[2er RPG] Burning Desire

    • "Mensch Junge! Die Frau ist super! Wehe, du lässt sie vom Haken!"
      Carson stimmte in das Lachen seines Onkels mit ein und ausnahmsweise endete es nicht in einem Hustenanfall. Er hob julias und seine ineinander verschlungenen Hände und küsste Julias Handrücken. Ein warmes Gefühl breitete sich in ihm aus und er war sich ziemlich sicher, dass es diesmal auch nichts mit Übelkeit zu tun hatte. Es freute ihn einfach, dass seine Familie seine Freundin akzeptierte. Er wüsste nicht, was er tun würde, würden die nicht miteinander klarkommen.
      "Und sonst so? Was macht die Arbeit?"
      Carson seufzte.
      "Das weiß ich nicht. Ich darf ja nicht."
      Er streckte Julia die Zunge kurzbraus, ehe er seinen Kopf wieder an ihre Schulter lehnte.
      "Die Suche nach dem Brandstifter läuft auf Hochtouren. Bisher hat die Presse nur Gerüchte gehört und ich gedenke, es so hu belassen. Ende der Woche unterschreibe ich einen Vertrag für ein neues Firmengebäude im Silicon Valley. Der Umzug wird bereits organisiert."
      Charles nickte verstehend. Er wusste um alle Probleme, die seine Kinder hatten - Carson zählte er dazu. Und er half auch wo immer er konnte. Nur diesem Mann war es zu verdanken, dass Carsons Imperium heute existierte. Mit achtzehn hat man eben nicht unbedingt die Mittel, eine ganze Firma aufzukaufen. Aber Onkel Charles hat es springen lassen und Carson bei allem geholfen, so wie er auch Chloe mit ihrem Modelaible geholfen hatte und Chase mit der Kanzlei. Sogar Cooper half er immer und immer wieder, wenn der ein neues Steckenpferd fand.
      "Ich kann einen alten Freund von der Brandschutzermittlung anrufen, der sieht sich das bestimmt an. Auch schön diskret und so", bot der Alte an.
      Carson nickte über dieses Angebot. Auf einmal, von jetzt auf gleich, war er unglaublich müde. Er hatte nicht einmal mehr die Kraft, den Kopf zu heben. Er wollte einfach nur noch schlafen...


    • Julia zog leicht den Kopf ein, als Charles sie lobte. Zwar freute es sie, dass der Mann sie anscheinend mochte, doch in ihren Augen war er ein wenig zu begeistert von ihr. Sie wollte niemanden enttäuschen.
      Doch zum Glück wechselte die Unterhaltung schnell auf ein Thema, bei dem sie nicht mitreden konnte, weshalb sie weiter still neben ihrem Freund sitzen und sich möglichst unsichtbar machen konnte. Die Geschichte um den Brandstifter besorgte sie, vor allem, da man noch nicht herausgefunden hatte, was genau geschehen war. Auf einmal war sie Carson sehr dankbar dafür, dass er wegen ihr seine Arbeit ruhen ließ, obwohl er so wichtige Dinge hatte, um die er sich kümmern musste. Also noch dankbarer, als sie es sowieso schon war.

      Während sie den beiden Männern zuhörte, bemerkte sie, dass Carsons Kopf auf ihrer Schulter langsam immer schwerer wurde. "Ich möchte nicht unhöflich sein.", sagte sie vorsichtig. "Aber ich glaube, dass Carson sich wieder hinlegen sollte. Er hat sich vielleicht ein wenig übernommen und es tut mir leid, dass ich nicht besser auf ihn aufgepasst habe." Ihre Augen wanderten zu Charles, da es ihr auf einmal wieder schwer fiel Claire anzusehen.
    • Die Sorge in kehre in Claires Blick zurück und Charles blickte auf. Dann auf seine Uhr. Wieder zurück zu Julia und seinem Neffen.
      "Nein nein nein nein nein! Ihr fahrt heute nirgendwo mehr hin. Francis!"
      Ein junger Mann, schlank und enthusiastisch, stürmte in den Raum.
      "Richten Sie Carsons Zimmer her, hopp hopp."
      Der Mann nickte und eilte wieder davon.
      "Ihr beide bleibt über Nacht hier und morgen könnt ihr in aller Ruhe nach Hause fahren, wenn Carson fit genug dafür ist. Am Ende reiert er noch in den teuren Wagen und dann-"
      "Charlie!"
      "Entschuldigung. Wie dem auch sei, ihr bleibt heute hier. Hattet ihr schon Abendessen?"
      Carson verzog das Gesicht bei diesem Wort. Über Essen nachzudenken war nicht unbedingt hilfreich, die jetzt doch wieder aufkeimende Übelkeit herunter zu schlucken und zu bekämpfen.


