[2er RPG] Burning Desire

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    • Widerstandslos ließ Julia sich zum Taxi führen. Sie war zu erleichtert darüber, dass Carson seinen Plan geändert zu haben schien und Austin nicht mehr gebeten hatte sie nach hause zu bringen. Sie festigte ihren Halt um seine Hand ein wenig und hoffte, dass er sie nicht mehr so schnell wieder loslassen würde.
      Es brach ihr ein wenig das Herz, als Carson begann sich während der Fahrt Vorwürfe zu machen. Es war schließlich ihre Schuld. Wieso sah er nicht, dass sie für diese unangenehme Situation verantwortlich war und er nichts falsch gemacht hatte? Sie sollte wirklich wieder lernen ihren Mund zu halten. Oder zumindest besser nachzudenken, bevor sie sprach.

      "Ich habe mir auch nicht wirklich Mühe gegeben, um deine Welt zu verstehen.", gab sie zu. Sie wusste nicht, ob sie Carsons Lebensstil überhaupt jemals verstehen könnte, aber sie sollte vermutlich einige der Vorurteile ablegen, die sie hatte. Sie küsste ihn sanft auf die Oberseite des Kopfes. "Du musst nichts wieder gut machen. Ich bin froh, dass du mich nicht wegschickst.", sagte sie leise, bevor sie ihren Kopf gegen seinen lehnte. Ihre Augen wanderten zum Fenster, an dem die hellen Lichter der Stadt vorbei huschten. Sie konnte Carsons ruhigen Atem hören und fragte sich, ob er wohl eingeschlafen war. Zumindest gab er keine Widerworte, was eindeutig ein Anzeichen dafür war. Aber Julia traute sich nicht den Kopf zu drehen und ihn anzusehen, da sie ihn nicht wecken wollte. Stattdessen lehnte sie sich ein wenig mehr gegen ihn, als könnte sie so sicher gehen, dass er nicht vor ihr davon laufen könnte. "Es tut mir leid, falls ich dir den Abend verdorben habe.", sagte sie leise ins Innere des Autos hinein. Sie wusste, dass Carson kein Freund von Entschuldigungen war, aber da er schlief traute sie sich, ihre Gedanken laut auszusprechen. "Ich werde mir mehr Mühe geben. Bitte sei nicht böse auf mich."

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    • "Ich könnte dir niemals böse sein, Juli", antwortete Carson kaum hörbar und beließ es fürs erste dabei.
      Bei seinem Apartmentgebäude angekommen, zahlte er dem Taxifahrer ein viel zu hohes Trinkgeld und ging dann mit Juliana in seine Wohnung. Hier oben allerdings war er ein bisschen verloren und wusste nicht, wohin mit sich. Normalerweise würde er jetzt duscheng ehen, aber er wollte Juliana nicht allein lassen. Mitnehmen konnte er sie aber auch nicht, weil er dann wieder nur das Sexmonster von der Leine lassen würde und das wollte er genauso wenig. Carson war kein Freund davon, nicht zu wissen, was er tun sollte. Er wusste immer, was zu tun war. Aber jetzt gerade hatte er nicht einmal eine Idee, wohin er sich setzen sollte, wenn man ihn fragen würde.
      "Hör mal...", begann er etwas zögernd, "Wie wäre es, wenn wir alles, was heute Abend nach dem essen passiert ist, vergessen? Wir hatten einen netten Tag, ein gutes Abendessen, keinen Streit und gehen jetzt ins Bett. Morgen fliegen wir zurück nach San Francisco und sehen weiter."


    • Obwohl sie Carsons Wohnung bereits kannte, kam Julia sich in ihr auf einmal wie ein Eindringling vor. Sie wusste nicht, was sie nun tun sollte und sie wusste ebenso wenig, was sie tun wollte. Sie war es gewohnt sich anderen Personen anzupassen oder einfach das zu tun, was man von ihr erwartete. Aber in diesem Moment wirkte Carson genau so unentschlossen wie sie selbst, was die junge Frau sehr verunsicherte.
      "Hör mal...", setze er an und Julia hatte noch nie einen so zögerlichen Tonfall bei ihm gehört. Er wirkte ein wenig wie ein verlorenes Kind und die junge Frau hatte das plötzliche Bedürfnis ihn in den Arm nehmen zu wollen. Sie nickte leicht, nachdem sie sich seinen Vorschlag angehört hatte. Er klang vernümftig und es erleichterte sie, dass er ihr ihr Verhalten nicht nachzutragen schien. "Ich hasse Streit. Lass uns niemals streiten.", sagte sie und auch wenn sie sich etwas albern dabei vorkam, so meinte sie diese Aussage doch sehr ernst. Im Grunde war ihre Diskussion im Restaurant auch kein Streit gewesen, aber sie wollte Carson nicht erzählen, dass sie bereits andere Erfahrungen gemacht hatte.

