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Hidden Twin [Alea x Yumia]
BeitragZephyrine hatte inzwischen eine ganze Weile im Garten verbracht. Der Spaziergang hatte länger gedauert, als sie ursprünglich beabsichtigt hatte, doch sie hatte schnell Gefallen daran gefunden, einfach ziellos umherzulaufen. Es war eine angenehme Abwechslung zu den vielen Gedanken, die ihr seit ihrer Ankunft beinahe ununterbrochen durch den Kopf gingen. Zwischen den sorgfältig gepflegten Beeten und den hohen Bäumen wirkte alles friedlich. Der Garten war so groß, dass sie vermutlich noch Tage brau…
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Mein Körper spannte sich an, als Alex meinen Namen aussprach. Hatte ich etwas Falsches gesagt? Vorsichtig sah ich zu ihm hoch und wartete auf seine nächsten Worte. Obwohl seine Worte eigentlich dazu gedacht waren, mir die Angst zu nehmen und mich zu beruhigen, funktionierte das nicht wirklich. Sagte er das nur, weil ich ihm leidtun konnte? Weil er sich sonst schlecht fühlte, dass mir nichts einfiel? Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es ihm wirklich nichts ausmachte. Wer wollte schon aus Lang…
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Es hörte sich nicht sonderlich erholsam an, nachdem er mehr oder weniger über seine Schlafsituation gesprochen hatte. Das waren definitiv zu wenige Stunden, vor allem, wenn er in einem Keller und dann auch noch auf einer einfachen Kellerliege schlief. Wieso legte er nicht einfach eine Matratze dorthin? Die Frage hörte sich in meinem Kopf so banal an, dass ich mich nicht traute, sie auszusprechen. Es musste einen guten Grund dafür geben, sonst hätte er es längst gemacht. Trotzdem fühlte ich mich …
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Verstehend nickte ich. Daran hatte ich nicht gedacht. Bis heute hatte ich zum Glück niemals solche Schmerzen verspürt wie er, sodass ich überhaupt nicht einschätzen konnte, was in seiner Situation helfen könnte und was nicht. Aber selbst wenn ein Stuhl momentan angenehmer war, konnte ich mir nur schwer vorstellen, dass die harte Holzlehne hinter seinem Rücken wirklich bequem war. Doch von meinem Sitzplatz aus konnte ich keinen Sessel oder ähnlichen Platz sehen, der weich gepolstert war. Mein Bli…
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Er versuchte, die Last der Verantwortung zu mindern, mir wieder ein Stück Freiraum zu geben, aus dem ich notfalls noch hätte entfliehen können. Doch es war zu spät. Zu spät, um all das zurückzunehmen. Sein Gesicht, seinen Körper und vor allem das, was er mir erzählt hatte. Er konnte nichts davon ungeschehen machen. Vielleicht nahm ich mir all das auch deshalb so sehr zu Herzen, weil ich wusste, wie es war, einsam zu sein. Niemanden zu haben. Sich nach jemandem zu sehnen, an den man sich anlehnen…
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Mein Blick glitt automatisch zu seinen Händen, die er auf der Tischplatte bewegte. Sie waren um einiges größer als meine eigenen. Doch ich sah nicht wieder in sein Gesicht, denn die Worte, die er aussprach, waren genau die, die schon seit einer Weile in meinem Kopf herumschwirrten. Und plötzlich fühlte ich mich schuldig. War es wirklich so offensichtlich in mein Gesicht geschrieben gewesen? Hielt er mich jetzt für schwachsinnig oder dumm? Ich wollte ihn nicht kränken. Ich wollte nichts sagen ode…
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IIrgendetwas in mir reagierte darauf, als er offen gestand, dass er mich wiedersehen wollte. Ich wusste nicht, wie ich darauf reagieren sollte. Diese Art von Ehrlichkeit war ich nicht gewohnt, und sie ließ mich innerlich nervös werden. Er wollte mich trotzdem sehen, obwohl ich mich bisher ziemlich zurückhaltend verhalten hatte? Obwohl ich nicht sonderlich gut darin war, jemanden zu trösten, und vermutlich für jeden anderen langweilig war? Vielleicht sprach da einfach die Einsamkeit aus ihm. Und …
