[2er RPG] Burning Desire

    • "Hey", grüßte Carson lächelnd und griff direkt nach Julianas Hand, die er an seine Lippen führte und sanft küsste, "Ein bisschen ja. Ich bin mit dem trügerischen Gefühl aufgewacht, dass ich gesund bin. Aber - bevor du irgendwas sagst - Ich habe was Magenschonendes gegessen, nicht zu viel davon und ich bin nicht am Arbeiten."
      Grinsend zeigte er Julia den Bildschirm seines Smartphones, auf dem er gerade nach Spielzeug für Kleinkinder und Babys suchte. Er hatte eigentlich schon etwas für die Geburt von Chases Sprössling, aber man konnte nie genug haben. Außerdem war ihm langweilig gewesen, nachdem er drei Kleider und zwei Anzüge bei Karl Lagerfeld und einige Schuhe bei Vuiton bestellt hatte. Diesen Mann konnte man nicht mit einem Online-Shop allein lassen, wie es schien.


    • Julias Mundwinkel hoben sich ein wenig weiter nach oben. Carsons Lächeln war das schönste, was es für sie im Moment gab. Erst jetzt merkte sie, wie sehr sie es vermisst hatte. "Du bist ja wirklich artig.", lobte sie ihn scherzhaft, bevor sie sich aufsetzte und ihn auf die Wange küsste. Dann kuschelte sie sich an ihn an und warf einen Blick auf das Handy. Es dauerte einen Moment, bis sie den ersten Schreck überwunden und verstanden hatte, dass er die Babysachen vermutlich für Chase aussuchte und es nichts mit ihrer Unterhaltung über den Kinderwunsch zu tun hatte. "Das Stofftier ist niedlich.", sagte sie, ohne weiter darüber nachzudenken und deutete auf einen kleinen Plüschhasen mit Schlapporten.
      Einige Minuten lang saßen sie zusammen und durchstöberten den Onlineshop, wobei Julia Carson regelmäßig davon abhielt etwas zu kaufen. Aber irgendwann wurde der jungen Frau bewusst, dass sie nicht in Carsons Apartment waren und jeden Moment jemand ins Zimmer kommen könnte. "Ich sollte mich duschen und anziehen.", beschloss sie und löste sich dann von ihrem Geliebten. Sofort schien der Raum einige Grad kälter zu werden, doch Julia schaffte es das zu ignorieren.
    • "Wenn du das sagst", grinste Carson bloß.
      Er stand ebenfalls auf, langsam und vorsichtig, um sein Glück nicht herauszufordern. Er ging zur Couch, wo eine berüchtigte schwarze Sporttasche stand. Er holte die Klamotten, die Austin vorbei gebracht hatte, raus und reichte sie Julia. Er wusste ja, wie unsicher sie wurde, wenn sie nicht wusste, ob sie etwas zum Anziehen dabei hatte. Danach ging er auch ganz brav wieder zurück ins Bett. Und kaufte den Plüschhasen, den sie zu Beginn so gemocht hatte. Den konnte sie dann seiner Nichte wahlweise seinem Neffen schenken. Der Hase war aber auch süß!

      Während Julia unter der Dusche stand, klopfte es zaghaft an der Tür. Charles wollte sich erkundigen, wie es seinem Neffen ging. Sie unterhielten sich ein bisschen und Carson informierte ihn darüber, dass sie wohl relativ bald wieder aufbrechen würden, da Julia noch Arbeit hatte. Er selbst musste gefühlt hundertmal versichern, dass er nicht arbeiten würde. Und das würde er auch nicht, hatte er morgen doch eine Telefonkonferenz, für die er fit sein musste. Er konnte dabei ja im Bett liegen, aber dieses Telefonat konnte er nicht verschieben, da er das bereits viermal hatte tun müssen. Es musste stattfinden.
      "Und vergiss nicht, bei der Frau Mama nochmal vorbei zu sehen. Sie macht mich fertig."
      Die beiden Männer lachten, wussten aber, dass sich Claire immer zu viele Sorgen machte und das nicht gut für ihre Gesundheit war.
      "Mach ich, keine Sorge."