      Einen Moment lang stand sie ihm still gegenüber, während sie in ihrem Kopf ihre Optionen abwägte. Letztendlich entschloss sie sich dann dem Impuls zu folgen, der am stärksten in ihr war. "Ich hatte einen wirklich schönen Tag. Vielen Dank.", sagte sie sanft und lächelte zu Carson hinauf, bevor sie ihre freie Hand vorsichtig gegen seine Wange legte, sich zu ihm hinauf streckte und ihre Lippen auf seine drückte.
    • "Das klingt nach einer super Idee", antwortete Carson mit einem kleinen Lächeln.
      Als Juliana ihn küsste, schlang er seine Arme um sie und hob sie kurzerhand hoch, um sie ins Schlafzimmer zu tragen. Doch mehr passierte nicht. Er musste sich nicht einmal zurückhalten, er hatte überhaupt kein Interesse an mehr. Nicht genau jetzt. Stattdessen lehnte er einen Augenblick lang seine Stirn gegen ihre, dann richtete er sich auf und ging zum kleiderschrank, um sich eine seiner Pyjamahosen zu holen. Jackett, T-Shirt, Hose und Unterwäsche landeten im Wäschekorb im badezimmer, Carson in bequemen, blau karrierten Baumwollhosen im Bett. Er rollte sich auf die Seite, um Juliana zu beobachten. Irgendwie war es seltsam, so friedlich zu Bett zu gehen, wenn er eine Frau da hatte. Allerdings war es auch seltsam, eine Frau hier zu haben. Er hatte in der Bar nicht gelogen, er hatte wirklich noch keine frau in eines seiner privaten Schlafzimmer gelassen. In San Francisco hatte es das weibliche Geschlecht noch nicht einmal in sein Apartment geschafft. San francisco war ihm praktisch heilig. Dort kam nur rein, wer mit ihm blutverwand oder sehr sehr eng befreundet war. Eine Frau hatte das noch nie bei ihm erreicht. Recht ähnlich verfuhr er mit der Wohnun hier in new York, nur dass hier auch der ein oder andere Geschäftspartner Einlass fand.
      Als sich Juliana umgezogen und zu ihm ins Bett gelegt hatte, legte er die Arme um sie und zog sie an sich. Er küsste sie sanft auf die Stirn. Es war ein gutes Gefühl, zu wissen, dass sie das letzte war, was er vor dem Einschlafen sehen würde.


    • Es war, als hätte jemand einen Schalter umgelegt und den anzüglichen Carson aus der Wohnung ausgesperrt - zumindest für den Moment. Ein wenig verwundert beobachtete Julia wie Carson ins Bad verschwand, um sich umzuziehen und dabei nicht einmal scherzhaft vorschlug, ihr beim Umziehen zu helfen. Es war ein wenig ungewohnt, aber gleichzeitig auch erleichternd, da die junge Frau nicht mehr das Gefühl hatte über jede ihrer Handlungen nachdenken zu müssen.

      Nachdem sie sich ihre Schlafsachen angezogen hatte, die aus einer einfachen Shorts und einem ärmellosen Top bestanden, setzte sie sich vorsichtig auf die Bettkante. Einen Moment lang zögerte sie, bevor sie ihre Beine unter die Bettdecke streckte und sich neben Carson legte. Sie hatte zwar schon eine Nacht hier verbracht, aber es fühlte sich trotzdem irgendwie neu und ungewohnt an. Zum ersten Mal bemerkte sie, wie weich die Matratze war und wie gut die Bettwäsche roch.
      Kurz erstarrte sie, als Carson sie in seine Arme zog, doch schnell entspannte sie sich wieder, legte ihre Arme um seine Hüfte und lehnte ihren Kopf gegen seine Brust. Ein leises Seufzen entwich ihren Lippen, sie hatte ganz vergessen wie angenehm es sich anfühlte neben jemandem einzuschlafen.