    • Julia strich mit ihrem Daumen über Carsons Handrücken. Es machte ihr Sorgen, dass er wieder etwas blasser geworden war. Denn auch wenn er sich die Situation selbst eingebrockt hatte, tat er ihr trotzdem leid. "Das ist lieb, aber ihr müsst euch für uns keine Umstände machen. Du bist bestimmt zu müde, um etwas zu essen, nicht wahr Schatz?", versuchte sie ihrem Freund etwas zur Hilfe zu kommen. Es war die diplomatischste Umschreibung für 'Wenn er jetzt was iss, kotzt er es vermutlich später sowieso nur wieder aus.' die ihr einfiel. Und nachdem Carson sich solche Mühe gegeben hatte, um allen zu zeigen wie gut es ihm angeblich ging, wollte sie ihm nicht in den Rücken fallen. Sie verstand seine Entscheidung zwar immer noch nicht und fand sie auch nicht gut, doch er war ihr Partner und sie vertraute ihm. Auch wenn das vermutlich dumm war. Und wenn sie in den letzten Jahren etwas gelernt hatte, dann dass man seinen Freund niemals in der Öffentlichkeit in Verlegenheit bringen durfte.
      Sie lächelte ihren beiden Gesprächspartnern dankbar zu, auch wenn ihr innerlich gar nicht zum Lachen zu Mute war. Sie wollte nach Hause. Noch immer fühlte sie sich fehl am Platz und die Vorstellung, dass sie in dieser fremden Villa übernachten sollte, obwohl sie weder Waschsachen noch etwas anderes zum Anziehen dabei hatte, war ihr unangenehm. Außerdem hätte sie gerne etwas an ihrem Laptop gearbeitet, um ihren Arbeitsrückstau aufzuholen. Doch leider lag dieser in Carsons Wohnzimmer...

      Kurz lehnte sie ihren Kopf gegen den von Carson. Die Nähe des Mannes sorgte dafür, dass sie sich etwas beruhigte und die Kopfschmerzen verdrängen konnte, die sie schon seit Stunden plagten. Sie fühlte sich nicht krank, eher vermutete sie, dass die Schmerzen der Protest ihres Körpers gegen zu viel Stress, zu wenig Schlaf und zu wenig Trinken war. Aber im Moment konnte sie daran nichts ändern und beschloss, sich zusammen zu reißen. Im Moment war es wichtiger, dass es Carson gut ging. An sich würde sie später denken.
    • "Pff! Umstände, ich bitte dich!", schmetterte Charles ab.
      Carson drückte Julias Hand und zwang sich dazu, den Kopf zu heben.
      "Juli ist zu bescheiden", sagte er und lehnte sich nach vorn.
      Er stützte die Ellenbogen auf den Knien ab und senkte sein Gesicht in seine Handflächeln.
      "Sie hat seit dem Frühstück nichts mehr gegessen."
      "Hm", brummte der Herr des Hauses, "dann lasse ich euch gleich etwas bringen. Wir wollen ja nicht, dass uns gleich zwei junge Menschen vom Fleisch fallen. Komm, Mädchen, wir besorgen dir Abendessen."
      Chares schwang sich auf die Beine und reichte Julia die Hand. Er nahm sie mitnin die riesige Küche, damit sie sich selbst etwas zu Essen raussuchen konnte. Ihr stand alles offen und ein Koch stand auch bereit, falls sie eine warme Mahlzeit bevorzugte.

      Im Salon zurückgeblieben ließ sich Carson zur Seite sinken, sodass er mit dem Kopf auf der Armlehne neben seiner Mutter lag. Sie strich ihm sanft durch die Haare. Er schloss die Augen.
      "Diese Juliana hat dir dein Herz gestohlen", stellte sie fest und Carson nickte, "Aber pass auf ja? Verliere dich nicht zu sehr in deiner rosa-roten Welt. Sie ist auch nur ein Mensch. Du musst auf sie acht geben und dich gut um sie kümmern, so wie sie es auch mit dir tut."
      Wieder nickte Carson.
      "Ich schlafe besser, wenn sie da ist", murmelte er und seine Mutter begann zu lächeln.
      "Dann ist sie die richtige."


    • Julia folgte Charles nur widerwillig in die Küche. Sie wäre lieber bei Carson geblieben,doch da sie wusste, dass er in guten Händen war, schaffte sie, es sich nicht mehr ganz so viele Sorgen zu machen.
      Obwohl die junge Frau damit gerechnet hatte, dass die Küche der Villa groß sein würde, hatte sie nicht damit gerechnet, wie riesig sie war. wahrscheinlich hätte man von hier aus ein ganzes Hotel versorgen gekonnt, aber wenn man die Größe der Villa und die Feste, die hier gelegentlich stattfanden, in betracht zog, musste die Küche auch entsprechend ausgestattet sein. Trotzdem war Julia ein wenig erschlagen von dem Anblick. Eingeschüchtert stand sie in dem Raum, während ein Koch ihr aufzählte, was er alles für sie zubereiten könnte. Die junge Frau hatte zuerst versucht sich aus der Sache heraus zu winden und lediglich einen Apfel zu essen, doch Charles hatte ihre Bitte abgewiesen und dabei gelacht als hätte Julia gerade einen besonders guten Scherz gemacht.