    • Während Julia in dem riesigen Badezimmer stand und darauf wartete, dass das Wasser der Dusche warm wurde, sah sie auf die Kleider in ihren Armen hinab. Ein sanftes Lächeln legte sich auf ihre Lippen. "Ich habe so jemanden wie dich gar nicht verdient.", sagte sie leise und drückte das Bündel ein wenig enger an sich. Natürlich waren es nur Anziehsachen, aber die Geste bedeutete der jungen Frau unglaublich viel. Obwohl er krank war, hatte Carson an sie gedacht und alles dafür getan, damit sie sich wohl fühlte.

      Wenige Minuten später kehrte Julia aus dem Bad zurück und stellte zufrieden fest, dass ihr Freund immer noch im Bett saß. "Ich sollte mir wirklich eine Belohnung für dich überlegen, weil du so brav bist.", sagte sie lächelnd, während sie die letzten Meter überwandt, die sie von einander trennten. Sie wusste, dass sie Carson gerade eine wunderbare Vorlage für einen seiner Scherze gab, doch sie meinte ihre Aussage sehr ernst. Sie hatte gelernt wie schwer es ihm fiel die Kontrolle aufzugeben, deshalb war es für ihn ein großes Opfer, dass er seinen Alltag aufgab und sich stattdessen von Julia herumkommandieren ließ. Zwar wusste die junge Frau noch nicht wie sie das anstellen sollte, aber irgendwie würde sie sich dafür bei ihm bedanken müssen.

      Kurz betrachtete sie ihren Freund liebevoll, bevor sie ihm die Arme um die Schultern lehnte und ihm einen Kuss auf die Oberseite des Kopfes gab. "Wenn ich dir zu anhänglich bin, musst du es sagen.", sagte sie, als sie ihren Kopf wieder hob. Seit gestern war ihr bewusst geworden, dass sie Carson vielleicht ein wenig zu sehr bemuttert hatte, aber gleichzeitig hatte sie auch Angst ihn zu verlieren. Sie wollte bei ihm sein und ihn vor allen bösen Träumen beschützen.
    • "Ach, dir wird da bestimmt schon was einfallen", gab Carson relativ nüchtern zurück.
      Allerdings zeichnete sich auf seinen Lippen ein schelmisches Lächeln ab, das er nur mit Mühe unterdrücken konnte. Er wechselte einfach schnell das Thema, um davon abzulenken.
      "Ich habe Onkel Charles gesagt, dass wir nicht mehr lange bleiben, weil du noch Arbeit hättest. Das war doch in deinem Sinne, oder?"
      Er stand auf und streckte sich vorsichtig. Wieder flammte Schwindel auf, aber diesmal war es ein bekanntes Gefühl, das jeder einmal hatte, wenn er aufstand und sich direkt streckte. Barfuß tapste er durch das große Zimmer, rüber zum überfüllten Bücherregal. Er suchte ein bisschen, dann nahm er eins mit weinroten Einband heraus. Wortlos packte er es in die Sporttasche. Wenn er Zuhause schon nichts tuend im Bett rumlungern musste, konnte er auch ein gutes Buch lesen.
      "Einzige Bedingung ist, dass wir uns von meiner Mutter verabschieden."


    • Julia nickte leicht, bevor sie einen Schritt zurück machte, um Carson Platz zum Aufstehen zu geben. Sie machte jedoch sofort wieder einen erschrockenen Schritt nach vorne, als er leicht schwankte, um ihn zur Not stützen zu können. Aber glücklicher Weise war das nicht nötig, weshalb Julia ihn ins Nachbarzimmer gehen ließ und sich davon abhielt ihm hinterher zu wandern wie ein treuer Hund. Auch wenn ihr hier alles noch sehr fremd vorkam, sollte sie wirklich nicht so anhänglich sein.
      Um sich etwas abzulenken warf sie einen Blick auf ihr Handy und stellte erleichtert fest, dass sie keine Anrufe verpasst hatte. "Soll ich Andrew sagen, dass du krank warst und wir die Geschäftsessen deshalb ausfallen lassen mussten? Vielleicht lässt er sich überzeugen, dass wir es um eine Woche nach hinten verschieben mussten und ich noch länger bleiben muss.", sagte sie, als Carson wieder ins Zimmer zurück kam. Augenblicklich hatte sie ein schlechtes Gewissen, aber diesmal war es nicht so stark wie gewöhnlich. Sie wollte für Carson da sein, bis er wieder gesund war. Wenn sie deshalb ihrem Chef eine kleine Notlüge erzählen musste, war das ein Übel, dass sie gerne in Kauf nahm. Und zum Glück war Andrew ein herzensguter Mensch.