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    • Carson bewies eiserne Disziplin, als er auch am Sonntag um halb sechs aufstand. Wenn man das einmal für nur einen Tag schleifen leiß, dann dauerte es Wochen, sich wieder an diese Zeit zu gewöhnen. Juliana ließ er schlafen. Aus Erfahrung wusste er, dass die wenigsten es mochten, so früh aufzustehen. Vor allem an einem Sonntag.
      Still verschwand er im Badezimmer und holte die Dusche nach, die er gestern Abend nicht genommen hatte. Es hatte ihn überrascht, wie gut er geschlafen hatte. Normalerweise schlief er nicht sonderlich berauschend, es reichte gerade so aus, um ihn fit zu halten und keine Augenringe entstehen zu lassen. Gut würde er das aber nicht unbedingt bezeichnen. Aber mit Juliana... es war ihm gestern schon aufgefallen, dass er sehr viel schneller zur Ruhe kam und auch ruhig blieb. Scheinbar hatten die Leute Recht, wenn sie sagten, ihr Lebensgefährte sei ihr Ruhepol. Und scheinbar hatte er jetzt seinen gefunden.
      Nach der Dusche folgte das Frühstück. Er machte sich einen Obstsalat. Das hatte er erst vor ein paar Monaten für sich entdeckt: Süß, aber nicht so sündhaft. Mit der Schale in der Hand lehnte er sich gegen den schwarzen Türrahmen seiner Schlafzimmertür und beobachtete Juliana beim Schlafen. Sie hatte so recht gehabt. Wie hatte er nur glauben können, dass er sie einfach mitnahm und alles so laufen würde, wie sonst auch? Juliana war nicht wie er. Sie hatte noch nie etwas mit der High Society zu tun gehabt. Es wäre leichter, wenn er sich an ihr Leben gewöhnte und nicht anders herum. Ihre Freunde kennenlernen, ihre Familie kennenlernen, ihr Leben kennenlernen. Keine spontanen Trips ans andere Ende des Landes mehr. Keine teuren Reastaurants mehr. Keine extravaganten Dates mehr. Wie sollte er das bloß schaffen?


    • Normalerweise machte es Juliana immer nervös, wenn sie in einem fremden Bett schlafen musste, weshalb sie nicht gut einschlafen konnte. Aber in dieser Nacht hatte sie erstaunlich tief geschlafen. Sie ahnte, was - oder besser wer - der Grund dafür war und deshalb war ihr erster Impuls nach dem aufwachen auch sich auf die Seite zu drehen und wieder die Wärmequelle zu finden, wegen der sie eine so angenehme Nacht gehabt hatte. Aber diese war verschwunden.
      Müde öffnete Julia ihre Lieder, nur um nach wenigen Sekunden zu realisieren, dass sie alleine in dem großen Bett lag. Sie setzte sich auf und rieb sich noch den letzten Schlaf aus den Augen, bevor sie sich im Zimmer umsah. Es dauerte nicht lange, bis sie Carson bemerkte, der mit einer Schale in der Hand im Türrahmen stand und sie grinsend ansah. Im Gegensatz zu ihr sah er schon sehr wach und frisch geduscht aus. Es war wirklich nicht der schlechteste Anblick, mit dem man einen Tag beginnen konnte.

      Während sie versuchte die letzte Müdigkeit aus ihrem Körper zu verscheuchen, schwang Julia die Beine aus dem Bett und stand auf. Sie strich sich mit einer Hand durch das Haar, um es halbwegs in Ordnung zu bringen. Normalerweise wäre sie sofort ins Bad gegangen, um zu duschen und sich anzuziehen. Carson wollte bestimmt eine etwas gepflegtere Frau an seiner Seite haben...
      Aber ihre Füße suchten sich ganz von allein ihren Weg zu dem Mann, der noch immer im Eingang zum Schlafzimmer stand. "Guten Morgen.", sagte sie leise, während sie ihre Arme um seine Taille legte und ihren Körper an ihn schmiegte in einer etwas unbeholfenen Umarmung. Sie lehnte ihren Kopf gegen seine Schulter, während sie eine Hand wieder von ihm löste, um in seine Schale zu greifen und ein Stück Banane zu stibitzen.