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Auch wenn Alex mir sagte, dass er mir alles beantworten würde, überschritt ich die von mir gezogene Linie nicht und würde mich weiterhin nur auf das Lernen beschränken. Vielleicht würde er mir irgendwann genauer erzählen, was an jenem Tag mit ihm passiert war, doch ich fand es nicht angebracht, danach zu fragen. Wer war ich schon, dass er mir sofort alles im Detail erzählen sollte? Es war noch gar nicht so lange her, und ich hatte bereits einen Teil des Ausmaßes dieser Grausamkeit mit eigenen Au…
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Ich sah ihm aufmerksam dabei zu, wie er die Packung öffnete, und für einen Moment bereute ich es, sie ihm nicht bereits geöffnet und die Tabletten herausgelegt zu haben. Ich hätte mir denken können, dass er Schwierigkeiten damit haben würde. Doch ich wollte nicht zu bevormundend wirken oder bei ihm das Gefühl verstärken, dass er nichts allein schaffen konnte. Also beobachtete ich ihn lediglich, um notfalls eingreifen zu können, falls es gar nicht mehr ging. Das Zittern seiner Hände signalisierte…
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Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich zumindest halbwegs von meinem kleinen Sprint durch die Gegend erholt hatte. Ich trieb schließlich keinen Sport. Ich hatte auch keinen Grund dazu. Der Sportunterricht in der Schule war für mich mehr als ausreichend, um meinen Körper regelmäßig daran zu erinnern, wie wenig ich Bewegung mochte. Meine Ausdauer war dementsprechend eine reine Katastrophe, und das bisschen Beeilen vorhin hatte mir wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, warum ich Sport so sehr ha…
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Es war das erste Mal, dass ich seine Stimme wirklich bewusst hörte. Nun, ganz stimmte das natürlich nicht. Ich hatte sie schon einmal in der Schule gehört, schließlich war Alex kaum zu übersehen, doch bisher hatte ich nie einen Grund gehabt, auf seine Stimme zu achten. Er war für mich nie mehr als ein Name gewesen, ein Gesicht aus einer Menschenmenge, das ich höchstens aus sicherer Entfernung wahrgenommen hatte. Jetzt jedoch stand er direkt vor mir und sprach mich mit einer Stimme an, die mir gl…
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Die Uhr wollte einfach nicht aufhören voranzuschreiten und mit jeder verstrichenen Minute rückte die Stunde der Wahrheit gefährlich näher. Ich warf einen weiteren Blick auf mein Handy und versuchte mir einzureden, dass ich ruhig bleiben sollte. Es waren nur ein paar Minuten. Eigentlich nichts Besonderes. Und trotzdem fühlte es sich an, als würde mein gesamter Körper auf diesen einen Moment warten. War ich zuerst hier gewesen? Oder hatte er sich vielleicht schon in die Bibliothek gesetzt? Viellei…
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Kitsune schien meinen Rat tatsächlich angenommen zu haben, worüber ich ehrlich gesagt froh war. Er konnte eine Pause von all dem gebrauchen, auch wenn ich nicht wusste, was genau er tat, um seinen Kopf freizubekommen. Vielleicht schlief er, vielleicht lag er einfach irgendwo und versuchte, für ein paar Stunden nicht über all die Dinge nachzudenken, die auf seinen Schultern lagen. Ich wusste nur, dass es einem körperlich meistens irgendwann genauso schlecht ging, wenn es einem mental nicht gut gi…
