[2er RPG] Burning Desire

    • "Nicht in allen Lebenslagen ist Größe von Bedeutung", entgegnete Carson mit einem verschmizten Zwinkern.
      Er legte Julia einen Arm um die Schultern und ging mit ihr rüber zur Eingangstür. Er war zwar erst ein-, zweimal bei Julia oben gewesen, aber er wusste, dass er es trotzdem bereits mochte. Er hatte nur um College auf so engem Raum gelebt, dennoch wusste er es irgendwie zu schätzen. Es war mal etwas anderes. Carson liebte seinen Luxus und hatte absolut kein Problem, diesen auch großspurig auszuleben. Aber ein paar Tage ohne würde er schon überleben. Selbstverständlich würde das seinen Plan, Julia zum Einziehen ins ein Penthouse zu überzeugen, nicht ändern.
      "Bist du nervös?", fragte er, als Julia das Schlüsselloch nicht sofort traf, "Schatz, ich war doch schon in deiner Wohnung! So schlimm ist sie gar nicht. AUch wenn ich eine bssere kenne, in die du ziehen könntest."
      Er küsste sie auf die Wange und half ihr, das Schlüsslloch zu treffen. Er wusste ganz genau, dass er sie mit solchen AUssagen aus dem Konzept bringen konnte und er würde nicht aufhören. Er liebte es, wenn sie so verunsichert auf ihn und das, was er tat reagierte. Es war beinahe so süß wie ihre Überraschung auf seine GEschenke. Und das wurde nur von ihrem Lächeln geschlagen. Und ihrem nackten Körper, aber wenn Carson jetzt in diese Richtung abdriftete, würde er aus dieser Ecke seines primitiven Verstandes nicht mehr rauskommen.


    • Julia wurde leicht rot, als Carson seine Hand über ihre legte und ihr half die Tür abzuschließen. Sie fühlte sich wie ein nervöser Teenager, der sein Date zum ersten Mal zu sich nach hause brachte. "Schatz, ich war doch schon in deiner Wohnung! So schlimm ist sie gar nicht. Auch wenn ich eine bessere kenne, in die du ziehen könntest." Carsons Worte sorgten dafür, dass Julia noch etwas roter im Gesicht wurde. Zum einen schämte sie sich für ihre eigene Unreife und zum anderen war es ihr etwas peinlich, dass sie Carson keine klare Antwort auf sein Angebot geben konnte. "Deine Wohnung ist garantiert bequemer als meine.", sagte sie ausweichend, während sie vor ihrem Freund ins Innere ging. "Ich möchte einfach, dass du ein schönes Wochenende hast und dich entspannt. Nicht, dass du in meiner kleinen Wohnung herumsitzt und nicht weißt, was du tun sollst, weil ich eine schlechte Gastgeberin bin." Sie hob ein wenig hilflos die Schultern. Tatsächlich wusste sie nicht genau, was sie Carson gutes tun konnte - außer dem Offensichtlichen.
    • Carson ergiff Julias Hand und zog sie zurück an seine Brust, wo er sie liebevoll küsste.
      "Solange du da bist, bin ich immer entspannt", raunte er ihr zu und folgte ihr dann von der Wohnungstür ins Innere der Wohnung, die Hände immer auf ihren Hüften liegend.
      "Außerdem werden mich hier bestimmt keine Reporter belagern. Außer Austin und Dana weiß niemand, wo ich bin und den beiden vertraue ich mein Leben an. Wortwörtlich."
      Kichernd schlenderte Carson ungefragt in Julias Schlafzimmer, wo er die Sporttasche einfach ablegte, ehe er zurückkam. Er musterte ungesehen ihre Küche und machte sich dann daran, ihnen beiden einen Kaffee zu machen. Er suchte sich alles selbst zusammen, ohne zu fragen ob er durfte oder wo etwas war. Er machte einfach, so wie immer.