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    • Vielleicht hätte ihn die Vogelscheuche, die da aus seinem bett stieg, erschrecken sollen, aber alles woran Carson denken konnte, war Julianas verführerischer Schlafzimmerblick.
      "Guten Morgen", gab er zurück und küsste sie auf die Schläfe, "Soll ich dir auch einen machen oder willst du Pancakes?"
      Er hielt die Schüssel ein bisschen aus ihrer Reichweite heraus, nachdem sie sich eine seiner Bananen geklaut hatte. Es war mehr ein Scherz als wirklicher Futterneid. Aber er war nun einmal eine Fressmaschine, die man besser sättigte, bevor sie noch hangry wurde. Hangry konnte ein ziemlich angsteinflößender Zustand Carsons sein.
      Er löste sich von Juliana und ließ sie sich im Badezimmer fertig machen, während er selbst einen weiteren kleinen Obstsalat fertig machte. Das Ganze wurde mit einem Kaffee im Esszimmer serviert, wo er sich auf die Seite des Tisches setzte, die die geniale Aussicht über das morgendliche New York gestattete. Panoramafenster waren nicht zu unterschätzen. Allerdings waren sie nur praktisch, wenn man weit genug oben wohnte.
      Den Schokoladenbrunnen, den Austin vor etwa einer Stunde vorbeigebracht hatte, hatte Carson gleich in einen der Küchenschränke verbannt. Er würde das nicht machen. Er hatte sich selbst geschworen, sich an ein normaleres Leben zu gewöhnen, an Julianas Leben. Also würde er sie nicht dazu nötigen, Schokoerdbeeren zu essen und dabei...
      Er schüttelte den Kopf und schob sich ein Stück Wassermelone in den Mund. Kein Sex, Carson, nur Frühstück.


    • Während Julia unter der Dusche stand und sich das warme Wasser über den Kopf laufen ließ, dachte sie darüber nach was gerade geschehen war. Irgendwie kam Carson ihr anders vor. Er war noch immer so charmant wie gewöhnlich, schien sich jedoch zurück zu halten. Sie fragte sich, ob er vielleicht doch noch sauer auf sie war oder sie ihn enttäuscht hatte, doch das wollte auch nicht so recht zu dem Verhalten des Mannes passen. "Oder ich sehe morgens einfach abschreckend genug aus.", sagte sie leise zu sich selbst, konnte dann aber ein Lächeln nicht unterdrücken. Auch wenn sie Carson nicht ganz verstand, konnte sie doch das warme Gefühl in ihrem Magen nicht verdrängen, das sich in ihr ausgebreitet hatte, seit er sie in den Arm genommen und so liebevoll auf die Schläfe geküsst hatte. Es war eine so einfach Geste gewesen, doch für Juliana war sie etwas sehr seltenes und wertvolles.

      Das Lächeln war noch nicht von ihrem Gesicht gewichen, als sie nach einigen Minuten das Bad wieder verließ. Diesmal war sie jedoch wesentlich wacher, frisch geduscht und angezogen. Sie ging ins Wohnzimmer, in dem sie Carson am Esstisch sitzend vorfand. "Es tut mir leid, dass du warten musstest.", sagte sie entschuldigend. "Aber dafür sehe ich jetzt hoffentlich besser aus als vorhin." Sie kicherte leise und setzte sich dann neben Carson auf den Platz, auf dem bereits eine dampfende Kaffeetasse auf sie wartete. "Danke für das Frühstück.", fügte sie hinzu und lächelte ihn warm an.
    • Eine Entschuldigung und eine Danksagung. Carson wunderte sich schon gar nicht mehr über diesen kleinen Spleen von Juliana. Stattdessen lehnte er sich zu ihr rüber, küsste sie erneut auf die Schläfe und legte einen Arm auf die Lehne ihres Stuhles. Er war ein bisschen ruhiger, so wie jeden Sonntag. Sechs Tage die Woche war er auch Achse und stand immer unter Strom. Sonntags schaltete er besagten Strom einfach willentlich ab. Wenn überhaupt machte er ein bisschen Sport, um den Kopf freizubekommen, aber ansonsten tat er wirklich gar nichts, wie er es Juliana auch bereits erklärt hatte.
      Carson begnügte sich damit, seinen Kaffee zu trinken und sich hin und wieder einen Obstwürfel in den Mund zu schieben. Es wirkte beinahe so, als sei er noch schlaftrunken, aber sowas kannte Carson gar nicht.