      "Natürlich verabschieden wir uns von deiner Mutter.", antwortete sie, während sie ihre Kleider glatt strich und danach automatisch das Bettzeug zusammen faltete. Erst hinterher wurde ihr bewusst, dass diese Geste völlig unnötig war, da es hier sicher Angestellte für so etwas gab. Daran würde sie sich vermutlich niemals gewöhnen...
      "Meinst du sie ist sauer auf mich, wegen gestern?", fragte sie vorsichtig und war Carson einen besorgten Blick zu. Noch immer hatte sie große Angst davor, dass die Familie ihres Freundes sie nicht akzeptieren würde und vor allem die Meinung seiner Mutter bedeutete ihr viel.
    • "Warum sollte sie sauer auf dich sein?"
      Carson schloss die Tasche und kam rüber zu Julia, um sie in den Arm zu nehmen.
      "Falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte: Sie hat furchtbare Angst, dass mir etwas passieren könnte. Wenn du dann herkommst und dafür sorgst, dass es mir gut geht, wie könnte sie dich da hassen?"
      Er küsste die Blondine auf die Schläfe, dann löste er sich lächelnd von ihr und suchte seine Schuhe. Als er sie an den Füßen hatte, schulterte er die Sporttasche und rief Austin an, dass sie los wollten. So wie er seinen Onkel kannte, hatte er seinen Bodyguard hier im Haus übernachten lassen.
      "Na komm", sagte er und ergriff Julias Hand.
      Gemeinsam gingen sie in den kleinen Salon, wo Claire mit einem Tee und einem Buch vor dem Kamin saß. Sie sah auf, als Carson und Julia eintraten.
      "Hey Mom", grüßte Carson, ließ Julia los und drückte seine Mutter kurz, "Wir fahren dann wieder. Mach dir keine Sorgen, ja? Julia passt auf mich auf. Wenn was ist, dann lasse ich anrufen, okay?"
      Claire nickte und strich ihrem Sohn sanft durch die Haare.
      "Dass du mir auch ja nicht arbeitest! Chase kann dir helfen."
      "Chase muss Vater werden. Der genug gestresst."
      "Chase gerät in Panik, weil er Vater wird. Er braucht die Ablenkung. Lass ihn ein paar Verträge unterzeichnen, er wird dir dankbar sein."
      Sie küsste Carson auf die Stirn, dann ließ sie ihn ziehen.
      "Dass du mir gut auf meinen Jungen aufpasst, Julia. Und lass dich nicht von ihm weichklopfen, das kann er gut. Sehr gut."
      "Wie hätte ich sonst meine Firma aufbauen sollen?"
      Claire kicherte leise.
      "Mach's gut, Mom."

      Während der Rückfahrt hielt Carson ununterbrochen die Hand von Julia. Und in der Wohnung ging er ganz schnell ins Bett. Naja, nicht schnell, aber zügig. Ohne Umwege. Ricardo hatte ein Mittagessen vorbereitet, eigentlich sogar zwei. Ein richtiges für Julia und ein schonendes für Carson, sollte dieser Hunger haben.
      Carson machte sich nicht einmal die Mühe, sich irgendwie umzuziehen. In Jogginghose und Schlabbershirt Auto zu fahren war ihm zwar recht unangenehm gewesen, aber jetzt war er recht dankbar dafür. Er holte das Buch aus der Sporttasche, ehe er sich ins Bett legte.


