Northern lights [Schaefchen & Nomiki]

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    • "Ach nein?", ich bleibe nochmal stehen und schaue über die Schulter zu dem Mädchen mit dem ich aufgewachsen bin. "Da irrst du dich. So seltsam warst du schon immer, wenn nicht noch viel seltsamer...", antworte ich frech und werfe dabei einen Blick auf die ausgefallene Farbe ihrer Kleidung. Sie hatte ihren eigenen Kopf, das mochte Ich. Die Gedanken an meine Jugend waren schön und ich wollte sie im vorbeigehen schon leicht schubsen, um ihr Argument zu entkräften, mit ihr zu tollen!
      Aber dann dachte ich an das Eis. Ich erinnerte mich daran was passierte, wenn man auf der Jagd und insbesondere im Gebirge vergaß wie unnachgiebig und herzlos die Natur hier war.

      Noch weiter in Gedanken stand ich da. Erinnerte mich an alte Zeiten. An Irinia wie sie damals fröhlich durchs Dorf hüpfte - eigentlich? Naja, eigentlich tat sie das immernoch. Da hatte sich nicht viel dran geändert. Sie war etwas größer und naja...Ich wurde fast etwas rot, sicherlich hatte sie sich auch sonst körperlich etwas entwickelt. Dennoch schien sie mir noch heute so verspielt, so stur, so tierlieb und so eigensinnig wie sie es immer war. Sie hatte recht - ich hatte mich verändert. Vielleicht würde sie das wirklich nie. Vielleicht würde sie immer bleiben wie sie war, der Gedanke gefiel mir. Es gab mir ein Gefühl von Sicherheit. Irgendwie war sie wie die eine Konstante in meinem Leben.

      Aber die Vorstellung, dass ich seltsam sein sollte? Nur weil ich begriffen hatte, dass das Leben hier kein Spiel war? Irgendjemand musste doch die Wirklichkeit im Auge behalten. Die Anderen waren nun schon etwas vorraus, als ich weiter ging ...ich sollte aber kein Problem haben sie einzuholen.
    • Eine ganze Weile laufen wir durch den Schnee, bis zu den späten Mittagsstunden sind wir auf den Beinen unterwegs.

      Ich greife unter Liams Mantel, den ich trage, und hole meine Trinkflasche hervor um einige Schlucke davon zu nehmen. Ich setze die Flasche an meine volle Unterlippe und nehme einen kleinen Schluck. Aus dem Augenwinkeln sehe ich weiter weg erneut zwei kleine Füchse die vor uns im Schnee stehen, allerdings stocksteif und der Blick auf uns gerichtet. Einer der Schlittenhunde fing an zu knurren woraufhin ein anderer zweimal bellt. Schnell huschen die zwei kleinen Füchse wieder in den benachbarten Wald.
      Es sah nicht so aus als seien es die selben gewesen. Sie waren größer.
      "Erstaunlich wie viele es hier gibt, und wie mutig sie sind..." murmel ich leise zu mir selber während ich die Flasche schließe und zurück unter den Mantel in meinen Gürtel steckte.

      Einer unserer Kameraden blickt zum Himmel. "Das sieht nicht gut aus!" Mit seiner handschuhbedeckten Hand deutet er hoch zum Himmel. Dicke pechschwarze Wolken kommen aus dem Westen und ziehen sich bis über unsere Köpfe. Ein tiefes dunkles Grummeln ist aus weiter Entfernung zu hören.
      In kürzester Zeit ist der ganze Himmel dunkel wie die Nacht.

