Northern lights [Schaefchen & Nomiki]

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    • Northern lights [Schaefchen & Nomiki]

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      .:: - Northern Lights - ::.

      Kalt zog der eisige Wind über die Ebenen des Landes. In ihm ein schauriges Singen - fast kindlich süß, doch nicht von dieser Welt.

      Die Nordlichter wie manche sie nennen breiteten sich über dem Himmel aus. Die Abbilder und Energien von Tiergeistern die unsere Welt bereisen, viele von ihnen blicken nostalgisch auf ihr altes Leben, auf die Vergangenheit und jene die ihnen folgen werden. Doch manche sind nicht bereit das Leben so leicht abzugeben, manche klammern sich an jeden Ast den sie greifen können - manche sind gar bereit das Leben eines anderen Wesens zu nehmen um ihres zu erhalten...

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      Northern Lights stellt die geschichte zweier Jäger da welche den nordlichen Wasserstämmen angehören. Viele würden sie heute vielelicht als Inuit bezeichnen. Ein Volk, dass sehr abgelegen lebt. Kleine Dörfer, wenige Familien die sich gut kennen und zusammen leben, arbeiten und wenn nötig kämpfen. In dieser Schicksalshaften Nacht als die Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und der Toten einmal wieder besonders stark ist nutzt ein dunkler Fuchsgeist seine Chance. Er durchbricht die Mauern die ihn ans Reich der toten fesseln und dringt in ein lebendes Wesen ein um sich so an diese Welt zu binden. Rücksichtslos zu jener deren Leben es eigentlich ist.

      Ohne Hemmung und ohne Mitleid versucht er die Macht über den Körper an sich zu reißen. Seine Vorherrschaft zu legitimieren.
      Und dabei nutzt er alle erdenklichen Mittel die ihm oder seiner neuen Hülle gegeben sind.

      Die Inuit nennen so ein Wesen zwar Fuchsgeist, doch viele würden es anders nennen.
      Viele nennen es einen Teufel.



      Genre:
      Dark Fantasy, Romance, Psycho-Horror

      @Nomiki

    • Irina

      Ich stehe auf dem steinigen Rand des großen Sees und blicke mit müden und verträumten Blick hinauf. Der Wind war wieder aufgekommen, er war sehr kühl, beinah eisig. Er wehte mir durch die Haarsträhnen die nicht von der Kapuze meines Fellponchos bedeckt waren.
      Tief atmete ich die kühle Luft ein, während sich meine Brust durch die tiefe Atmung hob und senkt. Für einen kurzen Moment schloss ich meine Augen und genoss diesen ruhigen und entspannten Moment.
      Als ich sie nach einige Sekunden wieder öffne und auf das Wasser sah, bemerke ich wie sich kleine Schneeflöckchen mit dem Wind in Richtung Erde bewegten. Ein Lächeln erschien auf meinen vollen Lippen und ich drehte mich um, um mich wieder zurück zum Dorf zu machen, denn die nächste Jagd findet gleich statt. Die Zeit, in der der Schnee fiel, war meine liebste. Die Luft ist frisch und einfach fantastisch. Es ist kalt, doch man friert noch nicht so stark. Die perfekte Temperatur für mich.
      Pfeil und Bogen trug ich unter meinen Poncho und hab ihn stets Griffbereit.
      Als ich im Dorf ankam, sehe ich wie sich die Männer die zur Jagd gehen, schon versammelt haben. Ich laufe zu ihnen und sehe sie fragend an. "Können wir los?"
    • Gerade packe ich meinen Rucksack und binde einige Wurfspeere an der Seite fest, als Irinia dazu kommt. "Du bist spät.", sage ich hart aber ehrlich. "Du solltest nicht soviel Zeit mit Träumen verbringen. Der Norden vergibt keine Fehler, besonders auf der Jagd - das weißt du. Hast du alles gepackt?", frage ich während ich meinen Rucksack auf den Rücken hieve. "Wir haben keine weitere Zeit zu vergeuden. Die Herden werden bald weiterreisen und wir brauchen ihr Fleisch wenn die lange Finsterniss kommt."