    • Julia war erleichtert, als sie endlich wieder in der vertrauten Wohnung ankamen und sie wusste, trotzdem konnte sie das Lächeln nicht von ihrem Gesicht wischen. Die Tatsache, dass Carsons Mutter sie beim Vornamen genannt hatte, freute sie mehr, als sie es vermutlich sollte. Sie schien nichts dagegen zu haben, dass Julia bei ihrem Sohn war, im Gegenteil sie sollte sogar auf ihn aufpassen. Und selbst wenn Claire das nur gesagt hatte, um höflich zu sein, machte es Julia doch sehr glücklich.

      Nachdem Carson sich ins Schlafzimmer zurück gezogen hatte, setzte Julia sich an ihren Laptop und kontrollierte ihre E-Mails. Zum Glück hatte sie nichts wichtiges verpasst. Sie verbrachte einige Zeit damit ihre Arbeit aufzuholen, so gut es ging. Aber dann stolperte sie über eine Mail von Andrew, in der er sie fragte, wie ihre Woche verlief. Kurz kaute Julia nachdenklich auf ihrer Unterlippe herum. Da Carson ihr ihre Frage bisher nicht beantwortet hatte, wusste sie nicht, was sie ihrem Chef sagen sollte und entschloss sich letztendlich dazu eine allgemeine Antwort zu schreiben, um den Mann zu beruhigen. Tatsächlich hatte sie bisher keine großen Probleme mit ihren Aufgaben gehabt, auch wenn sie einige von ihnen nur halbherzig erledigt hatte, da sie sich Sorgen um Carson machte. Aber selbst dafür würde Andrew Verständnis haben und es einfach mit der Begründung, dass Julia so etwas zum ersten Mal machte, abtun. Er war einfach zu nett... "Ich muss Carson fragen, ob es Merchandise vom Davis-Tower gibt. Andrew würde sich sicher über ein Souvenir freuen.", überlegte sie laut und kicherte.

      Zwei Stunden später machte Julia eine kurze Pause und wanderte ins Schlafzimmer. Sie sagte sich, dass sie nachsehen wollte, ob Carson etwas gegessen hatte, aber tief in ihrem Inneren wusste sie, dass sie sich immer noch Sorgen machte. "Was ist das für ein Buch?", fragte sie, als sie neben seinem Bett zum Stehen kam. Sie hatte bemerkt, dass er es in der Villa eingepackt hatte, doch zu dem Zeitpunkt war sie zu nervös gewesen, um auf den Einband zu achten.
    • Carson las noch den Satz zu Ende, ehe er das Buch zuklappte und auf seinen Schoß legte.
      "Der Name der Rose von Umberto Eco. Ein Klassiker von 1980. Die meisten kennen nur den Film mit Sean Connery, aber ich finde das Buch besser."
      Er zuckte mit den Schultern und strich mit der Hand über den leicht zerfledderten Einband. Das Buch hatte seine besten Jahre offensichtlich schon hinter sich. Die Seiten waren vergilbt, die Seiten hatten Eselsohren und waren teilweise eingerissen, hinten löste sich der Einband bereits von den Seiten und überall waren Dellen und Kratzer. Carson hatte diesen Klassiker ständig mit sich geführt, teilweise ohne zu wissen. Er wusste nicht einmal, warum. Es war einfach nur ein gutes Buch, er hatte keine emotionale Bindung an die Geschichte oder den Autor.
      "Was macht die Arbeit?"


    • Julia betrachtete das Buch, das schon mehr erlebt zu haben schien als sie. "Du hast es schon lange, hm?", fragte sie überflüssiger Weise. "Bedeutet es dir viel? Ich meine, du hättest es doch sicher nicht als einziges mitgenommen, wenn es dir nicht wichtig wäre." fügte sie hinzu und hoffte, dass sie nicht zu neugierig war.
      Sie legte leicht den Kopf zur Seite, als Carson sie nach ihrer Arbeit fragte. "Ich habe keine Fristen verpasst oder so etwas, deshalb ist alles in Ordnung. Zum Glück ist meine Arbeit nicht so stressig wie deine.", sie lachte kurz auf. "Andrew macht sich sorgen, dass ich mich in der großen Stadt verloren fühle und einsam bin. Ich habe ihm gesagt, dass du dafür sorgst, dass es mir gut geht.", ihr Lächeln wurde ein wenig breiter und ein sanfter Ausdruck trat in ihren Blick. "Wie fühlst du dich?"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Enija ()