    • Einen Moment lang stand Julia starr in ihrem Wohnzimmer und sah völlig überrumpelt Carson hinterher, der es sich bei ihr gemütlich machte. Letztendlich schaffte sie es dann aber doch ihre Schuhe auszuziehen, wofür ihre Füße ihr sehr dankbar waren, und dem Mann in die Küche zu folgen. "Es ist erschreckend wie natürlich es aussieht, dass du hier stehst. Fast so als würdest du hierin gehören.", murmelte sie, bevor sie sich hinter den Mann stellte, ihre Arme um seine Hüfte legte und ihren Kopf an seiner Schulter anlehnte. "Nur dein Anzug wirkt etwas fehl am Platz. Du bist zu schick für meine Wohnung." Sie kicherte leise, schloss dann jedoch die Augen, da Carsons Wärme eine unglaublich beruhigende Wirkung auf sie hatte. "Ich bin so froh, dass du da bist. Du hast mir wirklich gefehlt."
    • "Wären dir Jeansshorts und FlipFlops lieber?", fragte Carson scherzhaft und wartete darauf, dass die Kaffeemaschine fertig mit Kaffee machen war.
      Er lehnte seinen Kopf gegen den Julianas und legte seine Hände auf ihre.
      "Deswegen bin ich ja hier. Ich hatte den Drang nach einer Überdosis von dir. Und wir wisen beide, dass ich mir für gewöhnlich hole, was ich haben will."
      Er lachte leise. Dann girff er nach den beiden Tassen und drehte sich in Julianas Armen um.
      "Kaffee?", fragte er grinsend und küsste Juliana erneut.
      "Falls es dich tröstet: das ist der einzige Anzug, den ich dabei habe. Der Rest ist normalsterblicher Natur. Musst also keine Angst haben, dass dein stinkreicher Freund irgendwie auffällt."


    • Beinahe hätte Julia gelacht, als sie versuchte sich Carson in FlipFlops vorzustellen. Es wollte ihr beim besten willen nicht gelingen. Und als der Geschäftsmann sich dann zu ihr umdrehte und sie küsste, verschwanden sowieso alle Gedanken aus ihrem Kopf.
      Artig folgte sie ihm ins Wohnzimmer und setzte sich neben ihn auf die Couch. Sie fühlte sich ein wenig fehl am Platz, da sie immer noch ihr Kleid trug, das Carson für diesen Abend für sie ausgesucht hatte. Doch auf der anderen Seite passte sie dadurch gut neben dem Mann im Anzug.
      "Meinst du, du bekommst eine bessere Überdosis von mir, wenn du in meiner Wohnung bist?", fragte die junge Frau lachend, da sie die Formulierung irgendwie niedlich fand. Einen Moment lang sah sie auf ihre Tasse hinunter. "Weißt du, du könntest dir etwas von mir mitnehmen... als Andenken oder so." verlegen griff sie nach dem Kaffee und drehte den Becher in den Händen hin und her. Nun, da sie die Worte ausgesprochen hatte, waren sie ihr sehr peinlich. Vermutlich klang sie schon wieder wie ein Teenager, der keine Ahnung von Beziehungen hatte. Leider stimmte letzteres sogar.
      "Also möchtest du das ganze Wochenende nur hier herumhängen?", fragte sie nach einer kurzen Pause und schaffte es sogar wieder zu Carson aufzusehen. "Ich kann dir leider kein so tolles Programm bieten wie du mir."
    • Carson schmunzelte und legte Juliana einen Arm um die Schultern.
      "Wenn ich jetzt anfangen würde, Dinge von dir mitzunehmen, dann würde ich jede Woche vorbeikommen und das tun, bis du bei mir vorbeikommen musst, um was frisches zum anzihen zu finden", sagte er im Scherz, obwohl er es eiskalt durchziehen würde.
      Er würde sie schon noch dazu bekommen, bei ihm einzuziehen.
      Ein kleine Weile dachte er darüber nach, ob er wirklich nur hier herumsitzen wollte. Eigentlich war das gar nicht so schlecht, aber nachdem er beinahe die gesamten letzten zwei Tage nur in der GEgend herumgesessen hatte, hätte er auch nichts dagegen, sich ein bisschen die Beine zu vertreten.
      "Von mir aus können wir hier bleiben. Oder wir gehen einkaufen. Spazieren. In einen Park oder was Essen, mir egal. Wie gesagt: Dieses Wochenende setze ich auf Spontanität."
      Er küsste Julia auf die Schläfe und überschlug die Beine.
      "Wir müssen nicht jedes Wochenende Programm haben. Ich komme auch mit ein paar ruhigen Nächten klar."


