[2er RPG] I Hate You - I Love You

    • [Blockierte Grafik: https://data.whicdn.com/images/144036505/original.gif]

      Alais

      Ich wollte auf meinen Vater einschlagen und ihm am liebsten selber rauswerfen, aber in diesem Zustand war es nicht möglich. Man sah ihm dann nämlich immer an, dass er ein ehemaliger Footballspieler war und wusste, wie man richtig zupacken musste. Zum Glück mischte sich Luciels Mutter ein, aber sie machte es auch nicht besser. Sie stießen alle bei mir auf taube Ohren, denn während alle irgendetwas rumbrüllten ging ich in das Büro zurück, um die Flasche und meine restlichen Sachen mitzunehmen bevor ich die Treppe nach oben nahm und meinem Vater die Tür vor das Gesicht knallte. Ich schließ ab, natürlich tat ich es, ich würde sonst keine Ruhe kriegen und am liebsten wollte ich die Flasche in einem Zug leeren und in einen tiefen Schlaf fallen, aber mein Kopf war noch damit beschäftigt sich zu fragen was mit Luciel war.
      Ich setzte mich auf meine Fensterbank und beobachtete das Haus gegenüber, um zu sehen, ob Licht in Luciels Zimmer anging. Ich wollte ihm schreiben,aber ich wusste nicht inwiefern es richtig war und inwiefern er es wollte. Er wollte eine lockere Beziehung, ich machte mir Sorgen, die er nicht gern hatte..
      Alles okay?‘ schrieb ich ihm letztendlich und sah immer noch aus dem Fenster. Das war wahrscheinlich der Anfang einer Katastrophe.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Luciel

      Da stand ich nun praktisch halb nackt, im Winter vor der Haustür des Hauses meiner Freundin. Wenigstens durfte ich noch meine Schuhe anziehen! Mein Shirt lag irgendwo in diesem beschissenen Arbeitszimmer, ebenso wie meine Jacke. Fuck meine Kippen waren da auch noch drin! So stampfte ich also nur in Shirt und Jeans, durch den Schnee zurück zu meinem Haus, welches glücklicherweise neben an lag. Der Wixxer hat mich rausgeworfen! Eiskalt! Als ob es ein Verbrechen wäre, was ich da begangen hatte. Klar, ob ich es als Vater cool finden würde, meine Tochter halb nackt auf irgendeinem Typen vor zufinden, aber musste man gleich so reagieren? Nun gut, er hätte auch ein Schießgewähr auspacken können. Das hätte ich vielleicht sogar noch cool gefunden, weil es an einen Klischee-Film-Auftritt erinnern würde, aber das? Genervt wanderte ich zurück nach Hause, knallte die Haustüre hinter mir zu und stellte mir praktisch die Moralpredigt meiner Mutter wortwörtlich vor, welche bald folgen würde. Vielleicht sollte ich mich jetzt schon in mein Zimmer verbarrikadieren, die Musik aufdrehen und gar nicht erst auf machen. Guter Plan. Ich lief also direkt in meine vier Wände, schloss aber und lies meine Anlage laufen, allerdings nicht zu laut. Meine arme Victoria kann immerhin nichts dafür, dass die Gesamtsituation scheiße war. Glücklicherweise hatte ich noch Kippen in meinem Zimmer, welche ich mir schnappte, mein Zimmerfenster öffnete und erst einmal meiner Sucht nachkam. Als mein Handy vibrierte, seufzte ich leicht und tippte eine Antwort zurück.
      "Was glaubst du denn? Dein Alter hat mich praktisch halb nackt rausgeworfen."
      Danach warf ich das Handy aufs Bett. Nach Schreiben war mir heute nun wirklich nicht mehr.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Alais


      Ich seufzte so laut, dass man mich wahrscheinlich unten hören konnte. Noch kurz blieben meine Augen auf Luciels Zimmerfenster, bevor ich mich komplett von meinem Fenster abwand und die Gardinen schloss. Er konnte mich mal, genauso wie die ganze Welt, meine Eltern eingeschlossen. Natürlich verstand ich, warum Luciel so schlecht drauf war, wäre ich an seiner Stelle sicherlich auch, aber der Alkohol und die Achterbahn der Gefühle an einem Abend gingen mir ziemlich auf die Laune und so hatte Luciel seine schlechte Laune auf mich übertragen.
      Nachdem mein Handy irgendwo auf dem Boden landete warf ich mich samt der Flasche auf mein Bett und genoss die Ruhe, die um mich herum eintrat. Der Alkoholpegel war hoch genug, als das mir alles einfach egal wurde und wenn ich ehrlich war, das war vielleicht auch besser so. An das Gespräch mit Luciels Mutter und meinem Vater wollte ich gar nicht erst denken, meine Flasche heiterte mich da genug auf und nachdem diese irgendwann mitten in der Nacht leer war, war ich gemütlich am schlafen, sogar mit einem Lächeln auf den Lippen. Ja, Luciel war eine sehr böse Gesellschaft, die mich auf die dunkle Seite zog, aber ich mochte es.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Luciel