    • "Ich lese es einfach nur gern", antwortete Carson und legte es auf den Nachttisch.
      Anstelle des Buches, spielte er nun mit Julias Hand.
      "Trügerisch gut. Mir ist ein bisschen warm, aber ich habe weder Kopfschmerzen, noch ist mir übel und Schüttelfrost hatte ich heute auch noch nicht. Allerdings habe ich auch keinen Appetit mehr, seit ich heute Morgen etwas gegessen habe", gab er nüchtern zu Protokoll, "Aber irgendwas sagt mir, dass das nicht so bleiben wird. Ich weiß auch nicht."
      Seufzend lehnte er den Kopf nach hinten an die Wand.
      "Ich würde dich jetzt liebend gern zum Essen ausführen", jammerte er, "Oder für dich kochen. Mit dir auf der Couch kuscheln."
      Er schloss die Augen und drückte Julias Hand etwas fester.
      "Kranksein nervt."


    • Julia betrachtete einen Moment lang ihre beiden Hände. Carsons fühlte sich nicht mehr so kalt an wie am Abend zu vor, doch genau wie der Geschäftsmann befürchtete sie, dass die Krankheit ihnen lediglich eine kleine Pause gönnte. "Zumindest ist es ein Fortschritt.", versuchte sie Carson und sich selbst aufzumuntern. "Auf der Couch kuscheln geht zwar nicht, aber im Bett kuscheln schon.", sagte sie grinsen und setzte sich auf die Bettkante. Die beiden anderen Wünsche ihres Freundes überging sie einfach, da diese im Moment außer frage standen.
      Einen Moment lang betrachtete sie Carson still, bevor sie beschloss doch etwas anzusprechen, was ihr schon seit gestern auf dem Herzen lag. Im Moment schien er fit genug dazu zu sein. "Sowas wie gestern Abend... passiert das öfter oder liegt es am Fieber?" Erst als sie die Frage laut aussprach bemerkte sie, dass ihr die Antwort im Grunde nicht wichtig war. Sie wollte nicht wissen, wie oft er von solchen Träumen geplagt wurde, sie wollte im Grunde nur, dass diese aufhörten und ihren Geliebten in Ruhe ließen. Natürlich wusste sie, dass das nicht so einfach war.
      Trotzdem schüttelte sie den Kopf. "Eigentlich ist das nicht so wichtig.", wiederholte sie ihre Gedanken, um Carson zu ersparen über etwas zu reden, was ihm unangenehm war. "Ich bin froh, dass ich hier einziehe. Wenn meine Nähe dir hilft, dass du besser schläfst, will ich immer hier sein und auf dich aufpassen. Ich kann vielleicht nicht viel tun, aber ich werde dich beschützen, bis diese Träume irgendwann aufgeben und nicht wieder kommen." Auch wenn ihre Worte kindisch klangen, meinte Julia sie sehr ernst.
    • Carson seufzte. Er wollte eigentlich nicht darüber reden. Er redete allgemein nur ungern über sein Schlafverhalten.
      "Hin und wieder...", antwortete er leise, "Ich bin schon immer mit wenig Schlaf ausgekommen, daher hat es mich nie wirklich beeinträchtigt. Ich weiß nicht, ob das Fieber alles schlimmer macht oder..."
      Er biss die Zähne zusammen, die Muskeln in seinem Kiefer spannten sich an. Ehrlichkeit. Nur so konnte eine ernsthafte Beziehung entstehen und bestehen.
      "Oder meine Sorge um dich", beendete er seinen Satz.
      Er rutschte ein wenig tiefer ins Bett und legte seinen Kopf auf Julias Schulter.
      "Aber du machst es besser. Es ist nur, wenn du nicht da bist."


