maulte sie an Carson gewandt, musste dann jedoch lächeln. Es war erleichternd, dass die meisten Frauen nichts gegen die Anwesenheit des Geschäftsmannes zu haben schienen. "Aber sieh es positiv; sie mögen dich. Wir sollten nachher nicht zu lange bleiben, weil sie dich sonst womöglich mit quälenden Fragen häufen."

      Julia führte Carson durch einen schmalen Flur, der vom Wohnzimmer abging und in Richtung des Gartens führte. "Die Zimmer der Frauen sind im ersten und zweiten Stock.", erklärte sie, während sie an einer Treppe vorbei kamen. Aber ihr Weg führte an dieser vorbei zu einer schmalen Holztür. Kurz hielt Julia inne. "Ich weiß gar nicht, wieso ich so nervös bin.", gab sie zu und kicherte verlegen. Sie hatte sich in den letzten Stunden immer wieder vorgesagt, dass nichts Schlimmes geschehen würde, trotzdem war sie unruhig. Sie hatte das Frauenhaus immer als ihr zweites Zuhause betrachtet und deshalb wüsste sie nicht, was sie tun sollte, wenn Andrew gegen ihre Beziehung zu Carson wäre.
      Ein letztes Mal sah Julia zu Carson hinauf, in der Hoffnung, dass etwas von seinem Selbstvertrauen auf sie überspringen würde. Dann atmete sie einmal durch und klopfte an die Tür. Normalerweise hätte sie Andrews Büro sofort betreten, aber irgendwie kam ihr das heute falsch vor. Deshalb wartete sie, bis sie ein gedämpftes 'Herein' hörte, bevor sie eintrat.

      Andrews Büro war genauso alt wie der Mann selbst. Zumindest schien es der Schreibtisch aus massiven Holz zu sein, hinter dem der dicke Mann saß. Wie gewöhnlich war sein Schreibtisch auch heute mit einer Vielzahl an Ordnern und Briefen bedeckt. Rosa zwang ihn regelmäßig zum Aufräumen, die Ordnung hielt nur nicht lange an. Als Julia den Raum betrat, sah Andrew ihr bereits entgegen und ein warmes Lächeln legte sich auf seine Lippen. "Julia, schön, dass du wieder da bist. Wie waren deine letzten Wochen.", aber dann trat Carson durch die Tür und die Anwesenheit der jungen Frau schien sofort vergessen zu sein. Eilig stand Andrew auf und kam um den Tisch herum, um Carson die Hand zu schütteln. "Mr. Davis, was für eine angenehme Überraschung. Sie hätten Julia aber nicht extra hierher bringen müssen. Auch wenn ich es natürlich zu schätzen weiß." Es war deutlich, dass er von der Anwesenheit des Geschäftsmannes sehr begeistert war. "Sie sind doch nicht etwa hier, um mir meine Mitarbeiterin abzuwerben, oder?" Er lachte fröhlich, legte Julia jedoch gleichzeitig eine Hand auf die Schulter. "Keine Sorge.", fügte er an sie gewandt hinzu, als müsste er ihr erklären, dass er gerade einen Witz gemacht hatte. Die Blondine zog leicht den Kopf ein. Wenn Andrew nur wüsste, wie nah er an der Wahrheit dran war...

      "Andrew, meinst du nicht, dass wir uns setzen sollten?", fragte sie vorsichtig. Andrew blinzelte einmal, aber dann lachte er auf. "Natürlich, wo sind nur meine Manieren." Er machte eine einladende Geste in Richtung von zwei dunkelblauen Sesseln, die gegenüber seines Schreibtisches standen, während er selbst wieder dahinter Platz nahm. Er legte seine Hände auf der Tischplatte ab und sah seine Angestellte interessiert an. "Es gibt also etwas, was du mit mir besprechen möchtest?", stellte er fest, doch der freundliche Ausdruck wich nicht für eine Sekunde von seinem Gesicht. Er klang eher wie ein Vater, der seine kleine Tochter dazu ermutigte ihm ein Geheimnis zu verraten. Kurz wanderten seine Augen zu Carson, während er anscheinend versuchte den Grund für seine Anwesenheit zu finden. "Möchtest du vielleicht wirklich lieber für ihn arbeiten?", fragte er letztendlich. "Du weißt, dass ich dich bei allem unterstütze, Julia. Auch wenn es schade wäre, finden wir bestimmt eine Lösung."
      Julia schüttelte eilig den Kopf. "Das ist es nicht.", sagte sie, bevor ihr Chef sich noch an dieser Idee festbeißen konnte. "Warum Mr. Davis mich hierher begleitet hat ist..." sie biss sich auf die Unterlippe. Alle Worte, die sie sich sorgfältig in ihrem Kopf zurecht gelegt hatte, waren auf einmal verschwunden. "Also... Du weißt doch, dass wir ihn auf der Konferenz getroffen haben und ich nicht sonderlich begeistert war. Naja, wir haben uns danach noch einmal wieder getroffen und es hat sich herausgestellt, dass ich ihn falsch ein geschätzt habe..." Kurz hielt sie inne und schalt sich innerlich dafür, wie schlecht sie in so etwas war. Sie rechnete es Carson hoch an, dass er noch nicht zu lachen begonnen hatte. "Was ich eigentlich sagen wollte ist, dass wir miteinander ausgehen.", fuhr sie etwas schneller als beabsichtigt fort. Es war erleichternd, dass sie es endlich aussprechen konnte, auch wenn sie noch immer etwas Angst vor Andrews Reaktion hatte. Doch dieser schien im Moment nur überrascht zu sein. "Ich habe nichts gesagt, weil ich nicht wollte, dass du dir Sorgen machst. Aber da es mir wirklich ernst ist, wollte ich, dass du davon weißt." fügte sie etwas sanfter hinzu und lächelte zu Carson hinauf.
    • Carson verstand nicht ganz, warum Julia sich so unwohl fühlte. Jeder hier schien ihn zu mögen und niemand rannte schreiend davon. Das war doch ein gutes Zeichen, oder?
      Er lächelte den anderen Frauen frech zu, ehe er Julia den Gang hinunter folgte. Er sah sich ganz genau um und sein Hirn überlegte bereits, wie man mehr Frauen helfen konnte, wie man ihnen mehr helfen konnte. Dieses Frauenhaus war warm, gemütlich, familiär. Genau das, was man in diesem Augenblick brauchte. Er hatte dutzende Ideen!
      Carson begrüßte Andrew eher geschäftlich als privat mit dem Handschlag, ehe er sich setzte. Er lächelte die ganze Zeit freundlich und musste sich davon abhalten, Julias Hand zu ergreifen. Das war ihr Moment, nicht seiner, auch wenn er gern helfen würde. Sobald sie die Worte ausgesprochen hatte, griff er nach ihrer Hand, verschränkte ihrer beider Finger und küsste ihren Handrücken.
      "Ich werde sie Ihnen nicht wegnehmen, Andrew. Das würde sie mir gar nicht erlauben. Sie wollte es Ihnen nur mitteilen", setzte Carson nach, um irgendwelche Zweifel auszurotten und klarzumachen, warum sie hier waren, und da ich heute keine wichtigen Termine habe, wollte ich mir einen Teil meiner Investitionen ansehen. Natürlich verstehe ich die Einschränkungen in diesem Haus und werde mich daran halten. Wenn sie sich damit wohlfühlen, würde ich gern mit Ihren Gästen reden und nach ihrer Meinung fragen. Wenn ich ewas verbessern kann, dann will ich das auch tun."
      Es war nicht unbedingt von ihm beabsichtigt gewesen, Andrew mit dem Geschäft abzulenken. Es war einfach aus ihm herausgeplatzt. Er brauchte was zu tun. Dringend.