      Die anderen Männer lauschten und dachten sich wohl ihren Teil, aber niemand sagte etwas. Weder dazu, dass ich dich ermahnte noch dazu, dass du die Letzte warst die zum Treffpunkt kam. "Hast du dich wenigstens von deinen Eltern verabschiedet? Wir werden mindestens eine Woche Unterwegs sein. Sie würden mich umbringen, wenn ich dich einfach so mitziehen lasse."

      "Die Reise geht Richtung Norden zu den Schnellwasser Flüssen. Wo die Flüsse ins Meer münden und die Tiere auf dem Weg nach Süden halt machen. Da sollten wir gute Beute machen können, zudem die Geister uns gewogen sind. Ihr Licht scheint dort zur Zeit besonders stark."
    • Ich seufzte genervt als Liam mich nun fertig ausgeschimpft hat und verschränkte die Arme. "In der Zeit, in der du mir deine übliche Moralpredigt gehalten hast, hätten wir schon längst im Wald sein können und ich hätte bereits ein toten Hasen in der Hand." Sage ich ihm in einem etwas eingeschnappten Ton.
      "Und ja, ich habe mich bereits verabschiedet, also lasst uns--" als ich gerade aussprechen wollte sehe ich wie meine kleine Schwester Mei mit einem großen Umhängebeutel angelaufen kommt. Wie üblich war sie von oben bis unten dick in Fellkleidung eingemurmelt und nur ihr Gesicht war zu sehen. Sie war eine der wenigen Personen die Kälte nicht ausstehen kann, obwohl sie hier geboren ist.
      "Ähm...upps" gebe ich mit einem leicht beschämten Lächeln zu und laufe vorbei an Liam ihr entgegen. Ich nehme die Tasche und umarme meine jüngere Schwester noch einmal fest und flüsterte ihr zu "ich sorge dafür das wir das beste und nahrhafteste Fleisch besorgen.." Sie schenkt mir daraufhin nur ein sanftes und besorgtes Lächeln, das ich ebenso sanft erwidere.
      Ich hänge mir die Tasche um und gehe zurück zu den Männern "Nun bin ich wirklich bereit." Sage ich und sah Liam ernst in die Augen.
    • Irinias Antwort prallt an mir ab wie Wellen an einem Felsen. Ich sehe sie nur weiter an und warte bis ihr Gerede ein Ende hat. Sie hält mich vielleicht für streng, vielleicht für kaltherzig und vielleicht bin ich das auch - aber ich vergebe. Der Winter tut das nicht. Als ihre kleine Schwester auftaucht beobachte ich die beiden Mädchen, das ist der Grund warum ich frage - aber sie wird mir dafür nicht danken. Zum Glück brauche ich ihren Dank nicht.

      Ich gebe den Männern ein Zeichen, dass wir bereit sind und schüttel meinem Bruder die Hand zum Abschied - ein Handruck unter Männern - kein Lächeln, keine Worte. Die Welt draußen konnte gefährlich sein und das wussten wir beide, es machte keinen Sinn bei jeder Jagd über Abschiede zu trauern. Danach wandte ich mich dem Schlitten zu, überprüfte die Ladung - hatten wir genug Vorräte um bis zum Fluss zu kommen? Genug Decken um die Nächte zu überstehen? Öl um ein Feuer zu entfachen?

      Während ich die gurte auf ihren Halt prüfte kam Irina zurück. "Nun bin ich wirklich bereit.", sagte sie und blickte mit allem ernst den sie hervorbrachte in meine Augen. Hoffen wir es, dachte ich nur und wandt mich wortlos um. Begann den langen Marsch in die Kälte gefolgt von den 5 anderen Männern und den Schlittenhunden.

      Irina war eine gute Jägerin, aber sie war auch eine Frau. Und die Geister waren in Aufruhr, die Seherin hatte eine harte Jagd vorhergesehen. Sie sprach von guten und schlechten Omen, von Freude und Leid, von Tod und von Leben. Aber was hatten wir für eine Wahl?