      "Das ist erstaunlich, so schnell habe ich noch nie ein Unwetter rankommen sehen." ruft ein anderer unserer Kameraden in die Menge. "Wir sollten ganz schnell ein Unterschlupf suchen, vielleicht in den Wäldern? Da haben wir immer noch mehr Schutz als hier auf der offenen Fläche", schlägt er eilig vor.
    • Ich gehe der Truppe vorran und wir befinden uns inzwischen auf offenem Feld, ein Blick zurück zeigt mir wie Irina aus ihrer Flasche trinkt, nur einen Moment denke ich darüber nach, dass sie sogar dabei unglaublich attraktiv wirkt mit ihren vollen und tiefroten Lippen. Hier waren wir jedoch auf der Jagd und es war keine Zeit über solche Dinge nachzudenken.

      "Das ist ihr Land. Warum sollten sie sich fürchten?", antworte ich der jungen Frau mit einem leichten Lächeln. "Sie waren vor uns da und es würde mich nicht wundern, wenn die Füchse noch nach uns hier leben." Ich schaue den zwei Gestalten im Schnee nach. Die Schneefüchse wirken so frei und wild, ganz in ihrem Element während sie über die Ebene liefen und im Wald der Zeitalter verschwanden.

      Während ich noch nachdenklich über alten Wald Blicke beginnt eine Art Sturm aufzuziehen. Das Unwetter kommt schnell, ungewöhnlich schnell, aber sollte mich das wirklich wundern? Die Schamaninen unseres Dorfes hatte uns gewarnt, dass diese Reise unter einem dunklen Omen stand - aber was hätten wir tun sollen? Das Dorf lebte von der Jagd. Die Jagd brachte uns nicht nur Schmuck und Handelswaren, sie brachte uns Kleidung und Nahrung. Ohne sie wäre es unwahrscheinlich, dass das Dorf den kommenden Winter überstehen würde.

      Trotz der Warnung unseres Kameraden, trotz der Erfahrung von mir und den anderen Männern erwischt es uns auf offener Fläche, weit vor unserem nächsten Halt. Es grummelt finster und dunkelheit umschließt uns als der Schnee beginnt wild durch den Wind zu rauschen. Während ich mich noch nach den anderen umsehe rennen die ersten Richtung Wald und vage höre ich ihre Stimmen durch den Sturm. Das ist keine gute Idee, der Wald ist heilig...oder in den Augen mancher eher Unheilig, 'verflucht' wie die alte Schamanin stets sagte. Ich zögere einen Moment als die Männer an mir vorbei zum Wald rennen - "Halt! Nicht in den Wald, er gehört den Tierahnen!", brülle ich durch den Sturm. Aber ich merke selber wie meine Stimme im tosen des Sturmes verschluckt wird und was für eine Wahl haben wir? Ich löse die Wölfe vom Schlitten und greife mir etwas proviant und eine Klinge vom Wagen, ehe ich den Männern in den Wald folge.

      Man verliert sich schnell in dem Schneegestöber und als ich in den Wald eindringe wirkt es mir fast als wäre es hier gefährlicher als draußen. Es ist als würde eine Dunkelheit von den Bäumen auf mich herabblicken, einen Eindringling in das alte Reich der Geister. Ich schaue mich um und überlege umzudrehen, aber ich kann die Anderen nicht einfach im Stich lassen. Ich muss die Männer wiederfinden und sammeln, zumal der Schnee und die Dunkelheit einem schnell die Orientierung nehmen. Schon nach wenigen Momenten kommt es mir vor als wäre der Waldrand eine unendlichkeit von mir entfernt.
    • Als die ersten Männer anfingen in den Wald zu laufen, sah ich nur verdutzt hinterher. Mir wäre nicht in den Sinn gekommen in diesem Wald Schutz zu suchen. Ich drehte mich danach um und betrachtete ihn. Ein ganz merkwürdiges Gefühl lief mir den Rücken runter und mein Magen zog sich ein wenig zusammen.
      Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass diese Dunkelheit ziemlich erschreckend ist...