    • Ohne es zu merken rutschte Julia auf ihrem Stuhl ein wenig in Carsons Richtung, erst als sie seine warme Haut an ihrer Schulter spürte, wurde ihr bewusst, dass sie sich an ihn angelehnt hatte. Und außerdem bemerkte sie, dass ihr Sitznachbar kein T-Shirt trug. Sie führte ihre Tasse zum Mund und versuchte sich auf ihren Inhalt zu konzentrieren und nicht zur Seite zu schielen. Trotzdem merkte sie, dass ihre Wangen ein wenig warm wurden. "Frühstückst du immer so?", fragte sie leise in ihre Tasse hinein. Es war ein wenig albern, dass sie sich immer noch von dem Anblick so aus der Fassung bringen ließ, vor allem da es nicht das erste Mal war, dass sie Carson ohne Kleider sah. Trotzdem hatte Julia sich immer noch nicht daran gewöhnt, wie gut in Form er war... es war fast schon einschüchternd.

      "Sag mal...", begann sie nachdem sie einige Minuten lang still nebeneinander gesessen und gefrühstückt hatten. "Du hast gesagt, dass du keine Frau hier mit her nimmst. Wieso bin ich dann hier? Du musst zugeben, dass ich wirklich nicht nett zu dir war." Diese Frage beschäftige Julia bereits seit einer Weile. Carson konnte sicher mit Leichtigkeit eine hübschere und freundlichere Partnerin finden, die besser in sein Leben passte. Aber stattdessen bemühte er sich um eine Frau, die ihm ständig nur Ärger verursachte und so interessant war wie ein Pappkarton. Julia verstand es einfach nicht.
      "Nicht, dass ich mich darüber beschweren möchte..." fügte sie nach einer kleinen Pause noch hinzu und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Es erschwerte ihr das Trinken ein wenig, aber sie war bereit das in Kauf zu nehmen, wenn sie dafür noch ein wenig länger in dieser bequemen Position sitzen bleiben durfte.
    • "Schweigend, mit dieser genialen Aussicht oder halb nackt? Du musst diese Frage schon genauer formulieren", scherzte Carson und leerte seinen Kaffee.
      "Die Antwort lautet Ja in allen drei Fällen."
      Er war ein bisschen enttäuscht, als er keine Banane mehr in seiner Obstschale fand. Er musste sich also mit Apfel zufrieden geben, da er sich bei den Melonen zurückhalten wollte. Melone war ihm nach Banane am Liebsten und noch einen derartigen Verlust konnte er jetzt nicht ertragen.
      "Juli. Musst du das wirklich fragen?"
      Carson sah die Frau in seinem Arm an und konnte einmal mehr nicht darüber hinweg sehen, wie gut sie aussah und wie gut sie sich in seinem Arm anfühlte.
      "Du bist was Besonderes. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich will dich aus irgendeinem Grund bei mir haben. Und das geht schlecht, wenn du nicht in meiner Wohnung bist, oder?"
      Er lehnte sich zu ihr herunter und küsste sie liebevoll und auch nur ein klein wenig zu lange.


    • Julia kicherte leise, als Carson ihr eine Antwort gab, die so völlig typisch für ihn war. Leider war sie sich auch diesmal nicht genau sicher, wie sie reagieren sollte. Dieser Mann war ihr einfach immer einen Schritt voraus. Sie ließ ihren Blick in Richtung des Fensters wandern, hinter dem sich die wunderschöne Aussicht über die Stadt erstreckte. "Ich habe gegen alle drei Dinge nichts einzuwenden, deshalb muss ich nicht spezieller werden.", antwortete sie schließlich und war stolz auf sich, dass sie einen - für ihre Verhältnisse - so direkten Satz herausbrachte, ohne zu stottern.