      Der nächste Morgen war ein Grund mehr für mich einfach im Bett liegen zu bleiben. Ich hatte diesen ganzen Weihnachtskäse ja nur wegen Alais und meiner Mum ertragen. Jetzt wo mich ihr Vater am liebsten einmal quer durchs Land prügeln wollte, meine Mutter versuchte ihn zu beruhigen und zwischen mir und Alais Funkstille herrschte, hatte ich nicht wirklich einen Grund mich diesem heuchlerischen Feiertag hinzugeben. Ich zog Victoria in meine Arme, die auf das Bett gesprungen war und mir mit ihrem weichen Fell um das Gesicht schnurrte. "Morgen Prinzessin.", flüsterte ich leise und streichelte sie hinter dem Ohr, was sie mit einem zufriedenen Schnurren kommentierte. Ja, ich sollte einfach heute den Tag faul sein und versuchen Gras über die Sache wachsen zu lassen. Mal ehrlich, wie lange will der Kerl bitte sauer auf mich sein? Wir sind nicht verwandt und Alais hätte früher oder später sowieso einen Freund gehabt. Ich hatte mich gestern nicht mehr bei ihr gemeldet, weil ich einfach ein wenig meine Ruhe brauchte, ebenso wie heute. Ich musste die Aktion erst verdauen und mir überlegen, wie wir weiter fortfahren würden. Wie sie das ganze sah, wusste ich demnach eher weniger.


      ღ For my lovely Warlock ღ

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rheira ()

    • Alais

      Ich war recht früh am Morgen wach gewesen und grübelte noch immer darüber, was gestern passiert war. Es war deutlich zu viel vom allen gewesen und es überforderte mich, aber im Leben war es nun einmal sehr schwierig. Mein Vater hatte mich in Ruhe gelassen und auch meine Mutter wagte es nicht, nach mir zu fragen -wahrscheinlich interessierte es sie gar nicht..
      Meine Enttäuschung war groß, als Luciel mir nicht geschrieben hatte und nach einer Stunde des Grübelns hatte ich den Beschluss gefasst, abzuhauen. Doch nicht einfach irgendwo hin und nie wieder zurück kommen, ich beschloss zu meinen Großeltern zu fahren. Es war der erste Weihnachtstag und auch wenn mir jeder Leid tat, der an diesem Tag arbeiten musste, früh morgens fuhr der Bus zu meinen Großeltern gleich zwei mal. Den ersten hatte ich verpasst, aber den zweiten bekommen, nachdem ich meine Sachen gepackt und mich rausgeschlichen hatte. Weihnachten bei meinen Großeltern war definitiv angenehmer, als mit dem Rest, den ich nicht so schnell sehen wollte.

      Um kurz nach zwölf stand ich letztendlich in dem Wohnzimmer meiner Großeltern. Hinter mir lagen fünf Stunden fahrt, da der Bus nicht die direkte Strecke fuhr, aber es war immer noch besser, als zuhause zu sitzen.
      „Alais!“,hörte ich meine Großmutter rufen, während sie das Besteck fallen ließ. „Was machst du hier,Kind?“. Sie war aufgestanden und hatte mich in den Arm genommen, kurz darauf umarmte mich auch mein Großvater. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihnen bei einem heißen Kakao alles zu erzählen, selbst das mit Luciel- aber in einer jugendfreien Version. Ich durfte bleiben, natürlich durfte ich es..ich hätte definitiv nichts anderes erwartet, auch wenn sich meine Großmutter bei meinem Vater meldete. Er hatte mich mehrmals versucht anzurufen, aber mein Handy lag irgendwo am Grund meiner vollgepackten Tasche und mir war der Rest sowas von egal.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Luciel