      Fanden wir keine Nahrung, würde das Dorf den Winter nicht überleben.
    • Ich schaue über meine Schulter und sah meine kleine Schwester an, sie ist gerade wieder auf den Weg zurück nach Haus zu laufen wegen der aufkommenden Kälte, was mich etwas zum schmunzeln bringt.

      Ich sehe wieder nach vorn und schaue dem letzten Mann nach, der sich eben auf den Weg gemacht hat. Einige Sekunden später beginne ich dem Trupp zu folgen. Ich lief schon immer als letztes. Ich wollte und will nicht von den Männern schief angesehen werden, nur weil ich eine Frau bin.
      Zwar hatten einige Töchter die ebenfalls die Kunst mit Pfeil und Bogen umgehen zu können oder gar mit Speer und Dolche, doch wenn es um die Jagd ging, haben sie Plötzlich eine andere Meinung. Ich verstehe nicht wieso eine Frau ihre Fähigkeiten nicht zu Gunsten des Dorfes benutzen sollte..
      Aber im Moment stört es mich wenig, ich bin dabei und das ist das einzige was zählt. Ich bin ja mindestens genauso gut wie die Männer.

      Schon einige Stunden nach dem wir losgezogen sind, wurde der Wind und der Schnee immer stärker und tat fast schon im Gesicht weh, ich bin mehr als froh das der Wind seitlich kommt und man sich mit Fell und Mütze schützen konnte.

      "Liam.." Rufe ich zu ihn nach vorne. Aber ich sah das er es nicht gehört hab und laufe zwischen den Männern hindurch bis ich neben ihn laufen konnte. "Wir sind kaum losgezogen und schon behindert das Wetter um...jetzt kann ich verstehen wieso die Seherin so etwas sagte." Ich sah zu ihm rüber und hielt meine Kapuze tief ins Gesicht. "Ich Weis das mag noch früh sein, aber Weist du schon, wo unsere erste Rast sein wird?"

      Im Hintergrund höre ich in dem Moment kurzes und leises gemurmel. Leise seufzte ich und ahne schon das sie dachten, das ich bereits jetzt eine Pause brauche, doch das stimmte nicht.
    • Still und stumm zieht der Trupp durch das ewige Eis. Erst gab es noch Späße von den Männern. Witze wie sie sich freuten die Fratzen ihrer Frauen nicht länger ertragen zu müssen, Wetten wer als erstes ein Tier erlegen würde und Geschichten von der letzten Jagd und ihren großen Heldentaten. Inzwischen war es ruhiger geworden.

      Es war erst der erste Tag und die Männer würden heute und auch morgen sicher noch am Feuer weiter spaßen, doch sie wussten, dass ein Sturm heraufzog. Sie waren alle erfahren Jäger, zumindest fast alle.
      Für Raga war es die erste Jagd. Vielleicht hätte ich ihn Zuhause lassen sollen, aber er war ein guter Kämpfer und wollte sich seine Männlichkeit verdienen. Wer war ich ihm das zu verwehren?

      Zudem wir zu wenige waren. Der alte Rolaf war friedlich zu seiner letzten Wacht entschlafen war. Und im Gebirge haben wir auf der letzten Jagd zwei Mann verloren. Ich wusste, dass es nicht meine Schuld gewesen war. Die Schluchten sind tief und Alrik hatte die Regeln vergessen. Er hat versucht seinen Sohn festzuhalten.
      Er hatte vergessen, dass das Eis kein Mitleid kennt. Keine Familie, keine Liebe.
      Nun lagen sie beide am Grund der Schluchten. Begraben vom Schnee und auf ewig Teil dieses Landes.

      Ich schüttele den Kopf um die Gedanken zu vertreiben. Es war nicht meine Schuld gewesen.
      Das weiß ich und meine Männer wissen es ebenso.