    • Während Carson sprach, schienen Andrews Augen immer größer zu werden. Es dauerte ein paar Sekunden, bis der Mann die Situation völlig verstanden zu haben schien, doch dann legte sich ein warmes Lächeln auf seine Lippen. "Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dass du neben der Arbeit gar keine anderen Interessen hast, Julia." Er lachte leise, obwohl Julia sich ziemlich sicher war, dass diese Aussage nicht als Witz gemeint war. Er wäre nicht der erste, der ihr so etwas sagte... "Nun, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Doch ich freue mich für euch beiden. Rosa wird beleidigt sein, weil sie nicht hier war.", fuhr er fort. "Und du klingst so, als hättest du dir das gut überlegt." Auch wenn seine Worte nicht als Frage formuliert waren, hörte Julia doch heraus, dass mehr hinter ihnen steckte. Andrew gab ihr die Chance, ihm ein Zeichen zu geben, dass etwas nicht in Ordnung war. Ihm zu zeigen, dass sie nicht freiwillig hier war oder Angst hatte. Doch das hatte Julia nicht vor, weshalb sie dem Mann fest in die Augen sah, als sie ihm antwortete: "Das habe ich. Ich bin sehr glücklich, Andrew." Noch während sie ihren Satz aussprach bemerkte sie, dass der Körper ihres Chefs sich entspannte und ein erleichterter Ausdruck in seine Augen trat.
      "Carson weiß, dass ich früher hier gewohnt hatte.", erklärte sie nach einer kurzen Pause. Andrews Augenbrauen schossen nach oben und für einen kurzen Moment schien er erhrlich überrascht zu sein. "Oh... ist das so?", fragte er leise, lächelte dann jedoch. "Dann kann ich ja davon ausgehen, dass Sie besonders gut auf mein Mädchen aufpassen, Mr. Davis.", wandte er sich an Carson und klang mehr denn je wie ein Vater, der gerade seine Tochter abgab.

      "Ich schätze Ihre Arbeit und Ihr Engagement, deshalb bin ich überzeugt, dass Sie nur gute Absichten haben. Es gibt jedoch eine Sache, die mich ein wenig besorgt." Er faltete die Hände zusammen und das Lächeln verschwand von seinem Gesicht. "Sie stehen sehr in der Öffentlichkeit, Mr. Davis. Ich weiß nicht, wie Sie mit Ihrer Beziehung umgehen möchten, aber wenn das bekannt wird, wird auch Julia in der Öffentlichkeit stehen. Sie sind vermutlich schon auf so etwas vorbereitet, doch ich möchte nicht, dass ihr Reporter hierher folgen. Die Frauen hier vertrauen darauf, dass wir sie beschützen, einige wollen nicht einmal, dass ihr Wohnort bekannt wird. Deshalb bitte ich Sie daran zu denken, dass nicht nur Ihre Freundin Schutz braucht, sondern auch die anderen Frauen hier. Ich freue mich darüber, dass ihr beide glücklich seid und ich habe kein Recht euch in eure Beziehung hinein zu reden, ich bitte euch lediglich um ein wenig Diskretion. Das verstehst du doch auch, oder Julia?" Die Blondine nickte automatisch. Sie verstand Andrews Sorgen, da sie mehr als nur einmal erlebt hatte, wie ein gekränkter Ex-Freund versucht hatte sich Einlass zu verschaffen. Sie wollte den Frauen hier nicht unnötig Sorgen bereiten.
      "Du weißt, dass ich nichts tun würde, was dem Frauenhaus schaden könnte, Andrew.", sagte sie und bemerkte, dass das Lächeln langsam auf das Gesicht ihres Chefs zurück kehrte. "Natürlich, aber was wäre ich denn für ein Leiter, wenn ich es nicht ansprechen würde.", antwortete er und lachte leise. Er wirkte erleichtert, so als wäre auch er froh, dass das Thema nun ausgesprochen war und er es abhaken konnte. "Aber genug davon.", sagte er nach einer kurzen Pause lächelnd. "Sie dürfen sich gerne so viel umsehen, wie Sie möchten, Mr. Davis und auch mit den Frauen sprechen, die dazu bereit sind. Ich muss sie nur bitten in keine der privaten Zimmer zu gehen, so lange die Bewohnerin Sie nicht dorthin einläd." Es schien ihm schwer zu fallen seinem Vorgesetzten Vorschriften zu machen, aber es gab nun einmal Regeln, an die sich jeder halten musste. "Ansonsten steht Ihnen hier alles offen und ich hoffe, dass es Ihnen hier gefallen wird. Und wenn sie noch etwas besprechen möchten, finden Sie mich hier." Er lächelte etwas breiter. Julia vermutete, dass ihn die Aussicht auf einige weitere Spenden von Carson sehr freuten.