      "Irina komm!", hörte ich es von der Seite rufen und ein Kamerad griff meinen Arm um mich schnellstmöglich mit zu ziehen. Weil ich kurz zögerte, lies er mich los und lief weiter. Ich rannte ihn aber schnell hinterher.
      Schnell verlor ich ihn allerdings aus den Augen, genauso wie die anderen und auch Liam.

      Als ich den Wald erreichte, wurde das unangenehme Gefühl größer. Als ich aber einige Stimme meiner Kameraden hörte, drang ich tiefer in den Wald ein und sah mich um. Die Stimmen klangen so, als würden sie von über all komme. Es war schwierig sie während des Sturms einer Richtung zu zu ordnen. Deshalb ging ich einfach weiter und versuchte mich um zu schauen.

      Umso tiefer ich im Wald war, desto weniger wurde der Schneesturm. Nur wenig später blieb ich stehen, denn mir kam keine Schneeflocke mehr entgegen. Das war merkwürdig..
      Ich schaute hinauf in die Baumkronen, aber die waren so dicht, dass man keinen Himmel sah. Ich hörte auch keine Stimme meiner Kameraden mehr. Ich scheine mich von ihnen entfernt zu haben..

      Plötzlich hörte ich es von der Seite rascheln. Erschrocken drehte ich mich um und sah einen schwarzen Fuchs einige Meter von mir entfernt stehen, sein Blick starr auf mich gerichtet. Er schimmerte blau. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Er war auch größer als die anderen Füchse vorhin und strahlte etwas unheimliches aus.
      Relativ schnell war mir klar, dass das kein normaler Fuchs ist....

      Langsam trat ich einige Schritte zurück, aber der Fuchs fing an mir zu folgen und kam mir immer näher.
      Skeptisch verengte ich die Augen. Was sollte ich tun? Was will der von mir?

      Die Augen des Fuchses begannen gelb aufzuleuchten und er verwandelte sich in einen schwarzen Schatten, der blitz schnell auf mich zu kam.

      ~ein hohes kreischen war im ganzen Wald zu hören~
    • Ich zögerere immer wieder während ich weiter durch den dünsteren Wald wander. Man hört von Außen das Jaulen des Sturms, doch es ist als würde selbst der Wind sich nicht in das Dickicht dieses dunklen Waldes trauen. Er herrscht eine übernatürliche Stille und die Luft scheint still zu stehen. Nur gelegentlich durchdringt ein knackender Ast oder ein Rascheln die Ruhe.

      Jedes der Geräusche beobachte ich argwöhnisch. Es gibt zwar Tiere in diesem Wald, aber "normal" ist hier eigentlich nur wenig. Manche Tiere dienen den Geistern, manche sind als Boten hier und manche haben sich so verlaufen wie wir nun. Aber was weiß ich schon genaues. Ich bin nicht der Schamane des Dorfes, dafür gibt es jemand anderen ...mit diesem Wald habe ich eigentlich nichts zutun und wollte mich nie in ihm wiederfinden müssen.

      Erneut will ich die Stimme heben um die Männer zu rufen, aber was weiß ich was es nicht vielleicht anderes anlocken könnte? Es wäre doch sicher besser sich ruhig zu verhalten. Am besten wären wir aus diesem Wald raus bevor die Geister uns bemerken. Das ist zumindest mein Plan bis ich einen hellen Schrei durch den Wald schallen höre. Ich befürchte die Heimlichkeit ist vorbei - so schnell ich kann laufe ich in die Richtung des Schreis.
    • Ich weiß nicht wie viel Zeit vergangen war, Sekunden, Minuten, Stunden?! Ich spürte meinen Körper kaum noch - ich zitterte und ich fror, aber ich spürte meinen Körper selbst kaum noch.
      Eine ganze Weile lag ich regungslos auf den Rücken, auf der Erde und starrte hinauf zu den dichten Baumkronen. Was war eben nur passiert?