      Ein wenig erstaunt sah sie zu Carson hinauf, als er ihre Frage beantwortete, doch all ihre Einsprüche wurden im Keim erstickt, als er sich zu ihr lehnte und sie so lange küsste, bis ihr Kopf völlig leer war. Ihr Körper reagierte wie von allein, ihre Augen fielen zu und sie legte eine Hand auf seinen Brustkorb, während sie den Kuss erwiderte.
      "Irgendwie bist der der einzige, der Juli zu mir sagen kann, ohne dass ich sauer werde.", stellte sie fest und war selbst ein wenig über diese Tatsache überrascht. Sie nahm noch einen Schluck Kaffee, um alle bohrenden Gegenfragen herunter zu schlucken, die sie Carson beinahe gestellt hätte. Es fiel ihr noch immer schwer zu glauben, dass für ihn die Dinge so einfach waren, wie er sie klingen ließ. Aber nachdem sie gestern Abend beinahe dafür gesorgt hatte, dass er sie wieder nach Hause schickte, hatte sie beschlossen ihn etwas weniger zu bedrängen und ihre Selbstzweifel für sich zu behalten. Es fiel ihr nur leider unglaublich schwer.
      "Vielleicht bin ich zu neugierig, aber ich frage mich gerade, wo du dann deine anderen Freundinnen hingebracht hast. Ist die Wohnung hier noch neu?" Eigentlich wollte sie sich nicht in Carsons Privatleben einmischen, aber letztendlich konnte sie die Frage nicht mehr zurück halten. Es war eines der Dinge, die an seiner Erklärung keinen richtigen Sinn ergeben wollten. "Du musst es mir natürlich nicht beantworten, wenn du nicht möchtest.", fügte sie noch hinzu, als ihr ihr Satz letztendlich doch peinlich wurde.
    • "Du kannst so neugierig sein, wie du willst. Ich habe kein Problem damit, deine Fragen zu beantworten."
      Carson stand auf und machte sich noch einen Kaffee. Danach setzte er sich exakt so hin, wie vorher auch. Er legte den Arm wieder um Juliana und zog sie wieder an sich, damit sie ihren Kopf an seine Schulter lehnte.
      "Ich verfüge durchaus über die finanziellen Mittel, um mir ein Hotelzimmer für eine Nacht zu buchen, Juli. "
      Er stutzte kurz.
      "Magst du es nicht, wenn ich dich so nenne? Ich finde, es ist ein schöner Spitzname. Aber wenn du ihn nicht magst, dann höre ich damit auf."
      Er wusste nicht genau warum, aber er hatte das Gefühl, dass wenn er ihr einen Spitznamen gab, das noch einmal betonte, dass sie zu ihm gehöte. Ein Spitzname, den nur er benutzen durfte. Daher freute es ihn genauso sehr,was Juliana gesagt hatte, sie es ihn beunruhigte. Wenn sie diesen Namen wirklich nicht mochte, würde er etwas anderes finden müssen. Aber wenn sie nichts dagegen hatte, hatte er auch gleich die Bestätigung, dass niemand sonst sie so nannte.


    • Julia sah Carson hinterher, als er in die Küche verschwand. Sie überlegte, ob er seine Aussage erst gemeint hatte und gleichzeitig fragte sie sich, ob es gerecht war, wenn sie ihn ausfragte und gleichzeitig nur so wenig von sich selbst erzählen konnte. Sie biss sich auf die Unterlippe, da sie sich auf einmal sehr schuldig fühlte. Ihre eine Hand wanderte zu ihrem Hals, um den sie immer noch die Kette trug, die Carson ihr geschenkt hatte. Bisher hatte sie diese nicht einmal abgenommen, lediglich kurz zum duschen. Es war ein kindischer Gedanke, doch aus irgendeinem Grund hatte Julia das Gefühl, dass die Kette mit Carson verbunden war und sie ihn verlieren würde, wenn sie sie nicht mehr trug.
      Als der Mann mit einer dampfenden Tasse an den Tisch zurück kehrte, ließ Julia ihre Hand wieder sinken und ließ stattdessen zu, dass er wieder seinen Arm um sie legte und sie an sich zog. Es war eine gemütliche Sitzposition und wenn Julia ehrlich zu sich war, so hätte sie nichts dagegen jeden Tag so zu beginnen.

      "Ich verfüge durchaus über die finanziellen Mittel, um mir ein Hotelzimmer für eine Nacht zu buchen, Juli. " Die junge Frau schüttelte leicht den Kopf, was nicht leicht war, so lange dieser an Carsons Schulter angelehnt war. "Du weißt das ich das nicht meine.", sie war sich nicht sicher, ob es fair war das Thema zu vertiefen, aber da sie nun schon einmal damit angefangen hatten, wollte sie zumindest dieses Missverständnis aus der Welt schaffen. Denn ganz offensichtlich redeten sie gerade aneinander vorbei.
      "Irgendwie fällt es mir schwer vor, dass man eine Beziehung mit jemandem hat und ihn nur in einem Hotelzimmer trifft. Machen reiche Leute das so?", fragte sie etwas vorsichtiger. "Dann bin ich dankbar, dass du es bei mir anders machst. Auf die Dauer wäre mir das seltsam vorgekommen, weißt du?" Kurz hob sie ihren Kopf, um ihm einen kurzen Kuss auf die Wange zu geben. Er mochte zwar nicht, wenn sie sich zu oft bedankte, aber gegen diese Geste hatte er sicher nichts.