    • Julia lehnte ihren Kopf gegen Carsons Schulter. Der Gedanke, dass Carson solch völlig normale Dinge, wie einkaufen gehen, tun könnte, kam ihr ein wenig seltsam vor. Bisher war ihre gemeinsame Zeit immer relativ gut durchgeplant gewesen. Sogar auf die Tage, an denen sie nichts getan hatten, war Carson vorbereitet. Dass der Geschäftsmann, der gerne alles unter Kontrolle hatte, auf einmal völlig planlos in den Tag hinein leben und spontan sein wollte, war eine ungewohnte Vorstellung.
      Das würde definitiv ein interessantes Wochenende werden...

      "Dann werde ich mir Mühe geben, damit du hier eine schöne Zeit hast.", beschloss Julia und gab ihrem Freund einen Kuss auf die Wange. "Wenn ich ehrlich bin, ist es mir auch egal, was wir tun, so lange wir zusammen sind." sie lächelte leicht und lehnte ihren Kopf wieder gegen seine Schulter. Wenn es nach ihr ginge, hätte sie den ganzen Abend so verbringen können. Es gab nur eine Kleinigkeit, die sie störte; "Es wäre bequemer, wenn wir hier nicht in diesen schicken Sachen sitzen würden, oder? Du bist das vermutlich gewohnt, aber ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich in so einem teuren Kleid auf der Couch herumhänge und es vielleicht sogar dreckig mache.", begann sie nach einer kurzen Pause. "Würde es dich stören, wenn ich mir was normales anziehe?"
    • "Mich würde es nicht einmal stören, wenn du hier nackt herumläufst, Liebling."
      Carson lächelte verschmitzt, hob aber den Arm, um Juliana ziehen zu lassen. Sie hatte recht mit ihrer Idee, etwas anderes anzuziehen, also tat er das auch. Der Anzug landete ordentlich zusammengelegt am Fuße der Sporttasche. Getauscht wurde er gegen eine dunkelrot karrierte Flanell-Schlafanzugshose und ein einfaches T-Shirt (normalerweise würde er ohne rumrennen, aber er wolte mal nicht so sein). Er ärgerte Juliana ein bisschen und zog sie an sich, gerade als sie das Kleid ausgezogen und nur noch in Unterwäsche vor ihm stand. Er legte seine Arme locker um ihre Hüfte und küsste sie liebevoll.
      "Du bist wunderschön", raunte er ihr zu.