      Ich hatte mir vorgenommen heute einfach gar nichts zu tun. Ich habe noch nie sonderlich viel Wert auf Feiertage gelegt. Das einzig tolle an Feiertagen, war schulfrei. Demnach war ich ganz froh, dass dieser ganze Trubel um Weihnachten ein Ende gefunden hatte. Naja es war allerdings ein Ende, auf welches ich hätte verzichten könnten. Meine Mutter hatte versucht mir noch einen Vortrag zu halten, allerdings hatte ich mich gestern schlafend gestellt und war drum herum gekommen. Würde ich jetzt die Türe öffnen und verdeutlichen, dass ich wach war, würde sicherlich die Predigt kommen, welche seit gestern auf mich wartete. Ich habe Alais Vater gestern noch laut genug schimpfen können. Was hat der Alte auch für ein lautes Organ! Man hört ihn ja bis zum Nachbarhaus. Vielleicht war er aber auch bei uns, keinen Schimmer. Auf mein Handy hatte ich seitdem nicht mehr gesehen, aber spätestens als es an meiner Türe hämmerte, musste ich wohl oder übel wieder in die Realität zurückkehren. Ich hatte eigentlich vor, nicht darauf zu reagieren, aber es hämmerte weiter und ich hatte keine andere Wahl als mich aufzurichten.
      "Jaja, entspann dich.", brummte ich gegen das Holz, richtete mich auf und zog mir wenigstens eine Jogginghose über die Boxershort und ein Shirt über den Kopf, ehe ich meine Zimmertüre öffnet und mir verschlafen durch das dunkle Haar strich.
      "Spar dir deine Predigten, sie interessieren mich nur.", murrte ich meiner Mutter unbeeindruckt entgegen. Sie schien eine Mischung aus aufgebracht und aufgelöst zu sein und konnte sich offenbar nicht ganz entscheiden, welchem Gefühl sie nun nachgeben sollte. Ihre langen schwarzen Haare waren zu einem unordentlichen Pferdeschwanz gebunden und ihr weißer Pullover war auch mehr als nur eine Nummer zu groß. Moment gehörte der nicht meinem Dad?
      "Luciel, wo ist Alais?", fragte sie mich dann, woraufhin ich sie fragend ansah. "Woher soll ich das wissen? Ich hab doch ein Verbot sie zu sehen ... nicht das ich mich daran halten würde.", antwortete ich ihr gelangweilt.
      "Ich meine es Ernst, Luciel! Sie ist nicht daheim und geht nicht ans Handy!"
      Das war doch jetzt ein schlechter Witz ...


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Alais

      Ich hatte es gut bei meinen Großeltern, auch wenn sich meine Großmutter darüber sorgte, dass die beiden kein Geschenk für mich hatten. Mir waren die Geschenke wirklich egal, den wichtigsten Personen hatte ich schon etwas geschenkt und das, was ich für meine Großeltern hatte hatte ich auch mitgebracht gehabt. Es fühlte sich gut an, weit entfernt von den Problemen zu sein und langsam zweifelte ich daran, ob es wirklich gut war irgendwann auch nach Hause zu kommen. Nicht weit von meinen Großeltern entfernt war eine Schule die ich das restliche Schuljahr über besuchen konnte und eigenes Geld konnte ich sicherlich auch verdienen, damit sie nicht für mich aufkommen mussten. Aber so schön das alles war, in dieser Vorstellung fehlte mir Luciel und mein Herz schmerzte ein wenig.
      Ich setzte mich in meinem alten Zimmer ein wenig zur Ruhe,viel Schlaf war letzte Nacht nicht drinnen, aber eigentlich wollte ich mein Handy checken. Meine größte Neugierde bestand darin, zu sehen ob etwas von Luciel auf dem Handy zu finden war,leider vergeblich zu dem Zeitpunkt. Eine warme Dusche und ein Klamottenwechsel machten es aber ein wenig angenehmer, während ich auf irgendetwas wartete, was mir mein Leben eindeutig leichter machen würde.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Luciel