      Während ich noch in Gedanken bin schließt Irina zu mir auf. "Wir sind kaum losgezogen und schon behindert das Wetter uns...jetzt kann ich verstehen wieso die Seherin so etwas sagte.", spricht sie durch den Schnee und ich weiß schon was sie sagen will, aber es ist zu früh. Die Männer hinter uns beginnen zu murmeln. Narren sind sie. Wenn ein Wolf kommt werden sie sich über jeden von Irinas Pfeilen freuen, wie sie es stets tun und wie sie es danach stets vergessen. Unser Dorf ist altmodisch und Irina hat sicher keinen leichten Weg gewählt als Jägerin, aber ich habe sie nicht grundlos aufgenommen. "Im Gebirge. Wo die Felsen uns vorm Wind schützen und wir warten müssen bis es ruhig genug is um nicht von den Gipfeln geblasen zu werden. Dort werden wir halten."


      Ich konnte mir vorstellen, dass sie nicht begeister war. Das bedeutete einen Marsch von noch mindestens einem Tag. Doch hier konnten wir nicht warten. Die Landschaft war offen und der Sturm wurde schlimmer, es gab keinen Schutz und wir hatten keine Zeit uns einen Unterschlupf zu bauen. Wir mussten das Gebirge erreichen und das eher früher als später. "Auf dem Schlitten liegt ein warmer Mantel, Kind. Zieh ihn an.",
      sage ich und halte während des Gesprächst nicht einmal an. Sie war ein gutes Mädchen und ich wusste, dass sie nur wenige Sommer jünger war als ich - doch von all meinen Männern für die ich die Verantwortung trage.
      War sie der Mann den ich am wenigsten verlieren will.
    • "Auf dem Schlitten liegt ein warmer Mantel, Kind. Zieh ihn an.", sagte er mir gerade. Meine Augen verengen sich zu einen wütenden Blick und mustern sein Gesicht. Meine Brust fühlte sich vor Wut zugeschnürt an. Ich hasse es so bezeichnet zu werden, als Kind. Ich bin schon lange kein Kind mehr, nur weil ich Freude am Leben besitze und es auch offen zeige.

      Gerne würde ich ihn zurecht weisen, doch dafür war gerade keine Zeit. Ich schweige und ignoriere nun seine Worte. Schon zu Beginn der Jagd einen Streit zu provozieren würde niemanden gut tun - im Gegenteil - ich würde zu viel riskieren, das ist mir bewusst und leider habe ich so etwas schon mit erlebt.
      Es war eine kleinere Jagd, zu viert. Kaum haben wir das Dorf verlassen um zu jagen, haben sie sich gestritten und das wurde im Laufe der Zeit ihnen zum Verhängnis.

      Ich atme tief die kühle Luft ein und langsam wieder auf um mich zu beruhigen.

      Die mittigen Schlittenhunde laufen nun neben mir und ich gehe ein Schritt näher auf sie zu. Diese treuen Tiere sind wunderbar. Ich lege meine Hand auf den Kopf des Hundes, der mir am nahsten ist und streichel sanft seinen Kopf. Kurz schmiegt er seinen Kopf an meine Hand, ehe ich sie wieder weg zog und unter meinen Poncho versteckte.
    • Wir wandern noch einige Zeit bis es Dunkel wird. Die Stunden vergehen und der Wind wird zunehmend schlimmer und schlimmer. Wir müssten bald das Gebirge erreichen, doch wäre uns da nur eine kurze Rast gewährt. Wenn es Morgen würde müssten wir weiter ziehen. Schließlich müssen wir das Gebirge im Laufe des Tages durchqueren, Nachts sich auf den Abhängen der Gipfel aufzuhalten wäre eine dumme und gefährliche Idee.

      Ich wusste, dass Irina mir meine Worte übel nahm. Aber das war mir egal. Sie war so jung und rein, so lebensfroh und unschuldig - allein ihre rote Kleidung. Bei weitem das farbenfroheste Mädchen im Dorf. Dennoch konnte sie auch naiv sein, ihr Outfit wäre für so eine lange Reise nicht geeignet und das musste sie früh genug einsehen. Nun wusste sie, dass sie sich Abhilfe vor der Kälte schaffen konnte. Auch wenn sie mich wahrscheinlich nur noch mehr hassen würde, sobald sie den Mantel nimmt. Sie war eben trotzig und eigensinnig, aber sie hatte das Herz am rechten Fleck.