      "Ich sagte doch, dass es mich nicht stört, wenn du mich so nennst.", beantwortete sie seine Frage, nachdem sie es sich wieder gemütlich gemacht hatte. "Es ist seltsam, weil es mich schrecklich nervt, wenn Leah oder die anderen Frauen mich so nennen. Aber bei dir ist das in Ordnung. Ich kann dir nicht sagen wieso. Wenn der Name dir gefällt, kannst du ihn also ruhig weiter benutzen."
    • "Was lässt doch glauben, dass ich jemals mehr als eine Nacht mit einer Frau verbracht habe?", gab Carson trocken zurück und nippte an seinem Kaffee.
      Man könnte es traurig nennen, aber Carson scherte sich nicht um die Meinung anderer hinsichtlich seines Liebenslebens. Er hatte tatsächlich erst zwei Beziehungen gehabt und eine davon saß gerade neben ihm.
      "Ich habe mir diese Wohnung vor etwa drei Jahren zugelegt, als ich einen großen Teil meiner Geschäfte hier abgeschlossen habe. Wie gesagt, ich kam nicht dazu, hier ein Hotel zu eröffnen, daher habe ich die einfachere Variante genommen. Diese Wohnung hält auch für kleinere, privatere Treffen mit Geschöftspartnern und höheren Angestellten her. In dieser Wohnung waren Frauen. Aber im Schlafzimmer noch nie. Und geschöafen hat hier auch noch keine. Mein Penthouse in San Francisco war allerdings bisher komplett frauenfreie Zone. Ich lade nicht einfach irgendjemanden in meine Privatssphäre ein. Zum Penthouse haben bisjer nur Austin, mein Cousin Chase und mein Onkel Charles freien Zugang. Sobald wir wieder zurück sind werde ich Austin anweisen, dir ebebfalls Zugang zu gewähren. Er wird sich nicht darüber freuen, aber er wird sich nicht beschweren."


    • Julia lehnte sich ein wenig zurück und sah zu Carson hinauf mit dem gleichen ungläubigen Gesichtsausdruck, den auch ein kleines Kind tragen würde, wenn man ihm gerade erzählt hatte, dass es keinen Osterhasen gab. "Nicht?.... Aber... aber...", sie klappte ihren Mund wieder zu, da sie nicht wusste, was sie überhaupt sagen wollte. Doch allein der Gedanke daran, dass Carson noch nie fest mit einer Frau zusammen war, klang für sie völlig absurd. Kurz fragte sie sich, ob er wohl einsam gewesen war und sich mit Hostessen vergnügt hatte, um dies zu überspielen, doch dann beschloss sie, dass er vermutlich einfach zu beschäftigt war, um sich auf etwas festes einzulassen.
      "Dann fühle ich mich geschmeichelt, dass du für mich eine Ausnahme machst.", sagte sie, bevor sie noch weiter über Dinge nachdenken konnte, auf die sie sowieso keine Antwort finden würde. "Das ist nun unsere dritte Nacht.", kurz hielt sie inne, bevor sich ein schmales Lächeln auf ihre Lippen schlich. "Außer natürlich, wenn nur die Nächte zählen, in denen wir miteinander geschlafen haben.", sie führte ihre Aussage nicht weiter aus, sondern lehnte ihren Kopf wieder an seine Schulter.