      Nachdem das Pärchen das Büro wieder verlassen hatte, atmete Julia einmal tief aus. "Das lief besser, als ich erwartet hatte.", gab sie zu und lächelte zu Carson hinauf.
    • Andrew sprach wichtige Punkte an, durchaus. Allerdings nichts, was Carson nicht bereits bedacht hatte. Punkt eins der Gegenmaßnahmen war Jake. Er war sogar der wichtigste Punkt. Alles andere passierte hinter den Kulissen. Austin wusste, was er da tat.
      "Hattest du etwa Angst, dass dein gutaussehender Freund, der zufällig der Hauptgeldgeber dieser Einrichtung ist, nicht die Zusage deines Chefs bekommt, auch wirklich dein Freund sein zu dürfen?"
      Er grinste breit und küsste Julia sanft.
      "Ich will dich nicht weiter von deiner Arbeit abhalten. Ich werde mich ein bisschen umsehen. Es wäre nett, wenn du eure Gäste fragen könntest, ob sich jemand dazu bereiterklärt, mit mir zu sprechen. Nicht über ihre Erlebnisse, über die Einrichtung. Vorteile, Nachteile, Verbesserungsvorschläge, dergleichen."
      Sein Blick wanderte durch den Flur, er musterte alles. Er wollte das hier besser machen, als es schon war. Der Perfektionist in ihm hatte die Kontrolle übernommen.
      "John wird Spaß haben, das Sicherheitssystem zu überholen...", murmelte Carson leise.
      Er selbst würde sich auch besser fühlen. Zu wissen, dass er dafür sorgen konnte, dass diese Frauen in Sicherheit waren... das war ein gutes Gefühl. Vielleicht sollte er weitere Häuser finanzieren...


    • Julia lachte leise und ließ sich in Carsons Arme ziehen. Nun, da die Nervosität langsam von ihr abfiel, freute sie sich wie ein kleines Mädchen, das gerade die Erlaubnis ihrer Eltern erhalten hatte, um mit ihrem Schwarm auszugehen. Und ein wenig war es ja auch so. "Ich habe nicht eine Sekunde daran gezweifelt, dass mein gutaussehender, charmanter Freund alle Leute hier für sich gewinnt.", gab sie zurück und streckte sich ein wenig, um ihn noch einmal zu küssen. "Ich habe eher damit gerechnet, dass deine nervöse Freundin es verbockt." Da Carson sie vermutlich sowieso schon durchschaut hatte, machte es keinen Sinn irgendwelche Ausreden zu erfinden.
      "Leah wäre sicher ganz wild darauf dich hier herumzuführen. Aber das könnte sehr anstrengend werden, weil sie dich ausfragen wird. Oder es hat ihr jemand verraten, was für ein wichtiger Mensch du bist und es ist ihr nun peinlich, wie sie dich begrüßt hat.", Julia kicherte leise bei dem Gedanken.
      "Du kannst dich gerne im Erdgeschoss alleine umsehen. Ich spreche mit den Mädels und sage ihnen, dass sie auf dich zugehen sollen, wenn sie mit dir reden wollen, okay? Es kann aber gut sein, dass sie zu zweit kommen, weil sie sich alleine nicht trauen." Noch einmal zog Julia ihren Freund an sich, bevor sie sich ein wenig widerwillig von ihm löste. "Falls du eines der Zimmer sehen willst, aber keine der Bewohnerinnen dich in ihres lassen will, kann ich dir eines von denen zeigen, die im Moment leer stehen." Beinahe hätte sie ihm angeboten ihm ihr altes Zimmer zu zeigen, da dieses gerade nicht bewohnt war. Doch sie wollte Carson damit nicht belasten.

      Kurz stand sie unschlüssig auf dem Flur, da ein Teil von ihr ihren Freund nicht alleine lassen wollte. "Wenn irgendetwas ist, sagst du mir bescheid, okay? Und du verabschiedest dich von mir, bevor du gehst, nicht wahr?", fragte sie, auch wenn das eigentlich unnötig war. Sie seufzte leise, da sie realisierte, dass sie nicht noch länger Zeit schinden konnte. "Ich gehe mal an die Arbeit. Danke, dass du mit hierher gekommen bist." Mit diesen Worten ließ sie Carson schweren Herzens zurück und machte sich auf den Weg in die Küche, wo vermutlich immer noch die anderen Frauen waren und nur darauf brannten sie auszufragen.
    • Bevor sie ihn allein ließ, schloss Carson seine Angebetete noch einmal fest in seine Arme und küsste sie ausgibig.
      "Als ob ich mich nicht von dir verabschieden würde", murnelte er lächelnd, ehe er sie ziehen ließ.
      Ob ihn jemand herum führte oder nicht, war ihm nicht unbeding wichtig. Er sah sich einfach nur um und sammelte Ideen. Einige davon schrieb er sich auf, während er parallel mit den entsprechenden Personen in seiner Firma debattierte, was ihre Möglichkeiten waren. Er wollte mehr dieser Höuser bauen und das dort, wo sie gebraucht wurden. Dafür brauchte er Zahlen, Statistiken, Fakten und Kalkulationen.
      Er lief gerade durch einen Flur, den Blick auf den Bildschirm seines Smartphones gerichtet, mit einer Hand gegen die Wand klopfend, als zwei Frauen auf ihn zu kamen. Eine von ihnen hatte vorhin aus der Küche gepikt, die andere war diese Maria aus dem Wohnraum. Carson bemerkte sie nicht. Erst, als die zweite Frau sich leise räuspertr, hob er den Kopf. Die Frauen verhielten sich defensiv, hielten Sicherheitsabstand zu ihm. Er verübelte es ihnen nicht. Stattdessen steckte er sein Telefon weg und lächelte freundlich.
      "Was kann ich für euch tun?", fragte er.
      Die ihm unbekannte Frau war offensichtlich nur zur Unterstützung dabei, Maria war die, die mit ihm reden wollte. Sie wusste nur noch nicht, woher sie das Selbstvertrauen dafür nehmen sollte.
      "Ich ähm..."
      Carson wartete geduldig. Jetzt Druck auszuüben wäre alles andere als hilfreich. Er blieb einfach ruhig, freundlich und wartete.
      "Sie... Sie sind der, dem das hier gehört, oder?", fragte Maria schließlich leise, ohne ihn direkt anzusehen, beinahe so, als erwarte sie, dass er sie schlug.
      Carson spürte einen leichten Stich in der Brust. Keine Frau sollte so etwas befürchten müssen.
      "Technisch gesehen ja. Aber ich bin eigentlich bloß ein Geldgeber und sehe zu, dass alles läuft. Mit dem eigentlichen Netz und der Hilfe habe ich nichts zu tun, dass sind die Mitarbeiter dieser Einrichtung", antwortete Carson sachlich, aber freundlich.
      "Aber... Sie machen das hier möglich?"
      "Ja. Zusammen mit einigen anderen Gönnern und Stiftern."
      Maria versank ein wenig mehr in sich selbst. Dann hob sie allerdings den Blick und setzte sogar ein Lächeln auf.
      "Danke", sagte sie.
      Carson erwiderte ihr Lächeln und neigte leicht den Kopf wie eine kleine Verbeugung.
      "Es ist mir eine Ehre", sagte er, "es freut mich, dass diese Institution etwas erreichen kann."