      Ich schaue über meine Schulter zu dem Mädchen. Sie spielt gerade mit den Hunden. Was ein süßes Sommerkind, hoffen wir, dass die Zeichen der Seherin falsch gedeutet wurden. Der letzte lange Winter liegt Jahrzehnte zurück. Irina wurde an dessen Ende geboren und Ich war erst ein kleiner Knirps als die Sonne wieder aufging. Aber ich erinnere mich an die Dunkelheit und Kälte, ich erinnere mich an die Dinge die Nachts umherzogen. Dinge die heute jeder leugnet gesehen zu haben, nicht aus Dummheit, aber aus Angst.

      Aus Angst davor, dass sie zurückkommen könnten, wenn die Sonne sich entscheidet uns erneut im Stich zu lassen.

      Das Gebirge liegt vor uns und mit ihm unser erster Halt.
    • Als wir das Gebirge erreicht haben, richten wir uns provisorisch in einer Höhlenbucht ein.
      Ich gehe zu den Schlittenhunden und gebe jeden eine Kleinigkeit zu Essen, als Belohnung. Es war mir wichtig das sie wissen das wir sie genauso wertschätzen wie wir es gegenseitig tun.
      Ich hocke mich vor einen Hund und kraule diesen eine Weile. Sein Fell ist kühl und nass, dennoch ist er schön weich.

      Mein Blick wandert kurz zu den Männern um zu sehen, was sie taten. Ich ging zum Schlitten um alles heraus zu holen, was wir für ein kleines Feuer brauchen, das ich dann hinten mittig in der Höhle entfachte und dort eine Felldecke ausbreite, die ich ebenfalls aus dem Schlitten hole. Ich setzte mich drauf und ziehe meinen Poncho aus, lege ihn neben mich damit er am Feuer trocknen kann.

      Ich halte meine Hände ans Feuer und wärme sie dort auf, zugegebener Maßen war ich mehr als durchgefroren. Trotz des warmen Feuers hatte ich am ganzen Leib Gänsehaut, doch umso schöner ist das warme Feuer dann auch.

      Suchend sehe ich mich nach Liam um und sehe ihn hinter einen der anderen Männer. "Ich nehme an, das wir bei Sonnenaufgang schon wieder auf dem Weg sind?" frage ich ihn, nur um mir eine Bestätigung von ihm zu holen und mich drauf vorbereiten zu können.
    • Als wir im Gebirge ankommen dauert es nicht lange bis ich eine passende Höhle ausgeguckt habe. Wir haben in der Höhle schon öfter mal übernachtet und sie bietet ganz akzeptablen Schutz, auch wenn sie etwas riecht. Vermutlich diente sie irgendwann einem Wolfsrudel als Unterschlupf. Nachdem ich meine Sachen abgeladen habe und überprüft habe ob auch auch nichts verloren gegangen ist sehe ich mich nach den anderen um.

      Irina kümmert sich gerade um die Hunde, das ist gut. Die Männer vergessen manchmal bei all ihrer Männlichkeit, dass die Tiere Zuneigung und Liebe schätzen. Die meisten errichten ihren Schlafplatz, während der jüngste von ihnen weiter das Wetter beobachtet. "Leg dich hin Junge, es wird dauern bis die Sonne kommt.", rufe ich ihm kurzerhand zu als sich Irina zu mir gesellt.

      Inzwischen hat sie ein warmes Feuer für uns entzünden, fürsorglich. "Ja, du hast recht." antworte ich ihr, "Wenn die Sonne kommt müssen wir weiter. Das Gebirge ist lang und gefährlich. Hier hat schon mancher seinen Tod gefunden, den ich nie vergessen werde. Ich will nicht, dass sich noch weitere dazu gesellen." Dann nehme ich mir einen der hölzernen Wurfspeere und hole mein Messer raus. Setze mich zum Feuer und spitze ihn etwas nach. "Du solltest also nicht zu lange wach bleiben Hol dir deinen Schlaf, bevor du keine Zeit mehr dazu hast."
    • Ich lehne mich zurück und stütze mich mit den Armen hinter den Rücken ab. "Hör endlich auf, mich wie ein kleines Kind zu behandeln, Liam." sagte ich in einen ruhigen und entspannten Ton.
      Mein Kopf fällt zurück und zog die Haare zum Rücken, die zuvor noch auf meinen Schultern lagen.
      "Du behandelst mich mehr wie ein Kind, als es mein eigener Vater noch tut. Ich schätze deine Fürsorge, aber ich möchte mit angemessenen Respekt behandelt werden, so wie du es den anderen Männern entgegen bringst."