    • An die ganzen Kosenamen musste Julia sich noch gewöhnen. Kurz hielt sie in ihrer Bewegung inne uns sah Carson verwundert an, aber dann konnte sie sich ein Lächeln nicht verkneifen. "Natürlich würde es dich nicht stören, wenn ich nackt bin.", gab sie zurück. Das hatte sie inzwischen schon zur Genüge gelernt. Deshalb wunderte es sie auch nicht, dass sie nicht dazu kam sich ganz umzuziehen, bevor sie schon wieder in Carsons Armen landete. "Ich muss dir ja nicht sagen, dass du gut aussiehst. Das weißt du ja schon.", sie lächelte zu ihm hinauf und küsste ihn dann noch einmal kurz. Obwohl es kein direktes Kompliment war, wurde sie doch ein wenig rot.
      Um ihre Verlegenheit ein wenig zu überspielen, befreite sie sich auf Carsons Armen und schlüpfte selbst in ein hellblaues T-Shirt und eine dunkelblaue Schlafanzughose. Normalerweise hätte sie etwas so etwas nicht vor einem Mann angezogen, da es nicht gerade sexy war, aber vielleicht war es genau das richtige Outfit, wenn sie einfach nur einen ruhigen Abend mit Carson auf der Couch verbringen wollte...
    • "Es ist trotzdem Balsam für die Seele, es zu hören", lachte Carson und zog sich das Shirt über den Kopf.
      "Heiß...", murmelte er mit einem Blitzen in den Augen, als er Julia in ihrem Schlafanzug sah, und meinte es auch tatsächlich so.
      Dass er sie sogar noch in einem Kartoffelsack anziehend finden würde war nicht gelogen und dieser Schlafanzug-Stil stand ihr hervorragend. Nur die Frisur war noch zu ordentlich, aber da konnte man ja Abhilde schaffen.
      Carson zog Julia erneut in eine Umarmung mit Kuss, diesmal aber weniger zurückhaltend. Er küsste sie innig und ließ seine Hände in ihre Haare gleiten. Er löste die Haarnadel und vergrub die Finger in ihrem nun offenen Haar. Er liebte es, wenn sie ihre Haare offen trug.
      "Schon viel besser", sagte er leise an ihren Lippen und grinste.


    • "Balsam für die Seele?", murmelte Julia, als ihre Lippen sich für einen kurzen Moment von Carsons lösten. Es störte sie nicht, dass er sie ständig an sie zog. In der letzten Woche hatte sie ihn so sehr vermisst, dass sie seine Nähe nun mehr zu schätzen wusste als zuvor. "Dann sage ich es dir gern nochmal. Ich finde dich gutaussehend.", sie lachte leise, bevor sie ihn noch einmal kurz küsste. Doch sie machte diesmal keine Anstalten sich von ihm zu entfernen. Es gab auch keinen Grund dazu. "Magst du meine Haare lieber, wenn sie offen sind?", fragte sie stattdessen und machte sich innerlich eine Notiz, dass sie ihre Haare nicht mehr so oft zusammen binden sollte.

      Einen Moment lang genoss sie es, einfach nur still bei Carson zu stehen, seinen Geruch wahrzunehmen und seine Arme zu fühlen, die sie festhielten und sie daran erinnerte, dass er wirklich hier war. Aber dann fiel ihr ein, dass er sich unter einem gemütlichen Abend vermutlich etwas anderes vorstellte. "Ähm... wollen wir uns wieder aufs Sofa setzen?", schlug sie ein wenig hilflos vor. "Ich habe zwar keine DVDs aber wir könnten fernsehen..." Einmal mehr wurde ihr bewusst, dass sie nicht auf Besuch vorbereitet war und sie zog die Mundwinkel nach unten. "Tut mir leid, ich bin kein guter Gastgeber."
    • Carson kicherte leise, als er Julias Kompliment hörte. Natürlich streichelte es sein Ego, gerade, wenn er es von seiner Liebsten hörte.
      "Wer braucht denn eine Couch? Hier steht ein perfekt funktionierendes Bett...", raunte er ihr zu, küsste sie auf den Hals und hob sie hoch.
      Bis zu ihrem Bett waren es ungefähr zwei Schritte, dann kniete er sich vorsichti auf die Matratze und setzte Juli ab. Sich selbst ließ er daneben fallen. Sofort zog er sie enger an sich. Er wollte sie bei sich haben, sie an seiner Seite spüren. Er legte den Arm um sie und verschränkte seine Finger mit den ihren.
      "Weißt du, ich habe schon lange nicht mehr so viel Spaß beim Nichtstun gehabt", sagte er.