      Er unterhielt sich mit ein paar anderen Frauen und bekam viele Informationen, die er gewinnbringend nutzen konnte. Schlussendlich interessierte ihn aber nur eine Frau im Gebäude. Etwa zwei Stunden dauerte seine Tour, ehe er Julia aufsuchte und sich ordentlich von ihr verabschiedete. Zeitgleich lud er Leah zum Essen ein, damit sie ihn mit ihren Fragen löchern konnte, sofern sie das wollte auch gern mit Begleitung. Dann ließ er sich von Austin abholen. Julia erinnerte er noch einmal an Jake und dass er sie abholen und nach Hause bringen würde, sobald sie hier fertig war. Er betonte, dass sie ihn nicht vergessen sollte, dass er zu ihrem Schutz da war. Er ging nicht, ehe Julia ihm nicht versprochen hatte, daran zu denken.



      Er sah zu. Beobachtete. Niemand beachtete ihn, er war ein Geist. Sein Plan hatte einen guten Schritt nach vorn gemacht, er war genau im Zeitplan. Carson Davis würde nicht wissen, wie ihm geschah, wenn er erst einmal loslegte. Die Feuer und Explosionen waren nur ein Anfang gewesen.
      Er beobachtete, wie der Mann in seine Limousine einstieg, das Telefon am Ohr. Sein Leibwächter ließ den Blick über die Straße gleiten, klemmte sich dann hinter das Lenkrad und fuhr davon. Schon bald würde Mr. Davis einen Anruf erhalten, der ihm nicht gefiel. Aber vorher musste er selbst einen Anruf tätigen. Die Medien wollten sicher auch von dem neusten Disaster hören...


    • Genau wie Julia befürchtet hatte, wurde sie in der Küche bereits von einer kleinen Gruppe erwartet, die sie alle neugierig ansahen. "Und, was hat Andrew gesagt?", es wunderte Julia ein wenig, dass es nicht Leah war, die sie sofort mit dieser Frage überfiel. Ihre Freundin war erstaunlich still. "Du hättest mir ruhig sagen können, was für ein wichtiger Mensch er ist.", murrte sie, während sie ihrer Kollegin eine Tasse mit Kaffee in die Hände drückte. Sie sah beleidigt und verlegen zugleich aus, ein seltener Anblick und Julia konnte nicht anders, als ein wenig zu grinsen. "Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich ihn dir vorgestellt habe." Leah zog die Mundwinkel nach unten. "Ich war zu aufgeregt und habe wohl nicht richtig zugehört.", gab sie schließlich zu und sorgte dadurch dafür, dass lautes Gelächter in der Küche ausbrach. "Falls es dich tröstet; ich vergesse das auch oft. Und es hat ihn nicht gestört, dass du ihn geduzt hast.", versuchte sie ihre Kollegin etwas zu beruhigen. "Außerdem bist du meine Freundin, deshalb mag er dich."

      "Wie kannst du nur vergessen, dass du mit DEM Carson Davis zusammen bist.", warf eine der anderen Frauen ein, noch während Julia ihren letzten Satz aussprach. "Von Nahmen sieht er sogar noch besser aus, als im Fernsehen.", sie lächelte und Julia war sich nicht sicher, ob sie sich geschmeichelt fühlen, weil die Frau ihrem Freund ein Kompliment machte, oder eifersüchtig sein sollte. Letztendlich entschied sie sich für ersteres, da sie wusste, dass sie Carson blind vertrauen konnte. "Um deine Frage zu beantworten, Emily...", wandte sie sich an die Frau, die sie als erste angesprochen hatte, als sie die Küche betreten hatte. "Andrew war ein wenig skeptisch, aber er freut sich für mich." Die Angesprochene nickte, offensichtlich zufrieden mit der Antwort. "Wie habt ihr euch eigentlich kennen gelernt?", setzte sie ihren Fragenkatalog fort. Diesmal war es jedoch Leah, die das Wort an sich riss. Nur zu gerne erzählte sie, dass es ihr Verdienst gewesen war, da sie damals Julia in die Bar geschleift hatte.
      Während die Frauen gebannt der Geschichte von Julias Freundin lauschten, fühlte diese auf einmal, dass sie jemand am Ärmel zupfte. Sie drehte den Kopf und bemerkte Maria, die ein wenig unschlüssig im Türrahmen stand. Julia fragte sich, wie lange sie wohl schon der Unterhaltung zugehört hatte, ohne dass sie jemand bemerkt hatte. "Carson Davis hat das Frauenhaus hier gegründet, oder?", fragte sie leise. Julia lächelte sanft und schüttelte leicht den Kopf. "Nicht ganz. Er ist unser größer Sponsor. Ohne ihn hätten wir viele der Frauenhäuser nicht finanzieren können. Aber gegründet hat er es nicht. Er unterstützt uns nur.", erklärte sie. Marie dachte einige Sekunden lang über diese Antwort nach. "Trotzdem... meinst du ich kann... meinst du ich darf mit ihm reden?", fragte sie leise und senkte den Blick auf ihre Füße. Julia legte leicht den Kopf zur Seite. Sie war sich nicht sicher, was Maria mit ihrem Freund besprechen wollte, doch es war für sie ein großer Fortschritt, den sie auf jeden Fall unterstützen wollte. "Er wird sich sehr darüber freuen. Möchtest du, dass ich mitkomme und euch vorstelle?", bot sie an und legte der Frau eine Hand auf die Schulter. "Nein, ich will mitgehen. Ich würde auch gerne mit ihm reden.", meldete sich auf einmal Emily hinter ihnen zu Wort. Kurz sah Julia zu Maria, um zu prüfen, ob diese mit dem Vorschlag einverstanden war.
      "Natürlich. Er würde sich gerne mit euch unterhalten, traut sich aber nicht.", sagte sie und kicherte leise. Es entsprach nicht ganz der Wahrheit, doch sie versuchte den anderen so etwas Mut zu machen. "Wer möchte, kann gerne auf ihn zugehen und ihm etwas von der Einrichtung erzählen. Aber bitte nicht alle auf einmal."