    • Automatisch lehnte Julia ihren Kopf gegen den von Carson. "Du machst dir Sorgen um mich?", wiederholte sie langsam. Der Gedanke, dass sie für seine Alpträume verantwortlich sein könnte, brach ihr das Herz. "Ich würde dir ja sagen, dass du dir keine Sorgen um mich machen sollst, aber man kann sowas nicht einfach abschalten." Sie sprach aus Erfahrung. Nicht nur in den vergangenen Tagen hatte sie das schon gelernt, man sagte ihr allgemein oft, dass sie sich zu viele Sorgen machte. "Wolltest du deshalb, dass ich bei dir einziehe?", fragte sie sanft. Es würde erklären, warum Carson nach so kurzer Zeit auf diese Idee gekommen war, aber im Grunde glaubte Julia, dass er ihr das gerade heraus gesagt hätte, wenn es der Fall wäre.
      Einen Moment lang spielten ihre Finger gedankenverloren mit seinen. "Bitte lass mich Andrew erzählen, dass ich bei dir einziehe. Ich weiß, dass ich gesagt habe, dass ich warte, bis du wieder gesund bist, aber vielleicht ist es falsch, dass ich es vor mir her schiebe. Du sollst nicht denken, dass ich das nicht will." Sie drehte den Kopf ein wenig, um Carson auf die Stirn küssen zu können. "Ich sagte nicht, dass ich gleich mein ganzes Zeug hierher trage, aber mein Chef sollte wissen, dass ich umziehe, damit er das bei meiner Arbeit einplanen kann."
    • "Natürlich mache ich mir Sorgen um dich! Ich will,dass es dir gut geht. Dass du dich wohlfühlst und alles hast, was du dir wünschst."
      Hier so im Bett mit Juliana zu liegen war unglaublich entspannend. Er konnte sich nicht vorstellen, jemals wieder ohne sie zu leben. Er hatte schon ganz vergessen, wie er seinen Alltag ausgehalten hatte, bevor sie gekommen war. Kaum zu glauben, dass das erst ein paar Wochen her war...
      "Bitte lass mich Andrew erzählen, dass ich bei dir einziehe. Ich weiß, dass ich gesagt habe, dass ich warte, bis du wieder gesund bist, aber vielleicht ist es falsch, dass ich es vor mir her schiebe. Du sollst nicht denken, dass ich das nicht will."
      Carson lächelte.
      "Wir haben alle Zeit der Welt. Und ich habe dir doch schon gesagt, dass das alles geregelt wird. Du musst nur die Kisten packen. Alles andere übernehmen Leute, die für sowas bezahlt werden."
      Er küsste Julia auf die Schläfe, erneut. Er wünschte sich, er könnte sie richtig küssen, erneut. Langsam hatte er wirklich genug von diesem Infekt.
      "Das erinnert mich auch an was", sagte er und streckte die Hand nach seinem Smartphone aus.
      Seine Finger flogen flink über die Tastatur und schrieben eine Nachricht an Austin, die er wie immer nur äußerst kurz quittierte. Jetzt wo Julia mit ihm zusammen war und mit ihm zusammenziehen würde, würde auch die Öffentlichkeit bald von ihrer Beziehung erfahren. Julia würde eine Person des öffentlichen Lebens werden. Er würde dafür sorgen, dass sie immer in Sicherheit war. Und dafür brauchte sie ihren eigenen Leibwächter.


    • "Dann verspreche ich, dass ich besonders gut auf mich aufpasse.", gab Julia mit einem Lächeln zurück und küsste Carson auf die Oberseite von seinem Kopf. Sie ahnte, dass der Geschäftsmann sich davon nicht beruhigen lassen würde, aber sie beschloss trotzdem vorsichtiger zu sein und auf ihn zu hören. Wenn Carson sich dann besser fühlte und vielleicht sogar ein klein wenig besser schlief, war es das auf jeden Fall wert.
      "Wir haben alle Zeit der Welt. Und ich habe dir doch schon gesagt, dass das alles geregelt wird. Du musst nur die Kisten packen. Alles andere übernehmen Leute, die für sowas bezahlt werden." Die Blondine zog leicht die Schultern nach oben, als sie diese Aussage hörte. Sie wollte so gerne helfen, da es schließlich ein Teil ihres Lebens war, den sie aufgab. Aber sie musste zugeben, dass Carson in solchen Sachen vermutlich mehr Erfahrung hatte als sie. Sogar die Wohnung in der sie im Moment lebte war ihr von Safe Heaven vermittelt worden und damals hatte sie kaum etwas mitgenommen. "Wenn du meinst, dass es so am besten ist, machen wir das so.", stimmte sie schließlich zu und erwiderte Carsons Lächeln.