      Was musste dieses Mädchen auch immer so eine Dramaqueen sein! Abhauen, ernsthaft? Wenn Sie jetzt irgendeine Dummheit macht, reiße ich ihr den Kopf ab. Natürlich war all das pure Sorge und ich würde es mir nie verzeihen, sollte ihr etwas passiert sein, nur weil ich mich auch nicht mehr gemeldet hatte. Schnell suchte ich mein Handy, dass ich zuvor irgendwo in mein Bett gepfeffert hatte. Victoria schien nicht unbedingt begeistert davon zu sein, dass ich selbst ihr persönliches Liegekissen bewegte, aber ich hoffe sie verzeiht es mir. Immerhin ist das ein Notall. Ein unzufriedenes Maunzen, das zurecht rücken eines flauschigen blaues Kissens und etliche Nerven später, hatte ich es endlich geschafft meine Freundin auf ihr Handy anzurufen. Niemand ging dran, weswegen ich eine Nachricht schickte. Als immer noch keine Reaktion kam, schickte ich ihr noch ein mit ´Wo zur Hölle bist du? Ich hasse es mir Sorgen zu machen´und rief sie daraufhin noch einmal an.
      "Nehm endlich ab verdammt!"


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Alais

      Mein Handy klingelte mal wieder, als ich aus der Dusche kam und ich wollte es irgendwie ignorieren, doch leider war mein Kopf neugierig, wer anrief. Kaum hatte ich das Handy in der Hand war der Anruf auch schon wieder weg und ich konnte es wieder zur Seite legen, bis es wieder klingelte. Luciels Name schien mir so breit auf dem Display, dass es schon weh tat. Mein Herz fing an schneller zu hüpfen und schon bald wusste ich nicht mehr, was ich tun sollte. Bevor das Handy verstummte holte ich tief Luft und ging letztendlich dran. „Hallo?“,fragte ich leise und räusperte mich. Ich hielt mit mit der rechten Hand das Handtuch um den Körper, während ich mich setzte und in der linken mein Handy. „Was willst du,Luciel?“. Letztendlich wusste ich genau, was er wollte, vielleicht auch nicht, aber ich erhoffte es mir zu wissen, was er von mir wollte. Ich war der Meinung, alles richtig gemacht zu haben, aber er war schon immer anderer Meinung, als ich es wirklich war.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Luciel

      Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis Alais endlich an ihr Handy ging. Wie oft hatte ich es versucht? Keine Ahnung, ich hab aufgehört zu zählen. Als dann aber nur ein ´was willst du´kam, hätte ich am liebsten mein Handy gegen die Wand geworfen und wieder aufgelegt. Ernsthaft? Ihr scheiß ernst? "Was ich will? Du bist abgehauen, Idiot. Denkst du etwa ich mache mir keine Sorgen, wenn du einfach verschwindest?", murrte ich genervt und fragte mich ernsthaft, wann ich eigentlich begonnen hatte, mir solche Sorgen um sie zu machen. Weil sie meine Freundin war oder weil mir diese Beziehung langsam wirklich ernster wurde? Keine Ahnung, was es war, aber das sie so gleichgültig reagierte, kotzte mich an. Klar, ich war gestern nicht besser und wollte meine Ruhe haben. Ich bin allerdings nicht einfach abgehauen, bzw. ich bin nicht so abgehauen, dass gleich alle in Alarmbereitschaft sind. "Dein Alter dreht durch, weil du nicht hier bist. Ich als dein schlechter Einfluss bin natürlich verantwortlich. Sag mir das es dir gut geht und wo du bist."


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Alais

      Ich seufzte leise, als ich Luciels Stimme wieder hörte. Er war genervt, ganz normal bei ihm was anderes kannte ich auch überhaupt nicht, aber als er erwähnte, dass er sich um mich sorgte, hüpfte mein kleines Herz wieder freudig auf. Ich hasste diesen Verräter und war langsam wirklich der Meinung, ich sollte mich doch nicht so anstellen, aber ich war immer noch sehr stur und wollte auch stur bleiben. Sie hatten es alle verdient, sich Sorgen zu machen auch wenn ich mir selbst dabei eher wie ein kleines Kind vorkam. „Mein Vater soll sich nicht so anstellen..“,murmelte ich und seufzte laut. „Mir geht es gut Luciel.. Ich bin an einem sicheren Ort.. ich brauche einfach meine Ruhe und ich habe sie seit gestern nicht gekriegt.. du glaubst gar nicht, wie nervig mein Vater an meiner Tür stand“. Ich hatte es einfach nicht vor, wieder zurück zu kommen und jemanden auch nur ansatzweise zu verraten, wo ich war. „Mein Vater soll mal die Anlage von dem Haustelefon abhören.. hätte er es sofort gemacht, wäre nichts passiert..“. Mein Herz schmerzte während ich mit Luciel sprach, auch wenn ich wusste, dass ich genau das gleiche tat, was Luciel auch gemacht hatte. Ich durfte mich genauso abreagieren,auf meine eigene Art und Weise.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Luciel