      Nachdem Carson wieder aufgebrochen war, kehrte langsam wieder der Alltag in das Frauenhaus ein. Andrew nahm Julia noch einmal zur Seite, um sich von ihr bestätigen zu lassen, dass es ihr gut ging und sie sich zu nichts drängen ließ. Die junge Frau war ein wenig gerührt davon, dass ihr Chef sich immer noch so um sie sorgte und es freute sie, dass sie all seine Sorgen zerstreuen konnte.
      Am Abend ließ Leah es sich nicht nehmen ihre Kollegin zur Tür zu bringen und einen skeptischen Blick auf den Bodyguard zu werfen, der wie abgesprochen einige Meter vom Frauenhaus entfernt auf Julia wartete. "Wenn du und Carson heiratet, musste du mich zur Hochzeit einladen.", sagte die Frau zum Abschied und zwinkerte Julia zu. Diese machte einen amüsierten Laut. "Falls wir jemals heiraten...", sie legte dabei besondere Betonung auf das 'falls' "...mache ich dich zu meiner Trauzeugin." Danach verabschiedete sie sich von der anderen Frau und machte sich auf den Heimweg.

      Auf der einen Seite war Julia froh darüber wieder einmal in ihrer eigenen Wohnung nach dem Rechten sehen zu können, doch diese kam ihr gleichzeitig viel zu leer und kalt vor. Letztendlich machte sie es sich auf dem Sofa gemütlich, in eine Wolldecke gewickelt und mit einer Tasse Tee vor sich. Aber auch das konnte Carsons Umarmung nicht ersetzen.
      Am liebsten hätte Julia ihn angerufen, da sie aber nicht wusste wie beschäftigt er war, schrieb sie ihm lediglich eine SMS.

      Jake hat mich sicher zu hause abgeliefert.
      Ich hoffe, es geht dir gut und du hast nicht zu viel Stress.
      Ich liebe dich und vermisse dich. Deine Julia.

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    • Carson hatte eigentlich mit einem ruhigen Nachmittag gerechnet, um sich etwas mit den Ereignissen der letzten zwei Wochen zu beschäftigen, hauptsächlich mit den Ermittlungen wegen des neusten Feuers. Doch kaum hatte er auch nur einen Fuß in den Davis Tower gesetzt, kam Dana auf ihn zugehastet und sein Smartphone klingelte. Er nahm ab und ließ sich von seiner Assistentin das Tablet reichen. Darauf war ein Nachrichtensender zu sehen, was Carson jetzt schon erschaudern ließ. Zusätzlich drängte Chase an seinem Ohr, die Nachrichten einzuschalten.
      "Was sehe ich da?", fragte Carson und ging ein paar Schritte.
      Dana eilte voraus und rief den Aufzug, Austin trat an seine Seite und sah zu, wie eine Nachrichtensprecherin über eine von Carsons Firmen sprach, deren Bild neben ihrem Kopf abgebildet wurde.
      "Giftanschlag", hörte Caraon seinen Cousin sagen und plötzlich drehte sich alles.
      Ein Giftanschlag?! Das konnte man nicht einfach vertuschen. Man konnte es, aber einfach war es nicht. Noch dazu wussten es die Medien vor ihm, also konnten sie sowie so nichts abstreiten. Sie würden alles wissen...
      Austin war bereirs dabei, seine Leute zu postieren und Chase erklärte ihm seinen Schlachtplan, doch Carson hörte sie kaum. Er musste vielmehr an John denken und was dieser gesagt hatte. Persönliches Motiv. Wollte jemand seiner Firma schaden, dann reichten Proteste und die Feuer. Aber ein Giftanschlag... das ging tiefer. Da wollte jemand Caraon persönlich schaden. Nur wer.
      Ihm würde übel, als ihm noch etwas anderes einfiel. Er beendete das Gespräch mit Chase und sah sich Julias Nachricht an. Er lächelte gequält. Eigentlich wollte er sie damit nicht belasten, aber welche andere Wahl hatte er schon?

      Ich liebe dich auch.
      Ich muss dich darum bitten, im Haus zu bleiben, sofern du kannst. Austin wird vor deinem Wohnhaus Wache schieben. Wenn du das Haus verlässt, dann bleib bitte in seiner Nähe. Ich will dir keine Einzelheiten nennen, tu es einfach, okay? Ich komme vorbei, sobald ich eine freie Minute habe. Mach dir keine Sorgen um mich, Austin passt auf mich auf. Diese Krise haben wir hoffentlich schnell im Griff.
      C.D.


      Er seufte, als er die Nachricht abschickte. Dann schaltete er den emotionalen Carson ab und konzentrierte sich auf das Geschäft.
      "Niemand, der irgendwie in Verbindung mit uns steht, sagt auch nur ein Wort", lautete sein erster Befehl.