      Völlig irritiert sammelte ich meine letzte Kraft und richtete meinen Oberkörper langsam auf. Plötzlich dröhnte mir ziemlich stark der Kopf und ich legte meine Hand auf die Schläfe. "Hmm..", leise grummelnd kniff ich einen Moment die Augen zusammen, bis ich plötzlich Fußstapfen höre.
      Langsam öffnete ich die Augen wieder und sah ich Liam auf mich zulaufen.
    • a"I...Irina?", sage ich ziemlich außer Atem als ich bei dir ankomme. Meine Hände stütze ich auf die Knie und versuche langsam wieder meinen Körper zu beruhigen. Hinter mir sieht man deutlich die Spuren wo ich in eile durch den tiefen Schnee gestapft bin. Ich muss mich etwas bemühen aufzuschauen, da ich so schnell zu dir gerannt bin. "Was...was ist denn passiert?", bringe ich schließlich hervor und mustere deine irritierten Blick. Irgendetwas war passiert, aber was?

      Unsicher sehe ich mich und bewege meine Hand langsam zu der Klinge an meinem Gürtel. Die Umgebung schien ruhig und ich konnte nichts sehen, aber die Gefahr war in diesem Wald sowieso allgegenwärtig.
    • "Ich....bin mir nicht sicher..", sagte ich zögerlich und hiefte meinen Körper, der sich immer noch so taub anfühlte, langsam auf Beine. Da ich ziemlich schwankte, prallte ich gegen den nächsten Baum und zog zischend die Luft ein. "Bin wohl kurz ohnmächtig geworden..."
      Mit einer Hand zog ich den Mantel, den ich von Liam hab, enger. Mit der anderen Hand hielt ich mich am Baum fest, um nicht auf den Boden zu sacken.

      Ich sah zu Liams Hand, die sich auf den Griff seiner Klinge legte. Eben hatte ich noch das Gefühl, dass ich etwas begegnet bin...aber irgendwie verschwindet dieser Gedanke von Sekunde zu Sekunde.
      "Wo sind die anderen? Die Hunde?", fragte ich ihn dann besorgt.
    • "Ich habe die Hunde frei gelassen, damit sie nicht erfrieren.", sage ich und weiß was das für uns bedeuten könnte, aber in solchen Zeiten muss selbst ein pessimist wie ich versuchen an das Gute zu glauben. "Wenn wir Glück haben kommen sie zurück...sonst müssen wir uns alleine durchschlagen."

      Dann sehe ich mich etwas um, da mit dir nicht wirklich etwas zu sein scheint. Ich richte mich auf und löse die Hände vom Griff der Klinge. "Die Männer können überall im Wald sein. Wir müssen sie schleunigst finden und dann hier raus bevor noch irgendetwas schreckliches passiert.

      Einen Moment überlege ich ob ich dich stützen muss, aber du wirkst nur etwas geschwächt und nicht wirklich verletzt. Der Sturm ist für uns alle hart und ein Jäger muss sich beweisen. Du hast dich für ein Leben als Jägerin entschieden, ich hätte sicher etwas anderes für dich gewählt...auf deinen Zustand gehe ich daher gar nicht weiter ein.
    • "Gute Entscheidung...", antwortete ich leicht abwesend und etwas sarkastisch.
      Langsam stieß ich mich vom Baum ab und sah zu Liam rüber, als er erwähnt die anderen zu suchen.
      "Dann..geh sie schleunigst suchen.", sagte ich stumpf. "Ohne die Hunde haben wir keine Chance, selbst wenn wir eine erfolgreiche Jagd haben, wir haben keine Chance mehr so viel zum Dorf zu bringen, dass alle überleben. Und die anderen-", kurz wirkte ich nachdenklich. "Die anderen würden niemals nach mir suchen, sie suchen sich gegenseitig aber mich sehen sie als Anhängsel an, deshalb wirst du alleine gehen müssen. Auf das Schicksal solch falscher Menschen pfeife ich!"