      Das Alais mir nicht sagen wollte, wo sie war, fand ich ein wenig merkwürdig. Warum war sie mir gegenüber so zickig? Ich war nicht derjenige der sich selbst halb nackt vor die Tür geschmissen hatte. Ich hatte mehr als nur Recht damit, dass ich gestern einfach meine Ruhe wollte. Nun es wäre unfair ihr ihre eigene Ruhe nicht zu gönnen, wenn ich sie mir selbst auch erlaubte. Ein Seufzen verließ meine Lippen. "Wie du meinst. Ruf deinen Alten einfach an, damit er nicht denkt, ich habe dich entführt oder umgebracht okay?", bat ich sie dann, während meine Mutter mich mit großen Augen ansah. "Es geht ihr gut Mum, schau nicht so.", murmelte ich ihr entgegen und lehnte mich an meine Zimmerwand an. Seit ich versucht hatte Alais anzurufen, war ich im Zimmer auf und ab gerannt, wie ein Tiger im Käfig. Selbst Victoria hatte mich angestarrt, als hätte ich nicht mehr alle Tassen im Schrank. Nach diesem Telefonat, fühle ich mich tatsächlich so. Diese Beziehungskisten lagen mir echt nicht. "Ich hoffe du bleibst nicht ewig dort, wo auch immer ´dort´ist. Abhauen ändert nichts an der Situation und irgendwann müssen wir das regeln. Mir gehen die Blicke als wäre ich ein Serienkiller langsam auf die Eier. Naja was auch immer. Meld dich bei mir okay?"


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Alais

      Mir stiegen die Tränen in die Augen, während Luciel so mit mir sprach. Natürlich hatte er irgendwo recht, aber er versuchte scheinbar nicht einmal, mich zu verstehen. "Luciel..",murmelte ich und lehnte meinen Kopf gegen die Wand an. "Ich bin nicht aus irgendeiner Laune heraus abgehauen..", ich machte eine kurze Pause um die richtigen Worte zu finden. "Es ist mir einfach alles zu viel.. Die Sache mit meiner Mutter.. Das mit meinem Vater.. Das mit uns.. Ich kann Zuhause nicht richtig nachdenken.. Ich werde meinen Vater gleich anrufen und es mit ihm klären.. Dann wirst du von all den Blicken nicht mehr genervt..". Es fühlte sich schon merkwürdig an, dass ich mich für etwas rechtfertigte, was eigentlich gar nicht so schlimm war. "Ich will einfach nur ein wenig Zeit für alles.. Das muss mein Vater auch verstehen..Aber ich werde mich bei dir melden, versprochen..". Damit war unser Gespräch schon fast zu Ende, auch wenn mir noch einiges auf der Zunge lag. "Bis dann..",hieß es dann letztendlich und ich drückte die rote Taste auf dem Display, um das Gespräch zu beenden.
      Kurz darauf legte ich das Telefon auch wieder auf der Kommode ab und sank auf den Boden. Ich war überfordert und keiner war der Meinung, mir stände Ruhe und ein wenig Mitgefühl zu. Mir bot noch nicht einmal jemand seine Hilfe an, aber scheinbar war es im Leben normal und scheinbar würde es sich auch nicht mehr ändern.


      //OH GOTT! Das ist so traurig :( XD //
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Luciel