      Nachdem Carson seine Nachricht abgeschickt hatte, gab sie ihren Sitzplatz an der Bettkante auf und kletterte über Carson hinweg auf die freie Seite des Bettes. "Wenn du kuscheln möchtest, machen wir es auch richtig.", erklärte sie und rutschte so nah an dem Mann heran, dass sie ihren Kopf auf seiner Brust ablegen konnte.
    • Carson schloss die Arme um Julia und drückte sie an sich.
      [Blockierte Grafik: https://m.popkey.co/8a3083/pJgDA_s-200x150.gif]"Das würde alles viel schneller gehen, wenn du mich arbeiten lassen würdest", murmelte er, meinte es aber nur im Scherz.
      Er sah ja ein, dass es ein Fehler war, sollte er jetzt arbeiten. Das würde alles nur schlimmer machen und im Endeffekt brachte es ihm gar nichts. Als Geschäftsmann kannte er das. Das nannte sich Investition. Er investierte jetzt in seine Gesundheit und hätte später den Ertrag. Würde er jetzt in seine Arbeit investieren, dann schloss er bloß ein Verlustgeschäft ab.
      Er küsste Julia sanft auf die Stirn und machte es sich im Bett an ihrer Seite bequem.

      Tatsächlich nickte er ein. Ein deutliches Zeichen dafür, dass er tatsächlich immer noch krank war, auch wenn er sich heute eigentlich besser fühlte. Gegen ein entspanntes Nickerchen hatte er also nichts. Aus dem zufälligen Nickerchen wurde ein drei stündiger Mittagsschlaf. Der nichts weiter war als erholsam. Keine bösen Träume, keine Krämpfe, keine Schmerzen, nichts. Auch nicht, als er aufwachte. Allerdings stief sein Fieber wieder. Nicht bedrohlich, aber doch spürbar. Und als er wieder aufwachte, war ihm schweinekalt.
      Stöhnend rollte er sich auf die Seite, zog die Decke bis zum Kinn und die Knie hoch. Er fror nicht gern im Bett. An der frischen Luft war das ja in Ordnung, aber doch nicht dort, wo man schlief!
      "Wer auch immer Schüttelfrost erfunden hat, ich werde ihn verklagen", grummelte er leise vor sich hin.


    • [Blockierte Grafik: https://media1.tenor.com/images/36e5d8bef45493921c01c1bf399538b7/tenor.gif]Carsons Wärme und sein ruhiger Atem sorgten irgendwann dafür, dass auch Julia einschlief. Allerdings war es nur ein leichter Schlaf, der schnell wieder unterbrochen wurde, als ihr Bettnachbar sich regte und die Decke etwas weiter nach oben zog. Müde öffnete sie die Augen und erst jetzt wurde ihr bewusst, wie kalt der Körper neben ihr geworden war. "Wer auch immer Schüttelfrost erfunden hat, ich werde ihn verklagen", hörte sie Carson neben sich sagen und mit einem Schlag kehrte die ganze Sorge wieder zurück, die sie bisher erfolgreich verdrängt hatte. Sie rutschte etwas näher an Carson heran und strich ihm durch das Haar. "Ich hole dir etwas gegen das Fieber und mache dir einen Tee.", flüsterte sie ihm zu. Es fiel ihr zwar schwer den leidenden Mann zu verlassen, doch sie musste sich eingestehen, dass ihre Körperwärme alleine nicht ausreichen würde, um ihm zu helfen.