      Als ich mich vom Baum abgestoßen habe, ging ich auf wackligen Beinen relativ schnell an Liam vorbei. Ich wollte aus den Wald raus, ganz dringend. Der Sturm da draußen war mir momentan angenehmer als dieses beengende Gefühl innerhalb des Waldes, als sei ich in...Fesseln gewesen und nun auf der Flucht. Ich wollte nur noch einfach raus.
    • Ich schaue dich etwas fragend an, da mir dein etwas böswillig sarkastischer Unterton natürlich nicht verborgen bleibt. Aber ich sehe einfach darüber hinweg, schließlich sind wir alle im Stress und haben Angst. Das war nicht der richtige Zeitpunkt dich zu erziehen und manieren zu lehren.

      Als du dann aber an mir vorbeieilst und auch noch so über die anderen redest runzel ich aber erneut die Stirn. "Was soll dieses Gerede Irina? Und wo willst du hin?", ich will dich am Arm feshalten. "Wir lassen Niemanden von uns zurück und du bist eine von Uns. Für sie wie für mich."

      Ich blicke erneut in die Schatten der Bäume. "Wenn sie nicht jetzt gerade nach uns suchen, dann gäbe es dafür vermutlich nur einen Grund." Danach spucke ich auf den Boden um das Unglück solcher Worte zu vertreiben.
    • Ich riss meinen Arm aus Liams Griff. "Du weist GANZ genau, was sie von einer Frau auf Jagd halten und du weist NOCH genauer, was sie von MIR halten! Tu nicht unwissend, und wo ich hin will, geht dich nichts an."
      Ich ging einen Schritt von ihm weg. "Du bist ziemlich naiv, wenn du glaubst, dass hier alle unbeschadet den Wald wieder verlassen werden."
      Ich schaute ebenfalls in die selbe Richtung. Meine Stimme wurde etwas ruhiger aber auch tiefer. "Umso tiefer sie in den Wald eindringen, umso geringer ist die Chance das sie lebend zurück kehren oder sich gar ein Leben lang verlaufen. Es war schon fatal für uns bis hier her zu kommen. Die Dämonen dieses Walds werden sie nicht einfach ziehen lassen..."
      Ich sah Liam direkt in die Augen. "Also...ich gehe nun. Du kannst mir folgen oder es lassen. Aber ich riskiere nichts für die." Somit wendete ich mich wieder ab und ging langsam weiter.
    • "Das...aber?! Irina..", sage ich als du einfach schnurstracks losmarschierst. Was zur Hölle war nur in dich Gefahren? So ein Verhalten war doch sonst nicht deine Art. Du warst eigentlich ein nettes Mädchen und nicht naja... so.

      Dennoch - ich sehe über meine Schulter und habe das Gefühl der Wald würde immer ruhiger werden. Manchmal bilde ich mir sogar ein entfernt Schreie zu hören, aber ich könnte sie nicht im geringsten zuordnen. Ich will nicht erneut jemanden zurücklassen, ich kann nicht, ich werde nicht...ich atme schwer aus.

      Aber das gilt auch für dich. Außer dir war niemand da. Niemand den ich zurücklassen konnte, nur du...
      Mit einem Schauder und widerwillig folge ich dir ehe du ganz im Nebel verschwindest.
    • Mit zügigen Schritten ging ich weiter.
      Ich musste mich nicht umdrehen um zu merken, dass Liam mir folgt. Denn ich hörte seine Schritte laut und deutlich. Ein kurzes, siegreiches Grinsen erschien auf meinen Lippen.
      Ich hätte nicht gedacht, dass er die anderen für mich in Stich lässt - aber das die verloren sind, ist eine Tatsache. Er hätte sich nur selber in Gefahr gebracht und wäre dann irgendwann ein fester Bestandteil des Waldes und würde nie mehr herausfinden.