      Und so kam es, dass Julia einige Minuten später an einem Tresen in der Küche saß, vor sich eine Tasse Tee und zum zweiten Mal an diesem Tag einen Teller mit Salat - den sie hoffentlich diesmal essen würde. Sie wollte nicht mit ihrem Essen zu Carson zurück kehren, falls ihm wirklich schlecht war und sie war Charles dankbar dafür, dass er sie nicht dazu zwang.
    • Die beruhigenden Streicheleinheiten schickten Carson schnell ins Land der Träume. Die Tatsache, dass er völlig erledigt war, half wahrscheinlich ebenfalls, doch Claire hatte schon immer diese Gabe gehabt, ihren Sohn in Tiefschlaf zu versetzen. Als sie bemerkte, dass er wirklich schlief, widmete sir sich lächelnd wieder ihrem Buch. Ohr Junge sollte sich ruhig ausruhen.
      Carson hatte jedoch einen Grund gehabt, gegen die bedrückende Müdigkeit anzukämpfen. Er wusste aus Erfahrung, dass ein Alptraum nicht allein kam. Und er sollte Recht behalten.
      Claire kannte dieses Spielchen schon. Seit diesem alles entscheidenden Tag hatte Carson diese Alpträume und konnte nicht mehr richtig schlafen, selbst wenn er nicht träumte. Es gab nicht viel, was man dagegen tun konnte, außer zu hoffen, dass es schnell vorüber ging, dass er danach noch ein wenig Ruhe fand und ihm Glas Wasser reichen, sollte er aufwachen. So auch dieses Mal.
      Claire musste zusehen, wie ihr kleiner Junge litt und sie konnte nichts tun. Es brach ihr das Herz. Als Mutter dem eigenen Kind nicht helfen zu können war das Schmerzhafteste, was sie je hatte mitmachen müssen.


    • Während Julia halbherzig auf ihrem Salat herum kaute, versuchte Charles eine Unterhaltung mit ihr aufrecht zu erhalten. Es war zwar hauptsächlich nur unbedeutender Smaltalk, doch die junge Frau war ihm dankbar dafür, dass er versuchte sie etwas zu beruhigen.
      Obwohl sie den Mann gerne mochte, war Julia trotzdem erleichtert, als sie sich einige Minuten später wieder auf den Weg ins Wohnzimmer machten. Aber dort angekommen blieb die junge Frau im Türrahmen stehen, als ihr Blick auf Carson fiel, der friedlich auf der Couch schlief, während seine Mutter ihm liebevoll durch das Haar fuhr. Auf einmal schaffte Julia es nicht mehr den Raum zu betreten. Es war, als hätten die beiden eine Blase um sich herum geschaffen, die zerplatzen könnte, sobald man sich ihnen näherte. "Ich sagte ja, dass er hier sein sollte.", murmelte Julia und das leere Gefühl, das sie bereits bei ihrem Eintreffen hier in sich gespürt hatte, kehrte in ihren Körper zurück. Sie fühlte sich unglaublich fehl am Platz. Die Erkenntnis, dass sie Carson im Moment nicht helfen konnte, da er sie nicht brauchte, schmerzte, aber die junge Frau versuchte sich das nicht anmerken zu lassen.

      "Aber er wäre nicht mehr hier, wenn du nicht bei ihm wärst.", hörte sie Charles neben sich sagen und schenkte ihm ein freundliches Lächeln. "Du hast eine zu hohe Meinung von mir.", antwortete sie, ohne dabei jedoch vorwurfsvoll zu klingen. "Er wäre auch hierher gekommen, wenn ich ihn nicht begleitet hätte." Erneut wanderte ihr Blick zu ihrem Freund, bevor sie sich wieder Charles zuwandte. "Ich möchte nicht stören, gibt es vielleicht ein Zimmer, in dem ich mich ausruhen kann?" Charles hob die Augenbrauen. "Ich bin mir sicher, dass Carsons Zimmer schon fertig hergerichtet ist.", Julia konnte an seiner Stimme hören, dass er aus ihrer Frage herausgehört hatte, dass sie lieber alleine schlafen wollte. Er machte eine nickende Kopfbewegung und wies sie damit an mit ihm gemeinsam den Flur hinunter zu gehen. So konnte ihre Unterhaltung die beiden Personen im Wohnzimmer nicht stören.
      "Wenn er heute Nacht Fieber bekommt, möchte er sicher lieber alleine sein.", sagte Julia, nachdem sie sich einige Schritte weit vom Zimmer entfernt hatten. Der alte Mann schwieg einen Moment lang. "Und was möchtest du?" Die Frage traf Julia völlig unerwartet. Kurz hielt sie an und betrachtete ihren Gesprächspartner mit einem erstaunten Blick. "Ich möchte, dass es ihm gut geht." sagte sie letztendlich und setzte sich wieder in Bewegung. Zwar wusste sie nicht, wohin er sie führte, aber es fühlte sich gut an sich die Beine zu vertreten, nachdem sie den ganzen Tag lang nur herum gesessen hatte.