      Schweigend hörte ich meiner Freundin zu und seufzte leicht. Für einen Mann ist es offenbar wirklich schwierig eine Frau zu verstehen, weil wir einfach weniger emotional sind und Sachen direkt anpacken, statt uns darüber den Kopf zu zermartern. Ich gehöre leider auch zu der Sorte Kerl, welcher absolut unempathisch ist, was es ziemlich schwierig für mich macht, solche Dinge nachzuvollziehen. Ich bin jemand der seiner Wut Luft macht, was nicht immer gut ankommt und das ist Ende. Die Situation erlaubt es mir aber nicht, mal eben den Kopf ihres Vaters gegen irgendeine Wand zu hauen. Zum einen würde das nicht gut ankommen zum anderen habe ich keine Lust auf Knast. Querstreifen stehen mir nicht. "Verstehe, vielleicht ist es wirklich gut etwas Abstand zu nehmen.", murmelte ich dann nachgebend. "Ich glaube ich fahre auch etwas weg.", sprach ich eher nachdenklich zu mir selbst laut aus. "Ruf mich an, wenn du mich brauchst." Kaum hatte ich meine Worte ausgesprochen, hatte Alais auch schon aufgelegt. Ein wenig melodramatisch ...
      Jetzt weiß ich wieder warum ich so lange keine Freundin, sondern nur Affären hatte. Allerdings ist mir Alais eben verdammt nochmal wichtig und ich versaue es nicht mit Absicht. Hoffen wir einfach das uns die kleine Pause gut tut und wir beide etwas abschalten können.
      Gesagt getan, hatte ich mich ans Handy gesetzt und ein paar alte Freunde angerufen. Wird Zeit für etwas Abstand.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • // Ich setze mich auch immer ans Handy um zu fahren :D //

      Alais

      Ich saß ein wenig auf dem Boden, bevor ich mich letztendlich aufrappelte. Meinem Vater schrieb ich eine kurze SMS, dass ich bei meiner Großmutter bin und er mich in Ruhe lassen soll, ich würde mich schon melden und meinem Bruder schrieb ich eine, dass es mir leid tut, aber er jetzt im Mittelpunkt steht-das gefällt ihm immer!
      Letztendlich startete ich einen Timer, für vier Tage. Am fünften hatte ich etwas großes vor.. Luciel sollte sein Weihnachtsgeschenk bekommen, vorausgesetzt.. er würde daran denken dort aufzutauchen, aber ich wollte ja noch nicht all zu schwarz in die Zukunft blicken. Ich machte letztendlich das, was ich für das richtige hielt: ich schaltete mein Handy einfach aus und versteckte es in meinem Koffer, so würde ich meine Ruhe haben, bis wenigstens heute Abend, dann würde meine Neugierde wieder siegen. Vier Tage waren eine verdammt lange aber auch eine verdammt kurze Zeit, um nachzudenken. Aber ich brauchte einfach mal meine Sicht der Dinge und nicht die meines Vaters oder Luciels, oder noch schlimmer: die meiner Mutter. Die einzigen Personen,die mir letztendlich noch beistanden waren meine Großeltern und vielleicht Luciels Mutter, die ich sehr lieb hatte, aber es waren auch die Personen, die es sicherlich verstanden, dass ich Abstand brauchte.
      Den restlichen Tag und Abend verbrachte ich mit meinen Großeltern, mit denen ich so ehrlich lachte, wie ich es lange zuvor nicht mehr gemacht hatte. Letztendlich spielten wir noch irgendwelche Brettspiele, aber die Ablenkung ließ mich ein wenig Kraft tanken, bevor ich traurig ins Bett fiel und mit mir kämpfte, ob ich das Telefon denn jetzt rausholen sollte, oder nicht. Letztendlich ließ ich es an, sah aber nicht drauf, sondern wartete. Auf was, konnte ich nicht sagen, aber vielleicht auf ein Zeichen, welches mir weiter helfen würde.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • (Was?)

      Luciel

      Es hatte nicht lange gedauert, bis ich mir einen Plan für die nächsten Tage zurecht gelegt hatte. Ich hatte die Überraschung von Alais nicht vergessen, aber bis es soweit ist, würde es mir sicherlich ebenfalls gut tun, einfach mal raus zukommen. Ich hatte mich mit ein paar alten Freunden verabredet, die ich lange nicht gesehen hatte und die damals in der Nähe meiner Wohnung gewohnt hatten. Die zwei Jungs wohnten zusammen mit einer Freundin mir, welche die Schwester des einen ist in einer WG und sicherlich würde mich ein paar Partys ganz gut tun, um auf andere Gedanken zu kommen. Außerdem war ich ziemlich gesprächig unter Alkohol und das Mädel studiert Psychologie, vielleicht spare ich mir Therapeutenkosten, wenn ich um einen Rat frage. Was ich natürlich im nüchternen Zustand nie tun würde! Gesagt getan, hatte ich mir eine große Trainingstasche geschnappt und dort Klamotten und anderes Zeug hinein gepackt, damit ich morgen früh nicht mehr packen musste. Meine Mutter war alles andere als begeistert von meiner Idee, aber um ehrlich zu sein interessierte mich das nicht wirklich. Ich werde meine Katze vermissen, aber wenigstens hatte Mum mir versprochen sie zu hüten.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • //alles gut :D //