      Nur wenige Minuten später kehrte die Blondine mit einem Tablett, auf dem ein Glas mit Wasser, eine Packung Paracetamol und eine Tasse Tee standen ans Bett zurück. Den Rest des kochenden Wassers hatte sie in eine Wärmflasche gefüllt, die sie unter ihrem Arm eingeklemmt hatte. Nachdem sie das Tablett auf dem Nachttisch abgestellt hatte, hob sie kurz die Bettdecke an und legte Carson die Wärmflasche in die Arme. Dann zog sie die Decke wieder zurecht, so wie man es auch bei einem Kind tun würde, das man zu Bett bring. "Ich lege mich gerne wieder zu dir, wenn du möchtest. Aber ich dachte, falls du lieber deine Ruhe haben willst, hast du so zumindest etwas, was dich warm hält. Und wenn dir irgendwann zu warm wird, wirfst du sie einfach aus dem Bett. Das ist leichter, als wenn du es bei mir machst.", sie lächelte etwas, auch wenn sie wusste, dass ihr Scherz Carson nicht aufmuntern würde.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Enija ()

    • "Du bist gern vorbereitet, kann das sein?"
      Carson rollte sich auf den Rücken und legte sich die Wärmflasche auf den Bauch. Er nahm das Wasserglas und schluckte die Tablette. Er fühlte sich gleich besser. Aber das war wohl dem Placebo Effekt geschuldet.
      Er sah den Ausdruck in Julias Gesicht und griff nach ihrer Hand.
      "Ich weiß, du machst dir Sorgen um mich. Es ist nur ein Magen Darm Infekt. Und momentan ist mir nur kalt. Lass uns hoffen, dass es so bleibt, okay?"
      Er führte ihre Hand an seine Lippen und küsste sanft ihre Knöchel.
      "Und jetzt komm her und leg dich zu mir. Aber nur, wenn du nicht noch was anderes zu tun hast. Ich will dich nicht von deiner Abreit abhalten. Sowas ist wichtig. Und macht dir bitte auch keine Gedanken um Andrew, ich regel das schon."


    • Julia nickte langsam. "Ich habe mir in den letzten Tagen schon mindestens zehn mal gesagt, dass ich dich nicht so bemuttern werde, weil es überflüssig ist. Aber irgendwie mache ich es am Ende dann doch... tut mir leid.", gab sie zu und seufzte leise. "Und dass ich vorbereitet bin, haben wir Austin zu verdanken, der für dich eine ganze Apotheke leer gekauft hat."
      Kurz zögerte sie, während sie überlegte, ob es in Ordnung war, wenn sie ihren Abend bei Carson verbrachte. Doch letztendlich kam sie zu dem Schluss, dass sie alle wichtigen Dinge erledigt hatte und deshalb keine Fristen verpassen würde, wenn sie ihre Arbeit ein wenig aufschob. Sie fragte sich, was Rosa den ganzen Tag lang machte, da der Papierkram, den sie nun Julia machen ließ, nicht wirklich ausfüllend war. Aber dann fiel ihr ein, dass Rosa sich auch noch mit Sponsoren traf und ihren Mann unterstützte. All dies tat Julia nicht, weshalb sie nicht so viel zu tun hatte wie erwartet.

      "Ich hoffe, Andrew findet nicht heraus, dass ich die ganze Woche nur rumsaß, er wäre enttäuscht. Aber ich bin tatsächlich mit allem fertig, was ich erledigen sollte.", sagte sie leise, während sie zu Carson ins Bett kletterte. Sie wusste, dass sie ehrlich zu ihrem Chef sein musste, bevor sie sein Vertrauen verlor und er sie nicht mehr mit Carson zusammen arbeiten ließ. Aber das konnte sie nicht, so lange der Geschäftsmann damit nicht einverstanden war. Und er hatte offensichtlich andere Pläne. "...Und macht dir bitte auch keine Gedanken um Andrew, ich regel das schon.", hatte er zu ihr gesagt. Julia war ihm dankbar dafür, dass er sie unterstützen wollte, trotzdem fühlte es sich schlecht an ihm alles zu überlassen.
      "Weißt du...", setzte sie an, während sie sich neben Carson legte und den Kopf auf seiner Brust ablegte. "Eigentlich sollte ich es Andrew sagen. Ich verdanke ihm so viel, er hat mir quasi das Leben gerettet. Aber du bist in sowas sicher diplomatischer. Seid nur bitte lieb zu ihm, er hat es verdient."
    • Benutzer online 1

      1 Besucher