      Als hätte ich mir den Weg gut einprägen können, fand ich relativ schnell aus dem Wald, allerdings war dies nur Zufall. Mein Kopf erhob sich und mein Blick traf den Himmel. Es war ruhig geworden und der Schneesturm war vorbei. Erneut ein kleines Grinsen.

      Plötzlich ertönte ein tiefes knurren von Rechts und schnell sah ich in die Richtung. Am Waldrand saßen einige Wölfe und das Alphatier fing an zu knurren, als es mich sah.
      Ich blieb stehen und sah rüber zu Liam. "Sie waren so schlau und sind nicht in den Wald gegangen."
    • Irritiert und unsicher folgte Liam der jungen Frau, oder eher dem Mädchen? Manchmal war Liam sich nicht sicher was von beidem eher zutraf. In jedem Fall war es kindisch ihn dazu zu zwingen zwischen ihr und den Männern zu wählen. Aber vielleicht war es zugleich weise einfach aus diesem Wald zu verschwinden?

      "Wo willst du denn überhaupt hin?", sagte Liam ehe er plötzlich das Ende des Waldes direkt vor sich sah. "Aber wie?", fragte er irritiert und blickte dich kurz fast etwas beeunruhigt an. "Wie hast du das gemacht? Ich meine...wie hast du dir den Weg gemerkt?"

      Draußen angekommen begrüßte sie das Knurren der Wölfe und Liam wich etwas zurück. "Ganz ruhig, ganz ruhig...", hob er beschwichtigend die Hände während er versuchte das Alphatier zu identifizieren und eine Lösung für das kleine Problem zu finden. "Vielleicht...aber hier draußen hätten wir wohl nicht überlebt."
    • Ich drehte mich zu ihm um und lächelte "Beruhige dich lieber selber, bevor du versuchst die Tiere zu beruhigen. Vielleicht sind sie deshalb mindestens genauso angespannt wie du?"
      Ich drehte Liam wieder den Rücken zu und ging auf die Hunde zu. Die Tiere begangen lauter zu knurren, allerdings wurden sie auch leiser als ich mit selbstbewussten Schritten nah kam. Das Knurren verwandelte sich in ein fiepen und das Alphatier wich zurück als ich vor ihm stand. Sie bemerken meine Anwesenheit..
      Über meine Schulter blickte ich zurück zu Liam. "Du bist doch der Leiter der Gruppe. Sag du mir was richtig ist. Ich würde ja raten, dass wir uns auf den Heimweg machen oder wir gehen alleine jagen." ernst sah ich ihn an.

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    • "Was soll das nun wieder bedeuten?", murmel ich etwas eingeschnappt vor mich hin und beobachte ungläubig wie die Wölfe vor dir zurückweichen. Irgendetwas ist seltsam an dir, dein Auftreten, dein Verhalten, deine ganze Ausstrahlung - aber ich weiß nicht wirklich was es ist.

      "Na toll...", sage ich etwas sarkastisch auf deinen Rat. Schließlich waren das auch mehr oder weniger die einzigen Optionen. Es wäre zumindest sinnlos jetzt zurück in den Wald zu rennen und genau so sinnlos wäre es hier im nirgendwo zu warten. "Sie werden uns hoffentlich am abgesprochenen Zielpunkt treffen...wir müssen weiter, wenn die Jagd erfolglos ist wird das Dorf verhungern."

      "Also gut, wir sollten sehen ob wir den Schlitten finden", stelle ich schließlich fest und sehe mich um.
    • Ich schaute wieder nach vorne und blickte hinab, auf die Wölfe. Näher trat ich an die Tiere heran und ging langsam in die Hocke. Meine Hand streckte ich zu einen der Tiere aus und berührte seinen Kopf. Mit dem Zeigefinger streichelte ich seitlich die Schnauze des Tieres. Es zitterte ein wenig. Mir ist es egal, ob sie Angst oder Respekt vor mir haben. Hauptsache sie tun, was ich ihnen sage..