    • Es kam Julia immer noch seltsam vor, wie selbstverständlich Carsons Verhalten inzwischen für die geworden war. Vor einigen Wochen wäre es ihr noch schrecklich peinlich gewesen, einfach so von ihm in Richtung des Bettes tragen zu lassen. Aber nun lachte sie nur und ließ sich widerstandslos in seine Arme ziehen. "An diese Art des Nichtstuns könnte ich mich auch gewöhnen.", gab sie zu und drückte seine Hand ein wenig, bevor sie etwas näher an ihn heran rutschte. Obwohl es nur ein paar Tage gewesen waren, kam es ihr so vor, als hätte sie Carson eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Wie von allein legte sie ihre freie Hand in seinen Nacken, so dass sie ihm durch das Haar streichen konnte.
    • Carson schloss die Augen und genoss das Gefühl von Julias Fingern in seinen Haaren. Er liebte jede ihrer Berührungen. Unbewusst schlich sich ein leises Schnurren durch seine Kehle. Von jetzt auf gleich entspannte er sich und die Last der vergangenen Woche fiel von ihm ab wie ein Kleidungsstück, dass er von sich warf. Er spürte plötzlich, wie unglaublich müde er war und kurz zuckte der Gedanke an zwei durchgearbeitete Nächte durch seinen Kopf und er murrte etwas bei der nachfolgenden Erkenntnis: Es war nicht genug gewesen. Nächste Woche würde es genauso weitergehen.
      Er schlang die Arme um Julia und zog sie auf sich, beinahe so wie ein Kind es mit einem Teddybären tun würde. Das letzte Mal, als er so viel gearbeitet hatte, hatte er erst eine Lungenentzündung kriegen müssen, ehe er sich ein wenig geschont hatte. Er hatte eigentlich daraus gelernt und sich daraufhin jedes Wochenende freigeschaufelt. Aber damals hatte er keine Nächte durchgearbeitet. Jetzt hatte er Sorge, dass es wieder so laufen würde, dass er wieder krank wurde und wochenlang ausfallen würde. Das konnte er sich nicht leisten, nicht jetzt.
      "Ich kann mich doch darauf verlassen, dass du mich aufhältst, wenn ich was dummes tue, oder?", fragte er leise.


    • Julia sah fragend zu Carson hinunter. Die plötzliche Bewegung hatte sie etwas überrascht, doch noch mehr überrumpelt war sie von seiner Aussage. In dem Tonfall des Mannes lag etwas drängendes... ein Unterton, der ihr sagte, dass hinter dieser Frage viel mehr steckte, als man auf den ersten Augenblick annahm. Es erinnerte sie an das letzte Mal, als er sie besucht hatte, und plötzlich wissen wollte, ob sie ihn kontrollieren würde. Auch damals hatte Julia die Bedeutung dahinter erst viel später erfahren.
      "Natürlich würde ich das.", sagte sie etwas zögerlich. Sie wusste nicht, ob sie es übers Herz brachte Carson herum zu kommandieren, aber sie würde ihm zumindest gut zureden. Das Problem war nur, dass sie viel zu wenig von seinem Leben mitbekam. Auf einmal hatte sie Angst, dass ihrem Freund etwas passieren könnte, bevor sie etwas davon merkte. Vorsichtig hob sie eine Hand und strich dem Geschäftsmann eine Haarsträhne aus der Stirn. Sie wollte bei ihm sein, wenn es ihm schlecht ging und auf einmal war sie gar nicht mehr so glücklich über ihre mühsam erkämpfte Freiheit.

      "Ich würde alles für dich tun, Carson. Du musst mir nur sagen was es ist.", flüsterte sie und küsste ihn sanft auf die Stirn, bevor sie ihm wieder in die Augen sah. "Ist etwas passiert? Du kannst mit mir darüber reden, wenn du möchtest. Oder auch nicht, wenn du nicht an die Arbeit denken willst...", sie machte einen nachdenklichen Laut, es ärgerte sie ein wenig, dass sie dem Mann, den sie so sehr liebte, nicht helfen konnte.