      Lächelnd beobachtete er das Chaos, dass er angerichtet hatte. Landesweit verbreitete sich die Nachricht über einen Giftanschlag bei einer der besten Tochtergesellschaften von Davis Enterprises. Es wurde von dutzenden Verletzen berichtet. Carson Davis würde sicherlich die Luft wegbleiben. Wie sollte er sowas erklären? Wie sollte er sein Image retten, wenn das noch öfter geschah?
      Er ließ die Nachrichten Nachrichten sein und sah sich den Aktienmarkt an, der ja auf jedes schräges Lüftchen mit einer Panikattacke reagierte. Er verstand nichts vom Handel mit Aktien. Er wusste nur, dass der Markt empfindlich gegenüber Gerüchten und Nachrichten war und dass man einen Haufen Geld damit verdienen konnte, auf Kosten anderer. Aber für ihn zählte nicht der Markt. Für ihn zählte nur die kleine, gezackte Linie der Davis Aktie, die gerade steil nach unten lief.
      Sein Lächeln wurde breiter, als er das Telefon wegsteckte und zu dem Wohngebäude hinauf sah, das weit unter Carson Davis' Preisklasse lag, ihm aber wertvoller war, als alles andere.
      "Nicht mehr lange", murmelte er und ging zu seinem Wagen.


    • Julia war gerade eingenickt, als das Piepen ihres Handys sie aufschrecken ließ. Da es nur eine Person gab, die ihr um diese Uhrzeit eine SMS schicken konnte, war die junge Frau sofort hellwach. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht, las sie Carsons Nachricht, doch mit jedem Wort fielen ihre Mundwinkel ein Stück weiter nach unten und sie zog besorgt die Augenbrauen zusammen. Zwar hatte Carson schon immer versucht sie zu beschützen, doch diesmal klang es so, als wäre es ihm wirklich ernst. Irgendetwas war geschehen und dass er etwas von einer Kriese schrieb, ließ in Julias Kopf eine Vielzahl von Alarmglocken klingeln. Sofort musste sie an den Brand im Lagerhaus denken und ohne weiter darüber nachzudenken schaltete sie ihren Fernseher an.
      Sie musste nicht einmal lange durch die Programme schalten, da ihr bereits auf dem ersten Kanal eine Reporterin entgegen blickte, die vor einem Krankenhaus stand. "Die genaue Zahl der Verletzten steht noch nicht genau fest, jedoch gab es bisher noch keine Todesopfer. Carson Davis hat sich noch nicht zu dem Vorfall geäußert...", sagte sie gerade, während am unteren Bildschirmrand eine Informationstafel eingeblendet war, auf der 'Giftanschlag auf Tochterfirma von Davis Enterprises' zu lesen war.

      Julia machte einen erschrockenen Laut. Auf einmal schien es im Raum um einige Grad kälter geworden zu sein und sie fühlte, dass ihre Hände zu zittern begannen. Sie konnte sich nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie es Carson gerade gehen musste und sie fühlte sich schrecklich hilflos, weil sie nichts für ihn tun konnte. Doch schlimmer als alles andere war die Angst, dass dem Geschäftsmann etwas zustoßen könnte. Bei dem Brand in der Lagerhalle war niemand verletzt worden, doch diesmal hatte man es gezielt darauf abgesehen, dass Menschen zu Schaden kamen. Was würde geschehen, wenn man den Schuldigen nicht fand? Wie weit würde er beim nächsten Mal gehen. Die junge Frau schlang die Arme um ihren Körper, während sie mit den Tränen kämpfte. "Ihm darf nichts passieren.", flüsterte sie leise in den leeren Raum hinein. Sie wusste dass es egoistisch war, sich nur um eine Person zu sorgen, aber Carson war so wichtig für sie. Er war alles was sie hatte.

      Einige Minuten saß sie still vor dem Fernseher und ließ sich von den Worten der Reporter berieseln. Es dauerte etwas, bis sie ihre Angst in den Griff bekommen und den Drang unterdrückt hatte, sofort zum Davis Tower zu fahren, damit sie bei Carson sein konnte. Aber damit würde sie ihm im Moment nicht helfen. Deshalb beschränkte sie sich darauf, ihm noch eine SMS zu schreiben.

      Ich habe es im Fernsehen gesehen. Es tut mir so leid.
      Ich wäre jetzt gerne bei dir, um dich zu unterstützen. Da das aber nicht geht, umarme ich dich virtuell.
      Du kannst mich jederzeit anrufen, wenn du reden willst.
      Mach dir keine Sorgen um mich. Ich bleibe so lange in der Wohnung, wie du es sagst.
      Heute Abend, Morgen, den Rest meines Lebens, wenn du es möchtest.
      Bitte pass auch auf dich auf.
      Ich liebe dich und denke an dich.
      Julia.

      Es ärgerte Julia ein wenig, dass sie ihre Nachricht so knapp formulieren musste, denn es gab so viel, was sie Carson sagen wollte. Sie wollte für ihn da sein und ihm so sehr helfen, wie er es bei ihr tat. Doch leider war ihr das unmöglich. Die junge Frau seufzte frustriert und schaltete den Fernseher aus. Dann machte sie sich auf den Weg in die Küche, um sich noch einen Tee zu kochen. Der Appetit war ihr erstmal vergangen und an Schlaf war heute auch nicht mehr zu denken.
    • Mittlerweile war Carson froh darüber, dass Dana seinen Terminkalender leergeräumt hatte. So musste er keine wichtigen Termine absagen oder verschieben, um sich um dieses Desaster zu kümmern.
      Er jagte von Pressekonferenz zu Vorstandssitzung zu Pressekonferenz zu Sicherheitsupdates. Er sorgte dafür, dass seinen Leuten geholfen wurde, um sein angeschlagenes Image zu pflegen. Er hielt engen Kontakt mit den Reportern um allen zu zeigen, dass Davis Enterprises immer noch stark war, dass sie der Sache auf den Grund gingen. Im Hintergrund arbeitete Austin mit Johns Leuten zusammen, um alles aufzuklären, da die Polizei unfähig und langsam war.
      Eine Woche musste sich Carson damit zufrieden geben, Julia nur über Textnachrichten in seinem Leben zu wissen. Er fand einfach keine Zeit, auch nur mit ihr zu telefonieren. Allerdings ließ er sich von Jake regelmäßig Bericht erstatten.