      Langsam neige ich meinen Kopf wieder nach vorne und beobachte, wie er die Spitze des Wurfspeers schärft. Dann wandert mein Blick langsam hinauf zu seinem markanten Gesicht und ich flüsterte ihn zu "Oder sehe ich etwa aus, wie ein Kind das deinen Schutz braucht? Das bezweifel ich." Ich zwinkere ihn mit einen lasziven Blick zu und erwarte keine Antwort von ihm.

      Ich drehe ihm den Rücken zu und ziehe eine Felldecke aus meinem Beutel, die ich gleich über mich ausbreitete während ich mich seitlich hinlege. Meinen Beutel benutze ich als Kissen und schaue ins Feuer. Die Wärme, die Farben und das prasseln des Feuers wirken sehr beruhigend und entspannend.
      Meine Augen schlossen sich langsam.
    • In ruhe überdenke ich die nächsten Schritte. Eigentlich läuft so weit alles so wie es soll. Auch wenn der Sturm stärker war als für gewöhnlich hoffte ich, dass er bis Morgen etwas abgeflaut war und wir das Gebirge problemlos überqueren könnten. Danach war es dann nicht mehr weit bis zu dem Fluss an am die Tiere für gewöhnlich hielten.

      Während ich versuchte mich zu konzentrieren sprach Irinia unentwegt von meinem Verhalten gegenüber. Sie seie kein Kind, sie seie dies, sie wolle das. Sollte sie reden, mich störte es nicht. Ich hatte genug für sie getan und in unserer Gesellschaft war ihre Position alles andere als gewöhnlich. Doch man kennt das Spiel - Menschen sind nie mit dem zufrieden was sie bekommen.

      "Hmmm...", brumme ich nur als Antwort während ich weiter schnitze. Die Speere müssen spitz und Scharf sein. Es wäre ein unglaublicher Verlust, wenn der Speer an meinem Ziel abprallen oder es nur leicht verwunden wurde. Ich bin mir nicht sicher worauf Irina mit ihren letzten Worten hinaus will, zumindest sind sie mir unangenehm und meine Augen weichen zur Seite auf den Boden. Langsam gehen nun alle ins Bett. Die Männer haben unter sich die Wachen eingeteilt und ich denke ich sollte mir auch etwas Ruhe gönnen. Ich nehme mir das Fell eines Eisbären vom Wagen und lege mich zur Ruh.
    • Ich sehe zu Liam rüber, als er so stumpf und desinteressiert antwortet, wenn man das eine Antwort überhaupt nennen kann...ich tue es immerhin nicht.

      Ich drehe mich auf den Rücken und lege meinen Unterarm auf meine Stirn. Mein Blick wanderte hinauf zu der Decke der Einbuchtung. Tief atme ich ein und langsam wieder aus, die erwärmte Luft des Feuers tat meiner Kehle gut.

      "Schlaf ruhig..." flüster ich zu ihm rüber, ohne eine Antwort von ihn zu erwarten."
      Ich drehe mich wieder auf die Seite, so das ich mit dem Rücken zu Liam gerichtet bin und schloss nun meine Augen. Die Decke ziehe ich mir hoch bis zum Kinn und fing an zu versuchen einzuschlafen.
      Nach einer Weile gelang es mir auch und ich versinke friedlich in den Schlaf...
    • Als ich erwache sind manche der Männer schon auf und machen den Schlitten wieder fertig. Gute Männer, wir sollten nicht zulange zögern. Ich blicke zu der noch schlafenden Irina und lächle. Grau erinnere ich mich daran wie sie mir Gestern noch eine gute Nacht gewünscht hat bevor ich eingeschlafen bin, insgesamt hätte sie auch schlechter sein können. Mein Schlaf war tief und meine Träume gut.