      Ich erhob mich wieder und drehte mich zu Liam um, ging auf ihn zu. "Das ist eine gute Idee". Mein Blick wanderte in der Umgebung umher, einige lange Sekunden lang und dann entdeckte ich in weiter ferne einen höheren Hügel. Mit dem Finger deutete ich dort hin. "Dort drunter könnte er sein. Zugeschneit..." Da man sonst nichts sah, beschloss ich dann einfach ohne seinen Zuspruch dort hin zu laufen. Mit schnellen Schritten erreichte ich den Schneehügel auch einige Minuten später. Ich war schon froh, vorhin mit den anderen doch schon relativ nah am Wald gelaufen zu sein, denn auf eine große Suchaktion hatte ich wirklich keinen Nerv. Ich wollte nach Hause!

      Meine Hände bewegten sich Richtung des Schneehügels, stoppten aber kurz davor. Sehe ich so aus, als ob ich nun die Arbeit mache? Das ist ein Job für einen Mann...Drecksarbeit. Meine Augenbrauen zogen sich zu einen skeptischen Blick zusammen und ich schaute zurück zu Liam. "Meine Hände frieren...grab du."
    • Es scheint als hätten sich unsere Zugtiere beruhig und ich hocke mich neben einen von ihnen und kraule ihm die Ohren, während er sich hechelnd darüber freut mich wiederzusehen. Ich wundere mich derweil noch warum sie so agressiv wirkten und irgendwie naja...es scheint immernoch eine gewisse Unruhe im Rudel zu herrschen. Das musste an der nähe dieses seltsamen Waldes liegen.

      Als du losläufst schaue ich dir kurz hinterher...aber du hattest ja noch nie groß auf Befehle gewartet oder gar gehört. Ich laufe dir hinterher und bin nur froh, dass zumindest der Sturm sich gelegt hat. Du hattest halt einfach eine etwas direkte Art und packtest die Dinge gerne an wie sie waren, daher war ich um so verwunderter bei deinen letzten Worten. Dir musste ja klar sein, dass meine Hände eben so frieren. Der Gedanke, dass du dich der Arbeit als Frau verweigerst kommt mir gar nicht...schließlich hattest du dich nie in diesem Sinne als "Frau" definiert.

      Ich knie mich hin und schaufel etwas, als auch schon ein Teil des Schlittens hervorkommt. "Ich denke es würde helfen, wenn du mitmachst...auch deine Hände wärmen sich schneller wenn wir Zuflucht und Feuer finden"
    • "Damit wirst du wohl recht haben.", gab ich ehrlich und offen zu. Aber egal wie sehr ich das Bedürfnis auch hatte ihm zu helfen, mein Körper und mein Kopf weigerten sich irgendwie vollkommen auch nur ein Schritt näher an den Schneehaufen zu machen und blieb deshalb dort stehen, wo er bis eben noch stand.
      Ich blickte hinab zu ihm und musste leicht schmunzeln, als er den Schnee vom Schlitten schaufelte. "Danach musst du noch die Schlittenhunde an den Wagen fest machen, das kannst du eigentlich gleich. Dann können sie den Schlitten aus den Haufen raus ziehen und du musst nicht so viel graben."

      Ich trat langsam an ihn ran und blieb direkt hinter ihm stehen. Ich beugte mich mit den Oberkörper zu ihm runter und legte meine Unterarme auf seine breiten Schultern. Leise, und mit einer leicht verführerischen Stimme, hauchte ich in sein Ohr "Du hast ja gesehen, dass die Hunde mir nicht gerade gut gestimmt entgegen gekommen sind, da wirst du es machen müssen."
      Langsam richtete ich mich wieder auf und strich ihm dabei leicht über seinen Rücken, ehe ich die Arme unter dem Mantel verschränkte und mit einem übertriebenen engelsgleichen Unschuldslächeln ihn von hinten musterte.

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