      Am Ende der Woche, es war Samstagabend, saß er im Auto, kam gerade von einer weiteren Pressekonferenz. Er war völlig erledigt, müde, genervt. Er griff zu seinem Smartphone und wählte Julias Nummer.
      "Soll ich was beim Chinesen oder beim Inder holen?", fragte er ohne Begrüßung, ohne Begründung.
      Heute Nacht würde er bei Julia schlafen. Einfach nur ein paar Stunden Schalf...


    • Zum ersten mal wünschte Julia sich, dass sie früher mit Carson zusammen gezogen wäre. Dann könnte sie nun zumindest bei ihm sein. Aber leider konnte sie ihren Freund im Moment nur sehen, wenn er einen Auftritt im Fernsehen hatte. Es schmerzte den Geschäftsmann dabei zu sehen, wie ein eine professionelle Ausstrahlung aufrecht erhielt, obwohl Julia wusste, dass es in seinem Inneren sicher ganz anders aussah.
      Obwohl sie Carson sehr vermisste, versuchte sie ihn nicht zu bedrängen und schrieb ihm nur zurück, wenn er ihr eine SMS schickte. Sie wagte nicht zu fragen, ob sie telefonieren könnten, da sie sich sicher war, dass er keine Zeit dazu hatte. Deshalb war sie auch sehr überrascht, als eines Abends ihr Handy klingelte. Ein erleichtertes "Carson" verließ ihre Lippen, als sie die Nummer erkannte und den Anruf sofort entgegen nahm. Aber ihre Freude wurde schnell zu Verwirrung, als sie die knapp formulierte Frage des Mannes hörte. "Ähm... chinesisch?", gab sie zögerlich zurück, da sie zu perplex war, um länger darüber nachzudenken.

      Erst als Carson das Gespräch wieder beendet hatte, verstand Julia, was er mit seiner Frage gemeint hatte. Wie ein aufgeregtes Mädchen verbrachte sie die nächsten Minuten schon einmal Geschirr bereit zu stellen und dafür zu sorgen, dass sie nicht völlig ungepflegt aussah. Immer wieder sah sie aus dem Fenster, das in die Richtung der Straße hinaus ging.
      Und so kam es, dass Carson nicht einmal dazu kam auf die Klingel zu drücken, als er Julias Wohnung erreichte. Er hatte die Haustür kaum erreicht, als Julia diese bereits öffnete und ihn umarmte. Sie schlang ihre Arme um seine Hüfte und vergrub ihr Gesicht in seiner Brust. Es war unglaublich beruhigend endlich wieder Carsons Wärme zu spüren und seinen gewohnten Geruch zu riechen. Ihm war nichts geschehen und er war zu ihr zurück gekommen. Diese Tatsache allein machte Julia unendlich glücklich.
    • Carson hielt die weiße Plastiktüte mit ihrem Essen reflexartig in die Höhe, als Julia ihre Arme um ihn schlang. Er legte den freien Arm um sie und drückte sie an sich. Zeitgleich machte er zwei Schritte in das Gebäude hinein, um die Tür hinter sich schließen zu können. Er vergrub sein Gesicht in Bulias Haaren und ließ sich für einen Augenblick von ihrem Geruch einlullen.
      "Ich hab das Essen dabei", sagte er ruhig.
      Er hatte gewaltigen Hunger. Er hatte seit dem halben Obstsalat heute Morgen nichts mehr gegessen. Andererseits wollte er Julia nicht loslassen.
      Er musste sich dazu überreden, doch schließlich ging er in die kleine Küche und packte die Styroporpackungen aus. Er machte sich wenig bis keine Gedanken um Ästhetik, als er alles auf den Tellern verteilte. Er war überraschend still. Nachdem er den ganzen Tag, die ganze Woche mit reden verbracht hatte, hatte er einfach keine Worte mehr übrig. Er war sogar mehrfach laut geworden, weil ihn die ganze Situation frustrierte. Er spürte, dass sein Körper ihm das übel nahm. Morgen wäre er sicherlich heiser...


    • Julia versuchte es sich nicht anmerken zu lassen, doch sie machte sich große Sorgen um ihren Freund. Er sprach kaum, hatte sie nicht einmal begrüßt oder geküsst... und je länger sie ihn ansah, desto deutlicher wurde es, wie erschöpft der Geschäftsmann war. Still half sie ihm das Essen anzurichten. Wenn er nichts sagen wollte, so würde sie ihn sicher nicht mit belanglosem Smaltalk belasten. "Danke, dass du etwas zu essen mitgebracht hast.", war deshalb alles, was sie sagte, bevor sie beide zu essen begannen.
      Eigentlich hatte Julia keinen Hunger, da ihr Sorgen wie ein schwerer Klumpen in ihrem Magen lagen und keinen Platz für etwas anderes ließen. Doch sie zwang sich ihre Portion Bratnudeln zu essen, die wirklich gut schmeckte.