      Einige Minuten lang gingen sie still nebeneinander her. Julia ließ ihren Blick über die hohen Wände, die mit teuren Bildern geschmückt waren, wandern. "Liebes, wenn dich etwas bedrückt, kannst du mit mir reden.", erneut war es Charles, der das Schweigen zwischen ihnen durchbrach. "Es ist bewundernswert, dass du eine so tapfere Fassade aufrecht hältst, aber du darfst dich ruhig einmal bei mir beklagen. Ich weiß wie anstrengend und stur Carson sein kann." Den letzten Teil fügte er mit einem Lachen hinzu. Automatisch schüttelte Julia den Kopf. Im Grunde hatte Charles Recht damit, dass es nicht einfach war einen kranken Carson zu versorgen. Doch das war es nicht, was Julia so belastete. Es gab so vieles, was sie nicht verstand und das sorgte dafür, dass sie auf einmal das Gefühl hatte sich von dem Geschäftsmann zu entfernen. Es war beängstigend.

      "Charles, darf ich dir ein Geheimnis verraten?", fragte sie schließlich leise. Ihr Begleiter legte den Kopf zur Seite, lächelte dann jedoch. "Natürlich, Liebes." Kurz zögerte Julia, dann atmete sie einmal durch. "Ich habe keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern. Schon seit einigen Jahren nicht mehr.", begann sie langsam. Es war nicht leicht diese Tatsache auszusprechen, da sie im Grunde selbst Schuld daran hatte und diese Erinnerung nicht angenehm war. "Ich weiß nicht, ob Carson das schon über mich in Erfahrung gebracht hat... Aber davon abgesehen habe ich auch keine Freunde oder Angestellten. Bevor ich Carson getroffen habe, gab es nur mich und meine Arbeit. Ich habe mir immer gesagt, dass ich mir diese Einsamkeit selbst ausgesucht habe und sie deshalb etwas gutes ist. Aber er hat mir gezeigt, dass es ein besseres Leben gib. Er hat mir immer beigestanden und hatte so viel Geduld mit mir. Es hat ein wenig gedauert, bis ich es verstanden habe. Aber ich denke, er ist so ein wundervoller Mensch, weil er immer jemand für ihn da ist. Er sorgt sich so sehr um andere, weil er es genau so kennen gelernt hat. Wenn ich ehrlich bin, macht es mich ein wenig neidisch. Doch ich sage mir, dass ich mich nicht so sehr an ihn klammern darf. Es heißt ja schließlich; Wenn man etwas liebt, muss man es frei lassen und darauf vertrauen, dass es zu einem zurück kommt." Sie kicherte leise, da diese kitschige Aussage ihr etwas peinlich war. Obwohl sie der Wahrheit entsprach.

      Charles machte einen nachdenklichen Laut. Kurz sah es so aus, als würde er etwas entgegnen wollen, doch Julia schüttelte den Kopf. "Ich möchte nicht, dass er das hier verliert. All die Liebe die er von den Menschen in seinem Umfeld bekommt. Er braucht sie und er hat sie wirklich verdient. Ich möchte nicht, dass er so endet wie ich, nur weil er eine falsche Entscheidung trifft. Und wir beide wissen ja wie stur er sein kann." Sie blinzelte ein paar Mal, um zu verhindern, dass sich Tränen in ihren Augen bildeten. Sie hasste sich selbst für das, was sie nun sagen musste und sie hoffte, dass Carson es niemals hören würde. "Ich will nicht, dass er wegen mir leidet oder irgendetwas von dem hier verliert. Wenn es also irgendwann zu einer Situation kommen sollte, in der Carson sich zwischen seiner Familie und mir oder seinem Beruf und mir entscheiden soll, hilf ihm bitte, die richtige Entscheidung zu treffen. Er ist so impulsiv, dass er sich leicht blenden lässt, deshalb braucht er jemandem, der ihn daran erinnert, worauf es wirklich ankommt und dass man für eine kurze Bekanntschaft nicht sein Leben wegwerfen darf. Oder sag mir bescheid, damit ich es tue."
    • Es war ein stinknormales Küchenmesser. So eins gehörte zur Grundausstattung einer Küche. Jeder hatte sowas im Haus. Später lernte Carson, dass es Tranchiermesser genannt wurde. Für ihn war es nur eine lange, schmale Klinge mit einer gewölbten Klingenrückseite, die sich nach vorne verjüngte, gewesen. Ein Messer wie jedes andere auch. Ein Messer, das im Rücken seiner eigenen Mutter steckte. Ein Messer, geführt von seinem eigenen Vater. Er hatte dieses Messer besser vor Augen als alles andere. Wie es glänzte, aber nicht, weil es gut in Schuss gehalten worden war. Es war das Blut, was das schwindende Licht des Tages einfing. Carson hatte immer gedacht, es sei alles nur ein böser Traum gewesen. Er hatte erst begriffen, was er getan hatte, als er in ein Handtuch gewickelt im Badezimmer gesessen hatte...
      [Blockierte Grafik: https://78.media.tumblr.com/1611b9e896e5b9ffc2c3a8e0e042f6c3/tumblr_o7f6v4aKmM1vq4y18o1_500.gif]Der kleine Junge schrie, brüllte seine Wut hinaus. Die Anstrengung sollte er noch Tage später spüren. Das Weinen seiner Mutter war weit in den Hintergrund gerutscht. Er hörte nichts mehr, spürte nichts mehr. Er ließ einfach alles raus, was er gerade fühlte. Dabei wusste er nicht einmal, was er gerade fühlte. Er hieb einfach immer und immer und immer wieder auf den Körper unter ihm ein. Ihm war auch egal, wer das eigentlich war. Er nahm es gar nicht wahr. Das Blut spritzte überall hin. Es klebte an seinen Klamotten, in seinem Gesicht, an seinen Händen. An dem gut geschärften Messer in seinen Händen.
      Sein Vater war wahrscheinlich schon nach den ersten paar Stichen tot, doch Carson stoppte nicht. Er konnte einfach nicht. Er stach zu. Und stach zu. Und stach zu. Als er stoppte, musterte er das blutige Messer in seinen blutigen Händen. Er begriff gar nicht, was passiert war. Aber ein Teil von ihm genoss es....