      Ich mustere sie etwas wie sich ihre Brust auf und ab senkt, natürlich könnte ich sie wecken, aber noch war Zeit und sie sollte sich den Schlaf nehmen den sie brauchte. Stattdessen ging ich zu den Männern und klopfte dem erstbesten auf die Schulter. "Guten Morgen", sagte ich und schaute zu wie sie alles beluden bevor ich dann auch selbst anlegte und die Schlittenhunde wieder an ihren Platz brachte. "Wuff, wuff!", bellten sie dabei und wedelten voll Begeisterung mit dem Schwanz. Sie hatten sich offensichtlich auch über die Nacht so nah am Feuer gefreut, vermutlich war es daheim sogar kälter für sie.
    • Durch das Bellen des Hundes wache ich langsam auf. Erst kneife ich die Augen zusammen und öffne sie dann langsam. "Hmm..." Es ist ziemlich warm unter dem Fell geworden und mein Gesicht merkt den Kontrast zu außen, denn es ist ziemlich kühl. Ich Strecke mich indem ich die Arme nach hinten über den Kopf streck und meinen Oberkörper anhob.

      Einer der Männer schielt zu mir rüber und starrt mich einige Sekunden an, bis der Hund, den er gerade zu Liam bringen wollte, sich aus seinen Griff windet und zu mir rüber läuft. Er bellt mich an und drückt sein Kopf dann gegen meine Hand, die ich auf mein Schoß gelegt habe als ich mich eben aufsetzte. "Na...guten morgen.." Sage ich lächelnd zu ihm und kraule seinen Hals.

      Ich sehe rüber zu den anderen und weite kurz die Augen. Alle waren so gut wie fertig und niemand kam auf die Idee mich zu wecken.
      Rasch stehe ich auf und trere das winzige, übrig gebliebenen Feuer aus. Dann räume ich meine Sachen zusammen und gehe mit dem Hund zu Liam und den Schlitten.
      "Vergiss ihn nicht.." sagte ich mit einem schmalen Lächeln auf den Lippen.

      Ich verstaue die Decke und greife nach dem Mantel den mir Liam gestern anbot. Diesmal würde ich nicht den Fehler machen und das eisige und nasse Wetter unterschätzen.
    • "Siehst du hier, Raga? Diese beiden Knoten sind die wichtigsten.", sage ich zu dem jungen Jäger während ich die Seile an den Hunden befestige. "Sie müssen straff sein, aber den Hunden auch Raum zum atmen lassen. Wenn wir es nicht richtig binden, dann ziehen die Hunde das keine 50 Meter weit. " Ich spanne das Seil vor seinen Augen ein paar mal ruckartig und klopfe ihm dann lachend auf die Schulter. "Wenn die Hunde streiken müssten wir dich vor den Schlitten spannen, das willst du doch nicht, oder?"

      Danach werfe ich meine Tasche auf die Ladefläche und schaue noch einmal argwöhnisch über die Schulter ob Rage nun auch verstanden hat was ich meinte, aber seine neuen Knoten sehen schon viel besser aus. Als ich mich gerade umwende steht Irina lächelnd vor mir und neben ihr der letzte der Hunde. "Na?", mache ich als ich mich vor ihn knie. "Ja, wie könnte ich den vergessen?", ich strubbel den Hund zwischen den Ohren worauf er freudig hechelt. "Hier ist noch ein Nachzügler Raga, kümmere dich um ihn.", rufe ich zu dem Jungen der glaubt nun ein Mann zu sein.

      Als ich mich erneut umwende ist Irina bereits weiter, ich sehe zu wie sie meinen Mantel vom Wagen geholt. Sie hat nicht gemäckert, dass wir sie schlafen ließen und sie sieht ein, dass ihr Kleid zu kalt ist. Vielleicht sollte ich einsehen, dass sie doch langsam erwachsen wird...vielleicht.