      Alais

      Die Nacht verbrachte ich sehr unruhig, viel zu oft war ich aufgewacht und viel zu viele böse Gedanken verfolgten mich. Sie wollten mich regelrecht nicht loslassen, war mein Gefühl.
      Der Morgen danach war grausam. Mein Kopf schien fast zu platzen und ich hatte das Gefühl, als wäre ich verkatert, dabei habe ich gar nichts getrunken gehabt.
      Ich wollte mich am liebsten auf die andere Seite drehen und mit der Decke über dem Kopf weiter schlafen,oder zumindest für ein paar Tage unter der warmen Decke verschwinden, doch ich hatte die Rechnung ohne meiner Großmutter gemacht. Als könnte sie es wittern, dass ich schon wach bin, klopfte sie an der Zimmertür an und hielt ein Tablett mit frischen Pancakes in der Hand.„Oh, du bist die beste..“,murmelte ich noch verschlafen.

      Der Tag verlief sehr.. eintönig. Ich versuchte mich mit sämtlicher Hausarbeit abzulenken, die meine Großmutter mich machen ließ und gab mein bestes, um einfach abzuschalten. Das Handy habe ich gleich oben gelassen, um keine Hoffnungen mehr zu kriegen, wenn es vibrierte. Ich wusste selbst nicht so ganz, worauf ich eigentlich wartete, aber auf irgendetwas war ich vorbereitet, ich musste nur noch wissen, auf was.
      Abends sind meine Großeltern zu ihren Bekanntenkreis gefahren, um eine kleine Weihnachtsfeier zu veranstalten. Ich ließ sie fahren, auch wenn meine Großmutter das nicht so super fand, aber so hatte ich ein wenig Ruhe und außerdem was sollte ich da mit den ganzen älteren Leuten? Da war ich noch definitiv zu jung für.. doch einfach so rumsitzen und in meinem Elend zu ersticken war nicht so ganz meins, aber die ‚Freunde‘ die ich hier hatte, waren fast alle weggezogen, somit blieb ich letztendlich doch wieder gegen meinen Willen alleine. Bis es an der Tür klingelte..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Luciel

      Ich hatte meinen Plan in die Tat umgesetzt und war zu einem meiner besten Freunde gefahren, welcher in meiner Nachbarschaft wohnt, als ich noch in meiner eigenen Wohnung gelebt habe. Natürlich wurde das erste Treffen mit ordentlich Alkohol begossen und wir fanden uns am Abend erst einmal im Supermarkt wieder um für ausreichend Verpflegung für den Abend zu sorgen.
      Ein ausgelassener Abend mit den Jungs konnte ich wirklich brauchen, das war viel zu lange her und ich hatte es schrecklich vermisst. Ich war nur wegen dem Liebeskummer meiner Mutter zurück nach Hause gekommen, warum war ich überhaupt geblieben als sie offenbar einen Partner gefunden hat, mit dem sie glücklich ist? Vielleicht wäre das mit Alais und mir niemals so gekommen? Wir hätten uns in meiner Wohnung treffen können, hätten unseren Spaß und keiner wäre uns auf den Sack gegangen. Gah! Warum denke ich jetzt schon wieder an den Mist?
      "Ey, zieh doch nicht so ein Gesicht Luzifer.", grinste mich mein Kumpel Kyle mit seinem schrägen Grinsen an, während er mit in die Seite boxte und einen Sixerpack Bier in den Einkaufswagen packte.
      "Du sollst mich nicht so nennen, Idiot."
      "Streitet ihr euch wieder?", seufzte Simon, während er seine Brille zurück schob und uns mahnend anblickte.
      "Der Anstands-WauWau ist da.", grinste Kyle und schob mich lachend mit dem Wagen in Richtung des nächsten Gangs.
      "Das habe ich gehört!", fauchte Simon hinter uns, woraufhin auch ich lachen musste.
      Ja, ich glaube das habe ich gebraucht: Mein altes Leben.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Alais