      Carson schreckte aus seinem Traum auf, nur um gleich wieder den Kopf auf die Lehne zu senken. Eine heftige Schwindelattacke, gepaart mit überwältigender Übelkeit zwang ihn zurück. Er rollte sich auf die Seite, zog die Beine an und presste die Arme gegen den Bauch. Allein zu atmen war gerade ein Ding der Unmöglichkeit. Er spürte die Hand seiner Mutter in seinem Haar und hörte ihre Stimme, die beruhigend auf ihn einredete, aber es half nichts. Alles, was er gerade wollte, war Julia.
      Im Hintergrund konnte er hören, wie seine Mutter einen der Butler seines Onkel herbei rief und ihm auftrug, die Blondine zu suchen und sofort her zu bringen. Bewusst war es ihm allerdings nicht. Er war damit beschäftigt, zwischen Traum und Realität hin und her zu schwanken, unfähig das eine oder das andere festzuhalten.


    • Julia und Charles waren gerade vor einem hohen Fenster stehen geblieben. Die Blondine betrachtete den eleganten Garten, der von der untergehenden Sonne in ein goldenes Licht gehüllt wurde. Aber dieser stille Moment wurde gestört, als auf einmal hinter ihnen eilige Schritte zu hören waren. Beinahe zeitgleich drehten die beiden den Kopf und bemerkten Francis, der auf sie zugelaufen kam. Als er schließlich bei ihnen angekommen war, schappte er ein paar Mal nach Luft, bevor er seine Stimme wieder fand. "Miss Kinnley, Sie müssen mitkommen. Dem jungen Mr. Davis geht es gar nicht gut.", erklärte er atemlos.
      Julia hörte nicht, was er noch hinzu fügte, da sie bereits den Flur hinunter eilte. Es war ihr egal, ob sie gerade unhöflich war, sie wollte einfach so schnell wie möglich zu ihrem Geliebten kommen. Vor ihrem inneren Auge stiegen die schrecklichsten Bilder auf und sie hasste sich selbst dafür, dass sie Carson alleine gelassen hatte.

      Es dauerte nicht lange, bis sie wieder im Wohnzimmer ankam und erleichtert feststellte, dass Carson tatsächlich noch dort war und man ihn nicht irgendwo anders hingebracht hatte. Aber dann sah sie, in welchem Zustand der Mann sich befand und ihr Kopf war mit einem Mal völlig leer. Ihr Körper wurde kalt und ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen, als sie die zitternde Gestald erblickte, die zusammengekauert auf dem Sofa lag.
      Mit wenigen Schritten war sie bei der Couch angelangt und ließ sie davor auf die Knie fallen. "Carson..." Sie legte ihm eine Hand auf die Wange. "Hey, es ist alles in Ordnung. Du bist nicht alleine, alles wird wieder gut." Während sie dem Mann die Worte zuflüsterte, die man auch einem kleinen Kind sagen würde, das gerade schlecht geträumt hatte, strich sie ihm sanft über das Gesicht und die Schulter. In diesem Moment existierte nichts mehr für sie, sie hatte nur noch Augen für Carson.
    • Er hörte seinen eigenen Herzschlag so laut, dass er alles übertönte. Da war nichts anderes zu hören, als dieses konstante Hämmern, während Carson das Blut und die Leiche seines Vaters sah oder aber das knisternde Kaminfeuer.
      "Hey, es ist alles in Ordnung. Du bist nicht alleine, alles wird wieder gut."
      Die Stimme erkannte er sofort. Sie war wie ein Rettungsanker, an den er sich klammern konnte. Instinktiv streckte er die Hand aus, ohne zu wissen, ob sie überhaupt da war. Aber als er eine warme Schulter spürte, wusste er sofort, dass sie die Realität war. Sie, der Kamin, der kleine Salon. Nicht die Leiche, nicht das Blut, nicht das Messer. Er schaffte es, aus diesem Fiebertraum auszubrechen und dank Julia wieder zurück in die Gegenwart zu finden. Allerdings war da noch immer diese beißende Übelkeit.
      Carson rollte sich auf den Rücken und versuchte, tief durchzuatmen. Es half zumindest ein kleines bisschen. Ihm war kalt. Aber er war wieder, wo er sein sollte.