      "Aber du musst dir wegen mir nicht solche Umstände machen. Ich laufe dir nicht davon, wenn du mich nicht sofort in jeden Teil deines Lebens hinein lässt, weißt du.", sagte sie sanft nach einer kurzen Pause. Es fühlte sich seltsam an diese Worte auszusprechen und es machte ihr auch ein wenig Angst. Aber am vergangenen Abend hatte sie gemerkt, wie sehr es sie treffen würde, wenn sie Carson nicht mehr sehen könnte. Irgendwie hatte er es geschafft sich in ihr Leben zu schleichen, ohne dass sie es gemerkt hatte. Und nun, da er ein Teil davon geworden war, wollte sie ihn nicht mehr so einfach verlieren. Deshalb ignorierte sie auch die kleine Stimme in ihrem Hinterkopf, die ihr warnend zurief, dass sie sich nicht wieder von jemandem abhängig machen sollte.
      Stattdessen lächelte sie zu ihrem Sitznachbarn hinauf und sagte sich im Stillen, dass er anders war. Vielleicht war sie naiv, aber sie wollte daran glauben, dass Carson ihr nicht schaden würde.
    • Carson lachte leise in seine Kaffeetasse hinein.
      "Du solltest doch mittlerweile wissen, dass ich nur das tue, was ich will und niemals das, was ich nicht will. Ich mache mir also keine Umstände, wenn ich Austin sage, er soll dir Zugang zu meinem Penthouse geben. Nur so kann ich dafür sorgen, dass ich dich immer in meiner Nähe haben kann. Andernfalls würde ich wohl regelmäßig bei dir kampiren."
      Was er wahrscheinlich trotzdem tun würde, sobald er eine freie Minute fand. Er wollte zu gern wissen, wie sie lebte. Mit oder ohne Blumen. Er wollte einfach alles wissen. Vom Bezug ihrer Couchkissen bishin zur Kaffeesorte, die sie jeden morgen trank.
      "Außerdem bist du noch lange nicht in jedem Teil meines Lebens gewesen. Da gibt es einiges, was du noch nicht weißt."

      Carson nahm sich noch ein wenig Zeit für seinen Kaffee. Dann stand er auf, räumte ab und ging kurz ins Schlafzimmer, um sich ein T-Shirt zu seiner Jogginghose anzuziehen. Ihm war plötzlich nach einer Runde laufen, als sein Blick auf die grellen Turnschuhe unten im Schrank fiel.
      "Machst du eigentlich Sport?", fragte Carson rein interessehalber, als er zurückkam.


    • Julia hob die Augenbrauen. Die Vorstellung, dass der reiche Geschäftsmann ihre Wohnung betreten würde, kam ihr seltsam vor. Irgendwie konnte sie ihn sich nicht in ihrer kleinen, unscheinbaren Behausung vorstellen. Von seinen Blumensträussen waren inzwischen auch nur noch drei vorhanden, falls diese das Wochenende überlebten. Das war das traurige an Schnittblumen. Ihr Leben war begrenzt. Doch genauso fehl am Platz wie der reiche Mann in ihrer Wohnung würde sie sich wohl auch in seinem Penthouse vorkommen.
      Sie nickte langsam, als er fortfuhr. Jede andere Frau wäre bei der Aussage vermutlich beleidigt gewesen. Julia hingegen erleichterte es, dass Carson kein offenes Buch für sie war. Je weniger sie über ihn wusste, desto weniger musste sie ihm über sich selbst erzählen und das war ihr im Moment ganz recht. Sie kannten sich noch nicht lange und die junge Frau befürchtete, dass er vor ihr davon laufen würde, wenn er erfuhr wie kaputt seine Angebetete war. Natürlich würde er es früher oder später erfahren, aber Julia wollte es im Moment gerne noch etwas hinauszögern und die Zeit mit ihm genießen.

      Sie sah ihm hinterher als er wenige Minuten später das Badezimmer verließ und kurz darauf komplett angezogen wieder zurück kehrte. Allerdings schaffte das T-Shirt es nicht seine Muskeln zu verstecken. Julia wandte den Kopf ab und leerte ihre Kaffee-Tasse. Sie verstand nicht ganz, wieso ihr ausgerechnet jetzt auffiel, wie gutaussehend ihr Gastgeber war. "Ich gehe gelegentlich joggen, aber mit dir kann ich sicher nicht mithalten.", beantwortete sie seine Frage. während sie von ihrem Stuhl aufstand und sich wieder ihm zuwandte.
    • "Mit gelegentlich kommt man auch nicht sonderlich weit", gab Carson zurück und schloss von hinten die Arme um Juliana.
      Er drückte ihr einen Kuss auf den Scheitel, ehe er noch einmal seine Aussicht genoss. Es fühlte sich viel zu vertraut an, hier mit ihr an einem Sonntagmorgen zu frühstücken und ansonsten einfach nichts zu tun. Viel zu vertraut...
      "Also ich habe heute nichts vor. Ich werde nicht einmal die Wohnung verlassen, ich weigere mich. Und du so? Ich habe einen ganzen Schrank voller Süßigkeiten und Zugriff auch über fünfhundert Filme. Klingt das nach was?"
      Er küsste sie noch einmal in den Nacken, dann löste er sich von ihr. Er warf sich auf die Couch und fischte in der Schublade des Couchtisches herum. Fernbedienung und Schoko-Karamell--Bonbons landeten auf seinem Bauch.


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