      "Ich kann mich doch darauf verlassen, dass du mich aufhältst, wenn ich was dummes tue, oder?"

      Die Worte hallten durch Julias Kopf und hinterließen ein ungutes Gefühl in ihrem Magen. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass Carson diese Aussage nicht allgemein meinte. Er klang, als ahnte er bereits, dass etwas passieren könnte. "Weißt du...", begann sie langsam. "Ich weiß, dass du im Moment eine schwere Zeit hast und ich möchte wirklich für dich da sein. Aber das ist schwer, wenn ich im Grunde gar nicht weiß, was du tust. Das ist vielleicht jetzt eine dumme Idee, aber wäre es nicht vielleicht sinnvoll, wenn ich dich für ein paar Tage besuchen würde." Sie räusperte sich verlegen, noch immer viel es ihr schwer das ganze als 'Zusammenziehen' anzusehen. "Es würde mich beruhigen, wenn ich mit eigenen Augen sehe, dass du nichts dummes tust. Verstehst du das? Wenn es dir aber nicht passt, ist das auch in Ordnung, ich will deinen Tagesablauf nicht durcheinander bringen. Wir können auch einfach öfter miteinander schreiben, telefonieren oder so etwas."
    • "Nein, keine Sorge. Es ist alles in Ordnung", beruhigte Carson seine Angebetete, "Ich neige nur dazu, nicht zu erkennen, wann ich es übertreibe. Gerade mit der Arbeit."
      Er schloss kurz die Augen, als Julia ihn küsste. Das war so ein angenehmes Gefühl, dass er beinahe vergaß, worüber sie redeten. Bis ihre nächsten WOrte dafür sorgten, dass er wieder in der Realität ankam.
      "Willst du dir das wirklich antun? Mich dabei beobachten, wie ich Papierkram wälze, E-Mails beantworte und dann dabei zuhören, wie ich Leute übers Telefon ankacke oder ihnen Honig ums Maul schmiere? Klingt ehrlich gesagt wenig interessant."
      Ein freches Grinsen schlich sich auf seine Lippen.
      "Allerdings", sagte er gedehnt, "kann ich dich dann ja davon überzeugen, bei mir einzuziehen."
      Er rollte sich mit Julia zusammen herum, sodass er nun über ihr aufragte.
      "Das ist eine geniale Idee", raunte er und küsste sie liebevoll, "Ich sage werde gleich morgen früh deinen Boss anrufen und dafür sorgen, dass du nächste Woche bei mir bist."


    • "Ich möchte dich einfach kennen lernen. Auch die Seiten, die du für langweilig hältst.", gab die junge Frau zurück. Sie hatte zwar immer noch Angst davor, dass sie Carson im Weg sein könnte, doch im Moment überwog ihre Sorge um den Workaholic. "Ich kann problemlos von dir aus zur Arbeit pendeln...", warf sie ein, da sie nicht wollte, dass Andrew unter ihren spontanen Entschlüssen leiden musste. "Zumindest wäre ich dann abends zurück und vielleicht gäbe dir das etwas Motivation, um nicht de ganze Nacht lang durchzuarbeiten?" Sie legte fragend den Kopf zur Seite. "Und wenn nicht, könnte ich dich abholen kommen...", sie kicherte leise, als ihr auf einmal ihr Telefonat vom Montag wieder einfiel. Sie wollte wirklich gerne sehen, ob Carsons Büro so aussah, wie sie es sich vorgestellt hatte.
      Einen Moment lang wurden ihre Gedanken gestoppt, als Carson sie liebevoll küsste. "Oder ich frage Andrew, ob er mich den Papierkram erledigen lässt, den er sonst Rosa gibt...", murmelte sie und verfluchte sich ein wenig für ihre Schwäche. "Irgendwas fällt und schon ein.", beschloss sie letztendlich und legte ihre Arme um Carsons Hals, damit sie ihn zu sich hinunter ziehen und noch einmal küssen konnte. Sie konnte vielleicht nicht viel für ihn tun, aber sie wollte für ihn da sein, wenn er sie brauchte.
    • Carson dachte darüber nach. Juliana im Büro zu haben würde ihn ziemlich ablenken, andererseits war ihr Vorschlag, abends da zu sein, um ihn von der Arbeit wegzuziehen, ziemlich gut. Nur hatte sie ihm jetzt das Angebot gemacht, den ganzen Tag da zu sein und wer ist schon so dumm und schlägt das bessere Angebot aus? Fragen über Fragen!