      Ich glaube an Zufälle, aber ich hätte nicht gedacht, dass drei der wichtigsten Menschen überhaupt vor der Tür meiner Großeltern stehen würden, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem ich am Ende meiner Kräfte und Nerven war. Wir haben nicht immer in der kleinen Vorstadt gelebt gehabt, erst vor gut drei Jahren hatten meine Eltern das Haus gekauft, zuvor wohnten wir in der Stadt, in der ich mich gerade befand, nicht weit von meinen Großeltern entfernt. Ich hätt nie gedacht, die drei mir so sehr bekannten Gesichter jemals wieder zu sehen.
      "Ich habe gehört, dass es ein Notfall ist..", entgegnete mir Jack, der grinsende blonde Herr vor der Tür und hielt eine Flasche hoch, die die bräunliche Flüssigkeit des Lebens enthielt- Whiskey. "Lässt du uns etwa nicht rein?".
      Ich war immer noch perplex, ließ die drei aber in das Haus meiner Großeltern rein. Die beiden Herren traten ein und nahmen sofort den Weg ins Wohnzimmer während das einzige Mädchen der Dreiergruppe, Linn, blieb vor mir stehen und nahm mich in den Arm. "Deine Großmutter hat mit meiner Großmutter gesprochen.. Ich habe es mitbekommen und habe die Jungs sofort zusammengeholt..", sprach sie, was mich schon fast zu Tränen rührte.

      Mitten in der Nacht war die Flasche leer und die Stimmung schon seit längerem auf dem Höhepunkt. Ich musste nichts erzählen, nicht erwähnen warum ich hier war und was es für ein Notfall war, meinen Leuten hatte mein langgezogenes Gesicht gereicht, um zu sehen, dass es dringend war. Wir hatten vieles über die alten Zeiten gesprochen und ich hatte mir angehört, was es bei den anderen alles neues gab. Sie ließen auch mich erzählen und hörten neugierig zu. Es fühlte sich gut an, einfach mal nicht dafür verurteilt zu werden, was ich tat.
      Irgendwann war Linn zum Rauchen rausgegangen und mich mitgezerrt. Sie wollte von Frau zu Frau wissen, was mit mir los war. Auch wenn ich anfangs sehr zurückhaltend war, irgendwann liefen die Tränen und die Worte gleich hinterher. Wir saßen beide unter dem Sternenhimmel in den Liegen meiner Großeltern unter zwei Decken, während ich alles von Anfang an erzählte. Ich sprach von den Anfängen mit Luciel, seiner Ex die mich störte und den neulichen Vorfällen an Weihnachten. Und Linn? Sie hörte einfach zu und nahm mich letztendlich in den Arm.
      "Du hast dir rein gar nichts vorzuwerfen..", war ihr Kommentar dazu und mit dem Alkoholintus glaubte ich es auch sofort.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Luciel

      Es hatte erschreckend kurz gedauert, bis ich einen verdammt guten Pegel erreicht hatte. Grinsend lag ich mit meinen Jungs auf dem Sofa, versuchte mehr schlecht als Recht mit Ihnen auf der Konsole Maria Kart zu zocken und fluchte weil ich ständig Unfälle machte. Gott, ich hatte das so vermisst. "Sag mal, wegen dem Alten, warum ziehst du eigentlich nicht wieder um?", fragte Kyle nach und hob triumphierend seinen Controller in die Luft. "YEAH! fresst meinen Staub!" Amüsiert blickten Simon und ich zu ihm, ehe ich dann seufzte. "Würde ich ja gerne, aber dazu brauch ich erst Mal eine Wohnung.", murmelte ich und steuerte weiter hinter Kyle her. Warum war der Kerl auch immer so gut in solchen Spielen? "Du bist ja nur wegen deiner Mum zurück. Wenn du wirklich umziehen willst, könnte ich dir helfen.", meinte Simon dann und überholte mit einer stillen Eleganz mal eben Skyes Auto, welcher ihn perplex anstarrte und gleichzeitig verfluchte. Fragend sah ich zu ihm. "Mein Studiumkollege vermietet seine Wohnung, weil er zu seiner Freundin zieht. Er hat mich gefragt, ob ich jemanden kennen würde. Die Wohnung ist eine Straße weiter von meiner."
      Begeistert strahlte ich Simon an und warf den Controller in die Popcornschüssel, welche Kyle auf dem Schoß balancierte. Das weiße Zeug flog durch die Gegend und ich himmelte meinen Kumpel an, als hätte er mir gerade Konzertkarten für Slipknot überreicht.
      "Ich schätze mal, dass ist ein Ja.", grinste Simon, woraufhin ich direkt nickte und voller guter Laune und voller Alkohol überschwänglich die Nummer meiner Freundin wählte.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Benutzer online 9

      9 Besucher