    • Es waren nur wenige Sekunden, bis Carson sich bewegte, aber Julia kamen sie wie Stunden vor. Vorsichtig strichen seine Finger über ihre Schulter, als wollte er sich überzeugen, dass sie wirklich da war. Und dann öffnete er endlich die Augen und rollte sich auf den Rücken. Sein Blick war glasig und seine Haut so weiß, dass sie beinahe durchsichtig zu sein schien. Der Anblick brach Julia das Herz und sie schluckte einmal, um die Tränen zu unterdrücken, die in ihr aufsteigen wollten. Sie hasste sich dafür, dass sie heute so weinerlich war, doch ihre Sorge um Carson trieb sie langsam an den Rand der Verzweiflung.
      Sie umschloss eine seiner Hände mit ihrer eigenen und legte den Kopf auf seine Schulter. Ihre Sitzhaltung war nicht sehr bequem, aber Julia bemerkte dies gerade nicht. Im Moment existierte für sie nur Carson, sein ruhiger Atem und sein Herzschlag, der immer noch etwas zu schnell war. "Es tut mir leid, dass ich nicht da war.", flüsterte sie. "Aber jetzt ist alles wieder gut. Ich passe auf dich auf."
    • Carson drückte Julias Hand etwas und legte sich den freien Arm über die Augen. Er kämpfte immer noch mit seinem Magen und ehe das nicht geregelt war, wollte er es nicht riskieren, den Mund aufzumachen. Das dauerte auch ein paar Minuten, doch schließlich fand er die Kraft, sich aufzusetzen. Erneut packte ihn der Schwindel und nachdem er den Kopf gehoben hatte, brauchte er wieder einen Augenblick, bis sich der Raum nicht weiter unnatürlich drehte. Er hob Julias Hand an die Lippen und küsste sie sanft.
      "Junge Junge... hast uns einen heiden Schrecken eingejagt", sagte Charles, der besorgter als sonst wirkte.
      "Entschuldigung...", murmelte Carson heiser.
      "Ach, mach dir mal keinen Kopf. Na komm, wir schaffen dich ins Bett."
      Der alte Mann half Carson auf und stützte ihn auf den Weg nach oben in sein altes Zimmer. Das bereits größer war als Julias Wohnung. An der rückwärtigen Wand stand ein großes Kingsize Bett zwischen zwei bodenlangen Fenstern. rechts neben der Tür war eine Art Mini-Wohnzimmer mit Couch, Sitzsack und Fernseher, links waren Bücherregale und ein großer Schreibtisch. Zwei weitere Türen führten jeweils links und rechts ab, eines von beidem war ein Badezimmer, das andere ein Kleiderschrank.
      Charles half seinem Neffen zum Bett und setzte ihn dort vorsichtig ab.
      "Ruh dich aus, mein Junge. Ich gehe deine Mutter beruhigen."
      Er wandte sich gerade ab, als Carson ihn am Unterarm packte.
      "Mir geht's gut. Ich hatte bloß einen Alptraum."
      Charles legte seine Hand auf Carsons.
      "Das weiß ich doch. Und jetzt ruh dich aus!"
      Der Alte ging wieder und ließ seinen Neffen mit Julia allein. Carson massierte sich die Nasenwurzel. Sein Kopf hämmerte immer noch unangenehm. Trotzdem hob er den Kopf und sah Julia an.
      "Tut mir leid", sagte er, "Ich habe dir Angst eingejagt, das wollte ich nicht."