      DIe Nacht verbrachte er eng an Juliana gekuschelt. Die wenigen Stunden, die er schlief waren erholsamer denn je und er schlief sogar bis um sechs, was gut eine Stunde mehr war als sonst.
      Vorsichtig stieg er aus dem Bett und deckte Juliana zu, damit sie nicht fror. In der Küche suchter er sich fix alles zusammen, was man für ein ausgewogenes Frühstück brauchte - und beschloss, dass Julia einen Smoothiemaker brauchte, wenn sie nicht innerhalb des nächsten Monats zu ihm zog - und bereitete alles vor. Während er am Herd stand, telefonierte er bereits mit Andrew, um den Plan für die kommende Woche zu besprechen.
      "Ich weiß, es kommt ziemlich plötzlich, aber ich wollte mir Miss Kinnley für nächste Woche ausborgen, wenn das ginge. Ich habe ein paar Termine mit einigen Geschäftspartnern, von denen mir zu Ohren gekommen ist, dass sie mehr für wohltätige Zwecke ausgeben wollen. Ich dachte, ich könnte da ein bisschen was drehen, wenn ich eine charmante Vertreterin mitnehme."
      "Das ist in der Tat ziemlich knapp, Mr. Davis. Aber im Notfall springe ich selbst ein, das geht schon in Ordnung."
      "Okay, super. Zwischen den Terminen liegen leider jeweils einige Stunden, die dummerweise nicht ausreichen werden, um Miss Kinnley arbeiten zu lassen-"
      "Ach, das ist kein Problem, Mr. Davis. Im Zweifelsfall gibt es immer Papierkram, den ich meinen Mitarbeitern hinterher werfen kann, da findet sich schon etwas, machen Sie sich keine Sorgen."
      "Gut. Ich hoffe sehr, dass das Ganze ein Erfolg wird und ich Ihnen Miss Kinnley nicht umsonst so oft ausspanne."
      "Für Sie doch immer, Mr. Davis."


    • Als Julia am nächsten Morgen aufwachte, war sie nicht überrascht darüber, dass sie alleine im Bett lag. Inzwischen war sie daran gewöhnt, dass Carson vor ihr aufstand und diese Tatsache hinderte sie daran, sich noch einmal umzudrehen. Stattdessen tapste sie in die Küche, aus der ihr bereits der Geruch von Kaffee entgegen strömte. "Ich bin wirklich keine gute Gastgeberin.", stellte sie fest, bevor sie ihre Arme um Carson legte und ihn in eine kurze Umarmung zog. "Aber danke, dass du Frühstück machst." Es war ihr zwar etwas unangenehm, dass er in ihrer kleinen Küche herumwerkeln musste, obwohl er eigentlich besseres gewohnt war, doch sie war ihm trotzdem dankbar, dass er sich so viel Mühe gab.