      Einige Minuten saßen sie sich schweigend gegenüber, bis Julia schließlich ihre Stäbchen sinken ließ. Sie hatte lange mit sich gerungen, doch letztendlich beschloss sie, doch etwas anzusprechen, worüber sie in den letzten Tagen nachgedacht hatte. "Wäre es vielleicht möglich, dass ich mit dir komme, wenn du zurück fährst? Bitte?", fragte sie vorsichtig. Womöglich bat sie Carson gerade um etwas unmögliches, aber sie wollte es zumindest versuchen. "Ich verspreche auch, dass ich das Appartement nicht verlassen werde. Ich werde von dort aus arbeiten und keinen Ärger machen. Bitte... Ich weiß, dass das sehr egoistisch ist, aber es würde mich beruhigen, wenn ich dich wenigstens ab und zu mal kurz sehen könnte. Und ich würde mir nicht ganz so nutzlos vorkommen."
    • Carson hatte sich genug für zwei Leute bestellt und aß auch relativ gierig. Aber als Bulia das Wort ergriff stellte er den Teller auf den Couchtisch.
      "Du bist doch nicht nutzlos!", rief er als erstes aus und ergriff Julias Hände, "Du kannst natürlich gern zu mir kommen. Aber da wirst du auch nicht mehr von mir sehen. Ich war eigentlich nur zum Schlafen zu Hause."
      Er seufzte und lehnte sich wieder zurück. Er hatte es gerade geschafft, einmal nicht an das Chaos zu denken und jetzt hatte er alles wieder ausgepackt. Dumm dumm dumm!
      "Du kannst den Tower auch gern verlassen", sagte er nach etwa einer Minute des Schweigens.
      Er ließ sich zur Seite rutschen, legte den Kopf auf Julias Schoß und die Beine über die Armlehne.
      "Solange Jake auf dich aufpasst, mache ich mir keine Sorgen."
      Sicher, alle würden meckern, weil das Risiko bestand, dass jemand Julia bemerkte und das eine weitere Katastrophe auslösen würde, aber das interessierte Carson gerade weniger als fliegende Vögel. Wenn er aus dem Büro kam, spät und erschöpft und dann neben Julia einschlafen konnte... das war es wert. Sollten sie es doch erfahren, ihm egal.
      Er streckte die Hand nach Julias Wange aus und lächelte etwas, als er ihre weiche Haut berührte.
      "Küss mich", forderte er und kam ihr entgegen.
      Seine Welt war wieder in Ordnung, auch wenn das nur ein temporärer Zustand war. Er würde es genießen, solange es eben anhielt.


    • Julia zuckte leicht zusammen, als Carson die Stimme erhob. Kurz befürchtete sie, dass sie ihn verärgert hatte, aber als er ihre Hände ergriff, verwarf sie diesen Gedanken wieder. "Ich bin dankbar für jede Minute, die wir uns sehen.", erklärte sie und lehnte sich dann etwas zurück, damit Carson es sich auf ihrem Schoß bequem machen konnte. Liebevoll strich sie ihm durch das Haar. Sie hatte schon befürchtet, dass der Geschäftsmann kaum zu hause sein konnte, doch es würde sie schon beruhigen, wenn sie ihn zumindest nachts in ihren Armen halten könnte.
      Sogar Andrew hatte gemerkt, wie besorgt Julia in der letzten Woche gewesen war und da er von ihrer Beziehung wusste, hatte er sehr schnell den Grund dafür heraus gefunden. Deshalb hatte er auch nichts dagegen, dass seine Angestellte noch einmal für einige Tage lang von zuhause aus arbeitete. Er hatte sie lediglich gebeten vorsichtig zu sein und sich nicht in die Sache mit hinein ziehen zu lassen. Julia war sich nicht sicher, ob dieser Rat nicht auch ein wenig eigennützig war, denn sobald jemand von ihrer Verbindung zu Carson erfuhr, würden sich die Reporter auch auf sie stürzen und ihr vielleicht bis zu ihrem Arbeitsplatz folgen.
      Deshalb beschloss Julia auch den Tower nicht zu verlassen, obwohl Carson es ihr erlaubte. Sie erinnerte sich noch daran, was Chase zu ihr gesagt hatte, als es zu dem Vorfall in der Lagerhalle gekommen war. Dies hier war um einiges schlimmer und die junge Frau wollte nichts tun, um Carson noch zusätzlich in Schwierigkeiten zu bringen.

      "Küss mich." Die Worte ihres Freundes rissen sie aus ihren Gedanken. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht, während sie sich nach unten beugte und ihre Lippen sanft auf seine drückte. Der erste Kuss war vorsichtig, wurde aber sogleich gefolgt von einem etwas mutigerem, der wesentlich länger andauerte. Julia schloss die Augen und versuchte all die Liebe, die sie Carson in den letzten Wochen nicht hatte geben können, in diese Berührung zu legen.
    • In einer schnellen Bewegung packte Carson sie und im nächsten Augenblick lag Julia rücklings auf der Couch, er zwoschen ihren Beinen, halb auf ihr drauf, versunken in einen Kuss. Er stützte sich auf einen Ellenbogen auf und strich ihr die Haare aus dem Gesicht.
      "Wie schaffst du das nur immer wieder?", murmelte er verträumt und eher am sich selbst gerichtet.
      Er lächelte, war für einen Augenblick weit weg. Schließlich küsste er sie erneut, dann legte er seinen Kopf auf ihre Brust und lauschte ihrem Herzschlag. Er war ein bisschen schneller als sonst. Zu wissen, dass er der Grund dafür war, erfüllte ihn mit einem seltsamen, aber angenehmen Gefühl. Julia gehörte ihm,sie blieb freiwillig bei ihm, sie wollte mit ihm zusammen sein, nicht mit seinem Reichtum.
      "Danke, dass du es damals nochmal mit mir versucht hast", sagte er leise und begann wie von allein, ihr Zeichen auf ihren Oberarm zu malen. Unendlichkeit... das wäre ein andequater Zeitraum für ihre Beziehung.


    • "Wie schaffst du das nur immer wieder?" Julia wusste nicht genau, was Carson meinte, doch es klang nicht so, als wären seine Worte wirklich für sie bestimmt. Deshalb entschloss sie sich zu schweigen. Stattdessen strich sie ihm durch das dunkle Haar, das sich so seidig zwischen ihren Fingern anfühlte. Es war ein so beruhigendes Gefühl, dass Carson bei ihr war und am liebsten würde sie ihn nie wieder loslassen. Entspannt schloss sie die Augen, bis die Stimme des Mannes dafür sorgte, dass sie wieder zu ihm hinunter sah.
      "Danke, dass du nicht aufgegeben hast.", gab sie zurück und legte ihren anderen Arm um eine Schulter in einer etwas unbeholfenen Umarmung. "Ich glaube jeder andere hätte sich um so eine zickige Frau wie mich keine weitere Arbeit gemacht. Und Danke, dass du so viel Geduld mit mir hast."

      Wieder schloss sie die Augen und genoss das Gefühl von Carsons Wärme. Auch wenn gerade um sie herum schreckliche Dinge geschahen, war für sie dieser Moment perfekt. "Ich liebe dich.", sagte sie leise nach einigen Sekunden des Schweigens. "So sehr, dass ich gar keine Worte habe, um das richtig auszudrücken."
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