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Obwohl es so vieles gab, worüber ich nachdenken konnte, war mein Kopf überraschenderweise vollkommen leer. Ich wusste nicht, in welche Richtung ich denken sollte, was ich denken durfte und welche Gedanken überhaupt angebracht waren. Zu viele Dinge waren innerhalb weniger Minuten auf einmal passiert, zu viele Informationen, die ich noch nicht richtig miteinander verbinden konnte. Ich wollte nicht so tun, als könnte ich alles, was er mir geschrieben hatte, vollkommen verstehen. Ich wollte ihm nich…
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Kitsune hatte mir nicht geschrieben, doch das war in Ordnung. Wahrscheinlich war er gerade mit seinen Freunden unterwegs, stand vielleicht selbst in der Schlange der Cafeteria oder saß bereits irgendwo mit ihnen zusammen. Ich konnte warten. Schließlich hatte ich keinen Grund, ihm seine Zeit übel zu nehmen. Bis dahin konnte ich in Ruhe mein Essen aufessen, auch wenn das aufgrund der eher spärlichen Auswahl nicht sonderlich lange dauern würde. Ich zerknüllte die Plastikverpackung meines Sandwiches…
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Arisa blieb vor Migi stehen und musterte ihn von oben bis unten. Einen Moment lang sagte sie nichts. Er sah tatsächlich erbärmlich aus. Zerzauste Haare, müdes Gesicht, dieser Stock in der Hand und dazu die völlig verkrampfte Haltung, als würde jeder einzelne Schritt seine Beine persönlich beleidigen. Und trotzdem hatte er offenbar noch genug Energie, um sie schon am frühen Morgen zu nerven. „Du siehst aus, als hätte dich ein Bus überfahren“, stellte sie trocken fest. Als er sie dann auch noch fr…
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Mein Handy lag weiterhin griffbereit bei mir, doch ich versuchte, mich auf den Unterricht zu konzentrieren. Was mäßig gut funktionierte. Die Lehrerin hatte beschlossen, mit der gesamten Klasse zu arbeiten, wodurch ihr Blick viel zu oft durch den Raum wanderte. Ich konnte es mir daher nicht leisten, nachzusehen, wer mir geschrieben hatte. Außerdem hatte ich mir über die Jahre einen guten Ruf bei den Lehrern aufgebaut. Ruhig, zuverlässig, gute Noten. Ich wollte dieses Bild nicht wegen einer einzig…
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Die Nervosität, die sich in meinem Körper ausgebreitet hatte, wollte einfach nicht nachlassen. Auch nachdem ich die Nachricht abgeschickt hatte, blieb diese unangenehme Unruhe in meiner Brust. Ich machte mir Sorgen darüber, wie Kitsune meine Worte aufnehmen würde. Und selbst wenn er sich trotz meiner Angst tatsächlich dafür entschied, mich treffen zu wollen, wartete noch eine weitere Herausforderung auf mich: die Nachhilfe. Ich hatte nicht gelogen, als ich ihm geschrieben hatte, dass ich bisher …
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Es war noch keine Nachricht angekommen. Ich lag wohl mit meiner Vermutung richtig, doch ich nahm es ihm natürlich nicht übel. Ich wusste, wie es war, keine Freunde zu haben, und deshalb war ich eher froh darüber, dass er nicht auf sich allein gestellt war wie ich. Auch wenn ich es mehr oder weniger gewohnt war, meine Pausen allein zu verbringen, bedeutete das nicht, dass ich mir nicht manchmal wünschte, jemanden zu haben, mit dem ich meine Zeit verbringen konnte. Jemanden, mit dem ich mich unter…
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Arisa trat in die Tanzhalle und ließ ihren Blick kurz über den großen Spiegel an der Wand und die markierten Flächen auf dem Boden wandern. Der Schweiß von vorhin war längst vergessen, zumindest verdrängte sie das unangenehme Gefühl so gut es ging. Jetzt stand die nächste Herausforderung bevor. Als Migi ihr mit seinem breiten Grinsen den Daumen entgegenstreckte, musste sie unwillkürlich schmunzeln. „Ich hoffe, du bist wirklich bereit“, erwiderte sie freundlich. „Denn Sagawa-san sieht nicht gerad…