      Sie saßen bereits seit einigen Minuten beim gemütlichen Frühstück, als auf einmal Julias Handy klingelte. Nur widerwillig löste die junge Frau den Blick von ihrem Rührei und sah auf den Display. Als sie jedoch die Nummer erkannte, stand sie eilig auf. Es tut mir leid, das Gespräch muss ich annehmen.", sie warf Carson einen entschuldigenden Blick zu und nahm dann den Anruf entgegen. "Guten Morgen, Andrew."
      Es kam nicht oft vor, dass ihr Chef sie an einem freien Tag anrief und meistens bedeutete dies, dass es einen Notfall gegeben hatte. Aber diesmal klang der Mann erstaunlich gut gelaubt, obwohl Julia das Gefühl hatte, dass er ein wenig schuldbewusst klang. "Es tut mir so leid, dass ich dich am Samstag störe, Julia. Ich habe dich nicht geweckt, oder?" Automatisch schüttelte die Blondine den Kopf, dann fiel ihr aber ein, dass Andrew das nicht sehen konnte. "Nein, ich bin schon seit einiger Zeit auf. Ist etwas passiert?"
      Kurz blieb es am anderen Ende der Leitung still, während ihr Chef nach den passenden Worten suchte. "Mr. Davis hat mich heute morgen angerufen. Du erinnerst dich noch an ihn, oder?" Julia drehte den Kopf und warf Carson einen skeptischen Blick zu. "Ja, ich erinnere mich an Mr. Davis..." Ihre Mundwinkel hoben sich zu einem schmalen Lächeln, doch sie versuchte nicht zu lachen, da Andrew vermutlich nicht verstanden hätte, wieso sie seine Frage so komisch fand.

      "Ich habe letzte Woche schon einmal mit ihm gesprochen und er hat darum gebeten, dass du ihn im November auf einen Kongress begleitest. Ich wollte eigentlich nächste Woche in Ruhe mit dir darüber sprechen. Ich weiß, dass du auf der Konferenz etwas skeptisch warst, was ihn betrifft..." Inzwischen konnte man Andrew sein schlechtes Gewissen deutlich anhören. "Es ist schon in Ordnung, ich war damals ein wenig überfordert von dem ganzen. Du hättest sicher nicht zugestimmt, wenn du befürchten müsstest, dass Mr. Davis mir schaden würde." Ein kurzer Protest kam aus dem Hörer, aber schließlich musste Andrew zugeben, dass er quasi schon zugesagt hatte. Normalerweise wäre Julia darüber verärgert gewesen, doch in diesem Fall störte sie das nicht.
      "Aber das ist nicht der Grund, wieso du mich jetzt anrufst, oder?", hakte sie nach. Ihr Chef räusperte sich verlegen. "Nein... Mr. Davis hat heute morgen angerufen und gebeten, dass du ihn zu einigen Terminen begleitest. Mit etwas Glück könnten wir unter seinen Geschäftspartnern einige neue Sponsoren finden." Julia hob die Augenbrauen. Sie musste zugeben, dass Carson eine gute Ausrede gefunden hatte, auch wenn Andrew sehr enttäuscht sein würde, wenn die Spenden am Ende ausblieben. "Bist du sicher, dass ich dafür geeignet bin?", fragte sie nach. Erneut war ein Räuspern aus dem anderen Ende der Leitung zu hören. "Ich habe Mr. Davis angeboten, dass ich ihn begleiten könnte, wenn du nicht möchtest. Auch wenn er vermutlich lieber eine hübsche, junge Dame an seiner Seite hatte.", er lachte und diesmal konnte Julia ein kichern nicht unterdrücken. Andrew wusste ja gar nicht, wie Recht er mit dieser Aussage hatte...
      "Wenn du nichts dagegen hast, werde ich es versuchen. Sollte es mir zu schwer fallen, kannst du mich ja immer noch ablösen.", schlug sie vor und konnte hören, dass Andrew eine erleichterten Seufzer ausstieß. "Danke, Julia. Ich wusste, dass ich mich auf dich verlassen kann."

      Nachdem sie die letzten Details mit ihrem Chef abgesprochen hatte, legte Julia wieder ihr Handy zur Seite und wandte sich ihrem Partner zu. "So, so, Mr. Davis.", sagte sie mit einem Grinsen. "Ich werde also in der kommenden Woche für Sie arbeiten? Haben Sie sich das gut überlegt?"
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