      Ich wende mich dem Ausgang der Höhle zu, trete nach draußen wo uns die Sonne schwach begrüßt. Immerhin, der Sturm ist fort - zumindest für eine Weile.
    • Ich sehe Liam hinterher und betrachte seine Statur von hinten. Sein Kreuz ist über die Jahre wirklich sehr breit geworden, denke ich mir....genauso wie seine eingebildete Charaktereigenschaft.
      Leicht grinse ich vor mich hin und hänge mir meine Tasche über die Schulter. Ich greife rein und hole ein Leib Brot raus, von dem ich ein großes Stück abreiße.

      Mit langsamen und kleinen Schritten gehe ich zu Liam nach draußen und stelle mich mit großen Abstand neben ihn, auf seine Höhe.
      Immer wieder Pflücke ich kleinere Stückchen von dem Stück Brot ab und stecke es mir in den Mund und kaute es langsam und genüsslich durch. Meine Mutter hat das gestern noch für mich gemacht und sie backt eindeutig das beste Brot in unseren ganzen Dorf.

      Von hier aus kann man gut die Gegend betrachten, auch wenn sie nicht hoch liegt. In weiter Entfernung sehe ich, wie zwei kleine Schneefüchse durch den Schnee rennen, sich umkreisen und miteinander hemmungslos spielen und herumtollen.
      Ein breites Grinsen bildet sich auf meinen Lippen.
      "Früher warst du auch einmal so aktiv, Liam."
    • Ich beobachte noch etwas den Himmel als Irina zu mir tritt, bei sich hat sie das Brot ihrer Mutter. Typisch - das ist fast so eine kleine Legende im Dorf. Zuminest gilt ihre Mutter als eine der Besten Bäckerinnen. Natürlich war das bei einer so geringen Konkurenz keine Unmöglichkeit - aber Liam gab gerne zu, dass auch er ihr Brot zu schätzen wusste. Während das Mädchen so kaute beobachtet sie einige Schneefüchse.

      Kleine Bälger waren es, zu jung um die Gefahren dieser Welt zu kennen. Die Schneefüchse waren allerdings generell verspielte Tiere. Sie waren gut gewappnet für die Kälte und schnell genug um den meisten Bedrohungen zu entgehen. Liam mochte Füchse, irgendwie waren sie ihm sympathisch und erinnerten ihn an etwas. "Früher warst du auch einmal so aktiv, Liam.", sagte Irina da. Liam musste Lächeln. Die Behauptung kam ja wie gerufen. "Wer sagt, dass ich nicht mehr aktiv bin?", fragte er und trommelte sich lachend auf die Brust ehe er nun langsam los ging.

      "Dennoch Mädchen...die Zeiten verändern Menschen. Jeden von uns.", warf er ihr dann noch über seine Schulter zu.
    • Ich bleibe noch stehen und beobachte die zwei kleinen Füchse. Inzwischen wurden sie aus der Ferne auf uns beiden aufmerksam, starren uns an und laufen gleichzeitig zurück in den Wald. Es ist schwer die beiden im Schnee zu erkennen. Nur ihre dunklen Augen, ihre schwarzen Pfoten und die Konturen machen die Füchse erkennbar.
      Als Liam wieder geht, drehe ich mich zu ihm. Es ist immer wieder seltsam ihn lachen zu hören. Es passt irgendwie einfach nicht zu seiner Art.

      "Ich werde selbst in 30 Jahren nicht so alt und seltsam sein wie du." Sage ich ihm ehrlich, aber auch neckisch. Ich mochte Liam. Aber als er jünger und noch unreifer war, konnte ich mehr mit ihm anfangen. Ich werde bestimmt nicht so schnell so sehr erwachsen wie er.

      Schließlich drehe ich mich um und gehe auf ihn zu. "Bevor du noch irgendwann in alten Erinnerungen versinkst, würde ich dir vorschlagen, das wir uns nun langsam auf den Weg machen würden und jede Sonnenstunde ausnutzen die wir noch haben."
      Langsam gehe ich an ihn vorbei zu dem Schlitten und den andere .
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