    • Als Charles den Raum verlassen hatte, ging Julia langsam zu dem riesigen Bett und setzte sich neben Carson. "Tut mir leid. Ich habe dir Angst eingejagt, das wollte ich nicht.", hörte sie ihn sagen. Beinahe hätte sie automatisch den Kopf geschüttelt, aber sie beide wusste, dass das eine Lüge gewesen wäre. Natürlich hatte sie sich erschreckt. "Es ist in Ordnung, ich bin froh, dass du bei mir bist.", antwortete sie stattdessen und lehnte den Kopf gegen seine Schulter. Obwohl Carson immer noch sehr schlecht aussah, war sie froh darüber, dass er wieder ansprechbar war.
      Wie von allein fand eine ihrer Hände ihren Weg in Carsons weiches Haar und strich ihm über den Kopf. "Ist es okay, wenn ich mich zu dir lege? Es muss nicht sein, wenn das für dich unangenehm ist, ich wäre nur gerne in deiner Nähe.", gab sie zu und küsste ihn leicht auf die Wange. Sie war sich nicht sicher, ob Carson im Moment jemanden in seiner Nähe ertragen konnte, doch sie wollte bei ihm sein, da es ihr zumindest die Illusion gab, dass sie ihm helfen konnte.
      "Wir müssen nicht darüber reden, wenn du nicht willst. Aber falls doch, bin ich für dich da."
    • Carson nickte bloß leicht und begann, mit zittrigen Händen sein Hemd aufzuknöpfen. Er warf es achtlos in den Raum hinein. Im Gegensatz zu sonst fiel es aber nur etwa einen Meter von ihm entfernt auf den Boden. Normalerweise traf er immer irgendetwas mit seinen Klamotten.
      Angestrengt rutschte er auf dem Bett nach hinten und drückte seinen Kopf in die weichen Kissen. Es war Balsam für seine Kopfschmerzen. Sein müder Blick ruhte auf Julia. Womit hatte er diese Frau nur verdient.
      "Ich brauche dich", wisperte er und streckte seine Hand nach ihr aus.
      Vielleicht war es sein vernebelter Verstand, vielleicht war das tatsächlich sein rationales Denken, aber die Worte seiner Mutter kamen ihm wieder in den Sinn und er gab ihr absolut recht: Julia war die richtige. Sie beruhigte ihn, wenn es sonst niemand konnte. Sie hielt ihn in der Realität. Er brauchte sie wirklich.


    • Vor ein paar Stunden hatte Julia sich noch Gedanken darüber gemacht, was Carsons Familie von ihr denken könnte und sie hatte sich geniert in der schicken Villa zu übernachten, weil sie keine ordentlichen Kleider oder Waschsachen dabei hatte und deshalb am nächsten Morgen vermutlich wie ein Landstreicher aussehen würde. Aber all diese Sorgen waren im Moment vergessen. Sie waren nebensächlich.
      Ohne zu zögern kletterte Julia zu Carson ins Bett und kuschelte sich an ihn, ihre freie Hand griff nach seiner und verschränkte ihre Finger ineinander. "Ich brauche dich auch.", antwortete sie leise. Carson sah so müde aus und sie war sich sicher, dass sein kranker Körper Schlaf brauchte. Doch nach allem was gerade passiert war, nahm sie es nicht übel, dass er nicht schlafen wollte. Weil sie ihn aber nicht bedrängen wollte, sprach sie ihn nicht mehr darauf an.
      "Hast du hier einen Schlafanzug oder sowas?", fragte sie stattdessen, nachdem sie einige Sekunden lang still neben ihm gelegen hatte. "Du solltest das ausnutzen, dass ich deine Krankenschwester bin und dich ausziehe.", sie kicherte leise, weil ihr Scherz so klicheehaft war, dass sie sich ein wenig dafür schämte. "Und falls du irgendwas einnehmen willst, kann ich die Medikamente aus meiner Tasche holen. Du musst dich nicht quälten.", fügte sie etwas ernster hinzu.
    • "Im Kleiderschrank", murmelte Carson.
      Ihm war nicht einmal danach, einen seiner Witze darüber zu machen, was Julia gerade gesagt hatte. Er deutete einfach über seine Schulter auf die schwarze Schiebetür, die zu dem kleinen begehbaren Kleiderschrank führte, der mit allerhand Klamotten gefüllt war. Charles hatte das mit allen Zimmern der Kinder gemacht. Sie waren einzugbereit zu jeder Zeit.
      Carson wollte nicht schlafen. Nicht nachdem, was die letzten beiden Male geschehen war. Aber mit Julia an seiner Seite... er hatte wirklich keine Angst davor, solange sie dabei war. Sie war sein Anker.
      Als sie aufstand kam die Angst zu rück und er kämpfte mit sich selbst, um wach zu bleiben, bis sie wieder da war. Er wusste, dass es nur kurz sein würde, aber für ihn fühlte es sich an wie Stunden.


    • Julia war Carson einen besorgten Blick zu, als ihr - zugegeben schlechter - Scherz nicht einmal ein winziges Lächeln auf seine Lippen zauberte. Sie wollte ihm so gerne helfen, aber sie wusste nicht genau was sie tun sollte. Also tat sie das erste, was ihr in den Sinn kam. Nachdem sie Carsons Erlaubnis hatte, ging sie zu dem großen Kleiderschrank. Es dauerte etwas, bis sie sich dort orientiert und zwei Schlafanzüge gefunden hatte. Einen zog sie sich selbst an, auch wenn er etwas zu groß war und die Hose immer wieder über ihre Hüftknochen nach unten rutschte. Aber es war auf jeden Fall bequemer als in ihrer Jeans zu schlafen.

      So schnell wie möglich kehrte sie zu dem kranken Geschäftsmann zurück und half ihm dabei sich umzuziehen. Es tat ihr leid, dass sie ihn quasi zwang sich zu bewegen, obwohl er so erschöpft war. Doch sie sagte sich, dass es auch für ihn angenehmer war und er es ihr am nächsten Morgen danken würde.
      Als sie schließlich mit ihrer Arbeit zufrieden war, legte sie sich wieder neben Carson und zog die Decke über sie beide. "Wenn es dir heute Nacht zu warm wird, kannst du mich einfach zur Seite schieben.", sagte sie, da sie in den vergangenen Tagen schon erlebt hatte, wie sich Fieber mit Schüttelfrost abwechselten und sie nicht wollte, dass er unnötig Rücksicht auf sie nahm. Noch einmal stützte sie sich auf ihre Arme und gab Carson einen Kuss auf die Lippen. Es war nur eine kurze Berührung, trotzdem spürte die junge Frau sofort ein warmes Gefühl in sich aufsteigen. "Ich liebe dich.", sagte sie sanft, bevor sie sich wieder an ihn ankuschelte und ihren Kopf auf seiner Brust ablegte. Ihren Arm legte sie über seine Hüfte, so dass sie ihn halb umarmte. "Du musst dir keine Sorgen machen, ich gehe nicht weg.", versprach sie.

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    • Sobald Julia wieder neben ihm lag, klammerte er sich beinahe schon an sie. Er wollte sie nicht loslassen, wollte sie an seiner Seite haben, wenn er einschlief. Nur mit ihr konnte er sich sicher sein, nicht wieder auf der Treppe zu sitzen oder in der Küche um sich zu schlagen.

      Er schlief tatsächlich friedlich. Keine weiteren Alpträume. Überhaupt keine Träume. Das war gut, damit konnte er arbeiten. Er fühlte sich besser, als er am nächsten Morgen zu sich kam, in den Armen seine Juliana haltend. Ihm war nicht kalt, ihm war nicht zu warm. Ihm war nicht schlecht und die Welt drehte sich nicht. Er hatte keine Kopfschmerzen. Aber was vielleicht viel wichtiger war: Er hatte Hunger.
      Vorsichtig schälte er sich aus Julianas Umarmung und verschwand im Badezimmer, um eine kurze Dusche zu nehmen. Auch das funktionierte überraschend gut. Er wusste, dass er sich nicht zu früh freuen durfte, aber er genoss es, solange es auch halten möge.
      Nach der Dusche zog er sich ein paar bequeme Jogginghosen und ein T-Shirt von seinem College an. Er sammelte seine Und Julias Klamotten auf und faltete sie ordentlich zusammen, ehe er sie auf der Couch ablegte. Danach ging er in die Küche. Es war tatsächlich erst sechs Uhr morgens und niemand außer dem ein oder anderen Bediensteten war wach. Ein gewisser Francis - Carson erinnerte sich, dass er erst vor ein paar Monaten hier angefangen hatte - fragte ihn, ob er Frühstück haben wolle und Carson freute es, diese Frage bejahen zu können. Jedoch fügte er hinzu, dass es etwas Leichtes und Magenschonendes sein sollte. Mit einer Schüssel Haferbrei zog er sich in sein altes Zimmer zurück. Ganz brav legte er sich wieder ins Bett und surfte mit seinem Smartphone ein wenig im Internet - keine Arbeit, nur Vergnügen.


    • Erst als Carson sie in seinen Armen hielt, merkte Julia wie müde sie wirklich war. Eigentlich wollte sie sich wach halten, um an ihren Freund aufzupassen, aber am Ende fielen ihr die Augen doch schneller zu, als ihr lieb war und sie fiel in einen traumlosen Schlaf.
      Am nächsten Morgen war ihr nicht mehr ganz so warm wie am Abend zuvor, weshalb Julias erste Handlung darin bestand müde den Arm auszustrecken und nach ihrem Bettnachbarn zu tasten. Es beruhigte sie, als sie ihn neben sich fand, da ein Teil von ihr befürchtet hatte, dass er wieder irgendwas Unvernümpftiges getan haben könnte. Langsam öffnete sie die Augen und blinzelte ein paar Mal, bevor sie zu Carson hinauf lächelte. "Guten Morgen.", sagte sie sanft und rutschte etwas näher an den Mann heran. Sie traute sich nicht zu fragen, wie er geschlafen hatte.
      Ihr Blick fiel auf die Schüssel, die neben dem Bett stand und sie hob fragend die Augenbrauen. "Du hast etwas gegessen? Wie geht es dir?"
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